Philosophie Lexikon der Argumente

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McGinn, Colin
 
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Introspektion I 55
Introspektion/Wahrnehmung/McGinn: die Subjektivität des menschliches Gesichtssinns besteht in den mit diesem Sinn verbundenen sekundären Eigenschaften, nämlich den Farben und nicht in der Art und Weise, in der sie unser Introspektionsvermögen beeindrucken.
Denn selbst, wenn wir kein solches höherstufiges Vermögen hätten, besäßen die Erfahrungen dennoch subjektiven Charakter.
Die Subjektivität der Wahrnehmung/Erfahrung hängt davon ab, wie die Welt wahrgenommen wird.
Verborgene Struktur des Bewusstseins: Bewusstseinszustände verbergen verdeckte Anlagen, durch die sie die Fähigkeit erlangen, sich an Gehirnzuständen festzuhaken. Das ist aber ein erkenntnismäßiges und kein objektives Hindernis.
I 70ff
Introspektion: ist "einkanalig":
Ein Erkenntnisvermögen ist durch das ihm entsprechende Muster kausaler Empfindungsfähigkeit beschränkt: es kann nur das repräsentieren, worauf es sich kausal bedingt einschwingen kann.
Je unbeweglicher diese kausale Abhängigkeitsbeziehung zwischen den Zuständen des Vermögens und den Zuständen der betreffenden Gegenstände, desto weniger wird uns das Vermögen über die Gegenstände mitteilen.
sie ist ein solches überaus starres und begrenztes Mitschwingvermögen der Erkenntnis. Zum Erfassen der Bewusstseinszustände steht uns keine reichhaltige Vielfalt von Verfahrensmöglichkeiten zu Gebote, die etwa den fünf Sinnen entspräche, auf die eine Vielzahl von Kausalkanälen einwirkt. Bsp Schmerz.
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II 64f
Bewusstsein/McGinn: Bsp Angenommen, es gibt eine Eigenschaft "C", die erklärt, wie Bewusstsein aus neuronalem Gewebe entsteht. Wir wissen nicht, was "C" ist, aber wir wissen, dass es diese Eigenschaft geben muss.
Wie sollen wir diese Eigenschaft identifizieren? Die Introspektion kann es nicht, denn sie endet an der Oberfläche des Bewusstseins.
Introspektion sagt, was sich zur Zeit im Bewusstsein abspielt, aber nicht, wie es kommt, dass diese existiert. "C" ist zu dicht am Gehirn.
Die Introspektion sieht nicht, wie Bewusstsein durch Materie verkörpert wird, sie sieht es nicht als Aspekt des physikalischen Gehirns.
Die berüchtigte Unkorrigierbarkeit ergibt sich daraus, dass es tatsächlich keinen Sinn hat sich vorzustellen, Bewusstseinszustände könnten sich der Reichweite der Introspektion entziehen.
II 135f
Aber es ist nicht so, dass die Bewusstseinszustände immer und unbedingt die inneren Rezeptoren berührten und man nie in Verlegenheit käme, sich zu irren.
Die Vorstellung von Berühren und Nichtberühren ergibt vielmehr keinen Sinn.
McGinnVsUnkorrigierbarkeit/Introspektion: Schein und Wirklichkeit fallen im Bewusstsein nicht zusammen. These: Im Bewusstsein gibt es eine Ebene der Wirklichkeit, die uns nicht zugänglich ist, die aber auch jenseits des Scheins liegt. Bewusstsein verfügt über eine verborgene Struktur.
Das heißt aber nicht, dass es sowohl einen bewussten wie einen unbewussten Geist gibt.

McG I
C. McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McG II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.03.2017