Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Referenz Dretske
 
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Brandom I 600
Referenz/Triangulation: will diese Schwierigkeiten vermeiden durch Betrachtung des Kreuzungspunkts zweier Ketten. Auch Dretske: Bsp Thermostat: man kann nicht sagen: ob das System auf die Temperatur des Raumes, auf die des Bimetallstreifens, auf die Krümmung des Bimetallstreifens, oder auf das Schließen des Kontakts reagiert. (> Messen) Der Blick auf die praktischen Folgen hilft nicht weiter. Hat nun der Thermostat einen zweiten Sensor, etwa ein Quecksilberthermometer, das einen Kontakt entsprechend schließt und ggf. die Heizung an und abstellt, so kreuzen sich die beiden Kausalketten an zwei Stellen: stromaufwärts bei der Änderung der Raumtemperatur, und stromabwärts bei der Reaktion, die Heizung an oder abzuschalten.
I 951
Da sich die beiden Ketten an zwei Punkten schneiden, muss man sie sich wohl gekrümmt vorstellen. Vielleicht nicht ganz glücklich. DB. BrandomVsDretske: löst das wirklich das Problem? Wird nicht immer noch auf den nächstliegenden, wenn auch disjunkten Reiz reagiert? Das Schließen des Bimetallstreifens oder des Quecksilberkontaktes?
I 601
Begriff: Bloßes unterscheidendes Reaktionsvermögen (>VURD, Brandom) reicht nicht, um die Anwendung von Begriffen zu erkennen! Rationalistische Ergänzung: die inferentielle Rolle der Reaktion ist entscheidend.

Dret I
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Repräsentation Dretske
 
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Pau I Michael Pauen Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt/M. 2001

Pau I 230
Bedeutung/Naturalisierung/mentale Repräsentation/Dretske/Pauen: (Dretske 1994,1995): versucht wie Fodor, die Entstehung von Bedeutung rein naturalistisch zu erklären. Dehnt das aber auch auf nicht menschliche Lebewesen aus. Vier Gesichtspunkte:
1. Kausalbeziehung zwischen Gegenstand und Repräsentation
2. Funktion der Repräsentation für den Organismus
3. Entwicklungsgeschichte des Erwerbens
4. Möglichkeit der Veränderung.

Zeichen/Bedeutung/Kausalität/Dretske/Pauen: (ad 1.) eine reine Kausalbeziehung vermag nur ein natürliches Zeichen ("Anzeichen") zu stiften. Das normative Moment hat hier keinen Platz.

ad 2. Die normative Unterscheidung zwischen richtig und falsch der mentalen Repräsentation kommt ins Spiel, wenn ein Gerät oder ein Organ die Funktion erhält, einen anderen Sachverhalt anzuzeigen.

ad 3. Bsp Magnetotaktische Bakterien suchen tiefere, sauerstoffärmere Wasserschichten.
Würden diese Bakterien auf die Nordhalbkugel verbracht, würden sie flachere, sauerstoffreichere Wasserschichten ansteuern!
Hier bliebe nun unklar, was genau der Gegenstand der Repräsentation ist: sind es die Magnetfelder oder die Sauerstoffkonzentration?
I 232
Dretske: räumt ein, dass das hier schwer zu entscheiden ist. Lösung: die meisten Organismen verfügen über mehrere Zugänge zu einem Sachverhalt.
Wenn eine Repräsentation im Normalfall in Gegenwart eines Feindes auftritt, kann man von einer Repräsentation des Feindes sprechen.

ad 4. Möglich scheint allenfalls der Einwand, nicht der Feind, sondern die Disjunktion aller Stimuli sei Gegenstand der Repräsentation. Bsp Geruch oder Silhouette, oder Geräusch.
Hier ist die Lernfähigkeit von Bedeutung. Höhere Lebewesen können hier neue Reize lernen, womit sogar eine vollständige alte Disjunktion abwesend sein könnte.
Damit kommt die Disjunktion auch nicht als Repräsentation in Frage.

VsDretske/Pauen: ein kausal bestimmter Sonnenbrand ist dennoch keine Repräsentation der Sonne.
I 233
Magenverstimmungen keine Repräsentation verdorbener Speisen. - - -

Schiffer I 46
Repräsentation/FG/fuel gauge/Benzinuhr/ /Dretske/Terminologie/Schiffer: (Dretske 1986): „Benzinuhr-Modell der Repräsentation: sie repräsentiert den Bezinstand, weil sie ein verläßlicher Indikator dafür ist. ((s) Durch Regelmäßigkeit zur Repräsentation. Zusatzannahme: Kontrafaktische Konditionale). - - -

Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation". 2. der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.


Dret I
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Repräsentation Pauen
 
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V 57
Repräsentation/Einheit/Wolf Singer/Pauen: Repräsentation der Einheitlichkeit muss keine einheitliche Repräsentation sein - weil die Verbindung zwischen verschiedenen Aspekten durch synchrones Feuern repräsentiert wird.
V 217ff
Repräsentation/Pauen: Problem: Naturalisierung der Intentionalität - ich verletze keine physikalischen Gesetze, wenn ich eine Katze mit einem Hund verwechsle - Problem: ein Scheitern der Erklärung würde Zweifel an der Existenz mentaler Zustände aufkommen lassen. Asymmetrie: Repräsentation steht für einen Gegenstand, aber nicht umgekehrt der Gegenstand für eine Repräsentation - R sind Bestandteile der Sprache des Geistes.
Computeranalogie: Symbole.
Propositionale Einstellungen: Relationen zu Symbolen.
V 226
Kausalität: Problem: Vorstellung in Abwesenheit des Gegenstands.
V 232
Repräsentation/Kausaltheorie/VsDretske/Pauen: Bsp Sonnenbrand keine Repräsentation der Sonne.
V 233
Bsp Magenverstimmung keine Repräsentation verdorbener Speisen.
V 235
Aber aus einem Scheitern der starken Naturalisierung ergibt sich kein Argument VsIdentitätstheorie.

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Semantik Brandom
 
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I 297
Brandom These: wir müssen die Semantik anhand der Pragmatik verstehen.
II 145
Semantische Theorie/BrandomVsDretske/VsMillikan/VsFodor: Problem: kann nicht erklären, wie sich echte Repräsentationen (Überzeugungen) von einfachen Indikatorzuständen (>VURDs) unterscheiden. (VURDs = Verlässlich unterscheidende Reaktionsdispositionen, z.B. bei Thermometern).
II 146
Verlässlichkeitstheorie/Brandom: kann nicht auf die Semantik angewendet werden ((s) sonst zirkulär). - Die Erkenntnistheorie ist das geeignete Arbeitsgebiet der Verlässlichkeitstheorie.
Newen/Schrenk I 161
Brandom/Newen/Schrenk: Brandom kehrt die herkömmliche Semantik um. - Die Korrektheit von Bsp "Wenn A östlich von B liegt, liegt B westlich von A" durch die Bedeutung von "westlich" und "östlich" zu begründen.
I 162
"Westlich" und "östlich" erhalten ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie in solchen Inferenzen vorkommen. - Grundbegriffe/Brandom: nicht Wahrheit und Referenz (Tarskis Wahrheits-Begriff ist zu schwach). - Korrektheit/Brandom: aus sozialer Praxis - Bedeutung: erwächst aus den inferentiellen Rollen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsDretske Lewis Vs Armstrong, D.
 
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V 353
"New Work for a Theory of Universals" (1983) Universalien/Armstrong: seine Theorie der U. soll eine Lösung des
Problems des Einen und des Vielen sein.
LewisVsArmstrong: aber das gestattet entweder nominalistische Lösungen, oder es gestattet überhaupt keine Lösung irgendwelcher Art.
- - -
Schwarz I 71
Kombinatorialismus/Armstrong: besteht lediglich aus einigen fundamentalen Eigenschaften, bei denen anders als bei Farben – jede Kombination möglich sein soll (1986,§7). LewisVs: 1986a,86, HellerVs (1998): es ist nicht klar, ob das überhaupt geht. LewisVsArmstrong: damit verschiebt sich das Problem aber nur auf die Interpretation der Beschreibungen: wann repräsentiert so eine Satzmenge, in der von Eseln nicht die Rede ist, da es Esel gibt? Nur, wenn die Sätze die Existenz von Eseln notwendig implizieren (1986e,,150 157).
Problem: das setzt wieder Modalität voraus.
VsVs: man könnte sagen, da die Beziehung zwischen der Verteilung fundamentaler Eigenschaften und allen anderen Wahrheiten analytisch ist, und damit auch ohne primitiv modales Vokabular charakterisierbar ist. (2002b, Heller 1996, s.u. Kapitel 11. (LewisVs: 1992a,209).
- - -
Schwarz I 118
Naturgesetze/NG/DretskeVsLEwis/TooleyVsLewis/ArmstrongVsLewis: Lewis’ NG fehlt etwas: bei Lewis sind NG bloße Regularitäten, sie müssten aber mehr sein. Dretske-Tooley-Armstrong-Theorie: These: NG beruhen auf fundamentalen Beziehungen zwischen Universalien, also Eigenschaften. Weil Regularitäten logisch unabhängig von lokalen Ereignissen sind, können sich mögliche Welten (MöWe) mit denselben lokalen Ereignissen gut in ihren NG unterscheiden: was hier eine bloße Regularität ist, mag dort eine Universalien Beziehung sein.
Universalien Beziehung: ist grundlegend und unanalysierbar. Es genügt nicht zu sagen, es bestehe eine Beziehung zwischen Fs und Gs, weil alle Fs Gs sind. Das wäre die Reg Th.
SchwarzVs: das gibt Probleme mit uninstantiierten Universalien (Mellor 1980, §6).
NG/LewisVsArmstrong/LewisVsTooley/LewisVsDretske: Wenn NG fundamentale Beziehungen zwischen Universalien ausdrücken, die logisch unabhängig sind von beobachtbaren Regularitäten, wieso nehmen wir dann an, dass die Physik uns etwas über NG verrät?
Schwarz I 119
Welchen Nutzen bringen Universalien? Physiker wollen bloß Regularitäten beobachten. Und was hat die Universalien Beziehung dann mit noch mit den Regularitäten zu tun? Das muss man dann noch zusätzlich erklären! Wie könnte ein angenommener Gesetzgeber ausschließen, dass N(F,G) gilt und dennoch einige Fs keine Gs sind? Es genügt nicht, dem „Gesetzgeber“ einen Namen zu geben wie Armstrong das tut mit „necessitation“ („Notwendigmachung“). NG/LewisVsArmstrong: vielleicht besser: Regularitäten, die zusätzlich durch eine primitive Beziehung zwischen Universalien abgesegnet sind, eine Beziehung, die auch in MöWe besteht, in denen das NG nicht gilt. Das ist zwar noch obskurer, aber dann ist es wenigstens kein Wunder mehr, dass alle Fs Gs sind, wenn ein NG das verlangt.
Schwarz I 124
Wschk/LewisVsArmstrong: Vs fundamentale Wahrscheinlichkeit- Eigenschaft. Fundamentale Eigenschaften können die Rolle nicht erfüllen, die wir Wschk zuschreiben.
Schw I 139
Ursache/Verursachung/Armstrong: Abwesenheit keine echte Ursache. LewisVsArmstrong: doch, bloß so alltäglich, dass ignoriert– Problem: in Vakuum dann unzählige Abwesenheiten
Schwarz I 140
Lösung/Lewis: Abwesenheiten sind überhaupt nichts, da gibt es nichts Problem: wenn Abwesenheit bloß leere RZ Region, warum gäbe es dann ohne sie gerade Sauerstoff und nicht Stickstoff? > Lösung/Lewis: „Einfluss“, leichte Erhöhung der Wschk –141 kontrafaktische Abhängigkeit auch zwischen dem Wie, Wann und Wo des Geschehens
Schwarz I 231
Def Wahrmacher-Prinzip/ Wahrmachen/Armstrong/Martin/Schwarz: alle Wahrheiten müssen in der Ontologie verankert sein. Starke Form: für jede Wahrheit existiert etwas, das sie wahr macht, dessen Existenz die Wahrheit notwendig impliziert. LewisVsArmstrong: das ist zu stark: Bsp dass „Es gibt keine Einhörner“ wahr ist, liegt nicht daran, dass es etwas bestimmtes gibt, sondern daran, dass es Einhörner gerade nicht gibt. (1992a,204, 2001b,611f).
Wahrmacher: wäre hier ein Gegenstand, der nur in Welten existiert, in denen es keine Einhörner gibt. Problem: warum kann dieser Gegenstand nicht auch in Welten mit Einhörnern existieren?. Antwort: weil ein solcher Gegenstand dem Rekombinationsprinzip widerspräche.
SchwarzVsLewis: das stimmt aber nicht: der Wahrmacher für „es gibt keine Einhörner“ könnte ein Ding sein, das essentiell in einer MöWe ohne Einhörner lebt, aber durchaus Duplikate in MöWe mit Einhörnern hat. Die GR ist keine Beziehung intrinsischer Ähnlichkeit.
Wahrmachen/Prädikat/Armstrong/Schwarz: (Armstrong 1997a,205f): wenn ein Ding A eine Eigenschaft F hat, muss es einen Gegenstand geben, dessen Existenz diese Tatsache impliziert.
LewisVsArmstrong: warum kann dieser Gegenstand nicht existieren, obwohl A nicht F ist? (1998b). Warum muss immer, wenn in einer Welt A F ist und in einer anderen nicht, in der einen auch etwas existieren, das in der anderen MöWe fehlt: Zwei MöWe können sich auch nur darin unterscheiden, was für Eigenschaften die Dinge in ihnen haben ((s) Also bei konstant gehaltenem Gegenstandsbereich andere Eigenschaften).
Eigenschaft/Wahrmacher/Lewis: dass etwas eine (grundlegende) E hat, benötigt also keine Wahrmacher: Der Satz, dass A F ist, ist wahr, weil A die Eigenschaft F hat, Das ist alles. (1998b, 219).
Def Wahrmacher-Prinzip/LewisVsArmstrong/Schwarz: es bleibt dann nur übrig: Wahrheit superveniert darauf, welche Dinge es gibt und welche perfekt natürlichen Eigenschaften und Relationen sie instantiieren. (1992a,207,1994a,225, Bigelow 1988, §25).
Wann immer zwei Möglichkeiten sich unterscheiden, gibt es in ihnen entweder verschiedene Gegenstände oder diese Gegenstände haben verschiedene fundamentale Eigenschaften.(1992a,206, 2001b,§4).
Schwarz I 232
Anmerkung: wenn es qualitativ ununterscheidbare, aber numerisch verschiedene Möglichkeiten gibt, (was Lewis weder behauptet noch bestreitet, 1986e,224) muss das Prinzip auf qualitative Wahrheiten bzw. Eigenschaften beschränkt werden (1992a, 206f). Wenn es keine gibt, lässt es sich vereinfachen: keine zwei Möglichkeiten stimmen exakt darin überein, was für Dinge es gibt und welche fundamentalen Eigenschaften sie instantiieren. ((s) Wenn die Verteilung fundamentaler Eigenschaften alles festlegt, sind die Dinge damit gegeben, und die MöWe könnten sich nur in Eigenschaften unterscheiden, aber die sind ja gerade festgelegt). Schwarz: das kann noch etwas verstärkt werden.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
VsDretske Brandom Vs Dretske, Fred
 
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I 600
Dretske: Bsp Thermostat: man kann nicht sagen: ob das System auf die Temperatur des Raumes, auf die des Bimetallstreifens, auf die Krümmung des Bimetallstreifens, oder auf das Schließen des Kontakts reagiert. (> Messen) Der Blick auf die praktischen Folgen hilft nicht weiter. Hat nun der Thermostat eine zweiten Sensor, etwa ein Quecksilberthermometer, das, einen Kontakt entsprechend schließt und ggf. die Heizung an- und abstellt, so kreuzen sich die beiden Kausalketten an zwei Stellen: stromaufwärts bei der Änderung der Raumtemperatur, und stromabwärts bei der Reaktion, die Heizung an- oder abzuschalten.
BrandomVsDretske: Löst das wirklich das Problem? Wird nicht immer noch auf den nächstliegenden, wenn auch disjunkten Reiz reagiert? Das Schließen des Bimetallstreifens oder des Quecksilberkontaktes?
II 12
Begriff/BrandomVsDretske, Fodor, Millikan: nicht semantische Kontinuität zum Nicht- oder Vorbegrifflichen, sondern strikte Diskontinuität.
II 144
Semantische Theorie: Dretske, Millikan, Fodor. BrandomVs: dort am schwächsten, wo sie sich der Frage widmen, was Repräsentationen, die es verdienen, Überzeugungen genannt zu werden, sich von anderen Indikatorzuständen unterscheidet. >Lager.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsDretske Dennett Vs Dretske, Fred
 
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Intentionalität /Dretske: wir können (logisch) ein künstliches Produkt erschaffen, das ursprüngliche Intentionalität erwirbt, aber keines, das sie von Anfang an besitzt. Frage: wieviel Umgang mit der Welt ist notwendig? DennettVsDretske: das ist die alte Frage nach den Wesensformen. Undarwinistisch, zu denken, daß nicht alles allmählich entstanden ist. I 596

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsDretske Gettier Vs Dretske, Fred
 
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Brendel I 204
Def Information/Dretske/Brendel: kein quantitatives Maß, das die beim Empfänger beseitigte Unbestimmtheit angibt, sondern das Rohmaterial, aus dem Bedeutungen entstehen.
I 205
Sie ist eine objektive Ware, deren Schaffung, Übertragung und Rezeption keine Interpretation voraussetzt oder erfordert. Signal/Dretske: Bsp Dinge, Sachverhalte, Ereignisse, Zeichen, Nachrichten usw. sie tragen Informationen. Kognitiv Handelnde können aus ihnen Wissen gewinnen.
Informationsgehalt/Dretske: es geht darum, den IG dieser Signale zu bestimmen.
Def Information/Informationsgehalt/Dretske/Brendel: ein Signal r trägt die Information, dass s F ist, = die konditionale Wahrscheinlichkeit (Wschk) von s, F zu sein, gegeben r (und k) ist 1 (aber gegeben k allein, weniger als 1). (Dretske 1981a, 65).
k: ist das, was der Empfänger schon weiß.
Information/Dretske/Brendel: These: ist vorsprachlich, Bsp ein Verkehrszeichen. Keine Aussage. Problem: das kann so nicht in eine logische Form eingefügt werden.
Dretske: Z „Am Anfang war Information. Das Wort kam später“.
I 206
Wschk/Dretske/Brendel: soll die subjektive Komponente einführen, dass ein und dasselbe Ding für Subjekte mit verschiedenem Vorwissen verschiedene Informationen übermitteln kann.
Wschk/Dretske/Brendel: er kann keine subjektive Wschk meinen, denn dann verliert der Informationsbegriff völlig seinen objektiven Charakter.
objektive Wschk/Brendel: ist aber relative Häufigkeit (relH) bzw. deren Grenzwert, der Limes der relH von F in G.
Problem: auch das kann von Dretske nicht intendiert sein, weil wenn die Bezugsklasse G unendlich ist, so ist der Grenzwert eine Schätzung, da man nur endlich viele Beobachtungen machen kann. Dann könnte eine Wschk von 1 erhalten werden, ohne dass dies dem tatsächlichen Grenzwert entspricht.
Wschk/Dretske: eine solche lehnt er daher explizit ab.
I 207
Lösung/Dretske: Wschk als relH zwischen Bedingungstypen. 1. es muss kein endliches Beispiel sein, dass die aktuale Wschk reflektiert.
2. die Relation, von der die Kommunikation von Inhalten abhängt, ist die gesetzmäßige Abhängigkeit einer Bedingung von einer anderen.
DretskeVsCohen/DretskeVsLehrer: keine Identifikation einer Wschk von 1 mit einer Grenze von 1.
BrendelVsDretske/Brendel: der Begriff der Wschk bzw. Häufigkeit ist nur sinnvoll bei wiederholbaren Fällen, Bei Dretske geht es jedoch meist um einmalige Ereignisse.
Lösung/Loewer/Brendel: seinen Informationsbegriff ohne Wschk reformulieren.
Lösung/Dretske: nomische Regularität zwischen Ereignistypen, die nomisch das Vorkommen von r ausschließt, wenn s nicht F ist.
I 209
BrendelVsDretske: diese Verschiedenheit des fraglichen Vorwissens sichert noch nicht die Rekursivität. Zirkularität muss direkt ausgeschlossen werden: Das tut Dretske jedoch nicht. 2. BrendelVsDretske: was ist „kausale Stützung“: auch sie ist vom Wissen abhängig, Bsp Interpretation eines Klopfens an der Tür.
I 212
BrendelVsDretske: er zeigt nicht, die man diese nomologische Verbindung (informationale Relation) erkennen kann. D.h. wir haben gar keine Anwendungsbedingungen. …+…
I 217
Wissen/BrendelVsDretske: wenn wir nun zwei Wissensbegriffe nötig hätten, hieße das, dass Dretske Wissen nicht definiert hat. SkeptizismusVsDretske/Brendel: woher sollten wir ein solches grundlegendes Wissen haben? Und wie könnten wir sicher sein, dass wir es besitzen? Woher wissen wir, dass alle Alternativen berücksichtigt wurden? Das beantwortet Dretske nicht.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsDretske Brendel Vs Dretske, Fred
 
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Elke Brendel
I 204
Def Information/Dretske/Brendel: kein quantitatives Maß, das die beim Empfänger beseitigte Unbestimmtheit angibt, sondern das Rohmaterial, aus dem Bedeutungen entstehen.
I 205
Sie ist eine objektive Ware, deren Schaffung, Übertragung und Rezeption keine Interpretation voraussetzt oder erfordert. Signal/Dretske: Bsp Dinge, Sachverhalte, Ereignisse, Zeichen, Nachrichten usw. sie tragen Informationen. Kognitiv Handelnde können aus ihnen Wissen gewinnen.
Informationsgehalt/Dretske: es geht darum, den IG dieser Signale zu bestimmen.
Def Information/Informationsgehalt/Dretske/Brendel: ein Signal r trägt die Information, dass s F ist, = die konditionale Wahrscheinlichkeit (Wschk) von s, F zu sein, gegeben r (und k) ist 1 (aber gegeben k allein, weniger als 1). (Dretske 1981a, 65).
k: ist das, was der Empfänger schon weiß.
Information/Dretske/Brendel: These: ist vorsprachlich, Bsp ein Verkehrszeichen. Keine Aussage. Problem: das kann so nicht in eine logische Form eingefügt werden.
Dretske: Z „Am Anfang war Information. Das Wort kam später“.
I 206
Wschk/Dretske/Brendel: soll die subjektive Komponente einführen, dass ein und dasselbe Ding für Subjekte mit verschiedenem Vorwissen verschiedene Informationen übermitteln kann.
Wschk/Dretske/Brendel: er kann keine subjektive Wschk meinen, denn dann verliert der Informationsbegriff völlig seinen objektiven Charakter.
objektive Wschk/Brendel: ist aber relative Häufigkeit (relH) bzw. deren Grenzwert, der Limes der relH von F in G.
Problem: auch das kann von Dretske nicht intendiert sein, weil wenn die Bezugsklasse G unendlich ist, so ist der Grenzwert eine Schätzung, da man nur endlich viele Beobachtungen machen kann. Dann könnte eine Wschk von 1 erhalten werden, ohne dass dies dem tatsächlichen Grenzwert entspricht.
Wschk/Dretske: eine solche lehnt er daher explizit ab.
I 207
Lösung/Dretske: Wschk als relH zwischen Bedingungstypen. 1. es muss kein endliches Beispiel sein, dass die aktuale Wschk reflektiert.
2. die Relation, von der die Kommunikation von Inhalten abhängt, ist die gesetzmäßige Abhängigkeit einer Bedingung von einer anderen.
DretskeVsCohen/DretskeVsLehrer: keine Identifikation einer Wschk von 1 mit einer Grenze von 1.
BrendelVsDretske/Brendel: der Begriff der Wschk bzw. Häufigkeit ist nur sinnvoll bei wiederholbaren Fällen, Bei Dretske geht es jedoch meist um einmalige Ereignisse.
Lösung/Loewer/Brendel: seinen Informationsbegriff ohne Wschk reformulieren.
Lösung/Dretske: nomische Regularität zwischen Ereignistypen, die nomisch das Vorkommen von r ausschließt, wenn s nicht F ist.
I 209
BrendelVsDretske: diese Verschiedenheit des fraglichen Vorwissens sichert noch nicht die Rekursivität. Zirkularität muss direkt ausgeschlossen werden: Das tut Dretske jedoch nicht. 2. BrendelVsDretske: was ist „kausale Stützung“: auch sie ist vom Wissen abhängig, Bsp Interpretation eines Klopfens an der Tür.
I 212
BrendelVsDretske: er zeigt nicht, die man diese nomologische Verbindung (informationale Relation) erkennen kann. D.h. wir haben gar keine Anwendungsbedingungen. …+…
I 217
Wissen/BrendelVsDretske: wenn wir nun zwei Wissensbegriffe nötig hätten, hieße das, dass Dretske Wissen nicht definiert hat. SkeptizismusVsDretske/Brendel: woher sollten wir ein solches grundlegendes Wissen haben? Und wie könnten wir sicher sein, dass wir es besitzen? Woher wissen wir, dass alle Alternativen berücksichtigt wurden? Das beantwortet Dretske nicht.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsDretske Lehrer Vs Dretske, Fred
 
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Brendel I 218
Wissen/Externalismus/Internalismus/Lehrer/Brendel: (Lehrer 1990b. 252) These LehrerVsInternalismus, LehrerVsExternalismus: beide Antworten auf die Frage, was zur wahren Überzeugung hinzugefügt werden muss, um Wissen zu erhalten, sind falsch. (Lager). Lösung/Lehrer: These Verbindung von Internalismus und Externalismus:
Def Wissen/Lehrer/Brendel: ist eine rationale Verbindung subjektiven Zuständen und Wahrheit, zwischen Geist und Welt.
Drei Bedingungen:
1. Wissen muss von bloß zufällig wahrer Überzeugung unterschieden werden
2. es muss im Prinzip „artikulierbar“ sein
3. das epistemische Subjekt muss den Unterschied zwischen Information und Fehlinformation kennen und erkennen können.
Metawissen/Lehrer/Brendel: die 3. Bedingung macht den Begriff „Metawissen“ nötig.
LehrerVsExternalismus: kann Metawissen (das Erkennen von Fehlinformation vor dem Hintergrund eines Wissens über Information) nicht darstellen.
LehrerVsDretske: das Verursachen von Information ist keine hinreichende Bedingung für Wissen: sie muss außerdem wissen, dass die Information korrekt ist. Bsp defekte Meßanzeige führt nicht zu Wissen.
I 219
Pointe: die Temperatur kann zufällig der Anzeige des kaputten Instruments entsprechen. Lösung/Lehrer: wir brauchen Hintergrundinformation. (Bsp Scheunen-Fassaden).
LehrerVsVerläßlichkeitstheorien: auch hier gäbe es kein Wissen.
VerläßlichkeitstheorieVsVs: das gilt nur für Kausaltheorien, die die VT selber ablehnt.
Kausaltheorie/Lehrer/Brendel: Lehrer geht über die KT hinaus, wenn er verlangt, dass das Subjekt Fehlinformationen erkennen kann.
LehrerVsExternalismus/Brendel: mit dem Erkennen von Fehlinformation muss auch die Ablehnung jedweder Spielart des Externalismus einhergehen.

Lehr I
K. Lehrer
Theory of Knowledge Oxford 1990

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsDretske Pauen Vs Dretske, Fred
 
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V 230
Bedeutung/Naturalisierung/mentale Repräsentation/Dretske/Pauen: (1994,1995): versucht wie Fodor, die Entstehung von Bedeutung rein naturalistisch zu erklären. Dehnt das aber auch auf nicht menschliche Lebewesen aus. Vier Gesichtspunkte:
1. Kausalbeziehung zwischen Gegenstand und Repräsentation
2. Funktion der Repräsentation für den Organismus
3. Entwicklungsgeschichte des Erwerbens
4. Möglichkeit der Veränderung.
Zeichen/Bedeutung/Kausalität/Dretske/Pauen: (ad 1.) eine reine Kausalbeziehung vermag nur ein natürliches Zeichen ("Anzeichen") zu stiften. Das normative Moment hat hier keinen Platz.
ad 2. Die normative Unterscheidung zwischen richtig und falsch der mentalen Repräsentation kommt ins Spiel, wenn ein Gerät oder ein Organ die Funktion erhält, einen anderen Sachverhalt anzuzeigen.

ad 3. Bsp Magnetotaktische Bakterien suchen tiefere, sauerstoffärmere Wasserschichten.
Angenommen, diese Bakterien würden auf die Nordhalbkugel verbracht, würden sie flachere, sauerstoffreichere Wasserschichten ansteuern!
Hier bliebe nun unklar, was genau der Gegenstand der Repräsentation ist: sind es die Magnetfelder oder die Sauerstoffkonzentration?
V 232
Dretske: räumt ein, dass das hier schwer zu entscheiden ist. Lösung: die meisten Organismen verfügen über mehrere Zugänge zu einem Sachverhalt.
Wenn eine Repräsentation im Normalfall in Gegenwart eines Feindes auftritt, kann man von einer Repräsentation des Feindes sprechen.
ad 4. Möglich scheint allenfalls der Einwand, nicht der Feind, sondern die Disjunktion aller Stimuli sei Gegenstand der Repräsentation. Bsp Geruch oder Silhouette, oder Geräusch.
Hier ist die Lernfähigkeit von Bedeutung. Höhere Lebewesen können hier neue Reize lernen, womit sogar eine vollständige alte Disjunktion abwesend sein könnte.
Damit kommt die Disjunktion auch nicht als Repräsentation in Frage.
VsDretske/Pauen: ein kausal bestimmter Sonnenbrand ist dennoch keine Repräsentation der Sonne.
V 233
Magenverstimmungen keine Repräsentation verdorbener Speisen.

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
VsDretske Brandom Vs Fodor, J.
 
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I 731
BrandomVsEnger Inhalt: es ist nicht leicht, hier überhaupt eine kohärente Geschichte zu erzählen. Enge Zustände sollen bei möglichst ähnlichem Individuen möglichst gleich sein. Doch wegen verschiedener Kontexte gilt auch verschiedenes von den Individuen. Diese können als Kopien voneinander nur durch eine Beschränkung der bei ihrer Unterscheidung zulässigen Sprache ausgemacht werden ( > Fälschung). Diese Beschränkung läßt sich nicht ohne Zirkel begründen.
II 12
Begriff/BrandomVsDretske, Fodor, Millikan: nicht semantische Kontinuität zum Nicht- oder Vorbegrifflichen, sondern strikte Diskontinuität.
II 144
Semantische Theorie: Dretske, Millikan, Fodor. BrandomVs: dort am schwächsten, wo sie sich der Frage widmen, was Repräsentationen, die es verdienen, Überzeugungen genannt zu werden, sich von anderen Indikatorzuständen unterscheidet. >Lager.

Esfeld I 71
FodorVs semantischer Holismus: Kompositionalitätsprinzip (Wörter tragen zur Bedeutung des Satzes bei): eine Semantik der inferentiellen Rolle kann dem KP nicht Rechnung tragen. BrandomVsFodor: Kompositionalität ist neutral in Bezug auf eine Erklärung die von unten startet.
- - -
NS I 161
Brandom/Newen/Schrenk: kehrt die herkömmliche Semantik um. Statt wie die Semantik anzunehmen, dass die Korrektheit des Schlusses Bsp „Wenn Princeton östlich von Pittsburgh liegt, liegt Pittsburgh westlich von Princeton“ durch die Bedeutung von „östlich“ und „westlich“ zu begründen,
NS I 162
Führt er eine kopernikanische Wende durch: Brandom: These: „westlich“ und „östlich“ erhalten ihre Bedeutung gerade, weil sie in solchen Folgebeziehungen vorkommen. Das ganze Netz von Satzäußerungen, in denen die Worte vorkommen, und auch die entsprechenden Handlungen konstituieren den begrifflichen Gehalt der Worte.
Inferentialismus/Brandom/Newen/Schrenk: sieht nicht Wahrheit und nicht Referenz als fundamentale bedeutungskonstituierende Einheiten an.
Korrektheit/Brandom: welche Folgerungen aus welchen Äußerungen korrekt sind, wird pragmatisch über die durch implizite Regeln geleitete soziale Praxis festgelegt.
Bedeutung/Holismus/Brandom: die Bedeutung von Begriffen und Äußerungen erwächst aus ihren inferentiellen Rollen zu anderen Begriffen und Äußerungen, daher sind sie nicht atomistisch sondern holistisch. (BrandomVsFodor).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002