Philosophie Lexikon der Argumente

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Hintikka, J.
 
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Unmögliche Welt I 12
Unmögliche Welt/Hintikka: ich glaube, dass wir sie zulassen müssen, um das Problem einer anderen Art von Allwissenheit, der logischen Allwissenheit zu bekämpfen.

I 63
Unmögliche Welten/Logische Allwissenheit/Semantik möglicher Welten/Hintikka: These: das Problem der Allwissenheit tritt hier gar nicht auf! Bsp
(1) Ein Satz der Form „a weiß dass p“ ist wahr in einer Welt W gdw. p wahr ist in allen a-Alternativen. D.h. in allen Welten, die mit dem Wissen von a kompatibel sind.
Logische Allwissenheit: ihr Fehlschlagen kann so formuliert werden:
(2) Es gibt a, p und q so dass a weiß dass p, p impliziert logisch q, ,aber a weiß nicht, dass q.
Logische Wahrheit: wird dann modell-theoretisch analysiert:
(3) Ein Satz ist logisch wahr, gdw. er wahr in jeder logisch möglichen Welt.
Problem: (1) – (3) sind inkompatibel! Allerdings sind sie in der oben gegebenen Form noch nicht inkompatibel, sondern nur mit der zusätzlichen Annahme:
(4) Jede epistemisch mögliche Welt ist logisch möglich.
I 64
Problem: jetzt kann es sein, dass in einer epistemischen a-Alternative W’ q falsch ist!
Problem: nach (4) sind diese epistemischen Welten auch logisch möglich.
Nach der logischen Wahrheit von (p > q) ((s) in diesem Beispiel) muss aber q in jeder logisch möglichen Welt wahr sein. Daraus entsteht der Widerspruch.
Lösung: verschiedene Autoren haben verschieden darauf reagiert:
Positivismus: nimmt Zuflucht zum nichtinformativen (tautologischen) logischer Wahrheit.
HintikkaVs: statt dessen. Semantik möglicher Welten.
(4): setzt die Allwissenheit schon voraus! Es setzt voraus, dass a nur scheinbare Möglichkeiten schon eliminieren kann. Das ist zirkulär.
Lösung: es kann Möglichkeiten geben, die nur möglich erscheinen, aber versteckte Widersprüche enthalten.
I 65
Problem: das Problem ist hier also (4) und nicht (2)!
Lösung/Hintikka: wir müssen Welten zulassen, die logisch unmöglich sind, aber dennoch epistemisch möglich. ((s) anders als die unmöglichen Welten, die bei Stalnaker und Cresswell diskutiert werden.)
Dann können (1) – (3) zusammen wahr sein. D.h. in einer epistemischen Welt kann (p > q) fehlschlagen.
Unmögliche Welt/Hintikka: Problem, wie wir sie zulassen können.
Unmögliche Welt//Cresswell/Hintikka: Cresswell schlägt eine Uminterpretation der logischen Konstanten vor. (modelltheoretisch).
HintikkaVsCresswell: das eigentliche Problem bei der Allwissenheit ist doch, dass Leute nicht alle logischen Konsequenzen ihres Wissens erkennen. Und das spielt sich in klassischer Logik ab. Nicht-Standard-Logik: geht an dem Problem vorbei. Man könnte sagen, sie zerstört das Problem statt es zu lösen.
I 65
Unmögliche Welt/Logische Allwissenheit/Lösung/Veikko RantalaVsHintikka: hat einige Probleme dieses Ansatzes gelöst.
I 66
Nichtklassische Modelle: für Sätze 1. Stufe.
Unmögliche Welt /Rantala: sind bei ihm nicht „unmöglich“ sondern sie unterscheiden sich von den normalen Möwe, dass sie „sich verändernde Welten“ sind (changing worlds) indem sie neue Individuen zulassen. Allerdings auf eine so subtile Weise, dass sie normalerweise nicht von invarianten Welten (/mit immer denselben Individuen) nicht zu unterscheiden sind. Dabei geht es um:
Urnenmodell/Statistik/Allwissenheit/Hintikka: wobei die varianten Welten solche sind, bei denen bei Zügen aus der Urne möglicherweise neue Individuen im Spiel sind. Aber so wenige, dass man es möglicherweise nicht merkt.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.04.2017