Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
 
Gebrauchstheorie, Sprachphilosophie: der Ausdruck wurde gebildet im Anschluss an eine These von L. Wittgenstein in seinen Philosophischen Untersuchungen, § 43. "Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes "Bedeutung" - wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung - dieses Wort so erklären Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache". Diese These gilt für Wörter und kann nicht auf ganze Sätze ausgedehnt werden. Siehe auch Gebrauch, Wortbedeutung, Satzbedeutung, Spracherwerb, Bedeutungstheorie, Referenz.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Dummett, Michael
 
Bücher bei Amazon
Gebrauchstheorie I 31
DummettVsGebrauchstheorie: Der Nachteil liegt darin, dass sie wesentlich unsystematisch ist. Nach Wittgenstein ist das allerdings ein Vorteil, denn er legt Wert auf die Vielfalt der Sprechakte. Dummett: Ordnungsliebe ist aber nicht alles, Die Gebrauchstheorie setzt wahrscheinlich voraus, dass ein beträchtlicher Teil der Sprache bereits verstanden ist.
I 31
Gebrauch gibt Bedeutung - Sinn gibt Bezug (Frege) - Bedeutung ungleich Bezug: Einhorn
Gebrauchstheorie der Bedeutung > Sprechakttheorie
I 29
Gebrauch/Wahrheit/Wittgenstein/Dummett: die Gebrauchstheorie macht den Wahrheitsbegriff überflüssig > Bedeutung vor Wahrheit.
III 10
Gebrauchstheorie/Dummett: Umstände nicht hinreichend - wir brauchen den "Witz" (Zweck) warum wir ein Wort verwenden - auch bei Einteilung gültig/ungültig immer Interesse (Witz).
III 196
Gebrauchstheorie/Dummett: Sätze, nicht Wörter haben Gebrauch.
III 200
Bsp Gebrauch des Geldes: hier muss man die ganze Institution verstehen.
Schiffer I 223f
Gebrauchstheorie/Verstehen/Bedeutung/Manifestation/Dummett/SchifferVsDummett: behavioristisch - (auch andereVsDummett) - daraus folgt noch nicht Anti-Realismus - Dummett gebraucht selbst psychologisches Vokabular - warum sollte man Verstehen zeigen können müssen? - eigener Gebrauch sollte hinreichend sein.
I 225
McDowellVsDummett: Marsianer können uns trotzdem nicht verstehen, weil das Intentionale (inhalts-bestimmende) nicht auf das Nicht-Intentionale reduzierbar ist.
I 227
Das Wissen, ob etwas als Verifikation zählt, könnte von außersprachlichem Wissen abhängen und nicht vom Verstehen des Satzes - QuineVsDummett: direkte Verifikationsbedingungen kann es nicht für jeden Satz geben - ((s)> Quine: ~Theorien sind nicht Satz für Satz verifizierbar) - Sicher gibt es bedeutungsvolle Sätze, die keine erkennbaren Bedingungen haben, die den Satz als wahr oder falsch herausstellen würden.
I 228
Schmerz/Verifikation/Wittgenstein/Dummett/Schiffer: Dummett zitiert Wittgenstein mit Zustimmung: dass Schmerzverhalten widerlegt werden kann.
SchifferVsDummett: dann braucht die Bedeutungstheorie sowohl anfechtbare Kriterien, als auch anfechtbare Bedingungen - Problem: das trifft auf die meisten empirischen Urteile zu.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

> Gegenargumente gegen Dummett
> Gegenargumente zu Gebrauchstheorie



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.04.2017