Philosophie Lexikon der Argumente

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Falsifikation: Experimentelle oder logische Widerlegung einer allgemeinen oder speziellen Aussage. Je nach Art der Aussage gibt es Unterschiede in Bezug darauf, ob ein einziges Gegenbeispiel hinreichend zur Falsifikation ist, oder ein bestimmtes Verhältnis von positiven und negativen Fällen ausschlaggebend ist. Siehe auch Verifikation, Verifikationismus, Bestätigung, Bayesianismus, Wahrscheinlichkeit, Überprüfung, Hypothesen, Theorien.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Duhem, Pierre
 
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Falsifikation I 245
Verifikation/Bestätigung/Prüfung/Duhem: Wenn die angekündigte Tatsache nicht entsteht, ist der Lehrsatz falsifiziert. Bei der Prüfung wendet man noch eine ganze Gruppe von Theorien an (nach denen die Instrumente gebaut sind, und ohne die man sie nicht ablesen kann). Das Auftreten oder Nichtauftreten der Erscheinung ergibt sich nicht aus dem strittigen Lehrsatz allein, sondern aus der Verbindung desselben mit der ganzen Gruppe. Das misslingende Experiment lehrt uns bloß, dass unter allen Lehrsätzen, die dazu gedient haben, die Erscheinung vorauszusagen oder zu konstatieren, mindestens einer falsch sein muss. Wenn der Experimentator erklärt, der Irrtum liege gerade in dem zu prüfenden Satz, setzt er voraus, dass alle andern wahr sind. Das Vertrauen in die anderen Sätze (z.B. nach denen die Instrumente gebaut sind und nach denen sie abgelesen werden) tritt nicht mit logischer Notwendigkeit auf.
I 249
Die Physik ist keine Maschine, die sich demontieren lässt. Sie ist ein System, wenn eine Störung auftritt, so ist sie in der Tat durch das gesamte System hervorgerufen worden. (>System). Der Physiker muss das Organ finden, ohne dass er es isolieren kann, denn dann funktionierte das System nicht mehr.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998

> Gegenargumente gegen Duhem



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.04.2017