Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Duhem, Pierre
 
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Hypothesen I 32
Hypothesen/Duhem: Eine ansehnliche Gruppe experimenteller Gesetze wurde durch die Beobachter festgestellt. Die Theoretiker reduzieren sie auf eine kleine Zahl von Hypothesen. Aber man kann aus diesen Hypothesen unbegrenzt viele Folgerungen ziehen.
Wenn wir in einer Theorie eher eine naturgemäße Klassifikation zu erkennen meinen, sind wir geneigt, dass ihre Folgerungen der Erfahrung vorausgehen und auf sie wetten.
Eine Theorie die wir als rein künstliches System ansehen, werden wir durch neu auftauchende Tatsachen eher widerlegt sehen.
I 279
Hypothesen/Kriterium/Duhem: Gewisse fundamentale Hypothesen können durch kein Experiment widerlegt werden, weil sie in Wirklichkeit Definitionen bilden, und bestimmte vom Physiker gebrauchte Ausdrücke nur durch sie einen Sinn erhalten.

I 280
Bsp Freier Fall kann nicht widerlegt werden, (wie Putnams Roboter Katzen) Wenn ein schwerer Körper frei fällt, ist seine Beschleunigung konstant. Das kann nicht im Experiment widerlegt werden, weil es die Definition dessen bildet, was man unter freiem Fall versteht!

Le Roy: "Gesetze sind nicht verifizierbar, wenn man sie streng nimmt, weil sie selbst das Kriterium bilden."

I 281
Duhem: die Worte "freier Fall eines schweren Körpers" haben jetzt einen zweifachen Sinn: für denjenigen, der die Theorien nicht kennt, haben sie einen wirklichen Sinn, für den Physiker haben sie einen symbolischen Sinn.

Duhem: die Theorie hätte ihre Aufgabe nicht erfüllt, wenn der zweite Sinn nicht der Ausdruck des ersten wäre. Bloß, dass der symbolische Sinn nicht die Genauigkeit des wirklichen und konkreten Falles den wir beobachten, hat.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.03.2017