Philosophie Lexikon der Argumente

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McGinn, Colin
 
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Materialismus II 30f
Materialismus/Geist: These: Am Geist ist nicht mehr dran als am Gehirn. "Gehirn ist alles, was der Geist braucht". Der Geist besteht aus Fleisch, er ist Fleisch.
II 31f
Sobald die Natur (oder Gott) uns Neuronen ins Gehirn gepflanzt hatte, war keine weitere Arbeit mehr nötig, um uns mit Bewusstsein zu versehen.
Und zwar nicht, weil Neuronale Prozesse Bewusstseinsprozesse verursachen, sondern weil neuronale Prozesse Bewusstseinsprozesse sind.
II 32
Es ist auch nicht so, dass Bewusstseinsprozesse nur einen Aspekt neuronaler Prozesse darstellen, sondern der Bewusstseinszustand ist nicht mehr oder weniger, als sein neuronales Korrelat.
Bsp Schmerz reduziert sich einfach auf physikalische Prozesse, beide sind nicht nur korreliert, sondern identisch.
Zugegeben, Schmerz sieht in der Introspektion anders aus, aber:
Introspektion ist bloß eine Quelle von Irrtümern.
II 32
Die wahre Natur des Schmerzes lässt sich nur durch Beobachtung der dritten Person offen legen.
Der Geist ist Gehirn in Verkleidung, der Dschinn ist die Lampe, mag es auch anders aussehen.
II 33
McGinnVsMaterialismus: intuitive Antwort: wenn der Materialismus recht hat, bin ich trotz alledem kein bewusstes Wesen.
II 33
Wie können dann beide für identisch erklärt werden:
MaterialismusVsMcGinn: Tatsachen sind eine Sache und Wissen um Tatsachen eine andere Sache.
Vielleicht weiß ich alles über Ihr Gehirn, aber mein Wissen basiert auf bestimmten Konzepten (Begriffen).
Der Materialismus besteht darauf, dass alle mentalen Fakten Gehirnfakten sind, wir Vorstellungen von mentalen Fakten nicht in Vorstellungen auf der Ebene von Gehirnfakten übersetzen können. ((s) Eine Übersetzung müsste einen Ebenenwechsel vollziehen.)
Bsp Alle Fakten über Wasser sind Fakten über "H2O" obwohl die Worte "Wasser" und "H2O" nicht dasselbe bedeuten. Sie sind keine Synonyme.
McGinnVsMaterialismus: das Problem an diesem Einwand ist, dass es keine Möglichkeit gibt, , zwischen mentalen und physischen Konzepten zu unterscheiden, ohne eine Unterscheidung auf der Ebene der Fakten zu fordern.
Was die Vorstellung von Schmerz von der Vorstellung feuernder C-Fasern unterscheidet, ist nämlich genau die Tatsache, dass im Brennpunkt beider Konzepte ganz unterschiedliche Eigenschaften stehen, und damit können wir nicht sagen, beide Eigenschaften seien identisch.
Der Materialist ist gezwungen, die Vorstellung einzuführen, dass ein und dieselbe Tatsache zwei verschiedene Erscheinungsformen haben kann. Dieser Begriff von Erscheinungsformen aber basiert seinerseits darauf, dass es im Zusammenhang mit Erscheinungsformen Fakten gibt, die sie sich nicht mit Gehirnfakten erklären lassen.

McG I
C. McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McG II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.03.2017