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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Benkler I 100
Peer Production Organisation/Voraussetzungen der Peer Production/Benkler: Der große Erfolg des Internets im Allgemeinen und der Peer-Production-Prozesse im Besonderen war die Einführung technischer und organisatorischer Architekturen, die es ihnen ermöglichten, (...) verschiedene Anstrengungen effektiv zu bündeln. Die Kernmerkmale des Erfolgs dieser Unternehmen sind ihre Modularität und ihre Fähigkeit, viele feinkörnige Beiträge zu integrieren.
Modularität: "Modularität" ist eine Eigenschaft eines Projekts, die beschreibt, inwieweit es in kleinere Komponenten oder Module zerlegt werden kann, die unabhängig voneinander produziert werden können, bevor sie zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Wenn Module unabhängig sind, können die einzelnen Mitwirkenden selbst entscheiden, was und wann sie unabhängig voneinander beitragen wollen. Dies maximiert ihre Autonomie und Flexibilität in Bezug auf Art, Umfang und Zeitpunkt ihrer Teilnahme am Projekt.
Granularität: "Granularität" bezieht sich auf die Größe der Module, bezogen auf den Aufwand, den ein Einzelner in die Produktion investieren muss.
I 101
Die Anzahl der Personen, die grundsätzlich an einem Projekt teilnehmen können, steht daher in umgekehrtem Verhältnis zur Größe des kleinsten Beitrags, der für die Herstellung eines nutzbaren Moduls erforderlich ist. Die Granularität der Module setzt daher die kleinstmögliche Einzelinvestition fest, die für die Teilnahme an einem Projekt erforderlich ist. Wenn die feinkörnigen Beiträge relativ groß sind und einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand erfordern würden, nimmt die Anzahl der potenziellen Beitragenden ab. Ein erfolgreiches groß angelegtes Peer-Production-Projekt muss daher einen überwiegenden Teil seiner Module relativ feinkörnig halten.
I 102
Vs: Es ist jedoch nicht notwendig, dass jedes einzelne Stück oder Modul feinkörnig ist. Insbesondere Freie-Software-Projekte haben uns gezeigt, dass erfolgreiche Peer-Production-Projekte auch technisch und kulturell so strukturiert sein können, dass es möglich ist, dass verschiedene Personen sehr unterschiedliche Anstrengungen entsprechend ihrer Fähigkeit, Motivation und Verfügbarkeit leisten können.
I 105
In Kombination ermöglichen dann drei Merkmale das Entstehen einer Informationsproduktion (...).
1. Die physischen Maschinen, die für die Teilnahme an der Informations- und Kulturproduktion notwendig sind, sind in der Bevölkerung der entwickelten Wirtschaften fast überall verbreitet.
2. Die Primärrohstoffe in der Informationswirtschaft sind im Gegensatz zur Industriewirtschaft öffentliche Güter - bestehende Informationen, Wissen und Kultur. Ihre tatsächlichen sozialen Grenzkosten sind Null.
3. Drittens haben sich die technischen Architekturen, Organisationsmodelle und die soziale Dynamik der Informationsproduktion und des Informationsaustauschs im Internet so entwickelt, dass sie es uns ermöglichen, die Lösung von Problemen zu strukturieren (...).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007

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