Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten
Lorenzen, Paul
 
Bücher bei Amazon
Dialogische Logik Wessel I 260
Dialogische Logik/Paul Lorenzen/Wessel: PO: Proponent, O: Opponent.
1. Der Dialog beginnt mit dem Setzen einer Formel durch den Proponenten
2. Der Proponent darf nur eine der vom Opponenten behaupteten zusammengesetzten Formeln angreifen oder sich gegen den letzten Angriffszug des Opponenten verteidigen.
3. Der Opponent darf nur die im vorhergehenden Zug des Proponenten gesetzte Formel angreifen oder sich gegen den Angriff im vorhergehenden Zug verteidigen.
Operatorenregeln:
Behauptung Angriff Verteidigung
~A A? nicht möglich!
A u B ?L A
A u B ?R B
A v B ? A
A v B ? B
A > B A? B
AiA ?(j) A{i/j}
EiA ? A{i/j}
I 261
Gewinnregel: der Proponent hat gewonnen, wenn er eine Aussagenvariable oder Prädikatformel c zu verteidigen hat, die bereits vom Opponenten behauptet wurde.
Def Dialogische Tautologie: liegt vor genau dann, wenn sie gegen jede Strategie des Opponenten gewinnt. Ein Dialog führt immer von komplizierten zu einfacheren Formeln und schließlich zu Aussagenvariablen oder Prädikatformeln.
- - -
Berka I 206
Dialogische Logik/Lorenzen/Berka:
Verdrängt in der jüngsten Diskussion die Auffassung von einer Symmetrie von Regel und allgemeingültiger Formel zugunsten der regellogischen Darstellung.
Realisiert sich das Logische in sinnvollen Redehandlungen, so ist ein als Regelwerk aufgebautes Prozessschema die angemessene Beschreibung des Logischen als Regelung der Erzeugung von Handlungen aus gegebenen Handlungen. (>Operationalismus, Pragmatismus). Das ist ein Handlungszusammenhang, der selbst eine Art von Handlung ist. (> Identität/Fichte).
- - -
Thiel I 103
Logik/Dialogische Logik/Lorenzen: erst in den sechziger Jahren ist ein Aufbau der Logik entwickelt worden, der als Begründung auch im wissenschaftstheoretischen und philosophischen Sinn bezeichnet werden kann.
Er liefert nämlich eine bis dahin nicht gesehene Möglichkeit zur Begründung sowohl des klassischen wie des konstruktiven Begriffs der "Gültigkeit" logischer Sätze. (Lorenzens "dialogische Logik" mit Proponent und Kontrahent, auch "argumentationstheoretischer Aufbau der Logik").
Soll zeigen, dass das axiomatische Herleiten nicht den ganzen Sinn des Beweisens ausmacht, sondern dass ein Beweis Gründe für die Wahrheit oder Gültigkeit des bewiesenen Satzes liefern soll. ..+.. I 105.

Lorn I
P. Lorenzen
Constructive Philosophy Cambridge 1987

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999

Brk I
K. Berka/L. Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995

> Gegenargumente gegen Lorenzen



zurück zur Liste | > Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.03.2017