Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Cavell, Stanley
 
Bücher bei Amazon
Notwendigkeit Cavell II St. Cavell Müssen wir meinen was wir sagen? aus Grewendorf/Meggle Linguistik und Phil. Frankfurt (Athenäum) 1974/1995

II 177
Sprache/NotwendigkeitCavell: Frage: bestehen hier logische Notwendigkeiten oder nur empirische Erkenntnisse?
(Cavell These: (laut Fodor): logische Notwendigkeiten bestehen durchaus in der Sprachphilosophie).
Cavell: logische Notwendigkeiten bestehen nicht zwischen Sprache und Welt sondern nur zwischen Sätzen.
Die Gelegenheit, bei der wir einen Satz äußern (Umstände) kann nicht Teil der Bedeutung oder der Logik angesehen werden.

II 178
Meinen/Müssen/Notwendigkeit/Sprache/Cavell: Bsp "er würde das nicht sagen, es sei denn, er meinte..." wenn wir davon ausgehen, dass der Sprecher und wir die Bedeutung und den Gebrauch eines Ausdrucks schon verstehen, könnte man schließen:
II 179
1. die pragmatischen Implikationen" sind unbeschränkt und daher ist jede Abweichung möglich.
2. es gibt Beschränkungen des Gebrauchs, dann
a) da alle Notwendigkeit logisch ist, sind die "pragmatischen Implikationen" quasi logisch Implikationen",
b) dann muss es eine "dritte Art Logik" geben, da die pragmatischen Implikationen nicht deduktiv konstruiert werden können.
c) es gibt auch eine nicht logische Notwendigkeit.

II 180
Notwendigkeit/Sprache/Cavell: es muss jetzt durchaus dafür argumentiert werden, dass aus der Tatsache, dass ein Ausdruck in seiner gewöhnlichen Weise verwendet wird, durchaus etwas folgt: es berechtigt einen, gewissen Schlüsse zu ziehen.
Zu lernen, was diese Implikationen sind, ist ein Teil des Lernens der Sprache selbst.
Volles Verstehen ist implizites Verstehen.
II 200
Müssen/Cavell: wenn ich sage "Du musst..." und wenn das richtig und angemessen ist, dann kann nichts, was du tust beweisen, dass ich Unrecht habe.
II 201
Sollen/Cavell: wenn ich sage, dass du das geliehene Geld zurückgeben solltest, dann hat das nur Sinn, wenn es einen Grund geben könnte anzunehmen, dass das Geld vielleicht geschenkt war.
Das ist eine Analogie zu der Unterscheidung zwischen einer bloßen Ausführung einer Handlung und einer guten Ausführung.

Cav I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

> Gegenargumente gegen Cavell
> Gegenargumente zu Notwendigkeit



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.04.2017