Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 30 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
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Literatur
Anti-Realismus Boyd
 
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Horwich I 495
Anti-Realismus/Boyd: (BoydVsAnti-Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten: a) empiristische These, daß Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen. - b) "konstruktivistische" These (Kuhn): daß die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muß.

Boyd I
Richard Boyd
The Philosophy of Science Cambridge 1991

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Bedeutung Rorty
 
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Richard Rorty
Horwich I 449
Bedeutung/DavidsonVsDummett/DavidsonVsQuine/Rorty: sie stimmen mit dem Grundprinzip überein, dass Bedeutung auf Erfahrung zurückgeführt werden muss - oder auf das Gegebene oder Reize (also Zwischeninstanz zwischen Überzeugung und Objekten). Problem: Skeptizismus: Bedeutung wird dann epistemisch - Wahrheit und Bedeutung werden getrennt.
Horwich I 464
Bedeutung/Wittgenstein/Davidson/Rorty: als Entitäten: müsste Doppelrolle spielen: als Ursache und gleichzeitig Rechtfertigung - Bsp Sinnesdaten, Bsp Reize.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Behauptungen Dummett
 
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EMD II 124
Behauptung/Dummett: Indem ein Sprecher etwas behauptet, schließt er bestimmte Möglichkeiten aus.
II 125
Aber er schließt nicht die Möglichkeit aus, dass das Antezedens eines Konditionals falsch ist. - Damit macht seine Falschheit die Behauptung nicht inkorrekt. - - -
Dum III 203
Bedeutung/Behauptung/Dummett: mit einer Behauptung ist im allgemeinen keine spezifische Reaktion verknüpft - wie der Hörer reagiert, wird von unbestimmt vielen Dingen abhängen. FregeVsWittgenstein: daher ist die Bedeutung nicht im Zusammenhang mit nichtsprachlichen Tätigkeiten zu ermitteln.
- - -
Tugendhat I 253
Bedeutung/Behauptung/Spiel/Dummett/Tugendhat: (Gewinn) neu: es wird umgekehrt gesagt: wenn der Ausdruck verwendet wird, welches dann die Bedingungen sind, unter denen er richtig ist - Tugendhat: das setzt voraus: 1. Dass die Umstände für die Richtigkeit der Verwendung gleichgültig sind
2. Dass die Bedingungen, von denen die Richtigkeit abhängt, solche sind, deren Erfülltsein von der Verwendung des Ausdrucks selbst garantiert wird. - Was der Ausdruck garantiert, ist, dass die Bedingungen seiner Richtigkeit (Wahrheit) erfüllt sind - die Richtigkeit wird (vom Sprecher) immer mitbehauptet. - Hörer: trennt die Bedingungen und ihr Vorhandensein.
Tugendhat I 256f
TugendhatVsDummett: 1. nennt noch nicht die Wahrheitsbedingungen (WB). - Mögliche Lösung: die Wahrheitsbedingungen ihrerseits werden durch den Satz gewonnen. - Dann brauchen wir die Metasprache. - TugendhatVsMetasprache. Lösung/Tugendhat: die Erklärung muss in der Verwendungsregel des ersten Satzes liegen - 2. Vs: Übernehmen einer Garantie setzt seinerseits Verwendung eines Behauptungssatzes voraus (zirkulär).

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Denken Avramides
 
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I 104
Denken/Sprache/Avramides: These: Wesen ohne Sprache können Gedanken haben.
I 113
Denken ohne Sprache/Avramides: dann Sprache bloßes Vehikel zur Kommunikation - Schiffer: die Griceschen Begriffe lassen das zu, aber kontingenterweise gibt es keine solchen Wesen.
I 115
Denken ohne Sprache/DoS/Reduktionismus/Avramides: ein Problem für den Reduktionismus gibt es nur, wenn die Behauptung begrifflich mit den semantischen und psychologischen Begriffen zu tun hat - (und nicht einfach empirisch ist) - Davidson: psychologische Begriffe können gar nicht ohne semantische instantiiert werden - SchifferVsDavidson: dito, aber sie können ohne sie erfasst werden! - Avramides: dann ist die bloße Intuition, dass es kein Denken ohne Sprache geben kann, nicht hinreichend für einen Antireduktionismus sein - Antireduktionismus: muss behaupten, dass die Behauptung des Reduktionisten einer tiefen epistemischen Asymmetrie unbegründet ist.
I 142f
DummettVsIdealismus/DummettVsLocke: falscher Kode-Begriff von Sprache für Ideen - Signifikanz wird nicht durch Gedanken erklärt, - wobei die Gedanken wiederum ohne Referenz auf Sprache seien - erklärt nicht, wie Gedanken selbst zur Signifikanz kommen - dann Muttersprache wie fremde Sprache. Lösung/Dummett: Erfassen = Gebrauch: Bsp "quadratisch": quadratische Dinge aussortieren - dann keine Repräsentationen zur Verbindung von Sätzen mit Gedanken - Verstehen statt Assoziation - AvramidesVsDummett: Dummett erlaubt aber kein Denken ohne Sprache.
I 15
Denken/Dummett: nur über Sprache zu untersuchen, (nicht über Verhalten) - AvramidesVsDummett: auch über Verhalten.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Gebrauchstheorie Dummett
 
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I 31
DummettVsGebrauchstheorie: Der Nachteil liegt darin, dass sie wesentlich unsystematisch ist. Nach Wittgenstein ist das allerdings ein Vorteil, denn er legt Wert auf die Vielfalt der Sprechakte. Dummett: Ordnungsliebe ist aber nicht alles, Die Gebrauchstheorie setzt wahrscheinlich voraus, dass ein beträchtlicher Teil der Sprache bereits verstanden ist.
I 31
Gebrauch gibt Bedeutung - Sinn gibt Bezug (Frege) - Bedeutung ungleich Bezug: Einhorn Gebrauchstheorie der Bedeutung > Sprechakttheorie
I 29
Gebrauch/Wahrheit/Wittgenstein/Dummett: die Gebrauchstheorie macht den Wahrheitsbegriff überflüssig > Bedeutung vor Wahrheit.
III 10
Gebrauchstheorie/Dummett: Umstände nicht hinreichend - wir brauchen den "Witz" (Zweck) warum wir ein Wort verwenden - auch bei Einteilung gültig/ungültig immer Interesse (Witz).
III 196
Gebrauchstheorie/Dummett: Sätze, nicht Wörter haben Gebrauch.
III 200
Bsp Gebrauch des Geldes: hier muss man die ganze Institution verstehen.
Schiffer I 223f
Gebrauchstheorie/Verstehen/Bedeutung/Manifestation/Dummett/SchifferVsDummett: behavioristisch - (auch andereVsDummett) - daraus folgt noch nicht Anti-Realismus - Dummett gebraucht selbst psychologisches Vokabular - warum sollte man Verstehen zeigen können müssen? - eigener Gebrauch sollte hinreichend sein.
I 225
McDowellVsDummett: Marsianer können uns trotzdem nicht verstehen, weil das Intentionale (inhalts-bestimmende) nicht auf das Nicht-Intentionale reduzierbar ist.
I 227
Das Wissen, ob etwas als Verifikation zählt, könnte von außersprachlichem Wissen abhängen und nicht vom Verstehen des Satzes - QuineVsDummett: direkte Verifikationsbedingungen kann es nicht für jeden Satz geben - ((s)> Quine: ~Theorien sind nicht Satz für Satz verifizierbar) - Sicher gibt es bedeutungsvolle Sätze, die keine erkennbaren Bedingungen haben, die den Satz als wahr oder falsch herausstellen würden.
I 228
Schmerz/Verifikation/Wittgenstein/Dummett/Schiffer: Dummett zitiert Wittgenstein mit Zustimmung: dass Schmerzverhalten widerlegt werden kann. SchifferVsDummett: dann braucht die Bedeutungstheorie sowohl anfechtbare Kriterien, als auch anfechtbare Bedingungen - Problem: das trifft auf die meisten empirischen Urteile zu.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Grenzen Davidson
 
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I 86
Radikale Interpretation/RI/Holismus/Davidson: Bsp "Da ist ein Wal" ist nicht unabhängig von "Da ist ein Säugetier" zu interpretieren. - Auch ist nirgends Grenze zu ziehen, wo man Schluss macht. - Daher gibt es auch keine Unterscheidung einfach/zusammengesetzt (komplex).
I 87
Daher kann die RI nicht schrittweise vorgehen - Dummett: Klasse von Sätzen soll fragliches Wort enthalten. - DavidsonVsDummett: diese Klasse weitet sich automatisch zur gesamten Sprache aus. -DavidsonVsDummett: man muss ein Korpus von Sätzen über Situationen identifizieren.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
Holismus Avramides
 
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I 86
Radikale Interpretation/RI/Holismus/Davidson: Bsp "Da ist ein Wal" ist nicht unabhängig von "Da ist ein Säugetier" zu interpretieren. - Es ist auch nirgends eine Grenze zu ziehen, wo man Schluss macht. - Daher auch keine Unterscheidung einfach/zusammengesetzt (komplex).
I 87
Daher kann die Radikale Interpretation nicht schrittweise vorgehen. - Dummett: Eine Klasse von Sätzen soll das fragliche Wort enthalten. DavidsonVsDummett: diese Klasse weitet sich automatisch zur gesamten Sprache aus. - DavidsonVsDummett: wir können ein Korpus von Sätzen über Situationen identifizieren.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Holismus Churchland
 
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Fodor IV 10
Holismus/Sprache/Fodor/Lepore: Der Holismus ist auch ein Revisionismus: er könnte HolismusVsDummett: antworten: "umso schlimmer für unser konventionelles Verstehen davon, wie Sprachen und Theorien gelernt und vermittelt werden". Quine, Dennett, Stich, die Churchlands und viele andere sind stark versucht von dieser revisionistischen Richtung.


Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

F/L
J. Fodor/E. Lepore
Holism Cambridge USA Oxford UK 1992
Holismus Davidson
 
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McDowell I 188
DavidsonVsQuine: Wenn die "empirische Bedeutung" auch nicht Satz für Satz unter die einzelnen Sätze aufgeteilt werden kann, so zeigt das keineswegs, daß rationale Verantwortlichkeit gegenüber der Erfahrung nicht Satz für Satz unter einzelne Sätze aufgeteilt werden könnte. Dafür muß die Erfahrung aber wirklich als Tribunal aufgefaßt werden.
Dav I 113
Holismus/Davidson: die der rein sprachlichen Bedeutung und die rein den Überzeugungen des Sprechers zuzuschreibenden Elemente seiner Äußerungen lassen sich nicht säuberlich auseinanderhalten.
II 75
Bedeutung/Davidson/Glüer: bedeutungskonstitutiv ist immer auch eine Anzahl logischer Relationen - sonst könnten wir nie über denselben Gegenstand reden.
II 78
Aber Begründungsrelationen zwischen Überzeugungen sind nicht rein formallogisch faßbar - die wenigsten Überzeugungen ergeben sich als logische Wahrheiten aus anderen Überzeugungen.
Horwich I 463
Wahrheit/Holismus/DavidsonVsDummett: Wahrheit geht für den Holismus immer über die Belege hinaus - dann zeigt sich Verstehen niemals in den Manifestationen, die Dummett meint.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Identität Wright
 
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I 228
Identifikation/WrightVsDummett: es ist schlicht unklar, was die "Identifizierung" eines Objekts bedeuten soll, wenn das Erkennen der Wahrheit einer Identitätsaussage, die einen Term für das Objekt enthält, nicht ausreichen soll! Es ist auch nicht strittig, daß wir abstrakte sing Term in einer verständigen Weise gebrauchen..

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Inhalt Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I XIV
Schiffer/früh: letztlich brauchen wir eine Theorie des Inhalts. - Block: Reduktionismus bringt nichts, wenn er nichts darüber zu sagen hat, worauf reduziert wurde. - Bsp Würmer ohne Nasen: hat das einen sprachunabhängigen Inhalt?
I 182
Mentaler Inhalt/Gehalt/Schiffer: These: es gibt keine plausible Theorie von mentalem Inhalt - daher VsPropositionen als Glaubensobjekte.
I 233
SchifferVsDummett: wenn wir alle Bedingungen für Belege abziehen, die nicht in Beobachtungsbegriffen formuliert werden können oder die von indirektem Wissen abhängen, dann werden die Identitätsbedingungen für die Begriffe nicht mehr dieselben sein - daher werden die direkten Verifikationsbedingungen den Inhalt nicht erfassen.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Interner Realismus Putnam
 
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Horwich I 389
Interner Realismus/iR/Putnam: empirische Theorie - kollektives Sprecher-Verhalten. - Dagegen metaphysischer Realismus: nicht empirisch, sondern ein Modell. (Wie Billardkugeln).
Horwich I 400
Interner Realismus/Putnam: wie eine Theorie "verstanden wird" kann gar nicht innerhalb der Theorie selbst diskutiert werden. - Ob die Theorie eine eindeutig intendierte Interpretation hat, hat keinen absoluten Sinn. - Metaphysischer Realismus: fragt nach einer Theorie-unabhängigen Tatsache, in Bezug darauf, worauf ein Term innerhalb einer Theorie referiert. - iR: unser Gebrauch von "Kuh" setzt voraus, dass "Kuh" verstanden ist. - Das geht alles aber nur mit einem verifikationistischen Ansatz von Verstehen - nicht mit einem wahrheits-konditionalen - daher ist der Gebrauch schon erklärt! (s.o.). - - -
Putnam I 18
Interner Realismus/Putnam: (Wahrheit relativ auf eine Theorie) - hier sind Gebrauch und Referenz verknüpft.
I 151
Interner Realismus/PutnamVsDummett: mit seinem Anti-Realismus verwandt, aber Wahrheit wird nicht mit Rechtfertigung sondern mit einer Idealisierung der Rechtfertigung identifiziert. - Quine: die Rechtfertigungsbedingungen ändern sich mit unserem Wissenskorpus.
I 156ff
Interner Realismus/Putnam: die Ontologie ist theorieabhängig - Wahrheit: rationalisierte Akzeptierbarkeit - Gehirne im Tank sind keine mögliche Welt, weil nur aus Gottesperspektive beurteilbar - Beobachtung durch eine "andere Welt" ist per definitionem ausgeschlossen. - Der i.R. erkennt ein "internes Begriffsschema" an, innerhalb dessen die Gegenstände existieren. - Internalismus: "Kaninchen" referiert eben auf Kaninchen.
II 159
ExternalismusVs: das sagt uns nicht, was Referenz ist. - Internalismus: Tautologien sind hinreichend für Referenz (>Bedeutungspostulate) Kausalität für Referenz irrelevant. "Außerirdischer" referiert auf Außerirdische - ExternalismusVs: die Bedeutung entsteht für uns durch Assoziation mit "nicht von dieser Erde" und das ist letztlich kausal vermittelt. - Bsp Natürliche Art: Basisbegriff für zukünftige Pferde.
II 160
InternalismusVs: "von derselben Art" macht keinen Sinn außerhalb eines Kategoriensystems. - Alles ist irgendwie von derselben Art. - Es gibt keine Extra-Tatsachen, die wahr machen, dass Pferde Pferde sind, es gibt einfach Pferde. - VsInternalismus: damit werden aber selbstidentifizierende Gegenstände angenommen (und die Welt ordne sich selbst). - Putnam: letztlich gibt es selbstidentifizierende Gegenstände, aber nicht im externalistischen Sinn. - Lösung: Gegenstände sind ebenso gemacht wie entdeckt - dann haben sie intrinsische Etiketten (sie sind aber nicht geist-unabhängig).

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Konservativität Brandom
 
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I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren. Expressive Logik/Brandom: verlangt, dass keine neuen Inferenzen, die nur altes Vokabular enthalten, dadurch angemessen gemacht werden, wenn sie es vorher nicht waren.
I 200
Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden. - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit. - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, dass der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist. - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Kräfte Davidson
 
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Dum I 180
Davidson: man muß nur die Wahrheitsbedingungen kennen. ((Behauptende) Kraft ist überflüssig). (DavidsonVsDummett).

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
Manifestation Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 229
Vergangenheit/Manifestation/Verstehen/SchifferVsDummett: Bsp angenommen, wir entdecken ein historisches Dokument, dass Thales nicht vor seinem 13. Monat zu laufen begann. - Wie kann man sagen, dass das bloße Verständnis des Satzes einen befähigt, zu erkennen, ob das Dokument den Satz verifiziert? - ((s) Das Dokument könnte immer noch falsch sein.) Problem: Bsp Betty glaubt, dass Australier zu viel trinken - es ist nicht einfach zu manifestieren, dass sie das glaubt.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Meinen Davidson
 
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I 101f
Meinen/Davidson: Bsp Wenn mir der Unterschied zwischen einem Kurzschnabeligel und einem Stachelschwein unbekannt ist, könnte es sein, dass ich alle Kurzschnabeligel die mir über den Weg laufen als Stachelschweine bezeichne. Doch da ich das Wort "Stachelschwein" in einer bestimmten Umgebung gelernt habe, bezieht sich mein Wort "Stachelschwein" nicht auf Kurzschnabeligel, sondern auf Stachelschweine. Stachelschweine sind es, worauf sich mein Wort bezieht und Stachelschweine sind es, die ich vor mir zu haben glaube, wenn ich aufrichtig behaupte: "Dies ist ein Stachelschwein." Meine Unkenntnis der Umstände die bestimmen, was ich meine, ist nicht im geringsten dazu angetan zu zeigen, dass ich nicht weiß was ich meine und denke.
Es gibt zwar keinen physikalischen Unterschied zwischen meinem tatsächlichen Zustand und dem, in dem ich mich befände, wenn ich "Kurzschnabeligel oder Stachelschwein" gemeint hätte, doch daraus folgt nicht, dass es in psychologischer Hinsicht keinen Unterschied gibt.
Bsp Es gibt vielleicht keinen physikalischen Unterschied zwischen Höhensonnenbräune und Sonnenbräune, aber einen Unterschied dennoch, denn die Verursachung ist anders.
II 164f
Jemand meint nicht, dass p, wenn er nicht beabsichtigt interpretiert zu werden, als meine er p. Nun, das ist keine Humpty-Dumpty-Theorie. Es wäre nur eine, Def wenn man es für hinreichend hielte, zu beabsichtigen, so interpretiert zu werden, als meine man p, um p zu meinen. Das ist aber eine notwendige Bedingung und keine hinreichende und darum ist das keine H-D-Theorie. Humpty-Dumpty sagt: "Du kannst nicht wissen, was ich meine!"
II 164 f
Davidson: Wenn er weiß, dass der andere es nicht wissen kann, dann kann er es nicht beabsichtigen, denn man kann nicht beabsichtigen, was man nicht für möglich hält. - - -
McGinn I 111
Burge und Dummett meinen, was Sprecher mit ihren Worten meinen es hänge sehr stark davon ab, wie die Gemeinschaft diese Worte verwendet. DavidsonVsDummett/DavidsonVsBurge: Das ist ziemlicher Unsinn, denn es hat mit erfolgreicher Kommunikation nichts zu tun. Wenn Sie anders reden als die Gemeinschaft und jemand findet das heraus, dann können Sie den ganzen Tag lang kommunizieren. Und das passiert ständig.
McGinn: Domestizierungstheorie: Daneben gibt es einen anderen Ansatz, der sich weigert, die Konstitutionsfrage bezüglich des Meinens zu beantworten, und den gemeinten Sinn statt dessen als ein im wesentlichen kombinationsbedingtes Phänomen auffassen. Um die gemeinte Bedeutung zu zähmen, müssten wir zeigen, in welcher Weise sich semantische Grundeinheiten nach angebbaren Regeln verbinden.
- - -
Dav II 169f
Bedeutung/Meinen/Intention/Absicht/Grice/DavidsonVsGrice: pro: Feedback sehr wichtig - Vs: aber Intention wohl notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Bedeutung. - Intention mindestens so schwer zu erklären wie Bedeutung.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

McG I
C. McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McG II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Propositionales Wissen Davidson
 
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Horwich I 462
Propositionales Wissen/DavidsonVsDummett: propositionales Wissen über Sprache: geht über Kompetenz hinaus. - Es ist eine Theorie über die Sprache.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Proximale Theorie Davidson
 
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I 53
Proximal/Bedeutungstheorie/BT/Davidson: These: gleiche Bedeutung liegt vor bei gleichen Reizmustern. - distal: bei gleichen Gegenständen - hier muss mehrmals übersetzt werden. - 1. Inbeziehungsetzen der sprachlichen Reaktion zu Veränderungen der Umwelt - 2. Ein eigener Satz, den der radikale Interpret selbst äußern würde.
I 53f
Distal/DavidsonVsQuine: gleiche Gegenstände und Ursachen für Sprecher - hier mehrmals Übersetzung - DavidsonVsQuine: die proximale Theorie führt zum klassischen Skeptizismus - Bsp Gavagai: beide Sprecher könnten dasselbe meinen, wobei dieselben Umstände für denen einen alle Sätze wahr und für den anderen falsch machen. - proximal/Quine: Belege primär - distal/Davidson: Wahrheit primär: die Bedeutung ist mit den Wahrheitsbedingungen verknüpft - Quine/DummettVsEvans: Bedeutung nicht an Wahrheitsbedingungen ausrichten! - DavidsonVs: zu vereinfachend, jede Theorie muss Bedeutung zu Wahrheit und zu Belegen in Beziehung setzen - Belege/Davidson: sind Beziehungen zwischen Sätzen. - (Keine letzten Daten, nur Beboachtungssätze) - Vs distal: Problem: es gibt vermutlich mehrere Anwärter auf den Posten der gemeinsamen Ursache, z.B. jedes umfassendere Segment des Universums bis hin zur Geburt des Sprechers für die Äußerung von "dies ist rot". Und damit wäre es zugleich Ursache für jegliche sonstige Disposition des Sprechers. - Das würde die Bedeutung aller Beobachtungssätze gleichsetzen.
I 58
Proximal: bietet keine Garantie, dass unsere Theorie der Welt im Entferntesten zutrifft. - Unterschied proximal/distal: wie zwischen Bedeutungstheorien, die a) den Belegen (proximal, Reizmuster) oder b) der Wahrheit (distal, Gegenstände) den primären Status zuerkennt. - Quine pro a) (proximal).
I 58
QuineVsEvans, DummettVsEvans: Bedeutung nicht aus Wahrheitsbedingungen - statt dessen: proximale Theorie: Reizmuster (Belege) statt Gegenstände - das ist vereinfachend, denn jede Bedeutungstheorie muss Bedeutung zu Wahrheit und zu Belegen in Beziehung setzen.
I 59
DavidsonVsPutnam/DavidsonVsDummett: Vsproximale Theorie: Skeptizismus, Relativierung auf Einzelnen - cartesianisch.
I 59
Belege/Davidson: müssen Beziehungen zwischen Sätzen sein - das kann die Theorie bloß nicht von außen stützen.
I 61
proximale Bedeutungstheorie: - ähnlich Descartes, Dummett, Frege - Reizmuster statt Gegenstände entscheidend.
II 53
DavidsonVs sozialen Charakter der Bedeutung: auch Idiolekt prinzipiell interpretierbar (via Kausalhypothesen).

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
Realismus Boyd
 
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Horwich I 492
Wissenschaftlicher Realismus/Richard Boyd/M. Williams: Boyds Verteidigung des wR ist viel komplexer als das, was wir bisher betrachtet haben:
Horw I 493
Verlangt es einen substantiellen (erklärenden) W-Begriff? Boyd: indirekterer Weg als Putnam: die (ungefähre) Wahrheit unserer Theorien erklärt die instrumentelle Verlässlichkeit unserer Methoden.
Methode/Boyd: ist nicht Theorie neutral! Im Gegenteil, weil sie durch unserer Theorien gebildet werden, ist es deren Wahrheit, die den Erfolg der Methoden erklärt.
Boyd/M. Williams: damit stellt er ein bekanntes Argument auf den Kopf: BoydVsPositivismus.
Positivismus/Theorie: These die Beobachtungssprache muss Theorie neutral sein. Ebenso die methodologischen Prinzipien.
IdealismusVsPositivismus: VsTheorie Neutralität. Bsp Kuhn: die wissenschaftliche Gemeinschaft stellt die „Tatsachen“ fest.
Boyd/M. Williams: Boyd macht sehr clever die Theoriegeladenheit unserer methodischen Urteile zur Basis seines Realismus. These Methoden, die so Theorie geladen sind wie unsere, würden nicht funktionieren, wenn die entsprechenden Theorien nicht "in relevanter Weise ungefähr wahr" wären.
Pointe: damit kann man ihm nicht vorwerfen, eine unakzeptable starre Trennung von Theorie und Beobachtung vorzunehmen.
Ad. 1. Vs: das entkräftet den ersten Einwand
Ad. 2. Vs: Boyd: es wäre ein Wunder, wenn unsere theorie geladenen Methoden funktionierten, obwohl die Theorien sich als falsch erwiesen. Für den wissenschaftlichen Realismus gibt es hier nichts zu erklären.
Ad. 3. Vs:
Horw I 494
M. Williams: das geht nicht VsWissenschaftlicher Realismus, sondern VsPutnam: PutnamVsBoyd: Argumente wie die von Boyd etablieren eine kausal erklärende Rolle für den W Begriff.
BoydVsPutnam: das tun sie gar nicht: "wahr" ist nur ein konventioneller Ausdruck, der dem wissenschaftlichen Realismus keine Erklärungskraft hinzufügt.
Wahrheit/Erklärung/Realismus/Boyd/M. Williams: den Erfolg unserer Methoden durch die Wahrheit unserer Theorien zu erklären läuft darauf hinaus zu sagen, dass die Methoden, mit denen wir Teilchen untersuchen funktionieren, weil die Welt aus solchen Teilchen besteht, die mehr oder weniger so sind, wie wir denken.
Fazit: es macht aber keinen Unterschied, ob wir diesen Erfolg (unserer Methoden) durch die Wahrheit der Theorien oder durch die Theorien selbst erklären!
M. Williams pro Deflationismus: also brauchen wir keinen substantiellen Wahrheits Begriff.

Horw I 494
Wahrheit/M.Williams: hat keine substantielle Rolle – keine erklärende Rolle: kein Unterschied, ob wir Erfolg durch Wahrheit der Theorie oder durch die Theorie selbst erklären – (pro Deflationismus)
Wissenschaftlicher Realismus/M. Williams: einige könnten einwenden, dass nach dem wR unsere gegenwärtigen Theorien nicht in dem einen oder anderen Sinn wahr sind, sondern einfach und buchstäblich wahr.
M. Williams: das kann sein, aber selbst die deflationistische Wahrheit ist in gewissem Sinn realistisch, denn sie insistiert nicht darauf, den W Begriff epistemisch zu rekonstruieren.

Horw I 495
Anti Realismus/Boyd: (BoydVsAnti Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten: a) empiristische These, dass Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen b) "konstruktivistische" These (Kuhn): dass die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muss
Anti Realismus/Boyd: (BoydVsAnti Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten:
a) empiristische These, dass Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen
Horw I 495
b) "konstruktivistische" These (Kuhn): dass die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muss. M. Williams: wenn das bedeutet, dass Objekte nicht einfach "gegeben" sind, dann ist heute praktisch jeder Konstruktivist.
Deflationismus/M. Williams: braucht sich mit keiner Version des Konstruktivismus anzufreunden.
Boyd/M. Williams: sein wissenschaftlicher Realismus stellt gar nicht die Frage, ob eine substantielle Erklärung in Begriffen von „Korrespondenz" nötig ist. Sein Realismus ist eher empirisch“ (in Kants Sinn) als „transzendental“. Er hat nicht mit Wahrheit zu tun, sondern mit empirischen R"lationen zwischen Wahrheiten.


Boyd I
Richard Boyd
The Philosophy of Science Cambridge 1991

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Realismus Fraassen
 
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I 4
Realismus/FraassenVsRealismus: umgekehrter Fehler wie beim Positivismus: statt alles zu versprachlichen, reifiziert er alles, was nicht wegdefiniert werden kann.
I 7
VsRealismus/Fraassen/(s): kann nicht behaupten, dass die gegenwärtig beste Theorie falsch sei, das ist letztlich eine Leugnung des Fortschritts.
I 9
Die Orientierung an Wahrheit impliziert aber nicht, dass wir je berechtigt sind, eine Theorie zu glauben.
I 21
Realismus/Beste Erklärung/Fraassen: jede Regularität braucht eine Erklärung. - Nominalismus: es gibt überhaupt nur Regularitäten, aber die müssen nicht alle erklärt werden.
I 24
Regularitäten = bloße Tatsachen ("nackte Tatsachen").
I 32f
Sellars: pro Realismus - Theorie/Sellars: Erklärt überhaupt nicht, sondern zeigt, warum beobachtbare Objekte sogenannten Gesetzen gehorchen - es gibt keine empirischen Gesetze - Bsp dass Wasser bei 100° kocht gilt nur bei normalem Druck. - (>Cartwright)
I 37
Realismus/Dummett: neu: man sollte nicht Klassen von Entitäten und von Ausdrücken in Beziehung setzen, sondern Klassen von Behauptungen. - Diese können nur durch Referenz auf die Art Ding, die wir als Beleg akzeptieren würden, verstanden werden. - Damit wird der Nominalist zum Realisten.
I 38
Realismus/Dummett/Fraassen: hier geht es Dummett um Sprache - nach ihm müssen nicht alle Sätze w/f sein - aber es sein können! - Konstruktiver Empirismus: auch er nimmt geistunabhängige Wahrheitswerte an. FraassenVsDummett: dabei geht es gar nicht um Sprache.
I 209
Realismus/Fraassen pro: wir wissen von einigen Regularitäten - also muss es darunterliegende Gründe geben - nach Thomas von Aquins Gottesbeweis.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Singuläre Termini Frege
 
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Brandom II 173
sing Term/Frege, spät: Sätze sind sing Term! Prädikate: Rahmen - DummettVsFrege: das verkennt die Besonderheit der Sätze, Züge im Sprachspiel sein zu können - BrandomVsDummett: als hätte Frege keine Ahnung von Fregescher Kraft gehabt
Dum III 113
Referenz/Sing Term/Frege: in Wahrheitstheorien des Fregeschen Typs haben alle sing Term eine garantierte Referenz, immer einen Bezugsgegenstand! - daher sind Sätze mit "Einhorn" hier nicht falsch sondern OWW - RussellVs: Sätze mit "Einhorn" immer falsch

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Sprache Dummett
 
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I 11 ff
Sprache/Evans: These: Sprache ist durch Denkmodi erklärbar - DummettVsEvans: umgekehrt! (auch Frege)
II 448
DummettVsQuine,VsDavidson: nicht Idiolekt, sondern gemeinsame Sprache ist vorrangig. (>Dogmas). 1.: Frege, früher Wittgenstein: Sprache als Mittel zur Darstellung oder Wiedergabe der Wirklichkeit: "Die Bedeutung eines Satzes ist seine Wahrheitsbedingung."
2. Später Wittgenstein, Austin, Strawson, Searle: Alltagssprache und Sprechakttheorie: die konstituierenden Regeln der Sprache sind nicht primär eine Repräsentation der Wirklichkeit, sondern ermöglichen Handlungen verschiedenster Art. »der Sinn eines Ausdrucks ist sein Gebrauch.«
- - -
McDowell I 152f
Sprache/Dummett: 1. Instrument der Kommunikation 2. Träger von Bedeutung. Keines soll primär sein.
Sprache/McDowellVsDummett: beide sind sekundär. Primär ist Sprache Quelle der Tradition. (McDowell pro Gadamer). Sprache zu erwerben heißt, Geist zu erwerben.
- - -
Dum III 81
Sprache/unendlich/Dummett: jede Wissensmenge ist endlich, muss aber ein Verstehen unendlich vieler Sätze ermöglichen.
III 145
Idiolekt/DummettVs: Sprache ist keine Familie ähnlicher Idiolekte, sondern der Sprecher erklärt sich den eingebürgerten Gebrauchsweisen verantwortlich - ohne dass er sie ganz beherrscht.
III 150
Der Begriff des Idiolekts wichtig, um Abweichungen zu erklären, aber Idiolekt ist durch Sprache zu erklären, nicht umgekehrt. - - -
Horwich I 461
Sprache/DavidsonVsDummett: ist kein "Schleier" - sie ist ein Netz inferentieller Relationen. - Nichts, was "menschliche Fähigkeiten übersteigt". - Wie ein Stein, gegen den wir stoßen - und zwar Stein für Stein, Stück für Stück. - ((s) > Erfüllung, nicht wahr machen.) - Das gilt für "das ist gut" wie für "das ist rot". - DavidsonVsMoore/DavidsonVsDummett.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Sprache McDowell
 
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I 153
Sprache/Dummett: 1. Instrument der Kommunikation 2. Träger von Bedeutung. Keines soll primär sein.
Sprache/McDowellVsDummett: beide sind sekundär. Primär ist Sprache Quelle der Tradition. (McDowell pro Gadamer). Sprache zu erwerben heißt, Geist zu erwerben.

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001
Tatsachen Taylor
 
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EMD II 263
Tatsachen/Tradition/Taylor: Deskripta von Sätzen = bestehende Sachverhalte - logische Komplexe. - Konstituenten: die Entitäten, die für die Wahrheit eines beliebigen Satzes relevant sind - Problem: Relevanz, wenn eine Totalität von Tatsachen gegeben ist. Def Bestehen/Taylor: ein Element besteht, wenn seine Beschreibung wahr ist.
II 264
Theorie der Tatsachen/Tradition: log.Wahrheiten: haben alle dasselbe Deskriptum. - VsTradition: Koextension: nicht dieselbe Tatsache: Bsp Herz habend, Nieren habend - aber Synonymie: "aardvark/groundhog": dieselbe Tatsache - Tradition: braucht das Prinzip der materialen Adäquatheit: d.h. die Entitäten (Konstituenten) müssen relevant für die Wahrheit der Sätze sein, die sie beschreiben - II 269: Vs: vage und formulierungsabhängig > Strawson.
II 277
Negative Tatsachen/Taylor: Konflikt zwischen Prinzip der materialen Äquivalenz und Bedingung 3: intuitiv sind dieselben Elemente relevant für die Wahrheit des Satzes S wie für seine Negation. Aber S und ~S haben gegensätzliche Wahrheitsbedingungen (WB). - D.h. die Sätze müssen verschiedene Deskripta haben - Lösung: das Negationszeichen selbst als Element nehmen - über den Elementen, die für die Wahrheit von S selbst relevant sind - dann negative Tatsachen als Kategorie sui generis. - Negation: muss gemeinsame Konstituenten mit der entsprechenden positiven Tatsachen haben.
II 277/8
Def Tatsache/Taylor: neu: jede Tatsache x in S mit einer Menge "T-states (x)" von Gesamtzuständen assoziieren, sodass x besteht gdw. der aktuale Gesamtzustand ein Element der Menge T-states (x) ist.
II 279
Dann sind Tatsachen Äquivalenzklassen auf S (= Satz oder S? Menge der T) unter der Relation ~, wobei das Deskriptum eines Satzes nun als eine Äquivalenzklasse gerechnet wird, zu der sein Deskriptum im früheren Sinne gehört, und die neuen T als bestehend, wenn ihre Elemente im früheren Sinn bestehen - Tatsachen sind dann Elemente von S.
EMD II 280f
Tatsachen/Anwendung/Taylor: brauchen wir jetzt nicht mehr für Wahrheitsbedingungen und nicht mehr für Tarskische Wahrheitstheorie - (semantischer Apparat ist stark genug - Tatsachen: wurden gebraucht, um Verbindung von analytischen/synthetischen Sätzen zu erklären. - Analytische Sätze beschreiben keine Tatsachen. - Neu: Methode Sätze der natürlichen Sprache zu paraphrasieren - Bsp Fischers Sieg über Spasskij verursachte Breshnievs Ärger: Sieg(f,s) Ärger(b) - dann Syntax erweitern: durch zweistelligen Satzoperator "verurs Sieg(f,s) Ärger(b)" - (+) - Problem: Erfüllung und Wahrheit für die erweiterte Sprache - "verurs" ist nicht wahrheitsfunktional: Lösung: vielleicht zweistelliges Prädikat der Metasprache "kaus": soll nur zwischen bestehenden Tats gelten - (und solchen, die zu diesen äquivalent sind (Typ/Typ?)) - eine Sequenz von Elementen erfüllt kaus(A,B) unter der Interpretation I gdw. kaus(Zuschreib(A,s), Zuschreib(B,s)).
Graeser I 57
Tatsache/TaylorVsDavidson/VsDummett: manche Phänomene, über die gesprochen wird, gewinnen erst durch die Verwendung der Sprache Gestalt - Pointe: insofern können sie nicht gut als Daten einer Theorie dienen, die Bedeutungsverstehen vom Kennen von Wahrheiten abhängig macht.

Tayl I
Ch. Taylor
The Language Animal: The Full Shape of the Human Linguistic Capacity Cambridge 2016

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Verifikation Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 233
SchifferVsDummett: wenn wir alle Bedingungen für Belege abziehen, die nicht in Beobachtungsbegriffen formuliert werden können oder die von indirektem Wissen abhängen, dann werden die Identitätsbedingungen für die Begriffe nicht mehr dieselben sein. - Daher werden die direkten Verifikationsbedingungen den Inhalt nicht erfassen.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Verifikation Stalnaker
 
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I 48
Verifikation/Begriff/begriffliche Verbindung/Natur/LewisVsDummett: es gibt keine begriffliche Verbindung zwischen unserem Begriff von der Natur eines Dings und unseren Überzeugungen darüber, wie man etwas über dieses Ding erfährt. - Abstrakt/konkret/Dummett: These: ihr Unterschied besteht darin, wie wir ihre Namen verstehen können.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Verstehen Davidson
 
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II 121/22
Verstehen können wir, weil wir immer schon wissen, was Wahrheit ist. - - -
Horwich I 459
Verstehen/Erfassen/Wittgenstein/Davidson/Rorty: für Davidson und Wittgenstein ist das Erfassen in all diesen Fällen ein Erfassen der inferentiellen Relationen zwischen den Sätzen und anderen Sätzen der Sprache. - Bsp "Das ist rot" und "Es gibt transfinite Kardinalzahlen": DavidsonVsDummett: hier gibt es gar keinen Unterschied.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Vokabular Brandom
 
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I 199
Konservativität/Erweiterung/Sprache/tonk/Brandom: pro konservative Erweiterung: wenn die Regeln nicht inferentiell konservativ sind, gestatten sie neue materiale Inferenzen und ändern damit die Gehalte, die mit dem alten Vokabular verbunden waren ï·" expressive Logik/Brandom: verlangt, daß keine neuen Inferenzen, die nur altes Vok enthalten dadurch angemessen gemacht werden (wenn sie es vorher nicht waren). I 200 Bsp "boche"/Dummett: nichtkonservative Erweiterung: Aussagen, die den Ausdruck nicht (!) enthalten, könnten erst jetzt aus anderen, die ihn auch nicht enthalten, gefolgert werden - Bsp Schluss aus deutscher Nationalität auf Grausamkeit - BrandomVsDummett: dabei geht es nicht um Nichtkonservativität: diese zeigt nur, daß der Ausdruck "boche" einen Gehalt hat, der in den anderen Ausdrücken nicht enthalten ist - Bsp der Begriff "Temperatur" hat sich auch mit den Messmethoden verändert - es geht nicht um Neuheit eines Begriffs, sondern um unerwünschte Folgerungen.
I 204
Gerade der materiale Gehalt von Begriffen geht verloren, wenn der begriffliche Gehalt mit den Wahrheitsbedingungen identifiziert wird.
I 427/8
Def Supervenienz/Brandom: ein Vokabular superveniert auf ein anderes genau dann, wenn es keine zwei Situationen geben könnte, in denen sich wahre Behauptungen (d.h. Tatsachen), formulierbar im supervenierenden Vokabular, unterscheiden würden, während sich die wahren Behauptungen, formulierbar im Vokabular, auf das superveniert wird, nicht unterscheiden - neutraler: wenn klar ist, worauf man in der einen Sprache festgelegt ist, ist auch klar, worauf man es in der anderen ist.
I 958
Ordnung/Zwillingserde/Brandom: es hilft nichts, in Begriffen dessen zu reden, was die Individuen unterscheiden können, denn worauf sie reagieren können, hängt davon ab, welche Reaktionen als verschieden gelten und dann tritt das gleiche Problem im Hinblick auf das verwendete Vokabular auf - Problem: ein Vokabular zu spezifizieren, das zwei Bedingungen erfüllt: 1. Die Zwillinge müssen in verschiedenen Umgebungen durch die Beschreibung in jenem Vokabular ununterscheidbar sein (und dazu genügt die physikalische Sprache nicht) - 2. Die Unterbestimmtheit der semantischen Eigenschaften ihrer Zustände in diesem beschränkten Vokabular muss irgend etwas Interessantes zeigen
II 76
Materiale Inferenz/Sellars/Brandom: von a östlich von b" auf "b westlich von a" - auch von Blitz auf Donner - braucht keine Logik.
II 79
Formal gültige Inferenzen lassen sich aus guten materialen Inferenzen ableiten, aber nicht umgekehrt - Beweis: gegeben sei eine Teilmenge irgendwie privilegierten Vokabulars, so ist eine Inferenz dann richtig, wenn sie material gut ist und sie kann nicht zu einer schlechten werden, wenn nichtprivilegiertes Vokabular durch nichtprivilegiertes Vokabular ersetzt wird - wenn man sich nur für logische Form interessiert, muss man in der Lage sein, zuvor einen Teil des Vokabulars als speziell logisches auszuzeichnen. - Bsp Wenn man theologische Inferenzen untersuchen will, muss man untersuchen, welche Ersetzung von nichttheologischem Vokabular durch nichttheologisches die materiale Güte der Inferenz bewahrt.
II 94
Def "tonk"/Belnap: 1. Regel: lizensiert den Übergang von p zu p tonk q für beliebige q. - 2. Regel: lizensiert den Übergang von p tonk q zu q. Damit haben wir eine "Netzkarte für Inferenzen": jede beliebige Folgerung ist damit gestattet - PriorVsBelnap: Bankrott aller Definitionen im Stile Gentzens - BelnapVsPrior: Lösung: Einschränkung: keine Inferenzen mit ausschließlich altem Vokabular, die nicht bereits vorher erlaubt waren - sonst würden die alten Gehalte rückwirkend geändert.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Wahrheit Dummett
 
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EMD II 83
Wahrheit/Dummett: kommt vom Akt des Behauptens - eng verwandt: Korrektheit: etwas wahres zu sagen bedeutet, etwas korrektes zu sagen.
EMD II ~87
Wahrheit/Dummett: ist eine objektive Eigenschaft dessen, was ein Sprecher sagt - und das ist unabhängig vom Wissen des Sprechers oder seiner Äußerungsgründe - Wahrheit durch primitiveren Begriff der Korrektheit erklärbar - (Korrektheit aus Sätzen über die Zukunft, Frage, Befehl).
EMD II 115
Wahrheit/Dummett: immer noch notwendig für deduktive Inferenzen. - Def gültig/Dummett: eine Inferenz, die wahrheitserhaltend ist. - - -
Dum I 26ff
Korrespondenztheorie/Kohärenztheorie: Bedeutung vor Wahrheit - Davidson: Wahrheit vor Bedeutung (Wahrheitsbedingungen später durch Theorie festgelegt) - Dummett beide zusammen!
Gebrauch/Wahrheit/Wittgenstein/Dummett: Gebrauchstheorie macht Wahrheitsbegriff überflüssig > Bedeutung vor Wahrheit
III 8/9
Wahrheit/Dummett: besser: Gewinn beim Spiel - notwendig: zusätzlich feststellen, dass das Ziel der Gewinn und nicht Verlust ist! - Zum Begriff der Wahrheit gehört das erklärte Ziel, wahre Aussagen zu machen - DummettVsFrege: Ziel der Wahrheit muss vor dem Behaupten feststehen, sonst könnte man denselben Gedanken ausdrücken, ihn aber verneinen
III 29
Wahrheit/Dummett: in Wirklichkeit geht es meist um die Unterscheidung ausgezeichneter/ nichtausgezeichneter Wahrheitswert.
III 40
Wahrheit/Bedeutung/Dummett: "Es ist gdw. wahr, dass p, wenn..." ist nicht hinreichend. - Gebrauch: dazu muss jedem einzelnen Konditional eine bestimmte Bedeutung verliehen werden! - Wir müssen "Wenn P, so ist es wahr, dass P" schon verstehen.
III 45
Wahrheit/Dummett: das, vermöge dessen eine Aussage wahr ist, ist das, wodurch sie als wahr erkannt werden kann. - - -
Putnam II 214
Wahrheit/Dummett: = Rechtfertigung - Dummett glaubt an endgültige Verifikation. - PutnamVsDummett: bloß idealisierte Verifikation möglich. - Die Behauptbarkeitsbedingungen für einen beliebigen Satz sind überhaupt nicht überschaubar - Behauptbarkeitsbedingungen lernen wir durch Aneignung einer Praxis, das ist kein Algorithmus, sie können nicht formalisiert werden - daher kann auch Rationalität nicht formalisiert werden.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Wahrheit Quine
 
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Willard V. O. Quine
Rorty I 217
Quine: "Dog ist das englische Wort für "Hund"" und "Robinson glaubt an Gott": das ist kein Wahrheitstyp, der einen "Tatbestand", etwas »tatsächliches« zum Ausdruck bringt. Quine bietet uns also anstelle der positivistischen Unterscheidung zwischen konventioneller und empirisch bestätigter Wahrheit sozusagen eine Unterscheidung zwischen Wahrheit kraft Konvenienz und Wahrheit kraft Korrespondenz an.
Quine: Wahrheiten über Bedeutung, Meinungen und propositionale sind irgendwie keine echten Wahrheiten - wie für die Positivisten galt, dass notwendige Wahrheiten nicht wirklich "von der Welt handeln".
- - -
Quine I 55
Wahrheit: QuineVsPeirce unendliche Bestätigung nicht ideal sondern immer korrigierbar - falsche Analogie des Grenzwerts einer Annäherung an Wahrheit I 117 Wahrheit von kategorischen Sätzen hängt von den Gegenständen ab. - Unser spezieller Apparat des Bezeichnens - aber Reizbedeutung für Eingeborene gleich - Goodmans Individuenkalkül übersetzbarer als Syllogistik.
I 232 Wahrheit nicht mehrdeutig, sondern allgemein: ein wahres Geständnis ist genauso wahr wie ein mathwmatisches Gesetz - Unterschied zwischen Gesetzen und Geständnissen! - Auch "Existenz" nicht mehrdeutig.
I 425/26
"Wahr machen": nimmt Tatsachen als etwas zu konkretes (VsDummett). Wahrheit: nicht Bestätigung durch Belege! - die wären immer uminterpretierbar - Wahrheit ist immanent, darüber gibt es nichts - Interpretation immer innerhalb einer Theorie.
II 55 f
DavidsonVsKorrespondenztheorie: Kein Ding macht Sätze wahr (wahrmachen)- Quine: Reize machen nicht wahr, sondern führen zu Überzeugungen. - - -
Putnam II 205f
Wahrheit/Quine: ist keine Eigenschaft - (wo?) - erkennt aber nur immanente Wahrheit an - innerhalb sich entwickelnder Theorie - Problem: wie entkommt man dem Solipsismus? - - -
Quine VI 109
Wahrheit/Bedeutung/Quine: 1. Sätze selbst Wahrheitsträger - 2. Satzbedeutung als W-Träger - Problem: Satzbedeutung unklar - auf andere Sätze angewiesen (zirkulär) - Wahrheitswert (WW) kann von Situation und Intention abhängen - also besser 1. Satz als W-Träger. - "Proposition": als Satzbedeutung nur bei zeitlosen Sätzen, der Wahrheitswert darf sich nicht ändern, auch wenn unbekannt.
VI 113
Wahrheit ist Zitattilgung
VII 35ff
Wahrheit/Quine: beruht auf zwei Komponenten: Sprache und außersprachlicher Wirklichkeit - das heißt aber nicht, dass Wahrheit in eine linguistische und eine Tatsachenkomponente aufgeteilt werden könnte - (s) weil es aus beidem besteht, kann es nicht getrennt werden.
VII 134
Wahrheit/Tarski/Quine: immer nur in Bezug auf eine Sprache - "is white dann und nur dann" ist einfach Kauderwelsch. - D.h. eine Buchstabenkombination, die nicht wahr sein kann.
X 34
Wahrheit/Sprache/Quine: Wahrheit ist von der Sprache abhängig, weil es möglich ist, dass Laute oder Schriftzeichen in einer Sprache mit Bsp "2 < 5" gleichbedeutend sind und in einer anderen mit "2 > 5" - wegen dieser Relativität ist es sinnvoll, nur Tokens Von Sätzen einen Wahrheitswert zuzuschreiben.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 32 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsDummett Poundstone Vs Antirealismus
 
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Poundstone I 110
VsAntirealismus/PoundstoneVsDummett: Gefahr, aus gegenwärtiger Unkenntnis falsche Schlüsse zu ziehen. Bsp Comte nahm 1835 an, wir würden niemals die chemische Zusammensetzung der Sterne kennen können.
W. Poundstone
I W. Poundstone Im Labyrinth des Denkens, Reinbek 1995
VsDummett Brendel Vs Antirealismus
 
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Elke Brendel
I 167
KünneVsAntirealismus/VsAnti-Realismus/Künne/VsDummett/Brendel: (Künne 1992, 231ff) es gibt Existenzaussagen, die intuitiv wahr sind, die jedoch bei der Nennung einer Einsetzungsinstanz falsch werden. Bsp (1) (Ex)(auf x wird nie mit einem sing Term Bezug genommen).
(2) (Ep)(p und der Gedanke, dass p wird nie formuliert)
Künne/Brendel. es ist intuitiv klar,, dass es Bsp Regentropfen, Bsp Steine gibt, auf die wir niemals mit einem sing Term referieren. Bsp potentielle Gedanken.
Problem: sobald wir eine Einsetzungsinstanz benennen, haben wir (1) bzw. (2) falsifiziert.
Darstellungstranszendenz/Terminologie/Künne/Brendel: das nennt Künne die „Darstellungstranszendenz der Welt, in der wir leben“.
KünneVsDummett/KünneVs epistemische Wahrheit/KünneVsVerifikatiionismus.
Brendel: das berührt aber nicht die semantische oder epistemische Offenheit bzw. Sprachstufenhierarchie.
I 169
BrendelVsAnti-Realismus/BrendelVsDummett/BrendelvsKünne: man kann durchaus in nicht-selbstfalsifizierender Weise behaupten, dass der Satz wahr ist, ihn jedoch niemals gedacht hat. Lösung/Brendel: es ist eine metasprachliche Reflexion. Es ist also nicht so, dass man im ersten Konjunktionsglied einen Gedanken formuliert, von dem im zweiten Glied gesagt wird, dass er nie formuliert wird.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsDummett Field Vs Black, Max
 
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II 365
Rechtfertigung/“guter“ Zirkel/zirkulär/Field: (Black, 1958, Dummett 1978, Friedman 1979 van Cleve, 1984) sollten wir zirkuläre Rechtfertigungen dieser Art ausschließen? Black/Dummett/Friedman/Cleve: nein.
Field: wenigstens einiges ihrer Behauptung scheint auf den ersten Blick unbestreitbar: eine deduktive Erklärung der Deduktion gibt uns eine Art vernünftige Erklärung, warum wir sie Alternativen vorziehen sollten.
FieldVsDummett/FieldVsBlack: aber es ist nicht offensichtlich, daß das als Rechtfertigung zählen sollte! Dummett und Friedman gestehen zu, daß sie einen überzeugten Vertreter einer Alternative nicht bekehren müßte.

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980
VsDummett Davidson Vs Burge, Tyler
 
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I 74
Burge: zwei Arten Externalismus: a) Sozial: Bedeutungen sind abhängig von sozialer Praxis (Gemeinschaft) - b) Von der kausalen Geschichte der Person DavidsonVsBurge: a) Unsere Intuitionen sprechen nicht dafür, dass die Bedeutungen eines Sprechers durch andere Sprecher bestimmt sind. b) Welche Gruppe soll ausgezeichnet sein? c) Eine unbewusste Elite im Hintergrund ist problematisch.
Burge: um einen Gedanken über Wasser zu haben, muss man einfach in Kontakt zu Wasser stehen, man muss da nichts beweisen!
DavidsonVsBurge: auch ein falscher Gedanke über Wasser ist einer über Wasser! - VsBurge: Die Gemeinschaft ist nicht kausal beteiligt.
Burge: Bestrahlungsmuster oder physikalisch beschriebene Reize machen alles unendlich kompliziert. DavidsonVs: Für wen kompliziert? Wir Menschen sind es doch, die all diese Klassifizierungen und Gruppierungen vornehmen!Wir gruppieren nach Ähnlichkeiten, die für uns selber nahe liegen. siehe auch Versus!: Externalismus!
I 116
DavidsonVsPutnam, DavidsonVsBurge: Dass er mit der Triangulation die Alltagssituation so stark in den Vordergrund rückt, unterscheidet ihn von dem Externalismus Putnams und Burges.
II 53
DavidsonVs sozialen Charakter der Bedeutung: auch Idiolekt prinzipiell interpretierbar (via Kausalhypothesen)
II 167
Burge und Dummett meinen, was Sprecher mit ihren Worten meinen es hänge sehr stark davon ab, wie die Gemeinschaft diese Worte verwendet. DavidsonVsDummett,DavidsonVsBurge: Ziemlicher Unsinn, denn es hat mit erfolgreicher Kommunikation nichts zu tun! Wenn Sie anders reden als die Gemeinschaft, und jemand findet das heraus, dann können Sie den ganzen Tag lang kommunizieren. Und das passiert ständig.
- - -
Frank I 665
Inhalt/Gedanken/Externalismus/Burge/Davidson: der Inhalt wird nicht durch das fixiert, was in der Person vorgeht, oder durch das, was ihr einfach durch sorgfältige Reflexion zugänglich ist. (Bsp falsch gebrauchte Begriffe, Informationslücken). DavidsonVsBurge: ich bin mir nicht sicher, wie diese Behauptungen zu verstehen sind, denn ich bin mir nicht sicher, wie ernst die Rede von einer "direkten Bekanntschaft" mit einem Inhalt zu nehmen ist.
Aber die Autorität der ersten Person wird dadurch ernsthaft kompromittiert.
Daher muss ich eine der Prämissen von Burge zurückweisen.
1. Ich stimme zu, dass unsere Inhalte nicht allein durch das bestimmt oder "fixiert" wird, was in mir vorgeht.
2. VsBurge: Vs Darstellung der Art und Weise, in der soziale und andere externe Faktoren die Inhalte kontrollieren.
Fra I 665/666
DavidsonVsBurge: seine Merkmale sind nicht so relevant, wie er sie darstellt: Bsp Angenommen, ich glaube, dass "Arthritis" nur auf kalziumbedingte Gelenkentzündung angewendet wird. Mein Freund Arthur weiß es besser. Wir beide äußern Smith gegenüber aufrichtig: "Carl hat Arthritis".
Burge: dann bedeuten unsere Worte dasselbe, wir meinen dasselbe und bringen dieselbe Überzeugung zum Ausdruck. Mein Irrtum ist für das, was ich bei dieser Gelegenheit dachte, ohne Belang!
Grund: das ist das, was jeder (der nicht durch die Philosophie verdorben ist) über Arthur und mich sagen würde.
DavidsonVsBurge: ich bezweifle, dass er recht hat, aber selbst wenn er recht hätte, würde es seine These nicht beweisen:
Gewöhnliche Zuschreibungen von Bedeutungen und Einstellungen beruhen auf weitreichenden und vagen Annahmen darüber, was Sprecher und Hörer gemeinsam haben.
Wenn einige Annahmen sich nicht bestätigen, können wir die von uns benutzten Worte ändern oft drastisch.
Meist wählen wir den bequemen Weg: wir nehmen einen Sprecher beim Wort, selbst wenn dies einem Aspekt seines Gedankens nicht ganz Rechnung trägt.
Bsp wenn Smith einem Dritten mitteilt, was Arthur und ich beide über Arthritis glauben, dann mag er seinen Hörer irreführen!
Fra I 667
Wenn er aufmerksam ist, muss er hinzufügen, "aber Davidson glaubt, dass Arthritis nur kalziumbedingt ist". Die Tatsache, dass dieser Zusatz gemacht werden muss zeigt, dass die einfache Zuschreibung nicht richtig war.
BurgeVs: könnte entgegnen, dass der Bericht wörtlich genommen korrekt ist ((s) weil auch der falsch Glaubende aufrichtig glaubt, dass es sich um Arthritis handelt).
DavidsonVsBurge: das übersieht das Ausmaß, in dem die Inhalte einer Überzeugung von den Inhalten anderer Überzeugungen abhängen. Deshalb kann es auch keine einfache rigide Regel für die Zuschreibung eines einzelnen Gedankens geben.
Burge: soziale Bestimmung der Inhalte, führt aber auch dazu, dass wir meistens das meinen, was andere in der Gemeinschaft meinen. "bestimmte Verantwortung gegenüber der Gemeinschaftspraxis".
DavidsonVsBurge: das bestreite ich nicht, aber das zeigt nicht das, was es zeigen soll:
a) Es ist oft vernünftig, Leute dafür verantwortlich zu machen, dass sie die Bedeutungen ihrer Worte kennen. Das hat aber nichts damit zu tun, was sie sagen wollen!
b) Als gute Bürger wollen wir die Kommunikationschancen vergrößern, aber dass erklärt nur unser "legalistische" Zuschreibung von Bedeutungen und Überzeugen.
((s) nicht, dass die Bedeutungen so sind).
c) Ein Sprecher, der verstanden zu werden wünscht, muss die Intention haben, dass seine Worte in bestimmter Weise interpretiert werden und folglich so, wie andere das tun. Und umgekehrt möchte der Hörer die Worte so interpretieren, wie der Sprecher das tut. Das hat moralisches Gewicht, aber mit der Bestimmung dessen, was jemand meint hat es keine notwendige Verbindung!
I 667/668
Externalismus/soziale Gemeinschaft/Meinen/Bedeutung/DavidsonVsBurge: wir sind nicht gezwungen, den Worten einer Person die Bedeutungen zu geben, die sie in ihrer Sprachgemeinschaft haben. Es ist auch nicht wahr, dass wir nicht umhin können, ihre propositionalen Einstellungen auf derselben Grundlage zu interpretieren.
I 710
Selbst Wissen/Burge: Irrtum ausgeschlossen "(immun) weil Reflexion im selben Akt. DavidsonVsBurge: das zeigt nur, dass man bei der Identifizierung des Inhalts keinen Fehler machen kann.
Es zeigt nicht, warum man sich hinsichtlich der Existenz der Einstellung nicht irren kann.
Schlimmer: Burge kann nicht zeigen, dass die beiden Arten von Wissen (1. und 2.Stufe) denselben Gegenstand haben!
Solange die Asymmetrie nicht durch Rückgriff auf die soziale Situation (Beziehungen zwischen den Sprechern) erklärt wird, bezweifle ich, dass eine nichtskeptische Lösung möglich ist.
I 711
Repräsentation/Wahrnehmungswissen/Burge: kann nicht generell falsch sein, dass die Repräsentationen das repräsentieren, von dem sie normalerweise herrühren und auf das sie angewendet werden. DavidsonVsBurge: ich bin seit langem dieser Ansicht, verstehe aber nicht, warum Burge dieser Ansicht ist.
Wie entscheiden wir, wovon Repräsentationen normalerweise herrühren? Zirkulär: "von dem, was sie repräsentieren".
Doch welche von den vielen möglichen Ursachen ist die richtige? Ereignisse im Nervensystem, Stimulationsmuster der Nervenenden oder etwas weiter draußen? (proximal/distal).
Burge: wir sollten auf das Verhältnis verschiedener Beobachter acht geben: sie haben ähnliche Wahrnehmungen. Wahrnehmung ist "unpersönlich".
DavidsonVsBurge: aber das soll doch gerade bewiesen werden!
Wir brauchen nicht nur kausale Interaktion zwischen verschiedenen Beobachtern und denselben Objekten, sondern die richtige Art von kausaler Interaktion.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsDummett Dummett Vs Davidson, D.
 
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Dummett I ~28
DavidsonVsTarski: ... braucht man ein vorheriges Verständnis des Wahrheitsbegriffs. - Nicht aber der Bedingungen! denn diese Kenntnis wird ja durch die Wahrheitstheorie festgelegt werden! Dummett: Was jedoch eingebracht werden muß, ist die Erkenntnis des begrifflichen Zusammenhangs zwischen Bedeutung und Wahrheit.
DummettVsDavidson: Bei Davidson bleibt vieles implizit, z.B. eben dieser Zusammenhang, der von jedem Sprecher benötigt wird. Ohne die genaue Beschaffenheit dieses Zusammenhangs ist mit der Beschreibung der W-Theorie noch keine zulängliche Erläuterung des Bedeutungsbegriffs gegeben. Korr-Th/Koh-Th: Bedeutung vor Wahrheit - Davidson: Wahrheit vor Bedeutung (WahrheitsBedingungen später durch Theorie festgelegt) - Dummett beide zusammen!
I 142
Da sich der Wortschatz ändert und verschieden eingesetzt werden kann, faßt Davidson nicht mehr die Sprache einer bestimmten Einzelperson als Ausgangseinheit auf, sondern die Disposition zum Sprachgebrauch. DummettVsQuine,VsDavidson: nicht Idiolekt, sondern gemeinsame Sprache vorrangig
I 146
Davidson def Idiolekt (verfeinert): Sprache, Zeitpunkt, Sprecher, bestimmter Hörer. Gäbe es eine Sprache, die nur von einem einzigen gesprochen würde, könnten wir sie alle dennoch lernen. DummettVsDavidson: Dabei bleibt aber ungeklärt: der Zusammenhang zwischen Wahrheit und Bedeutung, genauer: zwischen Wahrheitsbedingungen und Verwendung.
Dummett: jeder Gesprächsteilnehmer hat seine eigene Theorie, was die Wörter bedeuten. Und diese Theorien decken sich oder doch beinahe.
I 187
DummettVsDavidson,DummettVsQuine: Es ist unzulässig, davon auszugehen, daß Bedeutung und Verstehen von der privaten und nicht mitteilbaren Kenntnis einer Theorie abhängen. Es ist nicht natürlich, ausgerechnet den Idiolekt in erster Linie als Werkzeug der Verständigung aufzufassen. Man ist dann eher versucht, einen inneren Zustand der betreffenden Person als dasjenige anzusehen, das den Ausdrücken des Idiolekt ihre jeweiligen Bedeutungen verleiht.
I 149
Bsp Das, was ein Schachzug bedeutet, leitet sich nicht von der Kenntnis der Regeln durch die Spieler her, sondern von den Regeln selbst. DummettVsDavidson: Wenn man Sprachphilosophie als eigentlich Philosophie des Handelns beschreibt, ist nicht viel gewonnen, es ist im Handeln ja nichts für die Sprache spezifisches.
- - -
Avramides I 8
DummettVsDavidson: nicht WB, sondern Verifikationsbedingungen. Die Bedeutungstheorie muss erklären, was jemand weiß, der eine Sprache versteht. (Das ist eine praktische Fähigkeit).
I 9
Diese Fähigkeit muss sich manifestieren können, und zwar durch den Gebrauch von Ausdrücken der Sprache. DummettVsDavidson/Avramides: eine realistisch interpretierte Wahrheitstheorie kann keinen Bedeutungsbegriff
I 87
Dummett: spricht davon, eine Klasse von Sätzen zu übersetzen, die ein fragliches Wort enthalten. DavidsonVsDummett: diese Klasse weitet sich automatisch zur ganzen Sprache aus! (Holismus). (s) Es gibt also sozusagen diese "Klasse relevanter Sätze" nicht.
DavidsonVsDummett/Avramides: dennoch glaubt auch Davidson, dass man ein Korpus verbundener Sätze braucht, nur differiert er mit Dummett darüber, wie man es identifiziert. Es mag Sätze geben, die das untersuchte Wort nicht enthalten, aber dennoch Licht auf es werfen. Es mag auch wichtig sein zu wissen, in welchen Situationen das Wort geäußert wird.
Lösung: "Übersetzung ohne Ende".
EMD II 108
Wahrheitstheorie/WT/Dummett: Es gibt sicher einen großen Bereich der nicht klassischen Logik für den es möglich ist eine WT zu konstruieren, die triviale W Sätze liefert. DummettVsDavidson: wann immer das getan werden kann, ist die Situation exakt umgekehrt wie sie für eine Davidsonsche WT gefordert wird. Ein triviales Axiom für jeden Ausdruck zeigt nicht selbst das Verständnis, sondern schiebt die ganze Aufgabe des Erklärens in die Theorie des Sinns, die erklärt, was es bedeutet, die Proposition zu erfassen, die von dem Axiom ausgedrückt wird.
- - -
Putnam I 148
Wahrheit/Dummett: weder Tarskis Wahrheitstheorie noch Davidsons Bedeutungstheorie hat (bei Annahme einer geist unabhängigen Welt) irgendeine Relevanz für die Wahrheit oder Falschheit dieser metaphysischen Ansichten. DummettVsDavidson: man muss fragen, worin diese "Kennen der Wahrheitstheorie" denn selbst bestehe.
Einige (naturalistische) PhilosophenVsDummett: der Geist denkt eben bewusst oder unbewusst die Aussagen.
VsVs: aber wie denkt er sie denn, in Worten? Oder in Gedankenzeichen? Oder soll der Geist ohne Repräsentationen direkt erfassen, was es bedeutet, dass Schnee weiß ist?

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsDummett Rorty Vs Devitt, M.
 
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Richard Rorty
Horwich I 463
wahr machen/Wahrmacher/Davidson: die Gesamtheit der Belege macht Sätze oder Theorien wahr. Aber kein Ding, keine Erfahrung, keine Oberflächereize, auch nicht die Welt macht Sätze wahr. Rorty: das interpretiere ich so, dass die inferentiellen Relationen zwischen Überzeugungen nichts bestimmtes zu tun haben mit der Relation des „über etwas sein“ (aboutness Relation) zu Objekten. ((s) > Holismus).
Referenz/Empirie/Belege/Davidson/Rorty: die Linien der Bestätigung (evidential force) sind nicht parallel zu denen der Referenz. Das liegt am epistemischen Holismus. Die Kenntnis der ersteren ist die Kenntnis der Sprache, die des letzteren eine empirische Theorie über das Meinen im Sprachgebrauch. Diese ist auch eine Geschichte über die kausale Rollen innerhalb des Sprachverhaltnes in der Interaktion mit der Umgebung.
Bestätigung/Rechtfertigung/Kausalität/Wittgenstein/Daivdson/Rorty: die Verknüpfung der Rechtfertigung (durch Bestätigung, Belege) mit der kausalen Geschichte ist der alte metaphysische Drang, den Wittgenstein zu überwinden half, indem er vor „Bedeutungen“ als Entitäten warnte.
I 464
„Bedeutungen“ als Entitäten: sollten dann eine Doppelrolle als Ursache und gleichzeitig Rechtfertigung spielen. (>Erklärung). Bsp Sinnesdaten, Bsp Oberflächenreize. ((s) Reduktionismus: Frage: nimmt jeder Reduktionismus Doppelrollen an?).
RortyVsDevitt/RortyVsField: Devitt erliegt der vor Wittgensteinschen Versuchung, wenn er Field folgt, indem er sagt, dass wir die „intuitive Idee einer Korrespondenz zu einer Welt draußen“ indem er Wahrheit abhängig machen möchte von „echten Referenzrelationen zwischen Wörtern und objektiver Realität“. (DavidsonVsDevitt, DavidsonVsField, WittgensteinVsField: „echte Referenz“ vor Wittgensteinisch).
RortyVsDummett: er unterliegt derselben Versuchung, wenn er denkt, dass ein Zustand der Welt eine Überzeugung verifizieren ((s) wahr machen) kann. Das entspricht der von Davidson abgelehnten Idee, dass Stücke der Welt Überzeugungen wahr machen. ((s) Widerspruch zu oben: I 461: hier Zusammenhang mit inferentiellen Relationen: Stück für Stück“, „Stein für Stein“, Davidson pro?).
Realismus/Semantik/Devitt/Rorty: Devitt hat recht, wenn er sagt, dass wenn wir Dummetts Anti Holismus aufgeben, die Frage des „Realismus“ entsemantisiert wird.
RortyVsDevitt: sie wird damit aber auch trivialisiert. Denn dann kann man den Realismus nicht vor der banalen anti idealistische These unterscheiden, dass physikalische Objekte Geist unabhängig existieren. Devitt denkt, dass dies eine interessante und kontroverse These sei.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Brandom Vs Dummett, Michael
 
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I 202
BrandomVsDummett: wenn er das Problematische des Begriffs "boche" darin erblickt, daß er eine nichtkonservative Erweiterung der restlichen Sprache bewirkt, so ist das nicht richtig. Die Nichtkonservativität zeigt lediglich, daß der Begriff einen substantiellen Gehalt hat, der nicht schon in anderen Begriffen enthalten war. Bsp Temperatur: wurde mit bestimmten Kriterien eingeführt, mit der Einführung neuer Meßmethoden entwickelte sich die komplexe inferentielle Festlegung, die die Signifikanz heute bestimmt.( > Messen.)
Einführung: es ist nicht zu fragen, ob die Folgerungen schon akzeptiert waren, sondern ob diese Folgerung eine ist, die akzeptiert werden sollte! Das Problem bei "boche" und "Nigger" ist nicht die Neuheit, sondern die unerwünschten Folgerungen.
Brandom II 173
Es gibt aber andere Wege der Rechtfertigung als zu zeigen, daß wir bereits implizit auf sie festgelegt waren, noch ehe der Begriff eingeführt wurde. Hintergrund von materialen inferentiellen Praktiken. Frege, spät: Sätze sind sing Term! Prädikate: Rahmen.
(DummettVsFrege: das verkennt die Besonderheit der Sätze, Züge im Sprachspiel sein zu können.
BrandomVsDummett: als hätte Frege keine Ahnung von Fregescher Kraft gehabt).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsDummett Davidson Vs Dummett, Michael
 
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Brandom II 15
Begriff/DavidsonVsDummett: relationale Sicht. Begriffsgebrauch nicht in einem Kontext verständlich, der nicht auch die Sprache einschließt, jedoch Sprache kann nur im Rückgriff auf Überzeugungen verständlich gemacht werden.
Brandom II 16
Brandom pro Davidson: Behaupten und Glauben sind zwei Seiten einer Medaille, das ein kann nicht ohne das andere verständlich gemacht werden.
Davidson I 58
Putnam und Dummett zeigen, daß man dem Wahrheitsbegriff selbst einen erkenntnisbezogenen Drall geben kann. Dennoch haben alle Drei den Belegen den Vorrang gegeben vor der Wahrheit (als primärem Status für die Bedeutungsbestimmung)
Davidson I 59
DavidsonVsDummett, DavidsonVsPutnam: Das halte ich für einen Fehler: Das führt zu den Schwierigkeiten der proximalen Theorien: zu einem auf Einzelpersonen relativierten Wahrheitsbegriff und zum Skeptizismus. Die proximalen Theorien sind immer irgendwie cartesianisch. DavidsonVsPutnam, DavidsonVs Dummett: Vsproximale Theorie: Skeptizismus, Relativierung auf Einzelnen
Belege: Der einzig einsichtige Belegbegriff ist der einer Beziehung zwischen Sätzen. Oder zwischen Überzeugungen!
Davidson II 167
Burge und Dummett meinen, was Sprecher mit ihren Worten meinen es hänge sehr stark davon ab, wie die Gemeinschaft diese Worte verwendet. DavidsonVsDummett, DavidsonVsBurge: Ziemlicher Unsinn, denn es hat mit erfolgreicher Kommunikation nichts zu tun!. Wenn Sie anders reden als die Gemeinschaft, und jemand findet das heraus, dann können Sie den ganzen Tag lang kommunizieren. Und das passiert ständig.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsDummett Geach Vs Dummett, Michael
 
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Dummett III 35
Satz vom ausgeschlossenen Dritten/Dummett: wird nicht deshalb abgelehnt, weil es einen dritten Wahrheitswert (WW) gibt, sondern weil Bedeutung nicht mehr mit Hilfe von WW erklärt wird! (GeachVsDummett: keine Ausnahmen!).

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982
VsDummett Lewis Vs Dummett, Michael
 
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Stalnaker I 48 Fußnote
Begriff/begriffliche Verbindung/Natur/LewisVsDummett: es gibt keine begriffliche Verbindung zwischen unserem Begriff von der Natur eines Dings und unseren Überzeugungen darüber, wie man etwas über dieses Ding erfährt. abstrakt/konkret/Dummett: These: ihr Unterschied besteht darin, wie wir ihre Namen verstehen können. ((s) Auf welche Weise wir zu ihnen kausale Verbindung haben können oder ob überhaupt.).
Lewis: selbst wenn eine solche Unterscheidung getroffen werden kann ((s) zwischen abstrakt/konkret) sagt sie uns nicht darüber, wie die Dinge auf beiden Seiten der Grenze differieren. Wie Bsp zu sagen, dass Schlangen die Tiere sind, vor denen wir uns am meisten fürchten, uns nichts über die Natur von Schlangen sagt.
I 49
LewisVsVs/Stalnaker: natürlich wird Lewis die Annahme leugnen, dass es eine begriffliche Verbindung zwischen unserer Weise zu wissen und unserem Begriff von der Natur dieser Dinge gibt. Stalnaker: ich muss am Ende zugeben, dass es kein allgemeines Prinzip gibt, das der Modale Realismus akzeptieren muss, dass es dem Liberalen Platonismus erlaubt, sich auf Zahlen, aber nicht auf Kohlköpfe zu verpflichten.
Wissen/MR/Stalnaker: wird darauf bestehen, dass wir von allem, Personen, physikalische Objekte (aktual oder bloß möglich) auf dieselbe Weise wissen. Und zwar eine, die keine kausale Verbindung braucht.
Wissen/Lewis/Stalnaker: Fazit: Wissen von aktualen Dinge ist bestimmt, nicht weil es kausales Wissen ist, sondern weil es indexikalisches Wissen ist. Das ist nicht Wissen der Existenz, sondern der Tatsache, dass wir in einer bestimmten Relation zu den Dingen stehen
Pointe: danach sind alle unpersönlichen ontologischen Überzeugungen durch a priori Gründe zu rechtfertigen. Das finden viele schwer zu akzeptieren.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsDummett McDowell Vs Dummett, Michael
 
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I 152
Sprache/Dummett: 1. Instrument der Kommunikation 2. Träger von Bedeutung. Keines soll primär sein.
I 153
Sprache/McDowellVsDummett: beide sind sekundär. Primär ist Sprache Quelle der Tradition. (McDowell pro Gadamer). Sprache zu erwerben heißt, Geist zu erwerben.

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001
VsDummett Putnam Vs Dummett, Michael
 
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Horwich I 394
Verstehen/Wahrheitsbedingungen/WB/Dummett/Putnam: Dummett und ich sind uns einig, dass man Verstehen nicht als Kenntnis der WB behandeln kann. Problem: dann wird es umgekehrt unverständlich, worin diese Kenntnis bestehen sollte!
Bedeutung/Bedeutungstheorie/BT/PutnamVsDummett: ich denke aber nicht, dass eine Theorie des Verstehens die gesamte BT sein könnte.
I 395
Vsmetaphysischer Realismus: damit können wir ihn mit Dummett widerlegen. (Durch eine Theorie der Referenz, nicht BT). - - -
Putnam III 48/49
Protogedanken/PutnamVsDummett: Begriffe bei Tieren: Hunde besitzen sicher genauso wenig einen Vorbegriff von Fleisch, wie Gazellen einen Vorbegriff von schnell laufen haben. - - -
Putnam I 124
Realismus/Antirealismus/PutnamVsDummett: Problem: wir behaupten, das Verstehen von Sätzen bestünde im Kennen von Wahrheitsbedingungen. Aber wie können wir jemals sagen, worin dieses Wissen besteht? Putnam: wir haben gesehen, dass "mentalesisch" nicht hilft.
- - -
I 151
Interner Realismus/PutnamVsDummett: mit Dummett verwandt, aber: Wahrheit nicht wie bei ihm mit Rechtfertigung identifiziert, sondern mit einer Idealisierung der Rechtfertigung. Putnam: Wahrheit soll eine Eigenschaft von Aussagen sein, die im Gegensatz zur Rechtfertigung nicht verlorengehen kann. Rechtfertigung ist auch graduell im Gegensatz zur Wahrheit.
Die "Ideale Rechtfertigung" entspricht den "reibungsfreien Flächen" der Physik. Sie hat "baren Wert".
interner Realismus/PutnamVsDummett: mit seinem Anti Realismus verwandt, aber Wahrheit nicht mit Rechtfertigung sondern mit einer Idealisierung der Rechtfertigung identifiziert Quine: die Rechtfertigungsbedingungen ändern sich mit unserem Wissenskorpus
I 152
Wahrheit ist von Rechtfertigung hier und jetzt unabhängig aber nicht von jeder Rechtfertigung. (>Behauptbarkeit). Wie Quine: die Bedingungen der Rechtfertigung ändern sich mit der Entwicklung unseres Wissenskorpus.
- - -
I 161
Wahrheit/Rechtfertigung/PutnamVsDummett: den göttlichen Standpunkt zu verwerfen, bedeutet nicht, Wahrheit mit rationaler Akzeptierbarkeit identifizieren, wie Dummett meint, dass wir es tun sollten. Wahrheit: kann nicht verloren gehen.
Rechtfertigung: kann das sehr wohl! Bsp "Die Erde ist eine Scheibe".
Bsp Auch, dass sie eine Kugel ist, ist keine "graduelle Wahrheit" sondern graduell gerechtfertigt.
Wahrheit/Putnam: eine Idealisierung von rationaler Akzeptierbarkeit. (Unter epistemisch idealen Bedingungen).
I 162
Wahrheit/Putnam: 1. unabhängig von der Rechtfertigung hier und jetzt, aber nicht unabhängig von jeder Rechtfertigung! 2. soll stabil und konvergent sein.
I 214
Wahrheit/Dummett: (1976,1991) ist Rechtfertigung! PutnamVsDummett: 1. das ist in vieler Weise irreführend, man kann die Bedingungen der Rechtfertigung für die Sätze einer natürlichen Sprache wahrscheinlich nicht spezifizieren. (Das glaubt aber Dummett).
2. Dummett glaubt an eine endgültige Verifikation, ich nur an eine idealisierte (anhand der gegenwärtigen Anhaltspunkte, also kontextempfindlich).
Behauptbarkeitsbedingungen/PutnamVsDummett: sind für einen beliebigen Satz nicht überschaubar.
Wie lernen wir sie dann? Durch die Aneignung einer Praxis. Das ist aber kein Algorithmus (wie reduktionistische Philosophen glauben).
I 215
Die Behauptbarkeitsbedingungen können nicht formalisiert werden und daher auch nicht die menschliche Rationalität. ((s) Sie können wohl von Situationen unabhängig sein, aber nicht von unserer gesamten Praxis.)

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Quine Vs Dummett, Michael
 
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Willard V. O. Quine
I 426 ff
QuineVsDummett: "wahrmachen": nimmt Tatachen als etwas zu konkretes Tatsachen: Tendenz (allerdings nicht bei denen, die Tatsachen als wahre Propositionen auffassen) sich Tatsachen als etwas Konkretes vorzustellen. Tatsachen seien das, was Sätze wahr macht.
Bsp "Die Königsalle ist einen Kilometer lang" und "Die Königsalle ist 50 Meter breit" seien wahr. In diesem Fall beschreiben sie zwei verschiedene Tatsachen, doch der einzige physikalische Gegenstand, der hier eine Rolle spielt, ist die Königsallee. Wir wollen keine Haarspalterei, aber die Bedeutung von Konkretheit in der Tatsachen "konkret" sind, macht uns Tatsachen nicht besonders schmackhaft.
Tatsachen: außerdem dieselbe Schwierigkeit hinsichtlich des Maßstabs der Identität. Die beiden Sätze über die Königsallee sind wahr, weil es die Königsallee gibt, weil man sie in dieser Gestalt gebaut hat, und weil wir unsere Wörter in bestimmter Weise verwenden.
- - -
VI 131
Antirealismus/Satz vom ausgeschlossenen Dritten/Dummett/Quine: Dummett wendet sich mit erkenntnistheoretischen Argumenten gegen den Satz vom ausgeschlossenen Dritten. (Auch Brouwer): Kein Satz ist wahr oder falsch, solange kein Verfahren zur Feststellung des Wahrheitswertes bekannt ist.
Antirealismus/berechtigte Behauptbarkeit/QuineVsDummett: holistische Überlegungen lassen uns unschlüssig werden, welche Sätze überhaupt noch als die Anwärter auf Wahrheit oder Falschheit gelten sollen.
Es scheint jedenfalls müßig, nach eine kritischen Unterschied zwischen Anwärtern auf Wahrheit und Kandidaten für die besagte Schwebe Ausschau zu halten, wenn man die Trennlinie nicht entweder gleich mit den Beobachtungssätzen selbst ziehen will oder am anderen Ende. Man könnte ebenso gut bloß jene Sätze ausschließen, die zu keinem Zeitpunkt je in eine Folgerungsmenge eingehen, die die Implikation kategorischer Beobachtungssätze gewährleistet die mithin zu keinem Zeitpunkt jemals empirischen Gehalt aufweisen.
Quine: Wahrheit ist eben eine Sache und berechtigte Behauptbarkeit (berechtigter Glaube) eine andere.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsDummett Rorty Vs Dummett, Michael
 
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Richard Rorty
Horwich I 461
Anti Realismus/Davidson/RortyVsDummett: Dummett hat Davidson in eine falsche Position gesetzt, wenn er ihn auf der „realistischen“ Seite vermutet. - - -
Rorty IV 62
RortyVsDummett: (Realismus/Antirealismus): seine Frage, ob es in der Welt Dinge gibt, durch die mathematische oder moralische Wahrheiten wahr gemacht werden, brauchen wir gar nicht zu stellen. - - -
rorty VI 88
RortyVsDummett: die Popularität seiner Frage: "Gibt es einen für... relevanten Tatbestand?" hat dazu geführt, dass die abgeschlaffte alte Kontroverse zwischen Realismus und Antirealismus sich wiederbelebt. Es gibt keinen "einschlägigen Tatbestand". Eklatanter Fall von Erklärung des Schwerverständlichen durch etwas noch Dunkleres.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Tugendhat Vs Dummett, Michael
 
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I 253
Bedeutung/Behauptung/Dummett/Tugendhat: Bsp Spiel: Behauptungshandlung, Behauptung und Gegenbehauptung, "ja"/"nein" entspricht "wahr"/"falsch" einer gewinnt, einer verliert. Dieses Schema soll jeder Äußerungen jedes assertorischen Satzes zugrunde liegen!
I 254
Der Sprecher übernimmt eine Garantie, die vom Hörer in Zweifel gezogen wird. (Searle so ähnlich, s. o.).
I 255
Neu: es wird umgekehrt gesagt: wenn der Ausdruck verwendet wird, welches dann die Bedingungen sind, unter denen er richtig ist. Das setzt voraus: 1. dass die Bedingungen, in denen der Ausdruck verwendet wird für die Richtigkeit der Verwendung gleichgültig sind.
2. dass die Bedingungen von denen die Richtigkeit abhängt, solche sind, deren Erfülltsein von der Verwendung des Ausdrucks selbst garantiert wird. Was der Ausdruck garantiert, ist, dass die Bedingungen seiner Richtigkeit (Wahrheit) erfüllt sind!
Die Äquivalenz "p ⇔ dass p ist wahr" gründet darin, dass derjenige, der etwas behauptet, immer schon die Richtigkeit mitbehauptet.
I 256
Sprecher: Bedingungen und Vorhandensein zusammen garantiert. Hörer: trennt beides und stellt es getrennt in Frage. (Asymmetrie).
I 256/257
TugendhatVsDummett/TugendhatVsSearle: unbefriedigend: 1. Es ist noch nichts darüber gesagt worden, welches die Wahrheitsbedingungen einer Behauptung bzw. eines Satzes sind. Eine Möglichkeit wäre zu sagen, dass die Wahrheitsbedingungen eines Satzes ihrerseits durch einen Satz angegeben werden. Das setzt natürlich voraus, dass für die Erklärung eines Satzes immer schon ein anderer Satz zur Verfügung steht. Metasprache. (TugendhatVs). Die Erklärung muss in einer Verwendungsregel liegen.
Es genügt nicht, zu zeigen, dass der erste Satz wie der zweite verwendet wird, es muss gezeigt werden, unter welchen Bedingungen der eine Satz gebraucht wird.
2. Jedes Übernehmen einer Garantie setzt seinerseits die Verwendung eines assertorischen Satzes voraus, das ist also eine Pseudoerklärung.
- - -
II 231
TugendhatVsDummett: "Bedeutung" bei Frege sollte man nicht mit "Referenz" übersetzen!
II 232
Gerechtfertigt nur dort, wo Frege Sätze als Eigennamen auffasst!
II 247
Referenz/Tugendhat: durch meine Kritik an der Übersetzung Bedeutung = Referenz habe ich nicht den Primat der Wahrheit vor den Gegenständen in Frage gestellt. DummettVsTugendhat: es genügt nicht, die Bedeutung von Namen lediglich als Wahrheitswertpotential zu erklären: 1.die Bedeutung könnte dann als bloße Äquivalenzklasse von Ausdrücken aufgefasst werden.
TugendhatVsDummett: richtig bei Sätzen und Prädikaten, bei Namen muss man sich nicht damit begnügen.
DummettVsTugendhat: 2. Dass zwei Namen "a" und "b" dieselbe Bedeutung haben, wenn sie dasselbe Wahrheitswertpotential haben, gilt nur bei extensionalen Prädikaten. Aber mit welchem Kriterium kann man extensionale von intensionalen Prädikaten unterscheiden? Es setzte voraus, dass wir ein Kriterium für die Bedeutungsgleichheit von Namen hätten, das nicht erst durch das Leibnizsche Gesetz festgelegt wird.
II 248
Leibnizsches Gesetz/Dummett: kann nicht als Definition von "=" aufgefasst werden, sondern gründet darin, dass, wenn wir etwas von einem Gegenstand prädizieren, der Wahrheitswert der Behauptung unabhängig sein muss von der Gegebenheitsweise!. TugendhatVsDummett: nicht so bei Frege: Dummett weist selbst darauf hin, dass er das Leibnizsche Gesetz als Definition von "=" aufgefasst hat.
Tugendhat: wir können, was wir mit Identität meinen, nicht mit dem Gesetz erklären. Tugendhat pro Dummett.
TugendhatVsDummett: mit Sätzen als Äquivalenzklassen hat man nicht den Bezug zur Welt verloren: es geht nur um ganz bestimmte Äquivalenzklassen, die natürlich durch die Beschaffenheit der Welt bestimmt sind.
Dummett: Sätze nicht gleich Namen! (VsFrege).
II 249
Referenz/Dummett: semantische Rolle. Tugendhat: das ist genau dasselbe wie mein "Wahrheitswertpotential". ((s) > semantischer Wert?).
II 250
Referenz/Frege: er hat nie von Referenz gesprochen Prädikate/Frege: er hat nie davon gesprochen, dass die Bedeutungen von Prädikaten als "Quasi-Gegenstände" verstanden werden müssten.
Dummett/Tugendhat: der berechtigte Kern an Dummetts Kritik: aus dem Wahrheitswertpotential folgt noch nicht, dass die Bedeutung eines Namens ein Gegenstand sei.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsDummett Wittgenstein Vs Dummett, Michael
 
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Dummett I 158
WittgensteinVsDummett/WittgensteinVsFrege: lehnt die Auffassung ab, die Bedeutung einer Aussage sei durch die Kennzeichnung ihrer Wahrheitsbedingungen anzugeben.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982
VsDummett Wright Vs Dummett, Michael
 
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Rorty VI 45
WrightVsDummett/Rorty: es ist notwendig, mehr über den pragmatischen Nutzen der Begriffe "Realismus", "Repräsentation" und "Übereinstimmung" zu sagen, als Dummett. Bsp Urteile können aus historischen Gründen zufällig konvergieren. Repräsentation (und mithin Realismus) muss mit Hilfe eines weder bloß logischen noch eines bloß soziologischen Begriffs expliziert werden. (Rorty pro).
- - -
Wright I 225/226
abstrakt/"reine abstrakte Objekte"/Dummett: (Frege: "logische Objekte"): Dummett: nichts weiter als Reflexionen bestimmter sprachlicher Ausdrücke, analog den Eigennamen von Objekten, deren Sinn jedoch nicht so dargestellt werden kann, als bestehe er in unserer Fähigkeit, Objekte als ihre Träger zu identifizieren.
Wright: könnte als Nominalismus gelesen werden. (also dass es keine abstrakten Objekte gibt).
Das ist aber nicht Dummetts Ansicht. Dummett leugnet gerade nicht, dass es sing Term gibt, die vorgeblich auf abstrakte Objekte verweisen, aber in der Tat Referenz besitzen.
I 227
Sie spielen sogar eine semantische Rolle! Bsp "größte Primzahl": leerer sing Term, aber die bloße Bedeutung stellt sicher, dass er eine semantische Rolle spielt!
Dummett: scheint hier zu meinen, dass es gar keine Frage ist, ob der Platonismus oder der Nominalismus den besseren Ansatz liefert, nachdem die Frage entschieden ist, ob abstrakte Objekte existieren. (> Zahlen).
abstrakt/Moral/Ethik/Wright: das passt gut zu unserer Einstellung zum Diskurs der Moral: die Sache des moralischen Realismus erschöpft sich nicht wirklich in der Frage, ob der moralische Diskurs wahrheitsfähig ist, oder nicht.
Wenn die Wahrheitsfähigkeit bejaht wird, gibt es immer noch eine Reihe realismusrelevanter Fragen.
I 228
Identifikation/WrightVsDummett: es ist schlicht unklar, was die "Identifizierung" eines Objekts bedeuten soll, wenn das Erkennen der Wahrheit einer Identitätsaussage, die einen Term für das Objekt enthält, nicht ausreichen soll! Es ist auch nicht strittig, dass wir abstrakte sing Term in einer verständigen Weise gebrauchen.
Wright: es gibt keinen sprachlich unvermittelten kognitiven Kontakt mit abstrakten Objekten. (> abstrakt). Abstrakte Objekte können überhaupt nur so auf uns einwirken!
Frege (Platonist) behauptet ganz zu recht, dass Zweifel an der Realität der Referenz auf abstrakte Objekte keinen vernünftigen Sinn enthalten. (Wright: das ist Minimalismus bezüglich Referenz).
Realismus/Wright: dann bleiben aber immer noch die Überlegungen, die uns zwingen, konkreten Dingen eine unabhängige Rolle in einer unabhängigen Welt zuzuweisen.
I 229
Def Minimalismus/Wright: besserer Name für Dummetts "Anti-Realismus" oder "Nominalismus".

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsDummett Avramides Vs Dummett, Michael
 
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Avra I 8
AvramidesVsDummett/AvramidesVsDavidson: der Ansatz der "Theorie Bauer" ist zu pessimistisch, ihr Pessimismus ist verfrüht bzw. ungerechtfertigt.
I 10
AvramidesVsDummett: seine Gründe sind nicht überzeugend, es bleibt dabei, daß er eine bloße Präferenz ausdrückt. Das "Kennen einer Sprache" ist also komplexer als nur das Kennen von Bedeutungen. Bedeutung/Dummett: mit welchen sprachlichen oder auch außer sprachlichen Mitteln können wir die Bedeutung eines Ausdrucks ermitteln, ohne ihn explizit festzustellen? Oder vielleicht sollte man überhaupt nicht fragen, wie wir etwas Ausdrücken in einer Situation, sondern wie wir Sätze analysieren sollten, die den Begriff der Bedeutung beinhalten.
AvramidesVsDummett: das könnte genauso gut für andere Begriffe gelten.
Analyse/Avramides: ist ein harmloses Mittel, wenn wir Wisdoms Forderung erfüllen. (Und den Gegenstand klar erfassen).
I 12
AvramidesVsDummett: dieser sagt auch gar nicht, warum wir im Fall des Begriffs des Wissens so vorgehen sollten (eine Theorie zu liefern, die alles Wissen der Akteure (der Verwender des Begriffs) erklärt).
Avra I 143
Dummett/Avramides: zeigt dreierlei: 1. Lockes idealistische Theorie ist nicht irreparabel. Man kann sie vervollständigen.
I 144
2. Dummett bewegt sich von der Frage "Was assoziiert einen Begriff oder Gedanken mit eine Wort oder Satz?" zu der Frage: "Was heißt es, einen Begriff oder Gedanken zu verstehen?" AvramidesVsDummett: er hätte genauso gut mit beiden Fragen gleichzeitig anfangen können, wenn beide nicht beantwortet sind, läßt die ideationale Bedeutungs Theorie nur die Zeit verstreichen.
3. AvramidesVsDummett: er hat seine Auffassung dessen, wie wir einen Begriff oder einen Gedanken erfassen, nicht so entwickelt, daß er auch die Zuschreibung von Gedanken an sprachlose Wesen erlaubt. (DoS).
Ich möchte daher eine Erweiterung vorschlagen.
Denken ohne Sprache/DoS/AvramidesVsDummett: wenn wir DoS erlauben (>vgl. Dummett: W.James Lectures. Nr . 8, S. 48f), wie verstehen wir dann diese Art von (sprachlosen) Gedanken? Wir könnten sagen, wir schreiben sie über das Verhalten zu.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsDummett Schiffer Vs Dummett, Michael
 
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Stephen Schiffer
I 221
Verifikationistische Semantik/Dummett/Schiffer: (nicht wahrheits-theoretisch): Verifikations-Bedingungen (VB) statt Wahrheitsbedingungen (WB). Dummett: (wie Davidson): wir müssen fragen, welche Form eine Bedeutungstheorie (BT) annehmen müsste, um zu erfahren, was Bedeutung ist. Dies BT sollte die Bedeutung aller Wörter und Sätze spezifizieren können. (Dummett 1975, S. 97)
Dummett: pro Kompositionalität (mit Wittgenstein): keine systematische BT ist möglich ohne das Verstehen unendlich viele Sätze zu erklären. Dazu muss man wie Chomsky und Wittgenstein selbst annehmen, dass wir ein implizites Erfassen einiger allgemeiner Prinzipien haben. (Dummett 1978, S. 451).
DummettVsDavidson: die BT muss keine Wahrheitstheorie (WT) enthalten.
Verifikations-Bedingung/VB/Dummett: (für Sätze) die VB werden auch rekursiv spezifiziert. Schiffer: daraus folgt aber noch nicht, dass nicht auch eine kompositionale wahrheitstheoretische Semantik vorliegen könnte.
I 222
Dummett: mit der Spezifikation der VB könnte die BT auch gleichzeitig die WB spezifizieren (Dummett 1978, Vorwort). VB/SchifferVsDummett: es ist gar nicht klar, wie die VB aussehen sollten.
Relationstheorie/BT/Schiffer: als ich VsRelationstheorie argumentierte, hatte ich eine Standard-BT im Sinn. Die Relationstheorie für Glauben ist falsch, wenn Sprachen keine kompositionale wahrheits-theoretische Semantik (kompwtSem) haben. Sonst wäre sie wahr!
Verifikationistische BT//verifBT/Relationstheorie/Dummett/Schiffer: bei einer verifikationistischen BT (verifBT) könnte die Relationstheorie vielleicht auch wahr sein?
- - -
I 225
Gebrauchstheorie/Dummett/Schiffer: für Dummett ist der Sinn der GT: „der Sinn eines Worts ist eindeutig bestimmt durch die beobachtbaren Merkmale seiner sprachlichen Verwendung. (Dummett 1976, 135). SchifferVsDummett: aber was zählt als "beobachtbares Merkmal" und was als "offen gezeigt"?. Denkt Dummett, dass eine Beschreibung des Gebrauchs in rein behavioristischen, nicht-semantischen und nicht-psychologischen Begriffen hinreichend dafür wäre, dass ein Wort eine bestimmte Bedeutung hat? Das wäre zu unplausibel, als dass Dummett das annehmen würde. Dennoch stellt er fest, dass die Beschreibung keine psychologischen oder semantischen Begriffe gebrauchen soll.
Bedeutung/Dummett/Schiffer: soll damit auch für Wesen verständlich werden, die selbst keine semantischen oder psychologischen Begriffe haben! Also sogar für Marsianer. (So versteht ihn auch McDowell, 1981, 237).
McDowellVsDummett: es muss nach Dummett möglich sein, eine Beschreibung unseres Sprachverhaltens zu geben, dass für Außerirdische verständlich ist. Das geht aber nicht, weil das Intentionale“ (inhalts-bestimmende) nicht auf das Nicht-Intentionale reduzierbar ist.
Inhalt/McDowellVsDummett/SchifferVsDummett: ist nicht für außerirdische Wesen erfassbar. ((s) Nicht „sprachlose“, sondern nur solche, die nicht unser intentionales Vokabular teilen).
I 226
Ad. 4: ("wissen, welche erkennbaren Umstände eine Satz als wahr oder falsch bestimmen"). Schiffer: d.h. wie kommen wir vom Behaviorismus zum Anti-Realismus?
Manifestation/SchifferVsDummett: dieser behilft sich hier selbst mit ausgesprochen psychologischen Begriffen!
1. Erkennen (dass die Bedingungen erfüllt sind) ist selbst eine Form von Wissen, die ihrerseits Glauben enthält. Das kann man nicht nicht-psychologisch beschreiben.
2. wie soll man dann die weitere Konklusion erreichen, dass eine gereinigte Zuschreibung eine Fähigkeit zuschreiben sollte, die nur „offen gezeigt“ werden kann? (Das Zeigen behavioristisch verstanden).
Behaviorismus/Dummett/Schiffer: ich schreibe Dummett allerdings keinen Behaviorismus zu, Ich schreibe ihm gar nichts zu, ich wundere mich nur, was seine Position ist.
BT/Dummett: denkt, dass natürliche Sprachen eine BT haben! Ihr Kern werden rekursiv bestimmbare Verifikations-Bedingungen sein.
Anti-Realismus/Schiffer: hier ist Dummett unsicher, ob die BT Falsifikations-Bedingungen haben sollte, aber das wird meine spätere Kritik nicht berühren.
1. Ob das Wissen, dass ein Zustand besteht, als Verifikation eines Satzes zählt,
I 227
könnte von außersprachlichem Wissen abhängen und nicht vom Verstehen des Satzes! Wir brauchen meist Hintergrundinformationen. Verstehen/SchifferVsDummett: dann sollte es nicht um Verifikations-Bedingungen gehen!
direkte Verifikations-Bedingungen/Dummett: muss es für jeden einzelnen Satz geben.
QuineVsDummett/Schiffer: (Quine 1953b): direkte Verifikations-Bedingungen kann es nicht für jeden Satz geben. ((s) ~Theorien sind nicht Satz für Satz verifizierbar).
2. Sicher gibt es bedeutungsvolle Sätze, die keine erkennbaren Bedingungen haben, die den Satz als wahr oder falsch herausstellen würden.
Dummett/Schiffer: besteht dennoch darauf, dass ein Satz als wahr oder falsch gezeigt werden muss und zwar „schlüssig“ (conclusive verifiability). (1978, 379). Das führt zum Anti-Realismus.
((s) Def Anti-Realismus/Dummett/(s): besteht gerade darin zu fordern, dass die Verifikation durchgeführt werden muss, um einen Satz zu verstehen. Der Realismus würde auf die Verifikation verzichten.)
Anti-Realismus/Dummett: man sollte sich dennoch nicht zu stark auf den Anti-Realismus stützen! Denn oft ist eine „schlüssige Verifikation“ nicht zu haben!
Schiffer: also hält Dummett die VB selbst für anfechtbar!
I 228
Schmerz/Verifikation/Wittgenstein/Dummett/Schiffer: Dummett zitiert Wittgenstein mit Zustimmung: dass Schmerzverhalten widerlegt werden kann. (Dummett 1978, S. XXXV) SchifferVsDummett: dann braucht die BT sowohl anfechtbare Kriterien, als auch anfechtbare Bedingungen!
Problem: das trifft auf die meisten empirischen Urteile zu Bsp "Das ist ein Hund".
3. Wir wissen, welche Art von semantischen Werten wir den nicht-logischen Konstanten (Prädikaten und sing Term) in den Bedingungssätzen einer wahrheits-theoretischen Semantik zuschreiben müssen. Aber wie soll das in der Variante mit VB statt WB aussehen?
Lösung/Dummett: die verifikationistische Semantik wird jedem Prädikat ein effektives Mittel zur Verfügung stellen, so dass für jeden Gegenstand festgestellt werden kann, ob das Prädikat auf das Objekt zutrifft, bzw. der sing Term auf den Gegenstand referiert. (…+…)
I 230
Relationstheorie/SchifferVsDummett: die von mir abgelehnte Relationstheorie für propositionale Einstellungen (Glauben als Relation zu Glaubensobjekten) scheint bei Dummett unvermeidlich. ((s) Wegen der Relation von Prädikaten zu Gegenständen, auf die sie verifizierbar zutreffen müssen.). Problem: das kann nur in einer endlichen Theorie geschehen, und für prop Einst müsste sie unendlich sein, weil für jede prop Einst einzeln die VB festgestellt werden müssten.
Relationstheorie/Schiffer: muss prop Einst wie Bsp "glaubt dass Australier zu viel trinken" als semantisch primitiv annehmen – nämlich 2-stelliges Prädikat zwischen Glaubendem und Inhalt).

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
VsDummett Peacocke Vs Dummett, Michael
 
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EMD II 165
Behauptung/Dummett: im strikten Sinn kann dann charakterisiert werden als eine Quasi Behauptung, deren Rechtfertigungskriterium mit den Wahrheitsbedingungen für den entsprechenden Gedanken zusammenfällt. PeacockeVsDummett: damit ist er im Zirkel! Wir müssen uns daran erinnern, daß es eine Adäquatheitsbedingung ist, daß jeder Zugang die Verbindung zwischen Wahrheit und Behauptung (besser Sagen) liefert: eine Aussage ist war, wenn die Dinge so sind, wie er es in der Äußerung sagt. Wie soll man also vorgehen?
Parallele zum Spiel:
Def Gewinn/Peacocke: wenn man die Ziele erfüllt, die man qua Spieler hat.
Wir müssen also zeigen, daß in der Sprache die eine Gemeinschaft hat ein Spiel gespielt wird anstelle von einem anderen. Und bei der Analyse dürfen wir keine solchen Begriffe wie "Gewinnen" oder "Ziele qua Spieler" gebrauchen.

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989
VsDummett Stalnaker Vs Dummett, Michael
 
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II 1
"Linguistisches Bild"/Terminologie/Stalnaker: Dummetts These, dass Sprache vor Denken geht.
StalnakerVsDummett.
II 2
Das linguistische Bild hat sogar unser Verständnis der Sprache gestört. StalnakerVsDummett: ich kehre Dummetts Axiom um: die Sprachphilosophie kann nur durch eine Philosophie des Denkens erreicht werden.

Def Sprache/Grice/Stalnaker: ist ein Instrument, um gewisse Ziele zu erreichen. (Stalnaker dito)
Stalnaker: dabei sollten wir Mittel und Zwecke unterscheiden.
Def Reden/Stalnaker: ist wesentlich ein Unterscheiden von Möglichkeiten. Das sagt Dummett auch, denn zu wissen, unter welchen Wahrheitsbedingungen (WB) ein Satz wahr ist, heißt zu wissen, welche Möglichkeiten er ausschließt.
II 74
Fatalismus/Dummett: (Dummett "Die Herbeiführung der Vergangenheit"): Entweder werde ich getötet bei diesem Angriff oder ich werden nicht getötet. Angenommen, ich werde. Dann werde ich getötet, selbst wenn ich Vorkehrungen treffe. Daher werden die Vorkehrungen vergebens sein. Aber angenommen, ich werde nicht getötet, selbst wenn ich keine Vorkehrungen treffe, dann werden Vorkehrungen gar nicht notwendig. logische Form/Stalnaker:
K: ich werde getötet
P: ich treffe Vorkehrungen
Q Vorkehrungen sind nutzlos
R: Vorkehrungen sind unnötig.
1. K v ~K - 2. K - 3.P >K - 4. Q - 5. ~K - 6.~P >~K - 7. R 8. Q v R
Stalnaker: es ist nicht hinreichend zu sagen, dass ein bestimmter Schritt ungültig ist und es dabei zu belassen.
Fatalismus/DummettVsFatalismus/Dummett: jeder Sinn von Konditional, der den Schritt von 2 zu 3 und von 5 zu 6) gültig macht, muss zu schwach sein, um den Schluss von 3 zu 4 gültig zu machen.
Daher kann das ganze Argument nicht gültig sein, egal wie das Konditional analysiert wird.
Stalnaker: das ist überzeugend, aber es wäre nur dann eine vollständige Lösung, wenn er außerdem zeigte, dass es in unserer Sprache überhaupt verschiedene Sinne (senses) des Konditionals gibt, die jeden dieser Schritte rechtfertigen.
StalnakerVsDummett: das wird nicht gehen, denn die Stärke seines Arguments beruht auf einer Verwechslung zweier Sinne (senses) des Konditionals. (Semantischer Sinn und pragmatischer Sinn des Konditionals).
a) nach der semantischen und pragmatischen Analyse (s.o.) gibt es einen Sinn des Konditionales, nach dem die Inferenz von
II 75
2 zu 3 vernünftig ist und der auch stark genug ist, den Schluss von 3 zu 4 zu rechtfertigen. Fatalismus/StalnakerVsDummett: der Fehlschluss besteht nicht in dem was Dummett glaubt, sondern beide Unterargumente sind gute Argumente. Und zwar in dem Sinn, dass jeder, der in einer Position ist, die Prämisse zu akzeptieren, während es offenbleibt ob das Antezedens des Konditional wahr ist, in einer Position wäre, die Konklusion zu akzeptieren.
D.h. wenn ich in einer Position wäre zu akzeptieren, dass ich getötet werde, selbst wenn ich noch nicht entschieden hätte, ob ich Vorkehrungen treffe, es vernünftig wäre zu schließen, dass Vorkehrungen nutzlos sind. ((s) Bevor ich entschieden habe: d.h. wenn die Prämisse ohne Wahrheitswerte (WW) wäre).
Entsprechend wenn ich in der Position wäre zu wissen, dass ich nicht getötet werde.
Fatalismus/Stalnaker: das Problem ist der letzte Schritt: ein Schluss, der von gültiger Form zu sein scheint.: das
Konstruktive Dilemma: hat nichts wesentliches mit Konditionalen zu tun. Schritt 8 wird dann so gerechtfertigt:
A v B; C folgt aus A, D folgt aus B
Daher: C v D.
Problem: das ist keine vernünftige Inferenz, selbst wenn man voraussetzt, dass die Subargumente vernünftig sind.
Fatalismus/Stalnaker: die Subargumente sind vernünftig aber nicht gültig. Daher schlägt das Gesamtargument fehl.
- - -
I 174
Referenz/Sinn/Searle/Stalnaker: wenn eine Äußerung keinen beschreibenden Inhalt hat, kann es keine Verbindung zu einem Objekt geben. Referenz/Dummett/Stalnaker: .. das Objekt muss irgendwie herausgegriffen werden.
Stalnaker: in beiden Fällen geht es also um Fähigkeiten, Gebrauch, Gewohnheiten, Praktiken oder mentale Zustände.
Searle/Dummett/Stalnaker: beide scheinen also die Ansicht zu vertreten, dass eine grundlegende Semantik (s.o. welche Tatsache macht, dass ein Ausdruck seinen semantischen Wert hat) nicht befriedigend gegeben werden kann.
StalnakerVsSearle/StalnakerVsDummett: aber das sagen die beiden nicht, weil sie die beiden Fragen gar nicht trennen.
a) was ist die Semantik z.B. für Namen
b) welche Tatsachen führen dazu, dass dies unsere Semantik ist.
Stalnaker: wenn wir sie trennen, können wir die Möglichkeit gar nicht mehr ausschließen, dass jede Sprache eine von uns gesprochene Sprache sein könnte. Dann kann die Gemeinschaft auch eine Millsche Sprache sprechen.
((s) „direkte Referenz“: ohne zwischengeschalteten Sinn, VsFrege). ((s) "direkte Referenz": ist ein Ausdruck von Kaplan, er wird hier nicht von Stalnaker gebraucht).
- - -
I 179
Propositionales Wissen/StalnakerVsEvans/StalnakerVsSearle/StalnakerVsDummett: selbst wenn das korrekt ist – was ich nicht glaube – gibt es keinen Grund zu glauben, dass es unmöglich wäre, singuläre Propositionen zu wissen. Bsp Angenommen, wir gestehen zu, dass man nicht von einem bestimmten Individuum x wissen kann, dass es F ist wenn man nicht für ein G ((s) eine zweite Eigenschaft) x identifizieren kann als das G, das F ist.
Ferner angenommen, die Tatsache, dass x weiß von y, das es F ist beruhe auf und wird beinhaltet von der Behauptung, dass y weiß, dass das G F ist. ((s) Identifikation durch bestimmte Kennzeichnung).
D.h. gewisse Bedingungen sind notwendig und andere hinreichend um Wissen einer bestimmten Art zu haben.
I 180
Inhalt/Wissen/Stalnaker: aber über den Inhalt des Wissens folgt aus diesen Bedingungen für Wissen nichts. Bloßes Wissen/bloße Referenz/bloßes Kennen/Dummett/Stalnaker: wenn damit isoliertes Wissen gemeint ist, können wir zugestehen, dass es unmöglich ist aber das impliziert nicht, dass Wissen von x, dass a auf x referiert, nicht Wissen einer bestimmten Proposition ist.
singuläre Proposition/StalnakerVsDummett: Bsp "a referiert auf x". Dummett hat nicht gezeigt, dass es nicht möglich ist, eine solche singuläre Proposition zu kennen (Wissen von ihr zu haben).
StalnakerVsDummett: es ist schwierig zu sagen, welche Bedingungen hier erfüllt werden müssen, aber die Spezifizierung des Inhalts einer Zuschreibung ist nicht dasselbe wie zu sagen, was es ist, dass diese Wissenszuschreibung wahr ist.
Lösung/Stalnaker: sowohl für das Problem auf der Ebene der Philosophie des Geistes als auch des semantischen Problems. Eine Kausaltheorie.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsDummett Devitt Vs Dummett, Michael
 
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Horwich I 462
Metaphysik/DevittVsDummett: sie zu ent-semantisieren stellt ihre Reinheit wieder her. (RortyVsDevitt).

Devi I
M. Devitt
Realism and Truth Princeton 1996

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Dummett Vs Frege, G.
 
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Brandom II 74
Frege (spät): Repräsentation unabhängiger Realität DummettVsFrege: Fälschlich: Eigenschaft von Sätzen statt Übergänge zwischen ihnen
Brandom II 173
Frege, spät: Sätze sind sing Term! Prädikate: Rahmen. (DummettVsFrege: das verkennt die Besonderheit der Sätze, Züge im Sprachspiel sein zu können.
BrandomVsDummett: als hätte Frege keine Ahnung von Fregescher Kraft gehabt).
Dummett I 15
Freges Grundgedanke: Extrahierung des Begriffs (im Sinne der Def von 1890) durch Zerlegung eines vollständigen Gedankens. (Begriffsschrift)
I 51
DummettVsFrege: fraglich ist aber, ob dieser Begriff erklärt werden kann, ohne auf den Begriff des Satzes Bezug zu nehmen. Man muß z.B. nicht nur einen Eigennamen in einem Satz ausfindig machen, sondern ihn auch an diesen Stellen ersetzen können. Wie man das "Vorkommen" des Sinns eines Namens in einem Gedanken erklären können soll, ohne sich auf die Form seines sprachlichen Ausdrucks zu stützen, ist nicht klar. Frege: Sinn jedes Teilausdrucks soll der Beitrag sein, den dieser Teilausdruck zur bestimmung dieser Bedingung leistet. DummettVsFrege: Also müssen wir, entgegen Freges offizieller Theorie wissen, was es heißt, daß ein Satz wahr ist, ehe wir wissen können, was es heißt, daß er einen Gedanken zum Ausdruck bringt; ehe wir wissen können, was es heißt, daß ein Ausdruck Sinn hat, müssen wir wissen, was es heißt, daß er Bezug hat. Tradition:Früher hat man argumentiert: sofern der Sinn die Gegebenheitsweise des Bezugsgegenstands ist, kann es, falls kein Gegenstand vorhanden ist, keine entsprechende Gegebenheitsweise und folglich auch keinen Sinn geben (Evans, McDowell). DummettVsFrege: Die Schwierigkeit wird dadurch ausgelöst, daß Frege den semantischen Wert eines sing Terms und den Gegenstand, auf den er sich beziehen soll, strikt gleichsetzt.
Die Parole "Ohne semantischen Wert kein Sinn" ist bestechend, aber akzeptieren darf man sie nur um den Preis, daß man einräumt, ein sing Term ohne Bezug habe dennoch einensemantischen Wert, der dann vermutlich in der bloßen Tatsache des Fehlens eines Bezugs besteht.
Husserl hat in dieser Hinsicht keine Bedenken. Er verallgemeinert den Begriff des Sinns und überträgt ihn von ausdrückenden Akten auf alle Bewußtseins-Akte. Für diesen verallgemeinerten Begriff verwendet Husserl den Ausdruck "Noema".
DummettVsFrege: Das zeigt zwar nicht, daß die These, der Sinn (Gedanke,s.o.) sei kein Bewußtseinsinhalt verfehlt ist, wohl aber, daß ihre Begründung, nämlich die Mitteilbarkeit und daraus folgende Objektivität, nicht ganz zutrifft.DUmmett I 61 DummettVsFrege: Denn ein nicht mitteilbarer Sinn, der sich auf eine private Empfindung bezieht, würde im Gegensatz zur Empfindung selbst nicht zum Inhalt des Bewußtseins gehören.
DummettVsFrege: zur objektivität ist Unabhängigkeit von der empfindung nötig: Bsp Farbwörter, undurchsichtige Oberfläche, Farbenblinder erkennt daran, daß andere die Farbe erkennen + I 63
Frege: "Rot" bezeichnet nicht nur eine physische Eigenschaft, sondern eine wahrnehmbare Eigenschaft (es erscheint Normalsichtigen als rot). Haben wir "erscheint rot" jedoch mit "ist rot" erklärt, sind wir nicht mehr imstande, das auch umgekehrt zu tun. DummettVsFrege:Die modifizierte Fassung von Frege ist unbefriedigend, weil sie dem Wort "rot" zwar einen einheitlichen Bezug einräumt, ihm jedoch je nach Sprecher einen anderen Sinn zuschreibt. I 64 - Intension/Frege: "parallel der Geraden" anders als "gleich der Richtung der Geraden",DummettVs: hier muß man den Begriff der Richtung kennen oder nicht "was für einen Wert auch immer" anderer Sinn als "Wertverlauf" DummettVs:hier muß der Begriff des Wertverlaufs bekannt sein oder nicht. spezialfall des Grundgesetzes V, aus dem Russells Antinomie erwächst. I 79 - Sinn: bei Frege widerwsprüchlich: einerseits Vorrang des Gedankens vor der Sprache, andererseits nicht weiter erklärt. I 90 ++ - Sprache/ Denken/Wahrnehmung I 93 + - DummettVsFrege, DummettVsHusserl: beide gehen zu weit, wenn sie die "Deutung" den sprachlich zum Ausdruck gebrachten Gedanken anähneln. I 104 - Gedanken/DummettVsFrege: nicht unbedingt sprachlich: Protogedanken (auch Tiere) (an Tätigkeit geknüpft) - Protogedanken anstelle von Husserls Noema I 106 -Frege: Fassen des Gedankens: unmittelbar durch das Bew., dennoch nicht Inhalt des Bew. - DummettVs: widersprüchlich: Fassen Fähigkeit, also Hintergrund (sowohl episodisch als auch dispositionell) I 122 - DummettVs Gleichsetzung des Wortsinns mit dem Gedankenbaustein I 124 + - DummettVsFrege: alle Gedanken und auch Vorstellungen sind mitteilbar! Denn sie kommen nur in bestimmter Weise vor - durch diese Bestimmtheit sind sie mitteilbar I 128

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsDummett Kripke Vs Frege, G.
 
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Cresswell II 151
Pierre-Bsp/Kripke/Cresswell: (Kripke 1979) Cresswell: wenn de re interpretiert, ist der Glaube über London. Beschreibungstheorie/Cresswell: für diese ist das Beispiel überhaupt kein Problem ((s) Londres und London sind für Pierre wegen unterschiedlicher Beschreibungen verschieden.
((s) Kausaltheorie/(s): für sie ist der Fall ein Problem weil sie davon ausgehen muß, daß die Bedeutung des Namens der Träger und also derselbe Träger sein muß und daher einander widersprechende Prädikate zugeschrieben werden.)
Beschreibungstheorie/Cresswell: hier ist die Beschreibung relativ zu Pierre, aber sie ist nicht seine Privatsache!
Def "Extreme Fregeanism"/KripkeVsFrege/KripkeVsRussell/Cresswell: (diesen beiden schreibt er diese Einstellung zu): Thesis: daß Namen in allgemeinen zu Idiolekten gehören.
Problem: dann geht es im Pierre-Bsp gar nicht um Pierre, sondern um den Sprecher der den Fall berichtet, und seinen Idiolekt!
Cresswell: leider ist es nicht so einfach: Bsp ein alter Grieche könnte aus der Antike zu uns versetzt worden sein. Dieser wird zunächst einmal "Φωσφόρος" statt "Phosphorus" gebrauchen. Seine Einstellung dazu wird sich von der unseren unterscheiden wie im Pierre-Bsp die Einstellungen von Pierre zu "London" und "Londres".
Mehrdeutigkeit/Cresswell: wird hier dadurch verursacht, dass ein Name für viele Kennzeichnungen stehen kann. Sie erlaubt auch, da in den meisten Fällen "London" als "Londres" übersetzt werden kann. Der einzige Fall überhaupt, wo das nicht geht, ist der Fall von Pierre.
- - -
Stalnaker I 172
Namen/Referen/Sinn/sense/Stalnaker: 1. Mill/KripkeVsFrege: These: Namen haben ihre Referenten direkt, ohne Vermittlung eines zwischengeschalteten Sinns
Frege/Dummett/Searle: These: zwischen dem Namen und seinem Referenten muss man den Sinn des Namens annehmen
a) weil der Gegenstand sonst gar nicht identifiziert werden kann, bzw. wir nicht erklären können, wie er identifiziert wird,
b) (DummettVsKripke) weil wir dann die Sprache nicht lernen können.
I 174
Referenz/Sinn/Searle/Stalnaker: wenn eine Äußerung keinen beschreibenden Inhalt hat, kann es keine Verbindung zu einem Objekt geben. Referenz/Dummett/Stalnaker: .. das Objekt muss irgendwie herausgegriffen werden.
Stalnaker: in beiden Fällen geht es also um Fähigkeiten, Gebrauch, Gewohnheiten, Praktiken oder mentale Zustände.
Searle/Dummett/Stalnaker: beide scheinen also die Ansicht zu vertreten, dass eine grundlegende Semantik (s.o. welche Tatsache macht, dass ein Ausdruck seinen semantischen Wert hat) nicht befriedigend gegeben werden kann.
StalnakerVsSearle/StalnakerVsDummett: aber das sagen die beiden nicht, weil sie die beiden Fragen gar nicht trennen.
a) was ist die Semantik z.B. für Namen
b) welche Tatsachen führen dazu, dass dies unsere Semantik ist.
Stalnaker: wenn wir sie trennen, können wir die Möglichkeit gar nicht mehr ausschließen, dass jede Sprache eine von uns gesprochene Sprache sein könnte. Dann kann die Gemeinschaft auch eine Millsche sprechen.
Fregesche Sprache/Sinn/Referenz/Denotation/Stalnaker: wir würden sie brauchen, wenn di Fragen nicht getrennt wären, d.h. wenn wir gleichzeitig erklären müssen,
a) warum ein Namen diesen Referenten hat und
b) was der Sprecher mit seiner Äußerung mitteilt (welche Information, Inhalt).
Sinn/KripkeVsFrege: (1972,59) dieser sollte dafür kritisiert werden, dass er "Sinn" in zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht.
a) als Bedeutung (meaning)
b) als die Weise, wie die Referenz bestimmt wird.
Indem er die beiden identifiziert, nimmt er an, dass beide durch bestimmte Kennzeichnungen gegeben werden.
I 192
Kausalkette/historische Kette/Semantik/Metasemantik/Präsemantik/Kaplan/Stalnaker: (Kaplan 1989a, 574 ("Prä-Semantik") Frage: sind die Kausalketten Teil der Semantik oder Teil der Metasemantik?
Semantik: sagt, welche semantischen Werte die Ausdrücke einer Sprache haben
Metasemantik: welche Tatsachen die semantischen Werte bestimmen.
Prä-Semantik/Kaplan: betrifft jene die glauben, ein Name bedeute etwas, das am anderen Ende einer historischen Kette liegt,
Semantik/Kaplan: gibt uns eher die Bedeutung als uns zu sagen, wie sie zu entdecken wäre.
Ähnlich Kripke:
Referenz/Bedeutung/Kripke/Stalnaker: Kripke unterscheidet zwischen dem, was die Referenz fixiert (die Kausalkette) und der Bedeutung.
KripkeVsFrege: dieser habe diese beiden Dinge vermischt.
Namen/Kaplan/Stalnaker: ihm geht es um die Frage, ob Namen wie Indexwörter sind.
Ich/Kaplan/Stalnaker: ist ein starrer Designator: die Wahrheitsbedingungen (WB) dessen was gesagt wird (propositionaler Gehalt) hängen vom aktualen Referenten ab. Dagegen:
Bedeutung/Ich/Stalnaker: man gibt die Bedeutung immer noch dadurch an dass man sagt, wie der Referent im Kontext bestimmt wird. das würde zu einer Theorie z.B. des Englischen gehören.
Bsp "Ich referiert auf den Sprecher" wer das weiß, von dem würde man sagen, dass er die Bedeutung von "ich" kennt., und zwar
Pointe: selbst wenn er nicht weiß, wer bei einer bestimmten Gelegenheit der Sprecher war. ((s) Unterschied Bedeutung/Referenz > "wer auch immer der Sprecher war")
Def Charakter/Kaplan: = Bedeutung. Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten.
- - -
Tugendhat I 440
KripkeVsFrege: nicht mehr Primat der Kennzeichnungen (TugendhatVs). Kripke/Tugendhat: es kommt ihm eigentlich gar nicht auf den Begriff des Eigennamens an, sondern auf den des starren Designators.

K I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

K III
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg), Oxford/NY 1984

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsDummett Wittgenstein Vs Frege, G.
 
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Brandom I 919
TractatusVsFrege: nichts kann als ein Behaupten gelten, wenn nicht zuvor bereits logisches Vokabular zur Verfügung steht, bereits das einfachste Behaupten setzt die gesamte Logik voraus.
Dummett I 32
Frege Erfassen des Gedankens: psychischer Akt - Gedanke nicht Bewusstseinsinhalt - Bewusstsein subjektiv - Gedanke objektiv - WittgensteinVs
I 35
WIttgensteinVsFrege: keine privaten Gegenstände(Empfindungen), sonst Privatsprache, für das Subjekt selbst unerkennbar WittgensteinVsFrege: Verstehen kein psychischer Vorgang, - echter seelischer Vorgang: Schmerz, Melodie (wie Frege)
Dummett I 62
Wittgensteins Kritik des Gedankens einer privaten hinweisenden Definition besagt implizit, daß Farbwörter keinen der Fregeschen Annahme entsprechenden subjektiven, nicht mitteilbaren Sinn haben können. (WittgensteinVsFrege, Farbwörter). Aber Frege tritt ja ohnehin für einen objektiven Sinn der Farbwörter ein, sofern es um Verständigung geht.
Dummett I 158
WittgensteinVsDummett/WittgensteinVsFrege:lehnt die Auffassung ab, die Bedeutung einer Aussage sei durch die Kennzeichnung ihrer Wahrheitsbedingungen anzugeben. Wittgenstein: Verstehen nicht schlagartig, kein inneres Erlebnis, nicht die gleichen Konsequenzen. - - -
Wolf II 344
Namen/Bedeutung/Existenz/WittgensteinVsFrege: Bsp "Nothung hat eine scharfe Schneide" hat auch dann Sinn, wenn Nothung zerschlagen ist.
II 345
Name nicht Träger: wenn Herr N.N. stirbt, ist nicht der Name gestorben. Sonst hätte es keinen Sinn zu sagen "Herr N.N. ist gestorben". - - -
Simons I 342
Satz/Zusammenhang/Kopula/Tradition/Simons: den Zusammenhalt des Satzes lieferte nach Ansicht der Tradition die Kopula. : Kopula/VsTradition: kommt im Satz nur als normales Wort wie die anderen vor, kann also den Zusammenhalt nicht erklären.
Lösung/Frege: ungesättigte Satzteile.
Satz/WittgensteinVsFrege/Simons: Zusammenhang nur einfach gemeinsames Nebeneinaderstehen von Wörtern (Namen). D.h. es gibt nicht einen Teil des Satzes, der den Zusammenhang herstellt.
Ungesättigtheit/Simons: das entspricht genau der ontologischen Abhängigkeit (oA): ein Satzteil kann nicht ohne gewisse andere existieren.
- - -
Wittgenstein I 16
Semantik/Wittgenstein/Frege/Hintikka: 1. Hauptthese dieses Kapitels: Wittgenstein Einstellung zur Unausdrückbarkeit der Semantik ist derjenigen Freges sehr ähnlich. Wittgenstein vertritt im frühen wie im späten Werk eine klare und pauschale Auffassung von der Art der Beziehungen zwischen Sprache und Welt. Wie Frege ist er der Meinung, sie können sprachlich nicht zum Ausdruck gebracht werden. Früher WittgensteinVsFrege: durch indirekten Gebrauch könne diese Auffassung aber doch mitgeteilt werden.
Nach der These der Sprache als universellem Medium (SUM) lässt sich insbesondere nicht ausdrücken, was der Fall wäre, wenn die semantischen Beziehungen zwischen Sprache und Welt von den gegebenen verschieden wären.
- - -
Wittgenstein I 45
Begriff/Frege/WittgensteinVsFrege/Hintikka: dass ein Begriff wesentlich prädikativ ist, kann Frege sprachlich nicht zum Ausdruck bringen, denn er behauptet, der Ausdruck ’Der Begriff X’ beziehe sich nicht auf einen Begriff, sondern auf einen Gegenstand.
I 46
Begriff/Frege/RussellVsFrege/Hintikka: das genügt, um zu zeigen, dass die Fregesche Theorie nicht wahr sein kann: Die Theorie besteht aus Sätzen, die zufolge der eigenen Theorie gar keine Sätze sein können, und wenn sie keine Sätze sein können, können sie auch nicht wahr sein". (RussellVsFrege) WittgensteinVsFrege/spät: Rückkehr zu den strikteren Maßstäben Russells im Gegensatz zu Frege und dem frühen Wittgenstein selbst.
Wittgenstein spät: betont das rein Deskriptive sehr. Im Tractatus hatte er keineswegs gezögert, über die Umgangssprache hinauszugehen.
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Wittgenstein I 65 ff
gesättigt/ungesättigt/Frege/Tractatus/WittgensteinVsFrege: in Freges Unterscheidung lauere ein verborgener Widerspruch. Beide anerkennen das Kontextprinzip. (immer ganzer Satz für Bedeutung entscheidend).
I 66
Frege: ungesättigte Entitäten (Funktionen) brauchen Ergänzung. Das Kontextprinzip besagt jedoch, dass weder gesättigte noch ungesättigte Symbole außerhalb von Sätzen unabhängige Bedeutung haben! Beide bedürfen also der Ergänzung, also ist der Unterschied müßig! Die übliche Gleichsetzung von der Gegenständen des Tractatus mit Individuen (also gesättigten Entitäten) nicht nur verfehlt, sondern diametral falsch. Es ist weniger irreführend, sie allesamt als Funktionen aufzufassen.
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Wittgenstein I 222
Bsp Zahl/Zahlzuschreibung/WittgensteinVsFrege/Hintikka: Zahlen setzen nicht voraus, dass die gezählten Entitäten einem allgemeinen Bereich sämtlicher Quantoren angehören. "Nicht einmal eine gewisse Allgemeinheit ist der Zahlangabe wesentlich. Bsp ’drei gleich große Kreise in gleichen Abständen’ Es wird gewiss nicht heißen: (Ex,y,z)xe kreisförmig und rot, ye kreisförmig und rot, etc..." Die Gegenstände die Wittgenstein hier betrachtet, sind offenbar phänomenologische Gegenstände. Seine Argumente zeigen hier tendenziell, dass sie nicht nur außerstande sind, in der logischen Notation wiedergegeben zu werden, sondern auch, dass sie in Wirklichkeit keine echten Gegenstände der Erkenntnis sind! ((s) Das ist hier nicht VsFrege).
Wittgenstein: "Freilich könnte man so schreiben: Es gibt drei Kreise, die die Eigenschaft haben, rot zu sein.
I 223
Aber hier tritt der Unterschied zu Tage zwischen uneigentlichen Gegenständen: Farbflecken im Gesichtsfeld, Tönen etc. und den
eigentlichen Gegenständen: Elementen der Erkenntnis.
(>uneigentlich/eigentlich, >Sinnesdaten, >Phänomenologie)
- - -
II 73
Negation/WittgensteinVsFrege: seine Erklärung funktioniert nur, wenn sich seine Symbole durch Wörter ersetzen lassen. Die Verneinung ist komplizierter als das Verneinungs Zeichen.
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Wittgenstein VI 119
WittgensteinVsFrege/Schulte: dieser habe nicht gesehen, was am Formalismus berechtigt ist, dass die Symbole der Mathematik nicht die Zeichen sind, aber doch keine Bedeutung haben. Frege: Alternative: entweder bloße Tintenstriche oder Zeichen von etwas. Dann ist das, was sie vertreten, ihre Bedeutung.
WittgensteinVsFrege: dass diese Alternative nicht richtig ist, zeigt das Schachspiel: hier haben wir es nicht mit den Holzfiguren zu tun, und dennoch vertreten die Figuren nichts, sie haben keine Fregesche Bedeutung (Referenz).
Es gibt eben noch ein Drittes : die Zeichen können verwendet werden wie im Spiel.
- - -
Wittgenstein VI 172
Namen/Wittgenstein/Schulte: Bedeutung ist nicht der Träger! (VsFrege). - - -
Satz/Zeichen/Tractatus: 3.14 .. das Satzzeichen ist eine Tatsache,.
3.141 Der Satz ist kein Wörtergemisch.
3.143 ...dass das Satzzeichen eine Tatsache ist, wird durch die gewöhnliche Ausdrucksform der Schrift verschleiert.
(WittgensteinVsFrege: so war es möglich, dass Frege den Satz einen zusammengesetzten Namen nannte).
3.1432 Nicht: "Das komplexe Zeichen ’aRb’ sagt, dass a in der Beziehung R zu b steht, sondern: dass "a" in einer gewissen Beziehung zu "b" steht, sagt, dass aRb. ((s) Also umgekehrt: Wirklichkeit führt zum Zeichengebrauch). (Anführungszeichen sic).
- - -
IV 28
Erwähnung/Gebrauch/Zeichen/Symbol/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell/Tractatus: ihre Begriffsschrift schließt solche Fehler noch nicht aus. 3.326 Um das Symbol am Zeichen zu erkennen, muss man auf den sinnvollen Gebrauch achten.
- - -
Wittgenstein IV 40
Satz/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: das Verb des Satzes ist nicht "ist wahr" oder "ist falsch", sondern das, was wahr ist, muss das Verb schon enthalten. 4.064 Der Satz muss schon einen Sinn haben. Die Bejahung gibt dem Satz nicht erst seinen Sinn.
IV 47
formale Begriffe/Tractatus: (4.1272) Bsp "Komplex", "Tatsache", "Funktion", "Zahl". WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell: sie werden in der Begriffsschrift durch Variable, nicht durch Funktionen oder Klassen dargestellt.
Bsp Ausdrücke wie "1 ist eine Zahl" oder "es gibt nur eine Null" oder Bsp "2 + 2 = 4 um drei Uhr" sind unsinnig.
4.12721 der formale Begriff ist mit einem Gegenstand, der unter ihn fällt, bereits gegeben.
IV 47/48
Man kann also nicht Gegenstände eines formalen Begriffs und den formalen Begriff selbst als Grundbegriffe einführen. WittgensteinVsRussell: man kann nicht den Begriff der Funktion und spezielle Funktionen als Grundbegriffe einführen, oder Bsp den Begriff der Zahl und bestimmte Zahlen.
Nachfolger/Begriffsschrift/Wittgenstein/Tractatus: 4.1273 Bsp b ist Nachfolger von a: aRb, (Ex):aRx.xRb, (Ex,y): aRx.xRy.yRb...
allgemein/Allgemeines/Allgemeinheit/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell: das allgemeine Glied einer Formenreihe kann nur durch eine Variable ausgedrückt werden, denn der Begriff: "Glied dieser Formenreihe" ist ein formaler Begriff. Die beiden haben das übersehen: die Art, wie sie allgemeine Sätze ausdrücken wollen, ist zirkulär.
IV 49
Elementarsatz/Atomismus/Tractatus: 4.211 ein Zeichen des Elementarsatzes ist es, dass kein Elementarsatz mit ihm im Widerspruch stehen kann. Der Elementarsatz besteht aus Namen, er ist eine Verkettung von Namen.
WittgensteinVsFrege: er ist nicht selbst ein Name!
IV 53
Wahrheitsbedingungen/Wahrheit/Satz/Ausdruck/Tractatus: 4.431 der Satz ist Ausdruck seiner Wahrheitsbedingungen. (pro Frege). WittgensteinVsFrege: falsche Erklärung des Wahrheitsbegriffs: wären "das Wahre" und "das Falsche" wirklich Gegenstände und die Argumente in ~p etc., dann wäre nach Freges Bestimmung der Sinn von "~p" keineswegs bestimmt!
Satzzeichen/Tractatus: 4.44 das Zeichen, das durch die Zuordnung jeder Abzeichen "W" und der Wahrheitsmöglichkeiten entsteht.
Gegenstand/Satz/Tractatus: 4.441 es ist klar, dass dem Komplex der Zeichen
IV 54
"F" und "W" kein Gegenstand entspricht. Es gibt keine "logischen Gegenstände". Urteilsstrich/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 4.442 der Urteilsstrich ist logisch ganz bedeutungslos. Er zeigt nur an, dass die betreffenden Autoren den Satz für wahr halten.
Wittgenstein pro Redundanztheorie/Tractatus: (4.442) ein Satz kann unmöglich von sich selbst sagen, dass er wahr ist. (VsFrege: Vs Urteilsstrich).
IV 59
Bedeutung/WittgensteinVsFrege/Tractatus: (5.02) die Verwechslung von Argument und Index liegt Freges Theorie der Bedeutung
IV 60
der Sätze und Funktionen zugrunde. Für Frege waren Sätze der Logik Namen, deren Argumente die Indices dieser Namen.
IV 62
Schließen/Schlussfolgerung/Folgebeziehung/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 5.132 die "Schlussgesetze", die bei den beiden die Schlüsse rechtfertigen sollen, sind sinnlos und wären überflüssig. 5.133 Alles Folgern geschieht a priori.
5.134 aus einem Elementarsatz lässt sich kein anderer folgern.
((s) Schließen: aus Sätzen, nicht aus Sachlagen.)
5.135 Auf keine Weise kann aus dem Bestehen irgendeiner Sachlage auf das Bestehen einer,
IV 63
von ihr gänzlich verschiedenen Sachlage geschlossen werden. Kausalität: 5.136 einen Kausalnexus, der einen solchen Schluss rechtfertigt, gibt es nicht.
5.1361 Die Ereignisse der Zukunft können wir nicht aus den gegenwärtigen erschließen.
IV 70
Urzeichen/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell/Tractatus: 5.42 die Möglichkeit der kreuzweisen Definition der logischen "Urzeichen" Freges und Russells (Bsp >, v) zeigt schon, dass dies keine Urzeichen sind und erst recht, dass sie keine Relationen bezeichnen.
Wittgenstein IV 101
Evidenz/Kriterium/Logik/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.1271 merkwürdig, dass ein so exakter Denker wie Frege sich auf das Einleuchten als Kriterium des logischen Satzes berufen hat.
IV 102
Identität/Bedeutung/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.232 das Wesentliche an der Gleichung ist nicht, dass die Seiten verschiedenen Sinn aber gleiche Bedeutung haben, sondern das Wesentliche ist, dass die Gleichung nicht notwendig ist, um zu zeigen, dass die beiden Ausdrücke, die das Gleichheitszeichen verbindet, dieselbe Bedeutung haben, da sich dies aus den beiden Ausdrücken selbst ersehen lässt.
Wittgenstein II 343
Intension/Klassen/Mengen/Frege/Russell/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege: die beiden glaubten, sie könnten die Klassen intensional abhandeln, weil sie dachten, sie könnten eine Liste in eine Eigenschaft, eine Funktion verwandeln. (WittgensteinVs). Weshalb lag den beiden so sehr daran, die Zahl zu definieren?

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993

Si I
P. Simons
Parts Oxford New York 1987
VsDummett Dummett Vs Holismus
 
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Fodor/Lepore IV 8
analytisch/synthetisch(a/s)/Holismus/Fodor/Lepore: es gibt ein Argument dafür, dass anatomische Eigenschaften auch holistisch sind, das voraussetzt, dass die Unterscheidung anal/synth. (a/s) aufgehoben ist. Bsp DummettVsHolismus: zeigt weder, wie Kommunikation funktionieren soll, noch Spracherwerb oder Sprachbeherrschung. (Wenn man zugleich allle Propositionen kennen muss, was unmöglich ist).
((s) Das setzt also voraus, dass auch anatomische Eigenschaften holistisch sind. (bzw. dass es keine anatomischen Eig gibt). Durch diese Extremposition wird Lernen erst unmöglich).
Dummett/(s)VsDummett: geht also von der extremen Annahme aus, dass anatomische Eigenschaften (die nur ein zweites gleichartiges Ding annehmen) zugleich holistisch sind, d.h. viele gleichgeartete Dinge annehmen. Also quasi ein Popanz.
Dummett: genausowenig zeigt der Holismus, wie eine gesamte Theorie überhaupt signifikant sein kann: wenn ihre interne Struktur nicht ihrerseits in signifikante Teile zerlegt werden kann, dann hat sie keine interne Struktur.
Fodor/Lepore: Dummett argumentiert aus folgender Analogie: Sätze sind interpersonell verstehbar, weil ihre Bedeutungen aus den Bedeutungen ihrer Komponenten gebildet werden und Sprecher und Hörer sind in diese Bedeutungen eingeweiht.
Dummett/Fodor/Lepore: diese Erklärung setzt voraus, dass Sprecher und Hörer dasselbe meinen.
IV 9
Und es setzt voraus, dass die Konstituenten überhaupt Bedeutung haben. Wenn der Holismus wahr wäre, wäre das falsch.
IV 10
Holismus/Fodor/Lepore: ist auch ein Revisionismus: er könnte HolismusVsDummett: antworten: "um so schlimmer für unser konventionelles Verstehen davon, wie Sprachen und Theorien gelernt und vermittelt werden". Quine, Dennett, Stich, die Churchlands und viele andere sind stark versucht von dieser revisionistischen Richtung.
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Horwich I 459
Bedeutungstheorie/m.th./DummettVsDavidson: wir brauchen mehr, als er uns gibt: es könnte sein, dass jemand alle WB kennt ohne den Inhalt der (metasprachlichen) rechten Seite des T Satzes zu kennen. T-sentence/Dummett: erklärt gar nichts, wenn die Metasprache ((MS) die Objektsprache (OS) enthält. Und weil das so ist, gilt das gleiche auch, wenn MS und OS getrennt sind. (Terminologie/Dummett: „M Satz“ (M- sentence“.
T-sentence/Davidson: Z „neutrale, schneegebundene Trivialität“. Kein einzelner T Satz sagt, was es heißt, die Wörter auf der linken Seite zu verstehen, aber das ganze Korpus von Sätzen sagt dass dies alles ist, was man darüber wissen kann. ((s) keine Theorie „jenseits“, „darüber“).
DummettVsDavidson: damit gesteht Davidson eine Niederlage ein: dann kann man nicht beantworten, wie der Sprecher zu seinem eigenen Verständnis der von ihm gebrauchten Wörter kommt. ((s) > DummettVsHolism).
DummettVsDavidson: man kann dann seine Fähigkeit zum Sprachgebrauch nicht in einzelne Teilfähigkeiten aufteilen.
Sprache/Gebrauch/Wittgenstein/Davidson/SellarsVsDummett/Rorty: solche Teilfähigkeiten gibt es gar nicht. Wenn „tertia“ wie „bestimmte Bedeutung“, „Reaktion auf Reize“ usw. abgeschafft sind, gibt es keine Komponenten mehr, in die man die Fähigkeit zum Sprachgebrauch (>Kompetenz?) aufteilen könnte. Bsp „Woher weißt du, dass das rot ist?“ Wittgenstein: „ich spreche deutsch“.
T-sentence/Davidson: verdoppelt nicht irgendwelche inneren Strukturen. Die gibt es auch gar nicht, sonst würde man die „tertia“ wieder einführen.
BT/DummettVsDavidson/Rorty: dieser macht aus der Not eine Tugend. Wir können aber von einer BT mehr erwarten. Und zwar wird sie die traditionellen Begriffe der empiristischen Erkenntnistheorie bewahren. Eine solche Theorie muss die Fähigkeit zum Sprachgebrauch durch Kenntnis der WB erklären .
Dummett: Kontrast: Bsp „das ist rot“ und Bsp „es gibt transfinite Kardinalzahlen“.
Holismus/Wittgenstein/VsDummett/DavidsonVsDummett: hier gibt es gar keinen Kontrast!
Verstehen/Erfassen/Wittgenstein/Davidson/Rorty: für Davidson und Wittgenstein ist das Erfassen in all diesen Fällen ein Erfassen der inferentiellen Relationen zwischen den Sätzen und anderen Sätzen der Sprache.
Bedeutung/Wittgenstein: das Akzeptieren irgendeines Schlussprinzips (inferential principle) trägt dazu bei, die Bedeutung der Wörter zu bestimmen. (Davidson dito).
DummettVsWittgenstein/DummettVsHolism: das führt uns zu der Einstellung, dass keine systematische BT überhaupt möglich ist.
RortyVsDummett: erzeigt aber nicht, wie sie möglich ist.
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Rorty I 289
Philosophie/Dummett/Rorty: (VsDavidson) (wie Putnam): einzige Aufgabe der Philosophie ist die Analyse von Bedeutung. (Sie ist das Fundament, und nicht Descartes Erkenntnistheorie). DummettVsDavidson/DummettVsHolismus/Rorty: man kann keine angemessene Sprachphilosophie ohne die beiden Kantischen Unterscheidungen (Gegebenheit/Interpretation und Notwendigkeit/Kontingenz) schreiben.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsDummett Dummett Vs Kripke, Saul A.
 
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Wolf II 361
starre Designatoren/DummettVsKripke: (mit Frege): in modalen Kontexten: Kennzeichnungen: so aufzufassen, dass sie den Modaloperator ausschließen, Eigennamen: MO einschließen Bsp Kripke: Hl. Anna hätte nicht Mutter Mariä sein müssen wohl aber Heilige Anna, DummettVsKripke: "St. Anna" ist kein Prädikat, kein Kandidat dafür, eine akzidentelle Eigenschaft von jemand zu sein.
BurckhardtVsDummett: falsche Begründung: Hl.Anna" einfach starrer Designator pro Dummett: bei wesentlichen Eigenschaften ist es anders.
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Stalnaker I 173
DummettVsKripke: (1973,232) es kann keinen Eigennamen geben, dessen ganzer Sinn darin besteht, ein Objekt als Referent zu haben, ohne Sinn (sense) der das Objekt irgendwie bestimmt. Stalnaker: was für ein Argument könnte zeigen, dass wir nicht nur keine solche Sprache sprechen, sondern es auch gar nicht könnten?

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsDummett Putnam Vs Metaphysischer Realismus
 
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Horwich I 390
Wahrheit/ metaphysischer Realismus /Putnam: These: Wahrheit sei radikal nicht epistemisch. weil wir alle Gehirne im Tank sein könnten, könnte sogar die schönst und idealste einfachste und konservativste Theorie falsch sein. Verifikation/mR: dann impliziert „verifiziert“ nicht „wahr“.
Peircescher Realismus/Putnam: These: es gibt eine ideale Theorie (schwächer: als regulative Idee, die durch die Begriffe „wahr“ und „objektiv“ vorausgesetzt wird).
PutnamVsMetaphysischer Realismus: ich kritisiere genau das Merkmal, das ihn vom Peirceschen Realismus unterscheidet. Bsp
T1: sei eine ideale Theorie so wie wir sie verstehen. Wir stellen uns vor, dass sie jede Eigenschaft außer objektiver Wahrheit habe; z.B. sie ist vollständig, konsistent, sagt Beobachtungen korrekt voraus (so wie wir sehen und erfüllt alle „operationalen Beschränkungen“, sie ist „schön“ , „einfach“ usw.
Putnam: These:: T1 kann dennoch falsch sein.
Bsp WELT/PutnamVsmetaphysischer Realismus: Angenommen, sie kann in unendlich viele Teile aufgeteilt werden. Und T1 sagt, dass es unendlich viele Teile in ihr gibt, so dass sie in dieser Hinsicht „objektiv richtig“ ist.
T1: sei (per Hypothese) konsistent und habe nur endliche Modelle.
Vollständigkeits Theorem: nach ihm hat dann T1 ein Modell für jede unendliche Mächtigkeit (cardinality).
M: sei ein Modell mit derselben Mächtigkeit wie die WELT. (Diese ist endlich.) Die Einzeldinge (ED) von M seien eins zu eins auf die Teile der WELT abgebildet. Die Abbildung gebrauchen wir, um die Relationen von M direkt in der WELT zu definieren.
SAT: ist dann das Resultat daraus: eine Erfüllungs Relation, eine „Korrespondenz“ zwischen dem Termen von L und Mengen von Teilen der WELT. ((s) Mengen wegen der Prädikate).
Wahrheit: die Theorie kommt dann als „wahr“ heraus, wenn wir „wahr“ als „WAHR(SAT) interpretieren. (I 403 dabei ist SAT vom selben logischen Typ wie „erfüllt“ und WAHR (SAT) sei definiert in Begriffen von SAT so wie „wahr“ in Begriffen von „erfüllt“ bei Tarski definiert ist).
I 391
WAHR(SAT): ist dann die Eigenschaft der Wahrheit, determiniert durch die Relation SAT. ideale Theorie: Frage: was wird aus der Behauptung, dass sogar die ideale Theorie „in Wirklichkeit“ falsch sein könnte?
Lösung: es könnte sein, dass SAT nicht die intendierte Korrespondenzrelation ist (unintendiertes Modell).
„intendiert“/Putnam: was heißt das in dem Fall? T1 erfüllt alle operationalen Beschränkungen. Bsp wenn „es ist eine Kuh vor mir zu dem und dem Zeitpunkt“ zu T1 gehört,
I 392
dann wird das natürlich wahr erscheinen, wenn dann dort eine Kuh vor mir ist. Aber SAT ist eine wahre Interpretation von T!.
Def operationale Bedingungen/Putnam/(s): dass ein Satz falsifiziert werden kann, wenn das Objekt nicht die Eigenschaften hat, die der Satz ihm zuschreibt.
T1 ist WAHR(SAT). So ist der Satz „wahr“ in diesem Sinn, in dem Sinn von WAHR(SAT).
Andererseits: wenn „das ist eine Kuh vor mir zu dem und dem Zeitpunkt“ operational „falsch“ ist (falsifiziert!) ist, dann ist der Satz FALSCH(/SAT).
Referenz: erfüllt damit die „operationalen Bedingungen“.
theoretische Bedingungen: die Interpretation von „Referenz“ als SAT erfüllt alle theoretischen Bedingungen für Referenz.
Pointe: damit wird die „ideale“ Theorie T1 wahr. ((s) Problem: wir wollten fragen, wie sie nach dem metaphysischen Realismus auch falsch sein kann).
unintendiert: Frage: welche zusätzlichen Bedingungen für Referenz gibt es, die SAT als „unintendiert“ herausgreifen könnten und eine andere Interpretation als intendiert?
Putnam: These die Annahme, dass sogar eine „ideale“ Theorie „in Wirklichkeit“ falsch sein könnte, sollte dann unverständlich werden.
Kausaltheorie/Referenz/metaphysischer Realismus/Putnam: eine Kausaltheorie der Referenz würde hier nicht helfen, denn wie „Ursache“ eindeutig referieren sollte, ist nach dem mR ebenso ein Rätsel wie „Kuh“ eindeutig referieren kann.
I 393
Referenz/Anti Realismus/Verifikationismus/Dummett/PutnamVsmetaphysischer Realismus: Verstehen/Anti Realismus/Dummett: These die Theorie des Verstehens sollte in Begriffen der Verifikation und Falsifikation betrieben werden.
DummettVsPhänomenalismus/Putnam: neu: ist daran, dass es keine „Basis“ von „harten Tatsachen“ gibt (z.B. Sinnesdaten) im Hinblick auf die man letztlich die wahrheitskonditionale Semantik, Logik und realistische Begriffe von Wahrheit und Falschheit gebraucht.
Verstehen/Dummett: einen Satz verstehen heißt zu wissen, was seine Verifikation wäre.
Analogie: zum Intuitionismus: den konstruktiven Beweis kennen, heißt, einen mathematischen Satz zu verstehen.
Behauptbarkeitsbedingung/Behauptbarkeit/Dummett: dann ist Bsp „Ich sehe eine Kuh“ nur behauptbar, wenn er verifiziert ist.
Verifikation/Dummett/Putnam. Pointe: wir sagen der Satz ist dadurch verifiziert, dass er ausgesprochen wird! >Firth:
Def Selbst Bestätigung/Roderick Firth/Putnam: Bsp „ich sehe eine Kuh“ ist selbst bestätigend. Er wird dadurch verifiziert, dass er ausgesprochen wird. Das heißt nicht, dass er unkorrigierbar ist! Er muss auch nicht vollständig bestimmt (bivalent) sein.
Tatsachen/Dummett/Putnam: These: in diesem Sinn (der „Selbstbestätigung von Beobachtungssätzen“ (Firth)) sind alle Tatsachen „weich“.
I 394
Pointe: dabei werden die realistischen Begriffe von Wahrheit und Falschheit gar nicht gebraucht! Pointe: das Problem, wie die „einzig richtige“ Referenz Relation identifiziert wird, stellt sich gar nicht! Denn der Begriff „Referenz“ wird nicht gebraucht.
Referenz: können wir dann à la Tarski einführen, aber dann wird „„Kuh“ referiert auf Kühe“ eine Tautologie und das Verstehen dieses Satzes braucht keinen metaphysischen Realismus.
Tatsachen/Verifikationismus/Dummett/Putnam: man sollte die verifikationistische Semantik nicht in Begriffen von „harten Tatsachen“ betreiben. (Auch nicht von Sinnesdaten). Denn sonst könnte man alle Einwände Vsmetaphysischen Realismus wiederholen auf der Ebene, dass die MS unverständlich wird (das wäre eine Entsprechung zu Wittgensteins Privatsprachen Argument). (?).
Lösung/Dummett: wir müssen den Verifikationismus auch in der MS und der Meta MS usw. anwenden.
Verstehen/WB/Dummett/Putnam: Dummett und ich sind uns einig, dass man Verstehen nicht als Kenntnis der WB behandeln kann.
Problem: dann wird es umgekehrt unverständlich, worin diese Kenntnis bestehen sollte!
Bedeutung/BT/PutnamVsDummett: ich denke aber nicht, dass eine Theorie des Verstehens die gesamte BT sein könnte.
I 395
Vsmetaphysischer Realismus: damit können wir ihn mit Dummett widerlegen. (Durch eine Theorie der Referenz, nicht BT). Realismus/Putnam: dann ist er nicht per se falsch, sondern nur der metaphysische, der sowieso nur ein Bild war. (so könnte man zumindest sagen).
Lösung:
Interner Realismus: ist alles was wir brauchen.
Problem: das ist nicht die ganze Geschichte:
Peirce: der mR bricht an einem bestimmten Punkt zusammen, und dieser Punkt sagt uns etwas, dann es ist gerade der Punkt, an dem der mR behauptet, vom Peirceschen Realismus unterscheidbar zu sein. (d.h. von der These, dass es eine ideale Theorie gibt).
PeirceVsmetaphysischer Realismus/PutnamVsPeirce: irrt sich, wenn er sagt, dass der mR genau an der Stelle zusammenbricht. Und ich selbst habe mich auch in dem Punkt geirrt! > Bsp
PutnamVsmetaphysischer Realismus/PutnamVsPeirce: der mR ist an anderer Stelle inkohärent:
Bsp Angenommen, die WELT sei bloß eine gerade Linie.
Dann kann man 2 Geschichten über die WELT erzählen:
Geschichte 1: es gibt Punkte. D.h. die Linie hat Segmente, die unendlich klein sein können. Dieselbe Relation „Teil von“ gilt zwischen Punkten und Segmenten die sie enthalten
I 396
und zwischen Segmenten und größeren Segmenten. Geschichte 2: es gibt keine Punkte. Linie und alle Segmente haben Ausdehnung. Damit wird nicht behauptet, dass Geschichte 1 falsch wäre, Punkte sind einfach logische Konstruktionen aus Segmenten. Rede über Punkte ist abgeleitete Rede über Segmente.
I 397
PutnamVsmetaphysischer Realismus: Problem: wenn man nicht sagen kann wie die WELT Theorie unabhängig ist, wird die Rede von all diesen Beschreibungen leer. Putnam: das sagt Quine in „Ontologische Relativität“. Bsp
Theorie: wenn wir eine vollständige Theorie haben, können wir eine Äquivalenzrelation (ÄR) definieren: „beweisbarer Koextensivität“, mit der Eigenschaft, dass wenn zwei Terme zu verschiedenen Äquivalenzklassen (ÄKI) gehören, kein Modell der Theorie auf denselben Referenten referiert, während, wenn sie zur selben ÄK gehören, sie in jedem Modell denselben Referenten haben.
Das nutzen wir aus.
Wenn nun unser Bild korrekt ist (siehe Abbildung oben)
I 399
dann gibt es eine eindeutige Referenz erhaltende „Übersetzung“ , die die beiden Sprachen verbindet. Problem: es ist bekannt, dass es oft nicht äquivalente Interpretationen einer Theorie innerhalb einer anderen Theorie gibt. Geschichte 1 kann in Geschichte 2 interpretiert werden, und zwar auf viele verschiedene Weisen. Bsp „Punkte“ können als Mengen von Segmenten mit negativer Potenz von 2 verstanden werden. Oder Mengen von Segmenten deren Längen negative Potenzen von 3 sind.
Vsmetaphysischer Realismus/Problem: wenn das so wäre, müsste es eine Tatsache geben, darüber, welche Übersetzung „wirklich“ die Referenz erhält.
Putnam: nun können wir das Bild wieder komplizierter machen, um auch dem zweiten Einwand zu begegnen: wir erlauben, dass die Sprache mehr als eine Weise hat, wie sie auf die WELT angewendet werden kann. (>Gebrauchsweise).
Problem: dann können wir das Bild selbst nicht mehr festhalten. Wenn das, was eine eindeutige Menge von Dingen innerhalb einer korrekten Theorie ist, „in Wirklichkeit“ keine eindeutige Menge sein könnte, dann haben wir kein Bild mehr.
interner Realismus/Putnam: warum wird er von all diesem nicht widerlegt?
Vsinterner Realismus: Bsp er könnte fragen: „woher weißt Du, dass „Kuh“ auf Kühe referiert?“. Immerhin gibt es andere Interpretationen der Sprache als ganzer, die eine ideale Theorie wahrmachen würden (in Deiner Sprache).
VsVs: Bsp Angenommen, Gott gab uns die Menge aller wahren Sätze. Das wäre die „perfekte Theorie“.
Problem: dann gäbe es immer noch unendlich viele mögliche Interpretationen dieser perfekten Theorie, die alle operationalen und theoretischen Bedingungen erfüllen würden. Sogar der Satz „„Kuh“ referiert auf Kühe“ wäre in allen diesen Interpretationen wahr. Woher weiß man dann, dass es in diesem Sinn von „wahr“ wahr ist, dass es eine eindeutige „intendierte“ Interpretation gibt? „Woher weiß man, dass „Kuh“ auf Kühe referiert in dem Sinn von Referenz auf eine bestimmte Menge von Dingen im Gegensatz zu einer bestimmten Menge von Dingen in jeder zugänglichen Interpretation?“
Putnam: das ist gerade der Einwand des iR VsmR, jetzt aber in umgekehrter Richtung.
Referenz/interner RealismusVsVs: dass „Kuh“ auf Kühe referiert, folgt direkt aus der Definition von Referenz. Es wäre sogar wahr, wenn der iR falsch wäre! Relativ zur Theorie ist es eine logische Wahrheit.
Unrevidierbarkeit: es ist aber nicht absolut unrevidierbar, dass „Kuh“ auf Kühe referiert, aber um es zu revidieren müsste man die ganze Theorie verwerfen.
mRVs: die Frage ist damit nicht beantwortet: „“Kuh“ referiert auf Kühe“ ist sicher analytisch relativ zur Theorie, aber es geht darum, wie die Theorie verstanden wird. Dass „Kuh“ auf Kühe referiert ist in allen zugänglichen Interpretationen wahr, aber das war nicht die Frage.
I 401
Interner RealismusVsmR/Putnam: der mR macht es zu einem Rätsel, wie es a priori Wahrheiten geben kann, selbst im kontextuellen Sinn, selbst als Grenzfall. Eine a priori Wahrheit müsste durch eine mysteriöse Intuition gegeben sein. Sogar Bsp „Junggesellen sind unverheiratet“ wäre nur aufgrund einer Intuition a priori. Wenn es aber eine „verbale“ Wahrheit ist ((s) >„analytisch“, wahr aufgrund der Bedeutung der Wörter) dann ist das eine Abkürzung für Bsp „Alle unverheirateten Männer sind unverheiratet. Und das ist eine Instanz von „Alle AB sind A“. Und warum ist das wahr?
I 404
PutnamVsmetaphysischer Realismus: ist dazu verdammt, a) die Logik entweder als empirisch zu betrachten (d.h. nicht bloß revidierbar, wie ich selbst glaube) sondern in dem Sinn, dass sie überhaupt keine konventionelle Komponente hat, oder b) er muss die Logik für a priori halten in dem Sinn, der überhaupt nicht durch den Begriff der Konvention erklärbar ist.
I 414
PutnamVsmetaphysischer Realismus: (V,W u.G. S. 135f,142f, 210f): These mR führt zu einer Dichotomie Tatsachen/Werte. Und diese Führt zum Relativismus und dieser Relativismus widerlegt sich selbst.
I 440
Theorie Wechsel/WW/Putnam: nicht jeder Satz ändert den WW, wenn er von einer akzeptablen Theorie in eine andere akzeptable Theorie wechselt. PutnamVsmetaphysischer Realismus: aber um sein Bild aufzubrechen genügt es zu zeigen, dass sein Projekt einer vollständigen Beschreibung der Welt ohne solche Sätze, die die WW wechseln, undurchführbar ist.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Davidson Vs Propositionen
 
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Field II 167
Bedeutungen als intentionale Entitäten/DavidsonVsPropositionen/Field: (Davidson 1967): These: man kann gar keine nicht-triviale Theorie von diesen intentionalen Entitäten aufstellen. Bsp Bedeutungen als intentionale Entitäten. Bsp Wie sollen sich Bedeutungen zu Kombinationen zusammensetzen?
Bedeutungs-Kombinationen/BK/Davidson: ((s) statt syntaktischer Kombinationen): am einleuchtendsten ist noch, dass man annimmt, dass Bedeutungsgleichheit erfordert, dass gleiche BK in derselben Weise aus synonymen Teilen aufgebaut sind.
Dann brauchen wir eine Verknüpfungs-Operation für Bedeutungen. So wie sonst nur für Ausdrücke ((s) syntaktisch). Natürlich könnten wir so etwas aufstellen:
Bsp für alle Ausdrücke E1 und E2, wenn E1 bedeutet m1 und E2 bedeutet m2, dann bedeutet E1^E2: m1^m2. Wie aufregend!
Diese „Theorie“ könnten wir erweitern, indem wir Bedeutungsgleichheit mit Gleichheit der Bedeutungs-Charakterisierung verbinden.
Problem: das schafft noch keine Verbindung zwischen diesen Bedeutungen auf der einen Seite und Wahrheitsbedingungen (WB) und Referenz-Bedingungen auf der anderen Seite. Die muß noch hinzugefügt werden.
Bsp nichts sagt uns, dass die Bedeutung, die mit „Platon“ assoziiert ist, Platon herausgreift. Das müssen wir durch eine weitere Theorie der Referenz erst hinzufügen. (Diese könnte disquotational sein).
falsche Lösung: es würde nichts helfen, irgendwie in den „Begriff“ „Platon“ einzubauen, dass keine intentionale Entität „Platon“ sein kann, wenn sie nicht Platon herausgreift.
Vs: wenn wir das täten, wäre es nicht mehr trivial, dass die Bedeutung, die mit „Platon“ assoziiert ist, iPlatoni ist. Wir brauchten zusätzlich eine Erklärung, warum das so ist und es ist nicht klar, warum das selbstverständlich sein sollte.
„Theorie der Referenz“/Field: müßten wir dann noch für andere Ausdrücke hinzufügen, z.B. Prädikate und logische Symbole, Bsp eine Theorie die erklärt, wie für „oder“ die entsprechende Wahrheitsfunktionen herausgegriffen wird.
W-Theorie/Field: wir müßten dann auch noch eine W-Theorie hinzufügen, die erklärt, wie die Bedeutungen zusammengesetzter Ausdrücke zu den WB beitragen.
Fazit: ist damit nicht die ganze interessante Arbeit von den Theorien der Referenz und der Wahrheit geleistet worden, plus dem Zugang zu Äquivalenz-Relationen auf der Menge der Bedeutungs-Charakterisierungen, nachdem diese der Übersetzung unterliegt?
- - -
Horwich I 461
„propositionale Annahme“/propositional assumption/Terminologie/Dummett/Devitt/Rorty: so hat Devitt Dummetts Annahme genannt, dass das Sprachverstehen in der Kenntnis besteht, dass der Satz wahr in L in den und den Umständen ist. Verstehen/Wahrheitsbedingungen/WB/Umstände/Umstand/DavidsonVsDummett: es ist hoffnungslos, solche Umstände isolieren zu wollen. Und zwar wegen des Holismus.
Dummett: gibt allerdings eine nicht holistische Darstellung von „Davidsonschen WB“.
Dummett/Devitt: versucht zu schließen: Bsp
„X kennt die Bedeutung von S“
und
„Die Bedeutung von S = die WB von X“
auf
S weiß, dass die WB von X TC sind“.
Rorty: das geht nur, wenn wir „S kennt die Bedeutung von S“ konstruieren als
„Es gibt eine Entität, die die Bedeutung von S ist und X ist damit bekannt“. Das ist die propositionale Annahme.
DavidsonVsPropositionen//Rorty: diese würde Davidson nicht akzeptieren. Und damit ist er kein WB Theoretiker in Dummetts Sinn.
Devitt: nimmt an, dass Davidson die propositionale Annahme akzeptiert.
Rorty: das rührt daher, dass Davidson in seinen frühen Artikeln die Bedeutungstheorie mit einer Theorie des Sprachverstehens identifiziert. Aber diese in mit dem Holismus inkompatibel, und so irreführend wie Bsp die Metapher, dass Billardkugeln die Gesetze der Mechanik „internalisiert“ hätten.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDummett Davidson Vs Putnam, H.
 
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I 29
Zwillingserde/ZE: Es fragt sich ob daraus nicht folgt, daß die betreffende Person nicht weiß, was sie denkt? DavidsonVsPutnam: Anwort: das folgt nicht daraus: es würde nur folgen, wenn der Gegenstand der benutzt wird, um meine Gedanken zu identifizieren etwas wäre, zu dessen Unterscheidung ich selbst imstande sein müßte um zu wissen, was ich denke. Diese Annahme hatte wir jedoch preisgegeben. Was ich vor mir sehe, halte ich für Wasser, ich laufe nicht Gefahr, zu denken, es sei Zwasser, denn ich weiß gar nicht, was Zwasser ist.
I 30
Weiter: ich glaube auch zu denken daß ich Wasser sehe, und damit habe ich recht, obwohl es sich womöglich nicht um Wasser sondern um Zwasser handelt.
I 59
Putnam und Dummett zeigen, daß man dem Wahrheitsbegriff selbst einen erkenntnisbezogenen Drall geben kann. Dennoch haben alle Drei den Belegen den Vorrang gegeben vor der Wahrheit (als primärem Status für die Bedeutungsbestimmung). DavidsonVsDummett, DavidsonVsPutnam: Das halte ich für einen Fehler: Das führt zu den Schwierigkeiten der proximalen Theorien: zu einem auf Einzelpersonen relativierten Wahrheitsbegriff und zum Skeptizismus. Die proximalen Theorien sind immer irgendwie cartesianisch.
I 73
DavidsonVsPutnam, DavidsonVsDummett: Vsproximale Theorie: Skeptizismus, Relativierung auf Einzelnen Belege: Der einzig einsichtige Belegbegriff ist der einer Beziehung zwischen Sätzen. Oder zwischen Überzeugungen! Davidson: mein Externalismus ist nicht durch "sprachliche Arbeitsteilung" sondern von der"Zwillingserde" angeregt. Daher glaube ich nicht, daß Putnams Externalismus die Autorität der ersten Person bedroht. Doch ich bin aus anderen Gründen nicht ganz einverstanden.
DavidsonVsPutnam: sein Externalismus gilt in erster Linie für Wörter für natürliche Arten wie "Wasser" und "Leopard". Dahinter steht der Gedanke, daß ich diese Gegenstände hinfort über die Mikrostruktur identifiziere. ((s) wieso eigentlich?)
DavidsonVsPutnam: doch ich sehe nicht ein, warum die Gleichheit der Mikrostruktur unbedingt die ausschlaggebende Ähnlichkeit sein soll, durch die der Bezug eines Wortes wie Wasser bestimmt sein soll.
I 116
Es gibt keinen Grund, den Externalismus auf eine einzige, oder auf wenige Kategorien zu beschränken. Für Sprache und Denken ist generell charakteristisch, daß ihre Verknüpfung mit der Welt als der von mir besprochenen Art kausaler Verbindungen hervorgehen. Putnam: Mikrostruktur liefert Änlichkeit für Bestimmung des Bezugs (DavidsonVs)
Davidson: kausale Verbindungen generell für Sprache und Bezug relevant
DavidsonVsPutnam, DavidsonVsBurge: Daß er mit der Triangulation die Alltagssituation so stark in den Vordergrund rückt, unterscheidet ihn von dem Externalismus Putnams und Burges.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
VsDummett Tugendhat Vs Searle, J.R.
 
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I 256/257
TugendhatVsDummett/TugendhatVsSearle: unbefriedigend: 1. Es ist noch nichts darüber gesagt worden, welches die Wahrheitsbedingungen einer Behauptung bzw. eines Satzes sind. Eine Möglichkeit wäre zu sagen, dass die Wahrheitsbedingungen eines Satzes ihrerseits durch einen Satz angegeben werden. Das setzt natürlich voraus, dass für die Erklärung eines Satzes immer schon ein anderer Satz zur Verfügung steht. Metasprache. (TugendhatVs). Die Erklärung muss in einer Verwendungsregel liegen.
Es genügt nicht, zu zeigen, dass der erste Satz wie der zweite verwendet wird, es muss gezeigt werden, unter welchen Bedingungen der eine Satz gebraucht wird.
2. Jedes Übernehmen einer Garantie setzt seinerseits die Verwendung eines assertorischen Satzes voraus, das ist also eine Pseudoerklärung.
I 258
TugendhatVsSearle: an diesem Punkt wird deutlich, dass sein Regelsystem dort endet, wo es anfangen müsste. Verstehen/Tugendhat: wer eine Behauptung versteht, weiß zwar nicht, ob sie wahr ist, aber er weiß, wie es sich feststellen lässt.
Behaupten/Meinen: der Hörer kann die Rede so aufnehmen: »er behauptet, "dass p, aber er meint nicht, dass p".
Andererseits kann der Sprecher nicht von sich selbst sagen: "p; aber ich meine nicht, dass p". Searle: sincerity rule.
TugendhatVsSearle: der Zusammenhang mit dieser Regel und der Hauptregel essential rule, (an deren Stelle wir hier die These (7) (Eröffnungszug) gesetzt haben) wird bei Searle nicht klar.
- - -
I 504
Modaladverbien: Bsp "Peter rennt schnell". Analoges Problem: Autos sind in jedem Fall schneller. Wie also wird das "schnell" erklärt? Es hängt davon ab, 1. dass sich der Gegenstand, für den der sing Term steht, sich in einem bestimmten Zustand befindet und dass 2. dieser Zustand in bestimmter Weise klassifizierbar ist. Tugendhat: 1976: hier hat die Forschung gerade erst begonnen.
I 507
TugendhatVsSearle: er ist dort stehengeblieben, wo das Problem erst beginnt
I 512
TugendhatVsSearle: falsch: Sätze des Versprechens (für Searle zentral) als auf einer Ebene wie Aussagensätze zu behandeln.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsDummett Husserl Vs Verifikationismus
 
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Chisholm II 150
Äußerung/wahrmachen/Husserl: Unterschied: 1. Semantische Relation des Wahrmachens
2. Verifikation (beides muß nicht zusammenfallen: Wahrheit muß nicht evident sein > Behauptbarkeit)
3. Relation zu einem Ding "außerhalb", was immer es sein mag.
II 151
Bei Sätzen mit indexikalischen Wörtern (Index Wörtern) überlappen sich die drei. Bedeutung/HusserlVsVerifikation/Husserl: Verifikation trägt nicht zur Bedeutung des Satzes bei, weil 2. und 3. auseinanderfallen. Einzige Ausnahme: indexikalische Phänomene! (VsFrege; VsDummett?). (6. Logische Untersuchung).
Bsp Jules versteht nur "Diese Krähe fliegt hoch", wenn Jim sie ihm zeigt.
Die Krähe, das Zeigen und das Fliegen instantiieren verschiedene Arten. Dabei sind die zwei Ebenen des Universalen und Partikularen strikt getrennt.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" aus Hauptwerke der Philosophie des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1992

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutungstheorie Davidson, D.
 
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Avramides I 8
Bedeutung/Bedeutungstheorie/BT/Davidson/Avramides: um zu erfahren, was Bedeutung ist, müssen wir sehen, welche Form eine BT haben muß. Davidson: These einen semantischen Wahrheitsbegriff für eine Sprache zu haben heißt wissen, was es für einen Satz bedeutet, wahr zu sein, und das heißt in einem vernünftigen Sinn, die Sprache zu verstehen. (Davidson 1984b,S.24).
Dummett III 83
VsDummett: man könnte einwenden, ich hätte schlicht Davidsons These geleugnet, daß wir bei der Konstruktion einer BT nur von für wahr gehaltenen Sätzen ausgehen können sowie von den Bedingungen unter denen Urteile gefällt werden.
Horwich I 455
Sprachphilosophie/Davidson: These wir brauchen nichts außer der Sicht des Feld-Linguisten. DummettVsDavidson: wir brauchen mehr.
Schiffer I 3
BT/Davidson: These sollte die Form einer extensionalen, endlich axiomatisierten WT für L im Tarski-Stil haben. Und zwar irgendwie auf Äußerungen relativiert.

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Anti-Realismus Fine, A.
 
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Rorty IV 19
Arthur Fine/Rorty: These möchte einen Standpunkt jenseits von Realismus und Antirealismus ausfindig machen. (VsDummett). (Auch FineVsWahrmachen).

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Konstruktivism Boyd, R.
 
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Horwich I 495
Anti-Realismus/Boyd: (BoydVsAnti-Realismus/BoydVsDummett): zwei Arten: a) empiristische These, daß Theorien instrumentalistisch reinterpretiert werden müssen
I 495
b) "konstruktivistische" These (Kuhn): daß die Welt aus der theoretischen Tradition der wissenschaftlichen Gemeinschaft konstruiert werden muß. M. Williams: wenn das bedeutet, daß Objekte nicht einfach "gegeben" sind, dann ist heute praktisch jeder Konstruktivist.

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994