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Rationalität, Philosophie: die Fähigkeit eines Wesens, sich aufgrund von Verallgemeinerungen seiner Erfahrungen bewusst einer Situation anzupassen. Es kann dann auch rational sein, etwas Neues lernen zu wollen. Siehe auch System, Ordnung, Kreativität, Entdeckungen, Bewertung, Wiederholung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Slater I 82
Rationalität/Entwicklungspsychologie/Slater: In einem Experiment (Meltzoff 1995b)(1) zeigte Meltzoff 18 Monate alten Säuglingen eine Aktion, bei der ein Erwachsener es nicht schaffte, die Enden einer Langhantel abzuziehen. Die Kleinen erhielten dann das Objekt und zogen erfolgreich die Enden von der Langhantel.
Meltzoffs Ergebnisse motivierten andere Forscher, diesmal unter dem Motto der rationalen Nachahmung. Gergely, Bekkering und Király (2002)(2) fanden heraus, dass Säuglinge, die in früheren Versuchen nicht die Hände frei hatten, um ein Problem zu lösen, ihre Hände in späteren Durchgängen verwendeten, wenn sie die Möglichkeit dazu hatten.
Die Begründung ist, dass die Säuglinge im Zustand der "nicht freien Hände" argumentierten, dass sie, wenn ihre Hände frei gewesen wären, sie sie anstelle ihrer Stirn (die in den früheren Versuchen ihr "Instrument" war) benutzt hätten, aber im "handfreien" Zustand müssen sie einen Grund gehabt haben, ihre Stirn statt ihrer Hände zu benutzen, daher der Begriff "rationale Imitation".
Tiere: Buttelmann, Carpenter, Call & Tomasello (2007)(2) fanden heraus, dass auch Schimpansen rational imitieren können.


1. Meltzoff, A. N. (1995b) Understanding the intentions of others - re-enactment of intended acts by 18-month-old infants. Developmental Science, 31, 838-850.
2. Gergely, G., Bekkering, H. & Király, I. (2002) Rational imitation in preverbal infants. Nature, 415, 755.


Alan M. Slater, “Imitation in Infancy. Revisiting Meltzoff and Moore’s (1977) Study”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Entwicklungspsychologie

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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