Philosophie Lexikon der Argumente

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Grammatik: Gesamtgebiet der Sprachtheorie mit Syntax, Semantik, Phonologie, Morphologie. W.V.O. Quine stellt die Grammatik dem Lexikon gegenüber. L. Wittgenstein bezeichnet Sätze über die Sprache als grammatische Sätze. Siehe auch Bedeutung, Lexikon, Sprache.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Foucault, Michel
 
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Grammatik I 118
Suche nach der ursprünglichen Wurzel.
Grammatiik/Hobbes: aus einem System von Merkzeichen gemacht, das die Individuen zunächst für sich selbst gewählt haben.
Die Sprache kann den Gedanken nicht mit einem Schlag darlegen, sie muss linear in einer Ordnung vorgehen. Diese lineare Ordnung ist der Repräsentation fremd!
Die Gedanken folgen in der Zeit aufeinander, aber jeder bildet eine Einheit.

Die Sprache ist für das Denken und die Zeichen das, was die Algebra für die Geometrie ist sie setzt an die Stelle des simultanen Vergleichs der Teile die Ordnung, deren Grade man nacheinander durchlaufen kann!
In diesem Sinne ist die Sprache die Analyse des Denkens!
Def Allgemeine Grammatik: die Untersuchung der sprachlichen Ordnung in ihrer Beziehung zur Gleichzeitigkeit, die sie ihrer Aufgabe nach repräsentieren soll. Sie hat also nicht das Denken und nicht die Sprache zum eigentlichen Objekt, sondern den Diskurs als Folge von Zeichen. Die Sprache steht im Gegensatz zum Denken wie das Reflektierte zum Unmittelbaren.
Sprache/Adam Smith: "Die Erfindung selbst der einfachsten Adjektive muss mehr Metaphysik erfordert haben, als wir alle begreifen können."
Konsequenzen: Aufteilung der Wissenschaft der Sprache in
a) Rhetorik: räumlich, Figuren, Tropen,
b) Grammatik zeitlich Ordnung in der Zeit. Grammatik setzt eine rhetorische Natur sogar der primitivsten Sprachen voraus (s.u.).
2. Grammatik: Reflexion über die Beziehung, die diese mit der Universalität unterhält. Zwei Formen, je nachdem, ob man die Möglichkeit einer universalen Sprache in Betracht zieht.
Universal/Foucault: jedem Zeichen die einmalige Weise der Repräsentation zuerkennen, die Kraft, sämtliche Ordnungen zu durchlaufen.
Der universale Diskurs ist auch nicht mehr der "einzige Text", der in der Chiffre seines Geheimnisses den Schlüssel zur Entschlüsselung der Welt enthält. Vielmehr die Möglichkeit, alles zu definieren.
I 127ff
Grammatik/Foucault: Die allgemeine Grammatik ist keine Vergleichende. Sie definiert das System der Identität/Unterschied, das jene Merkmale voraussetzen und benutzen. Analyse des Bandes der Verknüpfung, , versch. Worttypen, Theorie der Gliederung, des Ursprungs, der Wurzel, des rhetorisches Raums, der Derivation.
I 132
Theorie des Verbs: unerläßlich für jeden Diskurs. Ohne Verb keine Sprache.
Rand des Diskurses, wo die Zeichen zur Sprache werden.
Das Verb zeigt an, dass der Diskurs der Diskurs eines Menschen ist, der nicht nur die Namen begreift, sondern sie auch beurteilt.
I 134
Das Verb ist das repräsentierte Sein der Sprache, das es für Wahrheit und Irrtum empfänglich macht.
Darin unterscheidet es sich von allen Zeichen, die konform, angepasst, treu sein können (oder nicht), was sie bezeichnen, aber nie wahr oder falsch sind!
Was ist das für ein Sinn und eine Kraft, die über die Grenzen der Wörter hinausgeht?

I 287ff
Grammatik/Sprache/Foucault: Der horizontale Vergleich zwischen den Sprachen erreicht eine andere Funktion: er gestattet nicht mehr zu erfahren, was jeder an Erinnerungen mitbringt aus der Zeit vor Babel.
Lexikographie: erste Anfänge.
Grammatik: Prinzip einer primitiven und allgemeinen Sprache, die ein ursprüngliches Maß liefert. (Schon vorher vorhanden
Grammatik/alt: Flexion: die Wurzel wird verändert, die Flexionen sind konstant.
Grammatik/Neues Element: Rolle des Subjekts oder Objekts, Zeit der Handlung System von Modifizierungen. Nicht mehr Suche nach den ersten Ausdrucks werten, sondern Analyse der Laute. Vokaldreieck. Vergleichende Grammatik: man Vergleich zwischen den verschiedenen Sprachen nicht mehr eine bestimmte Bedeutung, sondern die Beziehungen zwischen den Wörtern.
Sprache/alt: solange sie als Diskurs definiert worden war, konnte sie keine andere Geschichte als die ihrer Repräsentationen haben.
Sprache/neu: innerer Mechanismus als Träger von Identität und Unterschied, als Zeichen der Nachbarschaft, Merkmal der Verwandtschaft, Stütze der Geschichte.

Fouc I
M. Foucault
The Order of Things: An Archaeology of Human Sciences 1994

Fouc II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.04.2017