Lexikon der Argumente


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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erinnerung Parfit
 
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Frank I 549
Erinnerung/Parfit: dass ich das Erlebnis gehabt habe, ist nicht Teil des Erlebnisses, sondern wird automatisch vorausgesetzt - aber das kann ich nur, weil ich keine q-Erinnerungen habe. (q-Erinnerungen, Quasi-Erinnerungen, falsche Erinnerungen). EvansVsParfit: dieser geht nur von Identifikation im Präsens aus. Aber Ich-Vorstellung überspannt die Zeit.

Parf I
D. Parfit
Reasons and Persons Oxford 1986

Parf II
Derekt Parfit
On what matters Oxford 2011

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Identität Parfit
 
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Lewis IV 57
Identität/Kontinuität/Überleben/Person/Parfit: wenn es um das Überleben geht, können nicht beide Antworten (Kontinuität und Identität) richtig sein, daher müssen wir wählen. a) Identität: ist eine Relation mit einem bestimmten formalen Charakter: sie ist eins zu eins und kann nicht graduell sein.
b) Kontinuität: (und Verbundenheit) (z.B. in Bezug auf Mentales) kann eins zu vielen oder vieles zu eins sowie graduell sein.
Parfit: deswegen ist es die Kontinuität und Verbundenheit, die bei der personalen (temporalen) Identität (Überleben) relevant ist.
c) was beim Überleben wichtig ist, ist also nicht Identität! Höchstens eine Relation die soweit mit Identität zusammenfällt, dass Problemfälle nicht auftreten.
LewisVsParfit: jemand anderes könnte das Argument genauso gut in der anderen Richtung vertreten, und Identität als relevant hinstellen. Und natürlich ist die Identität das. worauf es letztlich ankommt! Daher muss man die Divergenz zwischen a) und b) beseitigt werden!
Ich stimme mit Parfit überein, dass Kontinuität und Verbundenheit ausschlaggebend ist, aber sie ist eben nicht als Alternative zur Identität zu sehen.
Grenzfall/Parfit: Problem: Grenzfälle müssen irgendwie willkürlich entschieden werden.
Identität/Kontinuität/Überleben/Person/LewisVsParfit: die Opposition zwischen Identität und Kontinuität ist falsch.
Intuitiv geht es auf jeden Fall um Identität. Und zwar um buchstäbliche!
IV 58
Def R-Relation/Identität/Kontinuität/Person/Lewis: eine bestimmte Relation und Verbundenheit unter Person Zuständen. Def I-Relation/Lewis: Frage: welche der dauerhaften Personen sind identisch mit den früheren?
IV 59
I-Relation/R-Relation/Lewis: These: die beiden sind identisch, weil sie koextensiv sind!
IV. 61
Identität/Fusion/Spaltung/Person/Zustand/Lewis: ist eins zu eins, in dem Sinn, dass ein Ding niemals identisch mit mehreren Dingen ist. Das aber gilt nicht für die I Relation und die R Relation. Viele Ihrer anderen Zustände sind Zustände der selben Person und auf diese und auch aufeinander bezogen. Aber das meint Parfit nicht, wenn er sagt, dass R Relationen eins viele sind. Parfit: meint, dass es mehrere Zustände geben kann auf die ein Zustand bezogen ist, die aber untereinander nicht bezogen sind. (Fusion und Spaltung der Person). D.h. die R Relation wäre dann nicht transitiv.
Spaltung: die vorwärtsbezogene R-Relation ist eins viele, rückwärts: viele eins, simpliciter: transitiv.
IV 65
Methusalem Bsp/Person/Identität/Lewis: (Originalstelle): Verbundenheit/mentale Zustände/Parfit: These: die Verbindung mentaler Zustände schwindet mit der Zeit.
IV 67
Person/Fusion/Parfit: Bsp wenn Sie mit jemand sehr verschiedenem fusionieren ist die Frage, wer überlebt. Aber da gibt es keine bestimmte, verborgene Antwort. Vielmehr ist das, worauf es ankommt, die R-Relation nur zu einem sehr geringen Grad vorhanden.
IV 73
ParfitVsLewis: man sollte unsere gemeinsamen Ansichten nicht mit dem common sense kreuzen. D.h. es geht um einen anderen Sinn von Überleben.
IV 74
Lewis: ich hatte geschrieben, worauf es ankommt, ist die Identität beim Überleben. Dann ist für den kurz lebenden C1 das Stadium S zu t0 tatsächlich Ir zu Zuständen in der fernen Zukunft wie z.B. S2, nämlich über den lang lebenden C2! ParfitVsLewis: "Aber ist das nicht die falsche Person?"
Lewis: tatsächlich, wenn C1 wirklich den Wunsch hat, dass er selbst (C1) überlebt, dann ist dieser Wunsch nicht erfüllt.
LewisVsParfit: aber ich glaube, er kann diesen Wunsch gar nicht haben! es gibt eine Grenze für alltagspsychologische Wünsche unter Bedingungen geteilter Zustände.
Der geteilte Zustand S denkt für beide. Jeder Gedanke, den er hat, muss geteilt werden. Er kann nicht eine Sache im Namen von C1 und eine Sache im Namen von C2 denken.
Wenn andererseits C1 und C2 alltagsverständlich etwas teilen sollen, dann muss es ein "pluraler" Wunsch sein, "Lass uns überleben".
IV 75
Person/Überleben/Identität/LewisVsParfit: Bsp bis jetzt hatten wir angenommen, dass beide vor der Spaltung wissen, dass es zur Spaltung kommen wird. Jetzt Variante: beide wissen nicht von der kommenden Spaltung.
Frage: können wie dann nicht doch perfekt den Wunsch teilen: "Lass mich überleben!"?.
Problem: dass C1 und C2 den Wunsch teilen beruht auf der falschen Präsupposition, dass sie eine Person sind. D.h. das "mich" ist eine falsche Kennzeichnung. Es kann sich nicht auf C1 in C1' Gedanken und nicht auf C2 in dessen Gedanken beziehen. Denn diese Gedanken sind ein und derselbe.
Vs: aber ihr Wunsch zu überleben ist erfüllt! Zumindest der von C2 und der von C1 ist ja nicht unterschieden. Dann kann ihr Wunsch nicht nur in dem unerfüllbaren singulären Wunsch bestehen. Sie müssen beide auch den schwachen pluralen Wunsch haben, auch wenn sie die Spaltung nicht vorher wissen.

Parf I
D. Parfit
Reasons and Persons Oxford 1986

Parf II
Derekt Parfit
On what matters Oxford 2011

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsParfit Lewis Vs Parfit, D.
 
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IV 55
Identität/Kontinuität/Überleben/Person/Lewis: Problem: wir haben eine Frage gestellt und zwei Antworten bekommen: a) Identität: kann nur totale Identität sein
b) Kontinuität: kann graduell sein.
Welches von beidem soll denn nun relevant sein beim Überleben?
Wenn wir wählen müssten, sollten wir die alltagssprachliche Platitüde vor der philosophischen Spitzfindigkeit bevorzugen.
Die einzige Hoffnung ist, dass Identitätssicht und Kontinuitätsversion irgendwie zu versöhnen sind. Das möchte ich VsParfit verteidigen.
IV 57
Identität/Kontinuität/Überleben/Person/Parfit: These: nicht beide Antworten (Kontinuität und Identität) können richtig sein, daher müssen wir wählen. a) Identität: ist eine Relation mit einem bestimmten formalen Charakter: sie ist eins zu eins und kann nicht graduell sein.
b) Kontinuität: (und Verbundenheit) (z.B. in Bezug auf Mentales) kann eins zu vielen oder vieles zu eins sowie graduell sein.
Parfit: deswegen ist es die Kontinuität und Verbundenheit, die bei der personalen (temporalen) Identität (Überleben) relevant ist.
c) was beim Überleben wichtig ist, ist also nicht Identität! Höchstens eine Relation die soweit mit Identität zusammenfällt, dass Problemfälle nicht auftreten.
LewisVsParfit: jemand anderes könnte das Argument genauso gut in der anderen Richtung vertreten, und Identität als relevant hinstellen. Und natürlich ist die Identität das. worauf es letztlich ankommt! Daher muss man die Divergenz zwischen a) und b) beseitigt werden!
Ich stimme mit Parfit überein, dass Kontinuität und Verbundenheit ausschlaggebend ist, aber sie ist eben nicht als Alternative zur Identität zu sehen.
Grenzfall/Parfit: Problem: Grenzfälle müssen irgendwie willkürlich entschieden werden.
Identität/Kontinuität/Überleben/Person/LewisVsParfit: die Opposition zwischen Identität und Kontinuität ist falsch.
Intuitiv geht es auf jeden Fall um Identität. Und zwar um buchstäbliche!
Def Identität/Lewis: die Relation, in der alles zu sich selbst und zu nichts anderem steht. …+… R-relation, I-Relation
IV 58
Def R Relation/Identität/Kontinuität/Person/Lewis: eine bestimmte Relation und Verbundenheit unter Person Zuständen. Def I Relation/Lewis: Frage: welche der dauerhaften Personen sind identisch mit den früheren?
Aber genauso gibt es natürlich auch I Relationen zwischen den einzelnen Zuständen!
IV 73
ParfitVsLewis: man sollte unsere gemeinsamen Ansichten nicht mit dem common sense kreuzen. D.h. es geht um einen anderen Sinn von Überleben.
Bsp kurz nach der Spaltung stirbt eine der beiden dP (continuants), die andere lebt noch sehr lange.
S sei der zu t0 (vor der Spaltung) geteilte Zustand, aber nachdem gewußt wird, dass die Spaltung stattfinden wird. Dann ist der Gedanke, der in S gefunden wir der Wunsch nach überleben, und zwar äußerst common sense mäßig und ganz unphilosophisch.
Da S ein geteilter Zustand (Stadium) ist, ist es auch ein geteilter Wunsch.
Problem: C2 hat das Überleben, das er sich erwünscht und es kommt ja auf mentale Kontinuität und Verbundenheit an. (RR) aber wie sieht es für C1 (den früh sterbenden continuant) aus?
IV 74
Lewis: ich hatte geschrieben, worauf es ankommt, ist die Identität beim Überleben. Dann ist für den kurz lebenden C1 das Stadium S zu t0 tatsächlich Ir zu Zuständen in der fernen Zukunft wie z.B. S2, nämlich über den lang lebenden C2! ParfitVsLewis: "Aber ist das nicht die falsche Person?"
Lewis: tatsächlich, wenn C1 wirklich den Wunsch hat, dass er selbst (C1) überlebt, dann ist dieser Wunsch nicht erfüllt.
(Lewis geht aber auf das schwierigere Problem ein):
LewisVsParfit: aber ich glaube, er kann diesen Wunsch gar nicht haben! es gibt eine Grenze für alltagspsychologische Wünsche unter Bedingungen geteilter Zustände.
Der geteilte Zustand S denkt für beide. Jeder Gedanke, den er hat, muss geteilt werden. er kann nicht eine Sache im Namen von C1 und eine Sache im Namen von C2 denken.
Wenn andererseits C1 und C2 alltagsverständlich etwas teilen sollen, dann muss es ein "pluraler" Wunsch sein, "laß uns überleben".
Hier müssen wir nun zwischen zwei pluralen Wünschen unterscheiden:
a) schwach: laß wenigstens einen von uns überleben
b) stark: laß uns beide überleben.
Weil diese Wünsche plural und nicht singulär sind, sind sie nicht common sense. Und zwar, weil alltagspsychologisches Überleben eher in Begriffen des Überlebens von dP als von Relationen von Zuständen verstanden wird.
Der schwache Wunsch von C1 entspricht dem Wunsch nach IR für zukünftige Zustände. Dann entspricht die IR auch der RR. und dem entsprechenden Wunsch.
Wenn C1ens Wunsch stark ist, wird er nicht befriedigt. Dann entspricht er auch nicht dem "philosophischen Wunsch"
IV 75
nach RR für zukünftige Stadien und Parfit hat recht VsLewis. LewisVsParfit: aber sollten wir sagen, dass C1 überhaut diesen starken Wunsch hat? Ich denke, nein. Denn wenn C1 ihn haben kann, kann ihn auch C2 haben.
Bsp Angenommen, (nach Justin Leiber): ein Wunsch wird von Zeit zu Zeit aufgezeichnet, nach gewisser Zeit aber wieder gelöscht. Das entspricht dem schwachen Wunsch nach Überleben, aber nicht dem starken. Angenommen, die Aufnahme erfolgt zur Zeit der Spaltung, C1 stirbt kurz danach durch einen Unfall. C2, überlebt.
Zusätzliche Komplikation: C" erlebt danach eine Körpertransplantation. Wenn Ihr Wunsch zu überleben dann erfüllt sein soll, ist er überwiegend der schwache Wunsch.
Person/Überleben/Identität/LewisVsParfit: Bsp bis jetzt hatten wir angenommen, dass beide vor der Spaltung wissen, dass es zur Spaltung kommen wird. Jetzt
Angenommen (Variante): beide wissen nicht von der kommenden Spaltung.
Frage: können wie dann nicht doch perfekt den Wunsch teilen: "laß mich überleben"?.
Problem: dass C1 und C2 den Wunsch teilen beruht auf der falschen Präsupposition, dass sie eine Person sind. D.h. das "mich" ist eine falsche Kennzeichnung. Es kann sich nicht auf C1 in C1’ Gedanken und nicht auf C2 in dessen Gedanken beziehen. Denn diese Gedanken sind ein und derselbe.
Vs: aber ihr Wunsch zu überleben ist erfüllt! Zumindest der von C2 und der von C1 ist ja nicht unterschieden. Dann kann ihr Wunsch nicht nur in dem unerfüllbaren singulären Wunsch bestehen. Sie müssen beide auch den schwachen pluralen Wunsch haben, auch wenn sie die Spaltung nicht vorher wissen.
Pointe: das gilt dann auch für uns alle, obwohl wir nicht oft gespalten werden, sind viele unserer gegenwärtigen Wünsche sind keine aktuellen Vorkommnisse:
Bsp
Der Wunsch vor unvorstellbaren Schmerzen verschont zu bleiben.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991