Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Tarski, Alfred
 
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Wahrheit K.Glüer Davidson zur Einführung Junius Hamburg, 1993 S. 22
Das in der Metasprache (MS) definierte W-Prädikat kann in die Objektsprache zurückübersetzt werden und der Zustand vor Eliminierung des "wahr" wiederhergestellt werden. - Objekt- und Metasprache sollen das Prädikat wahr enthalten! - Davidson kann jedoch dem Dilemma ausweichen, indem er erst gar keine Definition aufstellt. Er nennt das eine "Wahrheitsdefinition im Stile Tarskis" im folgenden "W-Theorie" genannt.
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Rorty IV 22
Wahr/Tarski: die Äquivalenzen zwischen den beiden Seiten der W-Sätze entsprechen keiner Kausalbeziehung! Davidson: es gibt keine Möglichkeit die wahren Sätze der Art zu unterteilen, dass die auf der einen Seite "Faktisches" ausdrücken, während die auf der anderen Seite es nicht tun.
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Berka I 396
Wahrheit/Tarski: wir gehen von der klassischen Korrespondenztheorie aus. - I 399 Wahrheit deuten wir so: wir wollen alle Sätze als gültig ansehen, die dem Tarski-Schema entsprechen - diese sind Teildefinitionen des Wahrheitsbegriffs. - Sachlich zutreffend: ist die W-Def, wenn wir imstande sind, alle erwähnten Teildefinitionen aufgrund der Metasprache zu beweisen.
Berka I 475
W-Def/Wahrheit/Tarski: falsch: anzunehmen, es sei eine wahre Aussage nichts anderes als ein beweisbarer Satz. - Das ist rein strukturell - Problem: keine W-Def darf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten (SaD) widersprechen - Pointe: dieser hat aber im Gebiet der beweisbaren Sätze keine Geltung! - Bsp es kann zwei sich widersprechende Aussagen geben, die nicht beweisbar sind - alle beweisbaren Aussagen sind zwar inhaltlich wahr-. Die W-Def muss aber auch die nicht-beweisbaren Sätze enthalten!
Berka I 482
Def wahre Aussage/Tarski: x ist eine wahre Aussage (Schreibweise x ε Wr gdw. x ε AS (= sinnvolle Aussage)) und wenn jede unendliche Folge von Klassen x erfüllt. - Das liefert kein Wahrheitskriterium - kein Problem: dennoch wird der Sinn von "x ε Wr" ( x gehört zur Klasse der wahren Aussagen ) verständlich und eindeutig.
I 486
Relative Wahrheit/Richtigkeit im Bereich/Tarski: spielt eine viel größere Rolle als der (Hilbertsche) Begriff der absoluten Wahrheit, von dem bisher die Rede war - dann modifizieren wir Def 22 (rekursive Erfüllung) und 23 (Wahrheit). - Als abgeleitete Begriffe werden wir den Begriff der Aussage, die a) in einem Individuenbereich mit k Elementen richtig ist und - b) der Aussage, die in jedem Individuenbereich richtig ist, einführen.
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Horwich I 111
Wahrheit/Tarski: ist eine Eigenschaft von Sätzen - bei der Erklärung referieren wir aber auf "Tatsachen". - (Anführungszeichen von Tarski).
Horwich I 124
Wahrheit/wahr/Eliminierbarkeit//Tarski: ist nicht eliminierbar bei Allaussagen. - Wenn ausgedrückt werden soll, dass alle wahren Sätze eine bestimmte Eigenschaft haben. - Bsp Alle Konsequenzen aus wahren Sätzen sind wahr. - Auch nicht eliminierbar: in Partikularaussagen der Form "X ist wahr": Bsp der erste Satz den Platon schrieb, ist wahr. - Weil wir nicht genug historisches Wissen haben. - ((s) Die Kennzeichnung "der erste Satz..." ist hier der Name des Satzes. - Dieser kann nicht in den Satz selbst umgewandelt werden. Eliminierbarkeit: aus Definition ist eine ganz andere als aus Redundanz.
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Tarski I 156
Def Wahrheit/Tarski: eine Aussage ist wahr, wenn sie von allen Gegenständen erfüllt wird, sonst falsch.
I 158
Wahrheit/Tarski: mit unserer Definition können wir den (semantischen, nicht logischen) Satz vom Widerspruch und den Satz vom ausgeschlossenen Dritten beweisen. - Die Aussagenlogik beinhaltet den Term wahr überhaupt nicht. - Wahrheit fällt fast nie mit Beweisbarkeit zusammen - Alle beweisbaren Aussagen sind wahr, aber es gibt. wahre A, die nicht beweisbar sind. - Solche Disziplinen sind konsistent aber unvollständig (Gödel). - Es gibt sogar ein Paar kontradiktorischer Aussagen, von denen keine beweisbar ist.

Tarsk I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Brk I
K. Berka/L. Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.04.2017