Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Esfeld, Michael
 
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Qualitäten I 176
Sekundäre Qualitäten/Esfeld: hier bezieht sich die Antwortabhängigkeit nicht nur auf den Erwerb, sondern auch auf den Inhalt. - Erwerb: wird demgegenüber durch inferentielle Rolle individuiert.

ausführlicher:
I 175
Def "Globale Antwortabhängigkeit" in Bezug auf den Erwerb von Begriffen: ...eine notwendige Bedingung für den Erwerb des Begriffes F, dass etwas nur dann F ist, wenn F zu sein die Disposition einschließt, den Mitgliedern...zu erscheinen.
Die vorsichtige Formulierung "einschließt", soll vermeiden, dass die Eigenschaft dispositional sein muss.
Diese globale Antwortabhängigkeit ist hinreichend für eine soziale Theorie des Regelfolgens.
Inhalt/Erscheinung: der Inhalt braucht aber nicht etwas über F erscheinen zu sagen. Der Inhalt ist durch die Inferenzen bestimmt!
I 176
Das blockiert den Schritt zum noumenalen Realismus.
Die Antwortabhängigkeit ermöglicht uns, eine Kategorie von Begriffen für sekundäre Qualitäten einzuführen:

Def Begriffe für sekundäre Qualitäten/Esfeld: sind genau diejenigen, bei denen sich Antwortabhängigkeit nicht nur auf den Erwerb, sondern auch auf den Inhalt bezieht. Bsp es gehört zum Inhalt von "komfortabel", Personen komfortabel zu erscheinen.

Inhalt/Erwerb/Bedingungen/Antwortabhängigkeit/Esfeld: Unterschied: nicht alle Dinge, die zur Extension gehören, müssen so sein, dass sie wirklich die Disposition auslösen, sie als F (sekundäre Qualität) zu klassifizieren.
Wir müssen nicht annehmen, dass unsere Antworten hinreichen, um die Extension zu fixieren!
Bsp Dinge, die während ihrer ganzen Existenz von Dunkelheit umgeben sind.
Dennoch schließt rot zu sein, die Disposition ein, rot zu erscheinen (wenn sie ans Licht gebracht würden).
Damit sind die Inhaltsbedingungen zu den Erwerbsbedingungen verlagert.
Vs: man könnte einwenden, dass man damit lediglich die Auswirkungen kennen könnte, die ein Ding hat, indem es uns F erscheint.
I 177
Wir haben also keinen Grund, auf die Natur zu schließen.
Esfeld: tatsächlich kann man das so verstehen, dass dadurch der epistemische Zugang zum Ding selbst blockiert ist. ((s) >Kant).

Antwortabhängigkeit/Scheinen/Esfeld: bedeutet nicht, dass F zu erscheinen, eine Eigenschaft in Personen beinhaltet, die den epistemischen Zugang vermittelt.
Die Antwort kann sehr indirekt durch raffinierte Instrumente ausgelöst werden.
Antwortabhängigkeit/Esfeld: der Bikonditionalsatz kann in beiden Richtungen gelesen werden:
1. Von links nach rechts: wenn etwas F ist, dann erscheint es unter normalen Bedingungen so
2. Von rechts nach links: wenn etwas unter normalen Bedingen so erscheint, dann ist es auch F.
Vs: Letzteres könnte den Realismus kompromittieren.
I 177/178
Aber das hängt davon ab, wie wir Umstände (normale Bedingungen) verstehen.

Umstände/Esfeld: werden herausgefunden, indem wir unsere Handlungen durch Sanktionen als korrekt oder inkorrekt beurteilen. Damit finden wir die Bedingungen heraus, in denen unsere Dispositionen, eine gegebene Reihe fortzusetzen, konvergieren.
Aber wir brauchen die normalen Bedingungen nicht mit den spezifischen Bedingungen, unter denen wir übereinstimmen, zu identifizieren!
Esfeld: wir können die Bedingungen unseres Konvergierens herausfinden und damit den begrifflichen Inhalt bestimmen, aber es gleichzeitig so ansehen, dass wir auf eine Bestimmung der Bedingungen zielen, unter denen wir einen Zugang zu den Dingen haben, wie sie sind. ((s) Umkehrung.)
So kompromittiert diese Sicht der Antwortabhängigkeit nicht den Realismus.
Die Wahrheit wird nicht durch unsere Praktiken bestimmt!

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.03.2017