Philosophie Lexikon der Argumente

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Foucault, Michel
 
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Wissen I 71ff
Wissen/16.Jahrh./Foucault: (savoir) besteht also darin, Sprache auf Sprache zu beziehen. Man spricht aufgrund einer Sprache, die mit der Welt eins ist. Jeder Diskurs aber wendet sich an jene erste Schrift deren Wiederkehr er gleichzeitig verspricht und aufschiebt. Die Erfahrung der Sprache gehört dem gleichen archäologischen Raster an wie die Erkenntnis der Dinge der Natur.
I 124
Def Wissen/Foucault: Sprechen, wie man sprechen muss.
I 126
Wissen/Sprache/Foucault: Die Zugehörigkeit der Sprache zum Wissen setzt ein ganzes historisches Feld frei, das in der vorausgegangenen Epochen nicht existiert hatte. Etwas wie die Geschichte der Erkenntnis wird möglich.
Die Sprache ist gewissermaßen ihre inhaltslose Hülle.
Es wird eine Geschichte des Meinens, des Glaubens, des Aberglaubens jeder Ordnung verfasst, wobei allerdings die Schriften weniger gut als die Wörter selbst zeugen sind.
Die alte Beziehung zum Text, durch die die Renaissance die Erudition definierte, hat sich transformiert, sie ist in der Klassik die Beziehung zum reinen Element der Sprache geworden.
I 269ff
Wissen/19. Jahrh./Foucault: nicht mehr Raum des Wissens der Identitäten und Unterschiede, der nicht quantitativen Ordnungen, sondern neu: geprägt von Organisationen, d. h. von inneren Beziehungen zwischen den Elementen, deren Gesamtheit eine Funktion gesichert. Diese Organisationen sind dies kontinuierlich. Neue Formen:
Analogie und Folge (19.Jahrh.): nicht mehr Identität von Elementen, sondern Identität der Beziehung zwischen den Elementen! Die Geschichte gibt den analogen Organisationen Raum.
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II 258ff
Def Wissen/Foucault: die Menge von einer diskursiven Praxis regelmäßig gebildeten und für die Konstitution einer Wissenschaft unerlässlichen Elemente, obwohl diese nicht notwendig dazu bestimmt sind, diese Konstitution zu veranlassen.
Nicht die Summe dessen, was man als wahr angesehen hat, sondern die Gesamtheit der Verhaltensweisen, Eigentümlichkeiten und Abweichungen über die man im Diskurs sprechen kann.
Es ist auch der Raum, indem das Subjekt ist eine Stellung einnehmen kann. Die Gesamtheit der Funktionen des Blicks, der Befragung, der Entzifferung, der Registrierung, der Entscheidung, die das Subjekt in Diskurs ausüben kann. Das Feld von Koordination und Subordination von Aussagen. Die Gesamtheit der Weisen und Positionen, nach denen man neue Aussagen integrieren kann.
Kein Wissen ohne definierte diskursive Praxis. Jede diskursive Praxis kann durch das Wissen bestimmt werden, das sie formiert.
Archäologie/Foucault: anstatt der Achse Bewusstsein Erkenntnis Wissenschaft (die vom Index der Subjektivität nicht befreit werden kann) zu folgen, folgt sie der Achse
diskursive Praxis Wissen Wissenschaft. Zentral: Wissen, wo das Subjekt nicht als Inhaber auftritt.
Ideengeschichte: zentral: Erkenntnis, Subjektivität.
Wissen: nicht nur in Demonstrationen, sondern auch Infektionen, Überlegungen, Berichten, Verordnungen, Entscheidungen.
Frage: nach welchem Prinzip vollzieht sich das Hervortreten eines Gebiets der Wissenschaftlichkeit in einer gegebenen diskursiven Formation?

Fouc I
M. Foucault
The Order of Things: An Archaeology of Human Sciences 1994

Fouc II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.04.2017