Philosophie Lexikon der Argumente

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Attributiv/referentiell: Unterschied in der Bezugnahme. Attributiv gekennzeichnet wird "wer immer es ist" (möglicherweise nicht identifiziert). - Referentiell gekennzeichnet wird der identifizierte Gegenstand. Siehe auch Donnellan.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Chisholm, Roderick M.
 
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Attributiv/referentiell I 89
Attributive Bedeutung/Chisholm: die Eigenschaft des F-sein ist die attributive Bedeutung des Ausdrucks T in einer Sprache L, wenn für jeden Gegenstand gilt, dass er
1. nur dann damit bezeichnet wird, wenn er die Eigenschaft hat,
2. jeder Sprecher dann die Eigenschaft annimmt.
I 90
Namen: Pointe: für Namen gilt das nicht.
I 108
Annemarie hat keine attributive Bedeutung, daher gibt es keine Eigenschaft "A-lieben".
- - -
Chisholm II M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

II 112
Referentiell/attributiv/Brandl: aufgrund von Berichten: nur attributiv - daneben gibt es immer noch die Fälle "wer immer es ist". - Danach liegt beiden, referentiell und attributiv ein de re-Glauben zugrunde. - D.h. wir können nicht sagen, dass mit attributiv nur ein Bereich getroffen wurde, das geht nur bei de dicto-Gebrauch.
II 112
Attributiv/Brandl: geht nur bei de dicto-Gebrauch, nicht wenn der Sprecher den Gegenstand kennt. - Wer immer es ist: "Bereich" geht nicht: weder der gesehene Gegenstand noch aus dem Bericht - Unterscheidung referentiell/attributiv ist innerhalb von de re -Aussagen zu treffen - aber wir müssen immer wissen, welche Rolle die Bezugnahme im konkreten Fall spielt.
II 120
Referentiell/Donnellan/Brandl: hier muss der Sprecher nicht nur wissen, welches der von ihm bezeichnete Gegenstand ist, sondern er muss diesen auch kennen - dann Glauben de re "vom kleinsten Spion" erst möglich.
II 123
Widerspruch zu oben: nur dann ref, wenn der Sprecher aus Berichten anderer entnehmen kann, um wen es sich handelt - ((s) von denen, die er außerdem kennt?).
II 126
Referentiell ist die grundlegende Form jeder Bezugnahme - BrandlVs: das ist die reduktionistische Variante.
II 125
Attributiv/Brandl: hier hängt das "Gerichtetsein" von der Bezeichnungsfunktion der Ausdrücke ab - (Grenzfall) - Dabei bezieht sich der Sprecher auf einen Gegenstand, weil er weiß, dass er auch noch eine andere Kennzeichnung als einziger erfüllt - ("epistemisch nah").

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

> Gegenargumente gegen Chisholm



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.03.2017