Lexikon der Argumente

Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 32 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Alles was er sagte ist wahr Strawson
 
Bücher bei Amazon
HorwichI 214
Alles was er sagte ist wahr/Strawson/Cohen: Bsp "was der Polizist sagte, ist wahr" - hier wird "wahr" nicht gebraucht, um eine Aussage zu machen - damit verschwinden die Paradoxien. Lösung: bloße Präsupposition, dass eine Aussage gemacht wurde - wenn wir damit überhaupt keine Aussagen machen würden, würden Paradoxien überhaupt verschwinden.
CohenVsStrawson: ein Richter könnte das als Beleg für den Charakter des Polizisten nehmen - aber es ist keine!
Horwich I 216
"Alles was er sagte ist wahr"/Cohen: Bsp "für alle p: wenn der Polizist behauptet, dass p, dann p" - hier können wieder Paradoxien entstehen - analog zur Wahrheitsparadoxie. Paradoxie/logische Form/Cohen: kann auftreten, wenn in (p): (x).φ(p . x) >. ~p. dieser Ausdruck als ganzes als Wert von p auftreten kann.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Analytizität/Synthetizität Strawson
 
Bücher bei Amazon
Wright I 198
Strawson/Grice: Bsp unser alltägliches Reden über Analytizität stellt eine soziologische Tatsache dar, und weist daher genügend Disziplin auf, um als minimal wahrheitsfähig gelten zu können. StrawsonVsQuine/GriceVsQuine: es ist hoffnungslos, zu leugnen, dass eine Unterscheidung existiert, wenn sie auf nicht vorvereinbarte, aber wechselseitig einigungsfähige Weise innerhalb sprachlicher Praxis gebraucht wird.
QuineVsStrawson/QuineVsGrice: das steht völlig im Einklang mit einer kognitiven Psychologie des praktischen Gebrauchs der Unterscheidung, die nicht davon ausgeht, dass wir auf Exemplifizierungen der Unterscheidungen reagieren.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Aussagen Strawson
 
Bücher bei Amazon
Meg I 300
laut Hungerland Präsupposition/Strawson: Def "S setzt S" voraus": Die Wahrheit von S" ist eine notwendige Bedingung der Wahrheit oder Falschheit der Behauptung, dass S.
Bsp "Alle meine Kinder schlafen fest" präsupponiert "Ich habe Kinder".
David RyninVsStrawson: aus dieser Interpretation folgt paradoxerweise, dass alle vorausgesetzten Behauptungen wahr wären: es sollten gelten: S >S" und ~S >S"; es gilt aber auch: Sv~S. Daraus folgt: S".
Anders gesagt: (~S" > ~(Sv~S)) > S ist analytisch wahr in einem System zweiwertiger Aussagenlogik.
- - -
Horwich I 186
Aussage/Strawson: zweideutig: a) Sagen, Sprechakt - b) das Ausgesagte, der Inhalt, was wahr oder falsch ist -" die Handlung ist nicht wahr/falsch. AustinVsStrawson: es sind die Sprechakte selbst, die wahr/falsch sind - bzw. Wahrheit wird Sprechakten zugeschrieben.
- - -
Strawson I 193
Aussage/Strawson: umfassender als Behauptung.
I 205
Aussage/Strawson: das bindende Glied des Satzes ist das Zeichen des Aussagens "Sokrates ist..." - wenn dieses "ist" als selbstständig aufgefaßt würde, dann kein Unterschied zwischen A und B mehr
II 246/47
Aussage/Strawson: Doppelsinn: a) was ich sage, b) mein Sagen - Wahrheit, unabhängig davon, ob die Äußerung gemacht wurde. StrawsonVsSprechakttheorie: Wahrheit nicht dem Ereignis zuschreiben!

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Begriffe Millikan
 
Bücher bei Amazon
I 253
Def Begriff/Millikan: denotiert eine Menge von Intensionen, die die Wiederholung eines inneren Terms regeln. Def Begriff/neu/Millikan: (weitere Definition): die Fähigkeit, ein ding zu identifizieren.
Pointe: dann zeigen Begriffe andere Dimensionen jenseits von Überzeugungen und Intensionen.
I 255
Begriff höherer Stufe/Millikan: ist keine Fähigkeit einen Gegenstand zu identifizieren, aber entsprechend höhere Fähigkeit: Bsp eine gedrehte Figur als dieselbe Figur wiederzuerkennen. Damit können mentale Namen für Formen aufgestellt werden.
I 256
Bsp die Fähigkeit, Personen anhand ihrer Gesichter wiederzuerkennen.
I 272
Begriff/Eigenschaft/Prädikat/Millikan: die Relation zwischen einem Begriff und Welt liegt zwischen dem Kopf und der Welt und kann nicht internalisiert werden.
I 273
Daher gibt es nicht einmal eine Eins-zu-eins-Relation zwischen Begriffen und Eigenschaften. Zwei Begriffe könnten einer Eigenschaft korrespondieren und ein Begriff (wenn er mehrdeutigen Fregeschen Sinn hat) kann zwei Eigenschaften entsprechen. Selbst wenn wir von einem Begriff wissen, dass ihm eine Eigenschaft entspricht, ist das niemals a priori Wissen.
Eigenschaften/a priori/Wissen/Millikan: auch über die Inkompatibilität oder Verträglichkeit oder Identität von Eigenschaften gibt es kein a priori Wissen. Höchstens gibt es hier natürliche Notwendigkeit (Naturnotwendigkeit).
„Konkurrenz“ zwischen Eigenschaften/MillikanVsStrawson: ist nur eine weitere Art von „natürlicher Notwendigkeit“ neben Kausalität und Identität. Kein „logischer Wettstreit“.
Logik/Begriff/Notwendigkeit/Millikan: auch „logische Möglichkeit“ und „logische Notwendigkeit“ zwischen Begriffen sind letztlich natürliche Notwendigkeiten zwischen Begriffen.
Logik/Millikan: sollte man darüber hinaus besser als empirische Wissenschaft auffassen.
Bsp „S kann nicht gleichzeitig P und nicht P sein“ ist entweder sinnlos, weil „S“ und „P“ keinen Sinn haben, oder so etwas wie wahr, weil es eine Aussage über die Natur der Welt ist.
I 315
Begriff/Millikan: Begriffe sind Fähigkeiten. Ihre Adäquatheit wird nicht durch das Auftauchen eines Widerspruchs zerstört.
I 323
Begriff/Wissen/Millikan: Begriffe sind Fähigkeiten, aber in einer wichtigen Hinsicht anders als andere Fähigkeiten: Bsp die Fähigkeit ein Auto zu starten ist so, dass wir sofort wissen, ob wir Erfolg haben oder nicht, bei der Anwendung von Begriffen wissen wir nicht sofort, ob wir Erfolg haben. Erfolg/Gültigkeit/Begriff/Millikan: um die Gültigkeit unserer Begriffe zu erfahren, müssen sie einfach mehr als einmal im selben Urteil vorkommen können. Das ist hinreichend um auf diese Weise sicher zu sein wie wir nur können, dass der Begriff wirklich von etwas Realem ist.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Einzeldinge Strawson
 
Bücher bei Amazon
Graeser I 163
Einzeldinge/Strawson: Einzeldinge haben Vorrang in unserem Begriffssystem - Zuschreibbarkeit von Bewusstseinsprädikaten ist notwendige Bedingung für die Zuschreibbarkeit von physischen Prädikaten.
Graeser I 224
Strawson: These Einzeldinge haben Vorrang von Prozessen oder Ereignissen, die wir ohne sie nicht identifizieren könnten - - - -
Newen/Schrenk I 150
VsStrawson/Newen/Schrenk: warum sollten ausgerechnet Einzeldinge (ED) die fundamentalsten Bezugsobjekte von Subjekttermen sein und nicht etwa Ereignisse? - Strawson: weil Objekte nach einer Zeit wiederzuerkennen sind - seine Argumente sind transzendental. - - -
Strawson I 35ff
Einzelding/Strawson: solange es von übrigem Wissen isoliert ist, können wir nichts neues über es erfahren
I 51
Einzeldinge/Strawson: gibt es eine Klasse von Einzeldingen von denen alle anderen abhängen? - Vielleicht abhängig: "private Einzeldinge" - grundlegend: Klasse der Personen - Tradition: private Einzeldinge: "Gefühle" grundlegend.
I 52
Principium indivduationis/Strawson: beruht auf Identität von Personen.
I 70
Einzeldinge/Strawson: materielle Körper: grundlegend für die Identifikation - nicht Prozess! StrawsonVsRussell: nicht Biographie anstelle des Namens.
I 72
Beschreibung von Einzeldingen zwingt nicht, Prozess zu erwähnen - wohl aber Identifikationsabhängigkeit von Prozessen von den Einzeldingen an denen sie sich abspielen - weil Dinge Raum beanspruchen, Prozesse nicht immer.
I 175
Einzeldinge/Eigenschaften/Strawson: man kann sich nicht nur auf Einzeldinge identifizierend beziehen - VsTradition: daher Objektcharakter kein Kriterium für Einzeldinge! - I 176 RamseyVs.
I 176
Einzeldinge/Eigenschaften/RamseyVsTradition: daraus, dass zwei Dinge verknüpft sind, folgt nicht, dass sie verschiedenen Charakter haben müssten. - Strawson:> 1. grammatisches Kriterium für die Unterscheidung zwischen Dingen und Tätigkeiten - 2. kategoriales Kriterium.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Einzeldinge Tugendhat
 
Bücher bei Amazon
I 422
Einzeldinge/ED/TugendhatVsDonnellan: lokalisierende Kennzeichnungen sind grundlegend. - Bei diesen gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen referentiellem und attributivem Gebrauch. - Auch attributiv ist im weiten Sinn referentiell, weil sie den Gegenstand zwar nicht identifiziert, aber spezifiziert (vor einem Hintergrund unterscheidet).
I 426
Einzelding/Identifikation/TugendhatVsStrawson: "hier", "Jetzt" genügen als Gegenstand und Raumzeit-Stellen existent zu machen. - Raumzeit-Stellen sind die elementarsten Gegenstände. - Es muss dort aber auch etwas geben - wenigstens hypothetisch, dann liefert entsprechende Frage der Verifikation, für welchen Gegenstand der singuläre Term steht. Top-down: die Verwendung aller singulären Termini verweist auf demonstrative Ausdrücke.
Bottom-up: wenn durch die Demonstrativa die Verfikationssituation für das Zutreffen des Prädikats bezeichnet wird.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Existenz Hungerland
 
Bücher bei Amazon
Meggle I 312
Existenz/Hungerland: die Rede über "Das S" erfordert nicht, dass es nur ein einziges S in der Welt geben soll! Vielmehr soll es nur ein einziges S geben, auf das ich mich im Kontext beziehe.
Korrekt/unkorrekt/HungerlandVsStrawson: er müsste Shakespeare der Unkorrektheit zeihen: Bsp Macbeth : "Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke?"

Strawson: die Rede von "Das S ist P" setzt die Existenz eines S voraus!


Grice: > Meg I
G. Meggle (Hg)
Handlung, Kommunikation, Bedeutung Frankfurt/M 1979
Glauben Strawson
 
Bücher bei Amazon
Meg I 276/77
Strawson: Tautologie: dass jemand der p sagt, auch p glaubt. HungerlandVsStrawson: nicht notwendig. er kann inkorrekt oder mit Täuschungsabsicht sprechen. - - -
Strawson IV 129
Glauben/Wittgenstein: wenn wir anfangen zu glauben, dann nicht einen einfachen Satz, sondern ein ganzes System von Sätzen.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
Ich Evans
 
Bücher bei Amazon:
Gareth Evans
Frank I 24
Ich/EvansVsDescartes: ist der Körper! - Der ich-zentrierte Raum wird zu einem objektiven Welt-Ort erst, wenn das Subjekt ihn auf eine öffentliche Landkarte übertragen kann und wiedererkennen kann. - Die Konvertibilität der demonstrativ bezeichneten Sprecherperspektive verlangt einen unabhängigen Raum.
Frank I 485f
Ich/Evans: 1. kriterienlos, 2. begrenzt zugänglich (nicht jedermann, jederzeit) - 3. Die Gegebenheitsweise ist existenzabhängig: ich muss am Ort sein, um "hier" zu sagen, aber Wechseln ist möglich ("neuer Sinn, alte Bedeutung").
I 488
Ich-Gedanken sind de re. (Sie brauchen Information).
I 503
Ich/GeachVsDescartes: anstatt "ich gerate in eine schreckliche Verwirrung!" kann ich auch sagen: "Das ist wirklich eine schreckliche Verwirrung" - Strawson: auch "Es gibt einen Schmerz" statt "Ich habe Schmerzen" - EvansVsGeach/EvansVsStrawson: zur Referenz gehört es, sein Publikum zu etwas zu bringen.
I 504
Ich/Evans: unsere Auffassung von uns selbst ist nicht idealistisch: wir können folgendes verstehen, ohne es begründen oder entscheiden zu können: Bsp "Ich wurde gestillt" - "Ich werde sterben".
I 545
"Hier"/"Ich"/Evans: sind gleichrangig, beides nicht ohne das andere möglich.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Ich Geach
 
Bücher bei Amazon
Frank I 503
Ich/GeachVsDescartes: anstatt "Ich gerate in eine schreckliche Verwirrung!" kann ich auch sagen: "Das ist wirklich eine schreckliche Verwirrung". - Strawson: auch "Es gibt einen Schmerz" statt "Ich habe Schmerzen". EvansVsGeach/EvansVsStrawson: zur Referenz gehört es, sein Publikum zu etwas zu bringen.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Identifikation Strawson
 
Bücher bei Amazon
I 57
Identifikation/Strawson: wenn direkt aufgrund von Lokalisation dann ohne Erwähnung anderer Einzeldinge (ED) - Bsp Tod abhängig von Lebewesen - Bsp Blitz nicht von etwas Blitzendem.
I 64
Identifikation/Strawson: beobachtbare Einzeldinge können auch ohne Erwähnung ihrer Ursachen oder der Dinge, von denen sie abhängig sind, identifiziert werden. - Begriffliche Abhängigkeit spielt keine Rolle - aber man kann nicht grundsätzlich Geburten identifizieren, ohne sie als Geburt eines Lebewesens zu i.
I 65
Asymmetrie: wir brauchen in der Sprache nicht unbedingt Termini für Geburten als Einzeldinge - wohl aber für Lebewesen, weil wir selbst welche sind. (> continuant).
I 66
Identifizierbarkeit/Einzelding/Strawson: Minimalbedingung: sie dürfen weder privat noch unbeobachtbar sein.
I 87
Identifikation/Strawson: wir könnten nicht über Privates sprechen, wenn wir nicht über Öffentliches sprechen könnten
I 153
Identifikation/StrawsonVsLeibniz: Identifikation verlangt ein demonstratives Element: das widerspricht Leibniz’ Monaden, für die es Beschreibungen allein in allg Term geben soll! - dann ist nach Leibniz die Identifikation (Individuation) nur Gott möglich: der "vollständige Begriff" eines Individuums - das ist zugleich eine Beschreibung des gesamten Universums (von einem bestimmten Punkt aus, das garantiert die Eindeutigkeit).
I 245
Identifikation/Universale/Namen/Einzeldinge/Strawson: Sprecher/Hörer müssen jeder eine kennzeichnende Tatsache über Sokrates kennen - es muss aber nicht dieselbe sein - Bsp "Dieser Mann dort kann dich führen"- entscheidend: dass da jemand steht - Pointe: kein Teil führt ein Einzelding ein, aber die Aussage als ganzes präsentiert es - >"Unvollständigkeit".
VII 124
Identifikation/Referenz/Strawson: Bsp "Der Mann dort hat den Kanal zweimal durchschwommen". - Es hat den (falschen!) Anschein, dass man "zweimal referiert", a) einmal indem man nichts aussagt und folglich keine Aussage macht, oder
b) die Person mit sich selbst identifiziert und eine triviale Identität feststellt.
StrawsonVs: das ist der gleiche Fehler, wie zu glauben, dass der Gegenstand die Bedeutung des Ausdrucks wäre - Bsp "Scott ist Scott".
- - -
Tugendhat I 400-403
Identifikation/Strawson: a) Zeigen - b) Beschreibung, Raumzeit-Stellen. TugendhatVsStrawson: weil er Russells Theorie der direkten Relation unbewusst akzeptiert hatte, sah er nicht, dass es gar keine zwei Stufen gibt - Tugendhat wie Brandom: demonstrative Identifikation setzt die raumzeitliche, nicht-demonstrative voraus - ((s) > Brandom: Deixis setzt Anapher voraus) - Unterschied: Spezifikation/Tugendhat: "welches von allen?" - Identifikation: einzige Art. durch Raumzeit-Stellen.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Identifikation Tugendhat
 
Bücher bei Amazon
I 395
Identifizierung/TugendhatVsStrawson: verwendet Identifizierung im engeren Sinn - Tugendhat: mein eigener Begriff "Spezifikation" (welcher von allen Gegenständen ist gemeint) ist diesem Begriff überlegen - "Herausgreifen" (to pick out) ist Strawsons Ausdruck - (von Searle übernommen). - (Quine: "to specify")
I 400ff
Identifizierung/Identifikation/Tugendhat: Raumzeit-Stelle: dieser eine Gegenstand - Spezifizierung: Bezug, stehen für (weiterer Begriff) (vor Hintergrund aller anderen Gegenstände).
I 415
Identifikation/Einzeldinge/TugendhatVsStrawson: die Raumzeit-Relation ist nicht nur perzeptiv verankert, sondern auch ein System möglicher Wahrnehmungspositionen - damit ein System demonstrativer Spezifizierung (vor einem Hintergrund).
I 417
Durch raumzeitliche Kennzeichnung wird der wahrnehmbare Gegenstand als wahrnehmbarer spezifiziert. - Ein wesensmäßig wahrnehmbarer Gegenstand kann vorher noch nicht der Gegenstand sein, der er ist. Referenz: heißt dann, eine Verifikationssituation zu spezifizieren.
I 422
Unterscheidung von Gegenständen überhaupt nur aus mannigfachen Verwendungssituationen von Wahrnehmungsprädikaten.
I 426
Einzelding/Identifikation/TugendhatVsStrawson: "hier", "Jetzt" genügen als Gegenstände und Raumzeit-Stellen existent zu machen - Raumzeit-Stellen sind die elementarsten Gegenstände. - Es muss dort aber auch etwas geben - wenigstens hypothetisch, dann liefert entsprechende Frage der Verifikation, für welchen Gegenstand der singuläre Term steht. Top-down: die Verwendung aller sing Term verweist auf demonstrative Ausdrücke.
Bottom-up: wenn durch die Demonstrativa die Verfikationssituation für das Zutreffen des Prädikats bezeichnet wird
I 436
Lokalisation/Identifikation/Tugendhat: nur durch mehrere Sprecher - kein Nullpunkt, sondern Menge umgebender Ggst - subjektiver Nullpunkt vielleicht eigene Position
I 462
Identifikation/Tugendhat: räumliche und zeitliche Relation zwischen Gegenständen ist nicht hinreichend - unendlich viele Raumzeit-Stellen, endlich viele Gegenstände. - Raumzeit-System wird vorausgesetzt - Referenz auf Raumzeit-Stellen kann nicht scheitern - Rede von Existenz ohne Ort ist sinnlos - Identifikation nur durch gleichzeitigen Verweis auf alle anderen (möglichen) Gegenstände - daher sind Existenzsätze allgemein.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Individuation Pinker
 
Bücher bei Amazon
I 148
Individuation/Pinker: Bsp zwei Lichtkegel können zur selben Zeit am selben Ort sein - PinkerVsStrawson: das zeigt, daß "Gegenwart an einem Ort zu einer Zeit" nicht unsere "geistige Definition" von "Individuum" ausmacht.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998
Intentionen Donnellan
 
Bücher bei Amazon
Wolf I 195
Kennzeichnungen/Intention/Strawson: ("A reply to Mr. Sellars" 1954): Kennzeichnungen können fehlschlagen und dennoch etwas Wahres aussagen. Bsp "Das Abgeordnetenhaus (korrekt Repräsentantenhaus) enthält Vertreter zweier Parteien". Das ist kein Problem, wenn klar ist, was der Sprecher meint. Man kann ihn verbessern. Intention/DonnellanVsStrawson: das geht aber nur, wenn der Sprecher unabhängig davon eine richtige Intention hatte. Aber welche Beschreibung soll in der Verbesserung verwendet werden? Der Sprecher könnte sie immer noch ablehnen, weil er falsch informiert ist. Es geht nicht darum, was er sagen "wollte" sonst kann man jede Beschreibung nehmen. Es gibt keine bestimmte verbesserte Aussage.

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Kennzeichnungen Millikan
 
Bücher bei Amazon
I 175
Kennzeichnung/Millikan: uns geht es hier darum herauszufinden, was die Stabilisierungsfunktion von bestimmten und unbestimmten Kennzeichnungen ist. Dabei müssen wir auf eigene Faust vorgehen. Wir können uns nicht auf die Tradition Russel –Strawson-Donnellan berufen.
Referenz/MillikanVsStrawson: wir müssen davon ausgehen, dass es nicht nur Sprecher sind, die referieren, sondern müssen annehmen, dass die sprachlichen Ausdrücke selbst auch referieren.
I 176
Unbestimmte Kennzeichnung/real value/Millikan. der real value wird durch den Rest des Satzes bestimmt, nicht durch die unbestimmte Kennzeichnung selbst.
I 177
Referenz: ist etwas anderes als Abbildung! unbestimmte Kennzeichnung: bildet ab, aber ohne zu referieren!
innerer Name: es ist nicht die Aufgabe einer unbestimmten Kennzeichnung, in einen inneren Namen übersetzt zu werden. Ihre Normale Eigenfunktion ist, in eine innere Kennzeichnung übersetzt zu werden, die immer noch einen Allgemeinausdruck enthält.
I 178
Unbestimmte Kennzeichnung: ist als Ganzes kein referentieller Term. Tradition: hat das allerdings angenommen! Bsp „ein indischer Freund von mir hat mir dies gegeben“. Hier denke ich doch an Rakesh.
MillikanVsTradition: das führt zu Konfusion. Ich lasse den Referenten bewusst offen.
Referenz: sicher ist es wahr, dass ich Rakesh intendiert habe, und daher referiere ich auch auf ihn.
Pointe: wenn Rakesh mich später fragt: „Hast Du ihnen von mir erzählt? ist die richtige Antwort „Nein!“.
Eigenfunktion/Kennzeichnung/Millikan: ist hier nicht, in einen inneren Namen für Rakesh übersetzt zu werden.
Andererseits:
Natürliches Zeichen: ist kausal abhängig. Und die Kennzeichnung ist schließlich von Rakesh verursacht worden, der mir das Buch gab.
I 179
Kausalität/Kennzeichnung/real value/Millikan: die kausale Verbindung eines intentionalen Icons mit seinem real value macht es dem Hörer möglich, es als natürliches Zeichen zu gebrauchen. Pointe: damit kann ein neuer innerer Name geprägt werden. ((s) Kein schon vorher existierender innerer Name).
Def „natürlicher Referent“/unbestimmt Kennzeichnung/Terminologie/Millikan: jede unbestimmte Kennzeichnung hat einen real value in Übereinstimmung mit einer Normalen Erklärung, den „natürlichen Referenten“. Das trifft auch auf Geschichten (Fiktion) zu. Das ist aber keine öffentliche Referenz. Hier spielen Kausalität und Abbildungsregeln keine Rolle.
Öffentlicher Referent/Millikan: eine bestimmte Kennzeichnung oder ein Name kann (zufällig!) einen öffentlichen Referenten Haben; ohne einen natürlichen Referenten zu haben. Daher kann eine unbestimmte Kennzeichnung einen natürlichen haben, ohne einen öffentlichen zu haben.
I 181
Real value/bestimmte Kennzeichnung/Millikan: der real value einer bestimmten Kennzeichnung wird durch den Rest des Satzes bestimmt. Bsp welcher meiner Freunde war es? Derjenige, der mir das Buch gegeben hat.
I 185
Kennzeichnung/Millikan. Bsp „mein Bruder“ ist weder bestimmt noch unbestimmt. Ich kann die Kennzeichnung gebrauchen wenn ich einen oder mehrere Brüder habe.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Kontext/ Kontextabhängigkeit Hungerland
 
Bücher bei Amazon
Meggle I 266
HungerlandVs "induktive Auffassung" der Kontext-Implikation: p behaupten impliziere zu glauben, dass p. - Statt dessen: wenn eine Behauptung normal ist, ist alles impliziert, was man daraus folgern darf. Das hängt ab von 1. Kontext, 2. Vorannahmen über Normalität - 3. Gebrauchsregeln.
I 277
HungerlandVsStrawson.

Grice: > Meg I
G. Meggle (Hg)
Handlung, Kommunikation, Bedeutung Frankfurt/M 1979
Logische Eigennamen Strawson
 
Bücher bei Amazon
VII 111
logische Eigennamen/StrawsonVsRussell: "dies" keine log Eigennamen: man muss wissen, was der Satz bedeutet, um reagieren zu können. - - -
Tugendhat I 387/388
Logische Eigennamen/StrawsonVsRussell: logische Eigennamen sind bloß fiktiv, kein mehrdeutiger Name sondern deiktischer Ausdruck, hat eine einheitliche Bedeutungen und bezeichnet je nach Gebrauch (Situation) einen anderen Gegenstand - TugendhatVsRussell: übersieht, dass derselbe Gegenstand auch mit anderen Ausdrücken bezeichnet werden kann - TugendhatVsStrawson: übersah, dass er selbst Russells Theorie voraussetzte.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Namen Burkhardt
 
Bücher bei Amazon
Wolf II 337
Namen/Kripke: haben keinen Fregeschen Sinn (Bedeutung) - BurkhardtVsKripke: der muß aber manchmal ergänzt werden
II 341
Namen/BurkhardtVsFrege: seine Ansicht ist falsch, Eigennamen hätte sowohl Bedeutung als auch Sinn - BurkhardtVsStrawson: wenn Namen keinerlei Bezeichnung, was soll dann Konvention sein?
Namen/Wittgenstein: doch "mere tags" - Burckhardt: dann muß das Kontextprinzip für Namen aufgegeben werden
II 345
Bedeutung/Namen/Burkhardt: drei Möglichkeiten: 1. Namen haben Bedeutung, dann ist das, gemäß der Konventionen der Träger - 2. alle Namen haben dieselbe Bedeutung: nämlich ihre eindeutige Referenzfunktion! (Gebrauchstheorie) - 3. Namen haben gar keine Bedeutung
II 358
Namen/Burkhardt: können auch appellative Funktion haben: Bsp "Einstein ist der Kopernikus des 20. Jahrh." - Vorstellungen über Eigenschaften - These so läßt sich die Bedeutung doch in Referent und Sinn aufteilen. So ist alles Subjektive getilgt - die eine oder die andere Seite kann dominieren, der Sinn kann an die Stelle des Referenten treten

Burk I
A. Burkhardt
Politik, Sprache und Glaubwürdigkeit. Linguistik des politischen Skandals Göttingen 2003

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Prädikate Millikan
 
Bücher bei Amazon
I 109
Subjekt/Prädikat/Abbildung/Millikan: These es gibt keinen Unterschied zwischen der Weise, in der logische Subjekte von Sätzen
I 110
die Welt abbilden und der Weise, wie dies logische Prädikate tun. 1. Weil man Prädikate ersetzen kann durch andere Prädikate Bsp „...schwimmt“ durch „...fliegt“ sind sie noch lange nicht als Gegenstände anzusehen.
(BrandomVsMillikan/(s): Unterscheidung von Rahmen und Einsetzungs-“Lücke“).
2. Frage: müssen Prädikate Universalien entsprechen, wenn wir sie behandeln wie Substanzen? Jedenfalls müssen wir sie nicht als Einzeldinge ansehen, sondern wie die Tradition als Gedankenobjekte oder als Möglichkeiten.
Universale/Millikan: Universalien als Gedankenobjekte; sind sie in der Natur?
Prädikate/Millikan: jedes einfache Prädikat muss eine historisch in der Natur verwurzelte Variabilität widerspiegeln ((s) >disjunkt, disjunktiv).
Komplexe Prädikate/Millikan: auch sie sollen Variablen der Natur widerspiegeln, aber das müssen keine Etwasse (Dinge) sein.
Eigenschaft/Art/Millikan: haben nur einen Siedlungsraum: das ist die Natur selbst.
I 111
3. Relation/Eigenschaft/Millikan: als Varianten innerhalb von Tatsachen erhalten sie aus kausalen und erklärungsmäßigen Verbindungen Intentionalität! Dann müssen sie in der gleichen Weise in der Natur sein, wie es ihre Identität oder Selbigkeit auch ist.
I 227
Negation/Prädikat/Logisches Subjekt/Millikan: der gemeinsamen Grundlage beim Gegenteil entspricht das logische Subjekt. Bsp Bill kann nicht gleichzeitig groß und klein sein. Negation: operiert auf dem logischen Prädikat. Sie verändert nicht den Sinn (die Abbildungsregeln). Und zwar operiert sie auf dem Teil des logischen Prädikats, der das grammatische Prädikat des Satzes ist.
Bsp „schmerzlich enttäuscht, kam Johnny niemals zurück“.
eingebetteter Satz: „Johny war schmerzlich enttäuscht“: ist im grammatischen Subjekt eingebettet,
Wahrmacher: Problem: Bsp einige tagaktive Fledermäuse sind keine Pflanzenfresser“ wird nicht dadurch wahr gemacht, dass alle Fledermäuse nachtaktiv sind.
Negativer Satz: seine Funktion ist es, positive Information zu geben. Ein nützlicher negativer Satz wird den Bereich der Möglichkeiten beschränken.
I 228
Externe Negation: „es ist nicht der Fall, dass…“ mag auch mehr als das grammatische Prädikat beeinflussen.
I 272
Subjekt/Prädikat/Strawson/Millikan: (S. u. P in Logic and Grammar“) Millikan: ich habe hier „Allgemeinbegriff“ (general concept“) ersetzt durch „“Eigenschaften“): grundsätzliche Asymmetrie: Einzelding: Raum-zeitlich, exemplifizieren Eigenschaften, die aus einem bestimmten Bereich kommen.
Dann wissen wir für jede Eigenschaft, dass sie in Konkurrenz zu anderen steht.
Asymmetrie: für Einzeldinge gilt keine solche Konkurrenz. Kein Individuum konkurriert mit anderen um Eigenschaften innerhalb eines Bereichs.
Keine Dinge sind so aufeinander bezogen, dass für jede Eigenschaft, die das eine exemplifiziert, daraus folgen würde, dass das andere sie nicht exemplifiziert (auch nicht gleichzeitig).
MillikanVsStrawson: was ist aber „logische Konkurrenz“ unter Eigenschaften? Unter begriffen ist sie traditionell anerkannt, aber das können wir nicht auf Eigenschaften und Relationen übertragen.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
Präsuppositionen Hungerland
 
Bücher bei Amazon
Meggle I 300
Präsupposition/Strawson: Def "S setzt S' voraus": Die Wahrheit von S' ist eine notwendige Bedingung der Wahrheit oder Falschheit der Behauptung, dass S. Bsp "Alle meine Kinder schlafen fest" präsupponiert "Ich habe Kinder".
I 303
HungerlandVsStrawson: das Verhältnis, das er definiert, ist nicht das der Kontext Implikation. Ich impliziere zusätzlich, dass ich glaube, Kinder zu haben. Seine Definition stellt keinerlei Bezug her zum Glauben oder den Absichten von Sprechern oder Zuhörern noch zu irgendwelchen Umständen der Kommunikation.
I 304
HungerlandVsStrawson: in der Präsupposition scheint eine verborgene Regel enthalten zu sein. Welche ist es? Eher eine formal logische, denn eine der normalen Sprache.
I 309
Strawson/Präsupposition: "Das S ist P".
Hungerland: besteht aus zwei unabhängigen Teilen: 1. Funktion des bestimmten Artikels, (einschlägige Grammatik). Strawsons Modell ist ein logisches Erklärungsmodell.
HungerlandVsStrawson: normale Kommunikation verfährt so nicht.
I 310
HungerlandVsStrawson: er hat Regel und Ausnahme (was die Häufigkeit betrifft) durcheinander gebracht.
Meggle I 318
StrawsonHungerland: Strawson fasst auch Fehler als Ausnahmen von der Regel auf (HungerlandVs).
I 320
Bsp Umfragedienst: "Haben Sie gerade ihr Fernsehgerät eingeschalten?" (Wenn man gar kein Gerät hat) Ist die Antwort "Nein" richtig? Hungerland: alle Befragten antworteten mit "Richtig!" Ausnahme, ein Philosoph.

I 321
Regeln/Hungerland: sind nur von Nutzen wenn sie nach Fällen des Handelns formuliert werden, die als Standard gelten können.

Grice: > Meg I
G. Meggle (Hg)
Handlung, Kommunikation, Bedeutung Frankfurt/M 1979
Präsuppositionen Rynin
 
Bücher bei Amazon
Meggle I 300
Präsupposition/Strawson: Def "S setzt S' voraus": Die Wahrheit von S' ist eine notwendige Bedingung der Wahrheit oder Falschheit der Behauptung, dass S. Bsp "Alle meine Kinder schlafen fest" präsupponiert "Ich habe Kinder".

I 303
David RyninVsStrawson: aus dieser Interpretation folgt paradoxerweise, dass alle vorausgesetzten Behauptungen wahr wären: es sollten gelten: S >S' und ~S > S'; es gilt aber auch: S v ~S. Daraus folgt: S'. Anders gesagt: (~S' > ~(S v ~S)) > S ist analytisch wahr in einem System zweiwertiger Aussagenlogik.


Grice: > Meg I
G. Meggle (Hg)
Handlung, Kommunikation, Bedeutung Frankfurt/M 1979
Referenz Evans
 
Bücher bei Amazon:
Gareth Evans
I 314ff
Meinen/Referenz/göttlicher Standpunkt/Wittgenstein/Evans: Bsp jemand ist in einen von zwei eineiigen Zwillingen verliebt - Gott, wenn er in seinen Kopf schauen könnte, könnte nicht sagen, in welchen von beiden, wenn der betreffende selbst es in einem Moment nicht weiß. - ((s) Weil in dem geistigen Zustand und an dem Zwilling keine Zusatzinformationen zu finden wären.) - Evans: die (Beschreibungs-)Theorie des Geistes kann nicht erklären, warum nicht irrtümliche Beschreibungen den Ausschlag geben können.
I 325
Referenz/Evans: Referenz ist auch möglich, wenn die Beschreibung nicht erfüllt wird, aber nicht Bezeichnen.
I 328
Referenz/Namen/Evans: im Allgemeinen referieren wir auf das Ding, das die Quelle der vorherrschenden Information ist.
I 333ff
Referenz/Evans: wird durch Informationsmengen festgelegt, nicht durch Passen. - - -
Frank I 22
Evans: zwischen Frege und Perry: rettet Fregeschen Sinn, aber Bedeutung = Referenz!
I 24ff
Bedeutung ungleich Referenz/Evans: Bsp "heute": die Bedeutung bleibt, der Referent wechselt. > "Fido"/Fido-Theorie /Evans: setzt Bedeutung und Referent gleich: > ich/Evans.
Frank I 503
EvansVsGeach/EvansVsStrawson: zur Referenz gehört es, sein Publikum zu etwas zu bringen.

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Selbstidentifikation Strawson
 
Bücher bei Amazon
Frank I 521
Ich/Selbstidentifikation/Strawson: Frage: "warum werden Bewusstseinszustände überhaupt irgendeinem Subjekt zugeschrieben und warum werden sie genau demselben Ding zugeschrieben wie gewisse körperliche Eigenschaften? EvansVsStrawson: "natürliche kleine Theorie unserer Welt":
1. Ich nehme dies wahr und befinde mich am Ort p, also gilt dies an p
2. Umgekehrt, wenn dies nicht an p gilt, kann ich dies auch nicht wahrnehmen
3. Vorher war ich an p, daher kann ich jetzt nicht weiter sein als an p".

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Stufen Geach
 
Bücher bei Amazon
I 202
Ordnung/Stufen/GeachVsStrawson: Aussagen über Variablen sind nicht immer von "höherer Ordnung" - "p" entails "q" könnte nur eine Behauptung sein, dass die Variable "p" die Variable "q" entailt, was sicher Unsinn ist. - Man muss Namen von Aussagen durch Anführungszeichen bilden - Negation "~" bildet Satz aus Satz bzw. einen Namen von einem Satz aus einem Namen von einem Satz, wenn dem Namen vorangestellt: Bsp "~Q". (...+...)

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Subjekte Searle
 
Bücher bei Amazon:
John R. Searle
V 182
Subjekt/Prädikat/SearleVsStrawson: funktionaler Unterschied: das Subjekt identifiziert den Gegenstand, Prädikat: das Prädikat charakterisiert den schon identifizierten Gegenstand.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Tatsachen Prior
 
Bücher bei Amazon
I 5/6
Tatsache/Prior: wahre Propositionen sind in Ordnung. - Aber nicht wahre Sätze. - Dennoch gibt es auch Teilsätze Tatsachen. - Diese sind nicht an Äußerung gebunden. - Eine Proposition ist nicht an eine Feststellung gebunden: die Sonne war schon vor dem Menschen heiß.
I 23
Tatsache/Strawson: Tatsachen sind das, was Aussagen feststellen, nicht, worüber Aussagen (Sätze) sind. - Tatsachen sind selbst kein Objekt zusätzlich zu Gegenständen. - Tatsachen und Aussagen passen zusammen, sie wurden füreinander geschaffen. PriorVsStrawson: dann "keine Tatsachen ohne Feststellung" (falsch) und "Tatsachen sind logische Konstruktionen" (auch falsch, weil sie "in der Welt" sind).
Wittgenstein: Tatsachen sind die Welt, nicht in der Welt. - Prior: das ist harmlos, sie sind auch nicht "in" Sätzen.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
Tatsachen Searle
 
Bücher bei Amazon:
John R. Searle
III 44ff
Institutionelle Tatsachen/Searle: Bsp Geld, Wahlen, Universitäten, Schach usw. zuerst muß es etwas Phyisches geben Tatsache/Searle: etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung - Tatsache/Austin/Strawson: das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird! -
III 212
Tatsache/Searle: allgemeiner Name für die Bedingungen, wie Sätze sich auf ...etwas... beziehen.
III 219
Strawson: Tatsachen sind keine komplexen Dinge oder Gruppen von Dingen - Tatsache und Aussage sind keine zwei unabhängigen Gebilde - Tatsachen nicht sprachunabhängig - Tatsachen sind nicht das, "worüber" Aussagen sind - Frege: Tatsache = wahre Aussage -(StrawsonVs, AustinVs). Strawson: sie sind nicht identisch, weil sie verschiedene Rollen spielen: Tatsachen sind kausal, Aussagen nicht.
III 214
Tatsachen sind "innerer Akkusativ" für wahre Aussagen. - (unechte Relation).
III 219
Tatsache/Searle: können nur formuliert und nicht genannt werden.
III 215
Searle: Tatsache ist nicht gleich wahre Aussage! Tatsache hat kausale Relation - mehrere Aussagen für eine Tatsache möglich.
III 219
Tatsache/Searle: etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung.
III 219f
Tatsache/Strawson: das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird! (wie Brandom) - SearleVsStrawson: Tatsache nicht wahre Aussage! Tatsache hat kausale Relation - mehrere Aussagen für eine Tatsache möglich (wie Austin).
V 145
Tatsache/Searle: keine Tatsache über Gegenstände - Gegenstände können nicht ohne Tatsachen benannt werden - (VsWittgenstein, Tractatus). - Quantifikation über Gegenstände irreführend - besser: "es gibt Beispiele".

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Täuschungen Grice
 
Bücher bei Amazon
Meg I 281 ff
Lüge/Hungerland: Man muss etwas behaupten, um zu lügen.
I 300 f
Strawson: Täuschung/Lüge/Strawson: Ausnahme von der Regel. HungerlandVsStrawson: Täuschung ist nur vor richtigem Hintergrund möglich.
- - -
Avramides I 52
Täuschung/Grice: Zusatzbedingung: Es darf kein Inferenz-Element E geben, so dass S x äußert, indem er beides intendiert: a) dass A s Bestimmung der Reaktion r auf E basiert und
b) dass A denkt, dass S intendiert, dass a) falsch ist.
Das soll Täuschungsabsicht verhindern.
I 53
SchifferVs: das schlägt fehl beim ursprünglichen Gegen-Beispiel. Lösung/Schiffer: gegenseitiges Wissen ad infinitum. - Wissen, dass Wissen von einer bestimmten Eigenschaft hinreichend für das Wissen einer Proposition ist. - Dann weiß man auch, dass das Wissen hinreichend ist. Avramides: Bsp F-sein, G-sein: intakte Sinnesorgane bei Sprecher/Hörer.

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Täuschungen Strawson
 
Bücher bei Amazon
Meg I 318
Strawson: Täuschung/Lüge: Ausnahme von der Regel. HungerlandVsStrawson: Täuschung gibt es nur vor richtigem Hintergrund.
Strawson: Lügen: kein korrekter Sprachgebrauch.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
Universalien Searle
 
Bücher bei Amazon:
John R. Searle
V 176
Universalien/Searle: harmlos, heißt bloß, dass Prädikate bedeutungsvoll sind - keine ontologischen Voraussetzungen - rein sprachliche Entität (VsStrawson).
Universalien werden durch Bedeutungen identifiziert, nicht durch Tatsachen! - "ist freundlich" primär - Freundlichkeit ist abgeleitet.
Tradition: Universale: Zusammenfallen von Existenz und Wesen - Searle: Universalien: nicht in der Welt, nur in der Sprache.
V 183
Universalien/Searle. Bsp "ist freundlich" geht der Freundlichkeit voraus. - > Abstraktion von Prädikatausrücken - Prädikatausdrücke haben Vorrang vor Eigenschaftsnamen.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Welt Evans
 
Bücher bei Amazon:
Gareth Evans
Frank I 521
EvansVsStrawson: "Natürliche kleine Theorie unserer Welt": 1. "Ich nehme dies wahr und befinde mich am Ort p, also gilt dies an p."
2. Umgekehrt, "Wenn dies nicht an p gilt, kann ich dies auch nicht wahrnehmen."
3. "Vorher war ich an p, daher kann ich jetzt nicht weiter sein als an p.".

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Zuschreibung Strawson
 
Bücher bei Amazon
Frank I 641f
Fremdpsychisches/mentale Zustände/Strawson: man muss beides sein: Selbst- und Fremdzuschreiber - Rorty: Selbstzuschreibung ursprünglich auf Basis derselben Art von Beobachtung wie Fremdzuschreibung - WittgensteinVsRorty: Selbstzuschreibung ohne Anhaltspunkte. DavidsonVsRorty: zeigt nicht, dass die Zuschreibungen mit/ohne Anhaltspunkte dieselben Entitäten betreffen.
- - -
Strawson I 127
StrawsonVsChisholm: indirekte Zuschreibung von direkter Zuschreibung - ChisholmVsStrawson: umgekehrt. -
I 141
Zuschreibung/Kluft/Strawson: keine logische Kluft zwischen selbst- und Fremdzuschreibung - sonst verschwindet Depression - Lösung: spezieller Charakter der P-Prädikate: dass sie sowohl sich als auch anderen zugeschrieben werden.
I 142
Analogie: Zeichen auf Spielkarten identifizieren diese (Kriterium), aber Bedeutung im Spiel geht darüber hinaus.
I 144
Unterschied: Selbst-Zuschreibung nicht aufgrund von Beobachtung - aber Prädikate sind keine Lösung des Leib-Seele-Problems.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 25 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsStrawson Dummett Vs Alltagssprache
 
Bücher bei Amazon
Dummett III 185
Oxford Philosophie/Dummett: stärkster Einfluß: von Ryle. RyleVsCarnap: verfehlte Methodologie VsHeidegger: Witzfigur Ryle: Einfluß von Husserl
III 196
Partikularismus/Gebrauchstheorie/Oxford/Dummett: angeblich könne die GT nur jeden einzelnen Satz erklären. Der Philosoph dürfe kein Muster entdecken wollen, wo es keins gebe. DummettVs: wir lernen die Sprache auch nicht Satz für Satz!
Allerdings richtig: es sind Sätze und nicht Wörter, die im allgemeinen Sinne einen "Gebrauch" haben.
III 196/197
Alltagssprache: hier konnte die Oxford Philosophie (wegen ihres antisystematischen Ansatzes) nichts dazu beitragen, jene Prinzipien besser zu verstehen, aufgrund derer wir offensichtlich die Sprache so schnell lernen.(>Chomsky). DummettVsOxford: verwendete ständig psychologische und semantische Begriffe, die eine Bedeutungstheorie nicht voraussetzen darf, sondern erklären soll! Bsp "eine Einstellung zum Ausdruck bringen", "eine Frage zurückweisen" usw. (DummettVsAustin).
Ebenso wurden ständig "Wahrheit" und "Falschheit" unerklärt verwendet.
III 198
DummettVsPartikularismus: mißachtete auch die Unterscheidung semantisch/pragmatisch. Jeder, der nicht in den Klauen der Theorie steckt, würde zunächst dazu neigen, das, was ein Satz buchstäblich sagt, von dem zu unterscheiden, was man unter speziellen Umständen damit mitzuteilen versuchen könnte.
Nach der "Philosophie der Alltagssprache" galt nur der letztere Begriff als legitim. "buchstäbliche Bedeutung" galt als ein illegitimes Nebenprodukt.
III 199
DummettVsOxford, DummettVsStrawson: künstlich eingeführte neue Begriffe wie "Präsupposition" oder "Konversationsimplikatur" oder DummettvsAustin: die Unterscheidung zwischen "illokutionären" und "perlokutionären" Akten (DummettVsSprechakttheorie) traten an die Stelle der allgemeinen semantischen Begriffe, und ohne daß jemand merkte, hörte die "Normalsprache" (Alltagssprache) dabei auf, zu existieren.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982
VsStrawson Kripke Vs Davidson, D.
 
Bücher bei Amazon
EMD II 335
Sprache/Davidson: "Davidsons Kriterium": eine Sprache darf nicht unendlich viele Grundbegriffe haben Kripke: sonst kann sie nicht "erste Sprache" sein
II 338
KripkeVsDavidson: wir müssen nur verlangen, daß nur endlich viele Axiome "neues" Vokabular enthalten (schwächer). - - -
Horwich I 450
Referenz/Radikale interpretation/RI/Feldlinguist//Davidson/Rorty. versöhnt diese zwei Ansätze, indem er sagt, dass Strawson recht hat, wenn sein Ansatz holistisch aufgefaßt wird. D.h. wenn man Aristoteles Formulierung vom „Ganzen und für den größten Teil“ voranstellt. RortyVsStrawson: dennoch kann man sein Kriterium nicht auf individuelle Fälle (Einzelfälle) anwenden und dabei sicher sein, dass man recht hat.
Quine/Rorty: vertritt die mittlere Position zwischen Kripke und Strawson: Wissen von beidem, von der Verursachung und von der Referenz ist (gleichermaßen) eine Frage der Kohärenz der Überzeugungen des Eingeborenen und des Feld Linguisten.
Referenz/Kripke/Rorty: sein Ansatz ist ein „Baustein“ Ansatz: hier verfolgen wir kausale Pfade von Objekten zu individuellen Sprechakten.
Überzeugung/wahr/Wahrheit/KripkeVsDavidson/Rorty: dieser Ansatz läßt die Möglichkeit offen, dass alle unsere Überzeugungen falsch sein könnten. Bzw. dass man grundsätzlich nicht weiß, worauf man referiert (weil man die kausalen Pfade alle falsch versteht).
KripkeVsDavidson/Rorty: das eröffnet die Möglichkeit einer völligen Trennung von Referenten und intentionalen Objekten.
DavidsonVsKripke/Rorty: das ist genau, wovor Davidson uns warnt: die Lücke zwischen Schema und Inhalt.
Lösung/Davidson: umgekehrte Reihenfolge: wir müssen zuerst Kohärenz und Wahrheit maximieren und dann kann die Referenz als Nebenprodukt so sein, wie sie will!.
Pointe: das stellt sicher, dass die intentionalen Objekte vieler Überzeugungen (der „direktesten Fälle“ (lainest cases) ihre Ursachen sind.
((s)Vs: dann wäre es nach Löwenheim immer noch möglich, dass das, was uns als direkt vorkommt, nicht das direkteste ist.)
DavidsonVsKripke: der Kripkesche Ausrutscher Bsp der Gödel Schmidt Fall muss die Ausnahme bleiben.
I 451
Denn wenn die Kluft zwischen Referenten und intentionalen Objekten (worauf man sich bezieht, und dem wovon man glaubt sich zu beziehen) die Regel wäre, dann hätte der Begriff der „Referenz“ gar keinen Inhalt! Er wäre für den Feld Linguisten so nutzlos wie der Begriff „analytisch“. Gavagai/RI/Kommunikation/DavidsonVsKripke/Rorty: der Feld Linguist kann mit den Eingeborenen kommunizieren, wenn er die meisten seiner intentionalen Objekte kennt.
Daraus folgt:
DavidsonVsSkeptizismus/Rorty: die radikale Interpretation (RI) beginnt zu hause. Dann können wir für uns selbst wie für die Eingeborenen annehmen, dass die meisten unserer Überzeugungen wahr sind.
Rorty: ist das eine Antwort auf den Skeptiker oder nur dasselbe was JamesVsSkeptizismus sagt: dass die Frage eine schlechte Frage sei?
Sprache/Repräsentation/Zwischeninstanz/Medium/Davidson/Rorty: Davidson lehnt „Zwischeninstanzen“ (Zwischenglieder) zwischen dem Organismus und seiner Umgebung ab (um die RI durchführen zu können).
Zwischenglieder zwischen Organismus und Objekt: Bsp „bestimmte Bedeutung“, Bsp „intendierte Interpretation“, Bsp „was vor dem Geist des Sprechers steht“ Ohne sie können wir sagen RI beginnt zu Hause“.
- - -
Horwich I 453
Lösung/Davidson: Erfüllung/DavidsonVsSkeptizismus/DavidsonVsKorrespondenz Theorie/Rorty: für seine Widerlegung brauchen wir Tarskis Erfüllungs Relation (Wort Welt) statt der „Korrespondenz“ (der die Wahrheit von Sätzen entsprechen würde) der Relation Satz Welt). ((s) Weil nur ganz Sätze wahr sein können).
RI/Gavagai/Feld Linguist/Davidson/Rorty: der Feld Linguist wird am Ende einzelne Wörter der Eingeborenen mit Gegenständen (Stücken der Welt) in Beziehung setzen.
Übersetzung/Erfüllung/Davidson/Rorty: Problem: die Erfüllungs Relation ist keine Basis für Übersetzungen. Eher ist die Erfüllung ein Nebenprodukt von Übersetzungen.
Hermeneutischer Zirkel/Gavagai/RI//Davidson/RortyVsKripke: im HZ hin und her zu gehen, ist keine Baustein Theorie. Es entspricht eher dem „Reflexiven Gleichgewicht“ von Rawls.

K I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

K III
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg), Oxford/NY 1984

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsStrawson Burkhardt Vs Frege, G.
 
Bücher bei Amazon
Wolf II 341
BurkhardtVsFrege: seine Ansicht ist falsch, Eigennamen hätte sowohl Bedeutung als auch Sinn.
II 342
Namen/Burkhardt: unterscheiden sich von allen übrigen Wortarten dadurch, dass sie nur in der aktuellen Verwendung auf etwas referieren können. (parole). Wenn ich einen Namen höre, weiß ich schon, bevor ich weiß, auf wen er referiert, dass er sich auf ein Individuum bezieht.
II 343
Referenz/Strawson: nicht Ausdrücke referieren, sondern Menschen mit Hilfe von Sprachzeichen. Burkhardt: das gilt nicht von Eigennamen: bevor sie in der Sprechhandlung auf etwas verweisen können, muss ihre Beziehung zu dem Referenten bereits vorher konventionell festgelegt sein.
Namen/Benennen/Wittgenstein: (PU § 15): "Es wird sich oft nützlich erweisen, wenn wir uns beim Philosophieren sagen: Etwas benennen, das ist etwas Ähnliches, wie einem Ding ein Namenstäfelchen anheften". (> mere tags).
Namen/Burkhardt: so muss Freges Kontextprinzip (Frege-Prinzip) in Bezug auf Namen aufgegeben werden!.
II 343/344
Frege hatte deshalb guten Grund, den Gegenstand als die Bedeutung des Namens anzunehmen! (>"mere tag"). Namen/Strawson: haben keinen Beschreibungsgehalt.
BurkhardtVsStrawson: damit ist völlig unklar geworden, was er unter Konventionen verstehen will.
Bedeutung/Namen/Träger/Burkhardt: die Namenbedeutung besteht im Trägerbezug. Das sind die allgemeinen Referenzkonventionen.
Namen/Bedeutung/Kriterien/Wittgenstein/Searle/Frege/Russell: die Identitätskriterien im Sinne von Vorstellungen über den Träger sind wesentlich für die Bedeutung des Namens. (Lager).
Namen/Bedeutung/Existenz/WittgensteinVsFrege: Bsp "Nothung hat eine scharfe Schneide" hat auch dann Sinn, wenn Nothung zerschlagen ist.
II 345
Name nicht Träger: wenn Herr N.N. stirbt, ist nicht der Name gestorben. Sonst hätte es keinen Sinn zu sagen "Herr N.N. ist gestorben". Kriterien/Bedeutung/Alltagssprache/Burkhardt: die Alltagssprache gibt kein Kriterium bei philosophischen oder wissenschaftlichen Entscheidungen ab:
Die Alltagssprache entscheidet zwar, welche Bedeutung ein Wort hat, aber nicht, was Bedeutung ist!
Bedeutung/Namen/Burkhardt: drei Möglichkeiten:
1. Namen haben Bedeutung, dann ist das, gemäß der Konventionen der Träger
2. alle Namen haben dieselbe Bedeutung: nämlich ihre eindeutige Referenzfunktion! (Gebrauchstheorie).
3. Namen haben gar keine Bedeutung.
II 349
Sinn/Namen/Identität/BurkhardtVsFrege: dass Identitätsurteile informativ seien, dafür sei es notwendig, dass der Sinn auf beiden Seiten des Gleichheitszeichens verschieden ist, während der Referent identisch ist.
II 350
Burkhardt: die Aussage wäre aber auch dann informativ, wenn der Hörer mit keinem der beiden Namen eine Vorstellung verbände. So wird Sinn doppeldeutig. Dass unterschiedliche Vorstellung überhaupt bestehen, ist nur ein Sonderfall. So ist der Sinn etwas Sekundäres.
Deshalb kann auch der als subjektiv verstandene Sinn nicht zur Bedeutung gehören.

Burk I
A. Burkhardt
Politik, Sprache und Glaubwürdigkeit. Linguistik des politischen Skandals Göttingen 2003

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
VsStrawson Quine Vs Grice, P.H.
 
Bücher bei Amazon:
Willard V. O. Quine
Wright I 198
Disputationale Supervenienz/Wright: ein Diskurs superveniert den anderen, wenn Meinungsverschiedenheiten im einen, von Meinungsverschiedenheiten im anderen abhängen. StrawsonVsQuine/GriceVsQuine: es ist hoffnungslos, zu leugnen, dass eine Unterscheidung existiert, wenn sie auf nicht vorvereinbarte, aber wechselseitig einigungsfähige Weise innerhalb sprachlicher Praxis gebraucht wird.
QuineVsStrawson/QuineVsGrice: das steht völlig im Einklang mit einer kognitiven Psychologie des praktischen Gebrauchs der Unterscheidung, die nicht davon ausgeht, dass wir auf Exemplifizierungen der Unterscheidungen reagieren.
Strawson/Grice: Bsp unser alltägliches Reden über Analytizität stellt eine soziologische Tatsache dar, und weist daher genügend Disziplin auf, um als minimal wahrheitsfähig gelten zu können.
QuineVsGrice/QuineVsStrawson: das ist weit davon entfernt, nachzuweisen, dass darin eine Art intuitiver Realismus gesehen werden darf. Hindernis: es bleibt zu erklären, wie modale Urteile generell Kognitive Nötigung ausüben.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
VsStrawson Strawson Vs Russell, B.
 
Bücher bei Amazon
Wolf II 17
StrawsonVsRussell: Vs Russells Auflösung singulärer Sätze wie "Das F, welches G ist, ist H" ind generelle Sätze wie "Es gibt genau ein F, welches G ist, und dieses F ist H": Das ist unangemessen! Damit wird nicht erfasst, dass wir mit sing Term auf Einzelnes referieren.
- - -
NS I 92
Referenz/StrawsonVsRussell: ("On Referring") 1950 , 45 Jahre nach Russells "On Denoting" (1905)). Strawson: 5 Thesen
(i) Man muss unterscheiden zwischen a) dem Satz, b) dem Gebrauch, c) der Äußerung (bei einer Gelegenheit)
(ii) Es besteht ein Unterschied zwischen (logischem) Implizieren und Präsupposition
(iii) Wahrheitswert-Lücken sind erlaubt
(iv) Die Bedeutung eines Ausdrucks ist nicht sein Referent, sondern die Konventionen und Regeln. Bei verschiedenen Verwendungen kann sich der Ausdruck daher auf verschiedene Gegenstände beziehen.
(v) Ausdrücke können referentiell und prädikativ (Eigenschaften zuschreibend) gebraucht werden.
Satz/Wahrheitswert/WW/Strawson: These: Sätze selbst können daher nicht wahr oder falsch sein, nur ihr Gebrauch.
Präsupposition/Implikation/Strawson: Unterschied:
Def Implikation/Strawson: A impliziert B gdw. es nicht sein kann, dass A wahr ist, aber B falsch. Dagegen:
Def Präsupposition/Strawson: A präsupponiert B gdw. B wahr sein muss, damit A einen WW annehmen kann.
Existenzbehauptung/Eindeutigkeitsbehauptung/Strawson: werden von einem Satz mit Kennzeichnung lediglich präsupponiert, aber nicht impliziert.
Bsp König von Frankreich/Präsupposition/Strawson: der Satz präsupponiert die Existenz, impliziert sie jedoch nicht. Und behauptet auch nicht die Existenz und nicht die Eindeutigkeit.
Newen/Schrenk VsStrawson: Strawson liefert keine philosophisch-logischen Argumente für seine These.
NS I 94
Er beruft sich vielmehr auf unsere Alltagspraxis. Wahrheitswert-Lücken/StrawsonVsRussell: sind bei ihm erlaubt.
negative Existenzsätze/Existenz/Existenzsatz/Strawson/VsStrawson/Newen/Schrenk: sein Ansatz lässt das Problem der leeren Existenzsätze noch verzwickter aussehen.
referentiell/prädikativ/sing Term/Kennzeichnung/Name/Strawson/Newen/Schrenk: These:
Eigennamen/Demonstrativa: werden weitgehend referentiell gebraucht.
Kennzeichnungen: haben maximal prädikative, also beschreibende Bedeutung (können aber auch gleichzeitig referieren).
Identität/informative Identitätssätze/referentiell/prädikativ/Strawson/Newen/Schrenk: hier hat die Kennzeichnung (oder zwei vorkommende Kennzeichnungen) einen so extremen prädikativen Gebrauch, dass Bsp "Napoleon ist identisch mit dem Mann, der die Hinrichtung des Herzogs befahl" so gut wie synonym ist mit dem Satz "Napoleon befahl die...".
Prinzipiell werden beide Sätze zu einer Prädikation gebraucht. So ist der erste Satz informativ, wenn er prädikativ und nicht rein referentiell gelesen wird.
- - -
Quine I 447
StrawsonVsRussell: hat Russells Theorie der Kennzeichnungen falsch genannt aufgrund ihrer Behandlung der Wahrheitswertlücken. - - -
Strawson III 433
StrawsonVsRussell/Theorie der Kennzeichnungen: Strawson bringt eine Reihe von grundlegenden Unterscheidungen zwischen Arten und Verwendungsebenen sprachlicher Ausdrücke ins Spiel. Fundamentaler Unterschied zwischen logischem Subjekt und logischem Prädikat. Plädiert für stärkere Hinwendung zur Alltagssprache.
»Die normale Sprache kennt keine exakte Logik«.
III 434
König-Bsp: »Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl«. Russell: hier darf die Kennzeichnung nicht als logisches Subjekt gewertet werden! Russell: derartige Sätze sind im Fall der Nichtexistenz einfach falsch. Dann müssen wir auch keine dubiosen ontologischen Voraussetzungen machen. Wir analysieren (nach Russell) den Satz wie folgt: es ist in Wirklichkeit eine Konjunktion dreier Sätze:
1. Es gibt einen König von Frankreich.
2. Es gibt nicht mehr als einen König von Frankreich.
3. Es gibt nichts, was König von Frankreich ist und nicht kahl ist.
Da wenigstens ein Glied in der Konjunktion falsch ist, ist sie insgesamt falsch.
StrawsonVsRussell: 1. dieser spricht zu sorglos von Sätzen und ihren Bedeutungen. Man muss aber den Gebrauch sprachlicher Ausdrücke betrachten, der zeigt, dass hier viel feiner differenziert werden muss.
2. Russell verwechselt das, was ein Satz sagt, mit den Bedingungen des sinnvollen Gebrauchs dieses Satzes.
3. die Alltagssprache und nicht die formale Logik entscheidet über die Bedeutung.
III 435
Bezug/Strawson: von selbst bezieht sich ein Ausdruck auf gar nichts! König-Bsp/StrawsonVsRussell: mit dem Satz "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" ist überhaupt keine Existenzbehauptung ausgesprochen. Sie ist vielmehr "impliziert".
Deswegen braucht der Satz nicht wahr oder falsch zu sein. Der Ausdruck bezieht sich auf nichts.
Def "Wahrheitswertlücke" (Strawson): Bsp König-Bsp: bezieht sich auf gar nichts. Wittgenstein: ein misslungener Zug im Sprachspiel.
- - -
VII 95
Kennzeichnung/Strawson: sicher gebrauche ich in Bsp "Napoleon war der größte französische Soldat" das Wort "Napoleon", um die Person zu nennen, nicht das Prädikat. StrawsonVsRussell: aber ich kann die Kennzeichnung sehr wohl dazu benutzen, eine Person zu nennen!
Es können auch mehr als eine Kennzeichnung in einem Satz vorkommen!
VII 98
StrawsonVsRussell: scheint zu implizieren, dass es solche logischen Subjekt Prädikat Sätze gibt. Lösung Russell: nur logische Eigennamen - z.B. "dies" - sind wirkliche Subjekte in logischen Sätzen. Die Bedeutung ist dann genau das Einzelding.
Das führt ihn dazu, dass er Sätze mit Kennzeichnungen nicht mehr als logische Sätze ansehen kann.
Referenz/StrawsonVsRussell: Lösung: in "eindeutig referierender Verwendung" können auch Kennzeichnungen gebraucht werden! Sie sind aber nicht "Kennzeichnungen" in Russells Sinn!
VII 99
König-Bsp/StrawsonVsRussell: behauptet drei Aussagen, von denen eine auf jeden Fall falsch wäre. Die Konjunktion dreier Aussagen, von denen eine falsch und die anderen Wahr sind, ist falsch, aber sinnvoll.
VII 100
Referenz/Kennzeichnung/StrawsonVsRussell: Unterscheidung: Terminologie:
"eindeutige Referenz": Ausdruck. (eindeutig referierende Kennzeichnung).
Satz: beginnt mit eindeutig referierender Kennzeichnung.
Sätze, die mit einer Kennzeichnung beginnen können:
(A1) Satz
(A2) Gebrauch eines Satzes (A3) Äußerung eines Satzes
entsprechend:
(B1) Ausdruck
(B2) Gebrauch eines Ausdrucks (B3) Äußerung eines Ausdrucks.
König-Bsp/StrawsonVsRussell: die Äußerung (Behauptung (>utterance) "Der gegenwärtige König von Frankreich ist weise" kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein, der Satz ist aber derselbe!
VII 101
Verschiedener Gebrauch: je nachdem, ob zur Zeit Ludwig XIV .oder Ludwig XV. Satz/Aussage/Äußerung/Behauptung/Proposition/Strawson:
Behauptung (assertion): kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein.
Aussage (proposition): dito
Satz: ist immer derselbe. (Unterschied Satz/Proposition).
VII 102
StrawsonVsRussell: dieser übersieht den Unterschied von Gebrauch und Bedeutung.
VII 104
Sinn/StrawsonVsRussell: die Frage, ob ein Satz sinnvoll sei, hat nichts damit zu tun, ob er bei einer bestimmten Gelegenheit gebraucht wird, um etwas Wahres oder Falsches zu behaupten oder auf etwas Existentes oder Nichtexistentes zu referieren.
VII 105
Bedeutung/StrawsonVsRussell: Bsp "Der Tisch ist mit Büchern bedeckt": Jeder versteht den Satz, es ist absurd zu fragen, von "welchem Gegenstand" (von vielen!) der Satz handelt. Es ist auch absurd zu fragen, ob es wahr oder falsch ist.
VII 106
Sinn/StrawsonVsRussell: dass der Satz Sinn hat, hat damit zu tun, dass er richtig gebraucht wird (oder werden kann), nicht dass er negierbar ist! Sinn darf nicht in Bezug auf einen bestimmten (einzelnen) Gebrauch festgestellt werden!
Es geht um Konventionen, Gewohnheiten und Regeln.
VII 106/107
König-Bsp/Russell/Strawson: Russell sagt zwei wahre Dinge darüber: 1. Der Satz Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist weise" hat Sinn.
2. wer den Satz jetzt äußerte, würde eine wahre Aussage machen, wenn es jetzt einen gäbe,
StrawsonVsRussell: 1. falsch zu sagen, wer den Satz jetzt äußerte, würde überhaupt entweder eine wahre oder eine falsche Behauptung machen.
2. falsch, dass ein Teil dieser Behauptung besagte, dass der König existiert.
Strawson: die Frage w/f stellt sich wegen der Nichtexistenz gar nicht! Bsp Es ist nicht so wie das Greifen nach dem Regenmantel darauf hindeutet, dass man glaubt, dass es regnet. (>Präsupposition).
Implikation/Implizieren/StrawsonVsRussell: die Prädikation behauptet keine Existenz des Gegenstands.
VII 110
Existenz/StrawsonVsRussell: der Gebrauch von "der" ist nicht gleichbedeutend mit der Behauptung, dass der Gegenstand existiert. Principia Mathematica: (S.30) "Strikter Gebrauch" des bestimmten Artikels: "trifft nur zu bei Existenz des Gegenstands".
StrawsonVsRussell: der Satz "Der Tisch ist mit Büchern bedeckt" trifft nicht nur dann zu, wenn es genau einen Tisch gibt...
VII 111
Das wird mit dem Satz nicht behauptet, sondern (alltäglich) impliziert, dass es genau ein Ding gibt, das der Art Tisch angehört und dass es auch eines ist, auf das der Sprecher referiert. Referenz/StrawsonVsRussell: referieren heißt nicht sagen, dass man referiert!
Sagen, dass es den einen oder anderen Tisch gibt, den man bezeichnet, ist nicht dasselbe wie einen bestimmten Tisch zu bezeichnen.
Referieren ist nicht dasselbe wie behaupten.
logische Eigennamen/StrawsonVsRussell: Bsp ich könnte meine leere Hand formen und sagen "Dies ist ein schöner roter!" Der andere stellt fest, dass das nichts ist.
Deshalb ist "dies" keine "getarnte Kennzeichnung" im Sinne Russells. Auch kein logischer Eigenname!
Man muss nämlich wissen, was der Satz bedeutet, um auf die Äußerung reagieren zu können.
VII 112
StrawsonVsRussell: dieser verwischt den Unterschied zwischen reinen Existenzsätzen und Sätzen, die einen Ausdruck enthalten, um auf einen Gegenstand hinzudeuten oder auf ihn zu referieren. Russells "Inquiry into meaning and truth" enthält eine logisch katastrophale Namentheorie. (logische Eigennamen).
Er nimmt den Kennzeichnungen den Status logischer Subjekte, bietet aber keinen Ersatz.
VII 113
Bezug/Name/Träger/StrawsonVsRussell: nicht einmal Namen genügen diesem hochgesteckten Standard. Strawson: Die Bedeutung des Namens ist nicht der Gegenstand! (Verwechslung von Erwähnung und Gebrauch).
Es sind die Ausdrücke zusammen mit dem Kontext, die man braucht, um eindeutig zu referieren.
Wenn wir referieren erreichen wir sowieso nicht Vollständigkeit. Das ermöglich auch die Fiktion. (Fußnote: später: erscheint mir nicht mehr ganz haltbar wegen des implizit restriktiven Gebrauchs von "referieren".).
VII 122
StrawsonVsRussell: Gipfel des Zirkulären: Namen als getarnte Kennzeichnungen zu behandeln! Namen werden willkürlich oder konventionell gewählt. Sonst wären Namen deskriptiv!
VII 123
unbestimmte Referenz/"Jemand"/Implikation/Strawson: Bsp "Ein Mann erzählte mir..." Russell: Existenzbehauptung: "Es gibt einen Mann, der..."
StrawsonVsRussell: lächerlich, hier zu sagen, die "Klasse der Männer sei nicht leer..."
Hier wird ebenso Eindeutigkeit impliziert wie bei "der Tisch".
VII 124
Tautologie/StrawsonVsRussell: an die Trivialität braucht man nicht zu glauben. Das denken nur diejenigen, die glauben, dass die Bedeutung eines Ausdrucks der Gegenstand sei. (Bsp Scott ist Scott).
VII 126
Präsupposition/StrawsonVsRussell: Bsp "Meine Kinder schlafen" Hier wird jeder annehmen, dass der Sprecher Kinder hat. Alltagssprache hat keine exakte Logik. Das verkennen Aristoteles wie Russell.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsStrawson Tugendhat Vs Russell, B.
 
Bücher bei Amazon
Wolf II 22
Identifikation/Individuierung/Tugendhat: die subjektive und die objektive Lokalisierung sind gleich ursprünglich. TugendhatVsStrawson: Raumzeit nicht nur besonders wichtig, sondern die einzige Möglichkeit der Identifizierung.
Wie Strawson: sortale Prädikate müssen hinzukommen. (Herausgreifen aus der Situation, Wiedererkennen, Zählbarkeit).
Alle sing Term verweisen auf die unterste Ebene der Identifizierung. "Dies F ist G", verifizierbar. (KantVs).
TugendhatVsRussell: Zwar ist hier noch die Existenzaussage "Es gibt hier und jetzt genau ein F" impliziert, aber nicht mehr als allgemeine (generelle) Aussage wie bei Russell: "Unter allen Gegenständen gibt es einen..." sondern Lokalisation.
Erst bei lokalisierenden Ausdrücken haben wir sing Term, deren Referenz nicht mehr fehlschlagen kann. Daher implizieren sie keine Existenzaussagen mehr!
Damit gleichen sie Russell’s logischen Eigennamen. Unterschied: sie stehen nicht mehr in einer isolierten Zuordnung zum Gegenstand, sondern in einer Raum-Zeit-Ordnung.
- - -
I 378
Existenzaussagen/Tugendhat: entgegen dem Anschein nicht Aussagen über Einzelnes sondern stets generelle Aussagen. Die Rede von Existenz nimmt im Prinzip immer schon an, dass man von allen Gegenständen spricht, und daher könnte man (VsRussell) von einem einzelnen Gegenstand gar nicht sagen, dass er existiert.
I 383
TugendhatVsRussell: aber hier geht es überhaupt nicht um eine Relation, Spezifikation findet statt vor dem Hintergrund aller Gegenstände. Das hat Russell in Bezug auf sing Term schon richtig gesehen, aber mit seinen logischen Eigennamen lag er trotzdem falsch, gerade weil er ihnen den Bezug auf jenen Hintergrund einer eigentümlichen Generalität absprach.
- - -
III 214
TugendhatVsRussell: weder die Reaktion eines Lebewesens noch das auslösende Anzeichen kann wahr oder falsch sein, weil hier keine Annahme vorliegt, dass etwas so oder so sei, folglich ist auch kein Irrtum möglich.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
VsStrawson Donnellan Vs Russell, B.
 
Bücher bei Amazon
I 18/19
DonnellanVsRussell: hat die referentielle Verwendung nicht erfasst, sondern in ein merkwürdiges Konstrukt der "logischen Eigennamen" verlegt. DonnellanVsStrawson: sieht den Unterschied referentiell/attributiv nicht richtig und vermengt die beiden.
referentiell/attributiv/Donnellan: schwankt selbst, was den Stellenwert der Unterscheidung betrifft:
1. Text: nur pragmatische Unterscheidung,
2. später: "semantische Signifikanz".
KripkeVsDonnellan: bestreitet semantische Zweideutigkeit der Verwendung von Kennzeichnungen. Beide lassen sich mit der Russellschen Analyse erfassen: Sätze der Form "Das F, welches G ist, ist H" haben dieselben Wahrheitsbedingungen, sie sind wahr, wenn das F, das als einziges G erfüllt, tatsächlich H ist.
I 193
DonnellanVsRussell: seine strenge Implikation funktioniert höchstens bei attributiver Verwendung. (Aber er trifft die Unterscheidung nicht).
I 194
Def Kennzeichnung/Russell: betrifft eine Entität, die sie als einzige erfüllt. Donnellan: das ist sicher auf beide Verwendungen anwendbar (!).
referentiell/attributiv/Donnellan: wenn man beides nicht unterscheidet, ist die Gefahr, dass man annehmen muss, dass der Sprecher auf etwas referieren müsste, ohne es zu wissen.
Bsp "Präsidentschaftskandidat": man ahnte noch nicht, dass es Goldwater sein würde.
Dennoch würde "Präsidentschaftskandidat" absurderweise Goldwater bezeichnen.
Lösung: DonnellanVsRussell: attributive Verwendung.
I 205
logische Eigennamen/"dies"/Russell: referieren auf etwas, ohne Eigenschaften zuzuschreiben! (Donnellan pro.) Donnellan: man könnte sagen, sie referieren auf das Ding selbst, nicht auf das Ding unter der Bedingung, daß es irgendwelche besonderen Eigenschaften hat.
DonnellanVsRussell: er glaubte, dass das etwas ist, was eine Kennzeichnung nicht tun kann. Das geht aber sehr wohl bei der referentiellen Verwendung.
II 275
Theorie der Kennzeichnungen/Referenz/Existenz/Russell/Donnellan: rechnete es sich als Verdienst an, Referenz auf Nichtexistierendes zu erklären, ohne die Vorstellung von nichtexistierenden Referenten von singulären Termini ins Spiel bringen zu müssen. Seine vollständig entwickelte Theorie der singulären Termini dehnte das auf Eigennamen aus. Philosophie des logischen Atomismus: Namen als verdeckte Kennzeichnungen.
IV 275/276
Hier wurde auch die Theorie der "Eigennamen im strengen logischen Sinn" eingeführt, die man selten in der alltäglichen Rede findet. ((s) logische Eigennamen: "dies" usw.) DonnellanVsRussell: wir wollen versuchen, mit der "historischen Erklärung" Russells Lösungsversuch (der nicht gescheitert ist) überflüssig zu machen. (>wie Zink).
II 281
logische Eigennamen/DonellanVsRussell: haben keinen Platz in einer korrekten Theorie der Referenz. Eigennamen/historische Erklärung/DonnellanVsRussell: hinsichtlich gewöhnlicher sing Term ist Russells Auffassung nicht korrekt: es ist nicht so, daß gewöhnliche Eigennamen stets einen deskriptiven Gehalt haben.
Frage: bedeutet dies, daß gewöhnliche sing Term vielleicht die Funktion erfüllen können, die nach Russell nur logische Eigennamen haben können?
II 283
Kennzeichnungen/DonellanVsRussell: es mutet unsinnig an zu leugnen, daß in Bsp Waverley das von der Kennzeichnung Bezeichnete, also Scott, kein "Bestandteil" der ausgedrückten Proposition ist. Russell: war der Meinung, daß solche Aussagen nicht wirklich Aussagen über das Bezeichnete oder den Referenten des Namens sind, daß sie das Bezeichnete nicht wirklich erwähnen!
Nur logische Eigennamen könnten das Kunststück vollbringen, wirklich ein bestimmtes Einzelding zu erwähnen.
"über"/Referenz/DonnellanVsRussell: großes Gewicht auf solche Ausdrücke wie "über" zu legen, würde uns in sumpfiges Gelände führen. Wir sollten keine Definition von "über" verlangen!
Es wäre eine heikle Aufgabe zu zeigen, dass eine solche Aussage entweder in keinem Sinn von "über" eine Aussage über das Bezeichnete ist, oder dass es einen klaren Sinn von "über" gibt, indem sie es nicht ist.
II 285/286
DonnellanVsRussell: er hat für seine Theorie den Preis bezahlt, die natürliche Verwendung von sing Term aufzugeben. RussellVsVs: aber mit der "natürlichen Auffassung" landen wir bei der Meinongschen Bevölkerungsexplosion.
Eigennamen/historische Erklärung/DonnellanVsRussell: nach meiner Theorie sind Namen keine verdeckten Kennzeichnungen. Bsp "Homer" ist keine Abkürzung für "Der Verfasser der Homerischen Dichtungen".
- - -
Wolf II 209
DonnellanVsRussell/Kripke: Frage: widerlegt er Russell? Nein, für sich genommen nicht! Russells Theorie ist aus methodischen Erwägungen besser, als viele gedacht haben. Dennoch wird sie wohl letztlich scheitern.
II 222
Aussage/Donnellan/VsRussell/Kripke: es ist gar nicht so klar, dass Donnellan Russell widerlegt. Bsp "Ihr Ehemann ist nett zu ihr": hätte Donnellan rundheraus behauptet, dass das genau dann wahr ist, wenn der Liebhaber nett ist, ohne Rücksicht auf die Nettigkeit des Ehemanns (der vielleicht auch nett ist) hätte er sich auf einen Streit mit Russell eingelassen. Aber das behauptet er nicht!
Wenn wir nun fragen, "Ist denn die Aussage wahr?", würde Donnellan ausweichen.
Denn wenn die Kennzeichnung referentiell verwendet wird, ist unklar, was mit "Aussage" gemeint ist.
Wenn die Aussage gewesen sein soll, dass der Gatte nett ist, ist das Problem: zu entscheiden, ob referentiell oder attributiv.
referentiell: dann geben wir die Sprechhandlung falsch wieder,
attributiv: dann referieren wir selbst auf jemand, und das können wir nur, wenn wir selbst glauben, dass es der Gatte ist.
II 232
DonnellanVsRussell/Kripke: konfligieren die beiden wirklich? Ich schlage einen Test vor: Test: wenn man erwägt, ob ein bestimmtes sprachliches Phänomen im Englischen ein Gegenbeispiel gegen eine Analyse ist, erwäge man eine hypothetische Sprache, die dem Englischen gleicht, außer dass hier die Analyse als richtig festgesetzt wird.
Wenn nun das fragliche Phänomen auch in der entsprechenden (hypothetischen) Gemeinschaft auftritt, kann die Tatsache, dass es im Englischen auftritt, nicht die Hypothese widerlegen, dass die Analyse für das Englische richtig ist!
DonnellanVsRussell/Kripke: Test: würde das Phänomen referentiell/attributiv in den verschiedenen Sprachen auftreten?
II 234
Sekt-Bsp: ("Der Mann mit Sekt im Glas ist böse" (der Gemeinte hat aber Mineralwasser im Glas)) die Sprecher der schwachen und mittleren Sprache denken (wenn auch irrtümlich), dass die Wahrheitsbedingungen erfüllt sind. Schwache: hier scheint der Apparat völlig adäquat. Der semantische Referent ist der einzige Gegenstand. Unsere Intuitionen werden völlig erklärt.
starke: auch hier kann das Phänomen auftreten. Auch ironische Verwendung kann klar sein, wenn der betreffende Limo trinkt.
II 235
In der starken Sprache (die natürlich nicht Englisch ist) würden diese Verwendungen gebräuchlicher werden, weil der bestimmte Artikel verboten ist. Das führt zur Erweiterung der Sprecher Referenz: wenn der Sprecher einen Gegenstand als erfüllend denkt. (Ex)(φ x u ψx) ist es die Sprecher-Referenz, dann mag er tatsächlich erfüllend sein oder nicht.
mittlere: wenn Sprecher Referenz in der starken anwendbar ist, ist er ebenso gut auf die mittlere zu übertragen, weil der Sprecher Referent von "ψ(ixφ(x)" dann das Ding ist, das der Sprecher im Sinn hat, das als einziges φ(x) erfüllt und über das er mitteilen will, dass es ψ-t.
Fazit: da das Phänomen in allen Sprachen auftritt, kann die Tatsache, dass es im Englischen auftritt, kein Argument dafür sein, dass Englisch keine Russell Sprache ist.
- - -
NS I 95
(...) Def attributiv/Donnellan/Newen/Schrenk: Bsp "Der Mörder von Schmitt ist wahnsinnig" angesichts der Leiche von Schmidt ((s) In Abwesenheit der fraglichen Person, egal ob sie es ist oder nicht. "Wer auch immer...").
Def referentiell/Donnellan/Newen/Schrenk: Bsp "Der Mörder von Schmitt ist wahnsinnig" angesichts eines wild randalierenden Manns vor Gericht – während Schmidt zur Tür herein kommt – ((s) angesichts des fraglichen Mannes, egal ob er es ist oder nicht. "Dieser da, was er auch getan hat...").

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
VsStrawson Evans Vs Shoemaker, S.
 
Bücher bei Amazon:
Gareth Evans
Frank I 540
Erinnerung/Evans: es gibt aber auch Erinnerungstätigkeit auf nichtbegrifflicher Ebene: der des Informationssystems (Wahrnehmungszustand). Bsp Es scheint, etwas sei so und so der Fall gewesen. Das sind keine freischwebenden Bilder, deren Bezug auf die Vergangenheit vom Subjekt in sie hineingelesen werden.
I 542
ShoemakerVsEvans: der Anschein, dass auf der Erinnerung beruhende Urteile über sich selbst identifizierungsfrei sind, beruhe auf einer linguistischen Trivialität: wir würden von einer Person, deren Information von jemand anders stammt nicht sagen "sie erinnert sich". EvansVsShoemaker: aber es trifft nicht zu, dass die Identifizierungsfreiheit ein bloßer Schein ist:
EvansVsStrawson: vielmehr setzt sich dieser dem Vorwurf aus,
Fra I 543
das linguistische Phänomen auszunutzen, wenn er versucht, die fragliche Identifizierungsfreiheit dadurch zu belegen, dass er die von Gewöhnlichen abweichende Äußerung "ich erinnere ich deutlich, dass diese Erinnerung stattfand, aber fand sie in mir statt?" betrachtet. Erinnerung/Shoemaker: auf Erinnerung beruhende Urteile sind identifizierungsabhängig und daher nicht immun gegen Fehlidentifizierung: Bsp wir können uns vorstellen, dass die scheinbaren Erinnerungen einer Person in Wirklichkeit von anderen Personen kausal abgeleitet wurden (falsche Erinnerung). Bsp vollständiges Duplikat einer Person (Klon). (s) Zu absurd, um als Beispiel zu überzeugen.
Fra I 544
Shoemaker: "Quasi Erinnerung": "q Erinnerung". Bsp wenn es solche falschen Erinnerungen gibt, dann erscheint es sinnvoll zu sagen, "jemand stand vor einem brennenden Baum, aber war ich das?"
EvansVsShoemaker: auch wenn das möglich ist, folgt daraus nicht, dass die normalen Urteile auf einer Identifizierung beruhen müssen!
Es geht nicht um Zerlegung : "jemand stand… ich war derjenige".

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsStrawson Strawson Vs Skeptizismus
 
Bücher bei Amazon
Frank I 641
Autorität/erste Person/Fremdpsychisches/StrawsonVsSkeptizismus: wenn der Skeptiker seine eigene Frage versteht ("Woher weiß einer, was im Geist eines anderen vor sich geht?") dann kennt er auch die Antwort. Denn wenn er weiß, was ein Geist ist, weiß er, dass er in einem Körper sein muss und dass er Gedanken hat. Er weiß auch, dass wir anderen Gedanken auf der Basis von Verhalten zuschreiben, uns selbst aber ohne eine solche Grundlage. mentale Eigenschaft/Geist/Strawson: um diese Begriff zu besitzen, muss man beides, sowohl ein Selbst Zuschreiber als auch ein Fremd Zuschreiber sein von mentalen Prädikaten sein.
Man muss auch jeden anderen als Selbst-Zuschreiber betrachten.
Um den Begriff zu verstehen, muss man anerkennen, dass es eine Art Prädikat gibt, das univok (eindeutig) und adäquat sowohl auf Beobachtungsbasis, als auch ohne, zuschreibbar ist.
DavidsonVsStrawson: das ist keine befriedigende Antwort auf den Skeptiker: dieser wird antworten, dass Strawson die Asymmetrie vielleicht korrekt beschrieben hat, aber sie nicht eklärt hat.
Warum sollten wir glauben, dass ein Prädikat, das einmal aufgrund von Beobachtung zugeschrieben ist, und das andere mal nicht, eindeutig ist.
- - -
Strawson I 44
StrawsonVsSkeptizismus: Der Skeptiker gibt vor, ein bestimmtes Begriffssystem zu akzeptieren und verwirft zugleich unter der Hand eine der Bedingungen, für dessen Anwendung. Seine Zweifel sind keine wirklichen Zweifel, nicht einfach deshalb, weil sie logisch unauflösbar sind, sondern weil sie der Ablehnung des gesamten Begriffssytems gleichkommen, in dem solche Zweifel allein sinnvoll wären.
I 45
Es genügt nicht, "dasselbe Ding" zu sagen, wir müssen auch "derselbe Ort" sagen können.
I 46
Die Identität von Orten läuft auf die Identität von Dingen heraus. Das Wiedererkennen von Orten ist nichts vom Wiedererkennen von Dingen völlig verschiedenes. Wechselspiel. Das ist nicht mysteriös, sondern einfach eine Beschreibung von Kriterien.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsStrawson Strawson Vs Solipsismus
 
Bücher bei Amazon
I 106
StrawsonVsSolipsismus: wir schreiben uns nicht nur Handlungen, Absichten, und Sinneswahrnehmungen von Dingen außerhalb unserer selbst zu, sondern auch physikalische Eigenschaften. Wir haben materielle Körper, wir schreiben uns Gedanken, Gefühle, Schmerzen zu. Wir denken uns im Austausch mit anderen.
Es liegt nicht auf der Hand, welche dieser Eigenschaften für ein nicht solipsistisches System wesentlich sind. Und welche wir daher in unserer rein auditiven Welt reproduzieren müssen.
Wir könnten unsere Person mit seiner Stimme ausstatten. Das Problem, ihn mit einem ständig hörbaren Körper auszustatten, wäre vom Führungston gelöst. Jeder Bewohner der Welt könnte seinen eigenen Führungston haben, und keiner wüsste vom anderen. Nur wenn zufällig dieselbe Tonhöhe eintritt: zwei Hörer befänden sich dann am selben Ort.
- - -
I 127
Strawson: die nicht berücksichtigte Tatsache ist die: Eine notwendige Bedingung dafür, sich selbst Bewußseinszustände und Erlebnisse zuzuschreiben ist, dass man sie ebenso anderen zuschreibt.(Zentrales Argument VsSolipsismus,) VsStrawson: gegen die uneingeschränkte stärkere Form dieser Behauptung ist ein Argument denkbar: Sicher ist die Idee eines einmalig anwendbaren Prädikats nicht absurd, aber: man muss einen Begriff davon haben, wann eine solche Gelegenheit ist, das Prädikat auf andere als man selbst anzuwenden. Aber nicht notwendig, dass man es dann tatsächlich anwendet.
StrawsonVsVs: die schwächere Behauptung genügt. Man muss aber darauf hinweisen, dass wir nicht von einem einzelnen Prädikat, sondern von einer ganzen umfangreichen Klasse von Prädikaten sprechen. Der wesentliche Punkt ist ein rein logischer: Es besteht eine wechselseitige Anhängigkeit zwischen der Idee eines Prädikats und der Idee einer Reihe von unterscheidbaren Individuen, denen das Prädikat sinnvoll zugeordnet werden kann, wenn es auch nicht notwendig auf sie zutrifft!

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
VsStrawson Armstrong Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
Arm III 55
Begründung/Strawson: einfach analytisch! Aus der Bedeutung der verwendeten Wörter: es ist einfach Teil der Bedeutung von "rational" , daß induktive Schlüsse rational sind. ArmstrongVsStrawson: das ist äußerst unbefriedigend! (Es kommt zu früh, letztlich selbes Ergebnis, s.u.).
Bsp wenn jemand sagte, die Begründung dafür, dass nichts zugleich grün und rot sein könnte, erwüchse aus der Bedeutung von "grün" und "rot". Absurd. Das würde uns nichts mitteilen.
Induktion/Armstrong: warum ist es eine notwendige Wahrheit, dass sie rational ist?

AR II = Disp
D. M. Armstrong

In
Dispositions, Tim Crane, London New York 1996

AR III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
VsStrawson Austin Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
I 240
AustinVsStrawson: er lehnt die semantische Definition der Wahrheit aus dem völlig richtigen Grunde ab, daß der Ausdruck »ist wahr« nicht gebraucht wird, um über Sätze zu sprechen. Er spricht von einer Verwechslung von Bedeutung und Wahrheit. Aber: das reicht nicht aus, daß zu zeigen, was er zeigen möchte: das »ist wahr« nicht beim Sprechen über irgend etwas verwendet wird (daß Wahrheit keine Eigenschaft von etwas ist). Austin: Der Ausdruck wird nämlich beim Sprechen über Aussagen verwendet.
Strawson: glaubt, daß AW sagen mehr tun bedeutet als die bloße Behauptung, daß A.
John L. Austin
I Austin Wahrheit in: Wahrheitstheorien Hrsg. Skirbekk, Frankfurt/M 1996
II Jörgen Husted "Austin" aus :Hügli (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhhundert, Reinbek 1993
III Austin: "Ein Plädoyer für Entschuldigungen" aus: Linguistik und Philosophie (Grewendorf/Meggle(Hg)) Frankfurt (Athenäum) 1974/1995
VsStrawson Frege Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
EMD II 269
Kennzeichnungen/Fregesche Sprache/FregeVsStrawson: Def Fregesche Kennzeichnungen: Kennzeichnungen die auf mehr als ein einziges Objekt zutreffen (nach einer bestimmten Interpretation) dann sollen sie nur auf ein Element zutreffen. ((s) also keine Wahrheitswertlücke wie bei Strawson). Sie zu verwenden, tut der klassischen Logik am wenigsten Zwang an. Die einfachste solche Konvention könnte sein, daß ein Element der Interpretation ein Element sein soll, das von allen basalen Kennzeichnungen bezeichnet wird, das es faul macht. Identität ((s) "erzeugt", "Identitäts Operator")).
Alternativ: kompliziertere Konvention, dann sollte eine faule Kennzeichnung als eine Menge bezeichnend genommen werden, die die eingebettete Formel erfüllt.
Formeln, die faule Kennzeichnungen enthalten, stellen sich dann entweder als wahr oder falsch heraus. Die klassische Logik ist bewahrt.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989
VsStrawson Kripke Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
I 106
Strawson fordert offensichtlich, dass der Sprecher wissen muss, von wem er seine Referenz hat. KripkeVsStrawson: meine Theorie stellt keine solche Forderung auf. Ich könnte mich sogar falsch erinnern!

K I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

K III
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg), Oxford/NY 1984
VsStrawson Prior Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
I 23
Korrespondenztheorie/Austin/Prior: in den 50er Jahren verteidigte Austin sie: These Tatsachen sind "in der Welt", nicht nur Zeichen, damit Kommunikation stattfinden kann. Es muss etwas anderes zusätzlich zu den Zeichen noch da sein! Wahrmachen/Austin: wenn eine Aussage wahr sein soll, dann muss es etwas außerhalb dieser Aussage ("in der Welt") geben, das sie wahr macht.
StrawsonVsAustin: "in der Welt" sind nur Gegenstände, auf die sich unsere Aussagen beziehen ("über die sie sind") und nicht außerdem noch "Tatsachen" (wie Geach, Lager).
Tatsachen/Strawson: sind das, was Aussagen (wenn sie wahr sind) feststellen, sie sind nicht "worüber" Aussagen (Sätze) sind.
Der einzige plausible Kandidat für Wahrmacher von Aussagen ist die Tatsache, die sie feststellt, aber diese Tatsache ist nichts in der Welt. Sie ist kein Objekt (kein Gegenstand).
Strawson/Prior: scheint damit zu sagen, dass Tatsachen logische Konstruktionen sind. So weit so gut, aber da scheint noch mehr zu sein, was nicht klar ist: er meint:
Strawson: natürlich passen Aussagen und Tatsachen zusammen. Sie wurden füreinander geschaffen: wenn man (prise) die Aussagen aus der Welt (prise)schafft, dann (prise) schafft man damit auch die Tatsachen aus der Welt Sie würde dadurch nicht ärmer!
PriorVsStrawson: das scheint zu bedeuten, dass es keine Tatsachen ohne Feststellung gibt oder dass es keine Tatsachen ohne Feststellung gäbe und wenn es das heißt, dann ist es
a) sicherlich falsch,
b) folgt es nicht daraus, dass Tatsachen logische Konstruktionen sind (Kapitel 2).
Und es gibt sicher eine enge Beziehung zwischen einer Tatsache und ihrem in der Welt sein!
Realität/Realismus/Prior: Redewendungen wie "in der Welt" bekommen ihre Kraft aus der Gegenüberstellung mit "nur im Kopf" oder "nur bei Homer".
I 24
Es suggeriert die Vorstellung von verschiedenen Schachteln, in die man das einordnen könnte. Das sollte man nicht so ernst nehmen: "Bei Homer" heißt, dass Homer sagt, dass das und das eine Tatsache ist.
Zu sagen, dass Götter bloß im Geist existieren, heißt, es sei bloß ein Gedanke, dass sie existieren.
Und zu sagen, dass etwas eine Tatsache in der Welt ist, heißt bloß, alle diese Präfixe wegzulassen und zu sagen, dass es eine Tatsache ist. (Dass es der Fall ist).
Tatsachen/Wittgenstein: sind die Welt! Nicht in der Welt.
Sie sind auch nicht "in" den Sätzen.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
VsStrawson Quine Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon:
Willard V. O. Quine
I 299
Strawson/Quine: der führt eine Kategorie der "Prozess-Dinge" ein, die man weder mit den Prozessen, noch mit den Dingen identifizieren kann. QuineVsStrawson: unnötig als Kategorie. Strawson führt richtige Beispiele aus dem Sprachgebrauch an, unnötig für kanonische Schreibweise. (> Strawson I 72)
- - -
Tugendhat II 76
QuineVsStrawson: er machte einen fundamentalen Fehler, anzunehmen, dass die Elimination von sing Term durch die Theorie der Kennzeichnungen auch die Elimination von Demonstrativa mit sich bringt.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsStrawson Searle Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon:
John R. Searle
Searle V 160
Referentiell/attributiv/Donnellan: Bsp wir stoßen auf den übel zugerichteten Leichnam von Smith ohne zu wissen, wer den Mord begangen hat. Wir würden dann vielleicht sagen: "Der Mörder von Smith ist verrückt" ohne damit jemand bestimmtes zu meinen.
V 161
Bsp’ Der Mann der (fälschlich) angeklagt ist, randaliert im Gerichtssaal. In diesem Fall meinen wir nicht: "der Mörder, wer auch immer er war", sondern einen bestimmten Mann. referentiell: sollte sich herausstellen, dass Smith Selbstmord begangen hat, wäre unsere Ausage über den Mann im Gerichtsaal wenigstens in einem gewissen Sinne dennoch wahr.
attributiv. im attributiven Sinne kann sie nicht wahr sein, wenn die Kennzeichnung auf nichts zutrifft.
(DonnellanVsRussell, DonnellanVsStrawson: beide tragen der Unterscheidung nicht Rechnung.).
referentiell: S hat über e gesprochen, gleichgültig, ob e tatsächlich φ ist.
Er hat etwas Wahres oder Falsches darüber gesagt, unabhängig davon, ob e tatsächlich φ ist. Er hat es aber impliziert.
Man kann über seinen Sprechakt zutreffend berichten, dass er über e gesprochen hat, da man auch mit anderen Ausdrücken als "der φ" berichten kann.
Wäre die Kennzeichnung attributiv verwendet worden, gäbe es keine solche Entität e. (Und dem Sprecher hätte es nicht einmal vorgeschwebt, dass es sie gibt ).
- - -
V 176
Termtheorie/Gegenstand/Universalien/SearleVsStrawson: in welchem Sinne ist der durch "ist rot identifizierte Term nichtsprachlicher Art? Ist das Universale in einem ähnlichen Sinn nichtsprachlicher Art wie der materielle Gegenstand? Kann aus der Existenz einer sprachlichen Entität die Existenz einer nichtsprachlichen Entität folgen?
V 177
Universalien/Searle: sie bestehen nicht in der Welt, sondern in der Sprache, unserer Darstellungsweise der Welt. Sie sind zwar nicht in der Weise sprachlich, wie es Wörter sind (als Phoneme), aber in der Weise sprachlich, in der die Bedeutungen von Wörtern sprachlich sind! SearleVsStrawson: gemessen an den gewöhnlichen Kriterien zur Unterscheidung von sprachlichen und nichtsprachlichen Entitäten ist seine Feststellung also falsch, Universalien seien nichtsprachlich.
V 178/179
Universalien/Searle: werden also nicht mit Hilfe von Tatsachen, sondern mit Hilfe von Bedeutungen identifiziert! Universalien/Prädikat/SearleVsStrawson: das zeigt, dass in dem Modell der Termtheorie »identifizieren« beide Male ganz verschiedene Bedeutungen hat.
V 179/180
Nach Strawson wären wir gezwungen anzunehmen, dass auch Subjektausdrücke Universalien identifizieren. Bsp "Die Rose ist rot". Wenn "ist rot" Röte identifiziert, dann in identifiziert "Rose" die Eigenschaft, eine Rose zu sein, so etwas wie "Rosigkeit". Oder Bsp
Das Ding, das eine Rose ist, ist rot.
Durch diesen Satz werden nicht mehr und nicht weniger Universalien identifiziert als durch:
Das Ding, das rot ist, ist eine Rose.
Ich kann mir kein Argument vorstellen, mit dem gezeigt werden könnte, dass hiermit "ist rot" ein Universale identifiziert wird, ohne dass damit gleichzeitig gezeigt würde, dass auch "ist eine Rose" ein Universale identifiziert.
Die Termtheorie ist also nicht konsequent genug. Wenn Prädikatausdrücke Universalien identifizieren (was die Theorie behauptet) dann tun das Subjektausdrücke notwendig auch!
V 181
Universalien/SearleVsStrawson: keine nichtsprachlichen Entitäten!

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsStrawson Tugendhat Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
Wolf II 20
Identifikation/TugendhatVsStrawson: dieser unterschätzt die Bedeutung des Raum-Zeit-Systems für die Identifizierung. Grundlegendste Aussagen: solche mit Wahrnehmungsprädikaten.
- - -
I 387/388
StrawsonVsRussell: logische Eigennamen sind bloß fiktiv. "Dies" ist auch kein mehrdeutiger Eigenname sondern hat als deiktischer Ausdruck eine einheitliche Bedeutung und bezeichnet je nach Verwendungssituation einen anderen Gegenstand. TugendhatVsStrawson: aber man kann Russell nicht darauf verpflichten, dieses Wort so zu verwenden, wie wir es in unserer natürlichen Sprache verwenden.)
Russell scheitert, weil er eine andere Eigentümlichkeit nicht berücksichtigt: derselbe Gegenstand, für den in der Wahrnehmungssituation ein deiktischer Ausdruck verwendet wird, kann außerhalb dieser Situation auch mittels anderer Ausdrücke bezeichnet werden. (Substituierbarkeit).
I 389
TugendhatVsStrawson: was StrawsonVsRussell vorbringt, steht eigentlich gar nicht im Widerspruch zu dessen Theorie, sondern scheint sie sogar vorauszusetzen.
I 433
Lernen/Tugendhat: das Kind lernt nicht Etiketten auf Gegenstände zu heften, sondern es sind gerade die Demonstrativausdrücke, die über die Situation hinausweisen! Die Demonstrativausdrücke sind keine Namen, man weiß, dass er durch andere deiktische Ausdrücke zu ersetzen ist, wenn man aus anderen Situationen auf dasselbe Bezug nimmt. (TugendhatVsRussell und StrawsonVsRussell). - - -
I 384
StrawsonVsRussell: Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" (König-Bsp) es kommt darauf an, zu welcher Zeit eine solche Behauptung geäußert wird. So ist sie manchmal wahr.
I 385
Bsp „Der König von Frankreich ist kahl“ hat eine Bedeutung, aber an und für sich keinen Wahrheitswert. (>Äußerung, utterance): RussellVsStrawson: das hätte mit dem Problem überhaupt nichts zu tun, man hätte ja noch eine Jahreszahl hinzufügen können.
StrawsonVsRussell: wenn jemand der Meinung ist, dass die Existenzvoraussetzung irrig ist, wird er nicht von Wahrheit oder Falschheit sprechen.
RussellVsStrawson: es komme nicht darauf an, ob man in der Umgangssprache eher das eine oder das andere sage, außerdem gebe es genug Beispiele dass eher von Falschheit in der Umgangssprache gesprochen wird.
I 386
TugendhatVsStrawson: er hat nicht gemerkt, dass er selbst Russells Theorie schon akzeptiert hat. Es geht gar nicht um den Unterschied zwischen Idealsprache und Umgangssprache. Das führt zur Oxforder Schule mit der ordinary language philosophy. Dabei ist nicht um Nuancen der Umgangssprache als Faktisches geht, sondern, wie bei Philosophie überhaupt, um Möglichkeit.
I 387/388
StrawsonVsRussell: logische Eigennamen sind bloß fiktiv. »Dies« ist auch kein mehrdeutiger Eigenname sondern hat als deiktischer Ausdruck eine einheitliche Bedeutung und bezeichnet je nach Verwendungssituation einen anderen Gegenstand. TugendhatVsStrawson: aber man kann Russell nicht darauf verpflichten, dieses Wort so zu verwenden, wie wir es in unserer natürlichen Sprache verwenden.)
Russell scheitert, weil er eine andere Eigentümlichkeit nicht berücksichtigt: derselbe Gegenstand, für den in der Wahrnehmungssituation ein deiktischer Ausdruck verwendet wird, kann außerhalb dieser Situation auch mittels anderer Ausdrücke bezeichnet werden. (Substituierbarkeit).
I 389
TugendhatVsStrawson: was StrawsonVsRussell vorbringt, steht eigentlich gar nicht im Widerspruch zu dessen Theorie, sondern scheint sie sogar vorauszusetzen.
I 395
Identifizierung/TugendhatVsStrawson: verwendet Identifizierung im engeren Sinn. Tugendhat: mein eigener Begriff "Spezifizierung" oder "Spezifikation" (welcher von allen Gegenständen ist gemeint) ist diesem Begriff überlegen.
"Herausgreifen" (to pick put) ist Strawsons Ausdruck. (Von Searle übernommen). (Quine: "to specify").
I 397/398
TugendhatVsStrawson: Bsp "Der höchste Berg" ist überhaupt keine Identifizierung: welcher ist denn der höchste? Es muss noch etwas hinzukommen, eine Ostension, oder einen Name, oder eine Ortsangabe. Bsp jemand kann mit verbundenen Augen vor den höchsten Berg geführt werden. Er wird auch nicht mehr wissen.
I 399
Identifikation/Strawson: unterscheidet zwei Arten der Identifizierung a) Direktes Zeigen
b) Beschreibung durch Kennzeichnung. Raum-Zeit-Stellen. Relative Position zu allen anderen möglichen Standorten und allen möglichen Gegenständen (in der Welt).
I 400
TugendhatVsStrawson: er hat übersehen, dass die demonstrative Identifizierung ihrerseits die nicht demonstrative, raum-zeitliche Identifizierung voraussetzt. Daher gibt es gar keine zwei Stufen. Strawson hatte Russells Theorie von der direkten Relation soweit akzeptiert, dass er das nicht sehen konnte. ((s) > Brandom: Deixis setzt Anapher voraus.)
I 415
TugendhatVsStrawson: er hat übersehen, dass das System raum-zeitlicher Relationen nicht nur demonstrativ perzeptiv verankert ist, sondern ein System möglicher Wahrnehmungspositionen ist, und damit ein System von demonstrativen Spezifizierungen.
I 419
TugendhatVsStrawson: er hat nicht gefragt, wie die Bedeutung der singulären Termini erklärt bzw. wie festgestellt wird, welchen Gegenstand ein singulärer Term spezifiziert. Das wird bei verschiedenen Gegenständen auf ganz verschiedene Weisen festgestellt, manchmal durch Durchlaufen aller möglichen Fälle.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
VsStrawson Verschiedene Vs Strawson, P. F. Grice I 277
Strawson: Tautologie: daß jemand der p sagt, auch p glaubt. HungerlandVsStrawson: nicht notwendig. Er kann inkorrekt oder mit Täuschungsabsicht sprechen.
Grice I 300
Präsupposition/Strawson: Def "S setzt S" voraus": Die Wahrheit von S" ist eine notwendige Bedingung der Wahrheit oder Falschheit der Behauptung, daß S. Bsp "Alle meine Kinder schlafen fest" präsupponiert "Ich habe Kinder".
I 303
David RyninVsStrawson: aus dieser Interpretation folgt paradoxerweise, daß alle vorausgesetzten Behauptungen wahr wären: es sollten gelten: S >S" und ~S > S"; es gilt aber auch: S v ~S. Daraus folgt: S". Anders gesagt: (~S" > ~(Sv~S)) > S ist analytisch wahr in einem Sysstem zweiwertiger Aussagenlogik.
I 309
HungerlandVsStrawson: das Verhältnis, das er definiert, ist nicht das der Kontext-Implikation. Ich impliziere zusätzlich, daß ich glaube, Kinder zu haben. Seine Definition stellt keinerlei Bezug her zum Glauben oder den Abischten von Soprechern oder Zuhörern nocht zu irgendwelchen Umständen der Kommunikation.
Strawson/Präsupposition: "Das S ist P".
Hungerland: besteht aus zwei unabhängigen Teilen: 1. Funktion des bestimmten Artikels, (einschlägige Grammatik). Strawsons Modell ist ein logisches Erklärungsmodell. VsStrawson: normale Kommunikation verfährt so nicht.
HungerlandVsStrawson: er hat Regel und Ausnahme (was die Häufigkeit betrifft) durcheinander gebracht.
Strawson: faßt auch Fehler als Ausnahmen von der Regeln auf (HungerlandVs).
- - -
Strawson I 103
VsStrawson: die Idee des gleichzeitigen Existierens von Wahrgenommenem und Nicht Wahrgenommenem ist sicherlich verknüpft mit der Idee der gleichzeitigen Präsentation von Elementen, von denen jedes einen bestimmten Charakter hat, die aber zugleich in einem System von Beziehungen stehen, das über die im jeweiligen Charakter der Elemente begründeten Beziehungen hinausgeht. Die erste Idee ist notwendig eine Ausweitung der letzeren. Es ist einfach die Idee, dass ein solches System von Beziehungen sich über die Grenze des Beobachtbaren hinaus erstreckt.

StrawsonVs: so könnte der Kritiker argumentieren, aber er würde sich übernehmen!
Er lässt die Idee der Veränderung zwischen Beobachter und Szene außer acht. Wenn er sich darauf beruft, er habe nur eine notwendige, keine hinreichende Bedingung für solch eine Ausweitung gegeben, können wir nichts darauf entgegnen.
- - -
Strawson I 131
VsStawson: "Welches Recht haben wir, in der Weise von dem eindeutigen Subjekt zu sprechen? Warum sollte es nicht eine beliebige Anzahl von Erfahrungssubjekten geben, vielleicht ununterscheidbar? Die Eindeutigkeit des Körpers bietet keine Gewähr für eine einheitliche Cartesianische Seele." StrawsonVs: um uns aus diesen Schwierigkeiten zu befreien, müssen wir den Begriff der Person als primitiven Begriff (nicht grundlegenden) anerkennen.
Def Person/Strawson: Typ von Entitäten derart, dass sowohl Bewusstseinszustände als auch körperliche Eigenschaften zugeschrieben werden können.
Ausgangsfragen: nicht unabhängig voneinander: 1. Warum werden Bewusstseinszustände. überhaupt einem Subjekt zugeschrieben? 2. Warum demselben Ding wie körperliche Eigenschaften?
- - -
Strawson I 170
VsStrawson: besteht nicht für uns die Gefahr, dass es eine beliebige Anzahl von genau gleichen Einzelbewusstseinen geben könnte, die auf die gleiche Weise mit einem einzigen Körper verbunden sind?
I 171
Strawson: der Begriff eines einzelnen Bewusstseins kann nur als der Begriff eines nicht grundlegenden, sekundären Tys von Einzeldingen existieren. Nur auf diese Weise.





Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
VsStrawson Avramides Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
Avra I 162
AvramidesVsStrawson: er muß erklären: 1. ist vor konventionelle Kommunikation plausibel?
2. wie ist linguistisches Bootstrapping möglich?

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsStrawson Schiffer Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon:
Stephen Schiffer
Avramides I 49
Gegen Bsp/SchifferVsStrawson: Bsp jemand pfeift laut in Gegenwart von jemand, von dem er weiß, daß er lautes Pfeifen unerträglich findet, um diesen loszuwerden. Aber er will, dass er andere weiß, daß er ihn loswerden will, weil er ihn als Person nicht mag und nicht wegen des Pfeifens, und er weiß, daß der andere das weiß. ((s) Keine Eigenschaft der Äußerung). Indem S seine Abneigung zeigt, ist sogar Bedingung( f) erfüllt.
Problem: hat das Pfeifen etwas bedeutet? (Daß A den Raum verlassen soll?). Wenn (5) adäquat wäre, ja. Aber hier liegt keine Kommunikation vor! Es ist kein Fall von Bedeutungnn.
Lösung/Schiffer:
(6) (...)
g) daß A die Intention (e) von S

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
VsStrawson Donnellan Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
I 181
Donnellan/Brandom: Bsp "Der republikanische Präsidentschaftskandidat im Jahr 1968 wird ein Konservativer sein". Das kann man nicht losgelöst von einer bestimmten Situation sagen. Strawson und Russell scheinen das aber beide anzunehmen.DonnellanVsStrawson: es ist ein Fehler anzunehmen, daß eine Kennzeichnung eine referentielle Funktion hat, wenn sie gar nicht verwendet wird.
I 182
Präsupposition/Donnellan: wenn ich behaupte, daß der König auf dem Thron sitzt, setze ich voraus oder impliziere, daß es einen König gibt. (> Präsupposition, Strawson pro). DonnellanVsStrawson: dieser meint, daß leere Kennzeichnungen fehlschlagen. Donnellan: das trifft nicht für die referentielle Verwendung zu.
I 195
Kennzeichnungen/Strawson: ("A reply to Mr. Sellars" 1954): können fehlschlagen und dennoch etwas Wahres aussagen. Bsp "Das Abgeordnetenhaus (korrekt Repräsentantenhaus) enthält Vertreter zweier Parteien". Kein Problem, wenn klar ist, was der Sprecher meint. Man kann ihn verbessern.
DonnellanVsStrawson: das geht aber nur, wenn der Sprecher unabhängig davon eine richtige Intention hatte. Aber welche Beschreibung soll in der Verbesserung verwendet werden? Der Sprecher könnte sie immer noch ablehnen, weil er falsch informiert ist. Es geht nicht darum, was er sagen "wollte" sonst kann man jede Beschreibung nehmen. Es gibt keine bestimmte verbesserte Aussage. ((s) Also nicht "irgendeine Intenion" sondern die richtige Intention ist maßgeblich).
I 196
Strawson: wenn der Sprecher auf nichts referiert, kann er nichts Wahres oder Falsches sagen. DonnellanVsStrawson: bei attributiver Verwendung ("wer auch immer") kann er dennoch etwas Falsches sagen (Bsp "Möder von Schmidt": bei natürlichem Tod).
Bei referentieller Verwendung (Mann vor Gericht) kann er dennoch etwas Wahres sagen.
VsStrawson Cohen Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
Horwich I 214
Paradoxien/wahr/Strawson/Cohen: treten auf, unter der Annahme, dass die Wörter „wahr“ und „falsch“ gebraucht werden können, um Behauptungen 1 Stufe zu machen. Lösung: (formal). Die Paradoxien werden formal dadurch gelöst, dass man erklärt, dass „wahr“ und „falsch“ nur in Behauptungen 2. Stufe gebraucht werden dürfen.
Paradoxien/Strawson: verschwinden unter der viel radikaleren These, dass „wahr“ und „falsch“ überhaupt nicht gebraucht werden, um Behauptungen aufzustellen.
wahr/Redundanztheorie/CohenVsStrawson: das ist unbefriedigend. Es ist auch nicht nur ein „beschreibender Gebrauch“ der durch „wahr“ und „falsch“ erfolgt. ((s) Um Redundanztheorie geht hier eigentlich nicht).
Bsp ein Richter könnte die Bemerkung eines Anwalts „Was der Polizist sagte, ist wahr“ als Behauptung über den Charakter des Polizisten auffassen. Und dann könnte es empirische Belege über den Charakter geben.
CohenVsStrawson: damit wird aber viel mehr behauptet als die Präsupposition, dass der Polizist überhaupt eine Aussage gemacht hat. Der Richter würde eine Formel ((s) Schema) aufstellen, um indirekt eine Anzahl weiterer Aussagen zu verifizieren. Aber die Verifikation bestünde nicht in der Bestätigung der Präsupposition „Der Polizist machte eine Aussage“.
Cohen: man muss hier nicht annehmen, dass „wahr“ hier als logisches Prädikat funktioniert, um die Aussagen des Polizisten zu beschreiben.
CohenVsStrawson: aber der Satz kann nicht paraphrasiert werden durch „Der Polizist machte eine Aussage, ich bestätige es“, wie Strawson annimmt.
I 215
Denn das ist eben keine Aussage über den Charakter des Polizisten. VsCohen: man könnte einwenden, dass es nur um eine gedrängte Zusammenfassung einiger Aussagen geht wie Bsp „der Angeklagte fuhr mit 50 auf der falschen Seite“, „der Kläger fuhr mit seinem Fahrrad auf der richtigen Seite“ usw.
Dann könnte man sagen, dass es diese Aussagen sind, die indirekt verifiziert werden durch empirische Belege über den Charakter des Polizisten
Strawson/Cohen: könnte dann sagen, dass der Anwalt meinte: Bsp „Ich bestätige, was der Polizist gesagt hat, der Angeklagte fuhr...“.
CohenVsStrawson: das geht nicht,
1. wenn der Inhalt unbekannt ist
2. wenn die Anzahl der gemachten Aussagen unbestimmt ((s) oder unendlich) ist. ((s) >“alles was er sagte“.)
Denn dann kann „was er sagte, ist wahr“ nicht durch eine Menge von Hilfsaussagen ersetzt werden, die der Berichtende bestätigt. Dieser scheint eine einzige vollständige Behauptung zu machen: Bsp „Smith’ Beobachtungsberichte sind immer wahr“ und das kann er auch, ohne alle seine Berichte gelesen zu haben.
Cohen: ich hatte vorgeschlagen, dass das verifizierbar ist durch Belege über den Charakter des Betreffenden. Dann könnte mach auch sagen, dass daraus Schlüsse gezogen werden können. Und dadurch entstehen dann Paradoxien. Das kommt oft vor im Journalismus, in historischer und wissenschaftlicher Forschung und in der Rechtsprechung.
I 216
Redundanztheorie/Paradoxien/alles was er sagte/Ramsey/Cohen: Ramseys Lösung der Elimination von „wahr“ und „falsch“ aus solchen Kontexten hat den Preis, logischen Jargon einzuführen. RamseyVsStrawson/Cohen: aber er setzt immer noch voraus, dass der Satz als Aussage (Behauptung) gebraucht wird.
Bsp „Für alle p, wenn der Polizist behauptet, dass p, dann p“.
Problem/Cohen: hier können wir wieder Paradoxien, erhalten, analog zur Wahrheits Paradoxie.
Bsp „Jede Aussage die ich behaupte, ist falsch“.
logische Form: (p): (x).phi(p . x) >. ~p.
logische Form/alltagssprachliche Übersetzung: phi(p, x): „Die Aussage dass ... wird gemacht von ...“ ((s) in der Klammer einmal Punkt, einmal Komma.).
„ist wahr“/Wahrheit//logische Form/Frage/(s): nicht „wx“ oder „wp“ (für P ist wahr“) sondern besser „x ist eine Aussage und x“ bzw. p ist eine Aussage und p“: (Ex)(Ae . x) bzw. (Ep) (Ap . p). D.h. aber “es gibt eine wahre Aussage” und nicht: „die Aussage p ist wahr”?).
Paradoxie/logische Form/Cohen: kann auftreten, wenn in (p): (x). phi (p . x) >. ~p. dieser Ausdruck als Ganzes als Wert von p auftreten kann.
Lösung/Cohen: man kann sogar „alle meine Aussagen sind falsch“ als Aussage über den Charakter auffassen. Dann erhält man keine Paradoxie.
CohenVsStrawson: aber wenn das auf „der Polizist ist ein verläßlicher Zeuge“ hinausläuft, dann ist das mehr eine Empfehlung als eine Beschreibung!
Lösung: ich sollte den Typ von Aussage spezifizieren, den ich als unzuverlässig einstufe.
I 217
Strawson/Cohen: hat vielleicht immer noch recht, dass „wahr“ nicht als logisches Prädikat gebraucht wird: logisches Prädikat/Cohen: Bsp
Analyse als Beschreibung: hier ist es „wahre Aussagen Macher“.
Analyse als Empfehlung: hier ist „wahr“ kein logisches Prädikat.
Analyse als Verifikation: hier ist „wahr“ eliminierbar. (Allerdings nicht in der Alltagssprache).

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsStrawson Millikan Vs Strawson, P. F.
 
Bücher bei Amazon
I 175
Kennzeichnung/Millikan: uns geht es hier darum herauszufinden, was die Stabilisierungsfunktion von bestimmten und unbestimmten Kennzeichnungen ist. Dabei müssen wir auf eigene Faust vorgehen. Wir können uns nicht auf die Tradition Russel –Strawson-Donnellan berufen.
Referenz/MillikanVsStrawson: wir müssen davon ausgehen, dass es nicht nur Sprecher sind, die referieren, sondern müssen annehmen, dass die sprachlichen Ausdrücke selbst auch referieren.
- - -
I 272
Subjekt/Prädikat/Strawson/Millikan: (S. u. P in Logic and Grammar“ Millikan. ich habe hier „Allgemeinbegriff“ (general concept“) ersetzt durch „“Eigenschaften“): grundsätzliche Asymmetrie: Einzeldinge: Raum-zeitlich, exemplifizieren Eigenschaften, die aus einem bestimmten Bereich kommen.
Dann wissen wir für jede Eigenschaft, dass sie in Konkurrenz zu anderen steht.
Asymmetrie: für Einzeldinge gilt keine solche Konkurrenz. Kein Individuum konkurriert mit anderen um Eigenschaften innerhalb eines Bereichs.
Keine Dinge sind so aufeinander bezogen, dass für jede Eigenschaft, die das eine exemplifiziert, daraus folgen würde, dass das andere sie nicht exemplifiziert (auch nicht gleichzeitig).
MillikanVsStrawson: was ist aber „logische Konkurrenz“ unter Eigenschaften? Unter begriffen ist sie traditionell anerkannt, aber das können wir nicht auf Eigenschaften und Relationen übertragen.
Begriff/Eigenschaft/Prädikat/Millikan: die Relation zwischen einem Begriff und Welt liegt zwischen dem Kopf und der Welt und kann nicht internalisiert werden. (s.o.).
I 273
Daher gibt es nicht einmal eine Eins-zu-eins-Relation zwischen Begriffen und Eigenschaften. Zwei Begriffe könnten einer Eigenschaft korrespondieren und ein Begriff (wenn er mehrdeutigen Fregeschen Sinn hat) kann zwei Eigenschaften entsprechen. Selbst wenn wir von einem Begriff wissen, dass ihm eine Eigenschaft entspricht, ist das niemals a priori Wissen.
Eigenschaften/a priori/Wissen/Millikan: auch über die Inkompatibilität oder Verträglichkeit oder Identität von Eigenschaften gibt es kein a priori Wissen. Höchstens gibt es hier natürliche Notwendigkeit (Naturnotwendigkeit).
„Konkurrenz“ zwischen Eigenschaften/MillikanVsStrawson: ist nur eine weitere Art von „natürlicher Notwendigkeit“ neben Kausalität und Identität. Kein „logischer Wettstreit“.
Logik/Begriff/Notwendigkeit/Millikan: auch „logische Möglichkeit“ und „logische Notwendigkeit“ zwischen Begriffen sind letztlich natürliche Notwendigkeiten zwischen Begriffen.
Logik/Millikan: sollte man darüber hinaus besser als empirische Wissenschaft auffassen.
Bsp „S kann nicht gleichzeitig P und nicht P sein“ ist entweder sinnlos, weil „S“ und „P“ keinen Sinn haben, oder so etwas wie wahr, weil es eine Aussage über die Natur der Welt ist.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987
VsStrawson Strawson Vs Wittgenstein, L.
 
Bücher bei Amazon
Horwich I 195
Tatsache/Situation/VsStrawson: man könnte einwenden, dass sie (weil sie mit dass Sätzen verbunden sind) als Platzhalter für noch zu spezifizierende Ausdrücke stehen. So wie Bsp "Ding“ für Substantive", Bsp "Ereignis" für gewisse Verben usw. StrawsonVsVs: die Antwort darauf ist zweifach:
(i)
Welt/StrawsonVsWittgenstein: die Welt ist die Gesamtheit der Dinge, nicht der Tatsachen. Der ganze Charme dieser Ausdrücke wie "Situation", "Zustand" (state of affairs), "Tatsache" usw. ist, dass wir sie als Dinge oder Mengen von Dingen betrachten! (StrawsonVs).
StrawsonVsAustin: dieser Drang ist überwältigend. Austin widersteht ihm nicht. Er braucht zur Verschleierung "Merkmal" (feature) als Ersatz für "Tatsache".
Def Merkmal/feature/Strawson: Bsp die Nase kann ein Merkmal eines Gesichts sein. Bsp ein Berg Merkmal einer Landschaft.
- - -
Strawson II 265
StrawsonVsWittgenstein: die Welt ist die Gesamtheit der Dinge, nicht der Tatsachen. - - -
Wittgenstein VI 172
StrawsonVsWittgenstein/Schulte: eigentlich dürfe man nur in ganz speziellen Fällen von der Bedeutung von Namen reden: Bsp "Peter" (Pierre) bedeute "Stein". Schulte: das ist Wittgenstein ganz fremd.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Grice VsStrawson Pro Avramides I 162
Strawson: reduktiver Griceaner, pro Reduktionismus - AvramidesVsStrawson

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Redundanz Strawson, P.F.
 
Bücher bei Amazon
Horwich I 213
wahr/Alltagssprache/Redundanz/Strawson: (Analysis Vol 9, Nr. 6) These: "wahr" und "falsch": alle ihre nicht-technischen Funktionen können ohne den Gebrauch von "wahr" und "falsch" selbst ausgeführt werden. Man kann eine Aussage machen, ohne "wahr" zu gebrauchen. CohenVsStrawson: es gibt wenigstens eine wichtige nicht-technische Funktion, bei der das nicht geht.
I 213
wahr/Alltagssprache/Redundanztheorie/Strawson: These Bsp "Es ist wahr daß die Sonne scheint": hier können wir "Es ist wahr" ersetzen durch performatorische Ausdrücke wie "Ich bestätige", "Ich gebe zu", "Ich gestehe zu", "ich garantiere" usw. ohne eine besondere Bedeutungsänderung.

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Term-Theorie Strawson, P.F.
 
Bücher bei Amazon
Searle V 174
Termtheorie/Strawson These: (»Termtheorie«) sowohl das Subjekt als auch das Prädikat identifizieren »nichtsprachliche Entitäten«. Sie führen diese in den Satz ein, wo sie durch eine »nichtï·"relationale Verbindung« miteinander verknüpft werden. Damit vermeidet er zu sagen, der Satz sei eine Aufzählung. Strawson: betont, daß er nicht eine Erklärung des Unterschiedes zwischen Subjekt und Prädikat liefert, sondern nur eine Beschreibung.
SearleVsStrawson: falsche Beschreibung.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983