Psychologie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Haslam I 238
Illusorische Korrelation/McGarty: McGarty et al. (1993)(1) fragten sich, ob der Effekt der illusorischen Korrelation mehr als nur ein Nebenprodukt der passiven Informationsverarbeitung sei, sondern vielmehr einen aktiven Prozess des Versuchs, die Reize zu verstehen, reflektieren könnte. Der Ansatz basiert auf den Ideen von Fiedler (>Illusorische Korrelation/Fiedler; Fiedler (1991)(2)) und Smith (>Illusorische Korrelation/Smith; Smith (1991(3)).
McGarty: Frage: Gibt es Möglichkeiten, die den Teilnehmern präsentierten Informationen so zu interpretieren, dass die sogenannte illusorische Korrelation eigentlich keine Verzerrung der Realität war, sondern eine faire Antwort auf die den Teilnehmern präsentierten Informationen? (vgl. >Experiment/Gifford/Hamilton).
These: Wenn ihnen zwei Gruppen präsentiert werden, über die vor dem Experiment nichts bekannt war, würden die Teilnehmer davon ausgehen, dass es einen Unterschied zwischen diesen Gruppen geben muss und dass sie motiviert sein würden, herauszufinden, was dieser Unterschied ist. Das heißt, da es in Ermangelung vorheriger Informationen keinen Unterschied zwischen den Gruppen gab, erwarteten wir, dass die Teilnehmer nach einer sinnvollen Möglichkeit suchen würden, die Gruppen als in irgendeiner Weise unterschiedlich zu betrachten. >Soziale Welt/McGarty, >Soziale Welt/Brunner, >Soziale Welt/James.
Haslam I 239
Fiedler/Smith: Wenn die Wahrnehmenden die Hypothese vertreten, dass Gruppe A positiver als negativ ist, dann haben sie zehn Beweise, die diese Hypothese stützen (d.h. 18 - 8), aber nur fünf
Haslam I 240
Beweise (d.h. 9 - 4), die die alternative Hypothese stützen, dass Gruppe B eher positiv als negativ ist. (Vgl. Fielder (1991)(2) und Smith (1991)(3); >Illusorische Korrelation/Fiedler, >Illusorische Korrelation/Smith).
McGartyVsFiedler/McGartyVsSmith: These (McGarty und Turner(1992)(1): Anstatt diese Informationen einfach zu kodieren (oder zu verlieren), gehen die Wahrnehmenden über die gegebenen Informationen hinaus, um den Kontrast zwischen den beiden Gruppen zu verfeinern und zu schärfen.
Test: Wenn die Leute erwarteten, dass die Gruppen, die sie sahen, unterschiedlich waren, dann bestand ihre Aufgabe darin, nach plausiblen Wegen zu suchen, um zwischen den Gruppen zu unterscheiden. Wenn dies der Fall wäre, dann sollten wir faszinierenderweise erwarten, dass wir eine Differenzierung finden, wenn es Erwartungen gibt, auch wenn es überhaupt keine Stimulusinformationen gibt. Wir haben diese Idee getestet, indem wir den Teilnehmern (a) erzählt haben, dass es doppelt so viele Aussagen über Gruppe A wie über Gruppe B gab und (b) dass es doppelt so viele positive wie negative Aussagen gab.
Ergebnis: Als sie antworteten, indem sie angaben, welches Verhalten der Gruppenmitglieder sie erwarteten, gab es in fünf von sechs Tests Hinweise auf signifikante Level der illusorischen Korrelation (so dass Gruppe B negativer dargestellt wurde als Gruppe A).
Wir argumentierten [in einer zweiten Studie], dass, wenn der Effekt der illusorischen Korrelation dadurch erzeugt wurde, dass die ursprünglichen Erwartungen, dass es Unterschiede zwischen den beiden Gruppen geben sollte, verstärkt wurden, wir in der Lage sein sollten, den Effekt zu eliminieren, indem wir die Motivation, solche Unterschiede zu erkennen, reduzieren. Um diese Idee zu untersuchen, haben wir Hamilton und Giffords erste Studie (>Experiment/Gifford/Hamilton) repliziert, aber den Teilnehmern gesagt, dass die große Gruppe (A) aus Rechtshändern und die kleine Gruppe (B) aus Linkshändern besteht. Wie vorhergesagt, zeigten die nachfolgenden Antworten der Teilnehmer keine Hinweise auf wahrgenommene Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (d.h. keine Hinweise auf illusorische Korrelationen) - vermutlich weil sie nicht nach Unterschieden suchten.



1. McGarty, C., Haslam, S.A., Turner, J.C. and Oakes, P.J. (1993) ‘Illusory correlation as accentuation of actual intercategory difference: Evidence for the effect with minimal stimulus information’, European Journal of Social Psychology, 23: 391–410.
2. Fiedler, K. (1991) ‘The tricky nature of skewed frequency tables: An information loss account of distinctiveness-based illusory correlations’, Journal of Personality and Social Psychology, 60: 24–36.
3. Smith, E.R. (1991) ‘Illusory correlation in a simulated exemplar-based memory’, Journal of Experimental Social Psychology, 27: 107–23.


Craig McGarty, „Stereotype Formation. Revisiting Hamilton and Gifford’s illusory correlation studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
McGarty, Craig

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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