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Stereotype, Philosophie: Eingebürgerte Bezeichnungen für typische Formen oder Erscheinungen, die das Wiedererkennen erleichtern und Beschreibungen von Sachverhalten vereinfachen können. Stereotype können im Sprachgebrauch bewusst oder unbewusst verwendet werden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Haslam I 239
Stereotypen sind keine starren, vereinfachenden und negativen Verzerrungen der Realität, sondern tatsächlich Eindrücke von Gruppen, welche dazu neigen würden, so flexibel, komplex, positiv und genau zu sein, wie sie es sein müssten, um die Anforderung der Wahrnehmenden, welcher sie bildeten, um sich an die sie konfrontierende Umgebung anzupassen und mit ihr zu interagieren, widerzuspiegeln.
Z.B. könnten wir während des Zweiten Weltkriegs erwarten, dass Juden eine starre, geradlinige und negative Sichtweise auf Mitglieder der SS haben (so wie die SS ähnliche Ansichten über Juden hatte), aber das bedeutet nicht, dass die Ansichten von Juden über die SS unzutreffend waren, nur weil es Stereotypen waren (siehe Oakes et al., 1994)(2).
Insbesondere das Stereotyp der SS als homogen und konstant böse war für die Juden eine treffende und funktionelle Sichtweise auf die damaligen Mitglieder der SS. Kognitionen, Verhaltensweisen und Stereotype müssen sich aber auch ändern können, denn wenn sie es nicht können, könnten Menschen nie auf eine sich verändernde Welt reagieren und nie einen Konsens erreichen (McGarty, 1999)(3).
Sozialverhalten: Ohne diese Dinge wäre ein sinnvolles Sozialverhalten unmöglich (weil es unter anderem die Möglichkeit der sozialen Zusammenarbeit und des sozialen Wandels ausschließt).



1. McGarty, C., Haslam, S.A., Turner, J.C. and Oakes, P.J. (1993) ‘Illusory correlation as accentuation of actual intercategory difference: Evidence for the effect with minimal stimulus information’, European Journal of Social Psychology, 23: 391–410.
2. Oakes, P.J., Haslam, S.A. and Turner, J.C. (1994) Stereotyping and Social Reality. Oxford: Blackwell.
3. McGarty, C. (1999) Categorization in Social Psychology. London: Sage.


Craig McGarty, „Stereotype Formation. Revisiting Hamilton and Gifford’s illusory correlation studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
McGarty, Craig

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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