Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 16 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Absolutheit Hegel
 
Bücher bei Amazon
Bubner I 182
Absoluter Geist/Hegel: die ewige an und für sich seiende Idee betätigt sich als absoluter Geist, erzeugt und genießt. (Nach Aristoteles, wo als oberste Tätigkeit der Vernunft das Sich selbst Denken ausgezeichnet ist.
I 183
Absolutes/HegelVsAristoteles: bei ihm passt das Absolute in den Kategorien einer sich mit sich selbst zusammenschließenden Einheit, die nahtlos auf das systematische Philosophien passen. Geht also darüber hinaus, indem er die Theorie des Guten nicht einem Teilbereich der Metaphysik vorbehält. So bedeutet Gotteslehre Philosophieren in enzyklopädisch umfassender Dimension. Da gibt es keinen höchsten Gegenstand mehr.
HegelVsAristoteles: Außerdem: Abschied von der Teleologie der Natur. Stattdessen: Subjektivitätsprinzip. Herzschlag des Ganzen. Die alles durchwaltende Energeia wird der Denktätigkeit zugeschlagen.
I 184
Absolutheit/Hegel/Bubner: Absolutheit der Idee stellt sich als die Methode der Logik dar, und erfüllt mit diesem typisch neuzeitlichen Kunstgriff die Bedingung der Selbstbezüglichkeit. - - -
Adorno XII 115
Absolutheit/Bewusstsein/Hegel/Adorno: durch die Annahme einer absoluten Identität von Seiendem und Geist hat Hegel den ontologischen Gottesbeweis zu retten versucht. Diese Annahme ist eigentlich der Inhalt seiner Philosophie. (>Absoluter Geist). KantVsHegel: bestreitet eine solche Identität zwischen dem, was ist, und unserem Bewusstsein.



Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Aussagen Ayer
 
Bücher bei Amazon
I 281
Aussage/Welt: irgend etwas in der Welt muss von der Aussage unterschieden sein.
I 289
Aussagen/Ayer: 3. Bedingungen: Sie müssen 1. direkt überprüfbar 2. einfach, 3. absolut spezifisch sein - dann ist Tatsache definierbar: Def Tatsachen/Ayer: diejenigen Sachverhalte, die den objektiven Inhalt der wahren Aussagen dieser Klasse bilden scheinbarer Zirkel: Aussagen und Tatsachen wechselseitig definiert - Lösung: Ablehnung der Kohärenztheorie.
I 290
"Große Aussage"/Hegel/Ayer: (sinngemäß): "Die ganze Wahrheit" - AyerVsHegel/AyerVsIdealismus/ AyerVsBradley: dann sind alle normalen Aussagen falsch - falsche Lösung: "teilweise wahr". - AyerVs: das macht alle Aussagen ununterscheidbar - (>Ununterscheidbarkeit).
A.J.Ayer
I A.J. Ayer Wahrheit, aus G. Skirbekk (Hrsg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt/M 1996
II Hügli/Lübke (Hrsg.) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek 1993
Gott Heidegger
 
Bücher bei Amazon
Figal I 16
HeideggerVsHegel: das Absolute, Gott, ist nur dem Individuum zugänglich.
Figal I 141ff
Gott/Heidegger: »Vorbehalt« der Zukunft Götter/Heidegger: »Verweigerung des Gewesenen«.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Berlin 2006

Hei I
Günter Figal
Martin Heidegger zur Einführung Hamburg 2016
Identität Wessel
 
Bücher bei Amazon
I 220
Identität/Wessel: Identitätsaussage: Abkürzung einer Aussage über die Bedeutungsgleichheit zweier Termini: wechselseitiger Bedeutungseinschluss - ta tb = def (ta >tb) u (tb > ta) - das ist aber nur für individuelle Subjekttermini korrekt.
I 220f
Identität/Hegel: a = a: Bsp Sokrates ist Sokrates : verlangt, dass Sokrates in der Zeit keine Veränderungen durchmacht! WesselVsHegel: Verwechslung von Wort und Gegenstand - Identität und Verschiedenheit zweistellige Prädikate (Relation) - nicht einstelliges Prädikat. - x = y ist existentiell belastet.
I 221
Identität/WesselVsLeibniz: legt einen falschen Vergleich getrennter Gegenstände nahe.
I 227
Identität/Logik/Wessel: x = x: existentiell belastet : nur wahr, wenn ein Ding x existiert - nicht logisch wahr, keine Tautologie, empirische Tatsache (> Russell).
I 335
Def Identität/Wessel: i1 = i2 =def S(i1,ti2). (s) S : der Sachverhalt, dass i1 mit dem Namen i2 bezeichnet wird ? - dass a mit dem Namen b bezeichnet wird ? "b" steht für"a"? Def Verschiedenheit/Wessel: -i (i1 = i2) =def E(i1) u E(i2) u ~(i1 = i2) - ((s) es gibt zwei Ausdrücke i1 und i2, die nicht für denselben Gegenstand stehen.)
Identität/Wessel: wir setzen das Axiom: l- i1 = i2 > ti1 ti2. < ((s) wenn die Gegenstände identisch sind, folgt, dass die entsprechenden Ausdrücke bedeutungsgleich sind .)
I 379f
Identität/Wissenschaftslogik/Wessel: 1) zu einer beliebigen Zeit ist der Gegenstand a mit dem Gegenstand b in einer beliebigen räumlichen Ordnung bezüglich eines beliebigen Verfahrens zur Feststellung der Ordnung identisch - 2) immer, wenn einer von a und b existiert, existiert der andere auch - Struktur muss die Beziehungen der Gegenstände berücksichtigen - es gibt nichts in der Natur, was die Bevorzugung der einen oder anderen Relation rechtfertigt (keine Tatsache). Identität in der Zeit/Wissenschaftslogik/Wessel: wenn t2 nach t1, kann man nicht mehr von Identität sprechen! - t1 und t2 sind dann nur Repräsentanten derselben Klasse von Gegenständen a, wenn die Gegenstände unter Verwendung von Zeit definiert wurden.

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Logik Frege
 
Bücher bei Amazon
II 49
Grammatik/Logik: Subjekt/Prädikat immer nur Gedanke, ohne Wahrheitswert, keine Extension - - -
Tugendhat II 54
Hegel: Logik aus Begriffen zusammengesetzt - FregeVsHegel: nicht aus Begriffen, sondern aus Sätzen! - wichtig: nicht Ggst können negiert werden, sondern nur Sätze. - - -
Thiel I 335
Logik/Frege/Thiel Freges Begriff der Logik, auf die er die gesamte nichtgeometrische Mathematik zurückführen wollte, war ein weiterer als der heutige. Für Frege nämlich zählt die Mengenbildung zu den logischen Prozessen, so dass der Übergang von der Aussage, dass genau dieselben Gegenstände unter zwei Begriffe A und B fallen, zur Aussage der Gleichheit der Begriffsumfänge von A und B bei Frege ein Gesetz der Logik ist.
I 335/336
Heutige Auffassung: Begriffsumfänge sind nichts anderes als Mengen, daher gehört das Gesetz nicht in die Logik, sondern zur Mengenlehre. In der Traditionellen Logik war die Lehre der Begriffs Umfänge Teil der Logik. Heute Teil der Menglehre, während die Lehre vom "Begriffsinhalt" in der Logik verbleibt. Das ist recht merkwürdig.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Metaphysik Leibniz
 
Bücher bei Amazon
Holz I 13
Metaphysik/Leibniz/Holz: die innere Einheit seines Werks ist nur von der Metaphysik her zu begreifen. Seine Position liegt zwischen Kant und Hegel: er zeigt LeibnizVsKant die Alternative einer Metaphysik als Wissenschaft auf, indem er ihre Methode zeigt,
LeibnizVsHegel: zeigt die Möglichkeit einer Metaphysik, die nicht auf eine absolut idealistische Weise begründet ist.
Holz I 24
Metaphysik/Holz: sie bekommt bei Leibniz die wissenschaftliche Theorieform einer nicht empirisch verifizierbaren Theorie des Gesamtzusammenhangs der Welt. Nicht länger "Vorstellungen" vom Ganzen, sondern transempirische Konstruktion der plausibelsten und explanativsten Form.
Holz I 81
Metaphysik/Leibniz: da das nach Zirkel aussieht hat z.B. Descartes eine Begründung in Gott gesucht. Aber metaphysisch kann der Zirkel nicht aufgelöst werden, denn Metaphysik beruht ja gerade auf einer lückenlosen Verknüpfung!
Auch logisch bleibt der Zirkel erhalten.
Das System muss also irgendwo durchbrochen werden:
Lösung/Leibniz: unhintergehbare Funktion der Sinneswahrnehmung. Und zwar nicht als "ersten Grund", sondern als außerlogischen materiellen Anfang des Reflexionsverhältnisses. als quasi "archimedischen Punkt" (Außen).
Leibniz ist sich dieser Bruchstelle durchaus bewusst.
Die metaphysische Notwendigkeit kann ihrerseits nicht mehr aus Gründen abgeleitet werden.
I 82
Metaphysik/Leibniz/Holz: im Bereich der Vernunftwahrheiten (z.B. Mathematik) ist die Reduktion bis zum Identitätsprinzip real möglich.
Holz I 119
Leibniz These: der Strukturcharakter der Monade bewirkt, dass überhaupt etwas ist. Die Struktur verbürgt die Einheit des Seins und ist das Sein der Einheit.
Metaphysik/Einheit/Welt/Letztbegründung/Leibniz: der Begriff des Einzelnen ist ein Weltbegriff. Darum ist die innerweltlich wissenschaftliche Begründung, die dem Besonderen in seiner Besonderheit gegeben wird, angewiesen auf ein metaphysisches (dahinterliegendes) Prinzip, das das Sein der Welt intelligibel macht.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Negation Adorno
 
Bücher bei Amazon
Grenz I 50
Negation/AdornoVsHegel/Grenz: Adorno trennt, gegen Hegel, die subjektive von der objektiven Positivität der negierten Negation. (Negative Dialektik, p. 159, FN).
I 50
Dialektik/doppelte Negation/PopperVsDialektik/Adorno/Grenz: Adorno gibt der Popperschen Dialektikkritik recht: die Gleichsetzung der Negation der Negation mit der Positivität ist die Quintessenz des Identifizierens und damit der Verdinglichung.
I 50
Negation/Adorno/Grenz: Das Bewusstsein des Fehlens von etwas oder der Falschheit, dies Moment der bestimmten Negation als seinerseits Subjektives, darf nicht der objektiven Logik und gar der Metaphysik gutgeschrieben werden. (Negative Dialektik, p. 159, FN).
Grenz I 51
Die bestimmte Negation ändert die Verhältnisse nicht. Sie ist nur deren Bewusstsein.
Grenz I 80
Bestimmte Negation/MarxVsHegel/Grenz: Bsp die bürgerliche Revolution gegen die Feudalgesellschaft: Pointe: hier ist bestimmte Negation als Methode verlorengegangen. Der Feudalismus wird im Doppelsinn aufgehoben: Liquidiert wird die Herrschaft Weniger über die Vielen, erhalten bleibt der Gesellschaftscharakter der Gesellschaft.
I Grenz 83
Bestimmte Negation/AdornoVsHegel/AdornoVsMarx/Grenz: Adorno löst die Antinomie der Zweisinnigkeit des Aufhebens und Einbeziehung des praktischen Elements der Geschichte in die bestimmte Negation auf.
I Grenz 91
Bestimmte Negation/Adorno/Grenz: Neukonzeption als immanente Kritik: a) Als Aufhebung innerweltlich konzipiert – so entgeht sie der Immanenzkritik an Hegel.
I 92
b) Kehrt den Begriff der Zweckrationalität als irrational hervor (Dialektik der Aufklärung, p 126). So ergibt sich die Notwendigkeit, den Etwas-Charakter des bestimmten Nichts geschichtsphilosophisch (Negative Dialektik, p. 8) zu tilgen. c) Diese Notwendigkeit wird unterstützt von der Durchstoßung des Natur-Geschichte-Antagonismus.
Demnach bestünde die bestimmte Negation darin, das dem Faktischen seine Potentialität entgegengehalten wird, „der es nicht genügen kann“: (Ästhetische Theorie, p. 205).
Grenz I 106
Bestimmte Negation/Kunst/Adorno/Grenz: Das Offenbaren des Bildgehalts eines Kulturphänomens ist nur möglich als bestimmte Negation seines gesellschaftlichen Gehaltes, oder, was dasselbe ist, als Gewinnung der Wahrheit seiner Unwahrheit.
Grenz I 113
Doppelte Negation/Adorno/Grenz: Adorno versteht die Negation der Negation als negativ: inhaltsvoll, aber ohne Etwas-Charakter. (Negative Dialektik, p. 159f)
Grenz I 116
Negation/Adorno/Grenz: bestimmte Negation und Etwas-Charakter des bestimmten Nichts treten auseinander durch die Verwandlung der bestimmten Negation in die physiognomische Analyse und des bestimmten Nichts in eine auf Seiendes und sei nur noch polemisch bezogene Kategorie der Erfahrung. Das ist die Leistung der negativen Dialektik Adornos, mit der sie den historischen und den dialektischen Materialismus zu sich selbst bringt.
Grenz I 180
Negation/Adorno/Grenz: Resultate physiognomischer Negationen sind Kunstwerke oder hermetische Texte. Sie misslingen also als Negationen, insofern sie die Negativität ihrer Neganda zwar praktisch, dafür aber begriffslos und also unbestimmt, diffus negieren. Theorie: demgegenüber ist die Theorie vollzogene Bestimmung von Seiendem als negativ bloß theoretisch, aber bestimmt.

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Realität Putnam
 
Bücher bei Amazon
I 264
Welt/Realität/Wirklichkeit/PutnamVsHegel/PutnamVsFichte: beide hätten uns aufgefordert, die Welt unabhängig von unserer Sprache zu beschreiben, aber das geht nicht. - Wie sollte man auch annehmen, dass das ginge?

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Tatsachen Brandom
 
Bücher bei Amazon
I 466 ff
Def Deflationismus/Brandom: bestreitet, dass Gehalt in Begriffen von Wahrheitsbedingungen und Übereinstimmung mit den Tatsachen, Eigenschaften und Gegenständen erklärt werden kann.(VsKorrespondenztheorie) Tatsache : "wahrmachen": irreführend: es ist nicht die Tatsache, dass p, die wahr macht, dass p.
I 469 Bsp Es ist nicht die Tatsache, dass die Perser bei Platää von den Griechen besiegt wurden, die macht, daß die Griechen die Perser bei Platää besiegten.
Tatsachen: wenn Tatsachen erklärt werden sollen, braucht die Erklärung nicht auf irgendetwas Normatives zu rekurrieren: Dass die Planetenbahnen elliptisch sind, wäre auch ohne Wesen der Fall, die Normen aufstellen.
- - -
Rorty VI 179 ff
Welche Behauptungen wahr sind, hängt nicht davon ab, ob sie jemand aufstellt. Doch unsere sprachlichen Praktiken könnten nicht so sein, wie sie sind, wenn die Tatsachen anders wären. Allerdings könnten die nichtsprachlichen Tatsachen im wesentlichen so sein, wie sie sind, auch wenn unsere sprachlichen Praktiken ganz andere wären!
Def Tatsache/Brandom: "etwas Behauptbares" (Neologismus von Brandom:" claimable"). - Es gibt den Akt des Behauptens, und es gibt "das Behauptete"- Tatsachen sind nun nicht das "wahre Behauptete" sondern das Behauptbare. - Tatsachen machen Behauptungen wahr. Allerdings inferentiell.
RortyVsBrandom: Das ist so als wenn ich wie Moliere Bsp "die einschläfernde Kraft" als inferentiell bezeichne, um sie über jeden Verdacht erhaben scheinen zu lassen.
- - -
Brandom I 476
Tatsache/Brandom: kein Kontrast zwischen dem, wie die Dinge sind und dem, was wir sagen und denken können - Tatsachen sind (die Gehalte von) wahre(n) Behauptungen und Gedanken. - Wittgenstein: wir halten mit dem Meinen nicht vor der Tatsache an.
I 477
Wittgenstein: Tatsachen sind verbunden und strukturiert durch die Gegenstände und ihre Eigenschaften.
I 866
Negative Tatsache/Brandom: nichts Geheimnisvolles - > Unterscheidung zwischen normativen und nicht normativen Ausdrücken - auch > bedingte Tatsachen, > modale Tatsachen - Das Reich der Tatsachen und der Normen sind nicht entgegengesetzt. - Das Normative ist ein Teilgebiet des Faktischen.
Seel2 III 149
Def Tatsache/Brandom: Inhalt wahrer Behauptungen - Behauptung/Brandom: erhalten ihren Inhalt durch die Verwendung von Begriffen im Kontext der jeweils geäußerten Sätze. Der Begriff der Tatsache kann also nur zusammen mit dem der Behauptung analysiert werden. Jedoch ist diese begriffliche Abhängigkeit keine genetische - die Welt ist der Inbegriff aller Tatsachen, ganz unabhängig davon, wann und mit welchem Erfolg Gedanken über die Welt entstanden sind. "Es gab eine Zeit, in der noch niemand Begriffe gebrauchte, weil es noch keine diskursive Praxis gab - aber es gab niemals eine Zeit, in der es noch keine Tatsachen gab. - Seel: danach sind weder Begriffe noch Tatsachen von der Existenz denkender Wesen abhängig. - Die Theorie der diskursiven Praxis erscheint so in einem Atemzug als eine Theorie der Grundstruktur der Welt. - Seel: KantVsBrandom: warnt genau davor - (im Fall Hegels vergeblich). - KantVsBrandom/KantVsHegel: falsch: "Schluss vom Denken auf das Sein".

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Totalität Adorno
 
Bücher bei Amazon
Grenz I 19
Totalität/Adorno: drückt sich darin aus, dass man sich der umfassenden, alles verwaltenden Welt nicht anders erwehren kann, als durch Mittel, die ihr gleichen. (Impromptus, p. 22).
Grenz I 113
Totalität/Hegel/Adorno/AdornoVsHegel/Grenz: die Negativität des Ganzen wir nach Adorno von Hegel ausgedrückt als positive Totalität. Darin ist Hegels Philosophie Abbild, aber gebrochenes. Die Struktur des Verblendungszusammenhangs wird hineingebildet: ‚spiegelbildlich‘.
Grenz I 158
Totalität/Adorno/Grenz: der Begriff der Totalität ist ambivalent - einerseits ist er Beschreibung der wirklichen, aber falschen Totalität, andererseits die Idee der richtigen.
Grenz I 130
Ganzes/Adorno/Grenz: …die in jeglicher einzelnen Bestimmung wirkenden Kraft des ganzen (ist) nicht nur deren Negation sondern selbst auch das Negative, Unwahre.

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Veränderung Wessel
 
Bücher bei Amazon
I 365f
Veränderung/WesselVsHegel: nicht aus "Sein" und "Nichts", wir brauchen empirisch Gegebenes zur Einführung - empirische Vorstellung in der Logik bereits vorausgesetzt. Zeit: durch relativ reguläre Vorgänge eingeführt Bsp Erddrehung - Veränderung auch ohne Zeit einführbar.
"Paradoxie der Veränderung": der Körper besitzt die Eigenschaft und gleichzeitig besitzt er sie nicht
a) zweistelliges Prädikat:" etwas wird zu etwas anderem"
b) einstellig: "etwas verändert sich" , "etwas wird wahr".
Bsp "das Wasser ist bewegt" - >Ereignis: aus Veränderungsprädikat sA => sB: " s(SA => sB)".

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Vokabular Rorty
 
Bücher bei Amazon:
Richard Rorty
III 60ff
Vokabular: Nietzsche - Rorty - Derrida: wir müssen autonom über unser Vokabular und unser Sprechen entscheiden können.
III 127
Def Abschließendes Vokabular/Rorty: mit ihm erzählen wir unsere Lebensgeschichte, mal rückwärtsgewandt, mal vorausgreifend. - "Abschließend": weil es keinen außer ihm gelegenen Standpunkt gibt, von dem aus es gerechtfertigt werden kann - nur zirkuläre Rechtfertigung möglich.
III 135
Def "Dialektik"/Hegel/ Rorty: Versuch, Vokabulare gegeneinander auszuspielen, statt bloß Sätze voneinander abzuleiten. RortyVsHegel: veränderte ständig sein Vokabular und wechselte dabei das Thema. - Seine Vorgänger kritisierte er nicht als irrig, sondern, dass sie eine veraltete Sprache benutzten.
VI 125
Vokabular/Korrespondenz/Realität/Welt/Sprache/Rorty: die Behauptung, dass einige Vokabulare besser funktionieren als andere ist völlig in Ordnung - aber nicht, dass sie die Wirklichkeit angemessener repräsentieren. - ((s) > Ablösung der Sprache von der Realität.).

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wahrheit Adorno
 
Bücher bei Amazon
Grenz I 57
Wahrheit/Adorno/Grenz: das Verhältnis von Wahrheit und Unwahrheit ist gekoppelt an das von notwendiger und überflüssiger Herrschaft in der Gesellschaft.
Grenz I 61
Wahrheit/Adorno/Grenz: wahr sind in Adornos Denken nur Sachverhalte, und zwar ein eng begrenzter Sektor von Sachverhalten: wahr wäre der Zustand der Gesellschaft, in welchem das volle Maß möglicher Herrschaftsfreiheit verwirklicht wäre.
I 64
Wahrheit/subjektiv/objektiv/Hegel/Adorno/Grenz: jene Residualtheorie der Wahrheit, der zufolge objektiv ist, was nach Durchstreichung der sogenannten subjektiven Faktoren übrigbleibt, wird von der Hegelschen Kritik ins leere Zentrum getroffen. Fruchtbar ist die Erkenntnis „nicht durch die Ausschaltung des Subjekts, sondern vielmehr kraft dessen höchster Anstrengung….“ (Gesammelte Schriften 5, p. 256).
Grenz I 70
Wahrheit/Adorno/Grenz: drei Sphären der Historizität der Wahrheit:
1. Ideologie
2, Idee der Möglichkeit des Besseren bis Wahren 3. Stand der Rationalität oder Subjektivität.
I Grenz 73
Wahrheit/Adorno/Grenz: Genese der Wahrheit aus dem falschen Schein. Offen werden Schein und Wahrheit identifiziert: die „beste dialektische Wahrheit“ von Kunst
I 74
und Philosophie ist die, „die im Schein sich gibt.“ (Adorno: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen).
I Grenz 94
Hegel/AdornoVsHegel/Grenz: man kann bi Hegel nicht auswählen was einem passt und verwerfen, was einen ärgert. Seine Wahrheit steckt im Skandalon. Nicht Erneuerung, bloß Rettung ziemt ihm gegenüber. Hegel retten heißt daher, seiner Philosophie dort sich zu stellen, wo sie am wehesten tut; dort wo ihre Unwahrheit offenbar ist, die Wahrheit ihr zu entreißen. (Gesammelte Schriften Bd 5, p. 320).
I 95
Hegel/Wahrheit/AdornoVsHegel/Grenz: „Die Affirmation verzeichnet spiegelbildlich die Erfahrung des übermächtigen Zwanges, der allem Seienden durch seinen Zusammenschluss unter der Herrschaft innewohnt. Das ist das Wahre an Hegels Unwahrheit“. (Gesammelte Schriften Bd 5, p. 324).

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Wahrheit Russell
 
Bücher bei Amazon:
Bertrand Russell
Horwich I 4
Wahrheit/Russell: es gibt wohl objektive Wahrheiten als Objekte der Urteile, nicht aber objektive Falschheiten - a) falsch: Urteil als Relation zu einem einfachen Objekt: Bsp dass Charles I auf dem Schafott starb - geht nicht im Fall von falschen Urteilen. b) zu einem Komplex: (Russell pro):
I 9
Wahrheit/Russell: besteht dann, wenn die Objekten untereinander die Relation haben, die im Urteil behauptet wird - I 11 dass ein Urteil gefällt wird, ändert nichts an den Objekten - so wird Falschheit möglich. - - -
Russell VII 64
Wahrheit/Russell: kann es nur geben, wenn es auch Meinungen gibt - aber sie hängt nicht von den Meinungen ab.
IV 127
RussellVsHegel: eine Wahrheit über ein Ding ist nicht Teil des Dings selbst, obgleich sie zu seinem "Wesen" gehören muss. - wenn das Wesen eines Dings alle Wahrheiten sein soll, dann können wir das "Wesen" nicht erkennen, bevor wir seine sämtlichen Beziehungen zu allen anderen Dingen im Universum kennen - aber wenn wir das Wort "Wesen" in diesem Sinne brauchen, müssen wir behaupten, dass ein Ding erkannt werden kann, auch wenn sein "Wesen" unbekannt ist - oder unvollständig bekannt ist. Widerspruch: das bringt Erkenntnis von Dingen und Erkenntnis von Wahrheit durcheinander - Bekanntschaft impliziert nicht Kenntnis des Wesens. - (> Naturalistischer Fehlschluss). - Daher können wir nicht beweisen, dass das Universum ein harmonisches Ganzes ist.
- - -
Tugendhat III 214
Wahrheit/Russell: früh: Sache der Überzeugung und eine Reaktionsdisposition, in der Nähe von B mit "B" zu reagieren. - (Quine, Reizbedeutung). TugendhatVsRussell: weder Reaktion noch auslösendes Zeichen sind wahr/falsch, weil hier keine Annahme vorliegt, dass etwas so oder so sei - daher ist kein Irrtum möglich.

R I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

R II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

R IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

R VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg), Frankfurt 1993

R VII
B. Russell
Wahrheit und Falschheit
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg), Frankfurt 1996

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Widersprüche Feyerabend
 
Bücher bei Amazon
II 74
Satz vom Widerspruch/Verfahren/Logik: (VsFeyerabend) ein Verfahren, das dem Widerspruchsprinzip nicht gehorcht, ist nicht Wissenschaft, sondern Chaos. Daraus folgt: es ist nicht möglich, die Widerspruchsfreiheit auf dieselbe Weise zu untersuchen, wie die relativistische Invarianz oder die Übereinstimmung mit Beobachtungen! FeyerabendVsLogik: der Einwand nimmt an, dass die Klasse der Folgen eines wissenschaftlichen Satzes unabhängig von der Behandlung des Satzes festgelegt ist, und zwar nach den Regeln der Satzlogik.
Diese Annahme ist nie begründet worden. Die Satzlogik ist ja nur eines unter vielen logischen Systemen, in es gibt auch intuitionistische Logiken, ohne ausgeschlossenes Drittes.
II 75
Bsp nehmen wir an, dass in den Theorien ein Widerspruch in der Tat jeden Satz impliziert. Dann folgt: führt man Geschwindigkeiten größer als die Lichtgeschwindigkeit in die Relativitätstheorie ein, dann erhält man imaginäre Geschwindigkeiten und Massen.
PopperVsHegel/Feyerabend: zeigt sehr umständlich, dass man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, dass Hegel beseitigt werden muss.

FeyerabendVsPopper: Bsp das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müsste beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen?
Logik: auch mit der älteren Quantentheorie oder mit der Differentialrechnung zur Zeit Newtons unvereinbar.

Widerspruch/Feyerabend: Bsp der Differentialkalkül war widerspruchsvoll und hat doch zu den größten Entdeckungen in den Wissenschaften geführt.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Zenon Hegel
 
Bücher bei Amazon
Bubner I 72
Zenon/Hegel: seine Eigentümlichkeit ist die Dialektik. Vernunft macht den Anfang (Hegel pro). Vorteil gegenüber Parmenides: dass so nicht Behauptungen aufgestellt werden, die eine Abstraktion voraussetzen und also zum eigentlichen Anfang gar nicht taugen.
Die zenonische Vernunft schaut gelassen dem zu , was sich entwickelt, wenn etwas gesetzt wird, weil sie die Unmöglichkeit gegenteiliger Auffassungen an der Sache selbst sich dartun lässt.
Unmöglichkeit: weil derjenige in Widerspruch gerät, der dem Vielen statt dem Einen des Parmenides Sein zuspricht.

Paradoxien/Bewegung/Zenon/Hegel: Hegel übernimmt Aristoteles' Lösung: die eingeführte Distinktion zweier Aspekte bei Raum und Zeit, nämlich Kontinuität und Diskretion.
Bubner: das ist aber unhistorisch, weil es Zenon noch nicht bewusst sein konnte.
Lösung: das von Aristoteles eingeführte Kontinuum lässt die unendliche Teilbarkeit von Raum und Zeit mit der Einheit derselben verträglich werden.
Hegel: "die Sichselbstgleichheit, Kontinuität ist absoluter Zusammenhang, Vertilgtheit alles Unterschieds, alles Negativen, des Fürsichseins.
Der Punkt ist hingegen das reine Fürsichsein, das absolute Sichunterscheiden und aufheben aller Gleichheit und Zusammenhangs mit anderem.
Diese beiden aber sind in Raum und Zeit in eines gesetzt, Raum und Zeit also der Widerspruch (!). Es liegt am nächsten, ihn an der Bewegung aufzuzeigen: Denn in der Bewegung ist auch für die Vorstellung Entgegengesetztes gesetzt.
BubnerVsHegel: hier entdeckt Hegel mehr, als die Übersetzung hergibt. Es ist anachronistisch, Zenon zum Dialektiker zu erheben.
Anachronismen sind aber der Preis für Strukturvergleiche, die philosophisch erhellend sind.


Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 17 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsHegel Bubner Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 44
BubnerVsHegel: verkürzt die konkrete Lebendigkeit der Platonischen Dialoge zur äußeren Reflexion, wegen seines eigenen starken Methodenverständnisses. Platons Dialoge lassen keine saubere Scheidung der philosophischen Aussage vom bildhaften Dekor zu.
Ihre Rätselhaftigkeit stehen zu lassen fordert die tätige Mitarbeit des bewussten Teilnehmers.
I 47
Die genaue Kenntnis der Methode fällt an keinem Punkt mit ihrer Ausübung derart in eins, dass kein Rest bliebe. Methode stellt bei Platon nie das Ziel dar, sondern dient der besseren Erkenntnis.
I 49
Andersheit/Hegel: das Andere ist zu nehmen als isoliert, in Beziehung auf sich selbst, abstrakt als das Andere. nicht von Etwas, sondern als das Andere an ihm selbst. d.h. das Andere seiner selbst. BubnerVsHegel: die Faszination des Wiedererkennens einer Grundform der eigenen Wissenschaft der Logik trägt Hegels Deutung weit über Platon hinaus.
Er liest in Platon eine Identität der Identität und Differenz hinein, die erst der deutsche Idealismus voll artikuliert hat.
I 72
Paradoxien/Bewegung/Zenon/Hegel: Hegel übernimmt Aristoteles’ Lösung: die eingeführte Distinktion zweier Aspekte bei Raum und Zeit, nämlich Kontinuität und Diskretion. Bubner: das ist aber unhistorisch, weil es Zenon noch nicht bewusst sein konnte.
Lösung: das von Aristoteles eingeführte Kontinuum lässt die unendliche Teilbarkeit von Raum und Zeit mit der Einheit derselben verträglich werden.
Hegel: "die Sichselbstgleichheit, Kontinuität ist absoluter Zusammenhang, Vertilgtheit alles Unterschieds, alles Negativen, des Fürsichseins.
Der Punkt ist hingegen das reine Fürsichsein, das absolute Sichunterscheiden und aufheben aller Gleichheit und Zusammenhangs mit anderem.
Diese beiden aber sind in Raum und Zeit in eines gesetzt, Raum und Zeit also der Widerspruch (!). Es liegt am nächsten, ihn an der Bewegung aufzuzeigen: Denn in der Bewegung ist auch für die Vorstellung Entgegengesetztes gesetzt.
BubnerVsHegel: hier entdeckt Hegel mehr, als die Übersetzung hergibt. Es ist anachronistisch, Zenon zum Dialektiker zu erheben.
Anachronismen sind aber der Preis für Strukturvergleiche, die philosophisch erhellend sind.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsHegel Derrida Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 55
Hegel: stellt das gesprochene Wort höher als das schriftliche Zeichen (DerridaVs).
I 64
Geist/Hegel: er findet sich selbst, indem er seine Natur abarbeitet. DerridaVsHegel: hier findet ein »Holocaust« statt. Der getilgte Rest bleibt ebenfalls.

De I
J. Derrida
Grammatologie Frankfurt 1993
VsHegel Frege Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
Tugendhat II 55
FregeVsHegel: seine Logik ist auf einzelnen Begriffen aufgebaut, Begriffe haben aber nur im Satz Sinn (Bedeutung). - - -
Tugendhat II 51
Sein/Hegel/Logik: „Das reine Sein“ »das unbestimmte Unmittelbare« es kann nicht gegen Anderes eine Bestimmung haben. Das, womit der Anfang der Wissenschaft gemacht werden muss.
II 52
Grenzfall der Qualität als Resultat einer Abstraktion.
II 53
Da Sein nicht zum Verbalsystem gehört, gibt es dazu kein »Seiendes«. So ist das „Anschauen des Seins“ als einer „Leere“ bereits selbst nichts anderes als das Anschauen des „Nichts“.
II 54
Aber noch unvermittelt. Keine Entgegensetzung, abstrakte unmittelbare Negation.
II 55
FregeVsHegel/Tugendhat: nur Sätze können negiert werden! (Frege). Darüber stürzt Hegels gesamte Logik schon zu Beginn.
II 56
Tugendhat: diese Diskussion (ob Sein und Nichts dasselbe seien und gleichzeitig unterschieden) setzt viel zu hochstufig an: dabei wird vorausgesetzt, dass das Nichts schon etwas ausweisbares wäre. TugendhatVsHegel: er blieb dem Vorurteilen der formalen Logik seiner Zeit verhaftet: das Urteile sich aus Begriffe zusammensetzen.
FregeVsHegel: die primäre logische wie ontologische Einheit ist der Satz!

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsHegel Goodman Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
II 62
Schwach: die "gesamte Geschichte des Gegenstands" miteinzubeziehen. Es würde dazu führen, daß der starrste Gegenstand als biegsam bezeichnet würde, wenn er nie einer passenden Kraft unterworfen wird (VsHegel). Ein Dispo-Präd kann auf einen Gegenstand zutreffen, wenn das manifeste Prädikat überhaupt nicht zutrifft. Ein brennbarer Gegenstand braucht nie in Flammen uafzugehen.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989
VsHegel Heidegger Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 16
HeideggerVsHegel: das Absolute, Gott, ist nur dem Individuum zugänglich.
II 87
VsHegel: vernichtet den letzten Rest der Verbergung des Seines dem absoluten Sichselbstwissen des absoluten Geistes. - - -
Rorty III 196
HeideggerVsNietzsche/HeideggerVsHegel: verstand die Schwierigkeit sehr gut, am Ende einer Erzählung die Leiter wegzuwerfen. Er selbst wollte keine Erzählung, sondern eine Litanei geben.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Berlin 2006

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsHegel Leibniz Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 13
Leibniz/Holz: die innere Einheit seines Werks ist nur von der Metaphysik her zu begreifen. Seine Position liegt zwischen Kant und Hegel: er zeigt LeibnizVsKant die Alternative einer Metaphysik als Wissenschaft auf, indem er ihre Methode zeigt,
LeibnizVsHegel: zeigt die Möglichkeit einer Metaphysik, die nicht auf eine absolut idealistische Weise begründet ist.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998
VsHegel Luhmann Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
II 30
Reflexion: keine Hierarchie der Refexivität. Beobachtung 2. Ordnung hat keine hierarchisch höhere Position. Wer allerdings einen Beobachter beobachtet, verwendet eine andere Unterscheidung als er selbst. (LuhmannVsHegel).LuhmannVsSubjekttheorie.
AU Kass 7
Subjekt/Objekt/Luhmann: schwieriges Problem. Zunächst: wer ist der Beobachter? Er ist die letzte Figur, die aber wiederum einen Explikationsbedarf über bestimmte Unterscheidungen hat.
LuhmannVsSubjekttradition: hier hat man Kontinuitäten und Diskontinuitäten, die erlauben, zu entscheiden, ob man den Begriff des Subjekt nach Lage anwenden möchte. ((s) nicht eigentlich Hegel ist hier der Kontrahend).
Luhmann: wir sollten vielleicht besser auf Unterscheidung abheben. Es gibt aber keine endgültige Entscheidung in dieser Sache.
...klassische Subjekt, das immer wußte, daß es ein Subjekt ist.
Dagegen spricht, daß man leicht aus dem Auge verliert, daß auch Soziale Systeme Subjekte sind! Bsp diese Vorlesung ist ihr eigenes Subjekt! Bsp die Gesellschaft ist ein Subjekt. Aber keine Analogie zum Bewußtsein! Das gäbe bekannte Probleme. Am besten, wir benutzen den Subjektbegriff daher nicht.

Anderer Grund: unsere Zwei-Seiten-Unterscheidung, bei der die Welt in zwei Seiten unterschieden wird (S/U). Dann ist nämlich die Frage. wo kommt der Beobachter eigentlich vor? Im System oder der Umwelt?(K.7)
Zeit/Hegel/(Enzyklopädie): § 258:" die Zeit als die negative Einheit des Außersichseins ist gleichfalls ein schlechthin (gleichfalls ein?) schlechtes Ideales. Sie ist das Sein, indem sie es nicht ist und indem sie es nicht ist, ist."
Luhmann: warum wird hier die Unterscheidung Sein/Nichtsein eingeführt?

AU Kass.9.
Bewegung/Luhmann: ist nach Hegel und Aristoteles dann etwas, was das Nichtsein mit dem Sein verbindet. Zeit/Bewegung/Luhmann: aber Bewegung genügt nicht für die Definition von Zeit, weil Zeit sich nicht an uns vorbeibewegt. Das sieht auch Aristoteles. Zeit ist von Anfang an von einer Unterscheidung abhängig. Zentrale Frage: wer ist der Beobachter? Daran schließt sich sofort die Frage an: wer stellt diese Frage?

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsHegel Russell Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon:
Bertrand Russell
IV 127
RussellVsHegel: viele unbegründete Annahmen. Eine Wahrheit über ein Ding ist nicht Teil des Dings selbst, obgleich sie zu seinem "Wesen" gehören muss. wenn das Wesen eines Dings alle Wahrheiten sein soll, dann können wir das "Wesen" nicht erkennen, bevor wir seine sämtlichen Beziehungen zu allen anderen Dingen im Universum kennen. Aber wenn wir das Wort „Wesen“ in diesem Sinne brauchen, müssen wir behaupten, dass ein Ding erkannt werden kann, auch wenn sein »Wesen« unbekannt ist, oder unvollständig bekannt ist. Widerspruch: das bringt Erkenntnis von Dingen und Erkenntnis von Wahrheit durcheinander.
IV 128
Bekanntschaft/Russell: impliziert keine Erkenntnis des "Wesens". Aus der Tatsache, dass ein Ding ist, was es ist, können wir nicht folgern, dass es die verschiedenen Beziehungen die es faktisch hat, auch haben muss! Das folgt nur scheinbar, weil wir es nämlich schon wissen. (> naturalistischer Fehlschluss). RussellVsHegel: wir können also nicht beweisen, dass das Universum als Ganzes ein harmonisches System bildet. Wenn wir das nicht beweisen können, können wir auch nicht die Unwirklichkeit von Raum, Zeit und Materie und das Nichtsein des Bösen beweisen. Denn Hegel folgert ihre Unwirklichkeit ja aus dem fragmentarischen und relationalen Charakter dieser Dinge. (Naturalistischer Fehlschluss).

R I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

R II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

R IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

R VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg), Frankfurt 1993

R VII
B. Russell
Wahrheit und Falschheit
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg), Frankfurt 1996
VsHegel Ryle Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 204
Wissen/Erkennen/RyleVsHegel: Die Unterscheidung zw Versuchs und Geschafft Zeitwörtern (Aufgaben und Leistungen) befreit uns von einem anderen theoretischen Ärgernis: "wissen", "erkennen" "lösen" können nicht mit Adverbien wie "irrtümlich" und fälschlich oder "unrichtig" verwendet werden, man kann nicht etwas Falsches wissen, es ist eine andere Grammatik. ((s) HegelVsRyle: Phänomenologie, Vorwort – Hegel dort: Man kann durchaus etwas falsches wissen. Bsp unperfekte geometrische Zeichnungen.)

Ry I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969
VsHegel Wittgenstein Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
Schurz I 224
Erklärung/Hegel/Schurz: These: geht prinzipiell über Beschreibung hinaus, sie ist eine Art „Wesensschau“. DuhemVsHegel/WittgensteinVsHegel: Wissenschaft kann überhaupt nur beschreiben! ((s) WittgensteinVsErklärung/WittgensteinVsHegel).
Gesetz/Naturgesetz/NG/Lösung/Hempel: auch Gesetze sind Beschreibungen – eben allgemeine Beschreibungen!
Erklärung/Hempel: geht darin über Beschreibung hinaus, dass sie einen logischen Zusammenhang aufstellt.
I 225
Letzterklärung/Schurz: gibt es in der Wissenschaft aus genau diesem Grund nicht: jede Erklärung muss etwas Unerklärtes voraussetzen. Bsp Gravitationsgesetz, Bsp die Tatsache, dass es einen Urknall gab.
Nichts kann sich selbst erklären, es gibt keine "Selbsterklärung".

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
VsHegel Verschiedene Vs Hegel, G.W.F. Kierkegaard I 109
Notwendigkeit: Frage: hat das Vergangene größere Notwendigkeit als Zukünftige? KierkegaardVsHegel: Das Notwendige kann überhaupt nicht geändert werden, es wird nicht, sondern es ist.





Kier I
S. Kierkegaard
Philosophical Fragments 2009
VsHegel Vollmer Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 220
Wissen/Kriterium/Erkenntnis/Vollmer: wir brauchen ein Kriterium dafür, wann Erkenntnis gültig ist. Ein solches Kriterium wäre nun selbst wieder ein Stück Wissen und brauchte wiederum ein Kriterium Regreß. Andererseits könnte das Kriterium keine einfache Konvention sein, da eine Konvention keine Erkenntnis rechtfertigen kann. Höchstens durch weitere Konventionen. Regreß.
Das ist ungefähr:
SchellingVsKant: wir brauchen ein Erkennen des Erkennens. Und das ist zirkulär.
HegelVsKant: Untersuchung des Erkennens: kann nicht anders als erkennend durchgeführt werden. Als ob man Schwimmen lernen wollte, bevor man ins Wasser geht.
Vollmer: das Argument ist von Leonard Nelson ausgebaut worden und heißt daher "Doppelnelson".
I 221
VollmerVsHegel: das Argument ist logisch korrekt, aber es behauptet nicht, dass Erkenntnis insgesamt unmöglich wäre, sondern nur im genannten Sinne.
Wenn wir uns zum Prinzip machen, die Gültigkeit von allem Wissen zu bezweifeln, kommen wir zum Skeptizismus, der (nach Russell) auch nicht widerlegt werden kann.
Erkenntnistheorie beweist nicht die Existenz von Erkenntnis, sie setzt Erkenntnis voraus.

Vo I
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd I Stuttgart 1988

Vo II
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd II Stuttgart 1988
VsHegel Wessel Vs Hegel, G.W.F.
 
Bücher bei Amazon
I 221
Identität/Hegel: verwarf den Satz "a = a". "Kein Gegenstand bleibt sich selbst gleich". WesselVsHegel: Fehler: Verwechslung von Wort und Gegenstand.
I 222 ...+... Z.
Zahlen/Wessel: in der Mathematik sind Zahlen Objekte, die durch Definition eingeführt werden. Sie existieren erst, wenn man Zeichen für sie einführt. Man unterscheidet zwar zwischen Ziffer und Zahl, aber ohne Bezeichnungen (Ziffern) existieren auch die Zahlen als abstrakte Objekte nicht.
Das führte dazu, dass man Zahlen und Zahlentermini häufig nicht unterscheidet.
Identität/Hegel: Bsp "Der Baum ist der Baum" drücke "nicht das Ansich desselben" aus, weil es ihn "nicht als ein in sich selbst Reflektiertes darstellt". (WesselVs).
Identität/WesselVsHegel: 3. Fehler Hegels: Identität und Verschiedenheit nicht als zweistellige Prädikate (Relation) sondern zum einen als Subjektterminus und zum anderen als einstelliges Prädikat anzusehen. Verschiedenheit ist einfach die Negation der Identität!
WesselVsHegel: hat auch Unrecht darin, dass er sich bei seiner Erörterung auf die triviale Identität a = a beschränkt. Diese Identität wäre als einzige wirklich überflüssig. Wir können aus ihr keine Schlüsse ziehen und keine Veränderung beschreiben.
- - -
I 365
Sein/Nichts/Hegel: versucht, den Begriff des "Werdens" durch die Wörter "Sein" und "Nichts" zu bestimmen,. WesselVsHegel: das ist zum Scheitern verurteilt: ohne jede Rückgriff auf das empirisch Gegebene lassen sich Veränderungstermini nicht einführen. (>SellarsVs).
I 365/366
Ähnlich wie das Existenzprädikat lassen sich Veränderungstermini nicht rein logisch einführen. Empirische Vorstellung von Veränderung wird in der Logik bereits als bekannt vorausgesetzt. Z.B. werden Zeitbegriffe über Veränderung definiert.
- - -
I 366
Veränderung/Wessel: kann auf zweierlei Weise eingeführt werden, 1. mit Verwendung von Zeittermini - 2. ohne Verwendung von Zeittermini.
I 367
Problem: zwei Möglichkeiten: Merkmale an einem Gegenstand können sich modifizieren, oder ganz verschwinden bzw. neu entstehen. Dementsprechend kann man auch zwischen Übergangszuständen oder statischen Zuständen unterscheiden.
s(s~E(a) => sE(a)) ein Entstehen von a
s(sE(a) => s~E(a)) ein Vergehen von a
s(S~A => sA) ein Entstehen von sA
s(sP(a) => s -i P(a) ein Verlust des Merkmals P.
Paradox der Veränderung/Wessel: "ein sich verändernder Körper besitzt eine Eigenschaft p und besitzt sie gleichzeitig nicht".
dialektische Identität/Hegel/Wessel: logische Form:
es gibt eine Eigenschaft P derart, dass P(a1) u P(a2) gilt, und es gibt eine Eigenschaft Q derart, dass Q(a1) u -i Q(a2) oder -i Q(a1) u Q(a2) gilt. ((s) Etwas bleibt und etwas ändert sich).
Veränderung/Prädikat/Wessel: bisher haben wir das zweistellige Prädikat => betrachtet: etwas wird zu etwas anderem.
Es gibt aber auch das einstellige Prädikat llv (Pfeil nach unten) "etwas verändert sich" , "etwas wird wahr" oder unwahr.
Bsp "Das Wasser ist bewegt".
WesselVsHegel: daran wird klar, wie unbegründet die Entgegensetzung von Seins und Werdenstermini ist.
Veränderung/Ereignis/Prädikat/Wessel: mit dem Veränderungsprädikat sA => sB lassen sich nun Subjekttermini bilden: s(SA => sB). so nennt man Ereignisse!
(s) Ereignis: sing Term, der aus einem Prädikat für Veränderung gebildet ist).
Wessel: für solche Prädikate muss aber jeweils nachgewiesen werden, ob sie mit Subjekttermini dieses Typs verknüpfen darf.

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
VsHegel Feyerabend Vs Popper, K.
 
Bücher bei Amazon
I 74
Einstein/Popper/Feigl: FeyerabendVsPopper: Popper und Feigl haben versucht, aus Einstein einen naiven Falsifikationisten zu machen. In Wirklichkeit stellt Einstein »die Vernunft der Sache« über die »Verifikation durch kleine Effekte«. »... wenn überhaupt keine Lichtablenkung oder Perihelbewegung bekannt wären, wäre die Theorie doch überzeugend, weil sie das Inertialsystem vermeidet.
I 236
Falsifikation/FeyerabendVsPopper: daß neue Beobachtungen alte widerlegten und so den Aufbau einer neuen Astronomie erzwangen ist sicher nicht richtig für Kopernikus. Ein so komplexer Prozeß wie die »kopernikanischen Revolution« ist nicht auf ein einziges Prinzip zurückzuführen.
I 356
FeyerabendVsPopper: Popper faßt Wissenschaft als Problemlösung auf. Das übersieht, daß Probleme falsch formuliert sein können.
II 82
PopperVsHegel: zeigt sehr umständlich, daß man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, daß Hegel beseitigt werden muß. FeyerabendVsPopper: Bsp das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müßte beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
DF: Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen? Logik: auch mit der älteren Quante Theorie oder mit der Differentialrechnung z. Zt. Newtons unvereinbar.
Erklärung/Popper: erklärt »daß die Welt jeder unserer Theorien durch weitere Welten erklärt werden kann, die von weiteren Theorien beschrieben werden«. Die Lehre von einer letzten Realität fällt in sich zusammen.
II 119
FeyerabendVsPopper: aber nur, weil sie zu seiner Lieblingsmethodologie nicht entspricht. Wenn sich aber herausstellt, daß die Welt endlich ist, dann haben wir eine »letzte Realität«. FeyerabendVsPopper: Vs »Dritte-Welt«: sie ist mit genauso vielen verschiedenen (und oft inkommensurablen) Entitäten bevölkert, als es Glaubensansichten in der »Zweiten Welt« gibt. Löst nicht das Problem des Relativismus, sondern versteckt es.
II 201
FeyerabendVsPopper: »bloßer Propagandist«. (Sein ehemaliger Lehrer).

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
VsHegel Habermas Vs Subjektphilosophie
 
Bücher bei Amazon
I 119
Subjektphilosophie: (HabermasVs, NietzscheVs,)....die nihilistische Herrschaft der subjektzentrierten Vernunft wird als Resultat und Ausdruck einer Pervertierun des Willens zur Macht begriffen.
I 180
...das Dasein begründet sich aus sich selbst. So begreift Heidegger die Welt als Prozeß wiederum nur aus der Subjektivität des Selbstbehauptungswillens. Das ist die Sackgasse der Subjektphilosophie. Dabei spielt keine Rolle, ob erkenntnistheoretischen Fragen oder Frage nach dem Sein der Primat eingeräumt wird. Die monologische Ausführung von Absichten, d.h. Zwecktätigkeit, gilt als primäre Form des Handelns. (VsKommunikation). Die objektive Welt bleibt der Bezugspunkt. (Modell der Erkenntnisbeziehung).
I 309
HabermasVsSubjektphilosophie: jedesmal endet der Versuch, den mißlichen Alternativen zu entkommen, in den Verstrickungen des sich selbst vergottenden, in Akten vergeblicher Selbsttranszendenz sich verzehrenden Subjekts. Seit Kant nimmt das Ich gleichzeitig die Stellung eines empirischen Subkjekts in der Welt ein, wo es sich als Objekt unter anderen wiederfindet.In der Stellung eines transzendentalen Subjekts findet es sich gegenpber einer Welt als ganzer, die es als die Gesamtheit der Objekte möglicher Erfahrung selbsr konstituiert.
Von Hegel bis Merleau-Ponty reichen die Versuche, diese unvereinbaren Alternativen als Selbsterzeugung des Geistes oder der Gattung zu begriefen.
HabermasVsHegel: weil diese hybriden Unternehmen der Utopie vollständiger Selbsterkenntnis nachjagen, schlagen sie immer wieder in Positivismus um. (Heute: Leib-Seele-Problem).
I 435
LuhmannVsSubjektphilosophie: "Schlichte Gemüter wollen hier mit Ethik gegen angehen". (Habermas: nicht ohne Hohn.). HabermasVsSubjektphilosophie: Gesamtgesellschaftliches Bewußtsein als übergeordnetes Subjekt, es entsteht ein Nullsummenspiel, in dem bewegungsspielräume der Individuen nicht richtig untergebracht werden können . (s) Jeder gesellschaftliche Konflikt erschiene als Schizophrenie!
Habermas: Lösung: alternative Begriffsstrategie: Öffentlichkeiten lassen sich als höherstufige Intersubjektivitäten begreifen. In dieser aggregierten Öffentlichkeit auch ein gesamtgesellschaftliches Bewußtsein. Dieses braucht nicht mehr den Präzisionsforderungen der Subjektphilosophie ans Selbstbewußtsein zu genügen!
Luhmann II 136
Subjektphilosophie/Habermas: Problem: im philosophischen Diskussionen übersteht Ideologiekritik nicht einmal die simpelste Selbstanwendung. Sie kann allenfalls erklären, warum sich jemand irrt, sie kann aber nicht zeigen, daß es sich um einen Irrtum handelt.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsHegel James Vs Verschiedene
 
Bücher bei Amazon
I 17
JamesVsHegel.
I 29
JamesVsphysiologische Psychologie (Lotze).
I 52
Monismus/James: (Terminologie): Bezeichnung für neohegelianisch: Existenz eine allwissenden Geistes wird als Voraussetzung für Wissen und Erfahrung überhaupt angesehen (JamesVs). - - -
Stegmüller IV 494
W. K. Clifford: These: es ist falsch überhaupt irgend etwas zu glauben! JamesVsClifford: unsere gemüthafte Natur darf nicht nur, sie muss eine Wahl zwischen Alternativen treffen.
Unsere außervernünftige Natur beeinflusst unsere Überzeugungen. Was Hypothesen für uns erledigt, sind fast immer Willensakte. (Mackie pro).
Das Meiste was man glaubt, glaubt man auf Autorität hin! (Mackie pro).
IV 495
Es ist ein Unterschied, ob man Wahrheit erkennen will oder Irrtum vermeiden. Moral/James: ist objektiv (MackieVs) aber wir können nicht auf empirische Beweise warten.
IV 495/496
Moral/James: behauptet zweierlei. 1. die besten Dinge sind die dauerhafteren, die ins Jenseits reichen.
2. es geht uns bereits jetzt besser, wenn wir die erste Aussage glauben.
Religion/James: der vollkommenere und dauerhaftere Teil des Universums wird personal verstanden. Die einzig praktische Art, die religiöse Hypothese anzunehmen ist, ihr auf halbem Wege entgegenzukommen. > Moral; soziales Zusammenwirken, Vertrauen.
Tatsachen/Glauben/James: selbst bei Tatsachenfragen kann das Gemüt durchaus den Ausschlag geben. MackieVs: das ist Pascal zu nahe.
IV 497
James: wo die spekulative Vernunft kein Resultat liefert, soll das Eigeninteresse den Ausschlag geben. MackieVs: das sollten wir nicht begrüßen, es sollte uns noch kritischer machen!
MackieVsClifford: wir müssen nicht nur bereit sein, Hypothesen aufzustellen und zu testen, wir müssten ihnen auch vorsichtig zustimmen können.
IV 498
James: die einzige Methode, eine Hypothese zu prüfen, ist, mit der (entsprechenden) Person in Beziehung zu treten. Theismus/James: "auf halbem Wege entgegenkommen" sich darauf einlassen! Wir werden am Ende besser gestellt sein, wenn wir wenigstens einmal versucht haben, uns darauf einzulassen.
IV 499
James/Mackie/Stegmüller: James kommt von allen kritisierten Autoren bei ihm am besten weg.
VsHegel Kripke Vs Verschiedene
 
Bücher bei Amazon
I 57
Kripke: es wäre interessant Lewis Ansichten mit der Viele-Welten-Deutung der Quantenmechanik durch Wheeler und Everett zu vergleichen. Ich habe den Verdacht, diese Auffassung der Physik könnte an analogen philosophischen Problemen kranken. (>Deutsch). KripkeVsEverett.
I 77
KripkeVsBündeltheorie: sehr verbreitet, eine Version heißt z. B. (1) jedem Namen "X" entspricht ein Bündel "phi" von Eigenschaften so dass der Sprecher A meint: "phi X".
I 78
Diese These ist wahr, weil sie einfach eine Definition sein kann! Die folgenden Thesen jedoch sind denke ich, alle falsch.
(2) A meint, dass eine der Eigenschaften oder einige zusammen, einen bestimmten individuellen Gegenstand als einzigen herausgreifen.
KripkeVs: das bedeutet nur, dass A meint, dass sie es tun. Daß er recht hat, ist eine andre These.
(3) wenn die meisten oder eine ausschlaggebende Menge der Eigenschaften aus dem Bündel erfüllt werden, dann ist y der Referent von "X".
KripkeVs: das hieße also, dass einige Eigenschaften wichtiger sind als andere. Eine Theorie muss aber angeben, wie diese Gewichtung vor sich geht. +
I 117
Ruth Barcan Markus: Identitäten zwischen Namen sind notwendig. Wenn jemand denkt, das Cicero und Tullius identisch sind, und die beiden wirklich als Namen verwendet, dann ist er dadurch an die These gebunden, dass seine Meinung eine notwendige Wahrheit ist. Markus redet von einem " bloßen Etikett ".(mere tag). QuineVsMarkus: wir könnten den Planeten Venus an einem schönen Abend mit dem Eigennamen "Hesperus" etikettieren. Wir könnten denselben Planeten, an einem Tag vor Sonnenaufgang, nochmals etikettieren, diesmal mit dem Eigennamen "Phosphorus". Wenn wir entdecken, dass es zweimal derselbe Planet war, dann ist unsere Entdeckung eine empirische. Und nicht deswegen, weil die Eigennamen Beschreibungen waren.

EMD 413
Ontologie/Kripke: dank Tarski und der Kompliziertheit der Konvention W ist unser Diskurs sehr wohl ontologisch verpflichtet auf die Existenz von Schiffen und Molekülen, Gebäuden und sogar Zitronen! KierkegaardVsHegel: sein Philosophie ist komisch (Ulkig, sonderbar).
KripkeVsWallace: dito! Warum sollte ein Astronom, der einen neuen Planeten entdeckt hat, darauf hingewiesen werden, daß er nach der sQ keine "ontologische Verpflichtung" auf solche Sachen hat?

K I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

K III
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg), Oxford/NY 1984

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erklärung Hempel, C.
 
Bücher bei Amazon
Schurz I 224
Erklärung/Hegel/Schurz: geht prinzipiell über Beschreibung hinaus, sie ist eine Art "Wesensschau". DuhemVsHegel/WittgensteinVsHegel: Wissenschaft kann überhaupt nur beschreiben -" Hempel: Erklärung geht über Beschreibung hinaus, indem sie einen logischen Zusammenhang herstellt - Schurz: genau deshalb keine Letztbegründung, keine Letzterklärung.
I 226
Strukturgleichheit/Voraussage/Erklärung/Hempel/Schurz: (früher und mittlerer Hempel): These Erklärung und Voraussage sind strukturgleich.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erklärung Hegel, G.W. F.
 
Bücher bei Amazon
Schurz I 224
Erklärung/Hegel/Schurz: Erklärung geht prinzipiell über Beschreibung hinaus, sie ist eine Art "Wesensschau". DuhemVsHegel/WittgensteinVsHegel: Wissenschaft kann überhaupt nur beschreiben.
Hempel: Erklärung geht über Beschreibung hinaus, indem sie einen logischen Zusammenhang herstellt. Schurz: genau deshalb gibt es keine Letztbegründung, keine Letzterklärung.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006