Philosophie Lexikon der Argumente

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Erlebnis: im Bewusstsein eines Subjekts verarbeitetes Ereignis. Keine bloße Vorstellung. Siehe auch Ereignisse, Vorstellungen, Bewusstsein.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Bieri, Peter
 
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Erlebnisse Metzinger II 63
Erleben/Bieri: Sinnesempfindungen, Farben, Töne, Körperempfindungen, Stimmungen wie Hass oder Heiterkeit, , Triebe und Bedürfnisse. Diese Zustände sind in uns nicht nur vorhanden, sie "fühlen sich auf eine bestimmte Weise an".
Die Erlebnisse gibt es nur, solange sie bewußt sind. Es bleiben kein Schmerz und keine Angst übrig, wenn die Empfindungen verschwunden sind.
Erlebnisse sind genauso, wie sie erscheinen.
Erlebtwerden ist etwas anderes als Gedacht Geglaubt oder Beurteiltwerden. Dass etwas sich so und so anfühlt ist etwas anderes, als daß ich es für das und das halte.
Das physiologische Geschehen bestimmt das Erleben, nicht umgekehrt.
II 72
Kausalität/Erklärung/Bieri: wenn wir sie rein physiologisch aufbauen, wissen wir, wie wir sie fortsetzen können, d.h. immer kleinteiliger werden.
Das geht aber nicht, wenn die Erklärung mit einem Erlebnis beginnt. Dann müssen wir irgendwo auf die physiologische Ebene wechseln. Aber dann haben wir das Thema gewechselt!
II 72
Erleben/Bieri: entscheidend ist, dass es hier keinen Unterschied zwischen Erscheinung und Wirklichkeit gibt. Daraus folgt, dass es keinen Sinn hat anzunehmen, man könne über die Empfindung hinaus noch etwas anderes über die Natur eines Erlebnisses herausfinden.
Und was könnte es heißen, wenn wir annehmen wollten, wir hätten die wahre Natur von Schmerzempfindung noch nicht heraus gefunden? Wir wissen doch, was Schmerzen sind!
Erleben ist in sich einfach, unstrukturiert. (Was unsere Erlebnisseite betrifft).
Nun könnte man annehmen, die physiologische Seite, die sich ja z.B. durch PET sichtbar machen lässt, führe uns zu einer versteckten Komplexität!
Vs: dennoch führt uns das nur wieder zurück zu unserem einfachen Erleben.
Erleben/Bieri: vielleicht haben wir gar kein Erleben, vielleicht sind unsere Erlebnisse nur Meinungen? So könnte man überhaupt den Unterschied von kognitivem Bewußtsein und Erleben auflösen. Also kognitive Strukturen ohne Erlebnisgehalt?
Das würde uns auch nicht weiterhelfen, denn das wäre nichts weiter als ein Selbstmodell und eine Selbstrepräsentation.

Bieri I
P. Bieri
Analytische Philosophie des Geistes Weinheim 2007

Metz I
Th. Metzinger (Hrsg.)
Bewusstsein Paderborn 1996



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.03.2017