Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 33 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Absicht Black
 
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I 72
Absicht/Bedeutung/Sprecherabsicht/Grice: dieser nimmt keinen Akt des Beabsichtigens an.
I 73
Sprecherabsicht/BlackVsGrice: kann vom Hörer nicht gefolgert werden - sonst müsste die Bedeutung schon gegeben sein.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Absicht Strawson
 
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Meg I 24ff
Absicht/StrawsonVsGrice: kann kompliziert versteckt sein durch Höflichkeit, dennoch durchblicken lassen usw - Modifikation: die n-te Teil-Intention von S ist, dass H erkennen soll, dass S die (n-1)te Teil-Intention hat.
I 30
Neudefinition: 1. H zeigt R (Reaktion) 2. H glaubt, dass S (1) beabsichtigt 3. Hs Erfüllung von (1) basiert auf Hs Erfüllung von (2).
I 31
SearleVsGrice: (> Zitronen-Beispiel): der Soldat hat nicht gemeint...(Absicht/Bedeutung/ Meinen unabhängig) - Ergänzung: H sollte erkennen, dass der geäußerte Satz konventionellerweise zur Herbeiführung einer gewissen Wirkung geäußert wird.
I 33
Grice Bsp arabischer Händler: "verfluchter...": man kann sagen, dass der Händler meint, der Kunde solle hereinkommen, aber der Satz bedeutet es nicht - Zitronen-Beispiel: nicht der Satz sondern die Situation ist ausschlaggebend.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
Analytizität/Synthetizität Strawson
 
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Wright I 198
Strawson/Grice: Bsp unser alltägliches Reden über Analytizität stellt eine soziologische Tatsache dar, und weist daher genügend Disziplin auf, um als minimal wahrheitsfähig gelten zu können. StrawsonVsQuine/GriceVsQuine: es ist hoffnungslos, zu leugnen, dass eine Unterscheidung existiert, wenn sie auf nicht vorvereinbarte, aber wechselseitig einigungsfähige Weise innerhalb sprachlicher Praxis gebraucht wird.
QuineVsStrawson/QuineVsGrice: das steht völlig im Einklang mit einer kognitiven Psychologie des praktischen Gebrauchs der Unterscheidung, die nicht davon ausgeht, dass wir auf Exemplifizierungen der Unterscheidungen reagieren.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Bedeutung Black
 
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I 58
Bedeutung/Grice: nur durch Wirkung beim Hörer - und zwar beabsichtigte - nicht nur primäre Sprecherabsicht entdecken, sondern der Hörer soll auch etwas bestimmtes denken. - BlackVs: das ist nicht hinreichend und nicht notwendig: es muss nicht stimmen, obwohl die Bedingungen erfüllt sind, und kann stimmen, obwohl sie nicht erfüllt sind.
I 77
Bedeutung/BlackVsGrice: Bsp Eingeborene/Gesten: Hintergrund kann nicht verstanden werden, wenn der Kern ("es schneit") nicht verstanden ist. - Black These: nicht das Erfassen der Sprecher-Absicht, eine Wirkung beim Hörer hervorzurufen, erlaubt es dem Hörer die Bedeutung zu bestimmen, sondern umgekehrt: die Entdeckung der Sprecherbedeutung erlaubt es dem Hörer, auf die Sprecher-Absicht zu schließen. - Absicht/Black: sicher könnte es Verstehen und Sprecher nicht geben, ohne primitive Situationen, in denen eine Sprecherabsicht erkannt wird - aber das ist kein Beweis für die Richtigkeit einer intentionalistischen Analyse.
II 58
Bedeutung/Black: muss außersprachlich angesiedelt sein, damit Wörter überhaupt eine praktische Nutzanwendung haben - Bsp Feststellen ob eine Farbe da ist - Unterschiede zwischen Gegenständen der Welt werden entlang der von unserer Sprache angelegten Kategorien erkannt.
II 98
Bedeutung/Black: das "Leben der Wörter" besteht nicht in irgendwelchen "mentalen Begleitumständen", sondern eher in der Fähigkeit, mit symbolischen Handlungen in Beziehung zu treten und für sie als Ausgangspunkt zu dienen. - Bedeutung kann nicht an irgendeinem Merkmal mentaler Handlungen festgemacht werden. Hirn-o-skop/Black: bliebe immer noch die Aufgabe, die Bilder zu interpretieren.
II 211
Bedeutung/BlackVsPutnam: kann nicht der Gegenstand sein! Bsp "Titanic" hätte dann keine Bedeutung mehr - Bedeutung muss nicht "in mir" sein, um meine zu sein. - ((s) > Putnam "Bedeutungen sind nicht im Kopf.")

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Bedeutung Grice
 
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I 2 ff
Bedeutung/Zeichnung/Fotografie: Das Foto mit Herrn X in eindeutiger Stellung mit Frau Y bedeutetnn nichts! - Die Zeichnung mit dem gleichen Gegenstand bedeutetnn etwas. (>Absicht).
I 4
Def Bedeutungn/Grice: "natürliche Bedeutung" Masern, Anzeichen, natürliche Zeichen, werden erkannt, nicht verabredet, erforschbar, keine Konvention Def Bedeutungnn : nicht-natürliche Bedeutung Äußerung, Zeichen, Verabredung, Konvention, Metaphern, unbewusste Regelmäßigkeiten.
I 17
Bedeutung/Grice: folgt nicht aus Absicht: Bsp Täter kann falsche Spuren zurücklassen.
I 8
Absicht braucht Vorstellung über die Wirkung - Hörer-Bedeutung: was der andere meiner Ansicht nach tun sollte, kann nicht die Bedeutungnn liefern. - Abweichung: braucht gute Gründe.
I 36
Sprecher-Bedeutung: kann bei ein- und demselben Satz verschieden sein.
I 85
Anführungszeichen sind semantisch wichtig.
Avr I 2
Bedeutung/Grice: neu: (Grice 1957)/Avramides: das Bemerkenswerteste an diesem "neuen Zugang" ist der unbewusste Gebrauch der Begriffe Intention und Glauben. - zirkulär: wenn man die unerwünschten Fälle von vornherein ausschließen wollte. - Vorgeschichte: Stevenson: Bedeutung braucht Konstanz - sonst bloß Geräusch - Lösung: Gewohnheiten der Sprecher.
I 4
Grice/Avramides: ihm geht es dabei mehr darum zu verstehen, wie Äußerungen zu ihren Inhalt kommen. - Intentionen müssen dazu in Begriffen des Inhalts erklärt werden, nicht umgekehrt: das lässt immer noch die Frage offen, wie Intentionen und Glaubenseinstellungen zu ihren Inhalt kommen.
I 5
Grice: in der Tradition Austin/Searle, später Wittgenstein: Sprache im Kontext des Verhaltens. - - -
Avr I 10
Bedeutung/Grice/Avramides: These: wir beginnen mit Sprecher-Bedeutung in einer Situation und liefern eine Analyse in Begriffen von psychischen Zuständen des Sprechers und des Hörers. -
Avr I 11
fundamental: "S meint in einer Situation, dass p" - dabei hat Grice den Begriff des "Meinens" hinreichend geklärt.
Grice I 90
Situations-Bedeutung/Grice: kann geäußert und gemeint und trotzdem falsch sein.
I 95
Bedeutung/Praxis/Grice: die bekannte Praxis des Sprechers ist nicht eindeutig für Bedeutung: der Satz kann noch andere Bedeutungen haben. - S kann noch andere Mittel haben. - wir brauchen einen Begriff wie "S hat in seinem Repertoire..."
Newen/Schrenk I 77
Bedeutung/Grice/Newen/Schrenk: entscheidend: Sprecherabsicht - 5 Stufen: 1. Verhalten - 2. psychologische Theorie über Wünsche usw. - 3. Theorie der subjektiven Äußerungsbedeutungen - a) für Hörer - b) für Sprecher - 4. intersubjektive Bedeutung (konventionale Äußerungsbedeutung) -. VsGrice: hat keine Theorie der Konventionen - 5. Kompositionalität.
N/S I 80
natürliche Bedeutung/Grice: Bsp "Diese Flecken bedeuten Masern": hier kann es keinen Irrtum geben! Sonst sind es andere Flecken. - Kommunikation: alle Bedeutung in Kommunikation ist nichtnatürliche Bedeutung - nichtnatürliche Bedeutung: hier kann es zu Irrtümern kommen.
Schiffer I XIII
Bedeutung/Grice: (1957): Ausdrucks-Bedeutung in Begriffen von Sprecher-Bedeutung - letztlich rein psychologisch.

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993
Bedeutungs-Theorie Black
 
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I 73
Bedeutungstheorie/BT/Black: eine normale Bedeutungstheorie berücksichtigt weder Umstände noch Gesten. - (> Gavagai)
I 75
Bsp Geste eines Hungrigen/BlackVsGrice: ich muss nicht zuerst eine "Botschaft" entziffern um dann meine Interpretation zur Basis einer Zuschreibung einer Absicht zu machen. - Stattdessen: "natürliche Zeichen" - kein "Entdecken" als Zwischeninstanz.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Bedeutungs-Theorie Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 12
Bedeutungstheorie/BT/Schiffer: wenn man Kompositionalität annimmt, kann man Sprache mit dem System der Konventionen in P identifizieren - dann hat man (mit Davidson) die Form der Bedeutungstheorie. - Das hat noch keiner geleistet -
I 182
Wahrheitstheorie/WT/Schiffer: kann keine Bedeutungstheorie sein, weil ihre Kenntnis nicht für das Verstehen der Sprache hinreichend wäre.
I 220
BT/Schiffer: nicht jede Sprache braucht eine korrekte Bedeutungstheorie - weil sie ohne Relationstheorie für Glauben auskommen muss.
I 222
Die Relationstheorie für Glauben ist falsch, wenn Sprachen keine kompositionale wahrheits-theoretische Semantik (kompwtSem) haben - sonst wäre sie wahr.
I 261
Bedeutung/Bedeutungstheorie/Sprache/Schiffer: These: alle Theorien der Sprache und des Denkens gehen von falschen Voraussetzungen aus - Fehler: zu meinen, dass Sprachverstehen ein Prozess des Schlussfolgerns wäre - dann müsste jeder Satz ein Merkmal haben - und dieses könnte nicht bloß darin bestehen, dass der Satz die und die Bedeutung hat - denn das wäre semantisch. - Wir brauchen eine nicht-semantische Beschreibung. - Problem: Bsp "Sie gab es ihm" hat nicht einmal semantische Merkmale. - Bsp "Schnee ist weiß" hat seine semantischen Eig nur kontingenterweise.
I 264
SchifferVsGrice: unser semantisches Wissen können wir nicht in nicht-semantischen Begriffen formulieren.
I 265
BT/Bedeutung/SchifferVsBedeutungstheorie: alle sind fehlgeschlagen - These: es gibt keine Bedeutungstheorie! - (Das ist die Keine-Theorie-Theorie der mentalen Repräsentation) - Bedeutung ist keine Entität - daher auch keine Theorie dieses Gegenstands.
I 269
Bedeutung ist auch ohne Bedeutungstheorie bestimmbar.
I 269
keine Theorie-Theorie der mentalen Repräsentation: für Intentionalität gibt es keine Theorie, denn einen Begriff haben bedeutet nicht, dass das quantifizierbare reale Entitäten wären. - Das Schema -"x glaubt y gdw. __" kann nicht ergänzt werden. - Die Fragen nach unserer Sprachverarbeitung sind empirisch, nicht philosophisch.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Grice Avramides
 
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I 26
Grice/Avramides: sein Werk sollte als Begriffsanalyse verstanden werden, nicht als Reduktionismus. - nicht als Physikalismus - > Philosophie des Geistes - mit Frege und Davidson zu versöhnen.
I 42f
Grice/Avramides: These: das Problem der Satz-Bedeutung (Bedeutung der gesamten Äußerung) hat Vorrang vor dem der Bedeutung von Teiläußerungen. - Äußerung/Grice: wird weit aufgefasst, auch Signale usw. - Pointe: damit rangiert die Analyse in einer Situation vor der zeitlosen! (der Standard-Bedeutung) - nur damit kann er "x bedeutet etwas" als "S meint etwas (in einer Situation) mit x" äquivalent setzen. - 1. Version: ...eine Antwort des Hörers wird induziert... - 2. Version:... zusätzlich: der Hörer muss die Intention des Sprechers erkennen.
I 44
3. Version: ...zusätzlich: das Erkennen der Sprecher-Intention muss als Grund für den Glauben des Hörers fungieren - Vs: da gibt es immer noch viele Gegenbeispiele.
I 45
GriceVsGrice: Gegen-Beispiel Es ist ein Unterschied, ob ich spontan die Stirn runzele in einer Situation, oder um einer Person mein Missfallen auszudrücken - Pointe: es wird exakt dieselbe Information übermittelt, egal ob der Sprecher die Intention zur Kommunikation hat oder nicht. - Dann kein Grund, zwischen natürlicher und nicht-natürlicher Bedeutung zu unterscheiden. - Der Unterschied hat mit dem zu tun, was derjenige der die Stirn runzelt erwarten kann, dass der Hörer glaubt - aber ohne Intention keine Bedeutung - nicht-natürliche Bedeutung (ohne Intention) niemals hinreichend für Antwort.
I 46
Bsp Daumenschrauben bedeuten gar nichts.
I 67
Grice/Avramides: bisher ist die Analyse noch nicht hinreichend für zeitlose (linguistische Bedeutung - nur für Sprecher-Bedeutung - Bedeutung/Grice: außerhalb der Sprache genauso gut anzutreffen wie innerhalb.
I 68
Zeitlose Bedeutung/Grice: Disjunktion von Feststellungen darüber, was Leute mit x bewirken wollen - auch Winken usw. aber nicht Praxis (diese nicht hinreichend (sie kann eine zweite Bedeutung haben), nicht notwendig (es kann Alternativen geben) - sondern "Prozedur im Repertoire".
I 111
Reduktionistischer Griceaner/Loar: riskiert Denken ohne Sprache.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Grice Black
 
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I 61f
BlackVsGrice: 1. Zu kompliziert - 2. Deckt keine Selbstgespräche ab (man beabsichtigt nicht, sich selbst einen Grund zu liefern...) - Sprecherabsicht: kann nicht immer sein, beim anderen Glauben zu erzeugen: Bsp Prüfungskandidat - Lügner: muss nach Grice immer die Wahrheit sagen: er muss "ja" meinen, wenn er "nein" sagt.
I 64
Grice These: S meint etwas, wenn er beabsichtigt bei H eine bestimmte Wirkung zu erzielen, z.B. dass H glaubt, dass p.
I 65
BlackVsGrice: das braucht Modifikationen: negative Konjunktion oder entsprechende positive Disjunktionen.
I 66
Bsp man muß nicht alle unendlichen Schachzüge erklären, aber zu sagen: "er beabsichtigte die Folgen des Schachs" ist keine Erklärung. - Bsp "Den König am Ziehen hindern" braucht wiederum eine Erklärung. - Das genau ist Grices Problem. - ((s) Weil er Sprecherabsicht unterstellt, die nicht in den Regeln zu finden ist.) - BlackVsSprecherabsicht - BlackVsWirkungsabsicht.
I 67
BlackVsGrice: unzulänglich: 1. Berufung auf Standard-Wirkungen - 2. Vertrauen, dass die Sprecherabsicht solche Wirkungen herbeiführt.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Grice Millikan
 
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I 52
Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen 1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters
2. ihren buchstäblichen Gebrauch
3. den Sprecherintentionen.
Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion.
buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.).
Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: wenn Sprachmuster wie Wörter oder syntaktische Formen Stabilisierungsfunktion haben, so sind diese direkte Eigenfunktionen von reproduktiv festgelegten Familien (rfF) 1. Stufe, von denen diese Muster auch Elemente sind.
Funktionen: von Wörtern usw. sind historisch erworben indem sie sowohl Äußerungen als auch Reaktionen beim Hörer hervorriefen.
Intention/Sprecherintention/Pointe: diese Funktionen hängen aber nicht von den Sprecherintentionen ab!
Direkte Eigenfunktion: hat ein Wort-Token nämlich sogar dann, wenn es von einem Papagei hervorgebracht wird. Denn das Token ist Element einer rfF dadurch, dass es eine direkte Eigenfunktion hat.
Intention/Zweck: liefert eine abgeleitete Eigenfunktion.
Abgeleitete Eigenfunktion: liegt aber über und jenseits der direkten oder stabilisierenden Funktion. Dabei kann sie dieselbe Funktion sein, wie die direkte, muss es aber nicht. Jedenfalls ist sie nicht die eigene Funktion des Sprachmusters, nicht seine Eigenfunktion.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: obwohl aber die Stabilisierungsfunktion unabhängig von Zweck und Sprecherintention ist, ist sie nicht unabhängig von Zwecken, die Sprecher überhaupt ganz allgemein haben können.
I 53
Hier wird es wieder eine „kritische Masse“ von Fällen des Gebrauchs geben. - - -
I 63
Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird.
I 64
Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden.
Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen.
I 65
VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen.
Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht.
Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“
Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett.
Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Grice Schiffer
 
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Stephen Schiffer
Avr I 114
Grice/Schiffer: (= intentionsgestützter Ansatz) ist verpflichtet, logische Abhängigkeit von Bedeutung zu leugnen - statt dessen: Abhängigkeit von einer (kausalen) Tatsache (die nicht-semantisch spezifizierbar ist). - - -
Schiffer I 13
Grice/Schiffer: Problem: die Bedeutung darf nicht den Inhalt bestimmen. - Weil semantisches Vokabular vermieden werden muss - daher VsRelationstheorie. - Die Glaubensobjekte müssten sprachunabhängig sein.
I 241
Intentions-basierte Semantik/IBS/Grice/Schiffer: kommt ohne Relationstheorie und ohne kompositionale Semantik aus. - Es geht um nicht-semantisch beschreibbare Tatsachen des Gebrauchs. SchifferVsGrice: Grice hat nicht genug zu sagen über die semantischen Eigenschaften sprachlicher Einheiten.
I 242
Grice/Schiffer: (Grice, Meaning, 1957): versucht, semantische Begriffe der öffentlichen Sprache in Begriffen von prop Einst (Glauben, Wünschen, Wollen) zu definieren. Damit wird nichts über Bedeutung selbst vorausgesetzt.
I 242
Def Sprecher-Bedeutung/Grice: (1957) (1) Ist nichtzirkulär definierbar als eine Art Verhalten mit der Intention einen Glauben oder eine Handlung in jemand anderem auszulösen. Def Ausdrucks-Bedeutung/Grice: (1957) (2) d.h. die semantischen Merkmale von Ausdrücken der natürlichen Sprache. - Ist nichtzirkulär definierbar als bestimmte Arten von Korrelationen zwischen Zeichen und Typen von Ausübung von Sprecher-Bedeutung.
Äußerung/erweitert: jedes Verhalten, das irgendwas bedeutet. - Schiffer: damit werden Fragen nach Bedeutung reduziert auf Fragen nach propositionalen Einstellungen.
I 243
Eine Zeichenkette muss dazu ein bestimmtes Merkmal haben, damit die Intention erkannt wird.
I 245
Grice/Schiffer: Problem: Fälschen von Beweisen ist keine Meinen - Problem: gemeinsames Wissen (gW) notwendig, doch immer durch Gegenbeispiele zu widerlegen - Lösung: gemeinsames Wissen durch kontrafaktische Konditionale (KoKo) definieren - Problem: keine 2 Leute haben gemeinsames Wissen. SchifferVsGrice: niemand hat eine Menge hinreichender Bedingungen für Sprecher-Bedeutung aufgestellt. - Problem: eine Person kann die Bedingungen von (S) erfüllen wenn er bloß meint, dass A es herbeiführen soll, dass A glaubt, dass p ((S) = Lügen).
SchifferVsGrice: das ist hyperintellektuell, es setzt zu viel Absichten und Erwartungen voraus, die nie geteilt werden - der normale Sprecher weiß zu wenig, um nach Grice die Ausdrucks-Bedeutung zu verstehen.
I 247
Bsp ich hoffe, dass Sie mir glauben, aber nicht auf der Basis meiner Intention - ((s) sondern aufgrund des Inhalts, bzw. der Wahrheit). - Eine notwendige Bedingung, etwas zu erzählen ist keine notwendig Bedingung, es auch zu meinen.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Grice Searle
 
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John R. Searle
V 69
Bedeutung/SearleVsGrice unzureichend, Bedeutung an Absicht und deren Erkennen zu binden: 1. Es ist unbestimmt, wie stark Bedeutung von Regeln oder Konvention abhängt
2. Grice differenziert nicht zwischen illokutionären und perlokutionären Akten.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Grice Tugendhat
 
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I 269f
TugendhatVsGrice: der Sprecher möchte nicht bewirken, dass.., - sonst würde er sagen "ich möchte bewirken... - er meint nicht etwas, er behauptet etwas - Vs: berücksichtigt nicht Selbstgespräche - absurd: dass sie andere Wahrheitsbedingungen hätten - die Mitteilungsfunktion gehört nicht zur Bedeutung, sonst wären Selbstgespräche nicht möglich. Meinen/TugendhatVsGrice: zwei Möglichkeiten:
a) korrelativ zum Verstehen: dann ist es falsch, dass das, was ein Sprecher mit »p« sagen will ist, dass er bewirken möchte...usw. das würde vielmehr sagen wollen, wenn er sagte "ich möchte bewirken usw." was er mit "p" sagen will, ist behaupten, dass p.
b) wenn man Grice sozusagen seine Terminologie schenkt, dann muss man sagen, dass die Funktion eines assertorischen Satzes bzw. die Absicht, mit der er verwendet wird, nicht die ist, etwas zu meinen, sondern etwas zu behaupten.
I 270
TugendhatVsGrice: sein Modell berücksichtigt überhaupt nicht die Möglichkeit des Selbstgesprächs. Das hat zur Folge, dass für das Selbstgespräch tatsächlich andere Wahrheitsbedingungen und andere Bedeutungen gelten müssen! Das wäre völlig absurd. Als ob wir intern eine andere Sprache sprächen als im Gespräch.
Tugendhat These: die Mitteilungsfunktion gehört nicht zur Bedeutung des Satzes (sonst wäre ein Selbstgespräch nicht möglich).


Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Intentionen Bennett
 
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Avr I 17
BennettVsGrice: statt Intentionen (zu kompliziert): einfach "Plain Talk": der Sprecher verlässt sich auf den Hörer-Glauben: wann immer eine Äußerung U geäußert wird, ist eine bestimmte Proposition p wahr. - GriceVsVs: stattdessen: "Hintergrund-Tatsache" - erspart komplexe propositionale Einstellungen - Avramides: pro Intentionen - und warum sollten sie einfach sein?
Jonathan Bennett
I Bennett Die Strategie des Bedeutungs-Nominalismus aus Meggle (Hrsg) Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankf/M 1979
Kommunikation Black
 
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I 59
Kommunikation/Black: Gesten sind nicht immer schon Kommunikation.
I 70
Kommunikation/Sprecherbedeutung/BlackVsGrice: für diese Begriffe sind beim Hörer herbeigeführte propositionale Einstellungen irrelevant. - Black: wenn ich verstanden habe, ist meine Rolle als Hörer und Interpret zu Ende - Black These: Hörer-Verstehen und Sprecherbedeutung sind zwei Seiten eines einzigen Vorgangs.
I 71
Verstehen als Erfassen der Sprecherabsicht ist genauso erklärungsbedürftig wie diese - Reaktion/Black: Es gibt keine Standardreaktion.
I 72
BlackVsGrice: seine Theorie ist ungeeignet für idiosynkratische Fälle.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Kommunikation Evans
 
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Gareth Evans
Avr I 16 f
Kommunikation/Evans/McDowell/EMD/Avramides: EvansVsGrice/McDowellVsGrice: bei Kommunikation gibt es gar keine "ratiocinatio" - weder implizit noch später in rationaler Rekonstruktion.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989
Kompetenz Katz
 
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Cresswell I 12
Kompetenz/linguistische/Sprachkompetenz/Chomsky/Cresswell: (Chomsky 1965, 3 – 15): die Diskussion darüber hält bis heute an (1974). Def linguistische Kompetenz: ist eine Fähigkeit, die der sprachlichen Aktivität zugrunde liegt. Es geht um die Klasse der Sätze, die der Sprecher grammatisch akzeptabel findet.
Semantische Kompetenz/Cresswell: (darum geht es mir hier):dabei favorisiere ich eine wahrheits-konditionale Semantik (> Wahrheitsbedingungen). Diese möchte ich unterscheiden von zweierlei:
a) CresswellVsKatz/CresswellVsFodor/Terminologie/KF/Cresswell: „KF“ (Katz/Fodor-Semantik): ist unvollständig, wenn auch nicht unkorrekt.
b) CresswellVsGrice/CresswellVsSearle/CresswellVsSprechakttheorie: ist eher eine Theorie der semantischen Performanz als der semantischen Kompetenz.
Cresswell I 12
Def Kompetenz/Sprachkompetenz/semantisch/Katz/Nagel/Cresswell: (Katz und Nagel, 1974): erklärt die Fähigkeit eines Sprechers, Urteile über folgende Eigenschaften abzugeben: Synonymie, Redundanz, Widersprüchlichkeit, Entailment (Beinhalten), Mehrdeutigkeit, semantische Anomalien, Antonymie und Übergeordnetheit (superordination).


Katz
J. J. Katz
The Metaphysics of Meaning

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Konditional Jackson
 
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Lewis V 153
Konditional/Grice/Lewis: wenn P(A > C) hoch ist vor allem weil P(A) niedrig ist (>ex falso quodlibet), was ist dann der Sinn davon "Wenn A, dann B" zu sagen? Warum sollte man nicht das Stärkere sagen: dass es fast so wahrscheinlich wie Nicht A ist?
JacksonVsGrice/JacksonVsLewis: wir behaupten oft Dinge, die viel schwächer sind als wir eigentlich behaupten könnten, und das aus gutem Grund.
Ich nehme dabei an, dass Dein Glaubenssystem ähnlich wie meins ist, aber nicht völlig gleich.
Bsp Angenommen, du weißt etwas, was mir heute sehr unwahrscheinlich vorkommt, ich möchte aber dennoch etwas Nützliches sagen. so sage ich etwas schwächeres, so dass du mich auf jeden Fall beim Wort nehmen kannst.

Lewis V 153
Def robust/Jackson/Lewis: A ist robust im Verhältnis zu B, (in Bezug auf jemandes subjektive Wahrscheinlichkeit zu einer Zeit) gdw. die Wahrscheinlichkeit von A und die Wahrscheinlichkeit von A konditional auf B nahe beieinander liegen und beide hoch sind,
V 154
so dass man, wenn man erfährt, dass B, immer noch A für wahrscheinlich hält. Jackson: das Schwächere kann dann mehr robust sein in Bezug auf etwas, das man für unwahrscheinlicher hält, aber dennoch nicht ignorieren möchte.
Wenn es nun nutzlos ist, das Schwächere zu sagen, wie nutzlos ist es dann erst, das Schwächere und das Stärkere zusammen zu behaupten! Und dennoch tun wir es!
Bsp Lewis: "Bruce schläft in der Kleiderkiste oder sonst wo im Erdgeschoß".
Jackson: Erklärung: es hat Zweck, das Stärkere zu behaupten und genauso Zweck, das Robustere zu behaupten. Wenn beide differieren, behaupten wir beide.

Robustheit/indikativisches Konditional/Lewis: ein indikativisches Konditional ist ein wahrheitsfunktionales Konditional, das konventionell Robustheit impliziert (Konventionsimplikatur) im Hinblick auf das Antezedens.
Deshalb müssen die Wahrscheinlichkeit P(A > C) und P(A > C) beide hoch sein.
Das ist der Grund warum die Behauptbarkeit des indikativischen Konditionals mit der entsprechenden konditionalen Wahrscheinlichkeit einhergeht.


Jack I
F. C. Jackson
From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis Oxford 2000

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Meinen Davidson
 
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I 101f
Meinen/Davidson: Bsp Wenn mir der Unterschied zwischen einem Kurzschnabeligel und einem Stachelschwein unbekannt ist, könnte es sein, dass ich alle Kurzschnabeligel die mir über den Weg laufen als Stachelschweine bezeichne. Doch da ich das Wort "Stachelschwein" in einer bestimmten Umgebung gelernt habe, bezieht sich mein Wort "Stachelschwein" nicht auf Kurzschnabeligel, sondern auf Stachelschweine. Stachelschweine sind es, worauf sich mein Wort bezieht und Stachelschweine sind es, die ich vor mir zu haben glaube, wenn ich aufrichtig behaupte: "Dies ist ein Stachelschwein." Meine Unkenntnis der Umstände die bestimmen, was ich meine, ist nicht im geringsten dazu angetan zu zeigen, dass ich nicht weiß was ich meine und denke.
Es gibt zwar keinen physikalischen Unterschied zwischen meinem tatsächlichen Zustand und dem, in dem ich mich befände, wenn ich "Kurzschnabeligel oder Stachelschwein" gemeint hätte, doch daraus folgt nicht, dass es in psychologischer Hinsicht keinen Unterschied gibt.
Bsp Es gibt vielleicht keinen physikalischen Unterschied zwischen Höhensonnenbräune und Sonnenbräune, aber einen Unterschied dennoch, denn die Verursachung ist anders.
II 164f
Jemand meint nicht, dass p, wenn er nicht beabsichtigt interpretiert zu werden, als meine er p. Nun, das ist keine Humpty-Dumpty-Theorie. Es wäre nur eine, Def wenn man es für hinreichend hielte, zu beabsichtigen, so interpretiert zu werden, als meine man p, um p zu meinen. Das ist aber eine notwendige Bedingung und keine hinreichende und darum ist das keine H-D-Theorie. Humpty-Dumpty sagt: "Du kannst nicht wissen, was ich meine!"
II 164 f
Davidson: Wenn er weiß, dass der andere es nicht wissen kann, dann kann er es nicht beabsichtigen, denn man kann nicht beabsichtigen, was man nicht für möglich hält. - - -
McGinn I 111
Burge und Dummett meinen, was Sprecher mit ihren Worten meinen es hänge sehr stark davon ab, wie die Gemeinschaft diese Worte verwendet. DavidsonVsDummett/DavidsonVsBurge: Das ist ziemlicher Unsinn, denn es hat mit erfolgreicher Kommunikation nichts zu tun. Wenn Sie anders reden als die Gemeinschaft und jemand findet das heraus, dann können Sie den ganzen Tag lang kommunizieren. Und das passiert ständig.
McGinn: Domestizierungstheorie: Daneben gibt es einen anderen Ansatz, der sich weigert, die Konstitutionsfrage bezüglich des Meinens zu beantworten, und den gemeinten Sinn statt dessen als ein im wesentlichen kombinationsbedingtes Phänomen auffassen. Um die gemeinte Bedeutung zu zähmen, müssten wir zeigen, in welcher Weise sich semantische Grundeinheiten nach angebbaren Regeln verbinden.
- - -
Dav II 169f
Bedeutung/Meinen/Intention/Absicht/Grice/DavidsonVsGrice: pro: Feedback sehr wichtig - Vs: aber Intention wohl notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Bedeutung. - Intention mindestens so schwer zu erklären wie Bedeutung.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

McG I
C. McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McG II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Meinen Searle
 
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John R. Searle
II 49
Meinen: nicht primär intentional, nicht ohne wahrnembare Handlung.
II 203
Meinen/Searle: wir definieren das Meinen (und mithin sprachliche Bedeutung) durch Intentionalitätsformen, die nicht an sich sprachlich sind - Philosophie des Geistes: analysiert semantische Begriffe mit tieferliegenden psychologischen Begriffen. > Grice.
II 204
Meinen/SearleVsGrice: Handlung und intentionale Zustände sollen Bedeutung und Meinen definieren - VsGrice: verwendet Absicht, Überzeugung , Wunsch unanalysiert. - Searle: Meinen ist eine Form der Intentionalität - wie Grice: Meinen soll Wirkung erzielen.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Reduktion Grice
 
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Avramides I 23
Grice: analytischer Bikonditional: links semantische, rechts psychologische Begriffe - (rechts ist dann komplexer als links). - Reduktiv: am Ende haben wir nur noch psychologische Begriffe. - Wenn nicht, dann reziprok (Avramides pro). - Reziprok: die Analyse muss auch auf die Relationen angewendet werden, die Bedeutung zu den psychischen Zuständen hat. SchifferVsGrice: Sprecher-Bedeutung ist nicht logisch vorrangig - sonst zirkulär. Reziproke Analyse/Avramidis: kann zeigen, wie psychologische und semantische Begriffe zueinander passen.

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Sehen Lewis
 
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V 274
Wahrnehmung/Sehen/Übereinstimmung/Lewis: heißt sicher nicht, dass im Kopf oder der Seele das gleiche vorgeht wie vor den Augen, eher geht es um einen informationalen Inhalt. - visuelles Erlebnis: wird am besten durch die typische kausale Rolle gekennzeichnet. - Der Inhalt ist der Glaubensinhalt, der tendenziell dadurch hervorgerufen wird - Problem. dasselbe visuelle Erlebnis kann ganz verschiedene Glaubensinhalte hervorrufen - aber nicht der ganze Inhalt kann durch Glauben charakterisiert werden. - Bsp Hase-Enten-Kopf: (H-E-Kopf) der Glaube kann durch die Disjunktion Hase-oder-Ente charakterisiert werden, resultiert aber dann in dem Glauben, dass da Tinte und Papier sind.
V 275
Halluzination/Lewis: kein Sehen, weil die Szene das Erlebnis nicht verursacht. - Bsp wenn ich mein Gehirn halluziniere und dieses zufällig genau übereinstimmt - dann ist es mein Gehirn, das das verursacht, aber kein Sehen. - (> veridical).
V 280
Sehen/Grice: erfordert einen kausalen Standardprozess.
V 281
Halluzination: keine echte kontrafaktische Abhängigkeit von der Szene - wenn diese sich ändert, muss sich die Halluzination eben nicht ändern - umgekehrt: Übereinstimmung beim echten Sehen: nicht von der Szene selbst verursacht!
V 280
Sehen/Wahrnehmung/Kripke/Lewis: (1972) LewisVsGrice: kausaler Standardprozess würde dazu führen, dass in der Vergangenheit niemand genug über Reflexion wusste, um einen Begriff von sehen haben zu können. Lösung/Kripke: starr-gemachte Kennzeichnungen.
V 283
Sehen/Lewis: ist ein Unterscheiden - aber: perfekte Übereinstimmung - Bsp bei einer dunklen Szene - das würde eine weite Reichweite von Alternativen erlauben - das ist unerwünscht. - Sehen einer dunklen Szene ist kein Sehen.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Sprache Chomsky
 
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I 279ff
Sprache/Chomsky: hat abgesehen von ihrer mentalen Repräsentation keine objektive Existenz. Daher brauchen wir hier nicht zwischen "Systemen von Überzeugungen" und "Wissen" zu unterscheiden
I 319
Sprache/ChomskyVsQuine: Quine muss Sprache und Theorie trennen - sonst könnten zwei Sprecher derselben Sprache keine Meinungsverschiedenheiten haben.
I 330
Sprache/Chomsky/Quine: kein Rahmen einer tentativen Theorie wie bei der Physik - mehrere analytische Hypothesen nicht nur möglich sondern sogar notwendig - ChomskyVsQuine: Vs "Eigenschaftsraum": nicht sicher ob die Begriffe der Sprache mit physikalischen Dimensionen erklärt werden können - Aristoteles: eher mit Handlungen verknüpft - VsQuine: es ist nicht evident, dass Ähnlichkeiten in einem Raum lokalisierbar sind - es geht um Prinzipien, nicht "gelernte Sätze".
I 333
VsQuine: kann nicht von "Dispositionen zur Reaktion" abhängig sein, sonst wären Stimmungen, Augenverletzungen, Ernährungsstand usw. zu maßgeblich.
I 343
Sprache muss vielleicht gar nicht gelehrt werden. - - -
Graeser I 121f
Sprache/ChomskyVsGrice: Frage: sollte der Hauptaspekt wirklich Kommunikation sein? - Searle: eher Repräsentation, aber nicht als Gegensatz. Meinen/VsGrice: die meisten Sätze einer Sprache sind niemals geäußert worden, daher kann schwerlich jemand jemals etwas mit ihnen gemeint haben.
Bedeutung/VsGrice: Sprecherbedeutungen können wir überhaupt nur ausfindig machen, weil wir wissen, was der Satz bedeutet. - Schüler von Grice: Strawson und Searle.
- - -
Münch III 320
Sprache/Chomsky/Holenstein: ist keine natürliche Art.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Sprechakttheorie Cresswell
 
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I 12
CresswellVsGrice/CresswellVsSearle/CresswellVsSprechakttheorie: ist eher eine Theorie der semantischen Performanz als der semantischen Kompetenz.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Sprecherbedeutung Millikan
 
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I 5
Eigenfunktion/Sprache/Bedeutung/MillikanVsGrice: wir nehmen also nicht Sprecherbedeutung als Grundbegriff.
I 77
Sprecherbedeutung/Wahrheit/Intention/Wahrheit/Millikan: dass jemand eher die Wahrheit als etwas Falsches sagt, hängt nicht von seinen Intentionen ab, sondern von den Stabilisierungsfunktionen der Wörter, die er gebraucht.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Täuschungen Avramides
 
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I 51
Täuschung/VsGrice: Muster: wir gehen immer von der Bedeutung der Sprecher-Intention weg zur Bedeutungs-tragenden Eigenschaft der Äußerung. - (Aufteilung der Intentionen) - Lösungs-Muster: immer eine Intention mehr annehmen. - Problem: unendlich viele mögliche Intentionen. - Lösung: etwas, das die Sprecher-Intention auf die Linie der Äußerung zwingt. - Letztlich soll Täuschungsabsicht verhindert werden - letztlich ist Kommunikation eben etwas Ideales!

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Täuschungen Schiffer
 
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Stephen Schiffer
Avr I 57
Täuschung/HarmanVsGrice: wir brauchen vielleicht selbst-referentielle Tatsachen ((s) die sicher wahr sind, weil sie von sich selbst handeln). Problem: 1. warum nicht von Anfang an?
2. Wenn nicht möglich, dann ganze Analyse problematisch.
Lösung/Harman: der Sprecher intendiert, dass der Hörer aus richtigem Grund reagiert: dem Erkennen der Sprecher-Intention.
Schiffer/Grice: wollen selbst-referentielle Tatsachen vermeiden. - Problem: das führt zu Komplexität.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Terminologien Millikan
 
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I 2
Def Eigenfunktion/Millikan: im Unterschied zu
1. der aktualen (momentanen) Funktion
2. einem „Typ von Zweck“, einsetzbar bei verschiedenen Gelegenheiten. (Verallgemeinerung, „Durchschnitt“ (s.u.).
Bsp Ein Organ hat eine bestimmte Funktion = Eigenfunktion.
natürliche Sprache/Millikan: ist nicht von jemand für einen Zweck erfunden.
Eigenfunktion/Millikan: Analogie: Bsp zu Organen des Körpers: wir können unsere Organe auch zu anderen Zwecken als ihrer Eigenfunktion gebrauchen, z.B. mit den Armen rudern.
I 3
Sprachmuster/language device/Terminologie/Millikan: damit meine ich Wörter, syntaktische Formen, Betonung, Akzente Zeichensetzung usw. These: solche Muster sind überliefert nur, weil stabile offene und verdeckte Reaktionen eines Kooperationspartners ebenso überliefert sind (sich durchgesetzt haben).
Standardisierung/Millikan: das (Sprach-) Muster übt seine Eigenfunktion nur mit einem Kooperationspartner aus, aber mit einem beliebigen. Daher muss es standardisiert sein.
Stabilisierung/Millikan/(s): (zeitlich) bei wiederkehrenden Tokens muss eine Ähnlichkeit zu früheren gegeben sein.
Stabilisierung/Standardisierung/Millikan: sind zwei Seiten einer Medaille.
I 5
Eigenfunktion/Sprache/Bedeutung/MillikanVsGrice: wir nehmen also nicht Sprecherbedeutung als Grundbegriff. Bedeutungshaftigkeit/Millikan: erklären wir nicht mit typischem Gebrauch.
Glauben/Wünsche/Intention/Millikan: können ohne Referenz auf Sprache erklärt werden.
I 5
Normal/Terminologie/Millikan: (Schreibweise: groß). wird hier als biologischer Begriff verstanden, was biologisch Normal ist. Nicht was durchschnittliches Verhalten darstellt.
I 12
„Real value“/echter Wert/Terminologie/Millikan: so nenne ich den Basispartner von Sinn (sense). Der Unterschied zwischen real value und einem Referenten ist mindestens so groß wie der zwischen Sinn (sense) und Intension. Terminologie/Millikan/(s): „sense“ soll von jetzt an mit „Sinn“ wiedergegeben werden, womit aber nicht Fregescher Sinn gemeint ist.
Real value/Millikan: ist praktisch der Wahrmacher von Sätzen.
Teil II: hier geht es um Fregeschen Sinn.
Sense/Sinn: ist quasi Intentionalität.
Gedanke/Satz/Millikan: sind Muster, die Intentionalität zeigen, vielleicht haben sie die Form innerer Sätze ((s) >Mentalesisch).
Innere Sätze/Mentalesisch/Millikan: sind nicht durch Schlussregeln bestimmt. Daher ist Intentionalität nicht gleich Rationalität.
Intentionalität/Millikan: beschreibe ich naturalistisch, aber nicht reduktionistisch. (MillikanVsReduktionismus).
Intentionalität/Millikan: ihr Verstehen ist etwas ganz anderes als das Verstehen von Bewusstsein.
I 17f
Def direkte Eigenfunktion/Millikan: ein Ding (device, Muster, Gerät, Vorrichtung) hat eine direkte EF, wenn es sie als Element einer bestimmten Familie von Dingen hat, die ich Def reproduktiv festgelegte Familie/reproductively established family/reF/Terminbologie/Millikan nenne. Dinge, die sich ähneln, ähneln sich hier deshalb, weil es eine Art Kopiervorgang (>Reproduktion) gab.
I 19
Reproduktiv festgelegte Familie/reproductively established family/reF/Millikan: hier gibt es zwei verschiedene: reF 1. Stufe: nur Elemente von reF 1. Stufe sind Kopien voneinander.
reF höherer Stufe: ihre Elemente können nur definiert werden durch den Begriff der Eigenfunktion von Familien niedrigerer Stufe und den Begriff der „Normalen Erklärung“ (nach der biologischen Normalität).
I 23
Def reproduktiv festgelegte Familie 1. Stufe/rfF/Millikan: Jede Menge von Entitäten, die dieselben oder ähnliche reproduktiv festgelegten Charaktere hat, die von repetitiven Reproduktionen vom selben Charakter desselben Modells abgeleitet sind, bilden eine rfF 1. Stufe.
Pointe: d.h. dass die Element auf dieselbe Weise reproduziert sein können, dies aber nicht müssen! Bsp Tokens des geschriebenen Worts „Hund“ können handschriftlich abgeschrieben, fotokopiert, gedruckt usw. sein. Bsp die Wiederholung eines Worts durch einen Papagei.
rfF höherer Stufe:
I 24
(1) Jede Menge ähnlicher Einheiten, die durch Elemente derselben rfF produziert werden, wenn es eine direkte Eigenfunktion dieser Familie ist, diese Einheiten zu produzieren und sie alle in Übereinstimmung mit Normalen Erklärungen produziert werden, bilden eine rfF höherer Ordnung. (2) Jede Menge ähnlicher Einheiten, die durch Elemente desselben Musters produziert werden, wenn es eine der Eigenfunktionen dieses Muster ist, spätere Einheiten mit früheren übereinstimmen zu lassen und diese Ähnlichkeit in Übereinstimmung mit einer Normaölen Erklärung dieser Funktion sind, bilden eine rfF höherer Ordnung.
I 127
Def Hubot/Terminologie/Millikan: seien Wesen, die wie wir sind, außer dass sie alle in derselben inneren Sprache denken. (Für Menschen ist das unwahrscheinlich). (Andere Einteilung, andere Gegensätze, andere Begriffspaare > Ordnung). Außerdem entwickeln Hubots niemals neue Begriffe.
Pointe: das Beispiel soll uns zeigen, dass Fregesche Sinne und Intensionen nicht dasselbe sind.
I 130
Def Rubots/Rubot/Terminologie/Millikan: seien wie Hubots, (empfindlich für Licht, Gerüche, Temperatur, Berührung) aber in einem anderen Frequenzspektrum als Hubots. Vokabular: mag dennoch perfekt mit der Umwelt koordiniert sein im Hinblick auf den Sinn (wie bei den Hubots).
I 130
Def Rumans/Ruman/Terminologie/Millikan: wenden Farbbegriffe an wie Hubots. Und sie leben auch in einer ähnlichen Umwelt (aber zunächst woanders). Farbe/Farbbegriffe/Wahrnehmung/Spektrum: anders als die Hubots leben die Rumans unter einer Sonne, die viel röteres Licht emittiert.
Sprache/Reizbedeutung/Hubots/Rumans/Millikan: Angenommen, die Mechanismen, die ihre Sätze hervorbringen, sind identisch. D.h. die Reizbedeutungen ihrer Ausdrücke korrespondieren perfekt!
I 151
Def „voll-entwickelte“ Intension/Terminologie/Millikan: seien die Intensionen, die ein innerer Term über die sprach-gebundenen Intentionen hinaus haben kann.
I 289
Def Subessenz/Terminologie/Millikan: Bsp Gold existiert über Raum und Zeit, ohne dass es in denselben Gegenständen instanziiert ist. Es ist eine Identität, die das Material relativ zu seinen eigenen Eigenschaften hat.
I 332
Schleier/Millikan. Autoren wie Wittgenstein und Quine haben neuerdings wieder einen Schleier eingeführt, wie früher Descartes und Hume.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Vokabular Avramides
 
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I 92
PeacockeVs "actual language Relation": Diese braucht angeblich kein semantisches Vokabular. - Peacocke später: Gricesche Intentionen können nicht als Belege für die Radikale Interpretation gebraucht werden, aber das ist nicht VsGrice.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Volkspsychologie Burge
 
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Schiffer I 37
BurgeVsVolkspsychologie/Intentionsbasierte Semantik//IBS/BurgeVsIBS/BurgeVsGrice/Schiffer: Burges Gegen-Bsp sind interessanter. Sie unterscheiden sich von Zwillingserden-Beispielen in zwei Punkten: (i) sie bringen auf den ersten Blick auch einen starken Einwand VsIBS, indem sie zu zeigen scheinen, daß der Glaubensinhalt manchmal eine Funktion der Wortbedeutung in der Sprachgemeinschaft ist.
I 38
( ii) Def „umgebungsabhängig“/Rolle/Terminologie/Burge/Schiffer/: sagen wir: eine funktionale Rolle ist umgebungsabhängig, wenn wir nicht wissen können, ob ein System in einem Zustand ist, der die Rolle F hat, ohne zu wissen, wie die Umgebung aussieht. umgebungsabhängig: Bsp „jedes Token von x wird in y verursacht, wenn er eine Katze sieht“: das ist umgebungsabhängig.((s) >Putnam: „Katze-Einzelzeichen-Auslöser“).
CSF: common sense functionalism, Common-sense-Funktionalismus
ZwillingserdeVsCSF/Schiffer: die Argumente dort funktionieren, weil sie umgebungsunabhängig sind. Das mag eine Hoffnung für einen wissenschaftlichen Funktionalismus aufkeimen lassen, für eine Theorie mit T-korrelierten funktionalen Rollen, die umgebungsabhängig sind.
BurgeVsFunktionalismus: (Burge 1979, klassisch gewordenes Beispiel, auch Burge 1982a, 1982b):
Bsp Alfreds Gebrauch von „Arthritis“ umfasst mehr als der korrekte Gebrauch, der auf Entzündungen der Gelenke beschränkt ist. Er denkt, sie wäre ähnlich wie Rheuma und sagt „Ich habe Arthritis im Oberschenkel“.
Burge: Alfred hat einen falschen Glauben. Schiffer dito.
w: Welt in der Alfred den Glauben hat, dass er Arthritis im Oberschenkel hat.

In w hat Alfred den Glauben, dass er Arthritis im Oberschenkel hat

w’ ist eine mögliche Welt, die sich von der anderen nur darin unterschiedet, dass Alfreds Gebrauch von „Arthritis“ dort korrekt ist. Er wird von der Sprachgemeinschaft akzeptiert. ((s) Also glaubt die Sprachgemeinschaft fälschlich, dass man Arthritis im Oberschenkel haben kann. Die Gemeinschaft irrt als ganzes (außer den Ärzten)). Dann ist Alfred Glaube dort auch wahr.
Pointe/Burge:

In w’ hat Alfred nicht den Glauben, dass er Arthritis im Oberschenkel hat.

Denn dieser Glaube ist falsch (weil Arthritis nur eine Entzündung der Gelenke ist. Der Glaube den er hat, ist aber seinerseits wahr!) ((s) Er hat den Glauben, dass er eine Krankheit hat, von der allgemein angenommen wird, dass er sie im Oberschenkel haben kann. Sein Wort „Arthritis“ hat dann einen anderen Inhalt als in w).
BurgeVsCSF: in w’ ist Alfred in genau denselben T*-korrelierten Zuständen wir in w. Daher, würde er, wenn CSF korrekt wäre, in beiden denselben Glauben ausdrücken. Das tut er aber nicht. Daher muss CSF falsch sein. ((s) Alfred behauptet in w’ nicht, das zu glauben (und glaubt es auch nicht. Frage: aber dann gibt es doch zwei Unterschiede zwischen w und w’?).


Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Volkspsychologie Schiffer
 
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Stephen Schiffer
I 33f
SchifferVsvolkspsychologie: Problem: die Theorie wird oft gleichzeitig dieselbe funktionale Rolle für verschiedene Überzeugungen (Glauben) liefern - SchifferVsLoar: bei ihm folgt aus Bel T#(dass Schnee weiß ist = Bel T#(dass Gras grün ist) - Dann haben beide dieselbe T#-korrellerte funktionale Rolle.
I 276
Pointe: dabei ist die Eindeutigkeitsbedingung eine ganz schwache Bedingung - Sie ist nicht hinreichend dafür, dass man in einem bestimmten Glaubenszustand ist, der mit ihnen verknüpft ist: - Bsp "wenn p wahr ist, glaubt man, dass p". - Pointe: "p" kommt innerhalb und außerhalb des Glaubenskontexts vor - Daher wird die Theorie etwas eindeutiges über p sagen. - Problem: in der Eindeutigkeitsbedingung kommen die Variablen für Propositionen. Nur innerhalb von Glaubenskontexten vor. - Dann haben alle Glauben derselben logischen Form dieselbe funktionale Rolle.
I 34
Das unterscheidet alles nicht die Überzeugung, dass Dinosaurier ausgestorben sind von der, dass Flöhe sterblich sind. - Problem: es gibt zu wenig Input-Regeln, die sich nicht auf Wahrnehmung beziehen.
I 38
BurgeVsVolkspsychologie BurgeVsIBS/BurgeVsGrice/Schiffer:: berühmtes Bsp: Alfred glaubt in w, dass er Arthritis im Oberschenkel hat. - Er deckt aber außerdem auch alle richtigen Fälle ab. - In w’ hat er einen korrekten Gebrauch von "Arthritis" - dann hat er in w’ nicht den Glauben, dass er Arthritis im Oberschenkel hat - (denn dieser Glaube ist falsch). - Pointe: in w’ ist er in genau denselben T*-korrelierten Zuständen (T* = Volkspsychologie) wie in w. - Daher müsste er denselben Glauben ausdrücken. - Das tut er aber nicht. - Daher muss der CSF (commonsense-Funktionalismus) falsch sein.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Zitronen-Beispiel Bennett
 
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I 190
Zitronen-Bsp/Bennett: Grice: Konditional/beabsichtigen p) > (meinen p) - SearleVsGrice: es ist möglich (beabsichtigen p) und ~(meinen p). - BennettVsSearle: er hat Grice nicht widerlegt - das Antezedens ist nicht erfüllt - S meint nicht wörtlich, was er sagt.
I 30
Searle Bsp ("Zitronen Bsp", Originalstelle) Ein amerikanischer Soldat im zweiten Weltkrieg wird durch italienische Truppen gefangen genommen. Er möchte die Italiener glauben machen er sei ein deutscher Offizier und äußert den einzigen deutschen Satz den er von der Schule her noch behalten hat "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?" Seine Bewacher verstehen überhaupt kein Deutsch.
I 31
Searle: Trotzdem wäre es falsch zu sagen, dass er mit "Kennst du das Land" gemeint hat: "Ich bin ein deutscher Offizier".
Jonathan Bennett
I Bennett Die Strategie des Bedeutungs-Nominalismus aus Meggle (Hrsg) Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankf/M 1979
Zuschreibung Peacocke
 
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Avr I 92
Überzeugungen/Wünsche/Zuschreibung/Radikale Interpretation/Peacocke/Avramides: Angenommen, wir könnten Überzeugungen und Wünsche vor der Kenntnis der Sprache zuschreiben. - Dann wäre immer noch gleichzeitige Zuschreibung von propositionalen Einstellungen notwendig. - Aber nicht bestimmte propositionale Einstellungen vor der Sprache. - PeacockeVs "actual language Relation": diese braucht angeblich kein semantisches Vokabular. - Peacocke später: Gricesche Intentionen können nicht als Belege für die Radikale Interpretation gebraucht werden, aber das ist nicht VsGrice. - - -
I 78f
Propositionale Einstellungen/Zuschreibung/Peacocke: Problem: statt einer Mengen von propositionalen Einstellungen kann auch eine andere zugeschrieben werden. - Lösung/Peacocke: Relation der Nähe/Enge. - Bsp jemand, der etwas auf dem Tisch umarrangiert, reagiert normalerweise nicht auf die Himmelsrichtung. - Die Begriffe können dann verschiedene Ausdrucksstärke haben. - Pointe: wenn es ein Drehtisch ist, können sich die raum-relativen Begriffe ändern, während die tisch-relativen konstant bleiben. - ((s) Die Begriffe ändern sich nicht, sondern die Wahrheitswerte.) - Ausdrucksstärker: die raumrelativen Begriffe. - Problem: gebraucht man sie hier, lässt man eine Erklärungslücke zu. - > enge Erklärung.
I 83
Wir sollten keine weiteren Begriffe zuschreiben, wenn engere vorhanden sind.

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 22 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsGrice Avramides Vs Bennett, J.
 
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Avra I 17
AvramidesVsBennett:
Bennett/Avramides: (Griceaner, modifiziert): schlägt eine Gemeinschaft von Sprechern vor, die ein Kommunikationssystem nutzen, das sich nicht auf Gricesche Intentionen und Glaubenseinstellungen stützt: den "Plain Talk" ("direkte Rede", "einfache Rede", "unumwundene Rede"). Def Plain Talk/Bennett: die Sprecher verlassen sich auf den Hörer Glauben in Form einer Verallgemeinerung: wann immer eine Äusserung U geäußert wird, ist eine bestimmte Proposition p wahr. So kommt man ohne Sprecher Intention aus.
BennettVsGrice: wenn diese einfachere Analyse zutrifft, brauchen wir die kompliziertere nicht. (65).
BennettVsVs: aber Bennett glaubt selbst, daß der Griceaner dem standhalten kann:
GriceVsVs: Lösung: "Hintergrund Tatsache": wenn der Sprecher p nicht übermitteln wollte, wäre die Äußerung von U unangemessen unter der Generalisierung gewesen, daß wann immer U geäußert wird, p wahr ist. (Bennett 1976,S.172). .
I 18
Das erspart die Einführung komplexer prop Einst in die Analyse. Modifikation: der Hörerschaft werden "intentions abhängige Belege für die Proposition" präsentiert.
AvramidesVsBennett: die Modifikation ist nicht nötig, das wird schon von Grice’ ursprünglicher Analyse abgedeckt.
Avra I 18
Kommunikation/LoarVsBennett: nicht nur ist diese Art Ökonomie unnötig, die Elimination der Intentionen beseitigt etwas wesentliches. Daß Intentionen, Erwartungen und Glauben in gewöhnlicher Kommunikation und persönliche Beziehungen einfach sein sollen, scheint mir so unwahrscheinlich, daß es mich verwundert, warum das eine realistischere Sicht sein soll. (70).
I 121
Def Registrieren/Bennett: ein theoretischer Ausdruck, der für was auch immer steht in Bezug auf ein Tier, und das Vorhersagen über sein Verhalten validiert (bewertet, mit ja/nein versieht) aufgrund von Tatsachen über seine Umwelt. (Bennett 1976,S.52). Avramides: Registrieren ist notwendig aber nicht hinreichend für Glauben.
Bsp Marschflugkörper mit hitzesuchender Infrarotausstattung: kann man als reagierend aber nicht als lernend beschreiben.
Glauben/Bennett. hinreichende Bedingungen erreichen wir, wenn wir zur Registrierung noch Lernfähigkeit hinzunehmen. (vgl. Bennett 1976,S 84)
DavidsonVsBennett: statt dessen Unterscheidung subjektiver Zustand/objektive Welt.
AvramidesVsDavidson; man könnte bestreiten, daß das Bewußtsein dieser Unterscheidung der Besitz des Begriffs von Glauben ist.
Davidson: dieses Bewußtsein ist Glauben über einen Glauben.
Erschrecken/Davidson: ist nur Reiz Reaktion.
AvramidesVsDavidson: dann gibt es sicher noch Platz zwischen dem Überraschtsein und dem Besitz des Begriffs von Glauben. Das erlaubt z.B.: die Lernfähigkeit die Bennett propagiert.
DavidsonVsBennett: lehnt seinen Ansatz ab, weil sein (Davidsons) Begriff von Bewußtsein (der Unterscheidung subjektiv/objektiv) sehr stark ist.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsGrice Wiggins Vs Geach, P.
 
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Simons I 213
"Relative Identität"-Sicht der Superposition: a) (Vertreter: Geach): "Sortal-Theorie" der relativen Identität: bekannt als "Theorie R": für Sortale F und G ist es möglich zwei Objekte a und b zu finden, so dass a und b beides Fs und Gs sind , a ist dasselbe F wie b, aber nicht dasselbe G.
Nicholas Griffin: pro.
WigginsVsGeach: das verletzt Leibniz’ Gesetz. Und weil dieses notwendig gilt, ist die Theorie notwendig falsch.
DoepkeVsGeach: "relative Identität" ist nur ein falscher Name für Ähnlichkeit.
b) Grice/George Myro: (beide unpubliziert): VsWiggins’ These, dass Dinge, die jemals (ever) verschieden sind, immer (always) verschieden sind.
GriceVsWiggins: die Annahme hängt davon ab, dass man Eigenschaften findet, in denen die Objekte in den Zeiten differieren, wo sie nicht superponiert sind. Dann ist Identität relativ zur Zeit. D.h.
TI a = t b ↔ (F)[Ft a ↔ Ft b]
Wo der Quantor nur über Eigenschaften läuft, deren Instantiation nicht die Instantiation irgendeiner anderen Eigenschaft zu irgendeiner anderen Zeit beinhaltet.
Das schließt aus: die Eigenschaft,
Bsp zwei Jahre alt zu sein,
Bsp Expräsident zu sein
Bsp Braut-in-spe zu sein.
Simons: das können wir die Relation der "zeitlichen Ununterscheidbarkeit" nennen. Sie ist charakterisiert durch eine Beschränkung des Leibnizschen Gesetzes.
I 214
SimonsVsGrice: wenn wir diese Ähnlichkeit "Identität" nennen, dann kommt auch jede andere Art von Ähnlichkeit dafür in Frage, so wie Bsp "Oberflächen-Identität" eines Körpers mit seiner Oberfläche. Ununterscheidbarkeit/zeitliche/Simons: wird sich unten (bei Konstitution) als wichtig herausstellen.
System CT/Simons: (s.o.) mit ihm haben wir "zeitliche Identität" schon verworfen.
Ad (3): dichrone Sicht der Superposition: These: superponierte Objekte müssen nicht zur selben Zeit existieren. Bsp das Gold formt sich zum Ring. Wenn der Ring geschmolzen wird, wird er durch das Gold "ersetzt" ("replaced"). D.h. sie existieren zu verschiedenen Zeiten.
Bsp eine Person koinzidiert nicht mit ihrem Körper, sie verwandelt sich in ihren Körper (die Leiche. (Nur wenn "body" als "corpse" verstanden wird, wie es oft, aber nicht immer der Fall ist).
Dichrone Sicht: These: es gibt kein Substrat das den Wechsel überlebt.
Wandel/dichrone Sicht: These: ist immer ein Ersetzen eines Objekts durch ein anderes.
SimonsVsdichrone Sicht: erklärt nicht, wieso so viele Eigenschaften vom ursprünglichen auf das spätere Objekte übertragen werden.
Lösung: ein (angenommenes) Substrat würde das erklären.

Wigg I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Si I
P. Simons
Parts Oxford New York 1987
VsGrice Bennett Vs Grice, P.H.
 
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I 187
BennettVsGrice: nach Grice sieht es so aus, als könne jeder geäußerte Satz jede beliebige Bedeutung haben, je nach Umständen und Intentionen. das würde die Konvention den Umständen angleichen. ((s) Konventionen müssen sich aber von Umständen emanzipieren!).(>Umstände).
Jonathan Bennett
I Bennett Die Strategie des Bedeutungs-Nominalismus aus Meggle (Hrsg) Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankf/M 1979
VsGrice Black Vs Grice, P.H.
 
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I 52
Max Black: Kausaltheorie (auch Stevenson, Morris) - BlackVsIntentionalitätstheorien (Grice, Searle, Strawson?)
I 58
BlackVsGrice:Die Bedingungen von Grice sind weder notwendig noch hinreichend. a) Nicht hinreichend: es gibt Situationen, wo es nicht stimmt, dass jemand "das sagt...", obwohl die Bedingungen erfüllt sind, b) nicht notwendig: jemand etwas sagt, obwohl die Bed. gar nicht erfüllt sind.
I 60
Ganze Theorie wird suspekt, wenn sie so kompliziert wird.
I 65
BlackVsGrice: er muss dauernd Modifikationen vornehmen (negative Konjunktionen oder entsprechende positive Disjunktionen). Diese defensive Strategie ist auf der einen Seite zu flexibel, auf der anderen zu starr.(Festhalten an der Wirkungsabsicht).I 65
I 67
BlackVsGrice: Unzulänglich: 1. seine Berufung auf Standard-Wirkungen - 2. sein Vertrauen darauf, dass die Sprecher-Absicht solche Wirkungen herbeiführt.
I 70
BlackVsGrice: Jede konkrete Äußerung hat normalerweise zahlreiche Wirkungen. Eine müsste "semantisch relevant" sein: jene, die notwendig und hinreichend ist, dass erfolgreich kommuniziert wird.
I 68
BlackVsGrice: eine Glaubensannahme des Hörers oder eine im Hörer herbeigeführte propositionale Einstellungen sind also offenbar perlokutionär. Sie sind von praktischer Bedeutung, aber für eine philosophische Analyse des Begriffs der Kommunikation oder des abgeleiteten Begriffs der Sprecherbedeutung gegenstandslos.
I 74
Das gilt mutatis mutandis auch für den Imperativ-Fall. Wenn ich die Aufforderung verstanden habe, ist meine Rolle als Hörer und Interpret zu Ende!
BlackVsGrice: er diskutiert nicht, wie den Prinzipien des Grundmodells zufolge vom Hörer erwartet werden kann, dass er die Sprecherbedeutung entdeckt. Bsp ein Bettler in einem fremden Land macht mir Gesten, dass er hungrig ist.
I 76
BlackVsGrice: kein Zwischenschalten von "Entdecken". - (Eine Theorie muss möglichst viele Fälle abdecken.) BlackVsGrice These: nicht das Erfassen der Sprecher-Absicht, eine Wirkung beim Hörer hervorzurufen erlaubt es dem Hörer die Bedeutung zu bestimmen, sondern umgekehrt: die Entdeckung der Sprecherbedeutung erlaubt es dem Hörer, auf die Sprecher-Absicht zu schließen.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
VsGrice Davidson Vs Grice, P.H.
 
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II 169/170
Davidson: Grice hat einige der Beziehungen zwischen Bedeutung und Intention verstanden. z.B. Feedback. Sie beabsichtigen nicht nur auf bestimte Art interpretiert zu werden, sondern vielmehr, daß man versteht was sie meinen, indem man genau diese Intention erkennt. Sehr subtiler Gedanke. Es muß Teil Ihrer Intention sein, daß die Leute erkennen, daß sie eine Behauptung äußern wollen. DavidsonVsGrice: Aber ich denke nicht, daß man den Begriff der linguistischen Bedeutung auf der Basis von Intentionen erklären kann. es ist eine notwendige Bedingung, aber keine hinreichende. Außerdem sind Intentionen mindestens so schwer zu klären wie Bedeutungen.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990
VsGrice Harman Vs Grice, P.H.
 
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Avramides I 63
HarmanVsGrice: hat ein Gegen Bsp konstruiert, das uns zurück zu Grice’ c’’ führt. Persönliche Würde
S sagt: "Die Erde bewegt sich doch" nicht um seine Hörer zu überzeugen, von denen er weiß, daß sie nicht zu überzeugen sind. Er würde nicht einmal versuchen, sie zu überzeugen.

Avramides: d.h. hier geht es nicht um aktivierten Glauben. (s) Aktivierter Glaube: also nicht die Prüfungssituation des Abfragens oder Wiederholung von Wissen).
I 64
Avramides: der Sprecher spricht überhaupt nicht zu einer Hörerschaft.
I 66
Lösung/Schiffer: bei diesen Fällen (Selbstgespräche usw.) ist der Sprecher selbst die Hörerschaft. D.h. wiederum, daß es gar keine Fälle sind, in denen es keine Hörerschaft gibt! SchifferVsHarman: (ad 10. "Persönliche Würde", I 63): das Irreführende an Harmans Beispiel ist, daß es so scheint, als gäbe es eine Hörerschaft, aber es gibt sie gar nicht.
Durch die Lösung mit dem Sprecher als Hörerschaft lösen wir alle Fälle 1. 10. zusammen.

Harm I
G. Harman
Moral Relativism and Moral Objectivity 1995

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsGrice Lewis Vs Grice, P.H.
 
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V 280
Sehen/Grice: (1961) erfordert einen kausalen Standardprozess. Das erklärt, warum Bsp die Fälle 3., 4., 5. kein Sehen sind. LewisVsGrice: Dilemma: wenn der Standardprozess als die Reflexion von Licht involvierend definiert ist, scheint zu folgen,
a) dass einige von uns heute (aber niemand in der Vergangenheit) genug wissen, um einen Begriff von Sehen zu haben (weil früher zu wenig Kenntnis der Optik vorhanden war). Oder
b) wenn es der alltäglich praktische Begriff sein soll, scheint auch wahrheitsgemäße Halluzination einbezogen zu sein. Beides wäre absurd.
V 279
Lösung/Kripke: man muss sich auf starre (starrgemachte) Designatoren (Kennzeichnungen) berufen. (War damals ganz neu!, 1972). Leider würde der "Standardprozess" (Grice) die guten zusammen mit den schlechten Fällen disqualifizieren.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
VsGrice Quine Vs Grice, P.H.
 
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Willard V. O. Quine
Wright I 198
Disputationale Supervenienz/Wright: ein Diskurs superveniert den anderen, wenn Meinungsverschiedenheiten im einen, von Meinungsverschiedenheiten im anderen abhängen. StrawsonVsQuine/GriceVsQuine: es ist hoffnungslos, zu leugnen, dass eine Unterscheidung existiert, wenn sie auf nicht vorvereinbarte, aber wechselseitig einigungsfähige Weise innerhalb sprachlicher Praxis gebraucht wird.
QuineVsStrawson/QuineVsGrice: das steht völlig im Einklang mit einer kognitiven Psychologie des praktischen Gebrauchs der Unterscheidung, die nicht davon ausgeht, dass wir auf Exemplifizierungen der Unterscheidungen reagieren.
Strawson/Grice: Bsp unser alltägliches Reden über Analytizität stellt eine soziologische Tatsache dar, und weist daher genügend Disziplin auf, um als minimal wahrheitsfähig gelten zu können.
QuineVsGrice/QuineVsStrawson: das ist weit davon entfernt, nachzuweisen, dass darin eine Art intuitiver Realismus gesehen werden darf. Hindernis: es bleibt zu erklären, wie modale Urteile generell Kognitive Nötigung ausüben.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
VsGrice Searle Vs Grice, P.H.
 
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John R. Searle
Bennett I 186
SearleVsGrice: Konvention nicht dasselbe wie Umstände!
Grice I 31
Searle Bsp Ein amerikanischer Soldat im zweiten Weltkrieg wird durch italienische Truppen gefangen genommen. Er möchte die Italiener glauben machen er sei ein deutscher Offuizier und äußert den einzigen deutschen Satz den er von der Schule her noch behalten hat "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?" Seine Bewacher verstehen überhaupt kein Deutsch. Searle: Trotzdem wäre es falsch zu sagen, daß er mit "Kennst du das Land" gemeint hat : "Ich bin deutscher Offizier".
SearleVsGrice. will mit diesem Bsp zeigen, daß an Grices Explikation etwas fehlt: H sollte erkennen, daß der geäußerte Satz konventionellerweise zur Herbeiführung einer gewissen Wirkung geäußert wird.
- - -
Searle II 204
Grice : ein Sprecher beabsichtigt mit einer Äußerung, gewisse Wirkungen zu erzielen. SearleVsGrice: dann verwendet er Absicht, Wunsch und Überzeugung unanalysiert.
- - -
Searle V 68
Bedeutung/Grice: knüpft Bedeutung an Absicht und Erkennen der Absicht.
V 69
SearleVsGrice: unzureichend: 1., es ist nicht bestimmt, in welchem Ausmaß die Bedeutung von Regeln oder Konventionen abhängt. 2. differenziert diese Bestimmung nicht zwischen illokutionären und perlokutionären Akten.
Bsp Searle: Zitronen Bsp. V 70 ...+…Ein amerikanischer Soldat kommt in italienische Kriegsgefangenschaft…
- - -
IV 53
SearleVsKonversationspostulate/SearleVsGrice. Es genügt geteilter Hintergrund.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993
VsGrice Strawson Vs Grice, P.H.
 
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I 24
StrawsonVsGrice: Bsp Ein Angestellter spielt mit seinem Chef Bridge. Er ist ihm überlegen aber läßt ihn gewinnen. Dabei lächelt er so, daß der Chef merkt, daß er ihn gewinnen läßt, aber nicht so penetrant, daß er ihn für unverschämt hält.Das Lächeln sieht einem spontanen Lächeln sehr ähnlich, aber absichtlich nicht vollkommen ähnlich. Man wird hier nicht sagen wollen, daß er mit dem Lächeln gemeint hat, daß er gute Karten gehabt hat.er beabsichtigt, daß der Chef denkt, er habe gute Karten, aber nicht, daß der beabsichtigt, daß der Chef das denkt! - Zusätzliche Bedingung: H soll denken, daß S eine bestimmte Absicht hat.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
VsGrice Tugendhat Vs Grice, P.H.
 
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I 233
Grice/Tugendhat: Mitteilung ist ein spezieller Fall des Meinens, aber nicht immer ist es eine Mitteilung, wenn wir beabsichtigen, zu bewirken, dass der Partner etwas glaubt. Man kann ihn auch in eine bestimmte Wahrnehmungssituation bringen. Wir können ihn auffordern, zu schnuppern. Bedingungen, damit man von einer Mitteilung oder einem Meinen sprechen kann:
1. Dass der Partner die Absicht erkennt und
2. Dass das Erkennen der Absicht für ihn der Grund für die Bildung der Meinung ist.
TugendhatVsGrice: Bsp ein Schüler antwortet nicht, um den Lehrer zu informieren. Grice hat seine Theorie später zurückgezogen. Er blieb jedoch dabei, dass die Verwendungsregel darin besteht, dass der Satz dazu dient, zu bewirken, dass ein Partner etwas meint.
Präzise: A beabsichtigt, dass B meint, dass A meint, dass p. (Das gilt auch für die Lüge.)
Lüge/(s): die Bedeutung liegt nicht in der Funktion.
I 234
TugendhatVsGrice: das ist richtig, daraus folgt aber nicht, dass das die Primärabsicht ist. Vor allem folgt nicht daraus, dass in der Funktion die Bedeutung enthalten ist. Wenn man nun Wittgensteins Satz zugrundelegt, dann müsste man sagen, dass man die Bedeutung eines Satzes "p" mittels eines längeren Satzes "q" erklärt, der den Satz "p" als Teil enthält.
Vs: 1. "q" ist offenkundig nicht synonym mit "p".
2. Man kann eine solche Erklärung nicht verstehen, wenn man nicht schon die Bedeutung von "dass p" versteht.
3. Müsste man eine Metasprache (dass der andere schon weiß, was es heißt zu meinen,) voraussetzen (TugendhatVsMetasprache).
I 235
Grice/Tugendhat: das Wesentliche ist daran, dass er den umfassenden Begriff des Meinens (im Sinne von vouloire dire) präzisiert hat, der über das Meinen in Sätzen hinausreicht: er umfasst auch Signale, die nicht kausal zu verstehen sind. - - -
I 269
Meinen/TugendhatVsGrice: zwei Möglichkeiten:a) Korrelativ zum Verstehen: dann ist es falsch, dass das, was ein Sprecher mit "p" sagen will ist, dass er bewirken möchte...usw. das würde vielmehr sagen wollen, wenn er sagte "Ich möchte bewirken" usw. was er mit "p" sagen will, ist behaupten, dass p. b) Wenn man Grice sozusagen seine Terminologie schenkt, dann muss man sagen, dass die Funktion eines assertorischen Satzes bzw. die Absicht, mit der er verwendet wird, nicht die ist, etwas zu meinen, sondern etwas zu behaupten!
I 270
TugendhatVsGrice: sein Modell berücksichtigt überhaupt nicht die Möglichkeit des Selbstgesprächs. Das hat zur Folge, dass für das Selbstgespräch tatsächlich andere Wahrheitsbedingungen und andere Bedeutungen gelten müssen! Das wäre völlig absurd. Als ob wir intern eine andere Sprache sprächen als im Gespräch.
Tugendhat These: die Mitteilungsfunktion gehört nicht zur Bedeutung des Satzes (sonst wäre ein Selbstgespräch nicht möglich).

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsGrice Verschiedene Vs Grice, P.H. Meg I 21
Absicht/Bedeutung/Grice: Bsp Ärger: kann z.T. daraus resultieren, daß H (Hörer) glaubt, daß S (Sprecher) intendierte, den anderen zu ärgern! Glaube an Absicht: Teil-Ursache für Ärger.Grice: Aber nicht Teil-Grund!
VsGrice:a) zu schwach, schließt zu wenig aus
b) zu stark, schließt klare Fälle von Sprecher.-Situations-Bedeutung aus. Bsp (Urmson):Zeigen der Daumenschrauben: Erkenntnis des Gefangenen soll Teil des Grundes sein, die erwähnte Reaktion zu zeigen.Grice
VsGrice: a) zu schwach, schließt zu wenig aus.
Meg I 25
SchifferVsGrice: Bsp Jemand wirft einen 20-Mark-Schein aus dem Fenster um seinen Besuch, den er für geldgeil hält, zum Rausrennen zu bringen. Der Besuch will dokumentieren, daß er nicht am Geld hängt... schließlich geht er und weiß Bescheid um die Absicht, gleichzeitig geht er aber aus einem anderen Grund: nicht wegen des Geldes, sondern weil er merkt, daß man ihn loswerden will.
Meg I 28
Bsp (Schiffer) jemand singt mit rauher Stimme "Tipparary" um den Besuch loszuwerden. Der denkt "Komisch, er kann mich doch nicht loswerden wollen, weiß er doch, daß mir sein Gesinge nichts ausmacht"... Man kann Sachverhalten nur dann herbeifzuführen beabsichtigen, wenn man auch eine gewisse Chance sieht. Daher auch kein Regreß.




VsGrice Avramides Vs Grice, P.H.
 
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Avramides I 15
Verstehen/Grice/Avramides: nach Grice ist Verstehen eine Inferenz aus Geräuschketten
I 16
auf die Intentionen des Sprechers und von dort zu einem Stück Wissen über die Welt. VsGrice: das bringt zu viel Psychologie ins Spiel.
Avra I 93
VsGrice/Avramides: man hat kritisiert, dass sein Ansatz verlangt, dass der Hörer einige Sprecher Intentionen unterscheiden muss, bevor er Äusserungen versteht. (Platts 1979, S.91f). GriceVsVs: könnte antworten, dass das einfach nicht nötig ist. Denn es geht gar nicht darum herauszufinden, wie Kommunikation sich ereignet.
I 94
Das, was Grice eigentlich interessiert: was Bedeutung konstituiert, ist von jeder Methode der Interpretation (Übersetzung?) zu trennen. (> Biro).

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsGrice Schiffer Vs Grice, P.H.
 
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Stephen Schiffer
Avramides I 56
Täuschung/SchifferVsGrice: das Erkennen der Sprecher-Intention durch den Hörer muss zumindest teilweise der Grund für die Reaktion sein – Problem: Unterscheidung primäre Intention: "mit" der etwas geäußert wird – sekundäre: "in" der etwas geäußert wird – primäre Intention, die Reaktion hervorzurufen ist wichtig – sekundär: Bsp "indem er a äußert, meint er b" – primär/(s): "mit a meint er x".
Avramides I 60
VsGrice: Gegen-Beispiel: Bsp Prüfung, Lernen, Erinnerung, Inferenz, Unbedachte Rede, Indifferenz in Bezug auf die Hörer-Reaktion, Anschuldigung – Lösung/Grice: "aktiver Glaube", bzw. Glauben, dass der Sprecher glaubt..“ (= aktivierter Glaube, nicht Abfragen von Lernstoff) - SchifferVs: Problem: Sprecher intendieren oft gar keinen Glauben beim Hörer – Problem: dann ist die Analyse nicht länger hinreichend – Lösung: für echte Kommunikation ist notwendig, daß Glaube nicht verursacht sondern begründet wird. - - -
Schiffer I XIX
Ausdrucks-Bedeutung/intention based semantics/intentionsgestützt/SchifferVsIBS/intention based semantics/intentionsgestützt: setzt nicht nur Kompositionalität und Relationstheorie voraus, sondern setzt auch voraus, dass Verstehen/IBS: These: ist ein inferentieller Prozess (Schlussfolgerungen)
SchifferVs: das ist dubios. Das braucht wiederum propositionales Wissen, das man klarerweise nicht hat! ((s) In Bezug auf oder als „Glaubensobjekte“).
SchifferVsGrice: damit wird das ganze Unternehmen in Verruf gebracht.
Schiffer I 248
Sprecher-Bedeutung/SchifferVsGrice: hängt auch davon ab, dass der Sprecher selbst gewillt ist, sich entsprechend zu beschreiben. Und die komplexen Bedingungen aus (S) sind einfach nicht realistisch. Sie machen jede Äußerung zu einer Falschheit, wenn man im Schema „meinen“ durch "sagen" ersetzt. Paradox der Analyse/Schiffer: rächt sich hier: IBS kann vielleicht sagen was Bedeutung ist, aber damit deckt er niemandes Begriff von Bedeutung auf. Die IBS-Analyse kann ihr Analysandum nicht durch einen dass-Satz über eine propositionale Einstellung ersetzen.
IBS/Schiffer: natürlich geht es um eine Analyse von „S meint dass p“ und nicht um "x glaubt dass S meint, dass p". Dennoch kann das als Hindernis für eine reduktive Analyse gesehen werden.
Bsp "es schneit": ist irreduzibel semantisch.
Pointe: wir können hier letztlich alle Sprecher-Intentionen weglassen! Es ist nicht von Interesse, wenn es nicht hilft, die Basis zu liefern
I 249
Für die semantischen Merkmale der Ausdrücke der natürlichen Sprache. Ausdrucks-Bedeutung/SchifferVsIBS/SchifferVsGrice: die IBS hat viel zu sagen über Sprecher-Bedeutung, aber viel zu wenig (überraschend wenig) über Ausdrucks-Bedeutung. Und das hat seinen Grund, wie wir sehen werden.
- - -
Schiffer I 264
Schiffer: These: letztendlich ist es die Weise, wie wir Zeichen und Klänge gebrauchen - nicht-semantisch und nicht-psychologisch beschrieben - die unser semantisches Wissen erklärt (gegeben die begrifflichen Rollen unserer neuronale Begriffe). SchifferVsGrice: Problem: es bleibt dabei, dass wir dieses semantische Wissen nicht in nicht-semantischen Begriffen formulieren können.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsGrice Loar Vs Grice, P.H.
 
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I 1
Sprache/Alltagssprache/Begriffe/Theorie/Erklärung/pragmatisch/Loar: alle pragmatischen Begriffe gehen hier letztlich auf Glauben zurück.

Loar: These: mein Ansatz (Kapitel 9) ist reduktionistisch:
1. Grundlage semantischen Eigenschaften sind Glauben und Wünsche. (Ähnlich wie Grice).
LoarVsGrice: mein Ansatz ist nicht nur kommunikationstheoretisch:
LoarVsalle: die Theorien der Überzeugungen kann als basis für die semantische Theorie der „Gedankensprache“ dienen (die meisten Autoren: andersherum!)
2. meine Erklärung von Glauben und Wünschen stützt sich nicht auf
I 2
Propositionen oder semantische Begriffe. Bedeutung/Loar: daher können propositionale Einstellungen nicht-zirkulär als Basis von Bedeutung dienen.
Glauben/Überzeugung/Wunsch/Wünsche/Loar: These können ohne alltagssprachliche Semantik vorauszusetzen, erklärt werden.
Denken/Sprache/Loar: das soll aber nicht Denken ohne Sprache annehmen, also Sprache als bloßes Vehikel der Kommunikation:
Glauben/Loar: These: ist kein sprachlicher Zustand.
Inhalt/Loar. Selbst wenn Glauben ein linguistischer Zustand wäre, könnte sein Inhalt unabhängig von seinen sprachlichen Aspekten analysiert werden.
Lösung/Loar: Erklärung durch Verhalten und Wahrnehmung.

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981
VsGrice Cartwright Vs Grice, P.H.
 
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I 129
als ob/Physik/Cartwright: (aus einem Seminar bei Grice): gibt es in der Physik einen „als-ob-Operator? Grice: Bsp a) Helium-Gas verhält sich, als ob es eine Kollektion (Annsammlung) von Molekülen wäre, die nur bei Kollision interagieren.
b) ... Helium-Gas ist aus Molekülen zusammengesetzt, die sich verhalten, als ob sie nur bei Kollisionen interagieren. ((s) a) ...als ob Moleküle...b) ...Moleküle als ob...
CartwrightVsGrice: früh: damals machte ich Einwände, die dem nur scheinbar widersprachen: Es gibt wohlbekannte Fälle mit dem „als-ob“Operator. Bsp die strahlenden Moleküle in einem Ammonium-Maser verhalten sich als ob sie klassische elektronische Oszillatoren wären.
als ob/falscher Realismus: realistische Frage: wie dicht sind die Oszillatoren gepackt?
VsRealismus: diese Frage ist absurd, klassische Elektronen-Oszillatoren sind selbst ein bloßes theoretisches Konstrukt, eine Fiktion! Das Verhalten von Atomen ist verblüffend analog einem klassischen Elektron-Oszillator.
Helium-Neon-Laser/Cartwright: (...) verhält sich, als ob es eine Kollektion von 3-Level-Atomen (...) sind.
I 130
als ob/Verhalten/Existenz/Ontologie/Erklärung/Theorie/Cartwright: früh: aber indem ich sage „als ob“, leugne ich nicht die Existenz von 3-Level Atomen in dieser Situation! Ich erkennte die existentiellen Tatsachen an, und setze dennoch den „als-ob“-Operator“ davor!. CartwrightVsCartwright: später: ich verwechselte damals zwei Funktionen, die der als ob-Operator haben kann:
als-ob-Operator/Cartwright: a) Dinge links vom als-ob-Operator zu schreiben bedeutet, eine existentielle Verpflichtung einzugehen. Bsp ...Moleküle als ob...
b) Dinge rechts vom als ob-Operator: hat eine andere Funktion: was auf der rechten Seite steht ist das (eine Beschreibung) , was wir wissen müssen, um eine mathematische Formulierung anwenden zu können.
Beschreibung/Gleichung/Gesetz/Physik/Cartwright: die Beschreibung auf der rechten Seite ist die Art von Beschreibung, für die die Theorie eine Gleichung liefert. Bsp wir sagen, ein „reales Quanten-Atom“ verhält sich wie ein klassischer Elektron-Oszillator. Die Theorie sagt uns schon vorher, welcher Gleichung dieser Oszillator gehorcht.
I 131
Beschreibung/Gleichung/Theorie/Cartwright: man könnte annehmen: um eine Beschreibung zu erhalten nach der wir sie aufstellen können, müssen wir von dem ausgehen, was wir als existierend annehmen. (to be the case). CartwrightVs: so geht es aber nicht:
Prinzipien/Theorie/Cartwright: die Theorie hat nur wenige Prinzipien, um von Beschreibungen zu Gleichungen zu gelangen. Und diese Prinzipein verlangen ganz bestimmt strukturierte Informationen. Und die „Beschreibungen“ auf der rechten Seite müssen vielen mathematischen Erfordernissen genügen.
Beschreibung/Theorie/Gleichung/Cartwright: These: die Beschreibungen, die am besten beschreiben, sind gerade nicht die, auf die die Gleichungen am besten zutreffen.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983
VsGrice Jackson Vs Grice, P.H.
 
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Lewis V 153
Implikatur/Konversationsimplikatur/Grice/Lewis: Bsp "Hier hast du mal recht" Implikatur: "Sonst hast du meist unrecht".
Konventionsimplikatur/Jackson: Bsp "Sie wählt liberal, aber sie ist kein Idiot" "Die meisten Liberalen sind Idioten".
Konditional/Grice/Lewis: wenn P(A > C) hoch ist vor allem weil P(A) niedrig ist (EFQ), was ist dann der Sinn davon "Wenn A , dann B" zu sagen? Warum sollte man nicht das stärkere sagen: dass es fast so wahrscheinlich wie Nicht A ist?
JacksonVsGrice/JacksonVsLewis: wir behaupten oft Dinge, die viel schwächer sind als wir eigentlich behaupten könnten, und das aus gutem Grund.
Ich nehme dabei an, dass Dein Glaubenssystem ähnlich wie meins ist, aber nicht völlig gleich.
Bsp Angenommen, du weißt etwas, was mir heute sehr unwahrscheinlich vorkommt, ich möchte aber dennoch etwas nützliches sagen. so sage ich etwas schwächeres, so dass du mich auf jeden Fall beim Wort nehmen kannst.
Def robust/Jackson/Lewis: A ist robust im Verhältnis zu B, (in Bezug auf jemandes subjektive Wschk zu einer Zeit) gdw. die Wschk von A und die Wschk von A konditional auf B nahe beieinander liegen und beide hoch sind,
V 154
so dass man, wenn man erfährt, dass B, immer noch A für wahrscheinlich hält. Jackson: das Schwächere kann dann mehr robust sein in Bezug auf etwas, das man für unwahrscheinlicher hält, aber dennoch nicht ignorieren möchte.
Wenn es nun nutzlos ist, das Schwächere zu sagen, wie nutzlos ist es dann erst, das Schwächere und das Stärkere zusammen zu behaupten! Und dennoch tun wir es!
Bsp Lewis: "Bruce schläft in der Kleiderkiste oder sonstwo im Erdgeschoss".
Jackson: Erklärung: es hat Zweck, das Stärkere zu behaupten und genauso Zweck, das Robustere zu behaupten. Wenn beide differieren, behaupten wir beide.
Robustheit/indikatives Konditional/iK/Lewis: ein iK ist ein wahrheitsfunktionales Konditional, das konventionell Robustheit impliziert (Konventionsimplikatur) im Hinblick auf das Antezedens.
Deshalb müssen die Wschk P(A > C) und P(A > C) beide hoch sein.
Das ist der Grund warum die BH des iK mit der entsprechenden konditionalen Wschk einhergeht.

Jack I
F. C. Jackson
From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis Oxford 2000

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
VsGrice Millikan Vs Grice, P.H.
 
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I 3
Sprachmuster/language device/Terminologie/Millikan: damit meine ich Wörter, syntaktische Formen, Betonung, Akzente Zeichensetzung usw.
These: solche Muster sind überliefert nur, weil stabile offene und verdeckte Reaktionen eines Kooperationspartners ebenso überliefert sind (sich durchgesetzt haben).
Standardisierung/Millikan: das (Sprach-) Muster übt seine Eigenfunktion nur mit einem Kooperationspartner aus, aber mit einem beliebigen. Daher muss es standardisiert sein.
Stabilisierung/Millikan/(s): (zeitlich) bei wiederkehrenden Tokens muss eine Ähnlichkeit zu früheren gegeben sein.
Stabilisierung/Standardisierung/Millikan: sind zwei Seiten einer Medaille.
Sprachmuster/Millikan: können oft auf eine parasitäre Weise (zweckentfremdet) gebraucht werden.
I 4
Bsp Metapher, Sarkasmus, Lüge, Ironie. Standard: selbst wenn sie nicht abweichend gebraucht werden, können die Muster doch im Gebrauch fehlschlagen.
Standardisierung/Stabilisierung: sind daher keine „Durchschnittsfunktion sondern haben mit einer „kritischen Masse“ von Fällen zu tun, sie bilden ein „Gravitationszentrum.
Lösung: wird nicht gefunden, indem man einen „Durchschnitt“ von Idiolekten bildet.
I 5
Eigenfunktion/Sprache/Bedeutung/MillikanVsGrice: wir nehmen also nicht Sprecherbedeutung als Grundbegriff. Bedeutungshaftigkeit/Millikan: erklären wir nicht mit typischem Gebrauch.
Glauben/Wünsche/Intention/Millikan: These: können ohne Referenz auf Sprache erklärt werden.
- - -
I 51
Zitat aus Stevensons „Kidnapped“.
I 52
Literatur/Millikan: es gibt mehr ((s) feine) Unterschiede innerhalb der Literatur, als viele Philosophen erschlossen haben. Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen
1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters
2. ihren buchstäblichen Gebrauch
3. den Sprecherintentionen.
Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion.
buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.).
Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt.
- - -
I 61
Verstehen/MillikanVsGrice/Millikan: These: ist eine direkte Wahrnehmung dessen, worüber („über“ aboutness) eine Rede ist, keine Schlussfolgerung aus den gehörten Sätzen! Und schon gar keine Schlussfolgerung über Sprecherintentionen.
I 62
Überzeugung/Millikan: 1. entsteht zum Teil aus der inneren Beschaffenheit des Subjekts (Nerven, Verschaltung usw.) Aber nicht zwei Leute mit denselben Verschaltungen müssen dieselben Überzeugungen haben.
I 63
2. nicht die ganze innere Hardware ist im Einsatz, wenn man etwas glaubt. Überzeugung/Haben/Gebrauch/Millikan: ich kann eine Überzeugung haben, während ich sie gar nicht gebrauche, Bsp dass Kolumbus Amerika entdeckt hat, brauche ich fast nie, vor allem nicht, wenn ich mir die Zähne putze.
Entdeckung/Überzeugung/Millikan: Bsp ein Mathematiker, der wach liegt und nach einem Beweis sucht und ihn endlich findet: man kann nicht von ihm sagen, dass er ihn vorher schon geglaubt hat!
Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird.
I 64
Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden.
Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen.
I 65
VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen.
Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht.
Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“
Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett.
Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten.,
I 66
Bennett: dabei wird in nicht-gricescher Manier geschlossen. Rationalität/Bennett/Millikan: es scheint, als sollte man als rationaler Mensch keine “Abkürzungen“ wählen. D.h. er muss nicht nur positive Belege berücksichtigen, sondern auch negative.
((s) Dabei geht es darum, dass rational Gelerntes etwas rational Gebotenes überdeckt. Aber beide Male geht es um Sprecherintentionen, einmal vergangene, einmal gegenwärtige).
allgemein/formal: Bsp Angenommen, John glaubt
„gewöhnlich: wenn A dann B“ und außerdem:
„nicht-(gewöhnlich: wenn A-und-nicht-C, dann B)“
rational: würde dann folgen dass John glauben müsste
a) „gewöhnlich: wenn A dann C“ und
b) wenn A-und-C, dann B. Dann gibt es folgende möglichen Fälle.
1. der einzige Beleg für C kommt daraus, dass John weiß, dass gewöhnlich, wenn A dann C. Dann sollte er einfach von A zu B übergehen.
2. John hat unabhängige Möglichkeiten, C aufgrund von Belegen zu glauben. Und er stößt auf A, während er schon Belege für Nicht-C hat.
I 67
Dann sollte er rationalerweise auch glauben, dass Nicht-C und nicht von A auf B schließen. 3. John hat unabhängige Belege nach denen er C wissen könnte, aber diesmal weiß er vorher nicht, ob C.
Frage: muss er dann, um rational zu sein, vorher nachprüfen, ob C?
Millikan: nehmen wir an, dass er es muss.
Problem: wenn das nun wieder einzig davon abhängt, dass er glaubt:
„gewöhnlich, wenn D, dann C“ usw.
Rationalität/Millikan: Problem: je mehr Wissen man dann erwirbt, desto mehr muss er sich anstrengen, um überhaupt rational zu sein. Wäre es nicht besser, wenn er das ganze Nachprüfen unterließe?

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
VsGrice Read Vs Introspektion
 
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Read III 92
Def Robustheit: (Jackson) einer Aussage ist robust, wenn ihre Behauptbarkeit von dem Erwerb von Informationen unberührt bleibt.
III 93
Die Pointe für Jackson: bei Bedingungssätzen kommt der modus ponens ins Spiel. Bedingungssätze sind nicht robust im Hinblick auf die Falschheit ihrer Hinterglieder.
III 94
Jackson: Behauptbarkeit wird durch bedingte Wahrscheinlichkeit gemessen. Es gibt eine spezifische Konvention über Bedingungssätze: nämlich, dass sie robust im Hinblick auf ihre Vorderglieder sind, und deshalb nicht unter Umständen behauptet werden können, wo bekannt ist, dass ihre Vorderglieder falsch sind. ReadVsJackson/ ReadVsGrice: beides ist unhaltbar. Die problematischen Bedingungssätze treten bei eingebetteten Kontexten auf. Bsp
Entweder, wenn ich recht hatte, hattest du auch recht, oder, wenn du recht hattest, hatte auch ich recht.
Behauptung und Behauptbarkeit: sind Begriffe, die auf vollständige Aussagen angewendet werden, nicht auf deren Teile! Bedingungssätze sind nicht wahrheitsfunktional.

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997

Re IV
St. Read
Thinking About Logic: An Introduction to the Philosophy of Logic 1st Edition Oxford 1995
VsGrice Cresswell Vs Physikalismus
 
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II 163
CresswellVsGrice/CresswellVsReduktionismus: ich sehe nicht, wie Prinzipien der Semantik irgendwie auf Prinzipien der Physik oder der Psychologie zurückgeführt werden könnte - CresswellVsFodor/CresswellVsTokenphysikalismus.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
VsGrice Avramides Vs Platts, M.
 
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Avra I 91
DavidsonianerVsGrice/Avramides: z.B. Mark Platts: denkt, daß er das ganze Gricesche Programm durch den Davidsonschen Zweifel in Mißkredit bringen kann: Platts: man bedenke folgende zwei Behauptungen:
(1) Der Begriff der Satzbedeutung kann in Begriffen der Sprecher Intentionen definiert werden
(2) Die Bedeutung jedes einzelnen Satzes in einer Sprache kann durch Referenz auf die Intentionen, mit der er geäußert wurde, bestimmt werden. (Platts 1979,S.92)
AvramidesVsPlatts: dieser verläßt sich auf Fehler der oberflächlichen epistemischen Asymmetrie (daß psychologische Begriffe fundamentaler seien als semantische), um (2) in Mißkredit zu bringen. Dann verbindet er die geschwächte Behauptung (2) mit (1).
Platts: wenn (1) überhaupt einen Sinn haben soll, dann muß es Implikationen für die Bestimmung der Bedeutung einzelner Sätze haben. Aber was könnten diese Implikationen anderes sein als das, was wir bereits als inadäquat kennengelernt haben? ((s) daß die RI die Sprache nicht durch die Intentionen erklären kann).
Platts: also ist (1) entweder uninteressant oder falsch. (1979, S. 92)
AvramidesVsPlatts: dieser unterscheidet nicht zwischen reduktiven und nicht reduktiven Interpretationen der Griceschen Analyse. Er entscheidet einfach, daß die gesamte Gricesche Analyse falsch oder uninteressant sei, und zwar auf der Basis der oberflächlichen epistemischen Asymmetrie.
AvramidesVsPlatts: er hat überreagiert.
1. Es ist gar nicht klar, warum ein nicht reduktiver Griceaner auf (2) verpflichtet sein soll.
2. Platts nimmt an, daß (2) wichtig sei ohne zu erklären, warum.
Reduktionismus/Avramides: kein mir bekannter reduktiver Griceaner stützt sich in Wirklichkeit auf die oberflächliche epistemische Asymmetrie.

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsGrice Grice Vs Verschiedene
 
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I 21
Absicht/Bedeutung/Grice: Bsp Ärger: kann z.T. daraus resultieren, daß H (Hörer) glaubt, daß S (Sprecher) intendierte, den anderen zu ärgern! Glaube an Absicht: Teil-Ursache für Ärger.Grice: Aber nicht Teil-Grund!
VsGrice: a) zu schwach, schließt zu wenig aus
b) zu stark, schließt klare Fälle von Sprecher.-Situations-Bedeutung aus. Bsp (Urmson):Zeigen der Daumenschrauben: Erkenntnis des Gefangenen soll Teil des Grundes sein, die erwähnte Reaktion zu zeigen.
I 23
VsGrice:a) zu schwach, schließt zu wenig aus. GriceVsUrmson: Bsp Im Tabakladen reicht es, wenn ich das abgezählte Geld auf den Tisch werfe, um meine Lieblingszigaretten zu bekommen.
Avramides I 2
Kausaltheorie der Bedeutung/C.L. Stevenson: These: wir sollten die Wortbedeutung mit einer disp Eig eines Worts identifizieren: die Disposition eines Zeichens, bestimmte Antworten (Reaktion) im Hörer auszulösen. Grice/Avramides: aber nicht alles was die Tendenz hat, eine Reaktion auszulösen, ist ein Fall von Bedeutung. Bsp Grice: einer Katze auf den Schwanz treten.
GriceVsStevenson: Problem: wenn man die unerwünschten Fälle ausschließen will, dann nur zum Preis einer Zirkularität: wir wollen ja gerade einen Zugang dazu, was genau etwas zu einem kommunikativen Gebrauch eines Zeichens macht.

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Grice VsGrice Pro Avramides I 9~
Griceaner: Armstrong, Bennett, Loar, Avramides VsGrice: Dummett, Davidson, Evans/McDowell (EMD)

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Grice VsGrice Versus Avramides I 91
PlattsVsGrice (mit Davidson)

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Reduktionismus VsGrice Versus Cresswell II 163
CresswellVsGrice/CresswellVsReduktionismus: ich sehe nicht, wie Prinzipien der Semantik irgendwie auf Prinzipien der Physik oder der Psychologie zurückgeführt werden könnte - CresswellVsFodor/ CresswellVsTokenphysikalismus.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Sprecher-Bedeut. Black, Max
 
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I 77
BlackVsGrice These: nicht das Erfassen der Sprecherï·"Absicht, eine Wirkung beim Hörer hervorzurufen, erlaubt es dem Hörer die Bedeutung zu bestimmen, sondern umgekehrt: die Entdeckung der Sprecherbedeutung erlaubt es dem Hörer, auf die Sprecherï·"Absicht zu schließen.
Satzbedeutung Pinker, St.
 
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Avramides I 91
DavidsonianerVsGrice/Avramides: z.B. Mark Platts: These denkt, daß er das ganze Gricesche Programm durch den Davidsonschen Zweifel in Mißkredit bringen kann: Platts: man bedenke folgende zwei Behauptungen:
(1) Der Begriff der Satzbedeutung kann in Begriffen der Sprecherï·"Intentionen definiert werden
(2) Die Bedeutung jedes einzelnen Satzes in einer Sprache kann durch Referenz auf die Intentionen, mit der er geäußert wurde, bestimmt werden. (Platts 1979,S.92)
I 91
Lager: PlattsVsGrice (mit Davidson) - (s) Dann ist (2) Voraussetzung für (1).

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Bedeutung Schiffer, St.
 
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Field II 65
Def Bedeutung/Satzbedeutung/Schiffer/Field: (Schiffer früh, 1972): These: Satzbedeutung in gesprochener und geschriebener Sprache ist durch Begriffe des Glaubens (und Wünschens) erklärbar, nämlich solchen, die konventionell mit diesen Sätzen korreliert sind. - II 66 - Repräsentation/Bedeutung/FieldVsSchiffer: These: Teil dessen, was es ausmacht, daß ein Symbol in meinem Repräsentationssystem für Cäsar steht, ist, daß es seine Rolle dort erworben hat als Ergebnis meiner Aneignung eines Namens, der in der öffentlichen Sprache für Cäsar steht. - II 66 Bedeutung/Repräsentation/VsSchiffer/Field: ein zu Schiffers These umgekehrter Ansatz würde die Semantik des Repräsentationssystems auf die Semantik der öffentlichen Sprache reduzieren.
Graeser I 116
Bedeutung/Stephen Schiffer: (The Remnants of Meanig, 1987): provokatives Buch: These 1. es gibt keine korrekte Bedeutungstheorie (BT)
These 2. die Fragen, die die gegenwärtige Sprachphilosophie bestimmen, basieren auf falschen Annahmen.
Schiffer passim
Bedeutung/Schiffer/Bio: in den 60ern Student in Oxford. SchifferVsGrice: Darstellung der Sprecher-Bedeutung inadäquat (unvollständig), aber pro
These: Reduktion der Semantik auf Psychologie (wie Grice) + Reduktion auf Physikalismus. >
Schiffer, 1972 Meaning.

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002