Philosophie Lexikon der Argumente

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Millikan, Ruth
 
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Identität I 187
Identität/Stabilisierungsfunktion/Millikan: notwendig identifizierende Kennzeichnungen können drei verschiedene Identifizierungsfunktionen haben.
1. Um bekannte Referenten in die Diskussion einzuführen.
2. Neue Referenten einführen
3. Manchmal sind notwendig identifizierende Kennzeichnungen auch rein beschreibend: Bsp „John ist der größte Junge in der Familie“ drückt keine Identität aus!
I 197
Identitätsaussage/Identitätssatz/Identitätsbehauptung/Abbildung/Millikan: Angenommen, „A“ und „B“ sind einzelnen Wörter. Muss der Satz „A ist B“ dann irgendetwas abbilden um seine Stabilisierungsfunktion auszuüben?
Stabilisierungsfunktion: nach den Stabilisierungsfunktionen der niedrigsten Typen sind „A“ und „B“ referentielle Terme.
Wahrheit: die Identitätsaussage ist wahr, wenn diese referentiellen Typen denselben Referenten haben.
R. sei dieser (gemeinsame) Referent.
Problem: bilden „A“ und „B“ hier auf eine Tatsache ab, die „R“ als eine Variante hat?
Intentionale Icon/Millikan: wenn „A ist B“ ein intentionales Icon ist, hat es
Zwei Varianten, „A“ und „B“ und
Eine Invariante „___ist ___“.
Intentionales Icon: wenn die Identitätsaussage ein intentionales Icon einer Tatsache ist, muss sie zwei Varianten und eine Invariante enthalten.
Tatsache/logische Form/Problem: welcher triadischen Tatsache (world affair) die R als Variante enthält, sollte „A ist B“ entsprechen?
Identität/Relation/Tradition/Millikan: manchmal wird Identität als zweistellige Relation gedacht, die ein Ding zu sich selbst und zu nichts anderem hat.
Zwei-stellig/Relation/Millikan: Identität so zu denken, heißt, sie als eine Variante (Variable) innerhalb eines triadischen Weltzustands zu denken,
Monadische Relation/Millikan: ist einfach eine Eigenschaft.
Identität: wenn sie eine Variante (Variable) eines Weltzustands sein soll, muss sie eine einfache Eigenschaft sein: Selbst-Identität.
Problem: „„A ist B“ hat zwei Varianten und eine Invariante. Es kann aber kein intentionales Icon des dyadischen Weltzustands geben, das einfach in Rs Selbstidentität besteht.
I 197
Identität/Relation/Eigenschaft/Millikan: wenn Identität keine Relation sein soll, müsste sie eine Eigenschaft sein. Eigenschaft kann sie nur sein, wenn es auch eine gegenteilige Eigenschaft gibt.
Problem: was sollte das Gegenteil von Selbstidentität sein? „Selbstverschiedenheit“?
Identität/Millikan: ist überhaupt keine Eigenschaft. Genauso wenig wie „Oderheit“ oder „Undheit“ eine Eigenschaft ist.
Selbstidentität/Millikan: was wäre es für ein Ding, nicht selbstidentisch zu sein?
Selbstidentität/Repräsentation/Millikan: die Identität eines Dings mit sich selbst wird reflektiert in Repräsentationen des Dings nicht durch die Artikuliertheit der Repräsentation, sondern nur, insofern dasselbe durch dasselbe repräsentiert wird.
I 240
Identität/Millikan: der Ontologie der Identität müssen wir noch eine Erkenntnistheorie der Identität hinzufügen.
I 257
Identität/Substanz/Millikan: These: die Identität oder Selbigkeit einer Substanz impliziert die natürlich notwendige Zurückweisung konträrer Eigenschaften.
Damit ist Identität ein strukturiertes natürliches Phänomen.
I 258
Identität/Millikan: ist keine Relation zwischen einem Ding und ihm selbst. Sie bildet nicht einen Weltzustand mit einem Referenten ab, sondern sie bilden eine Relation ab zwischen der reproduktiv festgelegten Familie von „A“ und von „B“, wobei diese Familien Protoreferenten und keine repräsentierten Referenten sind.
I 264
Def Selbstidentität/Selbst-Identität/Selbigkeit/Identität/Naturalismus/Millikan: These: die Selbigkeit eines Individuums wird konstituiert zum Teil durch die natürliche Notwendigkeit dass es alle dieselben Eigenschaften hat, die es hat. Das ist keine „begriffliche Wahrheit“, sondern eine Theorie über die Natur der Identität. („Naturalistische Sicht“, statt einer „logischen Sicht“).
Millikan: das ist aber keine Reduktion der Identität eines Individuums auf etwas anderes.
Bsp die Identität eines Individuums qua Selbigkeit, die eine Variabilität verschiedener Eigenschaften hat, wird nicht reduziert oder erklärt durch diese Sicht –
Identität/logische Form/Millikan: die Identität selbst wird repräsentiert als Aussagen der Form: „Px und Sx und Rx“.
Reduktion: (eines Individuums) wäre nur möglich, wenn man eine Ontologie hätte, die nur Eigenschaften anerkennt, keine Kategorie von Individuen.
Identität/Naturalismus/Millikan: wenn die naturalistische Sicht der Identität richtig ist, dann ist die Entdeckung, dass ein bestimmtes gegebenes Individuum existiert wie die Entdeckung, dass ein bestimmtes Naturgesetz gilt! Wenn ein Naturgesetz existiert, gibt es eine entsprechende Regularität in der Natur.
((s): MillikanVsuninstantiierte Naturgesetze)
Problem. eine beobachtete Regularität garantiert noch nicht, dass ein NG im Spiel ist.
Problem: auch die Entdeckung einer Übereinstimmung aller Eigenschaften garantiert noch nicht, dass es sich um ein und dasselbe Individuum handelt. Das Zusammenfallen von Eigenschaften, könnte durch Zufall zustande kommen.
Das ist aber extrem abstrakt und hat noch keine interessanten Konsequenzen, es sei den
1. wir müssen es mit einer Theorie über die Identität von Eigenschaften verknüpfen und einer Theorie darüber, was es für ein Individuum ist, eine Eigenschaft zu haben.
2. die Theorie muss für alle Substanzen verallgemeinert werden. D.h. wie natürliche Arten und Materialien ebenfalls Eigenschaften haben können, ähnlich wie Individuen.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.04.2017