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Umstände, Philosophie: Der Begriff der Umstände ist relevant im Zusammenhang mit Beobachtungen, die eine Hypothese innerhalb einer angenommenen Theorie bestätigen oder widerlegen sollen. Was zu den relevanten Umständen gehört, wird von der Theorie festgelegt. Siehe auch Situationen, Zustände, Prozesse, Bedingungen, Theorien, Ceteris paribus, Experimente, Beobachtung, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Relevanz, Signifikanz.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 193
Umstände/Ortega y Gasset: Da die Umstände nicht für den Menschen entscheiden können, ist er vielmehr geschichtlich situiert. »Zeitalter« und »Epoche« fasst Ortega als eine Gesamtheit von »Umständen« (»circunstancias«), Konstellationen oder Situationen auf, in denen der Mensch sein Leben zu leben hat. »Die Umstände – die Möglichkeiten – sind das Gegebene und uns Auferlegte an unserem Leben. Sie bilden unsere Welt. Das Leben wählt seine Welt nicht; es findet sich von vornherein in einer bestimmten, unvertauschbaren, in dieser gegenwärtigen Welt vor. (1)
Die „vitale Bestimmung“ des Menschen (Siehe Mensch/Ortega) hebt allerdings die Entscheidungsfreiheit des Menschen nicht auf. Sie stellt Optionen zur Verfügung. Aber innerhalb der Umstände. Diese Optionen sind nicht identisch mit den Umständen. »Es ist also falsch, dass im Leben die ›Umstände entscheiden‹. Im Gegenteil, die Umstände sind der immer neue Kreuzweg, an dem wir uns zu entscheiden haben«.(2) Und wer entscheidet, das sind wir.


1.José Ortega y Gasset, La Rebelión de las Masas (con un prólogo para franceses, un epílogo para ingleses y un apéndice: Dinámica del tiempo), Madrid 1937 (zuerst 1929). Dt.: José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, Reinbek 1956, S. 33.
2l. Ebenda

Thomas Gil, „Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen (1929)“ In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Ortega y Gasset, José

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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