Psychologie Lexikon der Argumente

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Methode: ein Verfahren, auf das sich Teilnehmer an einer Diskussion oder einem Forschungsvorhaben geeinigt haben. Bei Verstößen gegen eine Methode wird vor allem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse angezweifelt, da diese nicht mehr aus einer Menge mit einheitlich definierten Eigenschaften der Elemente stammen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Haslam I 166
Methode/Tajfel: (Minimalgruppenstudien, (Taifel et al. 1971(1)): Der Kernpunkt (...)[war], dass [die beiden Studien] darin bestanden, die Teilnehmer völlig willkürlich Gruppen zuzuordnen.
1. Für die erste Studie wurden die Teilnehmer gebeten, die Anzahl der auf eine Leinwand projizierten Punkte zu schätzen. Es gab dann eine Gruppe von Unterschätzern und eine Gruppe von Überschätzern. Tatsächlich wurden sie jedoch nach dem Zufallsprinzip diesen Kategorien zugeordnet.
2. Für die zweite Studie wurden die Teilnehmer gebeten, ihre ästhetische Präferenz für eine Serie von 12 Gemälden von Klee und Kandinsky anzugeben. Die tatsächliche Zuordnung zu den Kategorien war wiederum zufällig.
Nachdem sie auf diese Weise Gruppen zugeordnet wurden, wurde den Teilnehmern gesagt, dass sie sich an einer Aufgabe beteiligen würden, die darin bestand, anderen Menschen Belohnungen mit echtem Geld (und Strafen in Experiment 1) zu geben. Sie würden diese Menschen nicht kennen und es wurde betont, dass sie sich selbst niemals belohnen oder bestrafen könnten. Sie wurden dann in Kabinen untergebracht, um diese Aufgabe allein zu erfüllen.
Matrizen: In der nächsten Phase absolvierten die Teilnehmer Belohnungsmatrizen (eine Matrix pro Seite), um zu untersuchen, wie sie die Mitglieder der beiden Gruppen (ihre InGroup und die OutGroup) belohnen würden.
Die Matrizen wurden entwickelt, um die Anziehungskraft bestimmter Belohnungsstrategien im Vergleich zu anderen zu messen (siehe Bourhis et al., 1994(2), für einen ausgezeichneten Überblick über die Matrizen und die Bewertungsmethode).
Haslam I 167
(...) Die theoretisch interessantesten Fälle sind diejenigen mit "differentiellen" Matrizen, bei denen (...) Punkte einer InGroup gegenüber einem OutGroup-Mitglied zugewiesen werden.
Strategien: a) maximaler Gruppengewinn (MIP), d.h. die bestmögliche Punktzahl für die Gruppe, und
b) maximale Differenz zugunsten der InGroup (MD), was bedeutet, dass das InGroup-Mitglied mehr Punkte erhält als das OutGroup-Mitglied.
Zu untersuchende Eigenschaften:
- Fairness/Parität/F; größte Ähnlichkeit in den In- und Outgroup-Punkten
- maximale Differenz/MD; größte positive Differenz zwischen InGroup und Outgroup-Punkten zugunsten der InGroup
- maximaler gemeinsamer Gewinn/MJP; die meisten kombinierten Punkte für InGroup und OutGroup
- maximaler Gruppengewinn/MIP; die meisten Punkte für die Gruppe
Ergebnisse: siehe >Minimale Gruppe/Tajfel.
Haslam I 170
Probleme:
Zirkularität: generische Normerklärung: Diese Erklärung fiel schnell in Ungnade wegen der möglichen Zirkularität einer normativen Darstellung: Wenn es eine Wettbewerbsnorm gibt (z.B. unter Teilnehmern aus westlichen Ländern), woher kommt sie und was erklärt das?
Normen/Erklärung/Interpretation/Problem: Die Herausforderung besteht also darin, zu erklären, welche Norm wann funktioniert, und weil eine normative Darstellung dies nicht kann, wurde sie in den Hintergrund gedrückt. Allerdings mag es verfrüht gewesen sein, normative Prozesse abzulehnen. Beispielsweise nutzte Margaret Wetherell (1979)(3) anschließend normative Argumente, um Beweise dafür zu erklären, dass Maori-Kinder weniger Gruppenbegünstigung zeigten als westlichere Pakeha-Neuseeländer. Für eine Lösung: siehe >Soziale Identitätstheorie/Tajfel.
Ein weiteres Element war ein sozialer Vergleichsprozess: Das Verständnis der Bedeutung unserer Gruppe beinhaltet einen Vergleich mit anderen relevanten Gruppen, zu denen wir nicht gehören (erleichtert durch den sozialen Kategorisierungsprozess). Die InGroup als "uns" zu sehen, impliziert einen Kontrast zu "ihnen".
Unverwechselbarkeit/Tajfel/Turner: Tajfel und Turner (...) stellten einen Motivationsprozess auf, bei dem Gruppen nach einer "positiven Gruppendarstellung" streben, was bedeutet, dass sie ihre InGroup positiv von der jeweiligen Vergleichsgruppe nach bewerteten Dimensionen unterscheiden und dadurch eine positive soziale Identität erlangen.



1. Tajfel, H., Flament, C., Billig, M.G. and Bundy, R.F. (1971) ‘Social categorization and intergroup behaviour’, European Journal of Social Psychology, 1: 149–77.
2. Bourhis, R.Y., Turner, J.C. and Gagnon, A. (1997) ‘Interdependence, social identity and discrimination’, in R. Spears, P.J. Oakes, N. Ellemers and S.A. Haslam (eds), The Social Psychology of Stereotyping and Group Life. Oxford: Blackwell. pp. 273–95.
3. Wetherell, M. (1979) ‘Social categorization in children and the role of cultural context’, New Zealand Psychologist, 8: 51.



Russell Spears and Sabine Otten,“Discrimination. Revisiting Tajfel’s minimal group studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Tajfel, Henri

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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