Philosophie Lexikon der Argumente

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Existentielle Generalisierung, Logik: wenn ein Gegenstand, der benannt werden kann, eine bestimmte Eigenschaft hat, dann gibt es daher mindestens einen Gegenstand mit dieser Eigenschaft.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Hintikka, J.
 
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Existenzielle Generalisierung I 42
Existentielle Generalisierung/EG/HintikkaVsParsons, Terence: sein Kriterium der EG ist falsch, denn sie kann fehlschlagen aus Gründen, die nichts mit Nichtexistenz zu tun haben.
Bsp
(1) Königin Victoria wusste, dass Lewis Carroll Lewis Carroll ist
daraus kann man nicht schließen, selbst obwohl Caroll existierte, und dies von der Königin gewusst wurde, dass
(2) (Ex)Königin Victoria wusste, dass Lewis Carroll x ist.
Und daher
(3) Jemand ist so, dass Königin Victoria wusste, dass er Lewis Carroll ist
(2) und (3) sagen dasselbe wie
(4) Königin Victoria wusste, wer Lewis Carroll ist.
Das ist aber nicht von (1) impliziert (entailed).
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: die Äquivalenz von (2)-(3) mit (4) ist aber ganz unabhängig davon, ob die Quantoren nur über existente oder auch über nichtexistente Objekte gehen.
Der Grund für das Fehlschlagen der EG ist nicht ein Fehlschlagen der Eindeutigkeit.
Eindeutigkeit schlägt allerdings fehl, denn in verschiedenen Situationen, die mit dem Wissen der Königin kompatibel sind, kann der Name Lewis Carroll auf verschiedene Personen angewendet werden. Daher kann nicht nur ein einzelnes, bestimmtes Objekt als Wert von „x“ fungieren.
Daher findet die EG keine Anwendung und (1) und dennoch kann sie so verstanden werden, dass sie den Äußerer auf die Existenz von Lewis Carroll verpflichtet. Daher schlägt Parsons Kriterium fehl.
I 54
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: berechtigt uns, von einem Satz S(b) mit einem sing Term „b“ zur Existenzaussage (Ex) S(x) überzugehen.
Dies schlägt fehl in intensionalen (epistemischen) Kontexten.
Übergang von „any“ zu „some“. (>Existentielle Generalisierung)
Bsp epistemischer Kontext:
(10) (Prämisse) George IV wusste, dass (w = w)
(11) (versuchsweise Konklusion) (Ex) George IV wusste dass (w = x)
I 55
Problem: der Übergang von (10) zu (11) schlägt fehl, weil (11) die Stärke von (12) hat
(12) George IV wusste, wer w ist.
EG/Fehlschlagen/Lösung/Frege/Hintikka: nahm an, dass wir es in intensionalen (opaken) Kontexten mit Ideen von Referenten zu tun haben.
HintikkaVsFrege: Problem: dann würde (11) auf jeden Fall aus (10) folgen ((s) Und das ist gerade nicht gewünscht). Denn man müsste annehmen, dass es auf jeden Fall irgendeinen Sinn gibt, unter dem George IV sich ein Individuum w vorstellt.
Problem: „w“ greift in verschiedenen Welten verschiedene Individuen heraus.
I 56
Semantik möglicher Welten/Lösung/Hintikka: Bsp AG
(13) George weiß, dass S(w)
zu
(14) (Ex) George weiß, dass S(x)
wobei S(w) keine Ausdrücke enthält, die opake Kontexte schaffen.
Dann brauchen wir eine zusätzliche Bedingung
(15) (Ex) in allen relevanten Welten (w = x)
Das ist aber kein wohlgeformter Ausdruck in unserer Notation. Wir müssen sagen, was die relevanten Welten sind.
Def relevante Welt/Hintikka: sind alle die, die kompatibel sind mit dem Wissen von George.
Damit ist (15) gleichbedeutend mit
(16) (Ex) George weiß, dass (w = x).
Dies ist die zusätzliche Prämisse. D.h. George weiß, wer w ist. (Wissen-dass, Wissen-wer, Wissen-was).

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Hintikka



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.04.2017