Philosophie Lexikon der Argumente

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de re, Philosophie: Aussagen, die sich auf nichtsprachliche Gegenstände beziehen, sind de re. Hier gehen die meisten Autoren davon aus, dass die zugeschriebenen Eigenschaften kontingent sind. Eine Ausnahme bildet der Essentialismus, der Gegenständen teilweise notwendige Eigenschaften zuschreibt. Siehe auch de dicto, Notwendigkeit de re, Modalität, Kontingenz, Essentialismus.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Wiggins, David
 
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de re EMD II 293
Müssen de re/Wiggins: These um (4) (x)(y) [(x = y) > N(y = x)] von opaken Kontexten fernzuhalten, müssen wir von müssen de re ausgehen: Bsp "die Zahl der Planeten, die 9 ist, muss größer als 7 sein" - wenn wir das auf die Relation der Identität (lx)(ly)(x = y) anwenden, erhalten wir notw[(lx)(ly)(x = y)] - bzw. die Relation, die alle r und alle s haben, wenn sie notwendig identisch sind - dann Variante von (4): (4l) (x)(y)(x = y) > (y hat (lz)[[notw[(lr)(ls)[s = r]]],[x,z]])).
Das braucht die Kontingenztheorie: dann hängt die Def von "ist notwendig identisch mit" nicht mehr von der möglichen Welt ab - Problem: das gibt es vielleicht gar nicht im Englischen.
II 309f
Notwendigkeit de re/Wiggins: Problem: Bsp sicher kann Cäsar wesentlich ein Mensch sein, ohne dass er wesentlich derart ist, dass jede Sequenz mit Cäsar an zweiter Stelle erfüllt: (Mensch(x2)) - Grund: es könnte sein, dass "Mensch" nicht Mensch bedeutet hätte.
II 310
Allgemeines Problem: Asymmetrie, de re - Bsp Kripke: Elisabeth II. ist notwendigerweise (de re) die Tochter von Georg VI. - aber Georg VI. musste nicht notwendigerweise überhaupt eine Tochter haben - Bsp Chisholm: wenn ein Tisch T ein Bein L hat, dann muß T de re L als Teil haben - Bsp Chisholm: aber: von dem Tisch zu sagen, daß er notwendigerweise aus Unterbau und Platte besteht, ist nicht dasselbe, wie von Unterbau und Platte zu sagen, daß sie notwendigerweise Teile des Tisches sind - und auch nicht, dass die Platte notwendigerweise mit dem Unterbau verbunden ist. - Wiggins: dennoch, wenn irgend etwas sicher ist, dann ist es dies: [(lx)(ly)[xRy] = [(ly)(lx)[y konverse-Rx].
Es wäre ein perverses Extrem in der anderen Richtung, wollte man den entsprechenden Bikonditional aus der Wahrheitstheorie für L verbannen - Wiggins: egal, was man von diesem mereologischen Essentialismus hält, es geht darum, dass wenn die Beine existieren, der Rest des Tisches nicht auch existieren muss.
Lösung: spezifischere Beschreibung der wesentlichen Eigenschaften, z.B. über Zeitpunkte: (t)(Tisch existiert zu t) > (Bein ist Teil von Tisch zu t)) dann Nec[(ly)(lw)[(t)((y existiert zu t) > (w ist Teil von y zu t)))],[Tisch, Bein].
II 311
Das sichert die angestrebte Asymmetrie - Problem: wegen Existenzgeneralisierung geht das nicht für die Notwendigkeit-des-Ursprungs-Doktrin - allgemeinere Lösung: Unterscheidung: falsch: [Nec[(lx)(ly)(x besteht aus y],[Bein, Tisch] - unerwünschte Konsequenzen für Existenz, die daraus bewiesen würde - und [Nec[(lx)(x besteht aus Tisch],[Bein] (auch falsch) - und letztlich: [Nec(ly)(Bein besteht aus y],[Tisch] - (was richtig oder falsch ist, je nachdem ob Kripke oder Chisholm recht hat).

Wigg I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.03.2017