Philosophie Lexikon der Argumente

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Leibniz, G.W.
 
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Ontologie Holz I 59f
Ontologie/Konstruktion/Welt/Erfahrung/Rationalität/Identität/Leibniz: die Konstruktion der Ontologie von Leibniz ist zweiphasig:
1. Deduzierbarkeit aller sinnvollen, d.h. wahren und erkenntnishaltigen Sätze wird dargetan, indem diese auf identische Sätze reduziert werden. (Deduktion/Reduktion). (Prädikative Evidenz).
2. Die Evidenz der Identität soll als eine solche der Welt selbst erwiesen werden. Die Identität als Grund der Welt soll selbst ihren Grund noch einmal finden in der Verfassung des Seins der Welt.
Holz I 78
Logisch/ontologisch/Leibniz/Holz: dieser Umschlag von dem im erfahrenen begrenzten Endlichen a priori enthaltenen Begriff der unendlichen Kette ((s) unendlich wegen unendlich vieler möglicher Aspekte) zu der Idee vom notwendigen Sein der Welt hat neben dem ontologischen einen logischen Aspekt:
Logisch: jedes Seiende, jede Tatsache ist bedingt durch alle anderen. Daher sind dem Begriff eines Seienden die Begriffe (Prädikate) aller anderen zuzuordnen!
Die Inhärenz aller übrigen Begriffe in jedem einzelnen Begriff gibt aber umfangslogisch (extensional) keinen Sinn! Es ist als Prädikation auch nicht (operational, endlich) durchführbar.
Unerwünschte Konsequenz: der Begriff jedes Einzelnen müsste dann der oberste und leerste Gattungsbegriff aller Seienden sein.
I 79
Damit wäre er gerade keine Repräsentation des konkreten Einzelnen mehr!
Lösung: das Verhältnis des Einzelnen zum Allgemeinen(Ganzen) lässt sich intensional (inhaltslogisch) ausdrücken: der Begriff des Einzelnen enthält dann alle möglichen Prädikate in einmaliger Anordnung. D.h. diese Prädikate insgesamt kommen allen Begriffen von Einzelnen in jeweils anderer Anordnung zu.
Jeder Begriff hat dieselbe Prädikatenmenge, aber ist dadurch nicht mit allen anderen Begriffen identisch, weil die Anordnung jeweils anders ist.
Holz I 91
Logisch/ontologisch: so erweist sich die logische Verfassung des Subjektseins als die ontologische Verfassung des Weltseins.
Genus/Gattung/Welt/Leibniz: die Welt kann auch als das oberste genus, ontologisch als die Fülle aller möglichen Wirklichkeit dargestellt werden.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 01.05.2017