Psychologie Lexikon der Argumente

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Slater I 42
Angst/Visuelle Klippe/Entwicklungspsychologie/Gibson: Von Anfang an haben Gibson und Walk (>Visuelle Klippe/Entwicklungspsychologie) die Rolle der Angst bei der Vermeidung von Klippen berücksichtigt. Aber Gibson setzte Vermeidung nicht mit Angst gleich und sie glaubte nicht, dass Angst die Wahrnehmung von Affordanzen begleitete (>Risikowahrnehmung/Gibson).
Auf der visuellen Klippe hatten die Tiere keine Angst, sich der tiefen Seite zu nähern und sie zu erforschen: Kinder, Lämmer, Ratten, Kätzchen und Welpen blickten über den Rand des "centerboards". Ihre Nasen oder Schnurrhaare berührten das Glas, wenn sie es erreichen konnten. Menschliche Säuglinge erkundeten aktiv das Glas auf der tiefen Seite, indem sie es mit den Händen berührten, sich darauf lehnten oder ihr Gesicht darauf legten (Walk, 1966(1); Walk & Gibson, 1961(2)). Spätere Arbeiten bestätigten den Ansatz der Säuglinge für die tiefe Seite und die visuell-taktile Erforschung des Glases (z.B. Ueno, Uchiyama, Campos, Dahl, & Anderson, in der Presse; Witherington, Campos, Anderson, Lejeune, & Seah, 2005(3)).
Aus Gibsons Sicht entwickelt sich die Höhenangst getrennt von der Wahrnehmung von Affordanzen. (Gibson 1982(4), S. 65).
Allerdings zeigten die Tiere stereotype Angstreaktionen, als sie direkt auf das Glas auf der tiefen Seite gelegt oder über den Rand des Abgrunds geschoben wurden - eine Situation, die eher so aussieht, als dass sie von einer Klippe geworfen werden, anstatt den Blick vom Rand aus zu erkunden. Kinder, Lämmer, Kätzchen und Welpen erstarrten, zitterten und stützten sich und hielten ihre vorderen Gliedmaßen starr (Gibson & Walk, 1960(5); Walk & Gibson, 1961(2)).



1. Walk, R. D. (1966). The development of depth perception in animals and human infants. Monographs of the Society for Research in Child Development, 31, 5 (Serial No. 107).
2. Walk, R. D., & Gibson, E. J. (1961). A comparative and analytical study of visual depth perception. Psychological Monographs, 75, 15 (Whole No. 519).
3. Witherington, D. C., Campos, J. J., Anderson, D. I., Lejeune, L., & Seah, E. (2005). Avoidance of heights on the visual cliff in newly walking infants. Infancy, 7, 285–298.
4. Gibson, E. J. (1982). The concept of affordances in development: The renascence of functionalism. In W. A. Collins (Ed.), The concept of development: The Minnesota symposia on child psychology (Vol. 15, pp. 55–81). NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
5. Gibson, E. J., & Walk, R. D. (1960). The “visual cliff.” Scientific American, 202, 64–71.


Karen E. Adolph and Kari S. Kretch, “Infants on the Edge. Beyond the Visual Cliff” in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Gibson, Eleanor J.

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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