Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erlebnisse Wittgenstein
 
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Hintikka I 342
Private Erlebnisse/Wittgenstein/Hintikka: aus Wittgenstein folgt keineswegs, dass es keine privaten Erlebnisse gibt. - HintikkaVsAnscombe. - Wittgenstein: das Wesentliche am privaten Erlebnis ist nicht, dass jeder sein eigenes hat - sondern dass er nicht weiß, ob der andere das gleiche hat. - > Käfer-Bsp: siehe "privilegierter Zugang".

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Ich Chisholm
 
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I 23
Ich/Chisholm: Ich-sein ist keine Eigenschaft! - daraus folgt: falsch: "x hat notwendig die Eigenschaft, mit x identisch zu sein" - stattdessen: "notwendig gilt für jedes x...". - Es gibt keine Eigenschaft "mit x identisch zu sein".
I 41
Ich/Anscombe: das Ding, von deren Handlung diese Vorstellung einer Handlung eine Vorstellung ist usw. - ChisholmVsAnscombe: Anscombe erklärt Ich durch Demonstrativum.
I 43
ich/CastanedaVsChisholm: pro Propositionen der ersten Person als konkrete Dinge mit endlicher Existenz - nie möglich, fremde Ich-Propositionen auszudrücken oder zu erfassen.
I 46f
Ich/Selbst/Chisholm: es ist nicht sicher, dass jede Person ihr eigenes individuelles Wesen erfassen kann - emphatisches Reflexivum:/Chisholm: "er selbst" - die nichtemphatischen sind ein Sonderfall der emphatischen - Bsp es ist egal ob der Motor den Motor kontrolliert, oder der Motor sich selbst - hier keine nichtemphatischen Reflexiva möglich - aber Unterschied: Bsp ob der Doktor den Doktor behandelt oder der Doktor sich selbst - Unterschied, ob psychologische oder nichtpsychologische Prädikate anwendbar - wenn überhaupt psychologische möglich sind, dann nicht den "er-selbst"-Ausdruck als Sonderfall des gewöhnlichen Ausdrucks de re verstehen, sondern umgekehrt.
I 73
Ich/Russell/Chisholm: die Biographie, zu der dieses gehört - jetzt: die Zeit von diesem - hier: der Platz von diesem - jetzt/Chisholm: greift keine identifizierende Eigenschaft heraus, welche sollte das sein? - um auszudrücken, dass Gegenwart die einzige bestehende Zeit ist, braucht man "jetzt" oder ein Synonym - Zeit: Konjunktion von Ereignissen oder Sachverhalten
I 74
Ich/ChisholmVsAnscombe: versucht, ihren Gebrauch von "ich" durch ihren Gebrauch von "dieses" zu erklären ("Ich bin dieses Ding"). - Vs: damit kann sie aber meinen Gebrauch von "ich" nicht erklären - ChisholmVsAnscombe: wir brauchen keine Demonstrativa (wie Brentano: keine identifizierenden Eigenschaften) I 78 "Wir sind F"/Chisholm: nicht immer Konjunktion "ich bin F und Du bist F".
I 184
Ich/Eigenschaften/Chisholm: selbst wenn ich kein individuelles Wesen habe, sind einige meiner Eigenschaft für mich wesentlich: vielleicht mein Personsein.

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Selbstbewusstsein Anscombe
 
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Frank I 81
Ich/Körper/Anscombe: nur ein bestimmten Ich Sätzen gilt, dass ihre Beschreibung mit der Beschreibung von Ereignissen zusammenfällt: Bsp "Ich springe", "ich stehe" usw. Davon ausgehend:
Selbstbewusstsein/Anscombe: kann durchaus extern festgestellt werden! Bsp Henry James: eine Romanfigur („der arme Baldy") hat sein Selbstbewusstsein, nicht jedoch sein Bewusstsein bei einem Sturz von der Kutsche verloren.
Konstitutiv ist für James und Anscombe dann für ein extern beobachtbares bzw. beschreibbares
Fra I 82
Selbstbewusstsein der Begriff eines unvermittelten, subjektlosen Begriffs von Handlungen usw., die als subjektlose aber auf agierende und leidende "Dinge" beziehbar sind. Grund: das soll zweierlei vermeiden:
1. als Referenten von "ich" einen Körper zu behaupten,
2. ein vom Körper verschiedenes Ding auszumachen, das dann aber auf den Körper bezogen werden muss.
SchaedeVsAnscombe: was das soll, bleibt aber unklar. Was ist eine "subjektlose Handlung"?
Frank I 92
Selbstbewusstsein/Anscombe: kann erklärt werden als "Bewusstsein, dass das und das einem selbst zukommt". Vorsicht: "er selbst" ist ganz anders als "von einem selbst".


Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsAnscombe Anscombe Vs Anscombe, E.
 
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Armstrong III 95
Kausalität/VsAnscombe: hier sieht es so aus, als ob Anscombes Position schwach wird: wenn a’s F Werden b’s G Werden verursacht, haben wir dann nicht ein Gesetz F > G? Armstrong: (pro Anscombe) das folgt eigentlich nicht. Ein solches Gesetz haben wir nur, wenn das erste Ereignis das zweite Kraft der Universalien F und G verursacht.
Wenn es nun auch natürlich ist zu erwarten, dass Universalien derart operativ sind, sehe ich nicht, wie man es beweisen sollte. Ich für mein Teil würde schlechter vom Universum denken, wenn sie nicht operativ wären. Dennoch kann Anscombe zu recht sagen, dass es logisch möglich ist, dass die Verursachung eine reine Einzelfallverursachung ist. Sie hat auch recht AnscombeVsDavidson. (ArmstrongVsDavidson).

AR II = Disp
D. M. Armstrong

In
Dispositions, Tim Crane, London New York 1996

AR III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
VsAnscombe Brandom Vs Anscombe, E.
 
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I 962
Anscombe: "Ich" ist überhaupt kein referierender Ausdruck! Kein Pronomen, denn das ist eine völlig heterogene Kategorie, man könnte ebensogut sagen "es ist das Wort , das es ist".
I 769
BrandomVsAnscombe: das ist übertrieben. "Ich" fungiert wie ein Name. Das erkennt sie selbst an.(Anscombe).Das Problem ist einfach, zu spezifizieren, wie es gebraucht wird. Brandom: die Besonderheit von "ich" ist, daß es nicht nur gebraucht werden kann, um eine Festlegung zuzuweisen.
Perry: 1.besondere Art von nicht beobachtungsgestützem Wissen ("Introspektion")
2. Wichtige Fälle sind gegen Fehlidentifikationen immun.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsAnscombe Evans Vs Anscombe, E.
 
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Gareth Evans
Frank I 510
Identität/zeitlich/Anscombe: es ist für das Subjekt unmöglich, verschiedene Dinge durch die vielfältigen "Ich" Identifizierungen, die es im Laufe der Zeit macht, zu identifizieren. Es kann unmöglich eine "unbemerkte Substituierung" stattfinden.
Anscombe: Problem: diese "logische Garantie" erweckt ihr Misstrauen.
EvansVsAnscombe: diese "logische Garantie" ist bloß durch die Weise, wie sie die Situation beschreibt, zustande gekommen: nämlich durch die Beschreibung, dass ein und dasselbe Subjekt zu verschiedenen Zeiten Gedanken hat. (Beschreibung).
Evans: es ist schlicht eine Tautologie, dass Selbst Identifikation zweifellos Identifikationen desselben Selbst sind!
I 512
ich/Selbstbewusstsein/Evans: Auch unter Gedächtnisverlust kann ein Subjekt immer noch an sich selbst denken! Es kann sich auch fragen, warum es keine Information auf die gewöhnliche Weise empfängt. Es wäre nur falsch daraus zu schließen, dass Selbstbewusstsein ohne Bezugnahme auf die verschiedenen Weisen erklärt werden könnte, über die Subjekte verfügen, um Wissen über sich zu gewinnen.
Wenn ein Subjekt an sich selbst selbstbewusst denken soll, dann muss es wesentlich disponiert sein, ein solches Denken von Informationen bestimmen zu lassen, die ihm in jeder der relevanten Weisen zugänglich werden können.
EvansVsAnscombe: es muss aber über keine ihm tatsächlich zugängliche Information verfügen, um zu wissen, dass es nur einen Gegenstand gibt, auf den es derartig dispositionell bezogen ist.
Fra I 513
Anscombe: ein Narkotisierter hat ihr zufolge keine Veranlassung, einen demonstrativen Ausdruck zu verwenden, der sich auf ihn selbst bezieht, weil ihm dazu kein Gegenstand gegeben ist.
I 563
Problem/Anscombe/(s):"Der Mörder von Laios beabsichtigt, sich auf den Mörder von Laios zu beziehen" genügt derselben Form. Also wird das Besondere von "ich" (Pronomen der ersten Person) nicht eingefangen! (Ödipus würde dieser Zuschreibung nicht zustimmen, bzw. es wäre keine Selbstzuschreibung von ihm. EvansVsAnscombe: das ist nicht richtig, es ist ohne weiteres möglich, einem Subjekt die Absicht der Selbstzuschreibung zuzuschreiben, im Sinne der Absicht, den einstelligen Begriffsausdruck „x bezieht sich auf x" zu erfüllen, identisch ist mit der Absicht, den einstelligen Ausdruck „x bezieht sich auf mich" zu erfüllen.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsAnscombe Prior Vs Anscombe, E.
 
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Prior I 127
PriorVsReid/VsAnscombe/VsFindlay: es ist nicht leicht, die beiden folgenden Sätze zusammenzuhalten: (1) Das, was X von Y denkt, mit ihm vorhat, verehrt, bezieht immer Y genauso ein wie X. - (2) Es gibt Fälle, in denen X an Y denkt (verehrt usw.) und es überhaupt kein Y gibt. - Zumindest ist es schwer, dabei die folgenden drei Überlegungen zurückzuweisen, die bloß scheinen, sie konsistent zu machen: - a) Denken an ein irreales Objekt sei eine andere Art Denken als die an ein reales Objekt. - b) unser Denken würde uns nicht zum Objekt, sondern nur zu einer "Idee" davon in Relation setzten. - c) es gäbe starke und schwache Arten von Realität. (>Subsistenz). –
I 128
Denken/Anscombe/Prior: könnte "denken" nicht durch jedes andere (zumindest intentionale) Verb ersetzt werden? - Objekt/Tradition/Anscombe: etwas kann nicht einfach Objekt sein, ohne Objekt von etwas zu sein. Also "relationale Eigenschaft", ein Objekt zu sein.
I 129
Denken/Prior: man könnte meinen, Denken an Y oder an Z seien nur verschiedenen Arten (Modifikationen) derselben Tätigkeit. Nicht also ob Vater von Y und Vater von X "verschiedene Arten, Vater zu sein" wären, sondern mehr wie schnell und langsam denken.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
VsAnscombe Wittgenstein Vs Anscombe, E.
 
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Hintikka I 163 ff
Hintikka: Das Problem der Farbeninkompatibilität ist lösbar. Farbe/Farbwörter/Farbbegriffe/Logik/AnscombeVsWittgenstein: argumentiert was von WittgensteinVsAnscombe nicht akzeptiert wird dass sofern rot und grün Gegenstände sind, wir wissen, welches ihr logischer Typ ist.
I 164
Farbwörter/Farbbegriffe/Wittgenstein/Hintikka: inkompatibel heißt nicht kontradiktorisch: (Rot/grün). Bsp Dieser Fleck ist rot" und "Dieser Fleck ist grün" sind inkompatibel, aber diese Inkompatibilität ist keine logische, in dem Sinne, dass sie durch die Notation aufgezeigt wird! (aber: s.u.: 4.)
Sie reduziert sich auch nicht auf einen wahrheitsfunktionalen Widerspruch. (Widerspruch ist für Wittgenstein ein genau definierter Begriff in der Theorie der Wahrheitsfunktionen (4.46)
"Es ist klar, dass das logische Produkt zweier Elementarsätze weder eine Tautologie noch eine Kontradiktion sein kann. Die Aussage, dass ein Punkt des Gesichtsfeld zu gleicher Zeit zwei verschiedene Farben hat, ist eine Kontradiktion.
Hintikka: hier geht es aber nicht um den Status der Farben, sondern um den Status der Farbzuschreibung. Es besteht kein Grund anzunehmen, dass Wittgenstein je geglaubt hat, Farbzuschreibungen wie "Dies ist rot" hätten Subjekt Prädikat Form.
Wittgenstein: aus dem Gebrauch dieser Formen (gemeint sind hier grammatische Sätze) können wir keine, höchstens vage Schlüsse ziehen.
I 165
Satz/Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Bsp "Dieser Vortrag ist langweilig" Das Wetter ist schön" sind nur dem Anschein nach Sätze der gleichen Form. Sie haben gar nichts miteinander zu tun. HintikkaVsAnscombe: ihr Argument verliert damit seine Stärke: hier geht es um irgend jemand, der ganz andere Voraussetzungen macht..
Hintikka: wenn man andere Voraussetzungen macht, ist die Situation natürlich ganz anders:
Bsp Angenommen, der allgemeine Begriff der Farbe sei in der Sprache nicht durch eine Klasse von Farbprädikaten sondern durch eine Funktion c wiederzugeben, die Punkte des Gesichtsraums in einem Farbraum abbildet.
Die logische Inkompatibilität würde dann durch den Umstand gespiegelt, dass die Farben Rot und Grün durch verschiedene Namen wiedergegeben werden.
Dann sind die beiden Sätze eben doch logisch inkompatibel! Auf Grund ihrer logischen Form kann eine Funktion nicht für dasselbe Argument zwei verschiedene Werte annehmen.
Wittgenstein behauptet denn auch mit Nachdruck, dass Zuschreibungen verschiedener Wahrnehmungsqualitäten wesentlich eindeutig sind, d.h. durch echte Funktionen wiedergegeben werden können.
I 165/166
Farbe/Farbwörter/Notwendigkeit/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Frage, ob die Farbeninkompatibilität einen Verstoß bedeutet gegen Wittgensteins Vorstellung, dass rein logische Notwendigkeiten die einzigen Notwendigkeiten sind, wird jetzt in eine neues Licht gerückt. Es hängt davon ab, was wir für die logische Form der Farbbegriffe halten.(Oder die richtige Notation). Wird
a) jede einzelne Farbe durch ein einstelliges Prädikat wiedergegeben, erhalten wir Notwendigkeiten, die nicht logischer Art sind.
b) Punkte in einem Farbraum: dann bewirken die Inkompatibilitäten der verschiedenen Farben keine nichtlogischen Notwendigkeiten.
(Wittgenstein ist diese Alternative (Anscombe aber sicherlich fremd). Er setzt sich unentwegt mit dem Begriff des Farbenraums auseinander. Dieser Konzeption kann man aber nicht gerecht werden, wenn man spezifische Farbwörter als undefinierte Prädikate interpretiert
- - -
Hintikka I 341 ff
Schmerz/private Erlebnisse/Cartesianismus/Wittengestein/Hintikka: die überraschendste These dieses Kapitels ist wahrscheinlich die These von Wittgensteins metaphysischen Cartesianismus, also die Behauptung, dass es nach Wittgenstein wirklich private innere ereignisähnliche Erlebnisse wie Schmerzen und andere derartige Empfindungen gibt. Unbestritten ist, dass sich die Sprache auf ein öffentliches Sprachspiel stützen muss, uneins ist man sich, was daraus für die privaten Empfindungen folgt.
Impliziert die Notwendigkeit eines öffentliche Rahmens, dass diese Erlebnisse selbst seien sie nun Gegenstände, Ereignisse, oder sonstwas nicht privat sind?
Dass dies folgt, wird von sehr vielen Philosophen vertreten. z.B.
I 342
Anscombe: "Wenn ein Wort für einen privaten Gegenstand steht, muss es eine private hinweisende Definition haben." Da private hinweisende Definitionen unmöglich sind kann es nach dieser Auffassung vermutlich keine privaten Gegenstände geben.
HintikkaVsAnscombe: aber diese Implikation gilt nicht. Natürlich können wir nach Wittgenstein in unserer Sprache nicht sagen, dass Empfindungen und dergleichen privat sind. Aber darum geht es nicht, das ist nur eine der Konsequenzen der Unausdrückbarkeit der Semantik..
Eigentliche Frage: haben die Philosophen recht, die behaupten, dass es nach Wittgenstein keine privaten Erlebnisse gibt ? Nein. PU § 272 liefert ein Gegen Bsp:
"Das Wesentliche am privaten Erlebnis ist eigentlich nicht, dass jeder sein eigenes Exemplar besitzt, sondern dass keiner weiß, ob der andere auch dies hat oder etwas anderes. Es wäre also möglich, obwohl nicht verifizierbar, dass der eine Teil der Menschheit eine Rotempfindung hat, und der andere eine andere."

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
VsAnscombe Chisholm Vs Anscombe, E.
 
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I 40
Ich/Selbst/Identität/Proposition/andere Philosophen:
vier neuere Versuche:
1. Anscombe: "ich bin dieses Ding hier" ist eine echte Proposition, doch keine Proposition der Identität Sie bedeutet: Dieses Ding hier ist das Ding, die Person, von deren Handlung diese Vorstellung einer Handlung eine Vorstellung ist, von deren Bewegungen diese Vorstellung einer Bewegung Vorstellungen sind, usw.
I 42
ChisholmVsAnscombe:sie versucht also ihre Verwendung von "Ich" durch das Demonstrativum "dieses" zu erklären. Es ist klar, daß sie meine Verwendung von "ich" damit nicht erklären kann.
Sie hat also keine Theorie zum indirekten
I 73
Ich/Anscombe: "Ich bin dieses hier" ist eine reale Proposition, doch keine Proposition der Identität. Statt dessen bedeutet sie: dieses Ding hier ist das Ding, von deren Handlung diese Vorstellung einer Handlung eine Vorstellung ist. ChisholmVsAnscombe: sie versucht so, ihren Gebrauch von "Ich" durch den Gebrauch von "dieses" zu erklären,
I 74
es ist aber klar, daß sie damit meinen Gebrauch von "Ich" nicht erklären kann. - - -
Peacocke I 150
garantierte Referenz/Peacocke: diese Vorstellung findet man im Zusammenhang mit demonstrativen Gedanken. Es scheint nun, dass weder der Bereich der identifikatorisch grundlegenden noch der konstitutiv identifikatorisch grundlegenden Typen genau mit der Klasse der garantiert referierenden Typen übereinstimmt.
Def garantierte Referenz/Peacocke: Bsp wann immer jemand von sich vermutet einen Gedanken mit einer bestimmten GW zu denken, dann gibt es in der Tat eine solche GW und sie referiert.
In diesem Sinn haben einige identifikatorisch grundlegenden Fälle keine garantierte Referenz.
Bsp nicht realisierte Halluzination
g.R. ist auch nicht hinreichend für identifikatorische Basalität (Identifikationsunabhängigkeit):
garantierte Referenz: Bsp "mein Großvater väterlicherseits" hat eine garantierte Referenz für einen normalen Menschen.
Bsp eine GW der Form "die älteste jetzt lebende Person und sonst ich".
In beiden Fällen ist die Referenz sogar apriori garantiert!
Aber aus Inferenz, nicht aus Identifikation.
Aber diese Beispiele sind nicht identifikatorisch grundlegend, noch ist es hinreichend für Identifikationsunabhängigkeit, dass eine GW des Typs m auf ein Objekt garantiert zutrifft, dass dann das Subjekt glaubt, dass es sich um eine GW des Typs m handelt!
Nicht hinreichend: weil Fähigkeit zum Wiedererkennen ebenfalls den Test besteht ((s) aber identifikationsabhängig ist).
Bsp Wenn man halluziniert, dass Dummett vor einem steht, ist das immer noch ein Gedanke über Dummett.
Welches Objekt der Gedanke herausgreift hängt nicht davon ab, dass das Objekt eine bestimmte Beschreibung erfüllt.
Vielmehr hängt es von bestimmten komplexen Relationen zu Denkenden ab.
demonstrative Gedanken/Peacocke: nicht alle diese Relationen nicht identifikationsunabhängig, und das muss die Theorie der d.G. erklären.
identifikatorisch grundlegend/Peacocke: impliziert nicht, dass irgend eine substantielle Identität im Fall einer i.g. GW garantiert wahr wäre.
I 151
es geht nur um eine Weise des Wissens, die nicht auf anderem Glauben beruht. ich/garantierte Referenz/Anscombe: (The First Person,S.57): "Ich" ist ein Ausdruck X, der in folgendem Sinn garantierte Referenz hat: nicht nur, dass es ein solches Ding X gibt, sondern auch, dass das, was ich als X nehme, X ist.
"...die Person, von deren Bewegungen diese Bewegungsvorstellungen (ideas) Vorstellungen sind ... ".
Selbstidentifikation/PeacockeVsAnscombe: man kann fälschlich jemand anderes mit diesen Bedingungen identifizieren!
Bsp Anscombe würde es sicher zulassen, dass der Bischof eine als Bischof verkleidete Frau im Spiegel sieht, und sie fälschlich als sich selbst ansieht.
(ChisholmVsAnscombe: sie zeigt, wie sie sich selbst identifiziert, aber nicht, wie ich mich identifiziere.)

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983
VsAnscombe Peacocke Vs Chisholm, R.M.
 
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I 119
konstitutive Rolle: Bsp von 'die Person, die die und die Erfahrungen und Gedanken hat': hier gibt es zwei mögliche Mißverständnisse:
1. Bsp bei Chisholm:
PeacockeVsChisholm: Verwechslung von Allgemeinem und Besonderem. Anscombe: 'ich bin dieses Ding hier': d.h. die Person, von deren Handlung diese Idee einer Handlung eine Idee ist usw.'
ChisholmVsAnscombe: das erklärt ihren Gebrauch der ersten Person, aber nicht meinen Gebrauch!
Peacocke: eine Unterscheidung Allgemeines/Einzelnes (partikular) ist bei unserer konstitutiven Rolle implizit.
Einzelnes: die besondere k. R. ist durch die bewussten Zustände einer Person zu einer bestimmten Zeit spezifiziert.
allgemein: die allgemeine k. R. kann man als die Funktion von Denkenden und Zeiten auf die assoziierten einzelnen konstitutiven Rollen angesehen werden.
PeacockeVsChisholm: Bsp so gibt es ein allgemeines Rezept für die verschiedenen einzelnen konstitutiven Rollen von [selbst] (Schreibweise) für die beiden Denker Anscombe und Chisholm. Dieses legt die allgemeine k. R. fest. Und das gilt auch für zwei Gedanken von Chisholm zu zwei verschiedenen Zeiten.


Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983
VsAnscombe Prior Vs Verschiedene
 
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I 123
Intentionalität/Findlay: relationale Eigenschaft mit nur einer Seite. ((s)Vs: absurd.) Natürlich ist "an T denken" eine Eigenschaft des Denkenden.
I 124
Prüfstein für die Intentionalität: ist die "eingebaute Referenz auf das, was nicht Teil von ihr ist und was nicht irgendwo zu existieren braucht. Es gibt absolut keine intrinsische Differenz zwischen Denken und Reden über das, was existiert und das, was nicht existiert. (>Anscombe pro).
Das wäre nur eine Pickwicksche Unterscheidung (>Unterscheidung ohne Unterschied).
FindlayVsRussell: Vs Theorie der Kennzeichnungen.
PriorVsFindlay: das ist nicht fair, weil dieser gerade die Lösung anbot.
- - -
I 127
PriorVsReid/VsAnscombe/VsFindlay: es ist nicht leicht, die beiden folgenden Sätze zusammenzuhalten: (1) Das, was X von Y denkt, mit ihm vorhat, verehrt, bezieht immer Y genauso ein wie X.
(2) Es gibt Fälle, in denen X an Y denkt (verehrt usw.) und es überhaupt kein Y gibt.
Zumindest ist es schwer, dabei die folgenden drei Überlegungen zurückzuweisen, die bloß scheinen, sie konsistent zu machen:
a) Denken an ein irreales Objekt sei eine andere Art Denken als die an ein reales Objekt.
b) unser Denken würde uns nicht zum Objekt, sondern nur zu einer "Idee" davon in Relation setzten.
c) es gäbe starke und schwache Arten von Realität. (>Subsistenz).
I 128
Denken/Anscombe/Prior: könnte "denken" nicht durch jedes andere (zumindest intentionale) Verb ersetzt werden? Objekt/Tradition/Anscombe: etwas kann nicht einfach Objekt sein, ohne Objekt von etwas zu sein. Also "relationale Eigenschaft", ein Objekt zu sein.
- - -
Simons I 119
Identität/Simons: ist transitiv. Prior: das ist fraglich (als einziger). (PriorVsTransitivität der Identität).

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003

Si I
P. Simons
Parts Oxford New York 1987