Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Millikan, Ruth
 
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Sinn I 6
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“.
Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 11
Sense/Sinn/Millikan: ist nicht „Intension“: auch nicht Quinesche „Bedeutung“. Auch nicht Fregescher Sinn.
Intension/Millikan: hat mit einem Netzwerk von Schlussregeln zu tun.
sense: hat die Aufgabe von „Intension“ übernommen, aber sense steht nicht völlig im Kontrast mit „Referent“.
Referenz“ einen Referenten haben wird dasselbe sein wie „Sinn“ (sense) zu haben.
Referenten: sind eine andere Sache.
I 111
Def Sinn/sense/intentionale Icons/Fregescher Sinn/Millikan: ein intentionales Icon hat Sinn und jedes der variablen und invarianten Abbildungselemente oder Aspekte hat auch Sinn. Auch jedes Element einer Familie eines solchen Elements hat Sinn.
Haben von Sinn: entspricht dem Haben Normaler Bedingungen für die Ausübung der direkten Eigenfunktion.
Def Sinn/sense/Fregescher Sinn/kurz/Millikan: ist die Normale Abbildungsregel. Sinn eines Icons sind die Regeln, nach denen das Icon etwas abbildet.
I 141
Sinn/Intension/Zusammenfassung/Millikan:
1. Weder Reizbedeutung noch explizite Intension (wenn überhaupt eine vorhanden ist) bestimmen den Sinn.
2. Der Sinn bestimmt weder die Reizbedeutung noch die explizite Intension (wenn es eine gibt).
3. Ausdrücke im Idiolekt können daher verschiedene Reizbedeutungen und/oder Intensionen haben und dennoch denselben Sinn. Sogar dieselbe Reizbedeutung und/oder Intension und verschiedene Sinne.
4. Weder Reizbedeutung noch Intension sind unfehlbar. Das brauchen sie auch nicht, weil sie keine „Kriterien“ sind. Für den Referenten hängt nichts von ihnen ab.
5. Sinne – auch von Gedanken – können mehrdeutig sein und auch leer.
6. Ein Term im Idiolekt kann multiple Intensionen und dennoch einen eindeutigen Sinn haben.
7. Sinn: eines Ausdrucks ist nicht dasselbe wie der Sinn einer der expliziten Intensionen.
8. Der Sinn eines Ausdrucks kann mehrdeutig oder leer sein, und dennoch kann seine explizite Intension einen eindeutigen Sinn haben.
9. Wenn man sagen kann, dass ein leerer Term eine Bedeutung hat (irgendwie auf Intentionalität bezogen), dann nur, weil er eine Intension hat, die ihrerseits Sinn hat. Sinn, nicht Intension ist die Wurzel aller Intentionalität, Intension ist nur sekundäre „Bedeutung“.
10. Es kann sein, dass man zwei Ausdrücke im Idiolekt hat, aber nicht weiß dass sie denselben Sinn haben Bsp Hesperus/Phosphorus. D.h. Kenntnis der Synonymie in einem Idiolekt ist kein Wissen a priori. Kenntnis der Mehrdeutigkeit des Fregeschen Sinnes ist auch kein Wissen a priori.
I 235
Sinn/komplex/Komplexität/zusammengesetzt/Ausdruck/Millikan/(s): um Sinn zu haben, muss ein Ausdruck ((s) in einer Prädikation) zusammengesetzt sein.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.03.2017