Philosophie Lexikon der Argumente

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Mayr, Ernst
 
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Klassifikation I 133
Klassifikation: meist durch logische Zweiteilung nach unten: wie viele Arten werden klassifiziert und welches Gewicht haben die verschiedenen Merkmale: fortschreitende" oder "Abwärtsklassifikation". (Eigentlich Identifizierung).
Daher später: "Aufwärtsklassifikation: hierarchische Anordnung immer größer werdender Gruppen verwandter Arten in Klassen.
Darwins Methode bestätigte die Aufwärtsklassifikation und löste so eine wissenschaftliche Revolution aus.
I 134
Klassifikation/20. Jahrhundert (1950) zwei neue Schulen:
a) numerische Phänetik
b) Kladistik.
Kladismus: das kladistische System will ausschließlich die Stammesgeschichte offen legen während adas evolutionäre System danach strebt, aus den ähnlichsten und am nächsten verwandten Arten Taxa zu bilden.(Nützlich für O
Ökologie und Biologie).
Beide Arten können auch weiterhin nebeneinander bestehen, denn sie haben ganz unterschiedliche Zielsetzungen.
I 173
Systematik: soll nicht nur beschreiben, sondern zum Verständnis beitragen.
I 175
Def Klasse/Biologie/Mayr: Gruppierung von Entitäten, die einander ähnlich und miteinander verwandt sind.
Klassifikation: zwei wichtige Funktionen: a) Wiedergewinnung von Information. b) Vergleichende Forschung. Informationsspeicherung.
1. Möglichst homogene Klassen
2. Zurechnung nach den meisten gemeinsamen Eigenschaften,
3. Bei zu großen Unterschieden neue Klasse gründen
4. Das Maß der Verschiedenheit der Klassen untereinander wird in einer Rangfolge geordnet.
I 176
Taxonomie: zwei Schritte:
1. Unterscheidung der Arten (Mikrotaxonomie).
2. Einordnung der Arten in verwandte Gruppen (Makrotaxonomie).
I 177
Mikrotaxononie: Das Abgrenzen der Arten
I 177
"Artproblem": Art meint meistens "Organismentypus". Problem: Männchen und Weibchen sind auch verschiedene Typen von Organismen, genau wie junge und Erwachsene.
Def "Varietät": (Linné,sogar Darwin): Abweichungen, die etwas geringfügiger sind als die einer neuen Art. ("Typologisches" oder "essentielles Artkonzept"). ("Gemeinsame Essenz" ("Wesen").
"Typologisches Artkonzept: vier Artmerkmale:
1. Gemeinsames "Wesen".
2. Zwischen der Arten scharfe Diskontinuität
3. Jede Art ist räumlich und zeitlich konstant.
4. Mögliche Variation innerhalb der Art ist streng begrenzt. ("natural kind").
I 178
MayrVs Typologisches Artkonzept: Darwin widerlegt die Vorstellung von der "Konstanz der Arten". Populationen variieren geographisch, Individuen variieren innerhalb einer Population. In der belebten Natur gibt es keine Typen oder Essenzen!
Def Zwillingsart: ( erst spät entdeckt: räumlich getrennt, aber gleich entwickelt. Inzwischen bei fast allen Tierarten entdeckt. Zwingt zu neuem Kriterium der Abgrenzung von Arten: reproduktive Isolation von Populationen.
I 178
Biologisches Artkonzept (Vs Typologisches Artkonzept): leitet sich von diesem Kriterium der fehlenden Fortpflanzung untereinander ab.
I 183
Def Arttaxa: besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. Individuen können nicht definiert werden, sondern lediglich beschrieben und abgegrenzt.
I 185
Makrotaxonomie: Die Klassifikation von Arten (in übergeordnete Gruppen)
Gruppen: Meist leicht erkennbar: Vögel, Schmetterlinge, Käfer.
Abwärtsklassifikation (Eigentlich Identifizierung). Zweiteilung (aristotelisch) ,Blütezeit der medizinischen Botanik.
Bsp Warmblütig oder nicht Warmblüter haben Federn oder nicht.
I 187
Aufwärtsklassifikation/Mayr: Auch Linné selbst von 1770 an: besser geeignet. dabei werden Klassen unterschieden, und dann in übergeordnete Gruppen zusammengefasst. Leider keine strenge Methodik. Es fehlte eine theoretische Grundlage für die Rangordnung.
Zweckgebundene Klassifikation: Unterform der Aufwärtsklassifikation. Nur ausgewählte Merkmale.
I 188
Zwei Kriterien: Genealogie (gemeinsame Abstammung) und Grad der Ähnlichkeit(Ausmaß des evolutionären Wandels).

Kausale Klassifikation: Bsp Krankheiten nach Ursachen: Erreger, Alterungsprozess, toxische Substanzen, Gene, bösartige Veränderungen, schädliche Strahlung usw.
Jede Klassifikation, die Ursachen berücksichtigt, ist starken Beschränkungen unterworfen und kann nie zu einem rein künstlichen System werden.
I 189
"Taxon": Separate Gruppe von Nachkommen. Jedes Taxon besteht aus den Nachkommen des nächsten gemeinsamen Vorfahren. "monophyletisch".
Genealogie: Macht allein noch keine Klassifikation aus! Ähnlichkeit kann nicht vernachlässigt werden, weil die divergierenden Zweige verschieden großen Abänderungen unterlagen. Folge: Einteilung in Familien, Gattungen, Abteilungen, Ordnungen.
I 189
Homologie/Mayr: Verwandtschaft zwischen Arten und höheren Taxa zeigt sich am Vorkommen homologer Merkmale. D.H. ein Merkmal, das sich von demselben Merkmal ihres nächsten gemeinsamen Vorfahren ableitet.
I 373
Auf Homologie muss man immer schließen!
Für Homologie gibt es vielerlei Belege, z.B. Position einer Struktur in Beziehung zu anderen Strukturen, auch Übergangsformen bei fossilen Vorfahren.

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.04.2017