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Subjekt, Philosophie: Im allgemeinsten Sinn Urheber von Handlungen und Kreativität sowie Träger von Vorstellungen, Überzeugungen, Wahrnehmungen, Empfindungen und Stimmungen. In der Tradition des deutschen Idealismus wird das Subjekt dem Objekt gegenübergestellt. In neuerer Zeit gibt es eine Verlagerung des Schwerpunkts der Diskussion auf Fragen des Zugangs zu inneren Zuständen. Siehe auch Ich, Selbst, Subjektivität, Objekt, Idealismus, Handlungen, Handlungstheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
IV 115
Subjekt/Selbst/Habermas: Sobald Ego die Orientierung an Geltungsansprüchen beherrscht, kann er die Verinnerlichung der diskursiven Beziehung noch einmal wiederholen. Nun begegnet ihm Alter bereits mit der Erwartung, dass Ego die kommunikative Rolle der ersten Person nicht nur naiver Weise übernimmt, sondern erforderlichenfalls zur Rolle eines Proponenten im Rahmen einer Argumentation ausgestaltet. Wenn sich Ego diese Einstellung von Alter zu eigen macht, wenn er sich also mit den Augen eines Opponenten betrachtet, wie er auf dessen Kritik antwortet, gewinnt er ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst. Ego wird, indem er die Rolle des Argumentationsteilnehmers verinnerlicht, zur Selbstkritik fähig.
IV 116
Das Selbst, auf das er sich dann bezieht, ist keine geheimnisvolle Instanz, sondern ihm selbst aus der kommunikativen Alltagspraxis schon vertraut: es handelt sich um ihn in der kommunikativen Rolle der ersten Person, wie er in objektivierender Einstellung die Existenz von Sachverhalten behauptet, oder in normenkonformer Einstellung eine für legitim gehaltene interpersonale Beziehung eingeht oder in expressiver Einstellung ein subjektives Erlebnis einem Publikum zugänglich macht. Entsprechend kann Ego (…) sich zu sich in Beziehung setzen als einem a) epistemischen Subjekt, das lernfähig ist und ein bestimmtes Wissen bereits erworben hat, oder zu sich als einem b) praktischen Subjekt, das handeln kann und in Interaktionen mit seinen Bezugspersonen einen bestimmten Charakter bzw. ein Über-Ich schon ausgebildet hat oder c) zu sich als einem pathischen (sic) Subjekt, das empfindlich ist (…) und in einem privilegiert zugänglichen intuitiv gegenwärtigen Bereich der Subjektivität gegen die Außenwelt von Tatsachen und Normen schon abgegrenzt ist.
Das Subjekt ist unter allen drei Aspekten (epistemisch, praktisch, pathisch) dasselbe Subjekt, es bedarf keiner nachträglichen Identifizierung.
Diese Selbstbezeichnungen kann Ego nur in der Weise aufnehmen, dass er sich als einem kommunikativ handelnden Subjekt gegenübertritt.
IV 117
Wenn die performative Einstellung die Einheit im Wechsel der Modi sichert, behält im reflektierten Selbstverständnis das praktische Selbstbewusstsein einen gewissen Vorrang vor dem epistemischen und dem pathischen Selbstbewusstsein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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> Gegenargumente gegen Habermas

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