Philosophie Lexikon der Argumente

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Searle, John R.
 
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Roboter/Zombies I 83
Roboter/Zombie/Geist/Gehirn/Searle: Bsp Man stelle sich vor, dass das eigene Gehirn sich in einer Weise zu verändern beginnt, die zu einer allmählichen Verbindung führt. Man pflanzt dann Siliziumchips ein. Am Ende ist das ganze eigene Hirn durch solche Chips ersetzt.
Eine logische Möglichkeit, die sich mit apriorischen Gründen allein nicht ausschließen lässt, ist, dass man auch weiterhin alle die Arten von Gedanken, Erlebnissen, Erinnerungen usw., hat. (SearleVs).
I 84
Variante: sie bemerken im Verlauf, dass der Bereich ihres bewussten Erlebens immer kleiner wird, dass dies aber keinen Einfluss auf ihr Äußeres Verhalten hat. (Auch nicht apriorisch auszuschließen). Sie möchten schreien: "ich kann überhaupt nichts sehen; ich bin total blind." Aber sie hören ihre Stimme sagen, ich sehe vor mir einen roten Gegenstand.
Bei diesen Gedankenexperimenten ist es wichtig, dass man sie sich immer vom Standpunkt der ersten Person durchdenkt. Man verliert das Bewusstsein, aber erhält dasselbe Verhalten bei.
I 84/85
3. Variation: die Chips verursachen zwar keine Veränderung in ihrem geistigen Leben, sie werden aber zunehmend unfähiger, ihre Gedanken, Gefühle und Absichten in Handlungen umzusetzen.
Der Witz dieser drei Variationen ist es, die kausalen Beziehungen zu veranschaulichen.
Im ersten Fall haben die Siliziumchips kausale Kräfte die denen des Gehirns gleichwertig sind.
Im zweiten Fall war die Vermittlung zwischen den Geist und den Verhaltensmustern unterbrochen, die Chips sind keine Duplikate der kausalen Kräfte des Gehirns, sondern nur Duplikate gewisser die Input Output Funktionen des Gehirns.
I 86
Im dritten Fall hätte die betreffende Person zwar dasselbe geistige Leben, die geistigen Phänomene aber keinen Ausdruck im Verhalten mehr.
Welche philosophische Bedeutung haben diese drei Gedankenexperimente? Was genau ist die Wichtigkeit des Verhaltens für den Begriff des Geistes?
Ontologisch gesehen sind Verhalten, funktionale Rolle und kausale Beziehungen irrelevant für die Existenz bewusster geistiger Phänomene.
Erkenntnistheoretisch gesehen erfahren wir tatsächlich zum Teil aus dem Verhalten der Menschen etwas über ihre Geisteszustände.
Was die Kausalität angeht, so dient das Bewusstsein zur Vermittlung der kausalen Beziehungen zwischen Reizen und Verhalten.
Aber ontologisch gesehen können die infrage stehenden Phänomene mit samt all ihrer wesentlichen Eigenschaften in vollständiger Unabhängigkeit von jedweden Verhalten auf der Outputseite existieren.
Die meisten Philosophen, die ich kritisiert habe, würden die beiden folgenden Aussagen akzeptieren:
1. Das Hirn verursacht bewusste geistige Phänomene.
2. Es gibt irgendeine Art logischer oder begrifflicher Verknüpfung zwischen bewussten Geistesphänomenen und äußerem Verhalten. (SearleVs).
Wir haben jedoch gezeigt, dass diese beiden sich nicht mit der folgenden Aussagen vertragen:
I 87
3. Das Vermögen des Gehirns, Bewusstsein zu verursachen, ist begrifflich unterschieden von seinem Vermögen, motorisches Verhalten zu erzeugen. Ein System könnte Bewusstsein ohne Verhalten und Verhalten ohne Bewusstsein haben.
Das können wir "das Prinzip der Unabhängigkeit von Bewusstsein und Verhalten" nennen. Mithin ist Verhalten auch keine notwendige Bedingung für das Vorhandensein des Geistigen!
Die Ontologie des Geistigen ist wesentlich eine Ontologie der 1. Person.
Das ist bloß eine geschwollene Formulierung dafür, dass jeder Geisteszustand jemandes Geisteszustand sein muss.
I 88
Roboter-Bsp: Keil zwischen Geistzuständen und Verhalten.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

> Gegenargumente gegen Searle



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.03.2017