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Messen, Philosophie: A. Das Problem des Messens wird im Zusammenhang mit Interpretationen der Quantenmechanik diskutiert. B. Der Vergleich D. Davidsons der Zuschreibung von sprachlichen Bedeutungen mit dem Messen wird in anderen Theorien aufgegriffen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Norgaard I 116
Parametrisierung/Messen/von Storch: Das Klimasystem hat verschiedene "Kompartimente", wie Atmosphäre, Ozean, Meereis, Landoberfläche einschließlich Flussnetze, Gletscher und Eisschilde, aber auch Vegetation und Stoffkreisläufe, insbesondere Treibhausgase. Ein wichtiges Element (...) ist (...)[die] Strömungsdynamik von Atmosphäre, Ozean und Eis, die durch vereinfachte Navier-Stokes-Gleichungen beschrieben wird. Aufgrund der unvermeidlichen diskreten Beschreibung des Systems kann die Verwirbelung jedoch nicht mit mathematischer Genauigkeit beschrieben werden, und die Gleichungen müssen "geschlossen" werden - die Wirkung der Reibung, insbesondere an den Grenzen zwischen Land, Atmosphäre und Ozean, muss "parametrisiert" werden (z.B. Washington und Parkinson 2005)(1).
Norgaard I 117
Diese Frage der Parametrisierung ist schwer zu verstehen (Müller und von Storch 2004)(2). Die Grundidee ist, dass es einen Satz von "Zustandsvariablen" {Ψ} (darunter das Temperaturfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt t an bestimmten diskreten Positionen auf dem Globus) gibt, die das System beschreiben und deren Dynamik durch eine Differentialgleichung d{Ψ}/dt = F({Ψ}) gegeben ist. Die Funktion F ist auf Ψ nichtlinear und nur annähernd bekannt. Eine rigorose analytische oder numerische Lösung der Gleichungen (wie bei den Newton'schen Gleichungen) ist unmöglich. Um die Gleichungen zu vereinfachen und für eine numerische Behandlung nachvollziehbar zu machen, wird jede der Zustandsvariablen Ψ in eine langsam und schnell variierende Komponente aufgeteilt, Ψ = + Ψ′.
Es gibt zwei wichtige Aspekte der Parametrisierung. Einer davon ist ein sprachlicher Aspekt, nämlich dass in der Sprache der Klimamodellierer Parametrisierungen als "Physik" bezeichnet werden, eine Abkürzung für "ungelöste physikalische Prozesse". Für einen Menschen, der nicht mit den Klimawissenschaften vertraut ist, kann diese Terminologie mit der falschen Konnotation einhergehen, dass Parametrisierungen aus physikalischen Prinzipien abgeleitet würden. Ein weiterer Aspekt der Parametrisierung ist ihre starke Abhängigkeit von der räumlichen Auflösung. Wenn das Modell geändert wird, um mit einer höheren Auflösung zu arbeiten, müssen die Parametrisierungen neu formuliert oder neu spezifiziert werden.


1. Washington, W. M., and Parkinson, C. L. 2005. An Introduction to Three‐Dimensional Climate Modelling. 2nd edn., Sausalito, CA: University Science Books.
2. Müller, P., and von Storch, H. 2004. Computer Modelling in Atmospheric and Oceanic Sciences—Building Knowledge. Berlin: Springer Verlag.


Hans von Storch, Armin Bunde, and Nico Stehr, „Methodical Challenges of the Physics of Climate”, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (eds.) (2011): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford: Oxford University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Storch, Hans von

Norgaard I
Richard Norgaard
John S. Dryzek
The Oxford Handbook of Climate Change and Society Oxford 2011

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