Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Arten Mayr
 
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Gould I 216
Art/Darwin/Lamarck: Arten keine natürliche Einheiten sondern "rein artifizielle Zusammenstellungen"... begriffliche Definitionen
I 217
Art/Ernst MayrVsDarwin/MayrVsLamarck: "Arten sind Produkt der Evolution und nicht des menschlichen Geistes."
I 179
Def Art/Mayr: Vorrichtung zum Schutz ausgewogener, harmonischer Genotypen. "Biologisches Artkonzept" sucht biologischen Grund für die Existenz von Arten. Vielleicht gibt es zufällig noch andere Eigenschaften. Biologisches Artkonzept: 1. Problem: Asexuelle Organismen bilden keine Populationen.
2. Problem: Räumliche Ausdehnung mit Unterarten. Sie können in der Isolation mit der Zeit zu selbständigen Arten werden (durch Erwerb von neuen Isolationsmechanismen). (Polytypische Arten).
I 181
Nominalistisches Artkonzept: in der Natur ausschließlich Individuen, Arten künstlich vom Menschen geschaffen (MayrVs: das wäre Willkür, und die Natur zeigt, dass nicht Willkür herrscht.).
I 182
Evolutionäres Artkonzept: zeitliche Dimension, Generationenreihe von Populationen. MayrVs: das Konzept berücksichtigt nicht, dass es zwei mögliche Wege der Artentstehung gibt: a) Allmähliche (graduelle) Wandlung einer Stammlinie in eine andere Art, ohne , dass die Zahl der Arten verändert würde,
b) Die Vervielfältigung von Arten durch geographische Isolation.
I 183
Art/Mayr: wird auf drei ganz verschiedene Objekte oder Phänomene angewendet:
1. Das Artkonzept
2. Die Kategorie Art 3. Die Arttaxa.
Manche Autoren konnten diese nicht unterscheiden, was zu heilloser Verwirrung in der Literatur geführt hat.
Artkonzept: biologische Bedeutung oder Definition des Wortes "Art".
Kategorie Art: bestimmte Rangstufe im Linnéschen System. (Andere Kategorien: Ordnung, Reich., Gattung...)
Def Arttaxa: besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. Individuen können nicht definiert werden, sondern lediglich beschrieben und abgegrenzt.
I 183
Evolution/Mayr: Art ist die entscheidende Entität der Evolution. Art: eine Art tritt, ganz unabhängig von den ihr zugehörigen Individuen, als eine Einheit mit anderen Arten in der gemeinsamen Umwelt in Wechselwirkung.
I 185
Makrotaxonomie: Die Klassifikation von Arten (in übergeordnete Gruppen) Gruppen: Meist leicht erkennbar: Vögel, Schmetterlinge, Käfer.
Abwärtsklassifikation (Eigentlich Identifizierung). Zweiteilung (aristotelisch), Blütezeit der medizinischen Botanik.
Bsp Warmblüter oder Nicht-Warmblüter - Federn habend oder nicht habend.
I 192
Organismentypen: die meisten neuen Organismentypen entstehen nicht durch allmähliche Umformung einer Stammlinie, also eines schon vorhandenen Typus. Vielmehr dringt eine Gründerart in eine neue adaptive Zone vor und ist dort dank schneller adaptiver Veränderungen erfolgreich. Bsp Die mehr als 5000 Singvogelarten sind nicht mehr als die Variation eines einzigen Themas.
I 192
Art: die beiden evolutionären Wege, eine neue Art hervorzubringen: allmählicher Wandel des Phänotyps und b) zunehmende Vielfalt (Speziation) stehen nur in loser Verbindung.
I 192
Selektionsdruck: kann ausbleiben, wenn eine Gründerart in seine sehr günstige adaptive Zone gelangt.
I 283
Arten/Mayr: sehr konservative Schätzung 10 Mio Tierarten, davon etwa 1,5 Mio beschrieben. Also etwa 15% bekannt. Legitime Schätzung: 30 Mio Arten. Nur 5% bekannt. Andererseits sind 99 % aller Vogelarten entdeckt und beschrieben. Bei vielen Insekten, Spinnentieren, niederen Wirbeltieren vermutlich weniger als 10%. Dasselbe gilt für Pilze, Protisten, Prokaryonten.

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Darwinismus Kauffman
 
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I 27
Evolution/KauffmanVsDarwin: nach seiner Theorie vollzieht sich die Evolution allein durch die schrittweise Ansammlung vorteilhafter Varianten. KauffmanVs: danach hätten die ersten Vielzeller sich auseinanderentwickelt! Das war offenbar nicht der Fall: eins der rätselhaftesten Merkmale der kambrischen Explosion ist, dass das taxonomische System gleichsam von oben nach unten aufgefüllt wurde.


Kau I
St. Kauffman
Der Öltropfen im Wasser München 1998

Kau II
Stuart Kauffman
At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity
Darwinismus Popper
 
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Mayr I 87
PopperVsDarwinismus: (1974): "keine überprüfbare Theorie, sondern ein metaphysisches Forschungsprogramm...." später von ihm widerrufen.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Erklärungen Kauffman
 
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Dennett I 309
KauffmanVsDarwin: eine Festlegung der frühen Entwicklung und damit die Baerschen Gesetze (alle Embryos von Lebewesen sehen sich anfangs sehr ähnlich) stellen keinen besonderen Mechanismus dar. Vielmehr spiegelt sich in der Festlegung der frühen Entwicklung die Tatsache wider, dass die Zahl der Wege, auf denen Lebewesen verbessert werden können, schneller geschrumpft ist als die Zahl der Wege in der späteren Entwicklung.
I 310
Bsp die Fundamente der Kirchen ähneln sich stärker als die oberen Stockwerke. Grund: Experimentieren mit Verzierungen wirkt sich nicht so verhängnisvoll aus, wenn sie oben durchgeführt werden, wo nicht alles zusammenbrechen kann. Eigentlich sind wirklich nicht so viele Lösungen zu Beginn möglich, wie später. Erklärung/Kauffman: um das zu erklären, müssen wir nicht nach Lenkungsmechanismen suchen. Es erklärt sich von selbst. Solche Wege findet die Evolution immer wieder.


Kau I
St. Kauffman
Der Öltropfen im Wasser München 1998

Kau II
Stuart Kauffman
At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
Evolution Vollmer
 
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I 51
Evolutionäre Erkenntnistheorie/EE/Vollmer: in der Evolution der Wissenschaft gibt es keine "Mutationen", weil es bei wissenschaftlichen Theorien keine "Nachkommen" gibt. - Evolutionäre Erkenntnistheorie ist nur sinnvoll, soweit subjektive Erkenntnisstrukturen vererbt werden. - Die Evolutionäre Erkenntnistheorie hat nicht den Wahrheitsbegriff des Pragmatismus - sie wird durch Erfolg nicht bewiesen.
I 75
Erfolg/Vollmer: beweist nur, dass die Hypothese nicht ganz falsch war.
I 217
VsEvolutionstheorie/VsDarwinismus: Zirkulär. - VollmerVsVs: das ist falsch "Fitness" kann ohne Rückgriff auf "Überleben" definiert werden.
I 260
Fitness wird nicht nach dem Überleben des Individuums bestimmt, sondern durch Fortpflanzungserfolg, mehr Nahrung, mehr Wohnraum, mehr Partner, mehr Nachkommen usw..
I 264
Entropie/Evolution/Leben/Vollmer: entgegen einer verbreiteten Meinung nicht immer ein Maß für Unordnung - unter speziellen Bedingungen (niedrige Gesamtenergie und Existenz anhaltender Wechselwirkungen oder Einschluss durch äußere Kräfte , > Weizsäcker) schließt die Zunahme der Entropie sogar eine Zunahme von Ordnung und Struktur ein - somit widerspricht der Zweite Hauptsatz nicht der Entstehung von Lebewesen.
I 279
Anpassung/Selektion/VsEvolutionäre Erkenntnistheorie: ist keine Falsifikation - das Urauge wird durch das Adlerauge nicht falsifiziert - richtiges Abbilden spielt keine Rolle - Übertragen der Selektionstheorie auf kognitive Fähigkeiten kann nur gelingen, wenn es objektive Wahrheit gibt und wenn Erkenntnis nützlicher ist als Irrtum (Simmel, 1895) - VollmerVsVs: das ist kein Argument VsEvolution, egal wer sich wem anpasst - Koadaption.
I 298
Evolution/Erfolg/Vollmer: die Richtigkeit von Erfahrung kann nicht aus evolutionärem Erfolg geschlossen werden - sonst naturalistischer Fehlschluss - Verwechslung von Fakten mit Normen.
II 190
Evolution/Zeitrichtung/Vollmer: wegen der kosmischen Expansion sind keine zwei Momente der Evolution identisch - (>Zeitpfeil).

Vo I
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd I Stuttgart 1988

Vo II
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd II Stuttgart 1988
Funktionale Erlärung Bigelow
 
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I 323
Def Funktionale Erklärung/Funktion/Bigelow/Pargetter: mit einer fE beschreiben wir schon existierende Muster durch Referenz auf zukünftige Ereignisse oder Zustände. Es kann dabei sein, dass diese niemals eintreten. Warum: wir erklären, Bsp warum wir Zähne haben, indem wir auf ihre Funktion hinweisen.
Problem: die Funktion von kausal nicht aktiven Mustern oder Elementen zu erklären.
I 324
Problem: weil die Zukünftigen Zustände sich vielleicht gar nicht einstellen, beschreiben wir keine tatsächlichen Eigenschaften. Eigenschaften/Bigelow/Pargetter: eines Systems rühren aus seiner Kausalgeschichte her, nicht aus seiner Funktion! Daher hängen sie auch nicht von der Funktion des Systems ab!
Rückwärtsverursachung/Bigelow/Pargetter: ist damit einfach ausgeschlossen.
Funktion/Erklärung/Bigelow/Pargetter: daher ist die Funktion eines Systems erklärungsmäßig redundant. Die Funktion kann natürlich erwähnt werden, aber Beschreibung ist mehr als Erwähnung von möglichen Wirkungen.
Funktionale Erklärung/Wissenschaft/Bigelow/Pargetter: es gibt drei Ansätze, die wir im großen und ganzen für richtig halten. Sie alle haben gemeinsam, dass Funktionen keine signifikante Erklärungskraft haben.
I 325
Bsp Evolution/Bigelow/Pargetter: die Theorien der funktionalen Erklärung erlauben es nicht, Evolution zu erklären, indem man sagt, ein Muster habe sich herausgebildet, weil es eine bestimmte Funktion erfüllt. Funktionale Erklärung/Bigelow/Pargetter: These: unsere Theorie wird eine realistische sein.
I 332
funktionale Erklärung/Funktion/Bigelow/Pargetter: These wir wollen eine Theorie, die vorwärtsgerichtet ist. Funktionen können und sollten erklärt werden durch Referenz auf zukünftige Ereignisse und Zustände. analog: zur Erklärung von Dispositionen.
Analog:; unsere Erklärung hat ein Analogon: die Erklärung des evolutionstheoretischen Begriff des Überlebens (Fitness). (Lit. Pargetter 1987).
VsDarwinismus/VsDarwin/Bigelow/Pargetter: häufiger Einwand: das „Überleben des Tüchtigen“ sei eine leere Tautologie.
BigelowVsVs: der Einwand geht davon aus, dass Fitness nur retrospektiv festgestellt werden könnte. Außerdem nimmt er an, daß die Tatsache, daß einige Individuen überleben genau das ist, was die Tüchtigkeit konstituiert. (zirkulär).
BigelowVsätiologische Theorie: beruht auf dem gleichen Missverständnis. Sie behauptet dann, daß auch die Eigenschaft , eine Funktion zu haben, eine retrospektive Eigenschaft ist, die durch die Geschichte des Überlebens konstituiert wird. So ist der Begriff der Funktion seines Erklärungspotentials beraubt.
I 333
Zirkularität/Bigelow/Pargetter: dieser Einwand wird oft fälschlich VsDarwinismus erhoben. Fitneß/Lösung/Bigelow/Pargetter: ist aber nicht retrospektiv definiert, sondern sie ist analog zu einer Disposition.
Subjunktion/subjunktiv/konditional/Fitness/Bigelow/Pargetter: Fitness ist eine subjunktive Eigenschaft: sie bestimmt was passieren würde, wenn die und die Umstände eintreten. Diese subjunktive Eigenschaft superveniert auf dem morphologischen Charakter des Individuums oder der Spezies. Dabei gibt es keine Zirkularität.
biologische Funktion/Bigelow/Pargetter. für sie gilt das gleiche wie für Fitness. Sie sind zwei Seiten einer Medaille.
Fitness/Bigelow/Pargetter: heißt vorwärtsschauen.


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Selektion Mayr
 
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I 65
Natürliche Selektion/Mayr: kein zufälliger Vorgang! (Obwohl der Zufall in der Evolution eine Rolle spielt.
I 248
Selektion/Mayr: Heute durchgängig akzeptiert. Zwei Schritte: Variation und eigentliche Selektion. 1. Variation: in jeder Generation entsteht durch Rekombination, Genfluss, Zufallsfaktoren und Mutationen eine große genetische Vielfalt. Das genetische Material ist "hart" und nicht "weich",, wie Darwin annahm.
Sexuelle Fortpflanzung: die elterlichen Chromosomen werden gebrochen und neu zusammengesetzt. Dadurch Einzigartigkeit der Nachkommen durch Rekombination. Zusammensetzung der Gene nach keinerlei Gesetzmäßigkeit!
I 249
2.Auslese: Unterschiede in Überleben und Fortpflanzung der neugebildeten Individuen. Selbst bei Arten, die Millionen von Nachkommen in jeder Generation erzeugen, werden im Durchschnitt nur zwei davon benötigt, um das Populationsgleichgewicht zu erhalten.
I 250
Zufall/Mayr: dominiert bei der Variation Notwendigkeit/Mayr: dominiert bei der Selektion.
Selektion: es gibt keine "selektive Kraft"!
I 252
Selektion: Bates' Entdeckung der Mimikry (1862) bei essbaren und giftigen Schmetterlingen: erster Beweis für die natürliche Selektion. Nutzen/Biologie: welchen Nutzen hat die Emergenz eines Merkmals für das Überleben: adaptionistisches Programm.
I 252
Merkmale/Überleben: günstige Merkmale: Toleranz gegen widriges Klima, bessere Nahrungsverwertung, Resistenz gegen Krankheitserreger, Fluchtfähigkeit. (Durch sexuelle Fortpflanzung). Auswahl durch Weibchen (Pfauenschwanz) vielleicht wichtiger als Fähigkeit der Männchen, Nebenbuhler zu besiegen.
I 253
Geschwisterrivalität und elterliche Fürsorge: wirken sich eher auf den Fortpflanzungserfolg als auf das Überleben aus. Diese Selektion ist anscheinend wichtiger als der begriff der sexuellen Selektion vermuten lässt.
I 260
Aussterben: 99,9 % aller evolutionären Linien, die einmal auf der Erde existierten, sind ausgestorben. Selektion: Darwin:" Die natürliche Selektion ist überall in der Welt stündlich dabei, die geringsten Veränderungen aufzuspüren".
I 261
Selektion/MayrVsDarwin: die zur Perfektion eines Merkmals benötigt genetische Variation tritt vielleicht gar nicht auf! Bsp Innenskelett/Außenskelett: Wirbeltiere bis zum Dinosaurier, Außenskelett: Riesenkrabbe ist das größte Wesen geblieben. Der Unterschied ist durch die verschiedenen Wege bestimmt, die die Vorfahren eingeschlagen hatten, nicht durch das Vorhandensein der Merkmale.
I 262
Selektion/Mayr: weitere Einschränkung: Wechselwirkung in der Entwicklung. Die Teile des Organismus sind nicht voneinander unabhängig. Keiner reagiert auf die Selektion, ohne mit den anderen Merkmalen zu interagieren. Geoffroys, 1818: "Gesetz des Gleichgewichts": Organismen sind Kompromisse zwischen konkurrierenden Ansprüchen.
Selektion/Mayr. 3. Einschränkung: Fähigkeit zur nichtgenetischen Modifikation: je plastischer der Phänotyp (durch Flexibilität in der Entwicklung) ist, desto geringer wirkt die Kraft des Selektionsdrucks. Pflanzen (und vor allem Mikroorganismen) haben eine viel größere Fähigkeit zu phänotypischer Modifikation (vielfältigere Reaktionsnorm) als Tiere.
Fähigkeit zur nichtgenetischen Anpassung wird ausschließlich genetisch gesteuert.
Zufall: wirkt auf jeder Stufe.
I 264
Neu: ganze Populationen oder sogar Arten könnten Zielobjekt der Selektion sein.
I 265
Weiche/harte Gruppenselektion. Weiche Gruppenselektion: Erfolg durch mittleren Selektionswert der Individuen.so ist jede individuelle Selektion auch eine weiche Gruppenselektion.
Harte Gruppenselektion: Gruppe als Ganzes verfügt über bestimmte adaptive Gruppenmerkmale, die nicht einfach die Summe der Beiträge sind .Der Vorteil der Gruppe ist größer als der der Summe der einzelnen Mitglieder. Arbeitsteilung, Zusammenarbeit (Wächter, Nahrungssuche). Hier ist der Begriff der "Gruppenselektion" gerechtfertigt.
I 266
Entstehung der Arten: diese Kontroverse veränderte den Status der sogenannten Artselektion völlig: das Auftauchen einer neuen Art scheint sehr oft am Aussterben einer anderen mitzuwirken. "Artenaustausch", verläuft nach strengen Darwinistischen Prinzipien.
I 279
Def r Selektion: stark schwankende oft Katastrophen ausgesetzte Populationsgröße, schwache intraspezifische Konkurrenz, sehr fruchtbar. K Selektion: konstante Populationsgröße, starke Konkurrenz, stabile Lebenserwartung.
I 280
Mit wachsender Populationsdichte wächst auch der Einfluss widriger Faktoren: Konkurrenz, Nahrungsknappheit, Mangel an Fluchtmöglichkeit, Raubfeinde, > Wachstum verlangsamt sich.
I 317
Könnte der Mensch zum Übermenschen werden? Hier stehen die Chancen schlecht! Zu wenig Selektionsdruck. Vor allem gab es früher Gruppenselektion. Selektion/Mensch: Heute dagegen in der Massengesellschaft gibt es keinerlei Anzeichen für Selektion auf überlegene Genotypen, die es dem Menschen gestatten würden, sich über seine gegenwärtigen Fähigkeiten zu erheben.
Viele Autoren behaupten sogar einen gegenwärtigen Verfall des menschlichen Genpools.
Francis Galton (Vetter von Darwin) legte als erster nahe, dass man mit angemessener Selektion die Menschheit verbessern könnte und sollte. Er prägte den Begriff "Eugenik".

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Zufall Darwin
 
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Gould II 329
Nach Darwin konnte der Zufall nicht die Ordnung geben, die in unserer Welt so offensichtlich ist. Die Individuengruppen müssen zuerst eine große Anzahl vererbbarer Variationen entwickeln, um das Rohmaterial für spätere Einflüsse bereitzustellen. Die Gegner Darwins bringen immer die gleiche Litanei: Darwin muss Unrecht haben: die Ordnung kann nicht aus Zufall entstehen. (z.B. KoestlerVsDarwin)
Aber gerade das hat Darwin nie behauptet. Der Zufall erzeugt nur das Rohmaterial.

Gould: die neuere Evolutionstheorie bewegt sich von dem strengen Darwinismus weg, der während der letzten 30 Jahre geherrscht hat.
Der Zufall agiert vielleicht nicht nur bei der Erzeugung der Variationen: er könnte auch ein ebenso wichtiger Bestandteil der evolutionären Veränderung sein.

II 330
Der Zufall hat einen schlechten Ruf, der auf die ihm von Darwin zugedachte Rolle bei der Herstellung des Rohmaterials herrührt. Der Zufall bewirbt sich als Träger der evolutionären Veränderung, bedroht aber die natürliche Auslese im Bereich der Adaption nicht.


Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 11 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsDarwin Gould Vs Darwin, Ch.
 
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IV 110
GouldVsDarwin: war so sehr von der Notwendigkeit unbegrenzte Zeit als einer Voraussetzung der Evolution überzeugt, daß er die Selektion mit dem Gradualismus verwechselte. Das führte zur Kritik HuxleyVsDarwin: übertriebene Annahme: »die Natur macht keine Sprünge«.
Dennett I 363-367
GouldVsDarwin, orthodoxen Darwinismus: durch sein "unterbrochenes Gleichgewicht" angeblich widerlegt.

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsDarwin Kauffman Vs Darwin, Ch.
 
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Dennett I 309
KauffmanVsDarwin: eine Festlegung der frühen Entwicklung und damit die Baerschen Gesetze stellen keinen besonderen Mechanismus dar. Vielmehr spiegelt sich in der Festlegung der frühen Entwicklung die Tatsache wider, daß die Zahl der Wege, auf denen Lebewesen verbessert werden können, schneller geschrumpft ist als die Zahl der Wege in der späteren Entwicklung.
Kauffman I 27
KauffmanVsDarwin: nach seiner Theorie vollzieht sich die Evolution allein durch die schrittweise Ansammlung vorteilhafter "Varianten. KauffmanVs: danach hätten die ersten Vielzeller sich auseinanderentwickelt! Das war offenbar nicht der Fall: eins der rätselhaftesten Merkmale der kambrischen Explosion ist, daß das taxonomische System gleichsam von oben nach unten aufgefüllt wurde.
I 278
Selektion/Kauffman: es gibt noch eine zweite Grenze der Selektion: sie versagt nicht nur in Zufallslandschaften. KauffmanVsDarwin: die Selektion kann auch in gleichförmigen Fitnesslandschaften, dem "Kernland" des Darwinismus scheitern: sie kann eine Fehlerkatastrophe auslösen.
Bsp eine Bakterienart mit anfangs identischen Individuen kann sich von einem lokalen Gipfel aus nach unten zerstreuen, einfach, weil die Mutationsrate zu hoch ist!

Kau I
St. Kauffman
Der Öltropfen im Wasser München 1998

Kau II
Stuart Kauffman
At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity
VsDarwin Mayr Vs Darwin, Ch.
 
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V 261
Selektion/MayrVsDarwin: die zur Perfektion eines Merkmals benötigt genetische Variation tritt vielleicht gar nicht auf! Bsp Innenskelett/Außenskelett: Wirbeltiere bis zum Dinosaurier, Außenskelett: Riesenkrabbe ist das größte Wesen geblieben. Der Unterschied ist durch die verschiedenen Wege bestimmt, die die Vorfahren eingeschlagen hatten, nicht durch das Vorhandensein der Merkmale!

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
VsDarwin Mill Vs Darwin, Ch.
 
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Dennett I 697
Ethik/Dennett: Frage: welche Konsequenzen ergeben sich aus der Tatsache, daß wir unter Zeitdruck handeln? (>Darwin: Handeln unter Zeitdruck). >MillVsDarwin Dennett I 695 Darwin: es ist das beste für den Menschen, seinen dauernden Impulsen zu folgen. Physik/Dennett: gilt, wie Mathematik, im ganzen Universum (>Minsky). BarrowVs.
Darwins Anhänger VsMill: die Vertreter der Nützlichkeitstheorie (Mill) sollten bedenken, daß wir vor eine Entscheidung meistens keine Zeit haben, die Auswirkungen auf die Allgemeinheit zu berücksichtigen.
I 698
MillVsDarwin: Niemand behauptet, die Kunst der Navigation gründe sich nicht auf Astronomie, weil die Seeleute keine Zeit haben, den Almanach zu berechnen. Als vernunftbegabte Wesen fahren sie mit dem fertig berechneten Werk zur See. So führen vernunftbegabte Menschen ihr Leben mit fertigen Meinungen über Richtig und Falsch und die schwierigeren Fragen von Klug und Dumm. DF.(Internalisierung). DennettVsMill: das übertünchte, daß sein System höchst unpraktikabel war. In der Praxis übersehen wir viele Gründe, und zwar auch solche, die wir nicht übersehen sollten.

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsDarwin Nietzsche Vs Darwin, Ch.
 
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I 249
NietzscheVsDarwin: Dennett: er hat aber nur dessen Epigonen gelesen.

Nie I
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014
VsDarwin Popper Vs Darwin, Ch.
 
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Mayr V 87
PopperVsDarwinismus: (1974): "keine überprüfbare Theorie, sondern eine metaphysisches Forschungsprogramm...." später von ihm widerrufen.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
VsDarwin Wittgenstein Vs Darwin, Ch.
 
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Putnam V 148/149
Wittgenstein: (Vorlesungen und Gespräche) WittgensteinVsPsychoanalyse: "Mythos", bewunderte Freuds Geist. WittgensteinVsDarwin: "Bei einer Erklärung ist mir das wichtigste, dass sie funktioniert, dass wir etwas aus ihr vorhersagen können." Die Physik hängt mit dem Ingenieurswesen zusammen. ~ "Die Leute werden durch äußerst magere Gründe überzeugt".
- - -
Vollmer I 290
WittgensteinVsDarwin: (Tractatus 4.1122) "hat mit der Philosophie nicht mehr zu schaffen als irgend eine andere Hypothese der Naturwissenschaft".

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Vo I
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd I Stuttgart 1988

Vo II
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd II Stuttgart 1988
VsDarwin Verschiedene Vs Darwin, Ch. Gould II 101
CuvierVsEvolution: er schloß aus seinem Prinzip der Wechselwirkung, dass Evolution ausgeschlossen werden mußte.
II 136
VavilovVsDarwin: Variation findet nicht in alle Richtungen statt, sondern in Klassen geordnet, die denen der Chemie und Kristallographie analog sind. Vavilov hat die kreative Rolle der Umwelt unterbetont.
II 328
Die Gegner Darwins bringen immer die gleiche Litanei: Darwin muß Unrecht haben: die Ordnung kann nicht aus Zufall entstehen.(z.B. KoestlerVsDarwin) - - -
Pinker I 403
Mortimer AdlerVsDarwinismus: (Philosoph) 1940: Evolution könne nicht stattgefunden haben, weil es auch kein dreieinhalbseitiges Dreieck gäbe. Darwin: es ist sehr wohl möglich, dass in der Vergangenheit Zwischenformen aufgetreten sind.
natürliche Art/Darwin: ist kein Idealtyp, sondern eine Population.
- - -
Vollmer I 260
Selektion/Vollmer: es gibt kein ernsthaftes Argument, wonach das Selektionsprinzip zirkulär sei. VsDarwinismus/Tautologie: Das Argument gegen den Darwinismus, er sei tautologisch, ist verfehlt: "Survival of the survivor": VollmerVsVs: Fitness wird nicht nach dem Überleben des Individuums bestimmt, sondern durch Fortpflanzungserfolg, mehr Nahrung, mehr Wohnraum, mehr Partner, mehr Nachkommen usw.





Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998

Vo I
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd I Stuttgart 1988

Vo II
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd II Stuttgart 1988
VsDarwin Bigelow Vs Darwin, Ch.
 
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I 332
VsDarwinismus/VsDarwin/Bigelow/Pargetter: häufiger Einwand: das „Überleben des Tüchtigen“ sei eine leere Tautologie. BigelowVsVs: der Einwand geht davon aus, daß Fitneß nur retrospektiv festgestellt werden könnte. Außerdem nimmt er an, daß die Tatsache, daß einige Individuen überleben genau das ist, was die Tüchtigkeit konstituiert. (zirkulär).
BigelowVsätiologische Theorie: beruht auf dem gleichen Mißverständnis. Sie behauptet dann, daß auch die Eigenschaft , eine Funktion zu haben, eine retrospektive Eigenschaft ist, die durch die Geschichte des Überlebens konstituiert wird. So ist der Begriff der Funktion seines Erklärungspotentials beraubt.
I 333
Zirkularität/Bigelow/Pargetter: dieser Einwand wird oft fälschlich VsDarwinismus erhoben. Fitneß/Lösung/Bigelow/Pargetter: ist aber nicht retrospektiv definiert, sondern sie ist analog zu einer Disposition.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
VsDarwin Mayr Vs Lamarck, J.-B.
 
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Art/Ernst MayrVsDarwin,VsLamarck: "Arten sind Produkt der Evolution und nicht des menschlichen Geistes." Gould I 217

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
VsDarwin Dennett Vs Mill, J. St.
 
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Dennett I 695
Ethik/Dennett: Frage: welche Konsequenzen ergeben sich aus der Tatsache, daß wir unter Zeitdruck handeln? (>Darwin: Handeln unter Zeitdruck). >MillVsDarwin Dennett I 697 Darwin: es ist das beste für den Menschen, seinen dauernden Impulsen zu folgen.
Physik/Dennett: gilt, wie Mathematik, im ganzen Universum (>Minsky). BarrowVs.
Darwins Anhänger VsMill: die Vertreter der Nützlichkeitstheorie (Mill) sollten bedenken, daß wir vor eine Entscheidung meistens keine Zeit haben, die Auswirkungen auf die Allgemeinheit zu berücksichtigen.
Dennett I 698
MillVsDarwin: Niemand behauptet, die Kunst der Navigation gründe sich nicht auf Astronomie, weil die Seeleute keine Zeit haben, den Almanach zu berechnen. Als vernunftbegabte Wesen fahren sie mit dem fertig berechneten Werk zur See. So führen vernunftbegabte Menschen ihr Leben mit fertigen Meinungen über Richtig und Falsch und die schwierigeren Fragen von Klug und Dumm. DF.(Internalisierung). DennettVsMill: das übertünchte, daß sein System höchst unpraktikabel war. In der Praxis übersehen wir viele Gründe, und zwar auch solche, die wir nicht übersehen sollten.

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Darwinismus VsDarwin Versus Dennett I 543
ChomskyVsSkinner, ChomskyVsKünstliche Intelligenz, ChomskyVsDarwin

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999