Philosophie Lexikon der Argumente

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Lewis, David
 
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Zeitreisen V 67
Zeitreisen/Lewis: These: Zeitreisen sind möglich. - Die Paradoxa sind bloß Merkwürdigkeiten. - Sie beinhalten eine Diskrepanz zwischen Zeit und Zeit - Problem: wie kann zweimal dasselbe Ereignis (Abfahrt und Ankunft) durch zwei verschieden lange Zeitdistanzen getrennt sein. - Falsch: mehrere Zeitdimensionen zu postulieren. - Denn auf einer Fläche würde der Zeitreisende seine Kameraden nicht finden.
V 69
Lösung: Trennung von externer Zeit und persönlicher Zeit des Reisenden, gemessen an seiner Uhr - egal, mit der Uhr passiert - wir wollen Zeit nämlich nicht operational definieren, sondern funktional. - D.h. die Uhr sei unfehlbar per definitionem. - V 70 funktionale Rolle im Ereignismuster des Zeitreisenden. - Bsp auch sein Haar wächst, aber das ist nicht Zeit, sondern hat nur dieselbe Rolle wie im normalen Leben. - Es ist die persönliche Zeit des Reisenden - das ist hinreichend, um das zeitliche Vokabular zu übertragen.
V 71
Zeitreisen: das Leben des Reisenden ist wie eine Eisenbahnstrecke: Bsp ein Ort 2 Meilen östlich kann genauso gut ein Ort 9 Meilen westlich sein. - Bsp Schleife: die Strecke führt einmal über einen früheren Abschnitt ihrer selbst. - Externe Zeit: einmalige Begegnung - persönliche Zeit: mehrmalige - Ereignis: getrennt in der persönlichen, vereint in der externen Zeit. - Zeitreisender: ist aber nicht zweimal in voller Person vorhanden, sondern in zwei vollständigen Zuständen. - (> Personzustand) - Problem: was vereint diese Stadien. - (anders als bei normalen Menschen, hier kein Problem). - Anderes Problem: wenn die Zeitreise instantan vor sich geht, gibt es einen Bruch im Zeitstrang. - Dann gibt es zwei Personen und keiner von ihnen ist der Zeitreisende.
V 73
Zeitreisen/Kausalität: 1. Die Zeitreise verlangt personale Identität und damit kausale Kontinuität. - Damit umgekehrte Richtung. - Die Richtung der kontrafaktischen Abhängigkeit und Verursachung wird von der Richtung anderer Asymmetrien der Zeit gesteuert, dann ist Rückwärtskausalität und damit kausale Schleifen nicht ausgeschlossen! - D.h. nicht, dass die Schleife als ganzes verursacht oder erklärbar ist. - Problem: Informationsübertragung - Bsp wenn die Info zum Bau der Zeitmaschine erst übertragen werden muss, gibt es keine Lösung. - Man muss Person und Personstadien des Zeitreisenden gleichzeitig definieren. - Sonst zirkulär wechselseitig vorausgesetzt.
V 74f
Für die Zeitreise brauchen wir nur den dreidimensionalen Raum ohne Zeit als vierte Dimension.
V 75f
Zeitreise/Großvater-Paradox: Vergangenheit nicht änderbar, weil Momente nicht in zeitliche Teile aufteilbar, die vertauscht werden könnten - Mord am Großvater ist entweder in der Vergangenheit zeitlos enthalten oder zeitlos nicht enthalten. - Falsch: Original und neue Vergangenheit: statt dessen: ein und dasselbe zweimal lokalisiert (wie Bahnübergang in achtförmiger Bahnstrecke). - Also ist Töten in der Zeitreise ein Widerspruch: sowohl Töten als auch Nichttöten. - Vergangenheit ist aber kein besonderer Charakter. - Auch Gegenwart und Zukunft sind nicht änderbar, weil auch ihre Momente keine zeitlichen Teile haben. - ((s) Entwicklungen wohl beeinflussbar.) - "Können" ist zweideutig: ein Affe kann kein Finnisch, wegen Anatomie, ich kann es nicht, aber ich habe es nicht gelernt. - Engere und weitere Menge von Tatsachen. - Großvatermord ist wegen enger Menge möglich: alles was man zum Mord braucht. - Aber nicht weitere Menge: Vater-Sohn-Relation, Lebensende des Großvaters usw. - Verzweigte Zeit: (Verzweigung nach dem Großvatermord) keine Lösung, weil die Vergangenheit nicht geändert wird. - Es ist konsistent dass der Großvater lebt und tot ist, aber in verschiedenen Zweigen, aber es gibt nicht zwei Ereignisse.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.04.2017