Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 5 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Aussagen Schlick
 
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Horwich I 91f
Tatsachen/Propositionen/HempelVsSchlick: können nicht miteinander verglichen werden - Propositionen können nur mit Propositionen verglichen werden (>Kohärenztheorie). - SchlickVsHempel: Aussagen (hier = Propositionen) können sehr wohl mit der Realität verglichen werden. - Bsp "Diese Kathedrale hat zwei Türme" mit der Kathedrale.

Schli I
M. Schlick
General Theory of Knowledge 1985

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Bestätigung Hempel
 
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Bubner I 125
Bestätigung/Hempel/Wissenschaftstheorie/Bubner: Verhältnis der logischen Inklusion von Sätzen. Damit umgeht er ein entscheidendes Problem der Induktion. Sowohl hypothetisch geltende Gesetze oder Allaussagen, als auch Einzelaussagen aus Beobachtung sind als Sätze Gegenstand logischer Betrachtung.
Formale Regeln der Ableitung
Rehabilitierung der Deduktion.
Mit P.Oppenheim: D N Modell: deduktivnomologische Erklärung: wissenschaftliche Erklärung als logische Operation mit Sätzen, Subsumtion von Sätzen unter Sätze, Das Explanandum wird subsumiert unter Erklärungsgründe(Explanas).
Das Explanans zerfällt in Antezedensbedingungen (C1,C2,...Ck), die ein Ereignis beschreiben, und allgemeine Gesetzesaussagen (L1.L2...Lr).

I 127
Deduktionsschema/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).

GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.

C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982
Erklärungen Fraassen
 
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I 23
Erklärung/FraassenVsReichenbach: die uneingeschränkte Forderung nach Erklärung führt zur Forderung von verborgenen Variablen.
I 25
Erklärung: wenn bloße Regularität eine makroskopische Th armselig macht, dann genauso eine mikroskopische - Zufall: auch er kann eine Erklärung haben.
I 39
Erklärung/FraassenVsAugustinus: das Fliehen der Maus vor der Katze muss man nicht durch Wahrnehmung erklären - sondern mit Darwin: die fliehenden Mäuse überleben - keine Rechenschaft durch Gründe - analog: die erfolgreichen Wissenschaften überleben - ohne dass das erklärt werden muss.
I 86
Theorie/E: Bsp man könnte zwei Arten von Mechanik haben, eine für Physiologien - eine für Astronomen. - Problem: damit kann man kein komplexes Phänomen erklären - Bsp Mann, der auf dem Mond herumspaziert - wenn beide Theorien keine gemeinsamen Modelle haben, muss man eine neue Theorie über lunare Gravitation ersinnen - empirische Adäquatheit: verlangt aber die Integration dieser -"Minitheorien".
I 87
E: wenn wir eine Art von Fragen für wichtiger halten ist das kein Grund, die Theorie, die diese erklärt, für wahrscheinlicher wahr zu halten - dennoch spielt die soziale Situation des Forschers eine Rolle bei der Bewertung von Theorien.
I 93
E//Ernest Nagel: Organisation und Klassifikation unseres Wissens - FraassenVsFeyerabend: hat das falsch verstanden: daß das eine Funktion von Interessen sei - FraassenVsFeyerabend: dann kann man aufhören zu forschen, wenn man glaubt, was man sagt - naive Sicht von wissenschaftlicher Sicherheit - dann müssten die Wissenschaftler einen Eid schwören, daß sie nach E suchen - FraassenVsFeyerabend: in Wirklichkeit muss man immer an der Adäquatheit zweifeln.
I 97f
Erklärung/FraassenVsTradition: eine Erklärung muss nicht wahr sein! - a) "Wir haben eine Erklärung" (hat mit Akzeptieren zu tun) - b) "Die Theorie erklärt" (ohne Akzeptanz) - Bsp Newtons Theorie war falsch, dennoch erklärt sie vieles - ((s) Dann kann eine Theorie nicht eine Konjunktion von Sätzen sein, denn dann darf kein Satz falsch sein.) - Harman: Erklärung führt zu Akzeptanz. - Erklärung/Fraassen: Erklärung von etwas verlangt nicht, dass die Theorie mit der Welt als ganzes übereinstimmt.
I 98
Man kann die Wahrheit einer Theorie nicht vor ihrer Erklärungskraft behaupten. - Erklärung: ist keine zusätzliche Eigenschaft zu empirischer Adäquatheit - Bsp "Der Computer berechnete" - niemand würde sagen "Der Hammer schlug den Nagel ein".
I 106
Erklärung/VsHempel/Morton Beckner: Bsp Evolution ist nicht deterministisch - Bsp Hals der Giraffe nicht durch Futterknappheit erklärt - nur durch Vereinbarkeit von genetischen und natürlichen Selektionsmechanismen - Putnam: auch Newtons Erklärungen sind keine Deduktionen - sondern Demonstration von Vereinbarkeiten.
I 110
Def Erklärung/Friedman: S erklärt P gdw. P eine Konsequenz S ist, relativ zu K und S "reduziert" oder "vereinheitlicht" die Menge seiner eigenen Konsequenzen relativ zu K.
I 111
Erklärung: Problem: 1. Unvollständigkeit: Krankheit erklärt eine seltene Folgeerkrankung, die durch sie ausgelöst wurde - aber nicht, warum dieser Patient betroffen ist - Asymmetrie: Bsp Länge des Schattens: immer gleichzeitig mit bestimmtem Sonnenstand. - Verursachung: läuft aber nur in einer Richtung.
I 111
Warum-Frage: tritt gar nicht auf, wenn das Spektrum durch die Atomstruktur erklärt wird.
I 124
Erklärung: hat mit warum zu tun - hervorstechende Faktoren im kausalen Netzwerk finden - Problem: Netz als Ganzes erklärt nicht typische Fälle - Wissenschaft beschreibt aber das Netzwerk - ((s) Daher ist Wissenschaft nicht gleich Erklärung - Erklärung: muss mindestens sagen, dass es eine Struktur gibt, die im Prinzip beschrieben werden kann - wenn auch nie vollständig.
I 146
Erklärung: für die Bewertung einer Antwort auf eine Warum-Frage als Erklärung geht es nicht darum, ob diese wahr ist. - Die Evaluation gebraucht nur den Teil der Hintergrundinformation, der die allgemeine Theorie über diese Phänomene liefert plus Zusatzinformationen, die nicht die zu erklärende Tatsachen beinhalten. - ((s) z.B. Rahmenbedingungen).
I 155
Erklärung/Beschreibung/Fraassen: unterscheiden sich nicht in der Information - wohl aber: E: drei-stellige Relation Theorie-Tatsache-Kontext - Beschreibung: zwei-stellig: Theorie-Tatsache - Erklärung: ist angewendete Wissenschaft (nicht reine Wissenschaft).
I 205
Erklärung/Thomas v. Aquin/Fraassen: alles was erklärt wird, muss durch etwas anderes erklärt werden.
I 206
Die Prämissen müssen mehr als die Konklusion enthalten - zusätzlich: Verallgemeinerung: z.B. dass alle Magnete Eisen anziehen. - ((s) Das ist immer noch phänomenal.) I 213 Erklärung/Fraassen: nur beobachtbare Regularitäten verlangen Erklärung.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Erklärungen Hempel
 
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Bigelow I 299
Erklärung/Tradition/Gesetze/Hempel/Bigelow/Pargetter: (Vertreter: Hempel u. Oppenheim 1948, Hempel 1965, Mill 1843/50, Jevons 1877, Ducasse 1925, Feigl 1945, Popper 1945,, Hospers 1946). Hempel/Terminologie/Schreibweise/Bigelow/Pargetter:
O: Ergebnis
L: Gesetze
C: Bedingungen (Mengen von Sätzen, als Prämissen.
Dann könnte „O“ auch als Menge von Sätzen angesehen werden. Wir sprechen aber von zusammengesetzten Sätzen).
Dann haben wir:
L
C
O.
Anfangsbedingungen/Hempel/Bigelow/Pargetter: werden manchmal gar nicht gebraucht. Manchmal erklären aber die Gesetze allein den Fall nicht: Bsp dass Halley’s Komet in 60 Jahren wiederkommt, dazu brauchen wir Informationen über bestimmte Tatsachen, es folgt nicht allein aus den Gesetzen. Die Tatsachen sind natürlich kontingent.
I 301
nichtstatistische Erklärung/Hempel: These wenn L und C O erklären, dann müssen sie O logisch implizieren (entail). Sonst haben wir bestenfalls eine Erklärungsskizze, die weitere Annahmen erfordert. Bigelow/Pargetter: das drückt aber noch nicht ganz die Idee der Erklärung durch „Ableitung aus Gesetzen“ aus: Die Gesetze müssen gebraucht werden. Nicht nur erwähnt. D.h. es muss ein Sichverlassen auf Gesetze geben.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: Pointe: das sind dann aber nur Scheinerklärungen!
I 302
So wie Quacksalber und Magiere oft eine Erklärung unter Berufung auf angesehene NG liefern, die sich bei näherem Hinsehen als zirkulär entpuppt. Lösung/Hempel: um das auszuschließen verlangt er, daß zusätzlich die Prämissen wahr sein müssen und O nicht gefolgt wäre, wenn C alleine ohne die Gesetze (L) gewesen wäre.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: daran muss man noch extrem viele Verfeinerungen vornehmen und Sonderfälle betrachten. Das würde Lewis die „Ein Flicken pro Loch“-Methode nennen.

statistische Erklärung/probabilistisch/Hempel/Bigelow/Pargetter: (Hempel 1965) hier ist es unmöglich Gesetze zu finden, die das genaue Ergebnis prognostizieren. Es mag aber in bestimmten Fällen sehr wahrscheinlich sein. Oder wahrscheinlicher, wenn die Gesetz wahr sind, als wenn sie nicht wahr wären.
I 303
Die statistischen Erklärungen sind so etwas wie Ableitungen aus dem zu erklärenden Ding. Und zwar solche Ableitungen, die aus ungültigen Schlüssen entstehen! (?). logische Form: die Konklusion soll wahrscheinlich sein, gegeben die Prämissen.
Varianten: man kann hohe Wahrscheinlichkeit von vornherein fordern. Oder sie soll höher sein als die von O ohne die Prämissen oder schwächer: dass O nur zu einem bestimmten Grad wahrscheinlich gemacht werden muss usw. (Lit: Salmon 1982).
Bigelow/Pargetter: das unterscheidet sich alles nicht wesentlich von der nichtstatistischen Erklärung. Statistische Gesetze gehören ja auch zur Menge der Gesetze.
Erklärung/Bigelow/Pargetter: mit Hempels Hilfe können wir jetzt aber unseren Begriff von Erklärung etwas erweitern:
I 304
Wenn wir die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses erhalten, haben wir damit das Ergebnis selbst auch ein wenig erklärt. statistische Erklärung/Hempel/Bigelow/Pargetter: letztlich geht es darum, ob ein Ergebnis herauskommt, oder wahrscheinlich ist. Wir können beide Fälle zusammenfassen.
„statistisch“/Hempel/Bigelow/Pargetter: diente bei ihm nur der Abschwächung der Forderung der logischen Gültigkeit.
Erklärung/Hempel/Bigelow/Pargetter: These ist ein offener Prozess. Das ist wichtig. Sowohl die Anfangsbedingungen können variiert werden, als auch die Gesetze von anderen Gesetzen abgeleitet werden.
Bsp Keplers Gesetze wurden von Newton auf tiefere zurückgeführt. Diese implizieren (entail) dann logisch die Keplerschen.
I 305
Offenheit/Hempel: besteht darin, dass man vielleicht immer tiefere Gesetze finden kann. Bigelow/Pargetter: das ist eine Stärke seiner Theorie.

C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Relevanz Scriven
 
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Fraassen I 104
Relevanz/Erklärung/ScrivenVsHempel/BrombergerVsHempel: Relevanz liefert weder hinreichende noch notwendige Bedingungen dafür, dass etwas eine Erklärung ist - nicht hinreichend: gute Glaubensgründe sind keine Erklärung. - Bsp Rotverschiebung kann kein Grund für die Expansion sein. - nicht notwendig: nicht jede Erklärung liefert gute Glaubensgründe. - Bsp Seltene Krankheit als Folge einer häufigen: also rät man zur Behandlung. - Dennoch wäre es nicht rational zu erwarten, dass die Krankheit auftritt. - Bsp Eine sehr kleine Menge Uran strahlt wahrscheinlich nicht - aber wenn sie strahlt ist die richtige Erklärung, dass es Uran ist - Bsp ein Mann der Antibabypillen nimmt, wird auch nicht schwanger.
I 109
Relevanz nicht hinreichend: Bsp 90% der Pflanzen werden getötet: dann ist es keine Erklärung für das Überleben einiger, dass sie eingesprüht wurden.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 19 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsHempel Hempel Vs Aristoteles
 
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Bubner I 127
Deduktionsschema/HempelVsAristoteles/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).
GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.
C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982
VsHempel Hempel Vs Brückengesetze
 
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Cartwright I 131
Brücken-Prinzipien/Cartwright: Tradition (Hempel, Grünbaum, Ernest Nagel): die Propositionen einer Theorie bestehen aus zwei Arten:
I 132
a) internen Prinzipien: Inhalt der Theorie, Gesetze über das Verhalten der Objekte. b) Brücken-Prinzipien: verbinden die Theorie mit zugänglicheren Aspekten der Realität (> „präparierte Beschreibung“).
früh: Verbindung zu Beobachtungsberichten.
Vs: das geht nicht, wegen der Theoriebeladenheit der Beobachtung.
neu: Verbindung der Theorie mit schon verstandenem Vokabular.
Hempel/spät: (1979) diese Art von Erklärung ist nicht wirklich deduktiv.
HempelVsBrücken-Prinzipien: Problem: diese sind alles andere als ausnahmslos gültig.
Bsp ein großer Eisenstab zieht Eisenspäne an, auch wenn er nicht magnetisch ist. Ist er also magnetisch? Brücken-Prinzipien sind keine universalen Gesetze.
CartwrightVsHempel: die Situation ist zugleich weniger schlimm und schlimmer als Hempel sag: wenn die richtige Art Beschreibung gegeben ist,
I 133
wissen wir, welche Gleichungen wir anwenden müssen und die Prinzipien, die uns das sagen sind notwendig uns ausnahmslos gültig. Problem: eine solche „richtige Art Beschreibung“ ist äußerst selten! Und es gibt wenig formale Prinzipien dafür. Nur Daumenregeln.
C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983
VsHempel Stroud Vs Carnap, R.
 
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I 182
Extern/intern/Carnap/Quine/Stroud: Quine scheint Carnap so zu interpretieren. Dass der Unterscheidung die zwischen "Kategorien-Fragen" und "Teilmengen-Fragen" entspricht. Extern/QuineVsCarnap: das ist nichts anderes als zwei Weisen der Formalisierung der Sprache. Wenn wir nur eine Art gebundene Variable für alle Dinge haben, wird es eine externe Frage sein: "gibt es so und so?" wenn die Variable über den ganzen Bereich geht. (Kategorien-Frage).
Intern: wenn es für jede Art Ding eine Variable gibt, wird es eine Teilmengen-Frage sein. Dann bezieht sich die Frage nicht auf alle Dinge, die es geben kann.
I 183
Philosophie/QuineVsCarnap: unterscheidet sich von den Wissenschaften nur in der Breite ihrer Kategorien. (W+O, S 275). Extern/intern/QuineVsCarnap: Kategorien-Fragen unterscheiden sich von internen Fragen nur in ihrer Allgemeinheit von Teilmengen-Fragen. Wir können zur Allgemeinheit kommen, indem wir eine Art Variable über alle Dinge gehen lassen.
I 191
StroudVsCarnap: das führt ein "wir" ein, und etwas, das uns zustößt, das "Erfahrung" genannt wird. Dass wir existieren und Erfahrungen haben, kann nicht einfach als eine "interne" Wahrheit der Dingsprache angesehen werden.
Man kann die Sinngebung der Erfahrung dann auch nicht als gemeinsames Ziel aller "echten Alternativen" ansehen, weil dann vorausgesetzt wird, dass es äußere Dinge gibt.
Problem: die Frage des gemeinsamen Ziels aller echten Alternativen kann auch nicht als externe Frage aller Bezugssysteme angesehen werden, weil sie dann sinnlos wird.
Wenn sie aber "intern" wäre, was wäre dann der Unterschied, wenn man von einem Bezugssystem in ein anderes wechselt, das dieses Ziel gar nicht enthält?
Das beantwortet Carnap nicht.
I 192
Das macht es schwer, seinen positiven Ansatz zu erfassen. CarnapVsSkeptizismus: missversteht die Relation zwischen linguistischem Rahmen der Ausdrucksweise über äußere Gegenstände und den Wahrheiten, die innerhalb dieses Bezugssystems ausgedrückt werden.
StroudVsCarnap: aber was ist genau sein eigener nicht-skeptischer Zugang zu dieser Relation?
1. zu welchem System gehört Carnaps These, dass Existenzbehauptungen in der Dingsprache weder wahr noch falsch sind?
2. was drückt die These dann überhaupt aus?
Wissen/intern/Carnap: Bsp der Geometer in Afrika kommt wirklich zu Wissen über den Berg.
StroudVsCarnap: aber was bedeutet es zusätzlich dazu, dass dies keine Wahrheit ist, die unabhängig von einem Bezugssystem gilt?
Angenommen, wir hätten aus irgendeinem Grund nicht die Dingsprache und könnten eine andere Sprache frei wählen. Folgt daraus, dass Bsp der Satz über den Berg in Afrika nicht mehr wahr wäre?
Sicher würden wir in einer völlig anderen Sprache ohne Ding-Ausdrücke etwas ganz anderes ausdrücken. Aber wäre der Satz, den wir jetzt bilden können, in dieser anderen Sprache nicht mehr wahr?
I 193
Und könnte er niemals wahr sein, wenn wir zufällig die Dingsprache niemals angenommen hätten. Existenz/Sprache/Skeptizismus/StroudVsCarnap: das kann nicht richtig sein und es führt zu einem extremen Idealismus, den Carnap gerade ablehnt. Es ist deswegen absurd, weil wir schon genug über Berge wissen, um zu sehen, dass sie nicht durch eine gewählte Sprache beeinflusst werden.
Sprache/Gegenstand/Stroud: die Dinge waren schon lange da, bevor Sprache in der Welt entstand. Und das ist wiederum etwas, was wir "intern" in der Dingsprache wissen.
StroudVsCarnap: dann ist seine These, verstanden als der Sprache "intern", falsch. Sie widerspricht dem, was wir schon als Wissen über uns und die äußeren Dinge annehmen.
Empirisch genommen, führt sie zum Idealismus, der den gewussten Tatsachen widerspricht.
CarnapVsVs: würde sagen, dass man seine These natürlich nicht "empirisch" und nicht der Dingsprache "intern" auffassen darf.
StroudVsCarnap: aber innerhalb irgendeines Bezugssystems muss sie intern sein, sonst ist sie sinnlos.
Problem: das ist aber eine Aussage über die Relation zwischen einem gewählten Rahmen und den internen Aussagen innerhalb dieses Rahmens. Und wenn das impliziert, dass diese internen Aussagen weder wahr noch falsch gewesen wären, wenn ein anderes Bezugssystem gewählt worden wäre, ist das immer noch Idealismus, ob empirischer oder nichtempirischer Idealismus.
Wahrheitswert/WW/Konvention/StroudVsCarnap: die WW der internen Sätzen wären abhängig von der Wahl der Sprache (des Bezugssystems).
I 194
StroudVsCarnap: es ist wichtig zu sehen, dass wenn das nicht folgen würde, Carnaps These nicht vom traditionellen Skeptizismus unterschieden wäre! Es wäre dann Raum für die Möglichkeit, dass Aussagen über Dinge wahr blieben, selbst wenn wir die Dingsprache aufgeben und Wahrheit wiederum sprachunabhängig wäre. Problem: das würde wieder dazu führen, dass unsere Wahl eines linguistischen Rahmens nur deshalb notwendig wäre, um etwas zu formulieren oder zu erkennen, das unabhängig von diesem Rahmen sowieso wahr wäre ((s) > metaphysischer Realismus).
theoretisch: das wäre nach Carnap dann eine "theoretische" Frage über die Akzeptabilität der Dingsprache als Ganzes. Aber in Bezug auf eine Objektivität, die wir dann voraussetzen.
CarnapVsTradition: es ist gerade die Unverständlichkeit solcher theoretischer Fragen, die wichtig bei Carnap ist. Denn
Problem: dann könnte es sein, dass selbst wenn wir unsere besten Prozeduren (> Beste Erklärung) sorgfältig anwenden, die Dinge immer noch anders sein könnten als wir denken, sie wären". Das entspricht dem Skeptizismus.
"Konditionale Korrektheit"/Skeptizismus/Carnap/Stroud: Carnap akzeptiert, was ich die "konditionale Korrektheit" des Skeptizismus genannt haben: wenn der Skeptiker eine bedeutungsvolle Frage stellen könnte, würde er sich durchsetzen.
StroudVsCarnap: wenn er nun nicht leugnen würde, dass die „internen“ Sätze wahr oder falsch bleiben, beim Wechsel des Bezugssystems, würde sein Ansatz genauso tolerant gegenüber dem Skeptizismus wie die Tradition. ((s) Sowohl das Leugnen als auch das Nichtleugnen würde also zum Problem.)
Kant/Stroud: auch er akzeptiert die "konditionale Korrektheit" des Skeptizismus. Wenn Descartes Beschreibung der Erfahrung und ihrer Relation zu den äußeren Dingen richtig wäre, könnten wir nie etwas über diese Dinge wissen.
Carnap/Stroud: seine These ist eine Version der „Kopernikanischen Wende“ von Kant. Und er erlangt sie aus denselben Gründen wie Kant: ohne sie hätten wir keine Erklärung, wie ist’s möglich, dass wir überhaupt etwas wissen.
Bezugssystem/Rahmen/StroudVsCarnap: es öffnet sich eine Lücke zwischen dem Rahmen und dem, was unabhängig von ihm wahr ist. ((s) Wenn eine Wahl zwischen verschiedenen Rahmen möglich sein soll).
StroudVsCarnap: in dieser Hinsicht ist Carnaps Ansatz ganz Kantianisch.
I 196
Und er erbt auch die ganze Obskurität und den Idealismus von Kant. Es gibt überall Parallelen: für beide kann es eine Art Distanzierung von unserem Glauben geben. Wir können eine philosophische Untersuchung des Alltagslebens durchführen, (was die Bedingungen des Wissens betrifft).
I 197
Bezugssystem/Rahmen/StroudVsCarnap: zu welchem Rahmen gehört Carnaps These, dass keine Sätze über äußere Gegenstände wahr oder falsch unabhängig von der Wahl eines Bezugssystems (Sprache) sind? Und ist diese These - analytisch oder nicht – selbst „intern“ in irgendeinem Rahmen? Und ob sie es ist oder nicht, ist sie nicht bloß ein Ausdruck des Kantianischen Transzendentalen Idealismus? Skeptizismus/StroudVsCarnap: der Grundfehler ist, überhaupt eine konkurrierende Theorie zur Tradition zu entwickeln.
I 198
Ein rein negativer Ansatz oder deflationärer Gebrauch des Verifikationsprinzips würde den Skeptizismus einfach als sinnlos eliminieren. Wenn das ginge, brauchte man den Skeptizismus gar nicht mehr zu unterminieren. Aber: Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: Problem: der Status des Verifikationsprinzips selbst, bzw. seine Akzeptabilität. Wir können es nur dann gebrauchen um Descartes zu widerlegen, wenn wir einen guten Grund haben, es als notwendig anzunehmen. Aber das hängt davon ab, wie es eingeführt wird.
Es sollte dazu dienen, die Auswüchse sinnloser philosophischer Spekulation zu verhindern.
StroudVsCarnap: 1. Dann können wir nur noch zuschauen und sehen, wie weit das Prinzip zu einer Unterscheidung taugt, die wir vorher schon getroffen haben! Der einzige Test wären Sätze, die wir schon vorher als sinnlos erkannt hätten!
2. Aber selbst angenommen, das Prinzip wäre als extensional und deskriptiv adäquat erwiesen, d.h. es würde so zwischen sinnvoll und sinnlos unterscheiden, wie wir das tun,
I 199
es würde uns nicht ermöglichen, etwas als sinnlos auszuscheiden, das wir nicht auf anderem Wege schon als sinnlos erkannt hätten. Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: wurde falsch eingeführt ((s) mit dem Hintergedanken, ein Resultat zu liefern, das vorher schon in Gänze bekannt war). Frühe Skizzen Carnaps zeigen, dass zunächst auch fälschlicherweise allgemeine Naturgesetze ausgeschlossen worden wären.
Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: eine richtige Einführung würde ein starkes destruktives Instrument liefern, das schon Kant suchte: sie müsste erklären, warum das VP korrekt ist. Das wäre wahrscheinlich identisch mit einer Erklärung, wie Wissen von äußeren Dingen möglich ist.
Verifikationsprinzip/Hempel/Carnap/Stroud: die frühen Vertreter hatten im Sinn, dass
1. Ein Satz nur dann bedeutungsvoll ist, wenn er einen „tatsächlichen Inhalt“ ausdrückt,
2. Dass Verstehen eines Satzes bedeutet zu wissen, was der Fall wäre, wenn der Satz wahr wäre.
Verifikationismus/Stroud: an diesem Ansatz ist zunächst nichts besonders originelles. Was ihm den verifikationistischen Dreh gibt ist die Idee, dass wir nichts auch nur verstehen können, das nicht als wahr oder falsch gewusst werden kann oder
schwächer: zumindest als rationaler zu glauben als sein Gegenteil.
StroudVsCarnap: das schlug fehl, sogar als Versuch, die empirisch überprüfbaren Sätze herauszugreifen.
I 205
SkeptizismusVsVerifikationismus/StroudVsVerifikationismus/StroudVsCarnap: selbst wenn der Verifikationismus wahr ist, brauchen wir immer noch eine Erklärung, wie und warum die traditionelle philosophische ((s) nicht-empirische) Untersuchung scheitert. ((s) soll hier dem Skeptizismus entsprechen). (>Warum-Frage).
I 207
StroudVsVerifikationismus/StroudVsCarnap/StroudVsHempel: es ist plausibler, das Verifikationsprinzip ((s) > empiristisches Sinnkriterium) zurückzuweisen, als zu behaupten, dass Descartes niemals etwas sinnvolles gesagt hätte. StroudVsVerifikationsprinzip: es wird solange unplausibel bleiben, wie nicht verstanden ist, warum die traditionelle Unterscheidung innen/außen nicht korrekt sein soll.
- - -
I 214
formalen Redeweise: ""Wombat" trifft zu (ist wahr-von) einigen Lebewesen in Tasmanien". QuineVsCarnap: missversteht den semantischen Aufstieg, wenn er von externen Fragen spricht. Damit wird aber nicht Carnaps pragmatischer Ansatz zurückgewiesen, der sich auf Einfachheit und Fruchtbarkeit von Theorien bezieht.

Strd I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
VsHempel Schiffer Vs ceteris paribus
 
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Stephen Schiffer
I 287
ceteris paribus/SchifferVsceteris paribus-Bedingung: es ist einfach Quatsch von c.p. zu reden, wenn überhaupt nicht klar ist, was diese "anderen Dinge" sein sollten oder was es für sie ist "gleich" zu sein".
I 160
Bsp der Baseball trifft die Fensterscheibe und "ceteris paribus" würde sie kaputtgehen. Das führt zu Vervollständigungen, die den Satz nahtlos in Gesetze übergehen lassen. Die interessante Frage ist, warum überhaupt jemand hier eine Vervollständigung erwarten würde. Wahrscheinlich, weil commonsense Erklärungen für Glauben sonst nicht gültig wären. Schuld daran sind die covering laws von Hempel.
SchifferVscovering law/SchifferVsHempel/SchifferVsVolkspsychologie: 2. Grund, warum die Volkspsychologie falsch ist, dass die covering laws falsch sind.
Bsp Al fliegt nach Key West, Bob fragt warum und Carla erklärt, dass er seine Schwerster dort besuchen will.
covering law: Carla kennt ein allgemeines psychologisches Gesetz und eine Konjunktion von Einzeltatsachen, die zusammen das vollständige Explanans ergeben und die zu erklärende Tatsache enthalten.
Schiffer: es ist klar, dass Carla das überhaupt nicht zu wissen braucht! Schon gar nicht als Kind. Das braucht auch nicht mit "Probabilisierungen" verfeinert zu werden oder mit "maximaler Spezifikation" (Hempel 1965). Oder durch subdoxastische Repräsentation vollständiger Gesetze. Das brauchen wir alles nicht.
I 161
Sicher kennt Carla keine "probabilistische Vervollständigung". Es gibt auch gar keinen Grund anzunehmen, dass die vollständige Geschichte die Begriffe "Glauben" und "Wunsch" enthält! Aber das heißt nicht, dass man daraus schließen sollte, dass es keine Glauben und Wünsche gibt! "weil"/Erklärung/Schiffer: Bsp Carla. Al ging nach Key West, weil er seine Schwester besuchen will. Diese wahre Aussage funktioniert unter diesen Umständen als eine Erklärung, wegen der Interessen und Annahmen, die Bob hatte, als er fragte. Dennoch kann man fragen, ob solche "weil"-Aussagen überhaupt analysierbar sind. Wahrscheinlich wurde nie eine Analyse gegeben. Das heißt aber nicht, dass nichts gesagt wurde.
Lösung: Kontrafaktisches Konditional: Al wäre nicht gegangen, wenn er nicht den Wunsch gehabt hätte...usw.
"weil"/Schiffer: ich bezweifle vor allem, dass die Kenntnis solcher "weil"-Tatsachen gesetzesartige Verallgemeinerungen verlangt.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
VsHempel Cartwright Vs Covering Law
 
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I 11
Erklärung/Physik/Cartwright: zwei verschiedene Arten von Aktivität: 1. Kausalerklärung: wenn wir ein Phänomen erklären, stellen wir seine Ursachen fest.
2. theoretische Erklärung: wir passen das Phänomen in einen breiteren theoretischen Rahmen ein
covering law/Cartwright: dieser Ansatz versucht, beide Strategien in eins zusammenzufassen.
CartwrightVscovering law: die Funktion der Gesetze ist in beiden Strategien verschieden und auch ihr Wahrheitsanspruch. Und der Unterschied ist mehr als ein bloß philosophischer, wird finden ihn in der wissenschaftlichen Praxis.
Gleichungen/Wissenschaft/Physik/Cartwright: These: es ist eine falsche Frage zu fragen: „Welches sind die richtigen Gleichungen?“. Verschiedene Modelle bringen verschiedene Aspekte in den Vordergrund, einige Gleichungen geben eine gröbere Schätzung, sind aber leichter zu lösen. Kein einzelnes Modell erfüllt alle Zwecke. Wir wenden einmal diese, einmal andere Gleichungen an.
I 16
CartwrightVscovering law: Einzelfallverursachung/Cartwright: obwohl ich glaube, dam man eine Kausalerklärung isolierter Ereignisse geben kann, beschränke ich mich hier auf Normalfälle, die durch phänomenologische Gesetze beschrieben werden. (>Wesley Salmon Scientific Exspl.and A causal Structure of the World)).
AlleVscovering law: beschreibe die Ursachen nicht richtig. (>Scriven). Aber kann es die Phänomene in den richtigen Rahmen einfügen?
I 17
CartwrightVscovering law: statt dessen. “Simulacrum”-Sicht. Def Simulacrum/Oxford Dictionary/Cartwright: „etwas, was bloß die Form oder den Anschein eines bestimmten Dings hat, ohne seine Substanz oder wirklichen Qualitäten zu besitzen”.
Cartwright: das trifft es sehr gut! Zunächst konstruieren wir ein Modell, das das Phänomen in eine Theorie einpaßt.
covering law: These: es gibt eine einzige richtige Erklärung für jedes Phänomen.
CartwrightVscovering law: es gibt immer mehre mögliche Erklärungen. Theorien sind immer redundant. Das ist es, was der deduktiv-nomologische Ansatz verkennt.
I 45
Vscovering law-Modell/VsHempel/Erklärung/Cartwright: die meisten wenden ein, Hempel lasse damit zu viel zu. Bsp daß Henry nicht schwanger wird, liegt nach diesem Ansatz daran, daß er Antibabypillen nimmt, wenn er welche nimmt. Oder Bsp es ist möglich, daß das Barometer den Sturm erklärt. CartwrightVscovering law/CarwrightVsHempel: eine Kritik geht genau andersrum: Hempel läßt zu wenig zu! Mit einem covering law-Modell können wir fast gar nichts erklären, nicht einmal den Regenbogen. Weil wir nicht genug NG haben, um ihn im einzelnen zu erklären ((s) nicht den besonderen, einzelnen Regenbogen).
Erklärung/Cartwright: viele Phänomene, die eine perfekte wissenschaftliche Erklärung haben, werden nicht von irgendwelchen Gesetzen abgedeckt. D.h. nicht von wahren Gesetzen. Sondern höchstens von ceteris paribus-Gesetzen /cpG).

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983
VsHempel Cartwright Vs Deduktion
 
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I 103
CartwrightVsdeduktiv-nomologisches Modell/CartwrighVsDeduktion/CartwrightVsHempel: Erklärungen sind selten tatsächlich deduktiv. Daher erhält auch die generisch-spezifisch-Sicht wenig Unterstützung durch unsere Praxis. Viele Philosophen folgen auch heute noch dem D-N-Modell. Und zwar weil die Erklärungen erst nach umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit einsetzen.
CartwrightVs: das übersieht, daß die Physik selbst schon mit (willkürlich gewählten) Modellen anfängt. I 127
Tatsachen/Physik/Gesetze/Cartwright: selbst wenn die fundamentalen Gesetze in ihrer ursprünglichen Form bleiben, werden die Schritte der Ableitung aus ihnen nicht von irgendwelchen Tatsachen diktiert. Das ist ein Problem: CartwrightVsdeduktiv-nomologisches Modell, CartwrightVsHempel, CartwrightVsGrünbaum.
fundamentale Gesetze/Cartwright: sind daher nicht einfach „besser“.
I 151
CartwrightVsdeduktiv-nomologische Sicht: statt dessen: der Ansatz von Duhem: Wissenschaft als Organisation (Ordnung) von Wissen.
I 162
CartwrightVsdeduktiv-nomologischer Ansatz/VsD-N/CartwrightVsHempel: Kausalität ist nicht das einzige Problem. Auch Humesche Tatsachen der Assoziation werden damit nicht erklärt. 1. weil die fundamentalen Gesetze während der Ableitung korrigiert werden. (Essay 6)
2. oft werden Gesetze aus verschiedenen Bereichen zusammengestückelt. (Essay 3)

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983
VsHempel Danto Vs Hempel, C.
 
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II 328
Beschreibung/Sprache/Erklärung/Danto: der Ausdruck »der amerikanischen Bürgerkriegs« ist ein hinweisender Ausdruck. Er ist als solches weder war noch falsch. DantoVsHempel: hinweisender Ausdrücke können nicht in Konklusionen auftreten.
Als Konklusion können Sie nur auftreten, wenn über den von Ihnen bezeichneten Gegenstand eine bestimmte Aussage gemacht würde.
Da aber jedes Phänomen auf viele Arten beschrieben werden kann, steht keineswegs fest, daß das Phänomen unter jeder möglichen Beschreibung unter ein allgemeines Gesetz fällt. (Bsp die Hochzeit der amerikanische Schauspielerin Grace Kelly in Monaco führte dazu, daß bestimmte Flaggen an der Straße hingen. Das könnte aber auch mit einem bestimmten Feiertag erklärt werden.)

Dt VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
VsHempel Fraassen Vs Hempel, C.
 
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I 106
Überprüfbarkeit/Theorie/Kriterien/FraassenVsHempel: Überprüfbarkeit wird von allen wissenschaftlichen Theorien erfüllt – daher kann sie kein Kriterium sein.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
VsHempel Goodman Vs Hempel, C.
 
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Bubner I 128
Deduktionsschema/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).
GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989
VsHempel Harman Vs Hempel, C.
 
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Schiffer I 162
HarmanVsHempel/HarmanVscovering law/nicht-deterministischer Automat/Handlung/Schiffer: (Harman 1973, 52). (indeterministischer Automat: ist einer, bei dem Input und aktueller interner Zustand nicht hinreichend ist, um das anschließende Verhalten zu bestimmen. Dann helfen auch covering laws nicht. Auch wenn es nach einer vollständigen Beschreibung aussieht.

Harm I
G. Harman
Moral Relativism and Moral Objectivity 1995

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
VsHempel Lewis Vs Hempel, C.
 
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V 232
Wahrscheinlichkeit/Erklärung/Hempel/Lewis: bietet er auch für den probabilistischen Fall an: aber das differiert von seinem deduktiv nomologischen Modell. LewisVsHempel: zwei unwillkommene Konsequenzen:
1. ein unwahrscheinlicher Fall kann überhaupt nicht erklärt werden.
2. ein Erfordernis für eine korrekte Erklärung: "maximale Spezifität": ist relativ zu unserem Wissen! D.h. Unwissenheit (ein Fall von Wschk) macht eine Erklärung, die eigentlich korrekt ist, unkorrekt. Wahr ist nur, dass sie sie unwahr erscheinen lässt.
Ich bevorzuge das Modell von Peter Railton:
WschkErklärung/Peter Railton/Lewis: "deduktiv nomologisches Modell probabilistischer Erklärung". (D-N).
Man muss es von Fetzers Modell unterscheiden: für beide sind
covering law/Raiton/Fetzer: universelle Generalisierung über Einzelfall Chancen.
Erklärung/Wschk/FetzerVsRailton: wie bei Hempel: induktiv, nicht deduktiv. Erklärung: wie Argument! LewisVsFetzer: aber: eine gute Erklärung ist nicht notwendig ein gutes Argument!
LewisVsFetzer/LewisVsRailton: beide wollen eine Erklärung, auch wenn das Ereignis extrem unwahrscheinlich ist, aber in dem Fall ist eine gute Erklärung ein sehr schlechtes Argument.
V 233
Wschk/Erklärung/covering law Modell/Railton: zwei Teile: 1. ein D-N-Argument (deduktiv nomologisch), das einige Bedingungen des nicht probabilistischen Falls erfüllt. Zu seinen Prämissen können auch Wschk Gesetze gehören.
2. gehört nicht zum Argument: die Feststellung, dass das Ereignis stattgefunden hat.
Wenn die Prämissen sagen, dass gewisse Ereignisse stattgefunden haben, dann sind diese zusammen hinreichend - gegeben die Gesetze - für das eigentliche Ereignis oder für die Wschk.
Problem: eine Teilmenge - gegeben auch nur ein Teil der Gesetze - kann ebenfalls hinreichend sein, Teile der Ereignisse zu erklären, und eine Anzahl Überbleibsel hervorbringen, die immer noch hinreichend unter den Originalgesetzen sind. Daher muss man beim Erklären zwei Bedingungen haben:
1. dass gewisse Ereignisse zusammenhinreichend sind für das Explanandum Ereignis (unter den herrschenden Gesetzen)
2. dass nur einige der Gesetze gebraucht werden, das Hinreichen der Bedingungen zu garantieren.
LewisVsRailton: wenn wir ein covering law (Begleitgesetz) für Verursachung hätten, zusammen mit unserem covering law für Erklärung, würde das meinen Ansatz mit dem cl Ansatz versöhnen.
Aber das ist nicht zu haben!
V 233/234
Oft wird ein Element der hinreichenden Grund der D N Menge in Wirklichkeit eine der Ursachen selbst sein. Aber das darf nicht! Die Gegen Bsp sind wohlbekannt: 1. zur hinreichenden Teilmenge kann ein ganz irrelevanter Grund gehören, das Erfordernis der Minimalität hilft nicht: wir könnten eine künstliche Minimalität erzeugen, indem wir schwächere Gesetze nehmen und stärkere Gesetze unberücksichtigt lassen.
Bsp Salmon: ein Mann nimmt die Pille, und wird nicht schwanger! Die Prämisse, dass niemand, der die Pille nimmt, schwanger wird, darf nicht weggelassen werden!
2. Ein Element der hinreichenden Teilmenge könnte etwas sein, das kein Ereignis ist:
Bsp eine Prämisse kann feststellen, dass etwas eine extrinsische oder hochdisjunktive Eigenschaft hat. das kann aber keine echten Ereignisse spezifizieren.
3. Ein Effekt kann zur Teilmenge gehören, wenn die Gesetze sagen, dass er nur in bestimmter Weise hervorgebracht werden kann. D.h. die Menge könnte in geeigneter Weise minimal sein, und auch eine von Ereignissen sei, aber das wäre nicht hinreichend, den Effekt zur Ursache seiner Ursache zu machen!
4. Ein solcher Effekt kann auch zur hinreichenden Teilmenge für einen anderen Effekt sein, z.B. eines späteren, derselben Ursache. Bsp dass ein Werbespot auf meinem Fernseher erscheint wird durch dieselbe Ausstrahlung verursacht, wie das Erscheinen desselben Spots auf Ihrem Fernseher, aber das eine ist nicht Ursache des anderen. Eher haben sie eine gemeinsame Ursache.
5. eine verhinderte potentielle Ursache könnte zur Teilmenge gehören, weil nichts sie außer Kraft gesetzt hat.
LewisVsRailton: das zeigt, dass die gemeinsam hinreichende Teilmenge, die von D-N-Argument präsentiert wird, möglicherweise nicht eine Menge von Ursachen ist.
V 235
LewisVsRailton: wenn ein D N Argument keine Ursachen zu zeigen scheint, aber dennoch eine Erklärung zu sein scheint, ist das ein Problem für meine eigene Theorie. (s.o. Abschnitt III,I. drei Beispiele VsHempel: Brechungsindex, VsRailton: in Wirklichkeit keine nicht kausalen Fälle. RailtonVsLewis: wenn das D-N-Modell keine Ursachen präsentiert, und deshalb nicht wie eine Erklärung aussieht, dann ist das ein Problem für das D N Modell.
Railton: deshalb ist nicht jedes D-N-Modell eine korrekte Erklärung.
V 236
Frage: kann jede Kausalgeschichte durch die Information charakterisiert werden, die in einem D N Argument enthalten ist? Das wäre der Fall, wenn jede Ursache zu einer hinreichenden Teilmenge gehört gegeben die Gesetze. Oder im probabilistischen Fall: unter Wschk Gesetzen. Und ist das so, dass die Ursachen darunter fallen?
Lewis: Das folgt nicht aus der kontrafaktischen Analyse der Kausalität! Dennoch mag es wahr sein. (Es wird wahr sein in einer möglichen Welt (MöWe) mit hinreichend strengen Gesetzen).
Wenn erklärende Information Information über Kausalgeschichte ist, dann ist eine Weise, sie zu liefern, die über D-N-Argumente.
Aber dann ist immer noch etwas falsch! Die D-N-Argumente werden als ideal dargestellt. D.h. sie haben die richtige Form. nichts zu viel und nicht zu wenig.
Aber niemand denkt, dass alltägliches Erklären das erfüllt. Normalerweise ist das beste, was wir tun können, Existenzannahmen zu machen.
"Deshalb" Behauptung/Morton White: können wir als Existenzannahmen auffassen.
LewisVsRailton: korrekte D-N-Argumente als Existenz Annahmen sind noch keine echte Erklärung. Einfach wegen ihrer Form genügen sie nicht dem Standard, wie viel Information hinreichend ist.
Lewis: es gibt immer noch mehr zu wissen, wenn wir noch so perfekte D-N-Argumente aufhäufen. Die D N A geben immer nur einen Querschnitt der Kausalgeschichte. Viele Ursachen mögen weggelassen sein. Und diese könnte diejenigen sein, die wir gerade suchen. Vielleicht möchten wir gerade die Mechanismen kennen lernen, die in bestimmten Spuren der Kausalgeschichte involviert sind.
V 238
Erklärung/Lewis/VsRailton: ein D-N-A kann auch von falscher Form sein: uns gleichzeitig nicht genug zu viel geben. Erklärung/Lewis: dabei ist es nicht so, dass wir eine verschiedene Vorstellung von der Einheit der Erklärung haben. Wir sollten gar keine Einheit fordern: eine Erklärung ist kein Ding, das man haben kann oder verfehlen, sondern etwas, von dem man mehr oder weniger haben kann.
Problem: die Vorstellung, "genug" Erklärung zu haben: es nährt Zweifel an dem Wissen unserer Vorfahren: diese hatten selten oder nie vollständiges Wissen über die Naturgesetze.
LewisVsRailton: D.h. sie hatten also selten oder nie vollständige D-N-A. hatten sie deshalb lückenhaftes erklärendes wissen? Ich denke nein! Sie wußten eine Menge darüber, wie die Dinge verursacht sind.
Lösung/Railton: (ähnlich wie mein Bild): zusammen mit jedem Explanandum haben wir eine ausgedehnte und komplexe Struktur.
V 239
Lewis: für mich sind diese Strukturen durch kausale Abhängigkeit verbunden Railton: für ihn bestehen sie aus einem "idealen Text" aus D-N-Argumenten. wie in mathematischen Beweisen.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
VsHempel Nozick Vs Hempel, C.
 
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II 301
Erklärung/Wahrscheinlichkeit/Wschk/Nozick: wenn ein fundamentales Wschk-Gesetz feststellt, dass die Wschk, dass etwas P hat - gegeben es hat auch Q - 95 % ist, können wir diese Tatsache nicht aus dem Haben der Eigenschaft P plus dem WschkG ableiten! ((s) Wir müssen wissen, ob es auch Q hat). WschkG/Hempel: war der Meinung, dass Ereignisse, die hohe Wschk haben, durch Subsumierung unter ein WschkG erklärt werden. Als Annäherung an Deduktion.
NozickVsHempel: was ist mit wenig wahrscheinlichen Ereignissen? Wenn wir P ohne Q auffinden, wie sollen wir das erklären? Das kann Hempel nicht erklären.
II 302
Hempel: kann nur erklären, dass das eine oder andere P ohne Q auftritt, aber nicht warum! Nozick: wir wissen aber, dass es irgendein System gibt, das einige Ps hervorbringt, die keine Qs sind. Und wir erklären, warum dieses Ding so ist durch den Mechanismus der Zufallsoperation.
Nozick: die Alternative wäre zu sagen dass Ereignisse mit geringer Wschk unerklärlich sind. (NozickVs).
Erklärung/Wschk/Nozick: These: wir haben ein Verständnis und eine Erklärung, warum etwas passiert, auch wenn wir die Gründe nicht kennen, warum es in dem Moment passierte. Selbst wenn es Zufall ist, muss es nicht unerklärlich sein. Es kann ein Ereignis eines Typs sein.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
VsHempel Quine Vs Hempel, C.
 
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Willard V. O. Quine
XI 108
Projizierbarkeit/Goodman/QuineVsHempel/Lauener: das Komplement eines projizierbaren Prädikats braucht nicht projizierbar zu sein. Bsp „Nicht-Grasfresser“ und Bsp „Nicht-Kuh“ sind nicht projizierbar. (> glau).

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsHempel Bigelow Vs Hempel, C.
 
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I 301
nichtstatistische Erklärung/Hempel: These: wenn L (Gesetze) und C (Bedingungen) O (Ergebnis) erklären, dann müssen sie O logisch implizieren (entail). Sonst haben wir bestenfalls eine Erklärungsskizze, die weitere Annahmen erfordert. Bigelow/Pargetter: das drückt aber noch nicht ganz die Idee der Erklärung durch „Ableitung aus Gesetzen“ aus: Die Gesetze müssen gebraucht werden. Nicht nur erwähnt. D.h. es muß ein Sichverlassen auf Gesetze geben.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: Pointe: das sind dann aber nur Scheinerklärungen!
I 302
So wie Quacksalber und Magiere oft eine Erklärung unter Berufung auf angesehene NG liefern, die sich bei näherem Hinsehen als zirkulär entpuppt. Lösung/Hempel: um das auszuschließen verlangt er, daß zusätzlich die Prämissen wahr sein müssen und O nicht gefolgt wäre, wenn C alleine ohne die Gesetze (L) gewesen wäre.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: daran muß man noch extrem viele Verfeinerungen vornehmen und Sonderfälle betrachten. Das würde Lewis die „Ein Flicken pro Loch“-Methode nennen.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
VsHempel Schiffer Vs Hempel, C.
 
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Stephen Schiffer
I 160
SchifferVscovering law/SchifferVsHempel/SchifferVsVolkspsychologie: 2. Grund, warum die Volkspsychologie falsch ist, dass die covering laws falsch sind. Bsp Al fliegt nach Key West , Bob fragt warum und Carla erklärt, dass er seine Schwester dort besuchen will.
covering law: Carla kennt ein allgemeines psychologisches Gesetz und eine Konjunktion von Einzeltatsachen, die zusammen das vollständige Explanans ergeben und die zu erklärende Tatsache enthalten.
Schiffer: es ist klar, dass Carla das überhaupt nicht zu wissen braucht! Schon gar nicht als Kind. Das braucht auch nicht mit „Probabilisierungen“ verfeinert zu werden oder mit „maximaler Spezifikation“ (Hempel 1965). Oder durch subdoxastische Repräsentation vollständiger Gesetze. Das brauchen wir alles nicht.
I 161
Sicher kennt Carla keine „probabilistische Vervollständigung“. Es gibt auch gar keinen Grund anzunehmen, dass die vollständige Geschichte die Begriffe „Glauben“ und „Wunsch“ enthält! Aber das heißt nicht, dass man daraus schließen sollte, dass es keine Glauben und Wünsche gibt! „weil“/Erklärung/Schiffer: Bsp Carla: Al ging nach Key West, weil er seine Schwester besuchen will. Diese wahre Aussage funktioniert unter diesen Umständen als eine Erklärung, wegen der Interessen und Annahmen, die Bob hatte, als er fragte. Dennoch kann man fragen, ob solche „weil“-Aussagen überhaupt analysierbar sind. Wahrscheinlich wurde nie eine Analyse gegeben. Das heißt aber nicht, dass nichts gesagt wurde.
Lösung: kontrafaktisches Konditional: Al wäre nicht gegangen, wenn er nicht den Wunsch gehabt hätte...usw.
„weil“/Schiffer: ich bezweifle vor allem, dass die Kenntnis solcher „weil“-Tatsachen gesetzesartige Verallgemeinerungen verlangt.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
VsHempel Salmon, W.C. Vs Hempel, C.
 
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Fraassen I 106
Relevanz/Wschk/W. SalmonVsHempel: Bsp jemand erholt sich wahrscheinlich innerhalb einer Woche von seiner Erkältung, schließlich hat er Vitamin C genommen.
Problem: er würde sich auch ohne Vitamin C innerhalb einer Woche wahrscheinlich erholen.
Bsp Jones wird nicht schwanger. Schließlich hat er regelmäßig die Antibabypillen seiner Frau genommen und jeder Mensch der sie nimmt, verhindert damit eine Schwangerschaft.
Problem: ganz sicher wird er auch sonst nicht schwanger.
Erklärung:/W. Salmon: also muss etwas mit diesen Erklärungen falsch sein: es fehlt die Relevanz.
Problem/VsHempel: das zweite Kriterium, Überprüfbarkeit, wird von allen wissenschaftlichen Theorien erfüllt, also kann es hier nicht helfen.
I 107
Def Erklärung/W.Salmon: ist kein Argument, sondern eine Ansammlung statistisch relevanter Faktoren. Def statistisch relevant/W. Salmon: ist ein Faktor, wenn die Wschk der Wirkung E gegeben A verschieden ist, von der von E allein:
P(E I A) ungleich P(E).
Relevanz/Hempel: sein Kriterium erforderte, dass die Wschk groß sei (wenigstens größer als ½)
SalmonVsHempel: es ist nicht einmal erforderlich, dass die Information A die Wschk von E erhöht ((s) sie kann sie auch vermindern, (negative Korrelation), nur soll sie nicht gleich sein).
SalmonVsHempel: dass seine Forderung zu stark war, zeigt Bspo Parese und Bsp Uran.
Salmon: Bsp eine Mischung von Uran-238 und Polonium –214 zu gleichen Teilen. Wenn der Geigerzähler klickt (in dem Intervall zwischen t und t+m), so deshalb, weil ein Uranatom zerfiel. Pointe: die Wschk ist viel höher relativ zu der Information, dass das Uranatom zu der Mischung gehört. (FN 12).
Problem: nach Salmons Kriterium können wir nicht nur erklären, dass es einen Zerfall gab, sondern auch warum er z.B. genau in der Mitte zwischen t und t+m geschah.
I 108
Denn die Information ist statistisch relevant für das Ereignis. Dennoch würden wir sagen, dass es eine Tatsache der Art ist, die die Atomphysik unerklärt läßt ((s) Weil das einzelne Zerfallsereignis indeterministisch ist). Pointe: die Information ist wohl statistisch relevant für das Ereignis zu (t + t+m/2) aber nicht, indem es andere Ereignisse ausschließt!
Erklärung/FraassenVsHempel: allgemeinere Kritik: es scheint dass, wenn entweder Hempel oder Salmon recht hätte, dann könnte Erklärungskraft nur aus empirischer Adäquatheit und empirischern Stärke bestehen. D.h. Erklärung wäre ununterscheidbar davon einfach zu zeigen, dass das Vorkommnis
I 109
kein Argument gegen die Behauptung der empirischen Adäquatheit der Theorie darstellt und außerdem eine wichtige Information liefert, die von der Theorie beinhaltet wird, die für das Vorkommnis relevant ist. Erklärung/W. Salmon/Fraassen: dieser scheint der Meinung zu sein, dass an Erklärung nicht mehr dran sein kann: „...wir kennen jetzt alle Regularitäten (universell oder statistisch) die für unsere Frage wichtig waren, was mehr soll man von einer Erklärung verlangen?“ (FN 14).
Fraassen: aber Salmon selbst und andere entwickelten Theorien, bei denen „mehr dran ist“

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
VsHempel Schlick Vs Hempel, C.
 
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Horwich I 91
Kontext: Schlick: Das Fundament der Erkenntnis“ (1934) HempelVsSchlick). HempelVsSchlick: dieser sei ein „Metaphysiker und Poet“.
Proposition/Realität/HempelVsSchlick: man kann Aussagen nicht mit Tatsachen vergleichen!
SchlickVsHempel: das kann man wohl, ohne Metaphysiker zu sein.
I 92
Bsp ich vergleiche den Satz in meinem Baedeker „Diese Kathedrale hat zwei Türme“ mit der Realität: und zwar ganz einfach, indem ich mir die Kathedrale angucke. Wenn jemand etwas dagegen hat, kann es nur sein, dass er „Proposition“ in einem anderen Sinn versteht.
Kohärenztheorie/HempelVsSchlick/HempelVsKorrespondenztheorie: man kann nur Propositionen miteinander vergleichen. ((s) Nicht Propositionen mit der Realität).
Schlick: wir können unterscheiden zwischen Fällen, wo ein geschriebener, gedruckter oder gesprochener Satz mit einem anderen geschriebenen, gedruckten oder gesprochenen Satz verglichen wird.
Schlick: und das nennen ich den Vergleich einer Proposition mit einer Tatsache.
HempelVsSchlick: Aussagen können nur mit anderen Aussagen verglichen werden. ((s) >Kohärenz).
SchlickVsHempel: warum? Ich nehme mir die bescheidene Freiheit heraus, alles mit allem vergleichen zu können. Sollten Propositionen und Tatsachen zu weit von einander entfernt sein? Zu verschieden? Sollte es eine mysteriöse Eigenschaft von Propositionen sein, dass sie mit gar nichts verglichen werden können?
Tatsache/Aussage/Hempel: die Kluft zwischen ihnen ist nur eine metaphysische.
SchlickVsHempel: das kann schon sein, aber wer glaubt denn an eine solche Kluft?
I 93
Def Proposition/Schlick: ist eine Zeichenkette zusammen mit den logischen Regeln für ihren Gebrauch. ((s) Also quasi ein Satz, zusammen mit den Bedeutungsregeln). Satzbedeutung/Schlick: diese Regeln kulminieren in „deiktischen“ Definitionen die die Bedeutung des Satzes ausmachen.
Verifikation/Übereinstimmung/Korrespondenz/SchlickVsHempel: um den Satz zu verifizieren, muss ich dann herausfinden, ob die (Bedeutungs )Regeln befolgt wurden. Warum sollte das unmöglich sein? Bsp ich betrachte die Kathedrale und dann den Satz und stelle fest, dass das Symbol „zwei“ in dem Satz in Zusammenhang mit dem Symbol „Türme“ gebraucht wird und dass ich zu dem gleichen Symbol gelange, wenn die die Regeln des Zählens auf die Türme der Kathedrale anwende.
Kohärenztheorie/Tatsache/Proposition/Vergleich/Schlick: manchmal heißt es, dass „in einer logischen Hinsicht“ Propositionen nur mit anderen Propositionen verglichen werden können. Das kann schon sein, aber ich weiß nicht, was mit einem „Vergleich in einer logischen Hinsicht“ gemeint ist.
Vergleich/HempelVsSchlick: wir können nicht genau sagen, was ein Vergleich von Aussagen und Tatsachen ist,
I 94
weil wir die Struktur von Tatsachen nicht feststellen können. Tatsache/Struktur/SchlickVsHempel: dass man die „Struktur einer Tatsache“ nicht feststellen kann“ erinnert mich an die Metaphysik von „Dingen an sich“. Wenn man die Existenz von Tatsachen nicht leugnet, warum soll man dann die Möglichkeit leugnen, ihre Struktur festzustellen?
Struktur einer Tatsache: Bsp wenn ich die Türme einer Kathedrale zähle, werden ich mit der Struktur eine bestimmten Tatsache bekannt. Wenn man sagen wollte dass es überhaupt sinnlos sein, von „Strukturen von Tatsachen“ zu reden, wäre das bloß eine terminologische Frage. Ein Satz ist auch nicht einfach per se bedeutungsvoll, sondern nur im Zusammenhang mit den Regeln für seinen Gebrauch.
Tatsache/Sätze/Vergleich/VsKorrespondenztheorie/SchlickVsHempel: darum dreht sich der ganze Streit, wenn es unmöglich sein soll Sätze und Tatsachen zu vergleichen, gebraucht Hempel die Wörter einfach in einem anderen Sinn. Die einfachste Weise zu leugnen, dass man sie vergleichen kann wäre zu sagen, dass es einfach keine Tatsachen gibt! (in formaler Redeweise: die Regel für das Wort „Tatsache“ ist so, dass es nicht angewendet werden darf).
Oder vielleicht wird der Vergleich einfach niemals angewendet in den Wissenschaften? Ich denke, das trifft auf rein logische Wissenschaften wie Mathematik zu, aber nicht auf Experimentalwissenschaften.
I 95
SchlickVsHempel: hier zeigt sich die psychologische Motivation seiner Kritik: es geht um eine Sichtweise, die sich völlig innerhalb der Wissenschaften ansiedelt. Wissenschaft als System von Sätzen (propositions). Diese sollen ein Ersatz für die Realität sein. Dann werden „Protokollsätze“ als Material verwendet, ohne sie einem empirischen Test zu unterwerfen. Wissenschaft/Schlick: aber Wissenschaft ist nicht die Welt! Das Diskursuniversum ist nicht das Universum.
Es ist eine Sache zu fragen, wie ihr ganzes System aufgebaut ist und warum es allgemein als wahr angesehen wird, und eine andere, warum ich selbst sie als wahr ansehe. Das ist eine psychologische Frage. Aber keine der „Kulturabhängigkeit“. Mein Vertrauen auf Wissenschaft und Kollegen besteht darin, dass ich sie vertrauensvoll fand, jedesmal wenn ich ihre Behauptungen überprüfte.
I 96
Def Konstatierung/Schlick: der letzte Schritt im Vergleich zwischen einer Aussage und einer Tatsache. Dem Begriff sollte man aber nicht zu viel Wichtigkeit beimessen.
I 97
Tatsache/Satz/Vergleich/Übereinstimmung/Korrespondenz/HempelVsSchlick: sein Beispiel für den Vergleich ist nicht ganz adäquat. (Bsp „Die Kathedrale hat zwei Türme“). Hempel: ich stimme zu, dass man Propositionen als empirische Objekte betrachten kann, die mit jedem anderen empirischen Objekt verglichen werden können. Aber wenn wir das buchstäblich nehmen führt das zu so etwas wie:
I 98
Bsp „Die Proposition enthält mehr Teile, „Wörter“ genannt“ als die Kathedrale Türme hat“. Korrespondenz/SchlickVsHempel: es gibt noch eine andere Art des Vergleichs zwischen Satz und Tatsache: Vergleich der Symbole „zwei“ im Satz und beim Abzählen, indem man die Kathedrale anschaut.
HempelVsSchlick: damit vergleicht er eine Proposition im Baedeker mit dem Ergebnis einer Handlung von sich.
Kohärenztheorie/Pointe: dieses Ergebnis der Handlung wird in einer zweiten Proposition festgestellt. Und diese beiden werden verglichen! Das ist es, was ich mit „in logischer Hinsicht“ meinte.
Überprüfung/Verifikation/Kohärenztheorie/HempelVsSchlick: es geht darum, ob die Sätze sich widersprechen. Das geht sogar, ohne die Bedeutungen der Sätze zu kennen! (>Carnap: „Die logische Syntax der Sprache“, „Philosophie und logische Syntax“). Bsp die zwei obigen Propositionen enthalten beide ein Symbol, das wie „zwei“ geformt ist.

Schli I
M. Schlick
General Theory of Knowledge 1985

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsHempel Nagel, E. Vs Hempel, C.
 
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Schurz I 93
Naturgesetz/NG/Schurz: strikte raumzeitlich unbeschränkte Allsätze sind Kandidaten für NG. Wären sie wahr, würden sie echte NG ausdrücken. Man nennt sie gesetzesartig.
I 94
Gesetzesartig/Schurz: raumzeitlich unbeschränkt Bsp Alle Körper ziehen sich gegenseitig an ((s) gilt nur, wenn Protonen, Elektronen usw. keine Körper sind.)
Bsp Alle Lebewesen müssen einmal sterben
rz beschränkt:
Bsp Säugetieren in Polargebieten haben verglichen mit Artgenossen in wärmeren Gebieten eine rundlichere Form (Germanns Gesetz).
Wissenschaftlichkeit/Schurz: hängt hier von der Größe des Gebiets ab.
Allsatz/Schurz: um graduelle Unterschiede zu vermeiden, hat man von fundamentalen und abgeleiteten Allsätzen gesprochen
Def fundamentaler Allsatz/Carnap/Hempel: enthält keine Individuenkonstanten und keine raumzeitlichen Beschränkungen.
Def abgeleiteter Allsatz/Carnap/Hempel: kann aus Hintergrundwissen aus anderen Allsätzen zusammen mit singulären Anfangsbedingungen abgeleitet werden.
I 95
Ernest NagelVsCarnap/NagelVsHempel: danach kann auch ein akzidenteller Allsatz ein abgeleitetes Gesetz sein: Bsp „Alle Schrauben an Smith’ Wagen sind rostig“. Lösung/Nagel: nur fundamentale Allsätze können Gesetze sein.
Hempel: gestand das zu, damit bleibt Gesetzesartigkeit graduell!
Gesetzesartig/Statistik/Schurz: auch hier gibt es Gesetzesartigkeit:
Bsp 50 % aller Cäsium 137 Atome sind nach 30 Jahren zerfallen.
Bsp 80 % aller Lungenkrebskranken waren schwere Raucher

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
VsHempel Schurz Vs Hempel, C.
 
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Gerhard Schurz
I 224
Erklärung/Gesetz/Hempel: die Gesetzesprämissen können oft weggelassen werden! Geisteswissenschaften/Hempel/Schurz: beanspruchte, auch für sie Erklärungen liefern zu können, indem er annahm, dass auch hier Gesetze herrschen.
VsHempel: diese Gesetze sind aber nicht strikt.
Hempel: spät: dafür probabilistische Erklärung.
I 234
Wahrscheinlichkeit/Erklärung/Schurz: es gibt zwei Lager: Hempel (1965) fordert, dass zu einer Erklärung die bedingte Wschk nahe 1 liegen sollte. VsHempel: (Stegmüller, Tuomela: statt dessen Minimalforderung:
Def "Leibniz-Bedingung"/Schurz: Minimalanforderung an den Wert der bedingten Wschk
p(Ex I Ax): er muss größer als ½ sein.
Schurz: für probabilistische Begründungen und Voraussagen ist sie sicherlich zutreffend, aber gilt sie auch für Erklärungen? Dann nicht, wenn ihr Wesen darin liegen soll, positiv relevante Kausalfaktoren zu zitieren.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erklärung Salmon, W.
 
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Fraassen I 100
Erklärung/W. Salmon: ist nicht eine zusätzliche Eigenschaft jenseits von empirischer Adäquatheit.
I 107
Def Erklärung/W. Salmon: ist kein Argument, sondern eine Ansammlung statistisch relevanter Faktoren. Def statistisch relevant/W. Salmon: ist ein Faktor, wenn die Wahrscheinlichkeit der Wirkung E gegeben A verschieden ist, von der von E allein:
P(E I A) ungleich P(E).
Relevanz/Hempel: sein Kriterium erforderte, daß die Wschk groß sei (wenigstens größer als ½)
W.SalmonVsHempel.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980