Philosophie Lexikon der Argumente

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Äußerung: Vorbringen eines Satzes im Gegensatz zum Hinschreiben oder bloßen Denken. Siehe auch Handlungen, Sprechakte, Zeitpunkt, Äußerungsbedingungen, Strawson, utterance.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Cresswell, M.J.
 
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Äußerungen I 98
Äußerung/Cresswell: (anders als Satz): führt ihre Semantik mit sich.
Satz: Bsp „Die Erde bewegt sich“: könnte in verschiedenen Sprachen verschiedenes bedeuten.
Äußerung: bedeutet in einer gegebenen Situation das, was es ist. D.h. dass wir für Äußerungen nicht das tun können, was wir für Synonymie-Klassen von Sätzen getan haben: wir können uns nicht eine Klasse von Gleichsagungen vorstellen, die in einer Interpretation eine Klasse von Bedeutungen hat und in einer anderen eine andere.
D.h. eine Klasse von Gleichsagungen spielt nicht die Rolle einer Synonymie-Klasse in der Oberflächen-Sprache, sondern eher die Rolle von Sätzen in der Gedankensprache (Mentalesisch). Sie sind sprachunabhängig, indem für eine gegebene Sprache einem gegebenen Satz unter einer Interpretation eine Klasse von Gleichsagungen zugeschrieben werden könnte und unter einer anderen Interpretation eine andere.
Äußerung/Satz/Cresswell: die Unterscheidung hat einen weiteren Vorteil: Davidson: (2) und (3) sind zwei verschiedene Äußerungen.
(2) Die Erde bewegt sich
(3) (Ex)(Galileo sagte x . x und meine letzte Äußerung machen Galileo und mich zu Gleichsagern).
Cresswell: aber weil jetzt Klassen von Äußerungen die Satzbedeutungen sind, gibt es keinen Grund mehr, warum der Satz
(4) Galileo sagte, dass die Erde sich bewegt
nicht als einzelner Satz konstruiert werden sollte, in dem „dass die Erde sich bewegt“ ((s) Dass-Satz) die Klasse aller Äußerungen denotiert, die Gleichsagungen von jeder Äußerung sind, der Proposition, dass die Erde sich bewegt und dass die Bedeutung von „sagte“ (in diesem Satz) die Funktion ω sein kann, sodass ω (a, b) die Proposition ist, sodass a der Autor dieser Äußerung ist, die ein Element von b ist.
Quotational/Cresswell: damit ist Davidsons Analyse nicht strikt quotational (was er selbst anerkennt).
Propositionale Einstellung/Cresswell: aber angenommen, wir schließen mögliche Äußerungen mit ein, dann haben wir hinreichend Entitäten für die formale Semantik von propositionalen Einstellungen.
Damit würde es formal analog zu einer hyperintensionalen Semantik.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

> Gegenargumente gegen Cresswell



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 01.05.2017