Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 16 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Ähnlichkeit Churchland
 
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Fodor IV 188
Zustandsraum/Gleichheit/Ähnlichkeit/Qualität/Paul Churchland: These: Zustandsraum, Ähnlichkeitsraum, Ähnlichkeitsmetrik. Bsp "Anglophoner Hyperraum mit logischen Relationen auf Hyperflächen“. Soll Chomskys Bild ersetzen.
((s) Hyperfläche/Churchland/(s): etwas, worauf man nach oben/unten, rechts/links und vorne/hinten gehen kann. Und das innerhalb einer Sprache. Wird benötigt, um Gegenstände und ihre Relationen zu beschreiben.)
IV 189
Fodor/Lepore: das setzt voraus, dass Zustandsräume auch Grammatik widerspiegeln. Churchland: Es hat auch im Sinn, dass eine Art Repräsentationen "Inhalte" neurologischer Zustände widerspiegeln.
Fodor: Dabei steckt er bis zum Hals in Intentionalität.
Fodor IV 193
Ähnlichkeit/Gleichheit/Semantik/Paul Churchland/Fodor/Lepore: fängt überraschenderweise mit Empfindungen an, nicht mit Intentionalität (wie z.B. mit propositionalen Einstellungen oder Begriffen). These: wenn wir einen angemessenen Zugang zu Empfindungen hätten, könnte dieser zu einer allgemeinen mentalen Repräsentation verallgemeinert werden.
Churchland: der qualitative Charakter unserer Empfindungen wird allgemein für als der neurobiologischen Reduktion unzugänglich gehalten.
Aber auch so finden wir, dass ein entschlossener Versuch, hier eine Ordnung zu finden, einen beträchtlichen Batzen an ausdrückbarer Information zutage fördert.
Bsp Farbwürfel mit Frequenzen.
IV 194
Fodor/Lepore: Churchland nimmt hier tatsächlich an, dass dies ein Zugang zu den Empfindungen sei (über Frequenzen!), nicht nur zur Diskriminierungsfähigkeit des Nervensystems. Churchland: so kann das Unausdrückbare ausgedrückt werden! Das "unaussprechliche Rosa" kann durch Frequenzangabe gefasst werden. So kann vielleicht auch die Alltagssprache ersetzt werden.
IV 195
Fodor/Lepore VsChurchland: wie plausibel ist diese Geschichte in Bezug auf Empfindungen? Liefert sie einen robusten Begriff der Gleichheit im Allgemeinen?

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Elimination Churchland
 
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Schiffer I 159
Eliminativismus/Churchland/Schiffer: (Paul Churchland 1981): sein Eliminativismus ist ganz anders als der von Quine: Hier wird die Irreduzibilität intentionalen Vokabulars geleugnet. Volkspsychologie/Churchland: ist eine funktionale Theorie. Glauben ist ein funktionaler Zustand, mit einer funktionalen Rolle aber zukünftige Neurowissenschaft wird zeigen, dass keine inneren Zustände diese Rollen haben und daher die Volkspsychologie falsch ist.
Schiffer: das ist eine ganz andere Route zum Eliminativismus als die, dass Glauben nicht physikalisch realisiert werden könnte, weil unser intentionales Vokabular irreduzibel sei.
I 164
... SchifferVsChurchland: sein Eliminativismus müsste dann zur Folge haben, dass niemand etwas glaubt.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Glauben Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 273
Def subdoxastisch/Stich: (1978): ein subdoxastischer Zustand ist kein Glaubenszustand, aber ein informationstragender Zustand. Er ist unbewusst und inferentiell isoliert von Glaubenseinstellungen. Bsp wenn es eine Transformationsgrammatik gibt, dann wären die Zustände die sie repräsentieren, subdoxastisch - Schiffer: These: Sprachverarbeitung wird durch eine Serie subdoxastischer interner Zustände geleistet.
I 26
Glauben/Schiffer: Problem: so schafft eine psychologische Theorie nicht die Bedeutung von glaubt - Lösung: > Psychofunktionalismus - funktionalistische Reduktion. Letztlich : "Bel = def 1. Element eines geordneten Paars von Funktionen das erfüllt T(f,g)". - ((s) Von dem die Theorie sagt, dass es Glauben ist)...) - ((s) "Loar-Stil" ).
I 28
Dabei wird schon vorausgesetzt, dass sie Glauben und Wünschen als Funktionen von Propositionen auf (Mengen von) internen Z-Typen bilden - das Kriterium dafür, dass ein Z-Token n ein Glauben, dass p ist, dass n ein Token eines Z-Typs ist, der die funktionale Rolle hat, die die Definition von BelT mit p korreliert.
I 150
Glaubens-Eigenschaft/SchifferVs: wenn es sie gäbe, wären sie nicht irreduzibel (absurd) - ((s) für Schiffer ist schon bewiesen, dass es eine neuronale Eigenschaft für Bsp das Zurücktreten vor einem Auto gibt.) - diese ist die Ursache. - Dann sind mentale Eigenschaften zusätzlich erforderlich - diese werden dann von keinem kontrafaktischem Konditional gestützt - ((s) Kontrafaktisches Konditional/(s): zeigt, ob etwas überflüssig ist - bzw. ob es als Erklärung hinreichend ist.)
I 155
Glaubenseigenschaften/GE/Schiffer: angenommen, es gäbe sie (sprach-unabhängig), dann müssten sie einfach (nicht-zusammengesetzt) sein - d.h. keine Funktion von anderen Dingen - Vs: Bsp die Eigenschaft, Thatcher zu lieben ist zusammengesetzt aus Lieben und Thatcher - Glauben ist aber keine solche Relation (s.o.) - Problem: wenn Glaubenseigenschaften semantisch einfach sind, dann gibt es unendlich viele - dann ist Sprachlernen unmöglich.
I 163
Glaubens-Prädikate: unproblematischer als Glaubens-Eigenschaften: Irreduzibilität aus begrifflicher Rolle - Bsp Ava wäre nicht zurückgetreten, wenn sie nicht die Glaubenseigenschaft gehabt hätte, dass ein Auto kommt - begrifflich und ontologisch unabhängig vom singulärem Term "die Existenzgeneralisierung des Glaubens, dass ein Auto kommt" - (gutartiger Prädikat-Dualismus (in Bezug auf begriffliche Rollen). - Keine Kausalkraft - pleonastisch: Ava trat zurück, weil sie die Glaubenseigenschaft hatte...
I 164
Glauben: (S) Gegeben, Ava glaubt, dass ein Auto kommt, glaubt sie dies auch in jeder möglichen Welt die physikalisch von der wirklichen Welt ununterscheidbar ist. - Problem: das kann nicht bewiesen werden - ist aber wahrscheinlich wahr - dann letztlich: sie trat zurück, weil sie in den neuronalen Zustand war. - SchifferVsEliminativismus/SchifferVsChurchland: müsste dann zur Folge haben, daß niemand etwas glaubt.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Identitätstheorie Churchland
 
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Pauen I 188
Erklärungslücke/Identitätstheorie/Bewusstsein/Ontologie/Pauen: grundsätzlich schon von Leibniz erkannt. Dann Dubois Reymond, Nagel, Joseph Levine. Erklärungslücke/Levine/Pauen: zwischen wissenschaftlichen und alltagspsychologischen Theorien.
Chalmers: "Hard Problem of Consiousness" (Schwieriges Problem des Bewusstseins):
I 189
zwingt uns zu enormen Eingriffen in bisher akzeptierte Auffassungen und Methoden. Identitätstheorie: bezieht sich auf die Ontologie.
Erklärungslückenargument: bezieht sich epistemisch auf unser Wissen.
Zusammenhang: akzeptieren wir die Identitätstheorie. müssen wir erwarten, dass auch unser jeweiliges Wissen sich aufeinander beziehen lässt.
I 191
Churchland: es wäre nun ein Fehlschluss, dass wir aus unserem heutigen Unwissen auf die Unlösbarkeit des Problems schließen wollten. ("Argument der Ignoranz") VsChurchland: im Fall der Erklärungslücke muss das aber gar nicht plausibel sein!
Die Vertreter berufen sich gar nicht auf die eigene Unwissenheit, und führen auch nicht das Versagen der bisherigen Forschung an. Sie nehmen einen prinzipiellen Unterschied zwischen Entitäten wie Bsp Wasser und Wärme auf der einen Seite und mentalen Prozessen auf der anderen Seite an.
Daher müssen unsere Methoden scheitern.
I 192
Bei diesem Unterschied spielen Kausaleigenschaften eine wesentliche Rolle. Dann müssen so die Vertreter des Erklärungslückenarguments unsere durch alltägliche Begriffe bezeichneten natürlichen Phänomene durch solche Kausaleigenschaften charakterisiert werden können.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Konnektionismus Churchland
 
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Fodor IV 199
Fodor/LeporeVsKonnektionsmus: die Konnektionisten zeichnen Diagramme in denen die Beschriftung (Bezeichnung der Knoten) sagen, was die intentionale Interpretation angeblich sein soll.
IV 200
Aber keine Theorie erklärt, wie der Knoten zu seiner Bezeichnung kommt. Fodor/LeporeVsChurchland: den gleichen Fehler macht Churchland. Das ist nur Semantik durch Stipulation. Dabei ist egal ob Semantik für Punkte oder ganze Dimensionen postuliert wird.
Problem: was soll darüber entscheiden, ob braun und dunkelblau eher Regionen (Stellen) oder Dimensionen entspricht? Er liefert überhaupt keine Semantik, weil das Gehirn Farben nicht als Frequenzen repräsentiert!



Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Konnektionismus Fodor
 
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IV 199/200
Konnektionismus/Fodor/LeporeVsKonnektionsmus: die Konnektionisten zeichnen Diagramme in denen die Beschriftung (Bezeichnung der Knoten) sagen, was die intentionale Interpretation angeblich sein soll - aber keine Theorie erklärt, wie der Knoten zu seiner Bezeichnung kommt. Fodor/LeporeVsChurchland: den gleichen Fehler macht Churchland - das ist nur Semantik durch Stipulation. Dabei ist egal ob Semantik für Punkte oder ganze Dimensionen postuliert wird.
IV 201
Repräsentation/neurophysiologisch/Geist/Gehirn/Fodor/LeporeVsChurchland: Farben werden nicht als Frequenzen repräsentiert - das Gehirn repräsentiert rote Dinge als rot und Tanten als Tanten! - (Nicht als Gegenstände mit gewissen psychophysischen Eigenschaften) - sonst könnten wir alles mit Introspektion herausbekommen. - Es sind ganz verschiedene Interpretationen seiner Diagramme möglich.

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Materialismus Churchland
 
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Pauen I 100
Materialismus, eliminativer/VsChurchland/Pauen: erheben den Anspruch, den Verzicht auf die Terminologie der Alltagspsychologie begründen zu können. Dies setzt aber voraus, dass die entsprechenden Entitäten in der Tat nicht existieren. Das ist also eine ontologische und nicht nur eine sprachphilosophische These.
Dabei unterstellt Churchland, dass es keine ernst zu nehmenden Einwände gegen den eliminativen Materialismus gibt. Das ist aber nicht der Fall.
I 101
VsMaterialismus, eliminativer/Pauen: 1. Falscher Anspruch zu wissen, dass es neuronale, aber keine mentalen Zustände gebe. Performativer Widerspruch: wenn es sich hier um Wissen handelt, dann muss es seinerseits wahr sein. Es darf also keine Meinungen (d.h. mentale Zustände) geben.
Auf der anderen Seite impliziert der Wissensstatus jedoch, dass der Vertreter einer Behauptung selbst der Meinung ist, der Sachverhalt treffe zu.
Patricia Churchland/Pauen: gesteht diesen performativen Widerspruch zu, sieht darin aber lediglich einen weiteren Beleg für unsere Verstrickung in die Alltagspsychologie.
VsChurchland: das ist eine bloße Ankündigung, der Widerspruch werde schon irgendwann gelöst.
I 102
Performativer Widerspruch/Churchland/Pauen: Bsp der Vitalismus diagnostiziert auch diesen Widerspruch: der Gegner behauptet, es gebe keine Lebensgeister. Dieser Gegner ist aber selbst lebendig, muss also über Lebensgeister verfügen...
PauenVsChurchland: das ist nicht dasselbe: der Widerspruch läuft nicht auf der gleichen Ebene:
Der Gegner des Vitalismus macht sich nicht vom Vitalismus abhängig, sondern verfügt über eine Alternativkonzeption.
Im Gegensatz dazu muss der Verteidiger der Alltagspsychologie keine solche Voraussetzung machen: die Behauptung, dass Wissen Meinung (den umstrittenen mentalen Zustand) impliziert, ist schließlich keine Erfindung der Alltagspsychologie, es ist überhaupt keine empirische These!
I 103
VsMaterialismus, eliminativer/Pauen: 2. Problem der intertheoretischen Reduktion: eliminiert werden soll die Alltagspsychologie ja vor allem, weil sie sich nicht auf die Neurobiologie reduzieren lässt. Robert McCauley/Pauen: dazu müssen die beiden Theorien aber auf der gleichen Ebene konkurrieren. Bsp Phlogiston/Chemie.
Im Gegensatz dazu sind Alltagspsychologie und wissenschaftliche Psychologie auf völlig verschiedenen Ebenen angesiedelt. (Erste/dritte Person, Mikro/Makro).
I 104
3. Bsp Split Brain Patienten/Pauen: empirische Belege zeigen, dass insbesondere Gefühle sprachunabhängig sind und damit auch vortheoretisch identifiziert werden können. Die Patienten reagieren, haben aber keine bewussten Zugang mehr. Die Reize kommen in der rechten, unbewussten, sprachunfähigen Hirnhälfte an. Dennoch können die Patienten korrekte Auskünfte geben. Sie können sich dabei weder auf die Verallgemeinerungen der Alltagspsychologie noch auf ein Wissen über das wahrgenommene Objekt stützen.
I 105
Das ist nur zu erklären, wenn man voraussetzt, dass emotionale Zustände eine intrinsische Qualität besitzen, die auch theorieunabhängige Interpretation erlaubt. Churchland/Pauen: Dieser nimmt daraufhin die phänomenalen Zustände von der Elimination aus. Die Alltagserfahrung soll sich nunmehr nicht mehr durch die Elimination ändern.
VsChurchland: das weicht nun aber von der geläufigen Alltagspsychologie ab, die auch Schmerzen einschließt. Er selbst hatte früher noch Schmerzen zu den Zuständen gezählt, die durch die Elimination der Begriffe geändert würden.
Außerdem ist er inkonsequent, wenn er an der Eliminierbarkeit des kognitiven Bewusstseins festhält.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Qualia Churchland
 
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Fodor IV 197
Empfindung/Darstellung/Qualia/Semantik/Bedeutung/Fodor/Lepore: die Frage stellt sich selbst: wann sind S1 und S2 der gleiche Zustand (im semantischen Zustandsraum)? Aber mit den Frequenzen kommt einfach das alte Problem zurück.
IV 198
Wenn wir nicht wissen, was es für zwei Wörter ist, "heiratsfähig" zu bedeuten, dann wissen wir auch nicht und aus demselben Grund wie es für zwei semantische Räume ist, beide die Dimension Heiratsfähigkeit zu haben! Empirismus/Tradition: hat das semantische Netzwerk durch Referenz auf das erklärt, was dort fixiert wird. Die Dimensionen sollten Beobachtungseigenschaften ausdrücken und eine externalistische (z.B. kausale) Theorie sollte die Relation erklären. Und zwar unabhängig von der Interpretation des Rests des Vokabulars!
Churchland: sein Vorschlag läuft darauf hinaus, dass die Dimensionen des semantischen Raums nicht allgemein den Beobachtungseigenschaften korrespondieren! Sie können dem entsprechen, was auch immer das Gehirn repräsentieren mag!
Fodor/Lepore VsChurchland: aber dann stellt sich wieder die Frage, wie die Identität der Zustandsräume fixiert wird.
Wir haben kein anderes Identitätskriterium als Beobachtungseigenschaften! Angenommen, wir hätten eins, würde sich die Frage nach der semantischen Identität von neuem stellen.
Zustandsräume: wir haben ein Kriterium für ihre Identität nur, wenn wir eins für die Identität ihrer Dimensionen haben!
Und ein nichtempirisches Kriterium für die Dimensionen haben wir nur, wenn wir eins haben für "die Eigenschaft, die durch eine Dimension des Zustandsraums ausgedrückt wird" haben, das für beliebige Eigenschaften gilt, nicht nur für Beobachtungseigenschaften.
IV 199
Aber das wäre eben ein Kriterium für Bedeutungsgleichheit. Fodor/LeporeVsChurchland: setzt schon einen interpersonalen Begriff für die Identität von Zustandsräumen voraus, bevor er sein Ziel erreichen kann, den Begriff von "Inhaltsgleichheit" (Ähnlichkeit) zu erklären.
Er hat die Bezeichnungen der Dimensionen unerlaubterweise vorausgesetzt.
Die Bezeichnung (label) einer Dimension sagt, wie diese zu interpretieren ist, z.B. Grad von F-heit. Wieso soll dann eine Dimension F-heit ausdrücken und nicht eher G-heit? Was macht es, dass die Dimension in meinem Zustandsraum die gleichen Eigenschaft ausdrückt wie in deinem? >Konnektionismus.
Fodor IV 205
Anmerkung
11. IV 205
Empirismus/Tradition: unsere Begriffe sind Funktionen unserer sensorischen Begriffe. Wir haben gesehen, dass Churchlands Behandlung der Qualia davon abhängt, dass er sensorische und psychophysische Begriffe vermengt.
((s) Sensorisch: (ein Aspekt - aber als "sensorischer Begriff" wiederum zwei Aspekte. Allerdings mit dem Anspruch, die psychische Erklärung zu liefern).
IV 248
Anmerkung 13 IV 205
Daraus folgt aber nicht, dass Organismen, die dieselbe sensorische Ausstattung haben, auch dieselben Begriffe haben müssten! Sie müssten es nur, wenn ihre Begriffe dieselben oder gleiche Positionen im semantischen Raum besetzen.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Reduktion Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 158
Reduktion/Schiffer: ...höchstens sollte verlangt werden, dass theoretische Termini physikalisch realisiert sind - aber Realisation impliziert nicht Reduzierbarkeit - Schiffer pro Brentano: pro Irreduzibilität des intentionalen Vokabulars.
I 159
Eliminativismus/Churchland: seiner ist ganz anders: intentionales Vokabular nicht reduzierbar - aber Volkspsychologie (funktionale Theorie) wird sich als falsch herausstellen. - SchifferVsChurchland: warum soll Irreduzibilität Unrealisierbarkeit implizieren?

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Repräsentation Churchland
 
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Fodor IV 189
Repräsentation/Realität/Churchland: These: Das Gehirn repräsentiert verschiedene Aspekte der Realität durch eine Position in einem geeigneten Zustandsraum. Fodor/Lepore: uns braucht hier nur der neurophysiologische Aspekt zu interessieren.
Er beruft sich auf Quines vertrautes Bild der Theorie als Netzwerk von Überzeugungen: am Rand Beobachtungssätze, leicht revidierbar, im Zentrum theoretische Begriffe und logische Relationen, nicht leicht revidierbar. Dennoch sind die einzigen festen Knoten gerade die Beobachtungsbegriffe! Sie sind eben an die Beobachtungsbedingungen geknüpft, während die inferentiellen Bedingungen an Relationen untereinander geknüpft sind. (kausal/assoziativ).
Fodor IV 200
Repräsentation/neurophysiologisch/Geist/Gehirn/Fodor/LeporeVsChurchland: Farben werden nicht als Frequenzen repräsentiert! Das Gehirn repräsentiert rote Dinge als rot und Tanten als Tanten! (Nicht als Gegenstände mit gewissen psychophysischen Eigenschaften).
Sonst könnten wir alles mit Introspektion herausbekommen.
Introspektion/Fodor/Lepore: würde funktionieren, wenn das Gehirn Farben als Frequenzen repräsentierte, aber es repräsentiert rote Dinge einfach als rot und Tanten als Tanten.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Repräsentation Fodor
 
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Rorty I 269 ff
Repräsentation/Fodor/Rorty: Fodors Bild der inneren Darstellungen hat mit unserem Spiegel der Natur, die wir verabschiedet haben, nichts zu tun. Entscheidend ist, dass sich bezüglich Fodors "Sprache des Denkens" die skeptische Frage "Wie genau stellen die inneren Darstellungen (Repräsentationen) die Wirklichkeit dar?" nicht stellen lässt! Es gibt keine Kluft.
Fodor IV ~122
Repräsentation/Fodor/Lepore: einen Gedanken zu haben ist keine Handlung, daher nicht an Glauben geknüpft wie Sprechakte.
IV 124
Repräsentation/Fodor/Lepore: heute: Repräsentationen haben funktionale Rollen qua Konstituenten von propositionalen Einstellungen - aber der Inhalt muss weder metaphysisch noch begrifflich von ihrer funktionalen Rolle abhängen.
IV 126
Repräsentation/Tradition/Fodor/Lepore: ihre Erklärung gebraucht nicht Glauben, Wünsche usw. - d.h. dass die kausale Rolle nur durch nicht-semantische Eigenschaften bestimmt wird. - Repräsentationen werden überhaupt nicht "zu etwas gebraucht". Computation/Fodor/Lepore: These: die kausale Rolle von Repräsentationen ist von denselben syntaktischen Eigenschaften bestimmt, von denen ihre Kompositionalität abhängt.
IV 128
Nicht Repräsentationen werden interpretiert, sondern propositionale Einstellungen, Sprechakte usw. - die Repräsentationen selbst sind auch der Radikalen Interpretation unzugänglich.
IV 127f
Interpretation: ihr Gegenstand ist nicht Repräsentationen sondern propositionale Einstellungen, Sprechakte usw.
IV 201
Repräsentation/neurophysiologisch/Geist/Gehirn/FodorVsChurchland/LeporeVsChurchland: Farben werden nicht als Frequenzen repräsentiert - das Gehirn repräsentiert rote Dinge als rot und Tanten als Tanten! - (Nicht als Gegenstände mit gewissen psychophysischen Eigenschaften) - sonst könnten wir alles mit Introspektion herausbekommen - es sind ganz verschiedene Interpretationen seiner Diagramme möglich. (VsKonnektionismus) - - -
Newen/Schrenk I 133
Repräsentation/Fodor/Newen/Schrenk: Fodor geht noch von lokalisierbaren, spezifizierbaren Repräsentationen aus - VsFodor: heute nimmt man eher neuronale Netze an. - Repräsentation: vorbegrifflich - Bsp Raumorientierung.

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Semantik Churchland
 
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Fodor IV 191
Churchland: Semantische Identität rührt vom speziellen Platz im Netzwerk der semantisch relevanten Sätze her (und zwar der gesamten Sprache). Übersetzung: daher können wir auch von der Gleichheit von Sätzen über Sprachen hinweg reden!
IV 192
Gleichbedeutende Ausdrücke besetzen die gleichen (entsprechenden) Stellen im entsprechenden Netzwerk der anderen Sprache. Dennoch sollte die Übersetzung immer die Beobachtbarkeit berücksichtigen.
Fodor IV 201
Fodor/Lepore VsChurchland: zwei verschiedene Interpretationen seiner Diagramme würden Nachbarschaften auch ganz anders interpretieren. Churchland selbst hat gar nicht entschieden, welche Art von Nachbarschaft er im Sinn hat.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Terminologien Fodor
 
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IV 1
Def anatomisch/Fodor/Lepore: ist eine Eigenschaft genau in dem Fall, wo, wenn etwas sie hat, dann wenigstens ein zweites Ding diese Eigenschaft haben muss. - ((s) Aber nicht alle Dinge müssen diese Eigenschaft haben, im Gegensatz zum Holismus). - Bsp Zwilling ((s) Aber nicht männlicher Zwilling). - Def atomistisch: Eigenschaft, die nicht anatomisch sind - Bsp -"...aß das letzte...".
IV 13
Holismus/Fodor/Lepore: Bsp angenommen, anatomische Eigenschaften wären auch holistisch - dann könnte sich herausstellen, dass Bsp keine Sprache einen Ausdruck für "the pen of my aunt" haben könnte, wenn sie nicht auch Ausdrücke hat, die folgenden Ausdrücken entsprechen, z.B. "zwei ist eine Primzahl".
IV 134
Bsp belief/shmelief/Glauben/Shlauben/Fodor/Lepore: shmeliefs: wie Glauben, aber ohne dass Nachsicht für sie analytisch ist, dann können die meisten falsch sein, Glauben aber müssen meist wahr sein.
IV 140
Projektivismus/Fodor/LeporeVs: 1. Der Projektivismus muss behaupten, dass es auf der Zwillingserde keine Glaubenseinstellungen gibt. 2. Er kann das Element der Interpretation der intentionalen Zuschreibung gar nicht erklären.
IV 148
Interpretationstheorie/Fodor/Lepore: die These, dass es keine intentionalen Zustände gibt - ((s) Dennett pro?) - Fodor/LeporeVsDennett: wenn Intentionalität nicht existiert, kann Interpretation ihr auch keine Eigenschaften zuschreiben - wenn es keine Glaubenseinstellungen und Wünsche gibt, kann es auch nichts geben, wofür sie selektiert werden.
IV 197
Zustandsraum-Semantik/Churchland/Fodor/LeporeVsChurchland: der technische Apparat hilft nicht, wenn man die alltäglichen Begriffe nicht versteht. - Bsp "heiratsfähig" wird nicht durch eine "Dimension der Heiratsfähigkeit" erklärt.

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Vertauschte Spektren Churchland
 
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Fodor IV 195
Qualia/Qualität/Empfindung/vertauschte Spektren/Fodor/Lepore: es ist begrifflich möglich, dass während Sie etwas Rotes sehen, ich etwas Grünes sehe. Wenn die Vertauschung systematisch ist, gibt es im Verhalten nichts, was sie aufdecken könnte.
VsBehaviorismus/VsFunktionalismus: die vertauschten Spektren scheinen so zu zeigen, dass der Behaviorismus falsch ist. Und auch der Funktionalismus! (Block/Fodor, Shoemaker).
Man könnte meinen, dass eine Theorie des qualitativen Inhalts das Problem lösen könnte. Aber es ist gerade der qualitative Inhalt, der vertauscht wurde!
Und gerade der Begriff der empfindungsmäßigen Identität wird dadurch zweideutig.
VsChurchland: sein Ansatz hilft da überhaupt nicht. Die Aufschriften der Punkte des Würfels könnten genauso vertauscht werden. ((s) Man könnte sie immer umschreiben, aber wüsste nicht, welche Empfindungen beim anderen vorliegen.)
IV 195/196
Auch wenn diese Frequenzkombination dieses besondere Rosa darstellt, ist es begrifflich möglich, dass etwas die erste Eigenschaft hat, aber nicht die zweite. vertauschte Spektren/Qualia: Problem: es scheint keine Eigenschaft einer Empfindung zu geben außer eben ihrem qualitativen Inhalt, auf dem der qualitative Inhalt superveniert.
Insbesondere scheint es keine verhaltensmäßige oder neurophysiologische Eigenschaft zu geben, auf der eine Supervenienz garantiert ist.
vertauschte Spektren/Tradition: würde sagen, dass Churchlands Dimensionen im Farbwürfel Qualia durch Referenz auf Eigenschaften repräsentieren, die diese nicht notwendig besitzen.
Oder, wenn Sie denken, dass es "metaphysisch notwendig" ist, dass Farbempfindungen die psychophysischen Eigenschaften haben, die sie haben, dann müsste man sagen, dass diese Notwendigkeit nicht durch irgendeine Notwendigkeit zwischen Empfindungsbegriffen und psychophysischen Begriffen hervorgebracht wird.
Man könnte ganz genau wissen, dass eine Empfindung einem Punkt im Farbwürfel entspricht und dennoch nicht wissen wie es ist.
Die Dimensionen legen den Inhalt nicht fest.
Warum sollte man nicht einen semantischen Raum daneben stellen die Bedingung hinzufügen, dass die Dimensionen des semantischen Raum semantisch sein müssen? Sie müssten Inhaltszustände durch ihre Inhalte benennen. Bsp Vielleicht könnte man dann Onkel, Tante, Präsident, Cleopatra usw. entlang dieser Dimensionen identifizieren?
IV 197
Bsp Cleopatra liegt als Politikerin näher am Präsidenten als in Bezug auf Heiratsfähigkeit. Fodor/LeporeVsChurchland: das ist es, woran wir wirklich interessiert sind: eine robuste Theorie der Gleichheit von Inhalt statt Identität von Inhalt, die mit der Analytisch/synthetisch-Unterscheidung verlorengegangen ist.
Problem: Gleichheit setzt Identität voraus und eine entsprechende Theorie.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Vertauschte Spektren Fodor
 
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IV 195
Vertauschte Spektren: nichts im Verhalten kann die Vertauschung aufdecken, VsBehaviorismus. - Darstellung der Frequenzen stellt nicht eine Empfindung dar. - Beschriftung kann beliebig vertauscht werden - Tradition: Empfindung ist nicht eine notwendige Eigenschaft der Farbe. - Wenn es eine "metaphysisch notwendige" Verbindung zwischen Empfindung und Neurophysiologie gibt, dann gibt es dennoch keine zwischen dem Farbbegriff und dem psychophysischem Begriff.
IV 195
Zustandsraum/FodorVsChurchland/LeporeVsChurchland: das Problem der Identität kehrt immer zurück - letztlich haben wir kein anderes Kriterium als Beobachtungsbegriffe.

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Wünsche Churchland
 
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II Patricia Smith Churchland Die Neurobiologie des Bewusstseins - Was können wir von ihr lernen? In Hügli/Lübcke (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek 1993
II 467
"Wunsch"/"Überzeugung"/Churchland: Paul und Patricia Churchland: diese "Kategorien" werden wir wahrscheinlich fallenlassen müssen. FodorVsChurchland, SearleVsChurchland.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 10 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsChurchland Fodor Vs Behaviorismus
 
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Danto I 268
DrehfigurenVsBehaviorismus > Mentale Repräsentation (innere R) VsIntrospektion (ChomskyVsBehaviorismus) - FodorVsBehaviorismus
Fodor/Lepore IV 56
VsBehaviorismus/Fodor/Lepore: Bsp Angenommen "dog" und "shmog" seien zwei Wörter mit denen Sprecher auf exakt die gleichen Reize reagieren, nämlich Hunde. Dann müßte für (z.B.) Skinner folgen, dass "dog" und "shmog" synonym sind.
Dann wäre folgender Satz analytisch in der Sprache des Sprechers:
"Was immer ein dog ist, ist ein shmog".
QuineVs: es gibt weder Synonyme noch analytische Sätze!
IV 57
Also muss Skinners Semantik falsch sein. VsVs: und zwar a priori!
Noch schlimmer: alle Semantiken müssen falsch sein, a priori, weil diese nihilistische Theorie sagen wird, dass es überhaupt keine semantischen Eigenschaften gibt.
Fodor/Lepore: was ist diesmal falsch gelaufen? Wir haben hier wörtlich genommen, dass Quine in Two Dogmas (TD) nicht gezeigt hat (und auch gar nicht argumentiert hat), dass es keine semantischen Tatsachen und keine analytischen Wahrheiten gibt.
Bedeutung/Fodor/Lepore: was wir vielmehr zugestehen ist, dass wenn Bedeutung überhaupt einen Sinn haben soll, dann kann sie nicht rekonstruiert werden, indem man auf die Sätze bezug nimmt, denen der Sprecher zustimmt.
Bedeutung/TD/Quine: kann nicht auf die Inferenzen reduziert werden, denen man zuzustimmen bereit ist.
Grund: welche Inferenzen Sie billigen, hängt nur davon ab, wie sie die Welt sehen, also was Sie beabsichtigen, was ihre Wörter bedeuten sollen. ((s) >Interesse, Absicht, Meinen).
Pointe: dabei kann man nicht erkennen, welche seiner Ansichten der Sprecher a priori akzeptiert! Also gibt es keine analytischen Sätze.
IV 195
Qualia/Qualität/Empfindung/vertauschte Spektren/Fodor/Lepore: es ist begrifflich möglich, dass während Sie etwas rotes sehen, ich etwas grünes sehe. Wenn die Vertauschung systematisch ist, gibt es im Verhalten nichts, was sie aufdecken könnte.
VsBehaviorismus/VsFunktionalismus: die vertauschten Spektren scheinen so zu zeigen, dass der Behaviorismus falsch ist. Und auch der Funktionalismus! (Block/Fodor, Shoemaker).
Man könnte meinen, dass eine Theorie des qualitativen Inhalts das Problem lösen könnte. Aber es ist gerade der qualitätive Inhalt, der vertauscht wurde.
Und gerade der Begriff der empfindungsmäßigen Identität wird dadurch zweideutig.
VsChurchland: sein Ansatz hilft da überhaupt nicht. Die Aufschriften der Punkte des Würfels könnten genauso vertauscht werden. ((s) Man könnte sie immer umschreiben, aber wüßte nicht, welche Empfindungen beim anderen vorliegen.)

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992

Dt VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
VsChurchland Davidson Vs Churchland, P.
 
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I 27
Messen/Churchland: "354 Gramm" könnte man als Adverb zu "wiegt" auffassen, ebenso den ganzen Satz, der "glaubt" folgt. s.o.DavidsonVsChurchland: das lässt sich nicht durch seriöse Semantik untermauern.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
VsChurchland Dennett Vs Churchland, P.
 
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II 64
Sprache/Zahlen/Messen/Churchland, Paul: hat Aussagen mit Zahlen verglichen: Bsp "X hat ein gewicht in Gramm von 144"
"Y hat eine Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde von 12".
DennettVsChurchland: Es gibt Probleme, wenn wir die gleichen Umwandlungsregeln und Gleichsetzungsregeln auf verschiedene Ausdrucksweisen für eine vermutliche gleiche Aussage anwenden. Aussagen sind nun einmal leider keine so braven theoretischen Gebilde wie Zahlen. Aussagen ähneln mehr den Dollars als den Zahlen! Bsp
"Diese Ziege ist 50 Dollar wert.
Und wieviel in griechischen Drachmen?, heute mehr als im alten Athen? usw.
Lanz I 302
Churchland: (pro Alltagspsychologie/Sellars ChurchlandVsDennett): knüpfen an Sellars an: Alltagspsychologie hat den Status einer nützlichen empirischen Theorie. Man muss prüfen ob a) die alltagspsychologischen Prädikate tatsächlich natürliche Arten bezeichnen
b) ob die lingua mentis Theorie des sich eng an die Alltags Psychologie anschließenden Funktionalismus plausibel ist. Churchland verneinen a) und b).
Stattdessen P.S. Churchland: » Neurophilosophie«:
ad a): es ist bemerkenswert, dass wir aufgrund von Alltagspsychologie nicht die leiseste Ahnung davon haben, was den uns vertrauten psychologischen Phänomenen zugrunde liegt.
I 303
ad b):VsMentalesisch, VsLingua Mentis Theorie: aus der Sicht der Evolution ist Sprache ein Spätankömmling. Es gab intelligente Lebewesen, bevor Sprache in die Welt kam und es gibt intelligente Lebewesen, die nicht sprachbegabt sind. So muss man aufgrund der evolutionären Kontinuität zwischen Menschen und ihren Vorfahren auch bei Menschen eine große Anzahl nicht sprachanaloger kognitiver Prozesse annehmen.

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsChurchland Fodor Vs Churchland, P.
 
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IV 189
Geist/Gehirn/Churchland: These: das Gehirn repräsentiert verschiedene Aspekte der Realität durch eine Position in einem geeigneten Zustandsraum.
IV 191
FodorVsChurchland/LeporeVsChuchland: scheint sich auch der Illusion schuldig zu machen, dass es letztendlich etwas Empirisches geben könnte, so dass man begriffliche Relationen am Ende auf Relationen zwischen Beobachtungsbegriffen reduzieren könnte. Churchland: semantische Identität rührt vom speziellen Platz im Netzwerk der semantisch relevanten Sätze her (und zwar der gesamten Sprache).
Übersetzung: daher können wir auch von der Gleichheit von Sätzen über Sprachen hinweg reden!
IV 192
Gleichbedeutende Ausdrücke besetzen die gleichen (entsprechenden ) Stellen im entsprechenden Netzwerk der anderen Sprache. Dennoch sollte die Übersetzung immer die Beobachtbarkeit berücksichtigen.
IV 193
Churchland/Fodor/Lepore: fängt überraschenderweise mit Empfindungen an, nicht mit Intentionalität (wie z.B. mit prop Einst oder Begriffen). These: wenn wir einen angemessenen Zugang zu Empfindungen hätten, könnte dieser zu einer allgemeinen mentalen Repräsentation verallgemeinert werden.
Churchland: der qualitative Charakter unserer Empfindungen wird allgemein für als der neurobiologischen Reduktion unzugänglich gehalten.
Aber auch so finden wir, dass ein entschlossener Versuch, hier eine Ordnung zu finden, einen beträchtlichen Batzen an ausdrückbarer Information zutage fördert.
Bsp Farbwürfel mit Frequenzen.
IV 194
Fodor/Lepore: Churchland nimmt hier tatsächlich an, dass dies ein Zugang zu den Empfindungen sei (über Frequenzen!), nicht nur zur Diskriminierungsfähigkeit des Nervensystems. Churchland: so kann das Unausdrückbare ausgedrückt werden! Das "unaussprechliche Rosa" kann durch Frequenzangabe gefaßt werden. So kann vielleicht auch die Alltagssprache ersetzt werden.
IV 195
Fodor/Lepore VsChurchland: wie plausibel ist diese Geschichte in Bezug auf Empfindungen? Liefert sie einen robusten Begriff der Gleichheit im allgemeinen? Qualia/Qualität/Empfindung/vertauschte Spektren/Fodor/Lepore: es ist begrifflich möglich, dass während Sie etwas rotes sehen, ich etwas grünes sehe.
Wenn die Vertauschung systematisch ist, gibt es im Verhalten nichts, was sie aufdecken könnte.
VsBehaviorismus/VsFunktionalismus: die vertauschten Spektren scheinen so zu zeigen, dass der Behaviorismus falsch ist. Und auch der Funktionalismus! (Block/Fodor, Shoemaker).
Man könnte meinen, dass eine Theorie des qualitativen Inhalts das Problem lösen könnte. Aber es ist gerade der qualitätive Inhalt, der vertauscht wurde!
Und gerade der Begriff der empfindungsmäßigen Identität wird dadurch zweideutig.
VsChurchland: sein Ansatz hilft da überhaupt nicht. Die Aufschriften der Punkte des Würfels könnten genauso vertauscht werden.
IV 196
Warum sollte man nicht einen semantischen Raum daneben stellen die Bedingung hinzufügen, dass die Dimensionen des semantischen Raum semantisch sein müssen? Sie müßten Inhaltszustände durch ihre Inhalte benennen. Bsp Vielleicht könnte man dann Onkel, Tante, Präsident, Cleopatra usw. entlang dieser Dimensionen identifizieren?
IV 197
Bsp Cleopatra liegt als Politikerin näher am Präsidenten als in Bezug auf Heiratsfähigkeit. Fodor/LeporeVsChurchland: das ist es, woran wir wirklich interessiert sind: eine robuste Theorie der Gleichheit von Inhalt statt Identität von Inhalt, die mit der analytisch/synthetisch Unterscheidung verlorengegangen ist.
Problem: Gleichheit setzt Identität voraus und eine entsprechende Theorie. …+… >Zustandssemantik: Frage, wie die Identität der Zustandsräume fixiert wird.
IV 200
Repräsentation/neurophysiologisch/Geist/Gehirn/Fodor/LeporeVsChurchland: Farben werden nicht als Frequenzen repräsentiert.
IV 201
Fodor/Lepore VsChurchland: zwei verschiedene Interpretationen seiner Diagramme würden Nachbarschaften auch ganz anders interpretieren.
Metzinger II 466
"eliminativer Materialismus"/Churchland: besagt zweierlei: 1. der Materialismus ist höchstwahrscheinlich wahr.
2. Viele traditionelle Erklärungen menschlichen Verhaltens sind zum Verständnis der wirklichen Ursachen nicht geeignet.
II 467
"Wunsch"/"Überzeugung"/Churchland: Paul und Patricia Churchland: diese "Kategorien" werden wir wahrscheinlich fallenlassen müssen. FodorVsChurchland, SearleVsChurchland.

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992

Metz I
Th. Metzinger (Hrsg.)
Bewusstsein Paderborn 1996
VsChurchland Rorty Vs Churchland, P.
 
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Richard Rorty
I 138
Wissenschaft/RortyVsChurchland: dass man in Zukunft Hirnzustände objektiv messen könnte, ist in Wirklichkeit völlig irrelevant. Das hängt davon nicht ab. Die Annahme, dass es eine ausgezeichnete Antwort gibt, hängt von der vor Quineschen Vorstellung ab, für die Verwendung von Ausdrücken wie »Empfindung« usw. gäbe es »in unserer Sprache eingebaute notwendige und hinreichende Bedingungen«.
I 139
mental/physisch/Vseliminativer Materialismus/Rorty: man kann schwerlich sagen, »mental« bedeute in Wirklichkeit etwas, »das sich als etwas Physikalisches herausstellen könnte«, wie man auch nicht gut sagen kann, Bsp »kriminelles Verhalten« bedeute in Wirklichkeit so viel wie »Verhalten, das sich als unschuldig herausstellen kann«. (> Epiphänomenalismus). - - -
IV 53
Volkspsychologie/RortyVsChurchland: wird auch weiterhin das geeignetste Mittel sein, um über uns zu reden. Wir werden "Überzeugungen" und "Wünsche" in unserem Vokabular behalten. Sie sind bewährte Werkzeuge. Andererseits sind Elementarteilchen sicher das geeignete Instrument, um über Tische zu reden und Prognosen über sie abzugeben. Besser kann man gar nicht sagen "Tische gibt es wirklich".
VI 169
Volkspsychologie/DennettVsChurchland/Rorty: ist gar nicht so schlecht, eben, weil sie erfolgreich ist.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsChurchland Searle Vs Churchland, P.
 
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John R. Searle
I 77
Churchland/Searle: denkt, dass "Überzeugungen" und "Wünsche" denselben Status in der Theorie der Alltagpsychologie haben, den "Phlogiston" in der Physik hatte. SearleVsChurchland: diese Analogie ist misslungen: anders als Phlogiston wurden Überzeugungen und Wünsche nicht als Bestandteile einer speziellen Theorie postuliert, sie werden als Bestandteile unseres Geisteslebens erlebt.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsChurchland Verschiedene Vs Churchland, P. II 412
GüzeldereVsChurchland: würde ein unbeschränkter "introspektiver Zugang" zu den neurophysiologischen Eigenschaften unserer Gehirnzustände uns denn helfen, introspektives Bewußtsein unserer Wahrnehmungszustände erster Stufe zu erlangen? - Nein! Bsp Armstrongs Fernfahrer: worauf läuft sein Bewußtwerden, daß er an einer Ampel steht, hinaus? Eben darauf, daß er an der Ampel steht, und daß er eine halbe Stunde lang ohne Bewußtsein gefahren ist. Aber nicht auf seinen Dopamin-Level! (> Alltagspsycholgoie).




VsChurchland Güzeldere Vs Churchland, P.
 
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Metzinger II 411
Bewusstsein/Churchland: introspektives Bewusstsein ist eine Unterart von Wahrnehmung. These: in der Sprache einer reifen Neurowissenschaft könnte es eine differenziertere Darstellung des "menschlichen subjektiven Bewusstseins" geben.
Bsp Dopamin-Level könnte so gedeutet werden, wie in der Musik Gm7 Akkorde.
Wir müßten dieses Begriffssystem lernen und seine Anwendung üben. (DavidsonVsBegriffsschema).
Güzeldere: Churchland ist also nicht nur überzeugt, dass mentale Zustände mit Gehirnzuständen identisch sind, sondern auch, dass ihre Eigenschaften identisch sind.
II 412
GüzeldereVsChurchland: würde ein unbeschränkter "introspektiver Zugang" zu den neurophysiologischen Eigenschaften unserer Gehirnzustände uns denn helfen, introspektives Bewusstsein unserer Wahrnehmungszustände erster Stufe zu erlangen? Nein! Bsp Armstrongs Fernfahrer: worauf läuft sein Bewusstwerden, dass er an einer Ampel steht, hinaus? Eben darauf, dass er an der Ampel steht, und dass er eine halbe Stunde lang ohne Bewusstsein gefahren ist. Aber nicht auf seinen Dopamin-Level! (> Alltagspsychologie).

Metz I
Th. Metzinger (Hrsg.)
Bewusstsein Paderborn 1996
VsChurchland Stalnaker Vs Churchland, P.
 
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II 191
Methodischer Solipsismus/Paul u. Patricia Churchland/Stalnaker: ein Neuron kennt nicht die kausalen Vorgänger seines Inputs, Bsp eine Muschel zieht sich in ihr Gehäuse zurück, weil ein Muskel aktiviert wurde, nicht, weil das Neuron einen Feind repräsentieren würde. Semantischer Inhalt/Churchland: wäre die Repräsentation eines Feindes (statt des einfachen Befehls, den Muskel einzuziehen. Der semantische Inhalt ist kausal irrelevant.
StalnakerVsChurchland: um aber zu erklären, warum die Muschel sich zurückgezogen hat, müssen wir den Feind erwähnen, bzw. die Repräsentation eines Feindes ((s) im Fall von Täuschung).
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Erklärung/Stalnaker: und diese Erklärung muss ein KoKo beinhalten: der semantische Inhalt ist kausal relevant, denn wenn die Muschel nicht in einem Zustand mit diesem semantischen Inhalt gewesen wäre, hätte sie sich nicht zurückgezogen.
Kann die Muschel die entfernte Verursachung (Feind) kennen?. Nein. Sie kann die Situation nicht von einer unterscheiden, in der etwas anderes den Reflex verursacht hätte.
Pointe/Stalnaker: aber wenn tatsächlich das Neuron durch einen Feind aktiviert wurde, und nicht aktiviert worden wäre, wenn kein Feind anwesend gewesen wäre, dann "weiß" sie es kraft der Aktivierung des Neurons. ((s) Wenn es keine alternative Ursache geben kann, liegt Wissen vor).
((s) weiter Inhalt/Stalnaker/(s): das ist eine Verteidigung des weiten Inhalts ((s) der eine konkrete Verursachung berücksichtigt).
((s) Semantischer Gehalt/(s): muss aber nicht mit "Feind" gleichgesetzt werden, sondern eher mit „plötzliche Bewegung“ oder Kontakt ähnlichem.)

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsChurchland Pauen Vs Churchland, P.
 
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Pauen V 99
Churchland/Pauen: verpflichtet die Wissenschaften auf eine sehr starke Vorstellung der Natur als einer Art "Ding an sich", ultimative Autorität bei der Entscheidung über Theorien.
V 100
VsChurchland/Pauen: erheben den Anspruch, den Verzicht auf die Terminologie der Alltagspsychologie begründen zu können. Dies setzt aber voraus, dass die entsprechenden Entitäten in der Tat nicht existieren. Das ist also eine ontologische und nicht nur eine sprachphilosophische These.
Dabei unterstellt Churchland, dass es keine ernstzunehmenden Einwände gegen den eliminativen Materialismus gibt. Das ist aber nicht der Fall.
V 101
VsMaterialismus, eliminativer/Pauen: 1. falscher Anspruch zu wissen, dass es neuronale, aber keine mentalen Zustände gebe. Performativer Widerspruch: wenn es sich hier um Wissen handelt, dann muss es seinerseits wahr sein. Es darf also keine Meinungen (d.h. mentale Zustände) geben.
Auf der anderen Seite impliziert der Wissensstatus jedoch, dass der Vertreter einer Behauptung selbst der Meinung ist, der Sachverhalt treffe zu.
Patricia Churchland/Pauen: gesteht diesen performativen Widerspruch zu, sieht darin aber lediglich einen weiteren Beleg für unsere Verstrickung in die Alltagspsychologie.
VsChurchland: das ist eine bloße Ankündigung, der Widerspruch werde schon irgendwann gelöst.
V 102
Performativer Widerspruch/Churchland/Pauen: Bsp der Vitalismus diagnostiziert auch diesen Widerspruch: der Gegner behauptet, es gebe keine Lebensgeister. Dieser Gegner ist aber selbst lebendig, muss also über Lebensgeister verfügen...
PauenVsChurchland: das ist nicht dasselbe: der Widerspruch läuft nicht auf der gleichen Ebene:
Der Gegner des Vitalismus macht sich nicht vom Vitalismus abhängig, sondern verfügt über eine Alternativkonzeption.
Im Gegensatz dazu muss der Verteidiger der Alltagspsychologie keine solche Voraussetzung machen: die Behauptung, dass Wissen Meinung (den umstrittenen mentalen Zustand) impliziert, ist schließlich keine Erfindung der Alltagspsychologie, es ist überhaupt keine empirische These.
V 103
VsMaterialismus, eliminativer/Pauen: 2. Problem der intertheoretischen Reduktion: eliminiert werden soll die Alltagspsychologie ja vor allem, weil sie sich nicht auf die Neurobiologie reduzieren läßt. Robert McCauley/Pauen: dazu müssen die beiden Theorien aber auf der gleichen Ebene konkurrieren. Bsp Phlogiston/Chemie.
Im Gegensatz dazu sind Alltagspsychologie und wissenschaftliche Psychologie auf völlig verschiedenen Ebenen angesiedelt. (Erste/dritte Person, Mikro/Makro).
V 104
3. Bsp Split Brain Patienten/Pauen: empirische Belege zeigen, dass insbesondere Gefühle sprachunabhängig sind und damit auch vortheoretisch identifiziert werden können. Die Patienten reagieren, haben aber keine bewussten Zugang mehr. Die Reize kommen in der rechten, unbewussten, sprachunfähigen Hirnhälfte an. Dennoch können die Patienten korrekte Auskünfte geben. Sie können sich dabei weder auf die Verallgemeinerungen der Alltagspsychologie noch auf ein Wissen über das wahrgenommene Objekt stützen.
V 105
Das ist nur zu erklären, wenn man voraussetzt, dass emotionale Zustände eine intrinsische Qualität besitzen, die auch theorieunabhängige Interpretation erlaubt. Churchland/Pauen: nimmt daraufhin die phänomenalen Zustände von der Elimination aus. Die Alltagserfahrung soll sich nunmehr nicht mehr durch die Elimination ändern.
VsChurchland: das weicht nun aber von der geläufigen Alltagspsychologie ab, die auch Schmerzen einschließt. Er selbst hatte früher noch Schmerzen zu den Zuständen gezählt, die durch die Elimination der Begriffe geändert würden.
Außerdem ist er inkonsequent, wenn er an der Eliminierbarkeit des kognitiven Bewusstseins festhält.
- - -
V 188
Erklärungslücke/Pauen: grundsätzlich schon von Leibniz erkannt. Dann Dubois Reymond, Nagel, Joseph Levine. Erklärungslücke/Levine/Pauen: zwischen wissenschaftlichen und alltagspsychologischen Theorien.
Chalmers: "Hard Problem of Consiousness" (Schwieriges Problem des Bewusstseins):
V 189
zwingt uns zu enormen Eingriffen in bisher akzeptierte Auffassungen und Methoden. Identitätstheorie: bezieht sich auf die Ontologie.
Erklärungslückenargument: bezieht sich epistemisch auf unser Wissen.
Zusammenhang: akzeptieren wir die Identitätstheorie. müssen wir erwarten, dass auch unser jeweiliges Wissen sich aufeinander beziehen läßt.
V 191
Churchland: es wäre nun ein Fehlschluß, dass wir aus unserem heutigen Unwissen auf die Unlösbarkeit des Problems schließen wollten. ("Argument der Ignoranz") VsChurchland: im Fall der Erklärungslücke muss das aber gar nicht plausibel sein!
Die Vertreter berufen sich gar nicht auf die eigene Unwissenheit, und führen auch nicht das Versagen der bisherigen Forschung an. Sie nehmen einen prinzipiellen Unterschied zwischen Entitäten wie Bsp Wasser und Wärme auf der einen Seite und mentalen Prozessen auf der anderen Seite an.
Daher müssen unsere Methoden scheitern.
V 192
Bei diesem Unterschied spielen Kausaleigenschaften eine wesentliche Rolle. Dann müssen so die Vertreter des Erklärungslückenarguments unsere durch alltägliche Begriffe bezeichneten natürlichen Phänomene durch solche Kausaleigenschaften charakterisiert werden können:
Levine: dann gibt es einen zweistufigen Prozeß:
V 193
1. quasi apriorischer Prozeß: der Begriff wird "in Form" gebracht für die Reduktion durch die Bestimmung der kausalen Rolle. 2. empirische Arbeit zu entdecken, was die zugrunde liegenden Mechanismen sind.
V 194
Dieses Verfahren versagt nun, wenn es um die Erklärung mentaler und insbesondere phänomenaler Zustände geht. Sie lassen sich prinzipiell nicht in kausale Rollen übersetzen! Anders als in unserer alltagssprachlichen Rede von physischen Prozessen meinen wir offenbar nicht diese Wirkungen, wenn wir von mentalen Zuständen reden.

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001