Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Existenzielle Generalisierung Hintikka
 
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I 42
Existentielle Generalisierung/EG/HintikkaVsParsons, Terence: sein Kriterium der EG ist falsch, denn sie kann fehlschlagen aus Gründen, die nichts mit Nichtexistenz zu tun haben. Bsp
(1) Königin Victoria wusste, dass Lewis Carroll Lewis Carroll ist
daraus kann man nicht schließen, selbst obwohl Caroll existierte, und dies von der Königin gewusst wurde, dass
(2) (Ex)Königin Victoria wusste, dass Lewis Carroll x ist.
Und daher
(3) Jemand ist so, dass Königin Victoria wusste, dass er Lewis Carroll ist
(2) und (3) sagen dasselbe wie
(4) Königin Victoria wusste, wer Lewis Carroll ist.
Das ist aber nicht von (1) impliziert (entailed).
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: die Äquivalenz von (2)-(3) mit (4) ist aber ganz unabhängig davon, ob die Quantoren nur über existente oder auch über nichtexistente Objekte gehen.
Der Grund für das Fehlschlagen der EG ist nicht ein Fehlschlagen der Eindeutigkeit.
Eindeutigkeit schlägt allerdings fehl, denn in verschiedenen Situationen, die mit dem Wissen der Königin kompatibel sind, kann der Name Lewis Carroll auf verschiedene Personen angewendet werden. Daher kann nicht nur ein einzelnes, bestimmtes Objekt als Wert von „x“ fungieren.
Daher findet die EG keine Anwendung und (1) und dennoch kann sie so verstanden werden, dass sie den Äußerer auf die Existenz von Lewis Carroll verpflichtet. Daher schlägt Parsons Kriterium fehl.
I 54
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: berechtigt uns, von einem Satz S(b) mit einem sing Term „b“ zur Existenzaussage (Ex) S(x) überzugehen. Dies schlägt fehl in intensionalen (epistemischen) Kontexten.
Übergang von „any“ zu „some“. (>Existentielle Generalisierung)
Bsp epistemischer Kontext:
(10) (Prämisse) George IV wusste, dass (w = w)
(11) (versuchsweise Konklusion) (Ex) George IV wusste dass (w = x)
I 55
Problem: der Übergang von (10) zu (11) schlägt fehl, weil (11) die Stärke von (12) hat (12) George IV wusste, wer w ist.
EG/Fehlschlagen/Lösung/Frege/Hintikka: nahm an, dass wir es in intensionalen (opaken) Kontexten mit Ideen von Referenten zu tun haben.
HintikkaVsFrege: Problem: dann würde (11) auf jeden Fall aus (10) folgen ((s) Und das ist gerade nicht gewünscht). Denn man müsste annehmen, dass es auf jeden Fall irgendeinen Sinn gibt, unter dem George IV sich ein Individuum w vorstellt.
Problem: „w“ greift in verschiedenen Welten verschiedene Individuen heraus.
I 56
Semantik möglicher Welten/Lösung/Hintikka: Bsp AG (13) George weiß, dass S(w)
zu
(14) (Ex) George weiß, dass S(x)
wobei S(w) keine Ausdrücke enthält, die opake Kontexte schaffen.
Dann brauchen wir eine zusätzliche Bedingung
(15) (Ex) in allen relevanten Welten (w = x)
Das ist aber kein wohlgeformter Ausdruck in unserer Notation. Wir müssen sagen, was die relevanten Welten sind.
Def relevante Welt/Hintikka: sind alle die, die kompatibel sind mit dem Wissen von George.
Damit ist (15) gleichbedeutend mit
(16) (Ex) George weiß, dass (w = x).
Dies ist die zusätzliche Prämisse. D.h. George weiß, wer w ist. (Wissen-dass, Wissen-wer, Wissen-was).


Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Nichtexistenz Hintikka
 
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I 37
Nichtexistente Objekte/unverwirklichte Möglichkeiten/HintikkaVsQuine/Hintikka: These: es gibt nichtexistente Objekte, und zwar in der aktualen Welt. (>Possibilia). HintikkaVsQuine: die Philosophen, die sie ablehnen, haben zu stark in syntaktischen Bahnen gedacht.
Hintikka. These: man muss die Frage eher semantisch (modelltheoretisch) beantworten.
Fiktion/Ryle: Test: gilt die Paraphrase?
Terence ParsonsVsRyle: Ryles Test schlägt fehl in Fällen wie Bsp „Mr. Pickwick ist eine Fiktion“.
HintikkaVsParsons: die Relevanz des Kriteriums ist überhaupt fraglich.
I 38
Ontologie/Sprache/sprachlich/HintikkaVsRyle: wie sollten linguistische Fragen wie Paraphrasierbarkeit über ontologischen Status entscheiden? Lösung/Hintikka: für die Frage ob es nichtexistente Objekte gibt: Modelltheorie.
Bsp Puccinis Tosca: her geht es darum, ob die Soldaten Kugeln in ihren Gewehrläufen haben.
Pointe: selbst wenn sie welche haben, wären es nur fiktive!
Modelltheorie/Hintikka: liefert eine ernstzunehmende Antwort. ((s) „wahr im Modell“ heißt, in der Geschichte ist es wahr, dass die Kugeln da sind).
HintikkaVsParsons: man sollte nicht zu stark syntaktisch argumentieren, d.h. nicht bloß fragen, welche Schlussfolgerungen gezogen werden dürfen und welche nicht.
Akzeptanz/Akzeptierbarkeit/Inferenzen/Hintikka: fragen nach der Akzeptierbarkeit von Inferenzen und von Sprache und Intuitionen sind syntaktisch.
Singuläre Termini/ontologische Verpflichtung/Existenz/Parsons: Parsons spricht davon, dass der Gebrauch von singulären Termini uns zu einer existentiellen Generalisierung verpflichtet. Und damit auf eine Referenten. D.h. es ist eine Verpflichtung zu einer Inferenz.
HintikkaVsParsons.
I 39
Nichtexistente Objekte/Substanz/Welt/Tractatus/Hintikka: der Grund, warum Wittgenstein seine „Objekte“ als Substanz der Welt, ((s) die nicht vermehrt oder vermindert werden kann) postulierte ist, dass ihre Existenz nicht ausgedrückt werden kann.
I 40/41
Nichtexistenz/nichtexistente Objekte/Lokalisierung/Mögliche Welten/Hintikka: These: jedes nichtexistente Objekt ist in seiner eigenen Welt. Mögliche Welten/Leibniz/Duns Scotus/Hintikka: solche Erwägungen führten Leibniz und vor ihm Duns Scotus dazu, die ungeordnete Menge nichtexistenter Individuen auf abgeteilte Welten zu verteilen.
Gesamtheit: aller nichtexistenter Objekte: ist ein nicht-wohlgeformte Gesamtheit.

Nichtexistente Objekte/mögliche Gegenstände/unverwirklichte Möglichkeiten/Hintikka: aber sind nicht einige dieser nichtexistenten Objekte in unserer eigenen aktualen Welt? Hintikka: These: ja, einige dieser bloß möglichen Objekte sind in der aktualen Welt.
bona fide-Objekt/Hintikka: kann in einer Möwe existieren und in einer anderen fehlen.
Weltlinie/Hintikka: wenn es darum geht, welche gezogen werden können ist Existenz nicht das wichtigste Problem. Eher Wohldefiniertheit.
HintikkaVsLeibniz: wir erlauben auch, dass ein Objekt in mehreren Welten existiert.
Frage: wenn Bewohner zweier verschiedener Welten dann identisch sein können, wann sind sie dann identisch?
I 103
Nichtexistenz/nicht wohldefiniert/HintikkaVsMontague: die Montague-Semantik lässt es nicht zu, dass die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz sinnlos sein könnte, weil ein Individuum in einer Welt nicht wohldefiniert ist. ((s) Weil bei Montague der Individuenbereich als konstant angenommen wird). Individuenbereich/Lösung/Hintikka: wir müssen zulassen, dass der Individuenbereich nicht konstant ist. Aber Problem:
Quantifikation/Glaubenskontext/Existenz/Wahrheit/Hintikka: im folgenden Beispiel müssen wir Existenz voraussetzen, damit der Satz wahr sein kann:
(11) John sucht ein Einhorn und Mary sucht es auch. ((s) Dasselbe Einhorn).
((s) Nummerierung sic, danach mit (8) weiter)
Reichweite/Quantor/Hintikka: in der einzig natürlichen Lesart von (11) muss man annehmen, dass die Reichweite des impliziten Quantors so ist, dass „ein Einhorn“ eine weitere Reichweite hat als „sucht“.
((s) d.h. dass beide dasselbe Einhorn suchen. Problem: wie kann man wissen, ob beide Subjekte an dasselbe Individuum glauben?)

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Nichtexistenz Parsons
 
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Hintikka I 37
Nichtexistente Objekte/unverwirklichte Möglichkeiten/HintikkaVsQuine/Hintikka: These: es gibt nichtexistente Objekte, und zwar in der aktualen Welt. (>Possibilia). HintikkaVsQuine: die Philosophen, die sie ablehnen, haben zu stark in syntaktischen Bahnen gedacht.
Hintikka. These: man muss die Frage eher semantisch (modelltheoretisch) beantworten.
Fiktion/Ryle: Test: gilt die Paraphrase?
Terence ParsonsVsRyle: Ryles Test schlägt fehlt in Fällen wie Bsp „Mr. Pickwick ist eine Fiktion“.
HintikkaVsParsons: die Relevanz des Kriteriums ist überhaupt fraglich.
I 38
Ontologie/Sprache/sprachlich/HintikkaVsRyle: wie sollten linguistische Fragen wie Paraphrasierbarkeit über ontologischen Status entscheiden? Lösung/Hintikka: für die Frage ob es nichtexistente Objekte gibt: Modelltheorie.
Bsp Puccinis Tosca: her geht es darum, ob die Soldaten Kugeln in ihren Gewehrläufen haben.
Pointe: selbst wenn sie welche haben, wären es nur fiktive!
Modelltheorie/Hintikka: liefert eine ernstzunehmende Antwort. ((s) „wahr im Modell“ heißt, in der Geschichte ist es wahr, dass die Kugeln da sind).
HintikkaVsParsons: man sollte nicht zu stark syntaktisch argumentieren, d.h. nicht bloß fragen, welche Schlussfolgerungen gezogen werden dürfen und welche nicht.
Akzeptanz/Akzeptierbarkeit/Inferenzen/Hintikka: fragen nach der Akzeptierbarkeit von Inferenzen und von Sprache und Intuitionen sind syntaktisch.
Singuläre Termini/ontologische Verpflichtung/Existenz/Parsons: Parsons spricht davon, dass der Gebrauch von singulären Termini uns zu einer existentiellen Generalisierung verpflichtet. Und damit auf eine Referenten. D.h. es ist eine Verpflichtung zu einer Inferenz.
HintikkaVsParsons.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 7 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsParsons Putnam Vs Parsons, Ch.
 
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I 233
Sprache/Paradox/Antinomien/Tarski/Putnam: das bringt uns zu der philosophisch wichtigen Möglichkeit, zu verneinen, dass unser informeller Diskurs eine "Sprache" darstellt. (Das sagt Russell!). Charles Parsons: (1987) die Aussage über den Wahrheitswert in der jeweils höheren Sprache sei ein "Sprechakt sui generis".
PutnamVsParsons, Charles: dass solche "systematisch mehrdeutigen Aussagen" z.B.
(V) Jede Sprache S hat eine Metasprache MS
ganz genauso aussehen, wie gewöhnliche Schlüsse, aber keine sind! (Das geht durch Einsetzen nach unendlich: die Sprache Sn hat die Metasprache MSn. Für Parsons soll das eine ganz andere Art von Diskurs sein, die nicht über die normale Art des Sprachgebrauchs zu verstehen ist.
I 234
Putnam: das ist für mich einfach unverständlich: Bsp als ob Sprache, die mit roter Tinte geschrieben ist, eine "Sprache sui generis" wäre! Da mit roter Tinte geschriebene Verallgemeinerungen über "alle Sprachen", die Rote Tintensprache, in der sie geschrieben sind, nicht einschließen würden (die Rote Tintensprache ist sui generis), könnten wir keine Paradoxien erhalten.
Das ist aber nur ein formalistischer Trick:
Das Problem ist nur verschoben: in welcher Sprache drücken wir die Tatsache aus, dass "Verallgemeinerungen über die Nichtroten Tintensprachen nicht über die Roten Tintensprache reichen"?.
Putnam: Lösung: vielleicht ist der Gedanke in Wirklichkeit, dass einige Formen von Diskurs verstanden werden können, ohne den Begriff der Wahrheit überhaupt vorauszusetzen.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsParsons Luhmann Vs Parsons, Ta.
 
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Au Kass 11
Interpenetration/Parsons: verschiedene Teilsysteme sind gekoppelt: Bsp Kultur dringt in das Sozialsystem ein, (interpenetriert mit ihm).
Bsp Sozialsystem wirken per Sozialisation auf die Individuen ein.
Bsp Individuen domestizieren über Lernvorgänge ihre eigenen Organismen. Damit markiert Parsons Überschneidungen.
Aber nach der ganzen Theorieanlage geschah das nicht auf einer operativen Ebene! Vielmehr denkt Parsons, dass die verschiedenen Teilsysteme beitragen zur Emergenz von Handlung. Sie sind nicht selber schon operativ!
Wenn sie als Handlungssysteme ausdifferenziert werden, dann wiederum nur auf der Ebene von Handlung. Diese Systeme müssen dann ihrerseits wieder alle Anforderungen von Systemen erfüllen. ((s) Also bleiben die Ebenen getrennt).
LuhmannVsParsons: aber der Begriff, der sagen müsste, was denn eigentlich am anderen System mitwirkt oder wie denn eigentlich Kultur ein Teil des sozialen Systems ist, dieser Begriff konnte nie mit der Vierereinteilung der Parsonsschen Box (s.o.) erklärt werden.
D.h. es müssten ja mehrere Systembeziehungen gleichsam internalisiert werden und als interne Subsysteme ausgewiesen werden und dann wäre das ganze System ausdefiniert durch die Beziehungen interpenetrativer Art.
Das ging nicht und blieb daher unklar.
AU Kass 1
LuhmannVsParsons: Begrifflichkeit beschränkt durch Strukturfunktionalismus: man konnte nicht nach der Funktion von Strukturen fragen, oder Begriffe wie Bestand oder Bestandsvoraussetzung, Variable oder den ganzen methodologischen Bereich zu untersuchen. Beschränktheit dadurch, dass ein bestimmter Gegenstand als vorgegeben angenommen wurde. keine Kriterien für den Bestand des Gegenstands
statt dessen muss die Theorie alle Devianz (Abweichung) und Disfunktion mitenthalten können. (bei Parsons nicht möglich).
Frage: in welchem Zeitraum und welchen Bandbreiten ist ein System identifizierbar? (Bsp Revolution: ist die Gesellschaft hinterher noch die selbe Gesellschaft?)
Bestandskriterien Biologie: Definition durch Tod. Das Lebende reproduziert sich aus eigenen Mitteln.
AU Kass 2
LuhmannVsParsons: Zuordnungen nicht immer zwingend.
LuhmannVsParsons: gewisse Hermetik des Begriffsschemas, der Zwang die 4 Boxen immer auszufüllen, leitet die Theorieentscheidungen. Ist dadurch immer mehr durch selbstgestellte Probleme beschäftigt. Man kann keine direkten Fehler erkennen, aber dennoch eine Sackgasse.
LuhmannVsParsons: dieser hat schon viel integriert: Kybernetik, Input/Output Sprache, Linguistik Aber Selbstreferenz (wichtig in der modernen Systemtheorie) ist im Rahmen des Parsonschen Modells nicht möglich. Daher brauchen wir interdisziplinäre Lösungen.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsParsons Verschiedene Vs Parsons, Ta. Luhmann AU Kass 14
Konflikt/Luhmann: hier gibt es eine ideologische Theoriekontroverse in den 50er Jahren: DahrendorffVsParsons: Überschätzung von Konsens, Unterschätzung von Konflikt.
Luhmann: das wurde in Parsons hinein gelesen.
Luhmann: Frage: kann man die Unterscheidung Konsens/Konflikt so treffen? Kooperation/Konkurrenz? Kann man sich Modelle vorstellen, die nur für eine Seite optieren, Bsp dass unsere Gesellschaft nur eine Konkurrenzgesellschaft sei oder Bsp dass ohne Kooperation gar keine Handlung möglich wäre.
Lösung/Luhmann: der Begriff der Kommunikation mit der Bifurkation ja/nein zeigt, dass in der Operation selbst Kooperation und Konkurrenz ständig real sind!
D.h. Einseitigkeit belastet eine Theorie.
Konsens und Konflikt kommen immer beide vor, eine Theorie muss das berücksichtigen.
AU Kass 1
HandlungstheorieVsParsons: Handlung sei unvereinbar mit irgendeinem System.




VsParsons Hintikka Vs Parsons, Ter.
 
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I 37
Nichtexistente Objekte/unverwirklichte Möglichkeiten/HintikkaVsQuine/Hintikka: These: es gibt nichtexistente Objekte, und zwar in der wirklichen Welt (WiWe). (>Possibilia). HintikkaVsQuine: die Philosophen, die sie ablehnen, haben zu stark in syntaktischen Bahnen gedacht.
Hintikka: These: man muss die Frage eher semantisch (modelltheoretisch) beantworten.
Fiktion/Ryle: Test: gilt die Paraphrase?
Terence ParsonsVsRyle: Ryles test schlägt fehlt in Fällen wie Bsp „Mir. Pickwick ist eine Fiktion“.
HintikkaVsParsons: die Relevanz des Kriteriums ist überhaupt fraglich.
I 38
Ontologie/Sprache/sprachlich/HintikkaVsRyle: wie sollten linguistische Fragen wie Paraphrasierbarkeit über ontologischen Status entscheiden? Lösung/Hintikka: für die Frage ob es nichtexistente Objekte gibt: Modelltheorie.
Bsp Puccinis Tosca: her geht es darum, ob die Soldaten Kugeln in ihren Gewehrläufen haben. ((s) sic, von Puccini, nicht von Verdi).
Pointe: selbst wenn sie welche haben, wären es nur fiktive! ((s) innerhalb der Geschichte).
((s) D.h. damit die Geschichte überhaupt erzählt werden kann, muss man annehmen, dass über den entsprechenden Satz mit "wahr" oder "falsch" entschieden werden kann, abhängig davon, ob Kugeln in den Läufen sind. Sonst wäre der Satz unverständlich.)
Modelltheorie/Hintikka: liefert eine ernstzunehmende Antwort. ((s) "wahr im Modell" heißt, in der Geschichte ist es wahr, dass Kugeln in den Läufen sind).
HintikkaVsParsons: man sollte nicht zu stark syntaktisch argumentieren, d.h. nicht bloß fragen, welche Schlußfolgerungen gezogen werden dürfen und welche nicht.
Akzeptanz/Akzeptierbarkeit/Inferenzen/Hintikka: fragen nach der Akzeptierbarkeit von Inferenzen und von Sprache und Intuitionen sind syntaktisch.
sing Term/ontologische Verpflichtung/Existenz/Parsons: Parsons spricht davon, dass der Gebrauch von sing Term uns zu einer existentiellen Generalisierung verpflichtet. Und damit auf eine Referenten. D.h. es ist eine Verpflichtung zu einer Inferenz.
HintikkaVsParsons.
I 41
Nichtexistente Objekte/mögliche Gegenstände/unverwirklichte Möglichkeiten/Hintikka: aber sind nicht einige dieser nichtexistenten Objekte in unserer eigenen aktualen Welt (WiWe)? Hintikka: These: ja, einige dieser bloß möglichen Objekte sind in der WiWe. bona fide Objekt/Hintikka: kann in einer Möwe existieren und in einer anderen fehlen.
Weltlinie/Hintikka: wenn es darum geht, welche gezogen werden können ist Existenz nicht das wichtigste Problem. Eher Wohldefiniertheit.
HintikkaVsLeibniz: wir erlauben auch, dass ein Objekt in mehreren MöWe existiert.
Frage: wenn Bewohner zweier verschiedener Möwe dann identisch sein können, wann sind sie dann identisch?
I 42
Existentielle Generalisierung/EG/HintikkaVsParsons: das zeigt, dass sein Kriterium der EG falsch ist, denn sie kann fehlschlagen aus Gründen, die nichts mit Nichtexistenz zu tun haben. Bsp
(1) Königin Victoria wußte, dass Lewis Carroll Lewis Carroll ist
daraus kann man nicht schließen, selbst obwohl Caroll existierte, und dies von der Königin gewusst wurde, dass
(2) (Ex)Königin Victoria wußte, dass Lewis Carroll x ist.
Und daher
(3) Jemand ist so, dass Königin Victoria wußte, dass er Lewis Carroll ist
(2) und (3) sagen dasselbe wie
(4) Königin Victoria wußte, wer Lewis Carroll ist.
Das ist aber nicht von (1) impliziert (entailed).
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: die Äquivalenz von (2)-(3) mit (4) ist aber ganz unabhängig davon, ob die Quantoren nur über existente oder auch über nichtexistente Objekte gehen.
Der Grund für das Fehlschlagen der EG ist nicht ein Fehlschlagen der Eindeutigkeit.
Eindeutigkeit schlägt allerdings fehl, denn in verschiedenen Situationen, die mit dem Wissen der Königin kompatibel sind, kann der Name Lewis Carroll auf verschiedene Personen angewendet werden. Daher kann nicht nur ein einzelnes, bestimmtes Objekt als Wert von „x“ fungieren.
Daher findet die EG keine Anwendung und (1) und dennoch kann sie so verstanden werden, dass sie den Äußerer auf die Existenz von Lewis Carroll verpflichtet. Daher schlägt Parsons Kriterium fehl.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
VsParsons Stalnaker Vs Parsons, Ter.
 
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I 73
Nackte Einzeldinge/nackte ED/Modallogik/ML/Semantik/Stalnaker: das Problem ist jetzt, die nackte-ED-Theorie mit diesen drei Einschränkungen mit der quantifizierten Modallogik (ML) zu verbinden.
I 74
Terence ParsonsVs/Stalnaker: dies hat T. Parsons (1969) beweistheoretisch angegriffen. Anti-Essentialismus/T. Parsons: Frage: welche Axiome brauchen wir für eine vollständige und begründete anti-essentialistische Theorie? D.h. eine Theorie, die jede fragwürdige Zuschreibung wesentlicher Eigenschaften verhindert?
StalnakerVsParsons: Problem: einige seiner Sätze sind keine Theoreme: Bsp
Theorem: (Ex)N(Fx) > (x)N(Fx).
((s) wenn für einen Gegenstand F eine notwendige Eigenschaft ist, dann gilt das für alle solchen Gegenstände x. Bsp wenn ein Quadrat notwendig eckig ist, dann alle Quadrate).
Stalnaker: aber folgende Substitutionsinstanz ist kein Theorem:
(Ex)N(Rxy) > (x)N(Rxy).
((s) Wenn etwas notwendig der Vater von y ist, ist alles notwendig der Vater von y.)
Stalnaker: d.h. das atomare Prädikat "F" repräsentiert nicht eine beliebige Eigenschaft, wie es normalerweise sein sollte, sondern nur eine zufällige Eigenschaft einer bestimmten Art.
Das ist nicht an sich schlimm, erlegt aber der Semantik zusätzliche Bürden auf. Denn die Regeln müssen geeignete Eigenschaften als Werte für atomare Prädikate herausgreifen. ((s) QuineVs - Quine: Prädikate stehen nicht für Eigenschaften).
Eigenschaften/Anti-Essentialismus/Prädikate/Stalnaker: bei der Unterscheidung geht es natürlich um die zwischen intrinsischen, qualitativen Charakteristika und referentiellen oder MöWe-indizierten Eigenschaften. Nur erstere kommen in Frage. (MöWe = mögliche Welt).
StalnakerVsParsons: dieser setzt das zwar voraus, erklärt es aber nicht.
Atomares Prädikat/Stalnaker: dieser Begriff kann nicht helfen, weil er rein syntaktisch ist und nicht von sich aus einen semantischen Job machen kann.
Anti-Essentialismus/quantifizierte ML/Stalnaker/Fazit: um die beiden zu verbinden brauchen wir echte semantische Bedingungen für atomare Prädikate.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsParsons Field Vs Shapiro, St.
 
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II 357
Zwischenposition/IC (intermediate claim)/Parsons/Shapiro/Field: beide erkennen das an. Sie Formulierung eine Zwischenposition zwischen der starken und der schwachen Behauptung, wobei sie sagen, dass danach Skepsis über die Bestimmtheit uninteressant wird. (IC) irgend zwei Personen, die schematische Arithmetik akzeptieren, müssen die Theorie des anderen ihrer eigenen als äquivalent betrachten.
II 358
FieldVsShapiro/FieldVsParsons: 1. ich bezweifle, dass man die Zwischenposition akzeptieren muß (VsIC), 2. selbst wenn wir sie akzeptieren, wird Skepsis in Bezug auf Bestimmtheit nicht uninteressant.
FieldVsIC: Bsp X (männlich) betrachtet seine eigene schematische Arithmetik als unbestimmt, erkennt aber die schwache Konklusion an, dass jede „Kopie“ von ihr in seiner eigenen Sprache als äquivalent zu seiner eigenen Arithmetik ist.
Frage: muß X ein Y (weiblich), die schematische Arithmetik akzeptiert, als jemand betrachten, der etwas äquivalentes zu dem akzeptiert, das X akzeptiert?
Aangenommen, beide, X und Y gebrauchen dasselbe Vokabular: „Zahl“, „Nachfolger“ usw.
Frage: muß X Y’s zahlentheoretisches Vokabular
a) homophon übersetzen, oder eher
b) annehmen, dass, wenn er einen neuen speziellen Term als Übersetzung von Y’s Term „Zahl“ (Bsp „Zahl* “) usw. einführt, er dann ein Argument für eine Äquivalenz zwischen seinem eigenen Vokabular hat und der Übersetzung von Y’s Vokabular. ((s) Äquivalenz statt Homophonie).
Frage: können wir nicht einfach die Konklusion aus dem einsprachigen Fall dafür anwenden? Nein, denn auch wenn X annimmt, dass Y das volle Schema (korrekterweise) akzeptiert, bedeutet das nur, dass er X als auf die Akzeptanz aller neuen Instanzen in Y’s eigener Sprache festgelegt ist! (Und dass X auf ihre Übersetzungen verpflichtet sein sollte).
Wenn X nicht argumentieren kann, dass für jedes Prädikat P in seiner Sprache (d.h. „Zahl“ usw.) Y ihre Sprache erweitern kann, so dass sie einen Term enthält, den X als P übersetzen kann, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass X Y’s Schemata als voll ansehen sollte in Bezug auf X’s Sprache.
Problem: es gibt keine Weise dafür zu argumentieren, ohne die Frage offen zu lassen. Bsp X kann nicht argumentieren, dass , weil Y volle Arithmetik akzeptiert, sie Induktion über ein Prädikat akzeptieren muß, das „dasselbe bedeutet“ wie X’s Prädikat „natürliche Zahl“. ((s) Er weiß nicht, ob das Prädikat dasselbe bedeutet > Übersetzungsunbestimmtheit)).
Field: das ist nur eine Variante von McGees Mogelei, dass Y Induktion über ein Prädikat akzeptieren muß, dessen Extension die natürlichen Zahlen sind. ((s) Er weiß nicht, ob das die Extension ist > Unbestimmtheit der Referenz).
Frage/(s): muß man den fremden Begriff immer als weiter annehmen, als mehr umfassend als der eigene? Kann man nicht auch fragen, ob dies oder das aus dem Umfang des eigenen Begriffs im fremden enthalten ist?
(s)Vs(s): Ja, eben! Das kann man empirisch überprüfen, für den angenommenen größeren Umfang gibt es wohl empirischen Fragen, aber man weiß nicht, wann das Ende erreicht ist.
II 360
FieldVsShapiro/VsZwischenposition/Vs(IC): der Grund warum wir die (zwei-Sprachen-) Zwischenposition nicht akzeptieren können, ist, dass wir (im Ein-Sprachen-Fall) gezwungen sind, zwei Kopien (von Theorien) in unserer eigenen Sprache als äquivalent zu betrachten. FieldVs(IC): selbst wenn die Zwischenposition gälte, wäre sie unbestimmt! Sie würde garantieren, dass in jeder akzeptablen semantischen Interpretation von X’s Sprache die Extension von „natürliche Zahl“ identisch mit der Extension des Begriffs „die Extension von Y’s Begriff „natürliche Zahl““ wäre. Aber selbst das würde nicht zeigen, dass es in jeder akzeptablen Interpretation dieser gemeinsamen Extension keine Nicht-Standard-Elemente gäbe! (Übergeordnete Sicht der Asymmetrie).

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980
VsParsons Luhmann Vs Verschiedene
 
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Habermas I 436
VsParsons: bildet das klassische Modell einfach durch Systeme nach. (Soziales System = Handlungssystem). - Luhmann stattdessen: Mensch als Teil der Umwelt der Gesellschaft. Das ändert die Prämissen aller Fragestellungen. - Methodischer Antihumanismus.
Habermas I 440
LuhmannVsHumanismus: "Kardinalfehler" Verquickung von Sozial und Sachdimension.
Lu II 28
LuhmannVsDualismus: von Beobachter und Gegenstand. Universalität/Vs: die Gesamtsicht, die Universalität musste aufgegeben werden und wurde durch »Kritik« ersetzt, mit der der Standpunkt des Subjekts sich zur Universalität wieder aufrundet«. - Fundament/Luhmann: es gibt keinen letzten Halt. (Wie Quine, Sellars, Rorty). II 42 - VsMarx: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben.
Widersprüche/Luhmann: entstehen nur aus der Selbstbezüglichkeit von Sinn. Nicht wie bei Marx. - Widersprüche/Rechtssystem: dient nicht zur Vermeidung, sondern zur Regelung von Konflikten. II 78 - Wertfreiheit: (Max Weber): der Verzicht auf Wertungen ist sozusagen der blinde Fleck einer Beobachtung zweiter Ordnung. II 89 - Vs Rechte Politik: hier gibt es überhaupt keine Theorie, die in der Lage wäre, andere Theorien zu lesen. Es gibt nur Apercus oder gewisse literarische Leitideen. II 90/91 - VsGehlen: wir haben uns nicht den Institutionen unterzuordnen. II 102 - VsHandlungstheorie: ganz unscharfer, nur durch Zeigen auf Menschen bestimmbarer Begriff von Individuen. So werden Sprachgewohnheiten als Sachkenntnisse ausgegeben: denn die Sprache verlangt von uns, Subjekte einzusetzen. >Sprache.
II 103
Vernunft/VsAdorno: man sollte nicht resignieren (Dialektik der Aufklärung) sondern fragen, ob es nicht ohne Vernunft besser geht! II 112 - Reizüberflutung/LuhmannVsTradition: kann gar nicht stattfinden. Denn schon der neurophysiologische Apparat schirmt das Bewusstsein drastisch ab. Das operative Medium Sinn tut ein übriges. II 125 - Mensch/Gehlen: versuchte, den Menschen aus seinem Unterschied zum Tier zu bestimmen. (LuhmannVs). II 138 - VsParsons: Begrifflichkeit beschränkt durch Strukturfunktionalismus: man konnte nicht nach der Funktion von Strukturen fragen, oder Begriffe wie Bestand oder Bestandsvoraussetzung, Variable oder den ganzen methodologischen Bereich zu untersuchen. Beschränktheit dadurch, daß ein bestimmter Gegenstand als vorgegeben angenommen wurde. - keine Kriterien für den Bestand des Gegenstands - statt dessen muss die Theorie alle Devianz (Abweichung) und Disfunktion mitenthalten können. (bei Parsons nicht möglich). - Frage: in welchem Zeitraum und welchen Bandbreiten ist ein System identifizierbar? (Bsp Revolution: ist die Gesellschaft hinterher noch die selbe Gesellschaft?) Bestandskriterien Biologie: Definition durch Tod. Das Lebende reproduziert sich aus eigenen Mitteln. Selbstreferenz (wichtig in der modernen Systemtheorie) ist im Rahmen des Parsonschen Modells nicht möglich. Daher brauchen wir interdisziplinäre Lösungen. (Kass 3.) - VsHandlungstheorie: der Begriff der Handlung eignet sich nicht, weil ein Akteur vorausgesetzt wird! Es gibt sie aber auch ohne Zuschauer! Im Prinzip kann eine Handlung als solitäre, sozial resonanzlose Sache vorgestellt werden! - Paradoxie/Luhmann: das Verfahren der Auflösung der Paradoxie ist logisch anrüchig, wird aber von den Logikern selbst ständig angewendet: sie benutzen einen Ebenenwechsel. Einzig folgende Frage darf nicht gestellt werden: was denn die Einheit der Differenz der Ebenen sei. (Kass.4) - VsGleichgewichtstheorien: Heute fragwürdig; 1. von der Naturwissenschaft her: es sind gerade Ungleichgewichte stabil, GG eher Metapher (Kass.6) - Tradition: "Übertragung von Patterns von Generation zu Generation" Gespeicherte Wertmuster, die immer wieder angeboten werden und vom Nachwuchs übernommen. Diese Muster sind dann dennoch dieselben. VsTradition: Frage: woher kommt überhaupt die Identität. Wie könnte man von Selbigkeit reden, ohne externen Beobachter? Das wird auch nicht viel anders durch die Annahmen eines reziproken Verhältnisses mit Lernen. Luhmann: statt dessen: (Autopoiesis): Sozialisation ist immer Selbstsozialisation. - - -
AU Kass 6
Information/Luhmann: der Begriff muss nun darauf abgestimmt werden! Man sprach in den 70ern von "genetischer Information", behandelte Strukturen als informativ, der genetische Code enthalte Information.
Luhmann: das ist falsch, weil Gene nur Strukturen enthalten und keine Ereignisse!
Die semantische Seite des Begriffs blieb lange ungeklärt, d.h. die Frage, aus was eine Information auswählen kann.
II 76
LuhmannVsMarx/Reese-Schäfer: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben. - - -
AU Kass 11
Emergenz/Reduktionismus/ST/Luhmann: das stellt die eigentliche Frage noch gar nicht: wodurch zeichnet sich eigentlich ein emergentes System aus? Was ist das Charakteristikum für die Unterscheidung von dem basalen Zustand? Was ist das Kriterium, das Emergenz ermöglicht? Will Martens: (Heft 4, Kölner Zeitschrift f. Sozialforschung): Autopiesis sozialer Systeme.
Behandelt die Frage im AnSchluss an das Konzept der Autopoiesis und der Kommunikation.
Kommunikation/Luhmann: Dreigliederung:
Information,
Mitteilung, Verstehen (nicht Handlungsfolgen). (Kommt aus der Linguistik, aber auch schon Antike!).
Martens: diese Dreiteilung ist die psychologische Fundierung der Kommunikation. Die Kommunikation muss zunächst im individuellen Kopf ausgehandelt werden, ich muss sehen, was ich als unbekannt unterstelle und was ich auswählen möchte, außerdem muss mein Körper in Schuß sein.
Martens These: die Sozialität kommt nur in der Synthese dieser drei Komponenten zustande.
Soziales entsteht, wenn Information, Mitteilung und Verstehen als Einheit erzeugt werden mit Rückwirkung auf die teilnehmenden psychischen Systeme, die sich entsprechend verhalten müssen.
Die Einheit ist nur die Synthese selbst, während die Elemente nach wie vor psychologisch bzw biologisch usw. beschrieben werden müssen. Ohne dieses Fundament geht es nicht.
LuhmannVsMartens: ich hoffe, Sie fallen darauf rein! Das klingt zunächst sehr einleuchtend. Aber jetzt kommt die Frage:
Was wird denn in dem Text von Martens kommuniziert? Sicher nicht der Blutkreislauf! In dem Text ist auch kein Blut! Das würde die Redaktion schon abwehren, auch kein Bewusstseinszustand ist im Text! Ich kann mir also gar nicht vorstellen, was der Verfasser sich gedacht hat! Ich kann mir wohl vorstellen, dass er durchblutet war und vor dem Computer gesessen hat. Und dass er gerne an der Diskussion teilnehmen wollte.
Luhmann: das sind alles Konstruktionen, die in der Kommunikation nahegelegt werden, die aber eigentlich in der Kommunikation nicht vorhanden sind. (>Interpenetration).
Kommunikation/LuhmannVsMartens: Frage: was wird eigentlich in dem Text behauptet, und widerlegt er es nicht eigentlich selbst?
Paradoxie: der Text der von Blut und Gedanken erzählt, behauptet, er bringe Blut und Gedanken, aber er bringt nur Buchstaben und das, was man als geübter Leser aus dem Text machen kann. Das ist Kommunikation. Mehr sehe ich eigentlich nicht!
Kommunikation/Luhmann: wenn man realistisch und operativ denkt, ist nicht mehr in dem Text zu sehen. Die Worte müssen wir schon selbst aus den Buchstaben zusammensetzen.
Wenn psychische System auf Kommunikation eingehen, ändern sie ihre internen Zustände entsprechend.
Kommunikation/Luhmann: wenn man diese Botschaft (von Martens) bekommen hat, kann man sagen: alles ist eigentlich richtig, man könnte eine Kommunikation völlig auf der Basis körperlicher oder psychologischer Tatsachen beschreiben. Es würde nichts fehlen, mit Ausnahme der Autopoiesis selbst.
Frage: wir müssen erklären, wie Kommunikation sich selbst erhält, ohne psychische und körperliche Operationen einzubauen!
Luhmann: diese Reproduktion von Kommunikation durch Kommunikation geht nur durch völligen AusSchluss von körperlichen, psychischen usw. Operationen.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988