Psychologie Lexikon der Argumente

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Repräsentation, Philosophie: Angenommene innere Gegebenheiten wie z.B. bildliche Vorstellungen oder sprachliche Vervollständigungen, die sich als Assoziationen einstellen oder unter Umständen durch Rekonstruktion erarbeitet werden. In einem weiteren Sinn sind auch Sätze, Wörter und Symbole Repräsentationen innerhalb eines Zeichensystems. Siehe auch Wahrmacher, Vorstellung, Sätze, Propositionen, Intensionen, Korrespondenz, Sprechakttheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 230
Repräsentation/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Mentale Repräsentation von Bezugspersonen (siehe >Relationen/Bowlby) und eigenen Unter-Routinen, die sich durch die Internalisierung von sorgenden und beruhigenden Eigenschaften von Bezugspersonen entwickeln, können als symbolische Quellen für Unterstützung, Geborgenheit und Schutz dienen (Mikulincer und Shaver 2004(1)).
Sie können auch Modelle eines effektiven, liebevollen Verhaltens liefern, die die Art und Weise beeinflussen, wie eine Person sich selbst betrachtet und behandelt, wenn eine tatsächliche Bezugsperson vorübergehend fehlt. >Repräsentation/Bowlby, >Bindungstheorie/Bowlby.
Mit Hilfe moderner Forschungstechniken haben wir (Mikulincer, Birnbaum und Woddis und Nachmias 2000(2); Mikulincer, Gillath und Shaver 2002(3)) herausgefunden
Corr I 231
dass Erwachsene auf selbst minimale Bedrohungshinweise mit der Aktivierung von proximitätsbezogenen Gedanken und mentalen Darstellungen von Sicherheit hervorrufenden Bezugspersonen reagieren. In diesen Studien wurde festgestellt, dass das unterschwellige Priming mit einem Bedrohungswort (z.B. Krankheit, Versagen) die kognitive Zugänglichkeit von bindungsbezogenen mentalen Repräsentationen erhöht, was durch schnellere lexikalische Entscheidungszeiten für nahestehende Wörter (z.B. Liebe, Nähe) und die Namen von Personen, die als Schutz und Sicherheit benannt wurden (z.B. den Namen eines Elternteils, Ehepartners oder engen Freundes) angezeigt wird.


1. Mikulincer, M. and Shaver, P. R. 2004. Security-based self-representations in adulthood: contents and processes, in W. S. Rholes and J. A. Simpson (eds.), Adult attachment: theory, research, and clinical implications, pp. 159–95. New York: Guilford Press
2. Mikulincer, M., Birnbaum, G., Woddis, D. and Nachmias, O. 2000. Stress and accessibility of proximity-related thoughts: exploring the normative and intraindividual components of attachment theory, Journal of Personality and Social Psychology 78: 509–23
3. Mikulincer, M., Gillath, O. and Shaver, P. R. 2002. Activation of the attachment system in adulthood: threat-related primes increase the accessibility of mental representations of attachment figures, Journal of Personality and Social Psychology 83: 881-95


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University PresS


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Bindungstheorie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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