Philosophie Lexikon der Argumente

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Ereignis: Änderung eines Zustands. Das Ereignis selbst hat keine Dauer, da sonst der Anfang und das Ende des Ereignisses ihre eigene Dauer haben müssten bzw. Anfang und Ende eines Ereignisses ihrerseits selbständige Ereignisse wären. Siehe auch Anfang, Regress, Prozess, Flux, Veränderung, Wechsel, Zustand.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Lewis, David
 
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Ereignisse V 56
Ereignis/Lewis: kann aus Teilen bestehen, so können große von kleinen Verletzungen von Naturgesetzen durch die Anzahl der Teile komplexer Ereignisse unterschieden werden, nicht durch "viele Gesetze", weil immer unendlich viele Gesetze verletzt werden, wenn ein einziges verletzt ist - bzw. immer nur ein fundamentales Gesetz verletzt.
V 166
Ereignis: korrespondieren immer Propositionen - daher können wir hier Propositionen gebrauchen - Bsp O(e) sagt dass Ereignis e existiert (vorkommt), das die Kennzeichnung erfüllt - in einer Menge von möglichen Welten (MöWe). - Die Proposition ist aber nicht identisch mit dem Ereignis - Problem: wenn kein anderes Ereignis als e die Kennzeichnung erfüllen könnte, brauchte man starre Kennzeichnungen - die gibt es fast nie - Bsp "Tod des Sokrates" ist nicht-starr! - Lösung: es geht gar nicht um einen Satz F(e), der in allen und nur den Welten wahr ist, in denen e sich ereignet - Lösung: wir brauchen nur Propositionen, die in unserer Sprache Ausdrücke haben mögen, aber nicht unbedingt haben müssen - wenn nicht zwei Ereignisse in genau denselben Welten vorkommen, heißt das, dass es keine absolut notwendigen Verbindungen zwischen einzelnen Ereignissen gibt - dann können wir aber eine 1:1-Verbindung zwischen Ereignissen und Propositionen haben - kontrafaktische Abhängigkeit zwischen Ereignissen ist dann einfach eine zwischen Propositionen. - Die kontrafaktische Abhängigkeit zwischen Propositionen entspricht der kausalen zwischen Ereignissen.
kausale Abhängigkeit/Lewis: schließen wir dann aus der kontrafaktischen Abhängigkeit von Propositionen. (!) - Die Abhängigkeit besteht in der Wahrheit von kontrafaktischen Konditionalen.
V 196
Def Ereignis: größere oder kleinere Klassen möglicher raumzeitlicher Regionen - mehr oder weniger stark verbunden durch Ähnlichkeit.
V 240
Ereignis/Lewis: Bsp kein Ereignis: schnell konvergierende mathematische Folge- ist keine schnelle Entität - Benennung letztlich uninteressant - Wahrscheinlichkeits-Theorie; ihre "Ereignisse" sind Propositionen oder manchmal Eigenschaften - eine Theorie die unbegrenzte Boolesche Operationen zulässt, kann zu unechten Ereignissen führen.
V 243
Def Ereignis: Eigenschaft einer Raumzeit-Region - immer kontingent - kein Ereignis kommt in jeder möglichen Welt vor - ein Ereignis passiert in genau einer (ganzen) Region - Bsp verstreute Region: Sport-Meisterschaften. - Bsp jährliches Ereignis: kein Ereignis - ein Ereignis wiederholt sich nicht - und kommt auch nicht in verschiedenen Raumzeit-Regionen vor. - Die Region des Ereignisses ist die mereologische Summe der Regionen, in denen es sich ereignet - jedem Ereignis korrespondiert eine Eigenschaft von Regionen - eine solche Eigenschaft gehört zu genau einer Region jeder möglichen Welt, wo das Ereignis passiert - Eigenschaft: ist hier einfach eine Klasse.
V 245
Ereignis: zwei Ereignisse können in derselben Region (Raumzeit-Region) passieren - Bsp Präsenz eines Elektrons in einem elektrischen Feld kann seine Beschleunigung verursachen. - Dabei muss es möglich sein, dass das eine ohne das andere vorkommt - auch wenn einige NG dabei verletzt werden - für je zwei Ereignisse gibt es eine Region in einer möglichen Welt wo das eine sich ereignet, aber nicht das andere - ((s) Unabhängigkeit) - zwei Ereignisse müssen nie notwendig zusammen vorkommen. - Es gibt kaum Bedingungen für Ereignishaftigkeit. - vielleicht: 1. Regionen sind Individuen, die Teile von möglichen Welten sind - 2. Keine Region ist Teil verschiedener möglicher Welten - ähnlich wie > Montague.
V 258
Ereignis/Mereologie/Teil/Teilereignis/Wesen/Lewis: ein Ereignis kann Teil eines anderen sein -. Bsp Bewegung des linken Fußes ist Teil des Gehens - Def wesentlicher Teil/Ereignis: e ist wesentlicher Teil von f gdw. f in einer Region vorkommt, dann notwendig auch e in einer Subregion, die in der Region eingeschlossen ist (Implikation eines Ereignisses) - aber nicht notwendig: Ereignisse müssen ihre raumzeitlichen Teile nicht notwendig haben - Bsp das Gehen könnte aus weniger Schritten bestehen.
V 259
Teil/Ganzes/Ereignis: schreiben von "rry"/"Larry": kontrafaktische Abhängigkeit, aber nicht Ursache/Wirkung - sie stehen nicht in kausaler Abhängigkeit - dennoch kann "rry" kausal abhängig sein vom Schreiben von "La" - aber nicht von "Larr" (Überlappen) - das Ganze ist nicht Ursache der Teile.
V 260
Ereignis/Mereologie/Lewis: These: Ereignisse haben eine einfachere Mereologie als z.B. Stühle - eine Summe von Stühlen ist selbst kein Stuhl, aber eine Konferenz kann eine Summe von Sitzungen sein - Bsp Krieg mereologische Summe von Schlachten - Ereignis/Lewis: soll als Ursache und Wirkung dienen - Teilereignis: hier ist die Kausalität manchmal schwer festzustellen - Problem: ob für ein Teilereignis eine Teilregion festzustellen ist, in der es geschieht - in einfachen Fällen ja.
V 261
Nicht-Ereignis/Nichtereignis/Kausalgeschichte/Lewis: Nichtereignisse sind nicht als etwas Isoliertes festzustellen - sie können nicht Ursache sein -" Konstanz: ist nicht immer ein Nicht-Ereignis! - Konstanzen werden in der Kausalerklärung gebraucht.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.04.2017