Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Cavell, Stanley
 
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Normen Cavell II St. Cavell Müssen wir meinen was wir sagen? aus Grewendorf/Meggle Linguistik und Phil. Frankfurt (Athenäum) 1974/1995

II 192
Normen/normativ/Normativität/Cavell: Normativität liegt nicht in den Behauptungen des Philosophen der Alltagssprache.
II 193
Traditionelle Probleme mit dem Begriff der Normativität rühren von folgenden Konfusionen her:
1: die (falsche) Idee, deskriptive Äußerungen seien das Gegenteil von normativen Äußerungen.
2. präskriptive Äußerungen seine typische Beispiele normativer Äußerungen.
ad 1. typisch für Handlungen ist, dass sie schiefgehen können. Dann jedoch stellen deskriptive Feststellungen nicht das Gegenteil von normativen Feststellungen dar, sondern setzen diese voraus! Wir könnten, was wir beschreiben nennen, nicht tun, wenn uns die Sprache nicht mit Vollzugsformen verstehen würde, die für das Beschreiben normativ sind.
ad. 2. Wenn normative Äußerungen zur Institutionalisierung von Regeln verwendet werden, dann sind präskriptive Äußerungen keine Beispiele für normative Äußerungen.
II 194
Eine Norm formulieren heißt nicht angeben, wie wir eine Handlung ausführen sollten, sondern wie die Handlung getan wird!
Angeben, was wir tun sollten, heißt dagegen nicht, eine Norm zu institutionalisieren, sondern setzt vielmehr die Existenz einer Norm voraus!

Sprache/Normen/Cavell: wir berufen uns zwar manchmal auf Standards, die unser Gesprächspartner nicht akzeptiert, aber damit versuchen wir nicht, eigene Normen zu institutionalisieren und auch nicht, bloß unsere subjektiven Ansichten auszudrücken.
II 195
Es gibt stets verschiedene normative Möglichkeiten, die jeweils besonderen normativen Aufgaben zu erfüllen.

Cav I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

> Gegenargumente gegen Cavell



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.04.2017