Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Taylor, Charles
 
Bücher bei Amazon
Tatsachen EMD II 263
Tatsachen/Tradition/Taylor: Deskripta von Sätzen = bestehende Sachverhalte - logische Komplexe. - Konstituenten: die Entitäten, die für die Wahrheit eines beliebigen Satzes relevant sind - Problem: Relevanz, wenn eine Totalität von Tatsachen gegeben ist.
Def Bestehen/Taylor: ein Element besteht, wenn seine Beschreibung wahr ist.
II 264
Theorie der Tatsachen/Tradition: log.Wahrheiten: haben alle dasselbe Deskriptum. - VsTradition: Koextension: nicht dieselbe Tatsache: Bsp Herz habend, Nieren habend - aber Synonymie: "aardvark/groundhog": dieselbe Tatsache - Tradition: braucht das Prinzip der materialen Adäquatheit: d.h. die Entitäten (Konstituenten) müssen relevant für die Wahrheit der Sätze sein, die sie beschreiben - II 269: Vs: vage und formulierungsabhängig > Strawson.
II 277
Negative Tatsachen/Taylor: Konflikt zwischen Prinzip der materialen Äquivalenz und Bedingung 3: intuitiv sind dieselben Elemente relevant für die Wahrheit des Satzes S wie für seine Negation. Aber S und ~S haben gegensätzliche Wahrheitsbedingungen (WB). - D.h. die Sätze müssen verschiedene Deskripta haben - Lösung: das Negationszeichen selbst als Element nehmen - über den Elementen, die für die Wahrheit von S selbst relevant sind - dann negative Tatsachen als Kategorie sui generis. - Negation: muss gemeinsame Konstituenten mit der entsprechenden positiven Tatsachen haben.
II 277/8
Def Tatsache/Taylor: neu: jede Tatsache x in S mit einer Menge "T-states (x)" von Gesamtzuständen assoziieren, sodass x besteht gdw. der aktuale Gesamtzustand ein Element der Menge T-states (x) ist.
II 279
Dann sind Tatsachen Äquivalenzklassen auf S (= Satz oder S? Menge der T) unter der Relation ~, wobei das Deskriptum eines Satzes nun als eine Äquivalenzklasse gerechnet wird, zu der sein Deskriptum im früheren Sinne gehört, und die neuen T als bestehend, wenn ihre Elemente im früheren Sinn bestehen - Tatsachen sind dann Elemente von S.
EMD II 280f
Tatsachen/Anwendung/Taylor: brauchen wir jetzt nicht mehr für Wahrheitsbedingungen und nicht mehr für Tarskische Wahrheitstheorie - (semantischer Apparat ist stark genug - Tatsachen: wurden gebraucht, um Verbindung von analytischen/synthetischen Sätzen zu erklären. - Analytische Sätze beschreiben keine Tatsachen. - Neu: Methode Sätze der natürlichen Sprache zu paraphrasieren - Bsp Fischers Sieg über Spasskij verursachte Breshnievs Ärger: Sieg(f,s) Ärger(b) - dann Syntax erweitern: durch zweistelligen Satzoperator "verurs Sieg(f,s) Ärger(b)" - (+) - Problem: Erfüllung und Wahrheit für die erweiterte Sprache - "verurs" ist nicht wahrheitsfunktional: Lösung: vielleicht zweistelliges Prädikat der Metasprache "kaus": soll nur zwischen bestehenden Tats gelten - (und solchen, die zu diesen äquivalent sind (Typ/Typ?)) - eine Sequenz von Elementen erfüllt kaus(A,B) unter der Interpretation I gdw. kaus(Zuschreib(A,s), Zuschreib(B,s)).
Graeser I 57
Tatsache/TaylorVsDavidson/VsDummett: manche Phänomene, über die gesprochen wird, gewinnen erst durch die Verwendung der Sprache Gestalt - Pointe: insofern können sie nicht gut als Daten einer Theorie dienen, die Bedeutungsverstehen vom Kennen von Wahrheiten abhängig macht.

Tayl I
Ch. Taylor
The Language Animal: The Full Shape of the Human Linguistic Capacity Cambridge 2016

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002

> Gegenargumente gegen Taylor
> Gegenargumente zu Tatsachen



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.04.2017