Philosophie Lexikon der Argumente

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Adorno, Th.W.
 
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Rationalismus XIII 53
Rationalismus/Adorno: in der Gegenüberstellung mit dem Empirismus ist wesentlich, dass der Rationalismus die Objektivität der Vernunft von der Rückfrage auf die Möglichkeit von Erkenntnis unterscheidet.
XIII 148
Rationalismus/Adorno: bei ihm stellt sich ein anderes Problem der Vermittlung als bei dem Idealismus. Im Rationalismus wie im Empirismus werden zunächst die Momente des Denkens und der Erfahrung einander wesentlich antithetisch gegenübergestellt.
XIII 148
Vermittlung heißt dann, anders als beim Idealismus Vermittlung zwischen zwei entgegengesetzten, zwischen der Welt des Räumlichen und der Welt des Geistigen, schlicht gesagt, zwischen Leib und Seele. Die Prinzipien auf der einen Seite der Tatsachen und auf der anderen Seite des Denkens, werden schlechterdings als unabhängig voneinander gedacht.
Daher nimmt der Rationalismus zwei Substanzen an,
XIII 150
die res cogitans,die denkende, und die res extensa, die ausgedehnte.
Substanzen/Rationalismus/Descartes: hat das Zusammenkommen dieser beiden Substanzen mit der Annahme eines influxus physicus in der Zirbeldrüse zu erklären versucht.
Substanzen/Rationalismus/Spinoza: dieser hat anstelle der unterschiedenen Substanzen res extensa und res cogitans nur eine einzige angenommen, die Gott oder Natur genannt wird. Sie soll ungezählte Attribute haben, also Erscheinungsweisen, von denen nur zwei, eben Denken und Ausdehnung, uns bekannt sein sollen. Durch ihre Einheit im Naturbegriff soll ihre Einheit garantiert sein. Davon schöpft Spinoza den Rahm ab, in der These, dass die Ordnung der Ideen und die Ordnung der Dinge miteinander identisch seien.
XIII 151
Dualismus/Substanzen/Geist/Körper/Leib/Seele/Leibniz/Adorno: Leibniz versucht, den Dualismus zwischen res extensa und res cogitans durch die Infinitesimalrechnung aufzulösen, indem ein Kontinuum gesetzt wird, dass schließlich die tote Materie sich als ein bloßer Grenzwert der denken Substanz erweist. Dabei wird die denkende Substanz bereits als ein Kraftzentrum und bereits auch als ein Individuiertes vorgestellt, wie das im Begriff der Monade der Fall ist.
XIII 153
Rationalismus/Adorno: weil er sich auf die Vernunft und nicht auf die Vernunftinhalte stützt, ist er wesentlich Methode und nicht Erkenntnistheorie. Dagegen ist er immer auch Metaphysik. Sein Modell der Wahrheit ist dabei immer die Mathematik, die gewissermaßen als Organon des Seienden gedacht wird.
Die rationalistischen Denker allesamt charakterisieren sich dadurch, dass bei ihnen Momente der Aufklärung mit einer bestimmten traditionalistischen Haltung gegenüber der Theologie sich verbinden. (> Pascal).

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

> Gegenargumente gegen Adorno
> Gegenargumente zu Rationalismus



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.04.2017