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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Benkler I 323
Open Access/Wissenschaftliche Publikation/nicht-proprietär/Benkler: Die wissenschaftliche Veröffentlichung ist ein zweiter Sektor, in dem eine nicht-proprietäre Strategie leicht umgesetzt werden kann und sich bereits entwickelt, um das proprietäre Modell zu ersetzen. Hier ist die bestehende Marktstruktur recht seltsam, was sie wahrscheinlich instabil macht. Authoring und Peer Review, die beiden Kernaufgaben der Wertschöpfung, werden von Wissenschaftlern durchgeführt, die weder in Erwartung von Lizenzgebühren noch Zahlungen eine Aufgabe erfüllen. Das Modell der meisten Publikationen ist jedoch sehr proprietär. Eine kleine Anzahl von Unternehmen, wie Elsevier Science, kontrollieren die meisten Publikationen. Neben ihnen veröffentlichen auch Berufsverbände von Wissenschaftlern ihre großen Zeitschriften nach einem proprietären Modell.
I 324
Universitäten, deren Wissenschaftler Zugang zu den Arbeiten benötigen, tragen erhebliche Kosten, um die Publikationen als grundlegenden Input für ihre eigene neue Arbeit zu bezahlen. Während die Auswirkungen dieses seltsamen Systems an den Universitäten in den reichen Ländern stark zu spüren sind, macht die Belastung durch die Abonnementspreise, die bis zu Tausende von Dollar pro Titel kosten, den Zugang zu aktueller wissenschaftlicher Forschung für Universitäten und Wissenschaftler, die in ärmeren Ländern arbeiten, unerschwinglich. In diesem Bereich entstehen bereits heute nicht-proprietäre Lösungen.
Der erste Cluster [der Lösung] ist näher am traditionellen Peer Review Model. Er nutzt die Internetkommunikation, um das Redaktions- und Peer-Review-System zu rationalisieren, ist aber immer noch auf eine kleine, fest angestellte Redaktion angewiesen. Anstatt sich auf Abonnementzahlungen zu verlassen, stützt er sich auf andere Formen von Zahlungen, bei denen kein Preis für die Ergebnisse erhoben werden muss.
I 325
Der zweite Ansatz für wissenschaftliche Publikationen geht einher mit einer engeren Entwicklung freier Software und der Peer Production.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre abgeschlossenen Arbeiten auf ihren eigenen Webseiten frei zur Verfügung. Die primäre Einschränkung dieses Mechanismus ist das Fehlen eines einfachen, einzigen Ortes, an dem man nach Artikeln zu einem bestimmten Thema suchen kann. Und doch sehen wir bereits die Entstehung von Tagging-Standards und -Protokollen, die es jedem ermöglichen, das Universum der selbstarchivierten Materialien zu durchsuchen. Nach Abschluss eines solchen Entwicklungsprozesses würde eine Archivierung nach Einzelbezugspunkten grundsätzlich überflüssig werden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007

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