Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsCartwrightVsCartwright Laudan Vs Cartwright, N. I 94
Beste Erklärung/Larry LaudanVsCartwright: (in Korrespondenz): die Unterscheidung zwischen wahrscheinlichster Ursache und bester Erklärung ist nur deswegen plausibel, weil Cartwright (anscheinend willkürlich) auf einer Unterscheidung einer pragmatischen Sicht theoretischer Gesetze und einer
nicht-pragmatischen Sicht von Ursachen besteht.
CartwrightVsVs: das ist nicht willkürlich: Bsp zwei Sichtweisen von Erklärung, die
a) dem deduktiv-nomologischen Modell (D-N) und
b) dem Duhemschen Modell zugrunde liegen.
I 97
LaudanVsBeste Erklärung: sie führt zu oft zu falschen Konklusionen: in der Geschichte der Wissenschaften waren sie meist falsch. Und dieses Problem betrifft auch theoretische Gesetze und theoretische Entitäten. Cartwright/Laudan: wir wollen wissen, was die epistemische Differenz zwischen Belegen für ein theoretisches Gesetz und den Belegen für theoretische Entitäten ist. Vielleicht sind beide epistemologisch auf einer Stufe.
theoretische Entität/Laudan: Bsp haben die Erfolge der Ein- bzw. Zwei-Flüssigkeiten-Theorien der Elektrizität etwa gezeigt, daß es eine elektrische Flüssigkeit gibt? ((s) Erfolg einer Theorie beweist nicht ihre Wahrheit).
CartwrightVsLaudan: 1. die Fehlschläge der Besten Erklärung in der Geschichte sind weit seltener als Laudan sagt. ((s) >Argument, >Argumentform).
2. (s.o.) bei Kausalerklärungen sind wir auf die Existenz dieser Ursachen verpflichtet.

Laud I
L. Laudan
Progress and Its Problems: Towards a Theory of Scientific Growth 1978
VsCartwrightVsCartwright Simons Vs Cartwright, N. I 125
Vierdimensionalismus/Cartwright: (1975,S. 167) "vierdimensionale Objekte haben verschiedene Karrieren". SimonsVsCartwright: nur continuants wie Generäle oder Opernsänger haben Karrieren. Vierdimensionale Objekte haben keine Karriere, sie sind bestenfalls eine Karriere.
Problem: wenn nun continuants aus der Ontologie verschwinden sollen, dann gibt es nichts, wovon etwas eine Karriere sein kann. Das ist das Reden mit "gespaltener Zunge": man kann nicht die Vorteile der alten Entitäten genießen, wenn man sie abschafft. Der Vierdimensionalismus braucht eine ganz neue (unvertraute, der Alltagssprache widersprechende) Redeweise.
Whitehead/Simons: ist der einzige der das durchhält und er ist sprichwörtlich obskur.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
VsCartwrightVsCartwright Cartwright Vs Creary, L I 62
Tatsachen-Sicht/Kausalkräfte/Lewis Creary/Cartwright: Creary versucht, getrennte Kausalgesetze aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Tatsachen-Sicht durch Postulieren eines Zwischen-Effekts zu retten: physikalische Gesetze/Creary: These: es gibt zwei Arten von ihnen:
a) Gesetze über Kausaleinfluß: Bsp Gravitationsgesetz. Coulombsches Gesetz: sie sagen uns, welche Kräfte oder andere Kausaleinwirkungen in verschiedenen Umständen wirken.
b) Gesetze über kausale Aktion: („Aktionsgesetze“): sagen uns, welche Resultate aus solchen Kombinationen erwachsen. Bsp Gesetzt der Vektoraddition, liefert befriedigende Erklärungen.
Komposition/Creary: weniger befriedigende Arten: Bsp Verstärkung, Interferenz, Auslöschung (predomination).
I 63
Wahrheit/physikalische Gesetze/Creary/Cartwright: nach Creary sind diese Gesetze wahr, weil sie korrekt beschreiben, welche Einflüsse produziert werden. Wahrheit/Gesetze/CartwrightVsCreary: das ist eine plausible Darstellung der Struktur vieler Kausalerklärungen, aber es hat zwei Nachteile:
1. oft gibt es keine allgemeinen Gesetze der Interaktion. Die Dynamik mit der Vektoraddition, ist in dieser Hinsicht glücklich.
Problem: irreversible Prozesse: Fluß, Flux, Übertragungsgesetze (laws of transport, Wärmetransport,) Verteilungsfunktionen. Die Gleichungen der statistischen Mechanik treffen in 90 % der Fälle nicht zu. (Kline, Similitude and Approximation, NY, 1969, S 140).
I 65
Creary/Cartwright: seine Aktionsgesetze (die das resultierende Gesamtverhalten liefern), gelten nur für Einzelfälle. CartwrightVsCreary: besser: Gesetze wie Ficks Gesetz mit Korrekturen zu versehen.
Natur/Cartwright: sollte mit vielen phänomenologischen Gesetzen beschreiben werden, die auf Einzelsituationen zugeschnitten sind, als von ersten Prinzipien regiert.
(s)VsCartwright: für Einzelsituationen (specific situations) kann es eigentlich keine Gesetze geben.
CartwrightVsCreary: 2. Kausaleinfluß: Bsp resultierende Kraft bei Vektoraddition:
Creary: These es ist keine Kraft die resultiert, sondern eine Bewegung (Verhalten). Damit können wir die Realität einer resultierenden Kraft überhaupt leugnen.
Cartwright: wir beide stimmen darin überein, daß es nicht drei Kräfte geben kann: die ersten beiden und zusätzlich die resultierende.
CartwrightVsCreary: ich behaupte aber die Realität der resultierenden, während Creary die der Komponenten-Kräfte behauptet.
Kausaleinfluß/Creary: ist bei ihm ein zwischengeschalteter Faktor zwischen Ursache und dem, was zunächst für die Wirkung gehalten wurde.
CartwrightVsCreary: das wird nicht allgemein funktionieren. Bsp zwei Gesetze:
a) C verurs E
b) C’ verurs E’.
Außerdem: C und C’ zusammen verurs E’ ’.
Dann wollen wir nicht drei Wirkungen E, E’ und E’’ annehmen, sondern wir müssen irgendwelche weiteren Vorkommnisse F und F’ als die eigentlichen Wirkungen der zwei Gesetze a) und b) annehmen. Und diese werden dann nach einem weiteren Gesetz zusammen E’’ hervorbringen.
CartwrightVsCreary: das kann im Einzelfall funktionieren, aber nicht immer. Ich sehe keinen Grund, warum immer solche Zwischeneinflüsse gefunden werden sollten. Diese scheinen mir mehr schattenhaft.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
VsCartwrightVsCartwright Cartwright Vs Grice, P.H. I 129
als ob/Physik/Cartwright: (aus einem Seminar bei Grice): gibt es in der Physik einen „als-ob-Operator? Grice: Bsp a) Helium-Gas verhält sich, als ob es eine Kollektion (Annsammlung) von Molekülen wäre, die nur bei Kollision interagieren.
b) ... Helium-Gas ist aus Molekülen zusammengesetzt, die sich verhalten, als ob sie nur bei Kollisionen interagieren. ((s) a) ...als ob Moleküle...b) ...Moleküle als ob...
CartwrightVsGrice: früh: damals machte ich Einwände, die dem nur scheinbar widersprachen: Es gibt wohlbekannte Fälle mit dem „als-ob“Operator. Bsp die strahlenden Moleküle in einem Ammonium-Maser verhalten sich als ob sie klassische elektronische Oszillatoren wären.
als ob/falscher Realismus: realistische Frage: wie dicht sind die Oszillatoren gepackt?
VsRealismus: diese Frage ist absurd, klassische Elektronen-Oszillatoren sind selbst ein bloßes theoretisches Konstrukt, eine Fiktion! Das Verhalten von Atomen ist verblüffend analog einem klassischen Elektron-Oszillator.
Helium-Neon-Laser/Cartwright: (...) verhält sich, als ob es eine Kollektion von 3-Level-Atomen (...) sind.
I 130
als ob/Verhalten/Existenz/Ontologie/Erklärung/Theorie/Cartwright: früh: aber indem ich sage „als ob“, leugne ich nicht die Existenz von 3-Level Atomen in dieser Situation! Ich erkennte die existentiellen Tatsachen an, und setze dennoch den „als-ob“-Operator“ davor!. CartwrightVsCartwright: später: ich verwechselte damals zwei Funktionen, die der als ob-Operator haben kann:
als-ob-Operator/Cartwright: a) Dinge links vom als-ob-Operator zu schreiben bedeutet, eine existentielle Verpflichtung einzugehen. Bsp ...Moleküle als ob...
b) Dinge rechts vom als ob-Operator: hat eine andere Funktion: was auf der rechten Seite steht ist das (eine Beschreibung) , was wir wissen müssen, um eine mathematische Formulierung anwenden zu können.
Beschreibung/Gleichung/Gesetz/Physik/Cartwright: die Beschreibung auf der rechten Seite ist die Art von Beschreibung, für die die Theorie eine Gleichung liefert. Bsp wir sagen, ein „reales Quanten-Atom“ verhält sich wie ein klassischer Elektron-Oszillator. Die Theorie sagt uns schon vorher, welcher Gleichung dieser Oszillator gehorcht.
I 131
Beschreibung/Gleichung/Theorie/Cartwright: man könnte annehmen: um eine Beschreibung zu erhalten nach der wir sie aufstellen können, müssen wir von dem ausgehen, was wir als existierend annehmen. (to be the case). CartwrightVs: so geht es aber nicht:
Prinzipien/Theorie/Cartwright: die Theorie hat nur wenige Prinzipien, um von Beschreibungen zu Gleichungen zu gelangen. Und diese Prinzipein verlangen ganz bestimmt strukturierte Informationen. Und die „Beschreibungen“ auf der rechten Seite müssen vielen mathematischen Erfordernissen genügen.
Beschreibung/Theorie/Gleichung/Cartwright: These: die Beschreibungen, die am besten beschreiben, sind gerade nicht die, auf die die Gleichungen am besten zutreffen.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
VsCartwrightVsCartwright Cartwright Vs Mill, J. St. I 38
Objektive Wahrscheinlichkeit/VsCartwright: man könnte einwenden, die Partitionierung über irrelevante Faktoren würde keinen Schaden anrichten, wenn erst einmal alle Faktoren fixiert sind. „wahre Wschk“/Cartwright: = objektive Wschk?
relative Häufigkeit/relHäuf/Cartwright: ist nicht dasselbe wie objektive Wschk.
Simpsons Paradox/Lösung/VsCartwright: sicher können wir immer einen dritten Faktor finden, aber normalerweise haben wir es nicht mit endlichen Häufigkeiten zu tun, sondern mit objektiven Wschk.
objektive Wschk/VsCarwright: wenn man sie nicht aus endlichen Daten abliest, stellen sich keine scheinbaren Korrelationen ein.
I 60
Vektoraddition/Cartwright: nach dieser Auffassung werden zwei Kräfte ( Gravitations-Kraft, bzw. der elektromagnetische) produziert, aber keine von ihnen existiert. Komposition von Kräften/Ursachen/MillVsCartwright: dieser würde leugnen, daß die beiden nicht existieren: Nach ihm existieren beide als Teil der resultierenden Wirkung. Bsp zwei Kräfte in verschiedene Richtungen. „Teilkräfte“.
CartwrightVsMIll: es gibt keine „Teilkräfte“. Ereignisse mögen zeitliche Teile haben, aber es gibt keine Teile der Art, wie Mill sie beschreibt, Bsp eine Richtung Norden, eine Richtung Osten, wobei der Körper sich dann eben nicht nach Norden und auch nicht nach Osten sondern nach Nordosten bewegt.
I 59
CartwrightVsMill: Problem: dann ist es entscheidend, daß die Gesetze dieselbe Form haben, egal ob sie innerhalb oder außerhalb der Komposition sind. Und das ist nicht möglich! Es ist nicht möglich, wenn die Gesetze das aktuale Verhalten konkreter Körper beschreiben sollen.
I 70
Def Super-Gesetz/Erklärung/Gesetz/Umstände/Terminologie/Mill/Cartwright: im Fall von Bsp Coulombs Gesetz und dem Gravitationsgesetz, können wir einfach ein immer komplexeres Antezedens davorsetzen, um die Situation zu erfassen und damit zu erklären, was passiert. Mill: das geht für Mechanik, aber nicht für die Chemie. Das erklärt, warum die Chemie keine deduktive bzw. demonstrative Wissenschaft ist. Das legt den covering-law-Ansatz zugrunde.
CartwrightVsSupergesetz/CartwrightVsMill: 1. Supergesetze sind nicht immer verfügbar, wenn wir nicht alles genau beschreiben, verlieren wir unser Verständnis dessen, was passiert. Und wir erklären, ohne Supergesetze zu kennen. Wir brauchen eine philosophische Erklärung warum diese Erklärungen gut sind.
2. Supergesetze sind vielleicht oft gar keine gute Erklärung. Das ist ein alter Einwand Vs covering laws. Bsp warum wackelt die Wachtel in meinem Garten mit dem Kopf? Weil das alle tun.
I 71
Genauso Bsp „Alle Karbonatome haben fünf Energielevels“ erklärt gar nichts. 3. Sicher sind covering laws für komplexe Fälle erklärend. Insbesondere, wenn das Antezedens des Gesetzes nicht genau die Komponenten der Einzelsituation erfaßt, sondern eine mehr abstrakte Beschreibung liefert.

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Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

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R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
VsCartwrightVsCartwright Cartwright Vs Russell, B. I 21
Naturgesetze/Cartwright: es gibt mindestens zwei Arten: a) Assoziationsgesetze/Assoziation/Hume/Cartwright: sie sind die, mit denen die Philosophie es normalerweise zu tun hat. Sie sagen uns, wie oft zwei Qualitäten oder Quantitäten ko-assoziiert sind. ((s) zusammen auftreten?). Das kann probabilistisch oder deterministisch sein.
Darunter fallen die Gleichungen der Physik: Bsp: wann immer die Kraft auf ein Objekt mit der Masse m f ist, ist die Beschleunigung f/m. Die Gesetze der Assoziation können einen Zeitindex haben. Bsp die probabilistischen Mendelschen Gesetze.
Kausalität: spielt hier keine Rolle, statt dessen: Zusammen-Auftreten.
b) Kausalgesetze/Cartwright: Bsp Rauchen verursacht Krebs, Bsp Kraft verursacht eine Änderung in der Bewegung. ((s) anders als oben!).
Russell: These 1. es gibt nur Assoziations-Gesetze.
2. Kausalprinzipien können nicht von kausal symmetrischen Gesetzen der Assoziation abgeleitet werden.
Cartwright: Vs 1. pro 2.
Kausalprinzipien/CartwrightVsRussell: können zwar nicht aus Assoziationsgesetzen abgeleitet werden, wir können aber auch nicht auf sie verzichten. Das hat mit unseren Strategien zu tun.
I 74
CartwrightVsRussell: ich bevorzuge Ursachen statt Gesetzen in der Wissenschaft und Erklärung.
I 111
Gesetz/Ursache/Wirkung/Analogie/Russell: (On the Notion of Cause.. NY 1953, S 392): das Prinzip „selbe Ursache, selbe Wirkung“ ist völlig zwecklos. Sobald das Antezedens (das die Umstände darstellt) genau genug bestimmt ist, um zu erlauben, daß die Konsequenzen berechnet werden, wird es so komplex, daß es unwahrscheinlich ist, daß der Fall jemals wieder eintritt! Damit würde die Wissenschaft steril. fundamentale Gesetze/RussellVsCartwright: damit plädiert Russell für fundamentale Gesetze.
fundamentale Gesetze/ CartwrightVsRussell: die fundamentale Gesetze stellen mehr die Relationen zwischen Eigenschaften statt zwischen Individuen dar. Aber in der Praxis will der Ingenieur zwar funktionale Gesetze, aber bloß „mit einer gewissen Exaktheit“.

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Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

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VsCartwrightVsCartwright Cartwright Vs Verschiedene I 79
mathematische Erklärung/Quantendämpfung/Agarwal: Pointe: hier gibt es sechs verschiedene Ansätze mit sechs verschiedenen Gleichungen! (>Redundanz, alternative Erklärung).
I 80
Z.B. gibt es verschiedene Versionen der Schrödinger-Gleichung.
I 81
Gleichung/theoretische Erklärung/Gesetze/Cartwright: These: solche (alternativen, redundanten) Erklärungen stellen keine objektiven Gesetze fest. Gleichungen/CartwrightVsAgarwal: die alternativen Gleichungen liegen in Konkurrenz miteinander. Sie bieten verschiedene Gesetze für dasselbe Phänomen an.
AgarwalVsCartwright: dieser meint, die verschiedenen Ansätze dienen verschiedenen Zwecken. D.h. sie konkurrieren nicht.

I 94
Gesetze/Beinhalten/Erklärung/Naturgesetze/NG/Grünbaum: („Science and ideology“, The Scientific Monthly Juli 1954, , S 13-19): während ein umfassenderes Gesetz G ein weniger umfassendes Gesetz L enthält, und damit eine Erklärung liefert, ist es nicht die Ursache von L. Gesetze werden nicht dadurch erklärt, daß man zeigt, daß die Regularitäten die sie behaupten aus einer Verursachung entstehen, sondern daß ihre Wahrheit ein Spezialfall einer umfassenderen Wahrheit ist. CartwrightVsGrünbaum: dabei wird angenommen, daß die fundamentalen Gesetze dieselben Behauptungen machen, wie die konkreteren, die sie erklären.
I 95
Das hängt dann davon ab, daß die phänomenologischen Gesetze aus den fundamentalen abgeleitet (>Deduktion, >deduktiv) werden können, wenn die Situation spezifiziert ist. Wenn dann die phänomenologischen Gesetze richtig sind, dann auch die fundamentalen, jedenfalls in der Situation. Problem: immer noch gibt es ein Induktionsproblem: machen die fundamentalen Gesetze die richtigen Verallgemeinerungen über Situationen?
explanatorische Gesetze/Erklärung/Cartwright: die explanatorischen Gesetze sollen die phänomenologischen erklären und damit eine Vielzahl anderer phänomenologischer Gesetze in anderen Situationen. Aber sie sind viel ökonomischer (weil sie nicht die speziellen Situationenspezifizieren müssen).

Messen/Realität/realistisch/real/Cartwright: wenn wir wissen wollen, welche Eigenschaften in einer Theorie real sind, müssen wir nach der kausalen Rolle sehen.
I 182
Messen/QM/Problem: die statischen Werte von dynamischen Variablen haben keine Wirkung. Nur wenn Systeme Energie , Impuls oder eine andere Erhaltungsgröße austauschen, passiert irgendetwas in der QM. Bsp die Position eines Teilchens zu kennen, sagt nichts über sein künftiges Verhalten. Der Detektor spricht nur auf eine Änderung der Energie an. Messen/QM/Henry Margenau/Cartwright: (Margenau, Phil.of Science 4, (1937) S 352-6): These: alle Messung in der QM ist letztlich Positionsmessung.
Cartwright: aber Positionsmessungen sind selbst letztlich Registrierungen von Interaktionen bei der Zertrümmerung. Diese ist unelastisch, d.h. die Energie bleibt nicht im Teilchen erhalten. D.h. der Detektor nimmt die Energie vom Teilchen auf. Das bewirkt, daß der Detektor ionisiert wird.
Übergangs-Wschk/CartwrightVsMargenau: Lösung: es geht also um die Wschk, daß die Ionisierung des Detektors stattfindet.
Problem: es könnte eine Hintergrundstrahlung geben, die Ionisierung ohne Teilchen bewirkt. Oder umgekehrt, die Platte ineffektiv sein, so daß die Energie des Teilchens nicht registriert wird.
I 183
Problem/Cartwright: weiteres Problem: die Energie muß angemessen groß sein. Das könnte zu Inkonsistenzen führen. Soret-Effekt: hier müssen wir nur einfache lineare Addierbarkeit annehmen in unserem Gesetz der Aktion, und erhalten einen Überkreuz-Effekt indem wir Ficks Gesetz einen thermalen Diffusionsfaktor hinzufügen. Leider geht das nicht für beliebige Einflüsse in der „Transport-Theorie (Wärmetransport usw.).
I 65
Überkreuz-Effekt/Cartwright: es gibt nur einen fehlgeschlagenen Versuch, allgemeine Prinzipien für Überkreuzeffekte aufzustellen: von Onsager, 1931, weiterentwickeln in den 50ern. Das ist aber bloß ein prokusteshafter Versuch und erklärt nichts neues. VsOnsager: seine Prinzipien sind leer, weil sie einmal in einer Weise, ein anderes mal in einer anderen Weise ausgelegt werden müssen. Sie dürfen nicht buchstäblich befolgt werden, zu viel ist der Vorstellung des Physikers überlassen.
Prinzip: ist leer, wenn es bei verschiedenen Gelegenheiten verschieden ausgelegt werden muß.
I 174
Schrödinger-Gleichung/CartwrightVsSchrödiger-Gleichung: Problem: nach ihr hat das Elektron im Beschleuniger weder eine bestimmte Richtung noch eine bestimmte Energie – SG wird täglich widerlegt, indem das Wellenpaket reduziert wird - nicht durch Messung, sondern durch Präparation.
I 75
Wissenschaft/Erklärung/Cartwright: der Rahmen der modernen Physik ist mathematisch und gute Erklärungen werden immer präzise Rechnungen ermöglichen.
Erklärung/Rene Thom: (1972, S 5): Descartes: mit seinen Wirbeln und Atomverkettungen erklärte alles und berechnete nichts.
Newton: berechnete alles und erklärte nichts.
CartwrightVsThom: in der modernen Wissenschaft müssen wir kausale und theoretische Erklärung ebenso auseinanderhalten, aber sie funktionieren anders:
Wenn wir Descartes’ kausale Geschichte akzeptieren, müssen wir seine Behauptungen über verkettete Atome und Wirbel als wahr annehmen.
Aber wir nehmen Newtons Gesetz über das umgekehrte Quadrat der Entfernung nicht als wahr oder falsch an.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
VsCartwrightVsCartwright Chisholm Vs Vierdimensionalismus Simons I 120
Objekt/Ding/Gegenstand/Chisholm: These: "Mereologische Konstanz" Objekte im ursprünglichen Sinn: entia per se: können sich nicht verändern. Objekte im abgeleiteten Sinn:
entia per alio: unterliegen dem Flux, aber nur in dem Sinn, dass sie sukzessive durch verschiedene entia per se konstituiert sind, die sich in ihren Teilen unterscheiden.
Continuants/Chisholm: er leugnet sie nicht! Vielmehr ChisholmVsVierdimensionalismus. (Mit seiner Ontologie von zeitlichen Objekten).
Simons I 124
Ereignis/occurrents/Ontologie/Chisholm/Simons: Chisholm widerlegt drei Argumente für die Ontologie von Ereignissen (Vorkommnissen): (Chisholm 1976, Anhang A) 1. Argument der räumlichen Analogie: es gibt eine große Disanalogie zwischen Raum und Zeit: ein Ding kann nicht an zwei verschiedenen Orten zur selben Zeit sein, aber ein Ding kann zu zwei verschiedenen Zeiten am selben Ort sein.
ChisholmVs: das ist nicht schlüssig, ein Verteidiger von zeitlichen Teilen kann dagegen argumentieren. Aber dann kann er dieses Argument gebrauchen um für seine These ohne Zirkularität zu argumentieren.
2. Argument der Veränderung (Wechsel): Bsp wie kann Philip einmal betrunken und einmal nüchtern sein? Für ihn ist beides zusammen widersprüchlich.
ChisholmVsVierdimensionalismus/Lösung: statt zu sagen ein Zeitstadium von Philip ist (zeitlos) betrunken) sagen wir einfach alltagssprachlich: er war letzte Nacht betrunken und ist jetzt nüchtern.
Entweder gebrauchen wir grammatische Zeiten wie in der Alltagssprache oder wir relativieren unsere Prädikate auf die Zeit ((s) "haben-zu-t", "sein-zu-t")
3. Argument vom Flux (nicht „Flux-Argument“): Bsp
Fluss/QuineVsHeraklit: Quine gebraucht die zeitliche Ausdehnung des Flusses auf gleicher Stufe wie die räumliche Ausdehnung.
ChisholmVsQuine: nicht jede Summe von Flussstadien ist ein Fluss-Prozess.
I 125
Lösung/Chisholm: wir müssen sagen, welche Bedingungen eine Summe erfüllen muss, um ein Fluss-Prozess zu sein. ChisholmVsQuine: Problem: das setzt wiederum continuants voraus: (Flussufer, menschliche Beobachter) oder eine Theorie des absoluten Raums oder die Einführung eines technischen Terms ((s) Prädikat) "ist kofluvial mit").
Problem: das kann nur verstanden werden in Begriffen von "ist derselbe Fluss wie". Also zirkulär.
VsVierdimensionalismus/VsProzess-Ontologie: hat es damit nicht geschafft, alle sing oder allg Term zu eliminieren, die continuants denotieren.
Prozess-Ontologie/Vierdimensionalismus/SimonsVsProzess-Ontologie: alle Vertreter außer Whitehead sprechen mit "gespaltener Zunge", wenn es um konkrete Beispiele geht.
Continuants/Quine: meint, er können sie "vierdimensional rekonstruieren". "Neu beschreiben".
Rekonstruktion/ Neubeschreibung/SimonsVsQuine: wenn etwas neu beschrieben wird, erhält es eine neue Beschreibung. Rekonstruktion ist strenggenommen ein Verwerfen. Also müssen continuants dann aus unserer Ontologie verschwinden und etwas anderes an ihre Stelle treten.
Problem: damit ist es irreführend, von Flussstadien oder Katzenstadien zu sprechen. Bsp Nicht ein Philip-Stadium ist betrunken, sondern der ganze Mensch. Bsp man badet nicht in einem Flussstadium, sondern im ganzen Fluss.
Fehler: es kann nicht richtig sein, dass Subjekt zu verändern und das Prädikat unverändert zu lassen, und denken, man hätte immer noch einen wahren Satz! Ähnlich:
Vierdimensionalismus/Cartwright: (1975,S. 167) "vierdimensionale Objekte haben verschiedene Karrieren".
SimonsVsCartwright: nur continuants wie Generäle oder Opernsänger haben Karrieren. Vierdimensionale Objekte haben keine Karriere, sie sind bestenfalls eine Karriere.
Problem: wenn nun continuants aus der Ontologie verschwinden sollen, dann gibt es nichts, wovon etwas eine Karriere sein kann. Das ist das Reden mit "gespaltener Zunge": man kann nicht die Vorteile der alten Entitäten genießen, wenn man sie abschafft. Der Vierdimensionalismus braucht eine ganz neue (unvertraute, der Alltagssprache widersprechende) Redeweise.
Whitehead/Simons: ist der einzige der das durchhält und er ist sprichwörtlich obskur.
I 126
Prozess-Ontologie/Simons: all das zeigt nicht ihre Unmöglichkeit, nur ihre fremde Natur. Wir müssen nämlich nicht nur continuants verabschieden, sondern auch Ereignisse, die sie involvieren, insbesondere Veränderungen von continuants. SimonsVsProzess-Ontologie/SimonsVsVierdimensionalismus: dass die RT die Aufgabe von continuants verlangt, ist gar nicht so sicher und hängt eher von den Umständen ab. Sicher, Minkowski-Diagramme repräsentieren Zeit einfach als eine andere (gleichberechtigte) Dimension.
I 127
Argument/Simons: es ist kein schlüssiges Argument, von einer bequemen Darstellungsart (Repräsentation) eine Ontologie abzuleiten.

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Quantität Cartwright, N. I 128
Quantität/Cartwright: früh: These in der Natur gibt es gar keine Quantitäten, keine Attribute mit exakt numerischen Werten, von denen man sagen könnte, daß sie einander gleich oder ungleich sind. Dennoch ist Materie sicher aus realen Atomen, Molekülen usw. mit spezifischen Massen, Spins, Ladungen usw. zusammengesetzt.
Ich sagte damals, diese Prozesse seien qualitativ, weil unser Wissen über sie nicht in einfachen quantitativen Gleichungen ausgedrückt werden kann.
CartwrightVsCartwright: (Selbstkritik) später: diese Unterscheidung war keine zwischen Quantität und Qualität, sondern zwischen den engen mathematischen Gleichungen der Theorie und den verzwickten Beschreibungen mit denen wir unser Wissen darüber ausdrücken müssen, was in realen Systemen geschieht.